Wilhelmshaven/Wangerland (6. 5. 2025) – Unternehmen, die Mitarbeiter suchen, können sich ab sofort anmelden. Am Donnerstag, 4. September, ab 11 Uhr bis 16 Uhr findet in und an der Nordseepassage in Wilhelmshaven die Berufschancen-Messe „JadeFuture“ statt.
Die JadeFuture ist ein gemeinsames Messeformat der JadeBay GmbH, des Karrierecenters der Bundeswehr Wilhelmshaven, der Jade Hochschule, der Nordseepassage, der Jobcenter der Landkreise Friesland und Wittmund sowie der Stadt Wilhelmshaven, der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven sowie des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e.V.. Zum dritten Mal will man Unternehmen aller Branchen aus der Region die Möglichkeit bieten, ihre Karrieremöglichkeiten und Stellenangebote zu präsentieren – auf rund 3000 Quadratmetern Fläche im Erdgeschoss des Einkaufszentrums sowie davor auf dem Valoisplatz und der Rambla.
Die Messe richtet sich an Berufseinsteiger, Schüler, Absolventen sowie an alle, die neue berufliche Perspektiven suchen. Der persönliche Austausch und eine niedrigschwellige Kontaktaufnahme stehen im Mittelpunkt. Darüber hinaus werden zahlreiche Beratungsangebote zur beruflichen Planung und Weiterentwicklung angeboten.
Unternehmen haben bis zum 15. Juni die Möglichkeit, sich als Ausstellende unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/oldenburg-wilhelmshaven/jadefuture anzumelden.
Friesland/Wangerland (6. 5. 2025) – Viele Hauseigentümer bewegt das Thema „Energiewende zu Hause“. Der Landkreis Friesland bietet im Rahmen einer Kooperation mit der Verbraucherzentrale Niedersachsen und der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen bis Ende des Jahres dazu eine ganze Reihe von Online-Vorträgen an.
Wie kann Energieverbrauch im Eigenheim reduziert oder selbst Strom erzeugt werden? Um solche und ähnliche Fragen geht es in den Online-Vorträgen mit anschließender Gruppenberatung. Von Heizungsoptimierung über Einsatz von Wärmepumpen, Wärmedämmung hin zu Photovoltaik: Jeweils zwischen 17 bis 19 Uhr wird Wissenswertes vermittelt. Eine Anmeldung ist notwendig und möglich unter: www.klimaschutz-niedersachsen.de/veranstaltungen.
Die Reihe begann mit dem Thema „Solarstrom vom eigenen Dach“. Weitere Themen sind (jeweils an Montagen) am 19. Mai: Wärmedämmung für mein Haus. Am 16. Juni: Solarstrom vom eigenen Dach. 18. August: Wie kann ich meine Heizung optimieren? 8. September: Funktioniert eine Wärmepumpe in meinem Haus? 29. September: Wärmedämmung für mein Haus. 27. Oktober: Funktioniert eine Wärmepumpe in meinem Haus? 17. November: Wie kann ich meine Heizung optimieren? Am 8. Dezember: Funktioniert eine Wärmepumpe in meinem Haus?
In den Vorträgen vermitteln Energieberater der Verbraucherzentrale Grundwissen und informieren über Fördermöglichkeiten. Im Anschluss können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer live Fragen stellen. Dabei können auch besondere Gegebenheiten im oder am eigenen Haus einbezogen werden. „Wir sind sicher, dass wir auf diesem Weg schon viele Unsicherheiten beseitigen können,“ erläutert Gerhard Krenz von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.
Zudem sind individuelle Beratungen in Beratungsstützpunkten sowie im eigenen Haus möglich. Die Beratungen finden in den Stützpunkten, unter anderem in Jever werden kostenfrei angeboten. Bei Hausbesuchen wird ein Eigenanteil von 40 Euro fällig. Weitere Informationen dazu auf der Website der Verbraucherzentrale Energieberatung unter:https://verbraucherzentrale-energieberatung.de/beratung/beratungsstellen/.
