Bremen/Hooksiel (9. 1. 2025) – Zur Forschung und Entwicklung neuer Techniken für die Suche und Rettung auf See arbeiten das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) künftig eng zusammen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde kürzlich unterzeichnet.
DGzRS-Geschäftsführer Kapt. Michael Ippich: „Die Seenotretter fahren raus, wenn andere reinkommen. Modernste Technik unterstützt sie bei ihrer anspruchsvollen Aufgabe. Deshalb ist technische Forschung für uns von großer Bedeutung. Die Prüfungs- und Entwicklungslabore des BSH, die Seenotrettungskreuzer der DGzRS, unsere Seenotretter-Akademie und unsere regelmäßigen großen Übungen in Nord- und Ostsee sind sehr gut geeignet, um neue Entwicklungen zu erproben.“
Der in der Station Hooksiel beheimatete Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ gehört zur Flotte der DGzRS. Archiv-Foto: DGzRS
Ein Ziel der Kooperation sein die Entwicklung eines Kamerasystems, das die See automatisch nach möglichen Anzeichen auf Schiffbrüchige absucht, um die menschlichen Augen der Seenotretter zu unterstützen. Solche Systeme könnten künftig auch auf Handelsschiffen während der Fahrt ständig die Umgebung beobachten und Hindernisse melden, etwa Baumstämme, Container oder Rettungsinseln.
Zudem wollen BSH und DGzRS die Tragweite von Rettungsmittelleuchten, aber auch die Leistung elektrooptischer Systeme wie Nachtsichtgeräte verbessern, um auch ohne Rettungsmittel über Bord gegangene Menschen besser finden zu können. Ein weiteres Projekt: Zusätzliche Driftstudien, unter anderem fürs Wattenmeer. Drift- und Strömungsmodelle sind im Seenotfall wichtig, um Suchgebiete für Rettungseinheiten festlegen zu können.
Das BSH mit Sitz in Hamburg ist die zentrale maritime Behörde für Schifffahrt, Meeresschutz, Offshore, Meeresvermessung, Meeresdaten und maritime Ressortforschung. Es erforscht, prüft und überwacht unter anderem Rettungsmittel und Ausrüstungsgegenstände zur Kollisionsverhütung und fördert die Entwicklung innovativer Produkte.
Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Von den rund 60 Seenotrettungskreuzern und -booten ist der Kreuzer „Bernhard Gruben“ im Außenhafen von Hooksiel stationiert, das Rettungsboot „Wolfgang Paul Lorenz“ in Horumersiel.
Ergänzung: im Januar 2025 jährt sich eines der schwersten Unglücke aus der Geschichte der DGzRS zum 30. Mal. In der Nacht vom 1. auf den 2. Januar 1995 verunglückte der Seenotrettungskreuzer „Alfred Krupp“ der DGzRS-Station Borkum auf dem Rückweg von einem Einsatz in der Nordsee. Vormann und Maschinist kamen ums Leben. Seenotretter retteten zwei weitere Crewmitglieder. Jetzt zeichnet eine aufwendige Filmdokumentation der DGzRS die Ereignisse der tragischen Nacht nach Der Film „Retter in Seenot – Unglück und Rettung der Alfred Krupp“ ist im Internet unter folgendem Link abzurufen: www.seenotretter.de/magazin/retter-in-seenot
Mitglieder der Hooksieler Arbeitsgruppe haben heute die Weihnachtssterne im Ort abgebaut. Von links: Tobias Stahl, Wolfgang Reich, Wilhelm Frerichs und Manfred Karpawitz. Foto: hol
Hooksiel (8. 1. 2024) – Die Weihnachtszeit ist endgültig vorbei. Deutliches Zeichen dafür: Die Arbeitsgruppe Hooksiel hat heute die Weihnachtssterne im gesamten Dorf abgebaut. In zwei Trupps zogen die guten Geister des Ortes von der Ortsmitte aus zu einem die Lange Straße und den Pakenser Altendeich entlang bis Schmidtshörn, zum anderen durch dien Fußgängerzone Richtung Alter Hafen und Sengwarder Anteil.
