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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Jörn Kreikebaum im Ruhestand

Friesland/Cloppenburg (31. 3. 2025) – Nach 45 Jahren im Dienst der Landespolizei ist heute die Laufbahn von Jörn Kreikebaum (62) zu Ende gegangen. Der Polizeipräsident der Polizeidirektion Oldenburg, Andreas Sagehorn, verabschiedete den Leiter der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta in den Ruhestand. Kreikebaum war unter anderen von 2015 bis 2020 als Leiter der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland auch für die die polizeilichen Belange im Wangerland zuständig. 

Sagehorn würdigte das Engagement von Kreikebaum (Archiv-Foto), lobte dessen Gradlinigkeit, sein Einfühlungsvermögen und seinen vertrauensvollen Führungsstil. Der angehende Pensionär war 1980 in den Polizeidienst eingetreten. 2003 begann er mit dem Studium an der Hochschule der Polizei in Hiltrup. Im Anschluss war er unter anderem Leiter der Polizeikommissariate Wittmund (2006 bis 2008). 

2015 wurde ihm zunächst kommissarisch die Leitung der PI Wilhelmshaven/Friesland übertragen, wo er zuvor als Leiter Einsatz tätig war. 2018 wurde ihm die vakante Stelle offiziell übertragen. Mitte 2020 wechselte er nach Cloppenburg/Vechta.

Vom Bundestag zum Tränenpalast

Die Besucher aus Friesland im Bundestag. Foto: Bundesregierung/StadtLandMensch-Fotografie

Friesland (31. 3. 2025) – Eine Stippvisite im Verteidigungsministeriums, eine Stadtrundfahrt durch Berlin und natürlich der Besuch des Bundestages standen auf dem Programm der politischen Bildungsreise, zu der die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller (Varel) Bürgerinnen und Bürger aus ihrem Wahlkreis Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund eingeladen hatte.

Die Reisenden wurden der vom Bundespresseamt organisierten Fahrt von Dörthe Kujath begleitet. Weitere Höhepunkte der Fahrt: Ein Besuch beim Bundesnachrichtendienst, beim Bundespresseamt und eine Führung im Tränenpalast, der ehemaligen Ausreisehalle von der DDR in den Westen am Bahnhof Friedrichstraße.

Scheune wird zur Konzerthalle

Elisabeth und Peter Ahmels in Wüppels
Yevgeny Sapozhnikov (links) begutachtet mit den Gastgebern Dr. Elisabeth Ahmels und Dr. Peter Ahmels die „Kulturscheune“ auf Gut Oldeborg, in der noch Landmaschinen stehen. Foto: Wolfgang Niemann 

Wangerland/Wüppels (30. 3. 2025) – Die Kultur kommt aufs Land. Und zwar richtige Kultur. Der in Wilhelmshaven lebende ukrainische Cellist Yevgeny Sapozhnikov plant ein neues Projekt: Die „Kulturscheune de Luxe“. Die Erstauflage für den Mix aus Klassik, Jazz und Literatur ist für Samstag, 12. Juli, geplant. Die Bühne: Eine Scheune auf Gut Oldeburg in Wüppels.

Die Eigentümer des Gulfhofes aus dem Jahr 1673, Dr. Elisabeth und Dr. Peter Ahmels, waren von der Idee begeistert. Konzerte und Lesung sollen tatsächlich in der echten Scheune stattfinden, in der derzeit noch ältere und neuere Landmaschinen untergebracht sind. Hier können im Juli rund rund 150 Kulturinteressierte Platz finden.

Auf einem Platz vor Scheune und Haupthaus werden dazu Partyzelte und Foodpoints aufgebaut, denn von 14 bis 19 Uhr soll es gleich drei Konzerte sowie zwei Lesungen geben. Dazu gehört dann ein Angebot an Speis und Trank. 