Die Küstenfischerei in Niedersachsen steht vor zahlreichen Problemen. Die Netze der Krabbenfischer bleiben zurzeit meist leer. Foto: hol
Wangerland (2. 5. 2025) – Die Küstenfischerei stehe vor immensen Herausforderungen. Der Ausbau der Offshore-Energie, die Verlegung von Kabeltrassen, die Zunahme an Naturschutzgebieten, aber auch von Gebieten, die aus Sicherheitsgründen der nationalen oder Bündnisverteidigung nicht befischt werden dürfen – „die schwindenden Fanggründe setzen der Küstenfischerei zu“, beklagt die fischereipolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Landtag, Katharina Jensen (Wangerland).
Fangflotte verkleinern?
Beim „Fischereidialog“ in dieser Woche in Wilhelmshaven sei es auch um rückläufige Fangmengen gegangen. Besonders hart treffe das derzeit die Krabbenfischerei. Seit 2016 seien die Fangmengen rückläufig. Jensen: „Derzeit fangen unsere Krabbenfischer kaum etwas.“ Die Zukunftskommission Fischerei empfehle vor diesem Hintergrund die Verringerung der Fangflotte entlang der niedersächsischen Küste um 30 Prozent.
„Das ist ein harter Schlag für unsere aktiven Fischer“, stellt die CDU-Abgeordnete fest. Die angespannte Lage und die daraus resultierende Forderung würden sie beunruhigen. „Ich appelliere an Landwirtschaftsministerin Staudte und Umweltminister Meyer, unseren Krabbenfischern schnell finanziell zu helfen, ansonsten halten die nicht bis zum Herbst durch – in der Hoffnung, dass dann wieder Krabben gefangen werden können.“
Weg zu nachhaltiger Fischerei gesucht
Die CDU sehe für eine nachhaltige Balance zwischen ökologischer Verantwortung und wirtschaftlicher Perspektive für die Menschen an den Küsten. Dazu gehöre die Weiterentwicklung der Fischerei. Jensen: „Mit der Gründung einer Zukunftskommission Fischerei schaffen wir die Grundlage dafür, nachhaltige Wege für Küsten-, Binnen- und Hochseefischerei sowie Aquakultur zu entwickeln.“ Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass die Küstenfischerei essentiell für den Tourismus in der Küstenregion sei.
Zu den Ergebnissen des Fischereidialoges müsse es gehören, dass die Landesregierung und die Naturschutzverbände die Existenz unserer hiesigen Fischer unterstützen.
Friesland/Wangerland (2. 5. 2025) – Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Friesland kartiert ab sofort bis August 2025 Grünland im Kreisgebiet. Diese Arbeiten finden im Rahmen des „Niedersächsischen Weges“ statt. Dabei werden die Grünlandflächen erfasst, die neu in den gesetzlichen Biotopschutz aufgenommen wurden. Dazu zählt unter anderem mesophiles Grünland, also besonders artenreiche Weiden und Mähwiesen.
Die Kartierung diene der Umsetzung des gesetzlichen Schutzes, so der Landkreis. „Für Flächen, die neu unter den Biotopschutz fallen, kann mit Verweis auf das Ergebnis der Kartierung ein Erschwernisausgleich bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen beantragt werden.“
Für die Erfassung der Flächen werden Mitarbeiterinnen des Landkreises Friesland Wiesen und Weiden im Landkreis Friesland betreten. Das gemäß Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit dem Niedersächsischen Naturschutzgesetz gegebene Betretungsrecht von Grundstücken werde dabei nur so weit wie notwendig in Anspruch genommen. „Die Mitarbeiterinnen tragen Dienstausweise des Landkreises Friesland bei sich.“
Die Kartierung findet nach Angaben der Unteren Natuschutzbehörde jeweils Werktags in der Zeit von circa 8 Uhr bis 18 Uhr statt. Bei der Kartierung werden die Flächen abgegangen und auf so genannte Kennarten – wie zum Beispiel Gänseblümchen und Scharfgarbe – für das Biotop untersucht. Die einzelnen Begehungen dauern 15 bis 45 Minuten, je nach Größe der Fläche. Der Landkreis Friesland bittet die Grundstückseigentümer um Verständnis für die Kartierungsarbeiten und das kurzfristige Betreten.