In Hooksiel hingen insgesamt rund 60 Weihnachtssterne, von denen einen Großteil der Hooksieler Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe finanziert hat. Die Arbeitsgruppe betreut den Weihnachtsschmuck und achtet darauf, dass zum Beispiel defekte Glühbirnen zeitnah ausgewechselt werden.
Die Sterne werden jetzt zum Trocknen ausgelegt, auf ihre Vollständigkeit überprüft und danach in der Lagerhalle der Dorfgemeinschaft bis Ende des Jahres eingelagert. Denn soviel ist gewiss: Nach Weihnachten ist vor Weihnachten. Und nach Totensonntag wird die Arbeitsgruppe die Sterne wieder aufhängen.
Wilhelmshaven/Hooksiel (8. 1. 2025) – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wettert trotz der jüngsten Niederlage vor dem Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) weiter gegen die LNG-Strategie des Bundes. Die vorhandenen Flüssigerdgas-Importterminals seien in 2024 schlecht ausgelastet gewesen. Für die deutsche Erdgasversorgung würde LNG weiterhin kaum eine Rolle spielen. „Es ist widersinnig, dass trotzdem neue LNG-Terminals in Deutschland geplant sind“, stellt DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner in einer Presseerklärung fest.
Insbesondere neue Infrastruktur wie wie das zweite Terminal in Wilhelmshaven, das im ersten Quartal dieses Jahres in Betrieb genommen werden soll, und eine entsprechende Anlage in Stade seien überflüssig. Da 86 Prozent des importierten LNG aus den USA komme und das Gas dort mit der klimaschädlichen Fracking-Methode gewonnen werde, sei die Strategie zudem umweltschädlich.
Das LNG-Terminal Wilhelmshaven hatte in 2024 mit 64 Prozent noch die beste Auslastung der deutschen LNG-Terminals. Insgesamt spielte Flüssigerdgas für die deutsche Energieversorgung nach Ansicht der DUH aber kaum eine Rolle. Archiv-Foto: hol
Laut DUH wurden 2024 lediglich 6,9 Milliarden Kubikmeter Gas über die drei funktionierenden deutschen LNG-Terminals (Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Mukran) eingespeist. Dies entspreche dem Wert des Vorjahres und einem Anteil von acht Prozent an den gesamten Gasimporten nach Deutschland. „Die Terminals leisten damit angesichts hoher Füllstände der Gasspeicher bestenfalls einen nachrangigen Beitrag zur Versorgungssicherheit“, kritisiert die DUH.
Befürworter der LNG-Strategie halten dem entgegen, dass sich allein schon die Möglichkeit zum Zugriff auf Flüssigerdgas preisdämpfend auf den Erdgaspreis insgesamt ausgewirkt habe. Neue Terminals seinen Teil der Krisenvorsorge.
„Die Pläne für den Ausbau der LNG-Infrastruktur müssen sofort auf Eis gelegt werden“, fordert hingegen Müller Kraenner. Zum einen werde der Gasbedarf in Deutschland mit dem Fortschreiten der Energiewende weiter sinken, zum anderen sei der Bau weiterer Terminals „geopolitisch fatal“, da damit eine energiepolitische Abhängigkeit von US-Präsident Trump und seinem Fracking-Gas drohe.
Die LNG-Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel werden von der bundeseigenen Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) betrieben. Die höchste Auslastung hatte in 2024 mit 64 Prozent (2023: 81 %) das Terminal in Wilhelmshaven in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens.Weitere Terminals plant die DET in Wilhelmshaven und in Stade.
Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat kürzlich eine Klage der DUH gegen die 2022 erteilte wasserrechtliche Erlaubnis und den Betrieb des Regasifizierungsschiffes (FSRU) „Höegh Esperanza“ in Wilhelmshaven abgewiesen. Im Kern ging es dabei um die Rechtmäßigkeit der Elektrochlorierung, mit dem das Seewasser-Rohrleitungssystem an Bord von Algen, Muscheln und Seepocken freigehalten wird.