Das Kulturprogramm hat Yevgeny Sapozhnikov bereist ausgearbeitet. Das erste Konzert bestreiten ab 14 Uhr Sapozhnikov (Cello) selbst und Artem Kanke (Klavier) mit der Cellosonate d-Moll, op. 40 von Dimitri Schostakowitsch. Es folgt eine Lesung mit der Schriftstellerin Angelika Klüssendorf, die ihren Roman „Vierunddreißgster September“ vorstellt. Ab 16 Uhr spielt das Klavierduo Clara & Maria Becker unter anderem Werke von Felix Mendelssohn-Bartoldy und Fanny Hensel. Dazu liest Agnes Krup aus ihrem Roman „Mit der Flut“. Das Abschlusskonzert gibt ab 18 Uhr das Quartett „Peter Protschka Kindred Spirits“, das zeitgenössischen und modernen Jazz spielt.

Tickets sind bereits über www.fkmw.org/kulturscheune-de-luxe erhältlich (19 Euro je Konzert; Kombiticket für 49 Euro). Das Gut Oldeburg ist von der Landesstraße 810 (Hooksiel-Horumersiel) aus zu erreichen. Parkflächen werden direkt am Hof ausgewiesen.

Ihnken rückt in Gemeinderat nach

Wangerland/Hooksiel (27. 3. 2025) – Es könnte das letzte Mal gewesen sein, dass Alt-Bürgermeister Björn Mühlena Gegenstand eines Beschlusses des Wangerländer Gemeinderates war. In seiner Sitzung in dieser Woche segnete das Gremium unter anderem den Jahresabschluss samt Prüfbericht des Gemeindehaushaltes von 2021 ab. Das war das letzte Zahlenwerk der Gemeinde, das der in Hooksiel lebende Sozialdemokrat mit zu verantworten hatte.

Auf der Agenda standen zudem eine Reihe weiterer „Personal“-Beschlüsse, die der Rat allesamt einstimmig absegnete So stellte das Gremium offiziell die Mandatsniederlegung von Ratsherr Hedde Hobbie (Wüppels) fest, der 2021 für Pro Wangerland in das Kommunalparlament gewählt worden war. Als sein Nachfolger rückt Carsten Ihnken (Horumersiel) in den Rat und wird dort unter anderem im Umweltausschuss mitwirken. Der 43-Jährige ist unter anderem Vormann der Freiwilligenstation Horumersiel der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Der Rat ernannte zudem Dr. Thomas Große zum stellvertretenden Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Hooksiel. Damit wurde die Wahl der Hooksieler Feuerwehrleute bestätigt. Ebenfalls wurden Harald Scheuern aus Minsen und Jörn Peters aus Hohenkirchen zu stellvertretenden Ortsbrandmeistern ihrer jeweiligen Wehren ernannt. Zu Ehrenortsbrandmeistern berufen wurden Florian Harms (Waddewarden) und Norbert Siebolds (Minsen). 

Auf eine weniger erfreuliche Personalie wies Bürgermeister Mario Szlezak hin. Danach gestaltet es sich sehr schwierig, dass Bauamt der Gemeinde personell zu stärken. Die Suche nach einem speziell dafür qualifizieren Verwaltungsmitarbeiter sei gescheitert. Man werde jetzt nach einem Mitarbeiter mit einer allgemeinen Verwaltungsausbildung suchen, den man dann im Rathaus in Hohenkirchen zu allen Fragen des Baurechts weiterbilden wolle.

Zuversichtlich zeigte sich Szlezak, dass die Suche nach einer neuen Geschäftsführung für die Wangerland Touristik GmbH (WTG) bald beendet werden kann. Es sei eine hohe Zahl an qualifizierten Bewerbungen eingegangen. Das Auswahlverfahren befinde sich in der Endphase. Ausdrücklich bedankte sich der Bürgermeister bei Gemeindekämmerer Arthur Wichmann, der in der Vakanz nach der Freistellung von Kurdirektor Armin Kanning – neben dem Bürgermeister und dem kaufmännischen Leiter der WTG, Ralf Ewen – als Prokurist mit in die Leitung der WTG eingestiegen ist. Er habe „diese zusätzliche Herausforderung mit großem Einsatz und hoher Kompetenz“ gemeistert, lobt der Bürgermeister.