Sengwarden/Sillenstede/Hooksiel (1. 5. 2025) – Der Bau des Radweges zwischen Sillenstede und Sengwarden entlang der L 807ist abgeschlossen. Am Mittwochnachmittag wurde der Neubau freigeben, teilt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in Aurich mit. „Der Radverkehr kann die neue Strecke direkt nutzen.“ Damit einher geht die Aufhebung der Vollsperrung der Landesstraße.
Der Neubau, dessen Fertigstellung Monate länger gedauert hat als zunächst geplant, schließt die für Fahrradfahrer bisher bestehende Lücke zwischen der Stadt Schortens und der Stadt Wilhelmshaven entlang der L 807. Gebaut wurde die 3,6 Kilometer lange Verbindung vom Land Niedersachsen in Kooperation mit den Städten Schortens, Wilhelmshaven und dem Landkreis Friesland. Die Kosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro trägt das Land.
Die neue Verbindung ist auch für Radfahrer aus Hooksiel interessant. Sie eröffnet unter anderem die Möglichkeit für einen sicheren Rundkurs von Hooksiel über Sengwarden nach Sillenstede, weiter Richtung Waddewarden bis Nadorst und von dort rechts ab über Tain nach Hooksiel.
Friesland/Wangerland (27. 4. 2025) – Auf die Sattel, fertig, los: Ab Sonntag, 4. Mai, nimmt der Landkreis Friesland gemeinsam mit den Städten Jever und Varel sowie den Gemeinden Bockhorn, Wangerooge und Zetel erneut an der Klimaschutz-Kampagne „Stadtradeln“ teil.
Bis Samstag, 24. Mai können Friesländerinnen und Friesländer, die sich dem Wettbewerb anschließen, die Kilometer der Strecken sammeln, die sie mit dem Fahrrad zurücklegen und damit ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. Interessierte können sich über die Webseite des Klimabündnisses, das die Aktion ins Leben gerufen hat, informieren und die Anmeldung kann unter einer der teilnehmenden Städte und Gemeinden sowie unter dem Landkreis Friesland (www.stadtradeln.de/landkreis-friesland) erfolgen. Nach der Kampagnenauswertung werden in verschiedene Kategorien Preise für die meist geradelten Kilometer verliehen.
Nicht mehr dabei ist die Gemeinde Wangerland. Das dürfte eine Konsequenz aus der schwachen Beteiligung an der Aktion im vergangenen Herbst sein. Die Gemeinde hatte seinerzeit Kommunalpolitiker, Vereine und Bürger dazu aufgerufen, sich an Rundfahren auf eigenes ausgearbeiteten Routen zu beteiligen, um so ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Die Zahl der Teilnehmer blieb überschaubar. Zumeist radelte der allgemeine Vertretet des Bürgermeisters, Peter Podein, ganz allein.
Wangerland (24. 4. 2025) – In der Gemeinde Wangerland geht eine Ära zu Ende. Reiner Tammen (70), seit über 33 Jahren Ratsherr für die Grünen und langjähriger stellvertretender Bürgermeister, scheidet zum Monatsende aus dem Rat aus. Der Grund: Tammen zieht nach Jever um.
Voraussetzung für die Mitgliedschaft in einem Kommunalparlament ist aber, dass ein Politiker seinen Lebensmittelpunkt in der betreffenden Kommune hat. Wie Tammen (Foto/privat) auf Anfrage von „Hooksiel-life“ bestätigte, habe er sein Haus im Wangerland verkauft und werde jetzt zu seiner Lebenspartnerin nach Jever ziehen.
Sein Kreistagsmandat und damit auch den Posten als stellvertretender Landrat werde er behalten. Seine Entscheidung habe er erstmals am Mittwochabend auf einer Veranstaltung der Grünen in Jever öffentlich gemacht.