Hooksiel (7. 1. 2025) – Hooksiels größter Sportverein, der FC Nordsee Hooksiel, lädt zur Mitgliederversammlung ein. Die Veranstaltung findet am Freitag, 17. Januar, im Stelzengebäude an der Sportanlage statt. Beginn ist um 19 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen neben Regularien und der Ehrung langjähriger Mitglieder einige mit Blick auf die geplante Vereins-Verschmelzung wichtige Themen. So soll unter anderem die Vereinssatzung neu gefasst und eine neue Beitragsordnung verabschiedet werden.
Der FCN plant bekanntlich für dieses Jahr eine Verschmelzung mit den Nachbarvereinen Eintracht Wangerland und Rot-Weiß Tettens. Die dafür erforderlichen, notariell begleiteten Mitgliederversammlungen sollen noch im ersten Halbjahr stattfinden. Eine aus Vertretern der drei Vereine bestehende Arbeitsgruppe hat die mögliche Verschmelzung zu einem Großverein mit Unterstützung des Landessportbundes intensiv vorbereitet. Ein Knackpunkt dabei: Die Harmonisierung der Mitgliedsbeiträge.
Hooksiel (6. 1. 2025) – Mit der erwartet deutlichen Niederlage haben Herren ü60 des FC Nordsee Hooksiel die Tennis-Wintersaison beendet. Gegen den Delmenhorster TC verlor das Team um Mannschaftsführer Alexander Scholz mit 0:6 – ohne jede Siegchance in einem der sechs Spiele.
Robert Meints, Harald Fischer, Helmut Petermann und Anton Hamacher mussten schon in den Einzelpaarungen erkennen, dass ihre Gegenspieler eine oder mehr Klassen besser waren. Auch in den Doppelpaarungen von Meints/Scholz und Gerd Abeldt/Petermann blieb es trotz einer Reihe von schönen Ballwechseln bei Ehrenpunkten.
Die ü60 des FCN, in der mehrere Gastspieler vom MTV Hohenkirchen mitwirkten, beendet die Saison mit 2:8 Punkten und hat sich damit den Verbleib in der Bezirksklasse gesichert. Dort könnte man im nächsten Winter erneut auf die Delmenhorster treffen, die trotz 9:1 Punkten den Aufstieg aufgrund des schlechteren Matchpunkt-Verhältnisses gegenüber SC Epe/Malgarten verpassten.
Die Herren ü50 des FCN hat in der Bezirksliga noch zwei Heimspiele zu bestreiten. In der Halle in Varel empfangen die Hooksieler am Sonntag, 12. Januar, den TV BW Augustfehn und zwei Wochen später den Bremer HC. Die ersten Aufschläge sind jeweils für 9 Uhr angesetzt.
Die Plattdeutsch-Schnacker Wieland Rosenboom, Frank Hensel und Kurt Brandenburg (vorn mit Blumen von links) haben die Spenden eingespielt, die jetzt an vier ehrenamtlich aktive Organisationen gingen. Die Verlosung managten Silvia Dunker (li.) und Larissa Strangmann (r.) von der WTG. Foto: hol
Horumersiel/Hooksiel (5. 1. 2025) – Ehrenamtliches Engagement ist eine der Säulen des gesellschaftlichen Lebens im Wangerland. Das wurde auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde in Horumersiel immer wieder betont und gewürdigt. „Dorfgemeinschaften, Vereine und Arbeitsgruppen sind es, die für Zusammenhalt und Unterstützung in unserer Gesellschaft sorgen – organisiert, engagiert und mit dem Herz auf dem rechten Fleck“, sagte Bürgermeister Mario Szlezak.