Trotz Wertschätzung für Familien: Krippenplätze werden ab August teurer

Wangerland (26. 3. 2025) – Die Krippenentgelte im Wangerland steigen ab dem 1. August. In einer Kampfabstimmung segnete der Gemeinderat am Dienstagabend mit neun gegen acht Stimmen, bei vier Enthaltungen aus den Reihen der Unabhängigen, die neuen Gebührensätze ab, mit denen gestiegene Kosten etwa für Personal, Gebäudeunterhaltung und Energie abgedeckt werden sollen. 

Die Entgelte für die Betreuung der unter Dreijährigen seien seit 2018 nicht mehr angepasst worden, erläuterte Markus Gellert, der in der Verwaltung für soziale Belange zuständig ist. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach dem Einkommen der Eltern. Da die entsprechende Staffelung von derzeit 5 auf 16 Stufen erweitert werde, werde das Entgeltsystem gerechter und auch nicht für alle Eltern teurer, so Gellert.

Neue Einkommensstaffel

Bislang mussten zum Beispiel alle Eltern mit einem Nettoeinkommen von über 700 Euro für einen Platz in der Ganztags-Krippengruppe in Hooksiel 317 Euro im Monat zahlen. Künftig wird dieser Betrag erst ab einem Einkommen von 1200 bis 1400 Euro fällig. Für Besserverdienende steigt die Gebühr allerdings auf maximal 506 Euro (ab 2800 Euro Nettoeinkommen). 

Die Verpflegungskosten wurden bereits zum 1. Januar erhöht. Künftig sollen die Entgelte regelmäßig Anfang des Jahres entsprechend des amtlichen Preissteigerungsindex angepasst werden. 

„Alles wird teurer“, sagte Reiner Tammen (Grüne). „Wenn wir den hohen Standard bei unseren Gebäuden und beim Betreuungskonzept halten wollen, müssen wir die Entgelte anpassen.“ Auch den Ratsmitgliedern der Gruppe Gemeinsam fürs Wangerland (GfW) falle die Entscheidung nicht leicht, sagte Alice Brandenburg-Bienek (CDU). Aber es gehe nicht anders. „Und mit der Kostensteigerung beim Bau des Thalasso Meeres Spa in Horumersiel hat das gar nichts zu tun“, beteuerte Tammen.

Die SPD-Fraktion stimmte geschlossen gegen die Erhöhung. Als „Zeichen der Wertschätzung“ für Familien, so Ratsfrau Stefanie Bremers. Und aus Trotz, wie Fraktionssprecher Holger Ulfers erläuterte. Die Kommune bekomme zu wenig Geld, um ihre Aufgaben zu erfüllten. Sind ihre Haushalte dann nicht ausgeglichen „müssen“ die Rate Entgelte erhöhen. „Aber wir wollen die Eltern nicht weiter belasten.“ Durch die Erhöhung erwartet die Gemeinde Mehreinnahmen in Höhe von rund 15.000 Euro im Jahr.

Schlechte Zahlen solide verpackt

Trotz der Kritik an der Entgelterhöhung segnete die SPD-Fraktion ebenso wie die GfW (CDU/Grüne/FDP) und die Gruppe der Unabhängigen (ZUW) den Gemeindehaushalt für 2025 ab. Das Papier sieht Einnahmen in Höhe von 34 Millionen und Ausgaben von 35,4 Millionen Euro vor. Unter anderem sind Investitionen von über 8 Millionen Euro geplant. Die Gemeinde will dafür Kredite bis zu 6,3 Millionen Euro aufnehmen, was die Schuldenlast der Kommune erhöht. Zum Beispiel soll, so die Hoffnung von Bürgermeister Mario Szlezak, noch in diesem Herbst der 1. Spatenstich für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Hohenkirchen gesetzt werden. Auf der Agenda steht auch die Erweiterung der Grundschule Hohenkirchen.

Für Personalkosten hat Kämmerer Arthur Wichmann für das laufende Jahr 9,9 Millionen Euro angesetzt. Unklar ist noch, inwieweit die schwierige Finanzlage der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) auf den Gemeindehaushalt durchschlägt. Im Haushalt sind für eine möglicherweise erforderliche Kapitalerhöhung vorsorglich 3,5 Millionen Euro eingestellt, die aber erst nach einem gesonderten Beschluss freigegeben werden sollen. Die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuern bleiben unverändert. 