Grünen-Politiker zieht nach Jever
Der Kommunalpolitiker weist den Vorwurf zurück, dass der Verzicht auf das Ratsmandat längst überfällig gewesen sei. Diese Ansicht vertritt die ZUW-Gruppe (Zusammenschluss der unabhängigen Wählergemeinschaften) im Gemeinderat. Wie Ratsherr Immo Müller heute gegenüber „Hooksiel-life“ bestätigte, hatte die ZUW bereits am Dienstag in einem Antrag Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) dazu aufgefordert zu prüfen, ob Tammen noch die Voraussetzungen für die Ratsmitgliedschaft erfülle. Möglicherweise hätte er sich schon seit längerem ummelden müssen.
Ja, er habe davon gehört, dass es Kräfte gebe, die einen Privatdetektiven engagieren wollten, um zu überprüfen, wann er sich wo aufhalte, sagte Tammen gegenüber „Hooksiel-life“. Seine Ummeldung und der damit zusammenhängende Verzicht auf das Ratsmandat hätten damit aber nichts zu tun. Dafür sei jetzt mit dem Hausverkauf der gebotene Zeitpunkt gewesen.
Über 33 Jahre im Gemeinderat
Tammen ist seit 1991 für „Bündnis 90/Die Grünen“ im Rat der Gemeinde Wangerland. Lange Jahre als Einzelkämpfer. Aktuell bildet er zusammen mit Angelika Kirschner eine zweiköpfige Fraktion, die zusammen mit CDU und FDP die Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW) bildet. Im Laufe der Jahrzehnte hat Tammen sowohl mit SPD, CDU als auch FDP in Ratsgruppen zusammengearbeitet.
Seine inhaltlichen Schwerpunkte lagen neben den klassischen grünen Themen wie Umwelt- und Naturschutz bei der Gemeindeentwicklung und dem Tourismus. Dabei scheute Tammen auch nicht davor zurück, immer wieder mal unpopuläre Positionen zu vertreten. So ließ er etwa Anfang der 1990er Jahre am von ihm kritisierten Bau des Gästehauses Hooksiel seine Kooperation mit der SPD platzen. Unmut zog er auf sich, als er die Notwenigkeit von sieben Ortsfeuerwehren im Wangerland hinterfragte. Zuletzt zog er mehrfach – etwa bei der Windenergie-Planung und der Bewertung der Kostenexplosion beim „Thalasso Meeres Spa“ – Kritik aus der ZUW-Gruppe auf sich.
Reinhold Harms (links) berichtete in Hooksiel vor dem Männerkreis von den Bemühungen, die Berufsorientierung von Schülern zu optimieren. Daneben: Männerkreisleiter Herbert Ulfers (Mitte) und der ehemalige Schulleiter Dietrich Gabbey. Foto: hol
Hooksiel (22. 4. 2025) – Schule soll jungen Menschen Bildung vermitteln. Noch wichtiger ist es aber nach Überzeugung von Reinhold Harms, dass die jungen Leute gut aufs Berufsleben vorbereitet werden. „Früher standen Abschlüsse im Vordergrund, heute geht es darum, den Schülern einen Weg fürs Leben aufzuzeigen“, sagt der Hooksieler Pädagoge, der sich auch nach seinem Abschied aus dem Schuldienst noch um die Berufsorientierung in der Bildungsregion Friesland/Wilhelmshaven kümmert.
Kinder lernen kein Rechnen mehr
Harms, Jahrgang 1956, war bis 2022 im Schuldienst. Zunächst unterrichtete er im Emsland, dann über Jahrzehnte an verschiedenen Schulen in Wilhelmshaven. Zuletzt war er Fachberater für berufliche Orientierung in der Region Friesland-Wilhelmshaven. Noch heute bringt er im Rahmen eines Teilzeit-Auftrags seine Erfahrungen an der Schnittstelle von Schule und Wirtschaft ein. Bei einem Vortrag vor der von Herbert Ulfers geleiteten Männerrunde der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wangerland im Walter-Spitta-Haus in Hooksiel beleuchtete Harms den rasanten Wandel der Schul- und Bildungslandschaft in den vergangenen Jahrzehnten.