Zur Würdigung des Ehrenamtes soll auch 2025 wieder ein Abend unter dem Moto „Hand in Hand im Wangerland“ stattfinden. Zur Unterstützung dieses Abends wurde im Rahmen des Empfangs eine Nachbildung der Skulptur des Seefiekens versteigert, der Meerjungfrau, die das Wappen der Gemeinde Wangerland ziert. In „Lebensgröße“ steht die von der Künstlerin Karin Mennen geschaffene Bronzeskulptur seit 1992 am Norderaltendeich zwischen Minsen und der Nordsee.
Als Auktionator trat das Horumersieler Original Wieland Rosenboom auf, der die Bieter – weitgehend auf Plattdeutsch – zu Geboten für eine kleine, von der Wangerland Touristik GmbH (WTG) gespendeten Nachbildung der Originalskulptur animierte. „50 Euro, 60, 70, 80 Euro. 90 Euro zum ersten, zum zweiten … 100 Euro, der Herr dahinten. War nur ein Kopfkratzen? Das zählt alles.“
Wangerland Bürgermeister Mario Szlezak übergab die Nachbildung der Seefieken-Skulptur an die Meistbietende, Ulrike Schneider. Foto: hol
Der Zuschlag an Ulrike Schneider aus Düsseldorf erfolgte schließlich für 300 Euro. Kostenlos dazu gab es eine Einführung von Rosenboom in die Seewiefken-Legende. Danach hatten einst Fischer aus Minsen die Meerjungfrau, halb Frau, halb Fisch, in ihren Netzen. Sie wollten es festhalten, aber es entkam und war wütend auf die Fischer. Danach zerstöre eine Sturmflut den Deich und das Dorf und das Wangerland versank unter einer weißen Gischt, die sich bei genauerer Betrachtung als eine Unmenge von Möwen herausstellte, die sich auf dem Festland niederließen.
Vier ehrenamtlich aktive Organisationen durften sich zudem über einen Scheck in Höhe von jeweils 606,10 Euro freuen. Sie waren die Gewinner einer Verlosung, die Larissa Strangmann und als „Glücksfee“ Silvia Dunker von der WTG vornahmen. Verlost wurden dabei statt Eintrittsgeld eingeworbenen Spenden und Verlaufserlöse der Veranstaltung „Advent op Platt“ der vergangenen beiden Jahre. Gewonnen haben der Förderverein der Grundschule Hohenkirchen, die Dorfgemeinschaft Waddewarden, der Förderverein der Feuerwehr Minsen und der FC Nordsee Hooksiel. Ihr Dank galt insbesondere Wieland Rosenboom, Kurt Brandenburg und Frank Hensel, die durch ihr Mitwirken an der plattdeutschen Klönrunde in Horumersiel und Hooksiel das Format zu einer Erfolgsgeschichte gemacht haben.
Gut gefüllt war der Kursaal in Horumersiel beim Neujahrsempfang der Gemeinde. Foto: hol
Horumersiel/Hooksiel (4. 1. 2025) – Die Gemeinde Wangerland wird trotz der Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel handlungsfähig bleiben. Das hat Bürgermeister Mario Szlezak auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde am Freitagabend in Horumersiel beteuert. Man werde sicherstellen, dass keine wichtigen Projekte gefährdet werden.
Das TMS hat statt ursprünglich veranschlagter 8,7 am Ende um die 23 Millionen Euro gekostet. Bauherr war die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG). Sie steht auch im Zentrum der Bemühungen, die Entwicklung aufzuarbeiten. Es sei eine Lenkungsgruppe eingerichtet worden, so Szlezak, die herausfinden soll, welche Faktoren zu der unerwarteten Kostensteigerung geführt haben. Man wolle verhindern, dass sich so etwas wiederholt.
