Horumersiel (19. 10. 2026) – Mit dem großen Zugvogelfest im Gästehaus Horumersiel sind die 18. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer am Sonntag zu Ende gegangen. Neun Tage stand der Vogelzug im Fokus: Mehr als 300 Veranstaltungen entlang der niedersächsischen Küste und auf den Inseln luden Einheimische und Gäste dazu ein, Zugvögel zu beobachten, ihre außergewöhnlichen Leistungen kennenzulernen und die Bedeutung ihrer Rast-, Brut- und Überwinterungsgebiete zu entdecken. Insgesamt nutzten nach Angaben der Nationalparkverwaltung über 13.000 Teilnehmende das Angebot, davon rund 2.500 Kinder.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Zugvogeltage standen die Küstenseeschwalbe als Titelvogel und Namibia als Partnerland. Die Küstenseeschwalbe verbindet das Wattenmeer mit Regionen im südwestlichen Afrika und darüber hinaus: Auf ihren jährlichen Zügen legt sie rund 90.000 Kilometer zurück. Namibia ist mit bedeutenden Rastgebieten wie Walvis Bay und Sandwich Harbour eine wichtige Station für Zugvögel auf dem Ostatlantischen Zugweg.
Zugvogelfest gut besucht
Das Zugvogelfest in Horumersiel bot zum Abschluss ein vielfältiges Programm für alle Altersgruppen. An Informationsständen, bei Vorträgen und Mitmachangeboten konnten über 900 Besucher Wissenswertes über den Vogelzug, den Nationalpark und Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung erfahren. Ferngläser, Spektive und Kameras konnten mit fachkundiger Beratung ausprobiert werden.
Fachvorträge widmeten sich der Küstenseeschwalbe, dem 40-jährigen Jubiläum des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, der Wahl der passenden Beobachtungsoptik sowie der Entwicklungszusammenarbeit in Namibia. Das Programm bot auch für Kinder vielfältige Erlebnisse – vom Bilderbuchkino über Bastelangebote bis zur „Wattpolizei“.
200 Kinderbilder
Zudem war auch die Kinderaktion in diesem Jahr ein besonderer Anziehungspunkt beim Zugvogelfest. Die über 200 eingereichten Bilder zum Motto „Eine lebenswerte Welt für Vögel“ wurden im Kleinen Kursaal ausgestellt und zeigten die kreativen Ideen der jungen Teilnehmer.
Ein sportlicher Höhepunkt der Zugvogeltage mit mehreren Rekorden war erneut der Aviathlon. Dabei traten Küstenregionen in einem Wettbewerb um die meisten beobachteten Vogelarten gegeneinander an. Norderney konnte mit 180 beobachteten Arten einen neuen Regionen-Rekord aufstellen. Insgesamt wurden 221 Arten beobachtet, auch das ist ein neuer Höchststand. Zu den erstmals im Rahmen des Aviathlon beobachteten Arten gehören Tannenhäher, Gleitaar, Temminckstrandläufer und Waldlaubsänger.
Verantwortung fürs Wattenmeer
„Der Aviathlon zeigt eindrucksvoll, wie artenreich das Wattenmeer und die angrenzenden Küstenlandschaften sind“, sagt Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. „Jede Beobachtung steht zugleich für die besondere Verantwortung, die wir für diese Lebensräume tragen. Zugvögel sind auf ein Netzwerk geeigneter Rast-, Brut- und Überwinterungsgebiete angewiesen – bis nach Namibia und darüber hinaus. Der Schutz des Wattenmeers ist deshalb immer auch internationaler Naturschutz.“
Die Vorbereitungen für die nächsten Zugvogeltage beginnen bereits. Die 19. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer finden vom 9. bis 17. Oktober 2027 statt.








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