Wangerland (7. 9. 2026) – Die Wählergemeinschaft Pro Wangerland bereitet sich intensiv auf die nächste Wahlperiode im Rat der Gemeinde Wangerland vor. Pro-Wangerland-Vorsitzender Dieter Schäfermeier präsentierte jetzt einen„Zukunftsplan Wangerland 2035“, der am Montag, 14. September, dem Tag nach der Kommunalwahl, allen Ratsmitgliedern zugeschickt werden soll.

Der Hintergrund: Die Wählergemeinschaft wolle verhindern, dass ihr Masterplan zur künftigen Entwicklung im Tourismus von den politischen Mitbewerbern noch für den Kommunalwahlkampf ausgeschlachtet wird. „Das Papier soll eine Diskussionsgrundlage für eine wichtige Debatte werden, die wir im Rat gemeinsam führen sollten. Unsere Positionen sind dabei keineswegs in Stein gemeißelt“, so Schäfermeier.
Masterplan für den Tourismus
Das Papier setzt sich mit der Frage auseinander, wie es mit der Tourismusförderung in der Gemeinde Wangerland nach dem Ende der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) weitergehen soll. Pro Wangerland sieht das Modell gescheitert, nach dem die WTG gleichzeitig Tourismusorganisation, Immobiliengesellschaft und Bauherr sowie Betreiber vor Großprojekten sein sollte.
„Die WTG soll zu ihren eigentlichen Aufgaben zurückkehren und sich auf Tourismus, Marketing und das Wohl der Gäste kümmern“, so Schäfermeier. Dazu gehöre neben dem Gästeservice und der Organisation von Veranstaltungen die Zusammenarbeit mit den Gastgebern und die die Entwicklung von neuen Angeboten für die Vor- und Nachsaison. Pro Wangerland warnt vor einem planlosen Ausverkauf von WTG-Immobilen. Strategisch wichtige Flächen müssten für die öffentliche Hand gesichert werden.

Über die Zukunft des Thalasso Meeres Spa (TMS) müsse auf Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse für die nächsten 20 Jahre nüchtern entschieden werden. Private Investoren dürften nicht mit „Tafelsilbe“ dafür belohnt werden, dass sie der WTG langfristig unwirtschaftliche Verpflichtungen abnehmen.
Wertschöpfung je Gast erhöhen
Im Fokus der touristischen Bemühungen der WTG sollten die Stammgäste stehen. „Wir brauchen nicht unbedingt immer mehr Gäste“, so Schäfermeier. Ziel müsse es sein, die in der Gemeinde verbleibende Wertschöpfung je Gast zu erhöhen. „ Wenn jeder Urlauber am Tag fünf Euro mehr im Wangerland ausgäbe, würde sich die Wertschöpfung bei 2,1 Millionen Übernachtungen um 10,5 Millionen Euro im Jahr erhöhen.“
Besonders wichtig sei es, die Nebensaison etwa durch Themen wie Gesundheit (Thalasso), Radfahren, Natur und Veranstaltungen zu stärken. Gute Radwege, saubere Toiletten, attraktive Strandzugänge und gepflegte Orte seien wichtiger als ein weiteres Millionenprojekt.
Vertrauen durch Transparenz schaffen
Nach dem Desaster bei Bau des TMS sei es künftig besonders wichtig, verloren gegangenes Vertrauen durch Transparenz zurückzugewinnen. Dafür sollte die WTG einmal jährlich öffentlich darlegen, wie sich der Tourismus aus Sicht des Unternehmens entwickelt, wie die wirtschaftliche Lage der WTG ist und inwieweit angestrebte Ziele erreicht wurden.
„Alles behalten und dauerhaft Verluste bezahlen, ist keine Lösung“, ist man bei Pro Wangerland überzeugt. Aber: „Alles verkaufen, um die Probleme der Vergangenheit zu bezahlen, ebenso wenig.“ Der richtige Weg, den man mit dem Rat und der WTG entwickeln wolle, liege irgendwo dazwischen.














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