Als erster Ergebnis sei der Gesellschaftervertrag der WTG geändert worden. WTG-Geschäftsführer werden danach verpflichtet, wesentliche Entscheidungen „enger zu kommunizieren und umfassend zu begründen“. Zudem sei ein externer Wirtschaftsprüfer dabei, einen Plan für die wirtschaftliche Konsolidierung des TMS zu entwickeln. Szlezak zeigte sich trotz der Belastungen überzeugt davon, dass es gemeinsam gelingen werde, „dieses Projekt zu einem echten Aushängeschild für Erholung, Gesundheit und Innovation in der Region“ zu machen.
Gegen Chloreinträge in die Jade
Mit Blick auf die LNG-Importe in Wilhelmshaven erneuerte der Bürgermeister die Forderung, dass das Regasifizierungsschiff „Höegh Esperanza“ so schnell wie möglich auf ein chlorfreies Verfahren zur Reinigung seiner Rohrleitungen umgerüstet werden muss. Szlezak appellierte an die anwesenden Abgeordneten und den Landrat, die Gemeinde bei ihrer Forderung „Keine Biozid-Einleitungen ins Wattenmeer“ zu unterstützen. Das Importterminal für Flüssigerdgas liegt in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens. Statt mit Ultraschall werden die für die Erwärmung des Flüssiggas benötigen Röhren an Bord der „Höegh Esperanza“ noch mit Chlor gereinigt, das anschließend in die Jade gelangt.
Notunterkunft wird wieder Hotel
Ein bundesweit positives Beispiel nannte der Bürgermeister den Betreib der Flüchtlings-Unterkunft in Hohenkirchen. „Die Aufnahme der Flüchtlinge ist vorbildlich und quasi geräuschlos gelungen“. In diesem Frühjahr wir die Unterkunft geschlossen. Zum 1. Mai wolle das „Dorf Wangerland“ seinen Hotelbetrieb wieder aufnehmen. Die Umbauarbeiten laufen. Mit den Eigentümern des „Dorf Wangerland“, so der Bürgermeister, sei man zudem in vielversprechenden Verhandlungen über den Verkauf der Rundinsel im Wangermeer. „Ich bin zuversichtlich, dass wir bald einen positiven Abschluss feiern können.“
Als weitere Meilensteine nannte der Bürgermeister die Feuerwehren. In Hooksiel sei das neue Feuerwehrgerätehaus bezogen worden, andere Wehren (Waddewarden, Neugarmssiel) hätten neue Einsatzfahrzeuge erhalten. In diesem Jahr werde man in die konkrete Planung des neuen Feuerwehrgerätehauses für Hohenkirchen einsteigen.
Parkplatz an den Ortsrand
In 2025 werde die Gemeinde am Schwimmbad in Tettens Bauplätze ausweisen. In Horumersiel will die Gemeinde den Großparkplatz aus dem Ortskern nach außen verlegen. „Die frei werdende Fläche bietet großes Potenzial für die Weiterentwicklung des Ortes“, ist Szlezak überzeugt. In Hooksiel solle die Entscheidung über den Verkauf des ehemaligen Feuerwehr-Areals am Alten Hafen von Hooksiel im ersten Quartal erfolgen. Zuvor werde es dazu aber eine öffentliche Ausschuss-Beratung geben.
Bürgermeister Mario Szlezak ehrte junge Jiu-Jitsu-Talente aus dem Wangerland, die bei den Samurai-Europameisterschaften vordere Plätze erzielt haben. Von links: Elian Elm (Hooksiel), Oke Eiben (Hohenkirchen), Tarja und Darian Bierschenk (Waddewarden). Foto: hol
Grußworte an die gut 400 Gäste des Empfangs richteten auch die Bundestagsabgeordnete Anne Janssen und die Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (beide CDU), Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD) sowie Pastor Jürgen Walter für die Kirchen in der Gemeinde. Janssen rief dazu auf, illegale Migration zu stoppen. Bei dem Umgang mit Flüchtlingen sprach sich die CDU-Politikerin dafür aus: „Integration fördern – und einfordern.“ Pastor Walter hielt dem entgegen, dass dieser Grundsatz für das Erlernen der deutschen Sprache und Rechtsnormen gelten könne. „Wenn aber Integration heißt, dass die einen auf der richtigen Seite stehen und die anderen müssen halt nur dazulernen, dann ist da etwas falsch.“ Dieses Verständnis werde dem Wandel im Weltgeschehen nicht gerecht.
