Hooksiel (16. 6. 2026) – Es ist ein langer, teilweise beschwerlicher Weg. Aber Elischa Rieken ist überzeugt, dass sie den richtigen Kurs eingeschlagen hat. Die 21-Jährige Hooksielerin steht vor dem Ende ihrer Ausbildung zur Fachkraft für Heilerziehungspflege. Und aller Voraussicht nach wird die junge Frau auch künftig in der Hooksieler Wohnstätte der WiKi gGmbH erwachsene Menschen mit Beeinträchtigungen unterstützen, begleiten und betreuen.

Elischa Rieken ist in Jever aufgewachsen. An der Integrierten Gesamtschule (IGS) Friesland-Nord in Schortens hat sie mit 16 ihren erweiterten Realschulabschluss gemacht und im Anschluss zwei Jahr lang die Berufsfachschule Pflegeassistenz an der BBS Jever besucht. Den praktischen Teil der Ausbildung hat sie in der GPS-Wohnstätte in Jever absolviert, in der Menschen mit Beeinträchtigungen leben.
Drei Jahre an der Fachschule
Die Verbindung nach Hooksiel hielt die junge Frau im Anschluss auch während ihrer dreijährigen Ausbildung an der Fachschule Heilerziehungspflege an der BBS Varel. Inzwischen wohnt sie mit ihrem Freund in dem Sielort. „Mir war schnell klar, dass ich nicht nur in der reinen Altenpflege arbeiten will.“ Auch dieser Bereich hat einen hohen Praxisanteil. Eine Hälfte davon hat Elischa Rieken bei der WiKi in Hooksiel absolviert. Im Verbund mit insgesamt 18 Mitarbeitern betreute sie hier 24 Klientinnen und Klienten mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen.
„Ich arbeitete meistens in der Spätschicht von 13 bis 21 Uhr“, schildert die Auszubildende, die ihre Abschlussprüfung bereits hinter sich hat. Täglich finde ab 16 Uhr nach dem Feierabend in der Werkstatt eine Tee- und Kaffeerunde mit den Bewohnern statt. Zuvor will die Küche vorbereitet, die Wäsche gewaschen und der Tee gekocht werden.
Unterstützungsbedarf sehr unterschiedlich
Der konkrete Betreuungsbedarf ist je Person unterschiedlich. Einige kommen gut alleine klar, andere benötigen beim Essen und Trinken Unterstützung. Mit allen Bewohnern würden freundliche Gespräche geführt, Spiele gespielt oder Spaziergänge unternommen. Regelmäßig werden Ausflüge angeboten. Manchmal sogar richtige Urlaubstrips.
Um 18.30 Uhr gibt es Abendbrot. Und auch danach ist noch Zeit für unterschiedlichste Aktivitäten und Gespräche. So basteln etwa die Wohnheim-Bewohner schon seit Jahren die Blumen für den Hooksieler Maibaum. „Jeder Tag ist unterschiedlich“, schildert Elischa Rieken. „Dabei entstehen enge Beziehungen. Es ist einfach schön, wenn man merkt, dass man für seine Arbeit etwas zurück bekommt. Das ist erfüllend.“
Gespräche im Team
Es kann aber auch mal zu haarigen Situationen kommen. Etwa wenn es einem Bewohner nicht so gut geht und dann schroffe Bemerkungen fallen. „Dafür sind wir hier ein Team und wir reden miteinander“, sagt Wohnheim-Leiterin Saskia Ponath. „Jede kritische Situation wird in einem Nachgespräch aufgearbeitet.“
Saskia Ponath ist froh, mit Elischa Rieken bald eine engagierte Fachkraft in ihr festes Team aufnehmen zu können. Die WiKi suche händeringend nach Fachkräften, Auszubildenden und FSJ´lern. Von 13 jungen Leuten, die den Ausbildungsweg mit Elischa Rieken eingeschlagen hatten, hätten nur vier durchgehalten. Einen Grund dafür sieht Saskia Ponath in der Vergütung – die es während der Ausbildung nicht gibt. Zumindest nicht in Form eines Gehalts.
Bafög statt Gehalt
Wer die Fachschule für Heilerziehungspflege besucht, kann so genanntes Aufstiegs-Bafög beantragen. „Das sind 880 Euro im Monat, die nicht zurückgezahlt werden müssen“, schildert Elischa Rieken. Ein eigener Hausstand lässt sich davon noch nicht finanzieren. Aber das wird ja bald anders, wenn die Pflegefachkraft ihr erstes Gehalt von der WiKi bezieht.
„Hooksiel-life“ stellt in loser Folge Auszubildende vor, die in Hooksiel eine Lehre machen. Bereits erschienen sind Berichte über einen angehenden Einzelhandelskaufmann, eine Medizinische Fachangestellte, einen Maler, zwei Veranstaltungskauffrauen, eine Zimmerin, eine Bäckerei-Fachverkäuferin, einen Handelsfachwirt, einen Koch, einen Landwirt, einen angehenden Fachangestellten für Bäderbetriebe , eine Pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA), ein Industriemechaniker und eine Bankkauffrau.






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