„Früher war alles besser!“, „Die Kinder lernen nichts mehr in der Schule!“ „Die können nicht mal mehr rechnen!“ Zu kaum einem andern Lebensbereich gibt es so viele Vorurteile wie zum Bildungssystem. Harms räumte ein, dass die Kinder seit 1972 in Niedersachen kein „Rechnen“ mehr lernen. „Seitdem heißt das Fach Mathematik.“ Und auch sonst habe sich vieles geändert, zum Teil aus pädagogischen Erwägungen, zum Teil auf Betreiben der Politik. Aber dass alles schlechter geworden sei, könne man nicht behaupten, zumal es viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer gebe.
Schwerpunkt Arbeitslehre
Harms stammt aus Minsen, wo seine Eltern eine Schmiede betrieben. Er besuchte die Volksschule im Ort – eine von damals rund 15 Volksschulen im Gebiet der 1972 gebildeten Gemeinde Wangerland. 1966 wechselte er zum „Pro-Gymnasium“ nach Hohenkirchen, das es dort von 1948 bis 1988 gab. Nach Klasse 10 besuchte der stark handwerklich begabe Schüler die Internatsschule in Esens (damals Niedersächsische Heimschule), machte sein Abitur und studierte im Anschluss von 1978 bis 1983 Mathematik und Arbeitslehre/Polytechnik fürs Lehramt.
Gerade die Arbeitslehre sollte sein Berufsleben maßgeblich bestimmen. Während sich die Schullandschaft über die Jahrzehnte maßgeblich veränderte – im Wangerland gibt es heute nur noch drei Grundschulen sowie eine Oberschule, in der Haupt- und Realschule zusammengefasst wurden – haben viele Jugendliche am Ende ihrer Schullaufbahn unverändert Schwierigkeiten bei der Berufswahl. Sie kennen weder die Anforderungen noch den Arbeitsalltag in den verschiedenen Berufsfelder.
„Jeversches Modell“ wegweisend
Als wegweisend für den Landkreis Friesland und die gesamte Region hat sich eine Idee erwiesen, die Pädagogen der Haupt- und Realschule Jever noch unter Federführung des damaligen Schulleiters Dietrich Gabbey (bis 2003) entwickelt haben. Vor dem Hintergrund einer hohen Zahl von Schulverweigerern und vielen Abgängern ohne Abschluss sah das Projekt eine frühzeitige Berufsorientierung vor. Die Schüler besuchten in einem Halbjahr im Jahrgang 8 einen Tag in der Woche die Berufsbildenden Schulen (BBS) und konnten dort alle Berufe, für die in der Region ausgebildet wurde, erkunden.
Die Motivation stieg, die Zahl der Schulabbrecher sank. Gabbey, selbst Mitglied der Männerrunde, ist überzeugt davon, dass dies der richtige Weg war. Entsprechend enttäuscht seien seine Kollegen und er damals gewesen, dass die Landesschulbehörde es mit einen Dreizeiler abgelehnt habe, das Projekt als offiziellen Schulversuch zu adeln.
Dennoch hat das „Jeversche Modell“ Früchte getragen, sagte Reinhold Harms. „Das Modell wurde in der gesamten Region übernommen.“ Heute lernen Oberschüler im 8. Jahrgang an Berufsschulen die Berufsfelder kennen, können sich in verschiedenen Werkstätten ausprobieren oder die Anforderungen von Pflegeberufen kennen lernen. Im Jahrgang 9 folgen dann dreiwöchige Praktika in Betrieben. In Jahrgang 10 wird ein weiteres Praktikum angeboten.
Abitur allein hilft nicht
„Die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss ist deutlich zurückgegangen“, so Harms. Die Kinder würden frühzeitig ihre eigenen Neigungen, Stärken und Talente erkennen und daraus ihren Berufswunsch ableiten. Eigentlich, davon ist der Pädagoge überzeugt, wäre dieser Ansatz auch für Gymnasien sinnvoll. Rund 60 Prozent der Schüler in Niedersachsen besuchen ein Gymnasium mit einem Ziel: Abitur – häufig ohne eine konkrete Vorstellung vom Leben danach.