Kein Geld für Breitband
Katharina Jensen forderte mit Blick auf Land und Bund eine bessere Finanzausstattung der Kommunen und den Abbau von Bürokratie, die die mittelständische Wirtschaft und auch die Landwirtschaft enorm belaste. Es könne nicht angehen, dass immer mehr Kosten auf die Gemeinden abgewälzt werden. Ein Beispiel: Neun Millionen Euro Eigenbeteiligung am flächendeckenden Breitband-Ausbau könne sich die Gemeinde Wangerland nicht leisten.
Landrat Ambrosy hielt dem entgegen, dass gerade ein flächendeckendes schnelles Internet inzwischen ein echter Standortvorteil sei, da immer mehr Menschen aus dem Homeoffice heraus arbeiten und danach ihren Wohnort aussuchen würden. Der Breitbandausbau sei „eine wunderbare Chance für die Region“ . Die Kommunen müssten sparen, aber bei den laufenden Kosten und nicht bei Investitionen. Dennoch müsse sich an der Finanzausstattung etwas ändern. Es könne nicht sein, dass sämtliche Landkreise in Niedersachsen rote Zahlen schreiben.
„Friesland ist krisenerprobt“
Als aktuelle Investitionen des Landkreises fürs Wangerland verwies der Landrat auf den Bau zweier Radwege, die Sanierung einer Kreisstraße, auf Investitionen in die Feuerwehrtechnische Zentrale in Jever und die Drehleiter der Feuerwehr Jever. FTZ und Drehleiter seien auch für das Wangerland zuständig.
Insgesamt zeigte sich Ambrosy optimistisch. Es gebe viele Krisen, aber die Ursachen dafür lägen nicht in Friesland. Mit einer Arbeitslosenquote von nur 4,8 Prozent (Dezember) stehe der Landkreis gut da, viel besser als vor Jahren. Und: „Wir sind krisenerprobt. Wir kriegen das hin.“
Ende Juni steht die Hooksieler Kanone wieder auf dem Deich. Aktuell hat der Seebadeverein sie in Winterlager verholt. Archiv-Foto: hol
Hooksiel (3. 1. 2025) – Die Sorge ist unbegründet: Die Hooksieler Kanone ist nicht geklaut worden. Sie wurde auch nicht eingezogen, um die Kriegstüchtigkeit der Bundeswehr zu erhöhen. Das historische Schmuckstück wurde, so bestätigte Wolf Hegemann, 2. Vorsitzender des Hooksieler Seebadeverein, ins Winterlager gebracht, ums es vor Wind und Wetter zu schützen. „Im März“, so Hegemann, „kommt die Kanone wieder auf den Deich.“
Der Seebadevereien hatte die Kanone Ende Juni unter großer Beteiligung der Hooksieler Bevölkerung nach mehrjähriger Sanierung wieder auf ihrem angestammten Platz auf dem Deich an der Viethstraße platziert. Zuvor war die Waffe im Rahmen aus dem Jahr 1849 nach den preußischen Originalplänen instand gesetzt und in Teilen nachgebaut worden. Die ursprüngliche Aufgabe von ehemals zwei Kanonen war der Schutz der Hooksieler Hafeneinfahrt vor Kaperfahrern. Eingesetzt werden mussten sie nie.
Hooksiel/Horumersiel (31. 12. 2024) – Die Wangerland Touristik GmbH hat ihre Silvester-Veranstaltung „Wangerländer Deichleuchten“ aus Sicherheitsgründen abgesagt. „Da zum aktuellen Zeitpunkt für die Silvesternacht starke Sturmböen durch eine amtliche Sturmwarnung des deutschen Wetterdienstes angekündigt sind, müssen wir schweren Herzens unser Wangerländer Deichleuchten absagen“, verkündete die WTG am Montagabend auf ihrer Homepage und auf Facebook.