Alle Gruppen im Rat dankten der Kämmerei für ihre gute Arbeit bei der Erstellung und Erläuterung des Haushalts. Das Papier sei trotz der schwierigen Rahmenbedingungen „solide aufgestellt“, so Ulfers (SPD). Das Zahlenwerk biete kaum noch Raum für Innovationen, bedauert Alice Brandenburg-Bienek als Sprecherin der GfW-Gruppe. Aber man werde „trotz Bauchschmerzen“ zustimmen. Auch Dieter Schäfermeier, Sprecher der ZUW, sah keinen Grund, das Papier abzulehnen. 

Arbeitsoffensive des Jobcenters: Jobmesse für Geflüchtete

Wangerland (24. 3. 2025) – Das Jobcenter Friesland setzt seine „Arbeitsoffensive für Geflüchtete“ fort. Die erste Jobmesse dieses Jahres findet am Dienstag, 1. April, zwischen 9 und 12 Uhr im St.-Stephanus-Haus der ev.-luth. Kirchengemeinde, in Hohenkirchen statt. 

Organisiert durch das Jobcenter des Landkreises Friesland in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wangerland und der Inselgemeinde Wangerooge präsentieren sich Arbeitgeber aus den Bereichen Entsorgung/Recycling, Gastronomie, Hotelgewerbe, Pflege, Reinigung und Verwaltung. Dabei werden auch Arbeits-Möglichkeiten auf der Insel Wangerooge dargestellt. 

Die Unternehmen wollen Geflüchteten auch ohne ausgeprägte Deutschkenntnisse die Chance auf Integration in den Arbeitsmarkt bieten. Besucherinnen und Besucher können vor Ort Fragen stellen, Kontakte knüpfen und sich direkt bewerben.

Die Jobmesse im Wangerland ist Teil einer Veranstaltungsreihe, die vom Arbeitgeberservice des Jobcenters organisiert wird. Das Jobcenter lädt dazu gezielt Geflüchtete ein, aber auch ohne Einladung ist ein Messebesuch möglich. Vier erfolgreiche Veranstaltungen fanden bereits in der Gemeinde Sande sowie den Städten Jever, Schortens und Varel statt. Unternehmen, die sich gern bei einer der Jobmessen des Jobcenters präsentieren möchten, können sich an den Arbeitgeberservice des Jobcenters des Landkreises Friesland wenden, per E-Mail an arbeitgeberservice-jobcenter@friesland.de.

Trotz Kürzungen: Landkreis steht zur Sportförderung und dankt LzO Stiftung

Friesland/Wangerland (23. 3. 2025) – Nach der Kürzung der Sportförderung durch den Landkreis Friesland springt die LzO Stiftung Friesland in die Bresche und schließt die Finanzlücke zumindest zum Teil. In einer Pressemitteilung verkündet Landrat Sven Ambrosy, dass der Stiftungsrat empfohlen habe, dem Kreissportbund eine Fördersumme von insgesamt rund 30.000 Euro für 2025 und 2026 für die Anschaffung von Sportmaterialien für die Sportjugend im Landkreis Friesland in Aussicht zu stellen. Ambrosy: „Diese Unterstützung ermöglicht es, wichtige Anschaffungen und Maßnahmen zur Stärkung des Nachwuchssports umzusetzen.“

Der Landkreis müsse aufgrund seiner angespannten Finanzlage, das Haushaltsdefizit liegt bei rund 40 Millionen Euro, sparen und habe deshalb auch seine Sportförderung zurückfahren. Wie der Vorsitzende des Kreissportbundes Friesland, Kai Lange, kürzlich öffentlich gemacht hatte, sind die Ansätze für Jugend- und Ausbildungsförderung sowie für Zuschüsse für Anschaffungen in den Vereinen um insgesamt über 50.000 Euro verringert worden.