Wilhelmshaven/Friesland (23. 4. 2025) – Der Polizeiinspektion (PI) Wilhelmshaven-Friesland hat sich für das laufen Jahr vorgenommen, schwerpunktmäßig den Hauptunfallursachen im Straßenverkehr entgegen zu wirken. Dabei werde man sich an den Erkenntnissen der überregionalen, aber insbesondere an der regionalen Unfallauswertung orientieren.
Geplant sei eine intensive Präventionsarbeit, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Neben dem landesweiten Thema „Rücksicht im Straßenverkehr“ werden man in der PI den Hauptfokus auf die Bereiche Kinder im Straßenverkehr, Geschwindigkeit, Zweiradfahrende, Elektro-Kleinstfahrzeuge (E-Scooter), Autotuning/-posing, illegale Straßenrennen, Alkohol/Drogen und Ablenkung im Straßenverkehr richten.
Geschwindigkeitskontrollen
„Überhöhte Geschwindigkeit war und ist eine der Hauptunfallursachen, die am häufigsten zu schwerwiegenden Folgen bei Verkehrsunfällen führt“, weiß man bei der Polizei. Neben eigenen Geschwindigkeits-Überwachungen, zu denen auch Gespräche mit Verkehrsteilnehmern gehören, werde man die Zusammenarbeit mit der kommunalen Geschwindigkeits-Überwachung weiter ausgebaut. An der gemeinsamen Strategie der Kontrollen an so genannten Unfallschwerpunkten und der flächendeckenden Geschwindigkeits-Überwachung werde man dabei festgehalten. „Jeder Verkehrsteilnehmer muss zu jeder Zeit damit rechnen, dass seine Geschwindigkeit überprüft wird.“
Zweiradfahrer werden oft übersehen
Die Verkehrsunfallstatistik 2024 habe erneut gezeigt: Fußgänger, Radfahrende inklusive Pedelec-Fahrende, motorisierte Zweiräder und auch E-Scooter-Fahrende sind tragen bei Unfällen im Straßenverkehr sehr häufig Verletzungen davon. Zum einen, so die Polizei, würden sie von anderen Verkehrsteilnehmern leicht übersehen, zum anderen führe deren eigenes Fehlverhalten zu gefährlichen Situationen oder Unfällen. „Rotlichtverstöße mit dem Rad, die unerlaubte Benutzung des Gehweges, aber auch die Einhaltung des Mindestabstandes beim Überholen von Radfahrer oder die Beachtung der Vorfahrt von Zweiradfahrenden werden Themenschwerpunkte der polizeilichen Verkehrsüberwachung und der Prävention sein.“
Gegen Drogen und illegale Rennen
Abgerundet werden soll das Präventionsprogramm durch die Sensibilisierung für weitere Themen, die ebenfalls häufig als Unfallursache in Frage kommen. Insbesondere geht es dabei um Verkehrstüchtigkeit (Alkohol, Drogen, Medikamente, Müdigkeit und körperliche Mängel), fahrfremdes Verhalten (Ablenkung etwa durch Mobiltelefone), technische Veränderungen an Fahrzeugen (Tuning/Posing) sowie um illegale Straßenrennen.
Torsten Riedel ist neuer Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH. Bürgermeister Mario Szlezak (rechts) und der Vorsitzende der Lenkungsgruppe Lübbe Meppen stellten den neuen WTG-Chef heute vor.
Horumersiel/Hooksiel (22. 4. 2025) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) hat einen neuen Geschäftsführer. Bürgermeister Mario Szlezak stellte heute zusammen mit Vertretern der Lenkungsgruppe des gemeindeeigenen Unternehmens den Hooksieler Torsten Riedel (57) als Nachfolger von Armin Kanning vor.
Kanning hatte seinen Vertrag im November zum 30. April gekündigt. Ende Januar war er dann freigestellt worden. Seitdem stand ein Prokuristen-Trio bestehend aus Mario Szlezak, WTG-Finanzchef Ralf Ewen und Gemeindekämmerer Arthur Wichmann an der Spitze der WTG.