„Viele Stunden haben wir gerungen und bis zuletzt gehofft – doch die angekündigten Sturmböen zwingen uns unsere Veranstaltung abzusagen, denn die Sicherheit der Teilnehmenden geht vor“, schreibt Marketing-Chefin Larissa Strangmann Die WTG bitte um Verständnis.
Das „Wangerländer Deichleuchten“ steht unter dem Motto Lichter und Fackeln statt Böller und Raketen. Geplant war, wie in den beiden zurückliegenden Jahren, an den Deichen eine Lichterkette zu bilden. Der Verzicht auf Feuerwerkskörper soll auch ein Zeichen setzten für Nachhaltigkeit und den Schutz der Tiere insbesondere im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.
Die Gemeinde Wangerland unterstützt das Ziel, indem sie ein Böllerverbot in Deichnähe erlassen hat. Das Verbot gilt für das gesamte Deichvorland und einen Streifen von 50 Metern hinter der Deichlinie in Richtung Binnenland.
Großer Freude im Mai: Die Feuerwehr zeigt anlässlich der Einweihung ihres neuen Gerätehauses am Hohe Weg vor großem Publikum ihr Können. Archiv-Fotos: hol
Hooksiel (31. 12. 2024) – 2024 war ein ereignisreiches Jahr. Weltweit, national, aber auch regional und lokal – in der Gemeinde Wangerland und insbesondere in Hooksiel. „Hooksiel-life“ hat das Geschehen vor Ort begleitet. Auch im zweiten kompletten Berichterstattungsjahr sind, neben einem umfangreichen Service-Paket, eine Fülle von Themen angerissen, Positionen beleuchtet und Entwicklungen begleitet worden.
Die Klickzahlen und etliche persönliche Rückmeldungen zeigen, dass es einen Bedarf für die lokale Netzzeitung gibt. Dankeschön dafür! Also heißt die Devise für 2025: Weiter so. Perspektivisch soll das Portal sich weiter entwickelt. Eine aktuelle Änderung für Veranstalter und Gewerbetreibende greift bereits zum 1. Januar. Wer möchte, kann „Hooksiel-life“ als seine Plattform für werbliche Botschaften nutzen.
Feuerwehr im Fokus
Aber blicken wir am Jahresende zunächst zurück: Ein zentrales Thema war im abgelaufenen Jahr für Hooksiel die Feuerwehr. Am Hohe Weg wurde im Mai das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Ein Millionen-Bauwerk. Damit rückte zugleich das bisherige Feuerwehr-Areal am Alten Hafen, ein Filet-Grundstück für den Ort, in den Fokus. Personalmangel im Rathaus war der offizielle Grund dafür, dass die Suche nach einem potenziellen Investor erst in der zweiten Jahreshälfte begann – und immer noch nicht abgeschlossen ist. Prognose: Das Vorhaben wird auch im kommenden Frühjahr für Diskussionen sorgen.
Thalasso mit Nebenwirkungen
Weitreichende Folgen, auch für Hooksiel, könnte die Eröffnung des Thalasso Meeres Spa in Horumersiel haben. Die Baukosten waren von 8,7 auf 23 Millionen Euro explodiert. Die Wangerland Touristik GmbH geriet in finanzielle Engpässe, der Kurdirektor hat gekündigt. Im Rathaus lässt man keinen Zweifel daran, dass angesichts der angespannten finanzielle Lage viele Dinge noch einmal neu überdacht werden müssen – aus Hooksieler Sicht ist zu befürchten, dass es auch wieder um die Zukunft des Meerwasser-Hallenwellenbades und des Gästehauses gehen wird. Beide gehören zum Tafelsilber der WTG, belasten aber den Haushalt der gemeindeeigenen GmbH. Die Sorge: Vielleicht hat sich die Bürgerinitiative zum Erhalt beider Einrichtungen zu früh aufgelöst.