Gemeinsam freuen sich Ambrosy und Lange, dass man jetzt für den Jugendsport eine Kompensation in der Sportförderung gefunden habe. Durch das Geld von der LzO-Stiftung werde es möglich, wichtige Anschaffungen und Maßnahmen zur Stärkung des Nachwuchssports umzusetzen.

Die Unterstützung des Sports habe in Friesland hohe Priorität. Seit 2020 habe der Landkreis für die Jugendförderung insgesamt 150.000 Euro, für die Sportgeräteförderung rund 36.000 Euro und für den Übungsleiterzuschuss 525.000 Euro ausgegeben. 

Und der Kreis gewährt nach den Worten von Ambrosy auch weiterhin Zuschüsse für sportliche Aktivitäten. Im Haushaltsjahr 2025 seien zum Beispiel 123.000 Euro eingeplant – darunter u.a. Zuschüsse für den Kreissportbund Friesland etwa für „BeSS“ (Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote für die Zusammenarbeit zwischen Kitas, Schulen und Sportvereinen), für Übungsleiterförderung sowie für die Förderung von Sportgerätebeschaffungen, Zuschüsse für die Sportschule und Sponsoring, so Ambrosy. 

„Zudem können alle Sportvereine, die Mitglied im Kreissportbund sind, die Sportaußenanlagen sowie Sporthallen des Landkreises kostenfrei nutzen“, so der Landrat. „In vielen Kommunen werden dafür Benutzungsgebühren fällig; nicht so in Sportstätten des Landkreises. Das unterstützt die Sportvereine sehr.“

Gerade im Bereich der Sportstätten investiere der Landkreis viel Geld. Allein seit 2015 habe man rund 25 Millionen Euro für den Neubau und die Sanierung von Sporthallen ausgegeben.

Ratsgruppe GfW weist Kritik von Hobbie als Einzelmeinung zurück

Wangerland (21. 3. 2025) – Die Ratsgruppe Gemeinsam fürs Wangerland (GfW) weist die Kritik von Hedde Hobbie (Pro Wangerland) hat der Politik des Gemeinderates entschieden zurück. Der Zusammenschluss auf CDU, Grüne und FDP weist in einer von Reiner Tammen (Grüne) unterzeichneten Erklärung darauf hin, dass es im Rat keine feststehende Mehrheit gibt. Deshalb seien auch alle Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Thalasso Meeres Spa (TMS) ausführlich diskutiert, aber am Ende fast ausschließlich einstimmig gefällt worden, also auch mit der Stimme von Hobbie.

Hobbie hatte seinen Rückzug aus dem Rat im wesentlichen mit dem Umgang der „Altvorderen“ mit der Kostenexplosion beim Bau des TMS begründet. Die Gemeinde wolle das „sinnlose Projekt“ um jeden Preis retten und unterstütze es mit Millionen, die für andere Dinge fehlen. 

„Es wurde nie versprochen, dass der Bau des TMS keine Auswirkungen auf den Haushalt der Gemeinde hat“, betont die GfW. „Für alle Verantwortlichen stand aber fest, dass, nachdem bekannt wurde, dass sich der Bau verteuert, die Gemeinde der WTG zur Seite steht.“ Den verantwortungsbewussten Mitgliedern des Rates sei es wichtig, Lösungen zu finden, nicht Schuldige zu suchen. 

Trotzdem habe sich der Rat dazu entschlossen, die Verteuerung der Baumaßnahmen durch einen Gutachter untersuchen zu lassen.„Zusätzlich hat der Rat beschlossen, ein Mitglied der Gruppe ZUW als Bauaufsicht einzusetzen. Auch diese Beschlüsse wurden einstimmig gefasst. Alle zusammen versuchen seitdem, Licht ins Dunkel zu bringen, ohne von vornherein Schuldige zu benennen“, stellt Tammen für seine Gruppe fest.

Die geplante Erhöhung der Gebühren für die Kindertagesstätten habe tatsächlich nichts mit der Explosion der Baukosten zu tun. Dabei gehe es lediglich darum, die gestiegenen Lohnkosten und die gestiegenen Kosten für Gas, Wasser und Strom weiterzugeben. Ein entsprechender Beschluss soll auf der Ratssitzung am kommenden Dienstag gefasst werden.