Mann aus der Industrie
„Ich bin froh, dass Herr Riedel da ist“, sagte Szlezak. Die finale Entscheidung hatte am vergangenen Donnerstag der Rat der Gemeinde in seiner Funktion als Gesellschafterversammlung der WTG in einer nicht-öffentlichen Sitzung getroffen. „Einstimmig“, wie Ratsherr Reiner Tammen (Grüne) sagte. Im Vorfeld hatte es interne Diskussionen darüber gegeben, ob der neue Geschäftsführer eher einen touristischen oder einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund haben sollte. Insgesamt hatte es 18 Bewerbungen für die auf fünf Jahre befristete Stelle gegeben.
Riedel ist ein Mann aus der Industrie. Der studierte Diplom-Ingenieur hat unter anderem in einer Unternehmensberatung und dann in verschiedenen kaufmännischen und technischen Funktionen in der chemischen Industrie bei ICI und Vynova in Wilhelmshaven gearbeitet. Zuletzt hat er acht Jahre bis Oktober 2024 ein Chemiewerk in den Niederlanden geleitet. Auch während dieser Zeit behielt er mit seiner Familie – Frau und zwei Kinder – einen Wohnsitz in Hooksiel.
Schwerpunkt bei den Finanzen
Ohnehin kennt sich Riedel im Wangerland gut aus. Unter anderem war und ist er Mitglied in mehreren Vereinen vor Ort. Von 2010 bis 2017 engagierte er sich als Ratsherr in der SPD-Fraktion. Unter anderem war er im Tourismus- und im Finanzausschuss des Gemeinderates vertreten. „Wir kennen Herrn Riedel aus dieser Zeit als Finanzfachmann und als Teamspieler“, sagte Szlezak. Insgesamt stehe der neue WTG-Chef aber vor einer „Herkules-Aufgabe“.
Die Finanzen dürften auch einen Schwerpunkt in seiner künftigen Tätigkeit bilden. Bekanntlich ist die wirtschaftliche Lage der WTG nach der Kostenexplosion beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ von 8,7 auf etwa 23 Millionen Euro angespannt. „Im touristischen Bereich sind wir bei der WTG gut aufgestellt, unter anderem durch unsere Marketing-Leiterin Larissa Strangmann“, betone Ratsherr Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland).
Kooperation mit Leistungsanbietern
Heute früh hat sich der neue Geschäftsführer im Rahmen einer Betriebsversammlung seinen künftigen Mitarbeitern vorgestellt und ein erstes Gespräch mit dem Betriebsrat geführt. Die WTG hat aktuell 175 Beschäftigte. Er wolle sich jetzt zunächst einen Überblick über das Unternehmen und dessen Organisation verschaffen. Ganz grundsätzlich werde es nach seiner Einschätzung darauf ankommen, wirtschaftlich, effektiv und sparsam zu arbeiten. Etwaige Entscheidungen werde man in aller Ruhe vorbereiten. Er sei zuversichtlich, dass es im Verbund mit den Mitarbeitern, den touristisch engagierten Vereinen im Wangerland und den privaten Leistungsanbietern gelingen kann, die WTG wieder in ruhiges Fahrwasser zu bekommen, so Riedel.
Gute Bewertungen für „Thalassa Meeres Spa“
Hilfreich dürfte dabei sein, dass die Nutzung des „Thalasso Meeres Spa“ zunehmend gut anläuft, wie Larissa Strangmann und Dieter Schäfermeier beteuerten. Besonders wichtig, so Strangmann: „Das Angebot wird von den allermeisten Gästen als sehr gut bewertet. Das Empfehlungs-Marketing wird Früchte tragen.“ Und auch die Aufarbeitung der Kostenexplosion nähert sich dem Ende. „Bis auf eine liegen inzwischen alle Schlussrechnungen vor“, sagte Schäfermeier. Nach seiner Einschätzung ist die Lage insgesamt nicht so dramatisch wie er noch Ende vergangenen Jahres befürchtet habe.