In 2024 ist in Hooksiel viel passiert. In der Ortsdurchfahrt darf nur noch Tempo 30 gefahren werden. Das Schwimmbad-Team versucht das Hallenwellenbad in Schuss zu halten. Die Diskussion um die Bebauung des ehemaligen Feuerwehrareals am Alten Hafen ist entbrannt. Der Ankerpfad nimmt Gestalt an und der Dietrichsberg im Freizeitgelände ist eine neue Sehenswürdigkeit geworden.
Es gab in 2024 eine Fülle von erfreulichen Ereignissen. Die Ortsdurchfahrt ist auf dem Weg zur Tempo-30-Zone, die Theatergruppe feierte ihr 60jähriges Bestehen, der „Nordsee-Park-Hooksiel“, das neue Ganzjahres-Reisemobil und Mobilhome-Ressort an der Bäderstraße, schickt sich an, die Nebensaison zu bereichern. Die Grundschule feierte mit einem riesigen Zirkus-Projekt Premiere. Die Komplett-Restaurierung der Hooksieler Kanone ist abgeschlossen.
Kanone wieder in Schuss
Der Seebadeverein hat sie wieder am Deich an der Viethstraße positioniert. Fans von Country-Musik durften sich über das erste „Watt’n Country-Festival“ freuen. Das Deutsche Ankermuseum des Förderverein Kunst- und Erlebnispfad Hooksiel nimmt Gestalt an. Die „Hafenpütt“ hat einen neuen Standort bekommen. Und: Die immer rührige Arbeitsgruppe Hooksiel hat es geschafft, den 15 Meter hohen „Dietrichsberg“ auf die Liste des Sehenswürdigkeiten in der Region zu hieven. Respekt.
Der Blick nach vorn zeigt uns, dass es auch in 2025 jede Menge Gründe gibt, sich gut zu informieren und sich gegebenenfalls einzumischen. Nicht nur bei der Bundestagswahl am 23. Februar. Über der Feuerwehrareal am Alten Hafen, das Hallenwellenbad und das Gästehaus haben wir schon gesprochen. Vielleicht werden endlich auch die Überlegungen zur Sicherung des Hooksieler Strandes konkret. Dazu würde die überfällige Anerkennung des Küstenbadeortes Hooksiel als „Nordseebad“ passen.
Spannendes Jahr 2025
Die Arbeiten an der Deicherhöhung werden 2025 abgeschlossen werden. Die Sanierung der Hooksieler Seeschleuse kommt voran. Der FC Nordsee Hooksiel steht – zusammen mit Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland – vor der Fusion zum SC Wangerland. Die ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland wird vermutlich bald das gesamte Gemeindegebiet umfassen. Gespannt sein dürfen wir auf die höchstrichterliche Bewertung der umstrittenen Parkgebühren an den Wangerländer Stränden. Wird das Hallenbad-Restaurant im nächsten Jahr wieder eröffnet? Und, und, und …
Die von Grund auf sanierte Kanone steht seit xy wieder an ihrem Platz auf dem Deich an der Viethstraße, von wo aus sie die Hafeneinfahrt bewacht..
Bei so viel kontroversen Themen ist eine gepflegte Diskussions-Kultur besonders wichtig. Nur im öffentlichen Wettstreit der unterschiedlichen Ansichten kann sich in einer Demokratie die beste aller möglichen Positionen durchsetzen. „Hooksiel-life“ ist eine ideale Plattform für diese Art eines konstruktiven Diskurses, der vor allem eines im Sinn hat: Das Beste für Hooksiel zu erreichen – und für die Hooksieler.
In diesem Sinne wünschen wir uns engagierte Bürger, weitsichtige Politiker und eine kompetente Verwaltung. Wenn dann noch die örtlichen Vereine und Institutionen weiterhin eng zusammenstehen, kann Hooksiel mit Zuversicht ins neue Jahr gehen.