Die GfW sieht in der Kritik von Hobbie eine Einzelmeinung. Man hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dessen Nachfolger. 

Kritik an Thalasso-Politik der Gemeinde: Ratsherr gibt sein Mandat zurück

Wangerland/Wüppls (21. 3. 2025) – Hedde Hobbie, Ratsher der Wählergemeinschaft Pro Wangerland, hat kündigt seinen Rückzug aus dem Gemeinderat an. Als Grund dafür nennt der Wüppelser neben Veränderungen im persönlichen Bereich den Umgang im Rat mit dem finanziellen Fiasko beim Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel. 

„Im Rat gibt es eine feststehende Mehrheit, die um jeden Preis versucht, das Thalasso-Zentrum mit dem Geld der Gemeinde über Wasser zu halten“, so Hobbie (29), der 2021 erstmals in den Rat gewählt wurde. Hier hat er sich unter anderem im Umweltausschuss engagiert. Als jüngstes Ratsmitglied ist er Teil der fünfköpfigen Pro-Wangerland-Fraktion, die mit zwei weiteren Unabhängigen die Gruppe Zusammenschluss unabhängiger Wählergemeinschaften (ZUW) bildet.

„Es wurde einmal versprochen, dass der Bau des TMS keine Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt haben wird. Das ist seit 2024 vorbei“, kritisiert Hobbie. „Über vier Millionen Euro hat die Gemeinde bereits beigesteuert und die nächsten 3,5 Millionen sind schon dafür im Haushalt eingeplant.“ Damit gebe es keinerlei finanzielle Spielräume mehr. Und es sei ein Irrglaube, so Hobbie, in der Gemeinde gesagt werde, diese Belastung habe nichts mit Gebührenerhöhungen in den Kindertagesstätten zu tun. 

Der scheidende Ratsherr wirft der Mehrheit der „Altvorderen“ im Rat vor, immer noch mehr Millionen „in dieses sinnlose Projekt zu stecken, um die Pleite wenigstens noch ein bisschen aufzuschieben“. Er sehe sich nicht in der Lage, den gigantischen Aufwand zu leisten, der erforderlich wäre, diese Mehrheit aufzubrechen. Selbstkritisch räumt er in einer Stellungnahme ein, dass er erst jetzt gemerkt habe, dass ihm die Arbeit in großen und langsam arbeitenden Gremien nicht liege. Er werde aber Mitglied bei Pro Wangerland bleiben und sich dort auch weiter einbringen.

Impuls für die Gemeinde: Schnelles Internet in Wadderwarden und Wiarden

Glasfaser für Waddewarden
Setzten den symbolischen ersten Spatenstich für den Breitband-Ausbau in Waddewarden: (von links) Dennis Kosuta, Bürgermeister Mario Szlezak, Florian Nierke von der Glasfaser Nordwest und Omer Kosuta (Saldo-Bau). Foto: hol

Wangerland (21. 3. 2025) – Mit Waddewarden und Wiarden erhalten zwei weitere Ortschaften im Wangerland in den nächsten Monaten schnelles Internet. Im Beisein von Bürgermeister Mario Szlezak hat eine von der „Glasfaser Nordwest“ beauftragte Tiefbaufirma im Bereich der Turnhalle in Waddewarden mit den Erdarbeiten begonnen. Der Bürgermeister sprach von einem „weiteren entscheidenden Impuls für die Gemeinde“.

Bislang ist der Breitbandausbau lediglich in Hooksiel (1900 Grundstücke), Hohenkirchen (800) und Horumersiel (8500) erfolgt. In Waddewarden sollen in den nächsten zwei bis drei Monaten 400 Grundstücke erschlossen werden, in Wiarden im Anschluss 200. Insgesamt kommt die Gemeinde dann auf rund 4000 potenzielle Anschlüsse.

Wie viele und welche Hauseigentümer sich dann tatsächlich Glasfaser nutzen werden, steht auf einem anderen Blatt. „Das ist Sache unserer Vermarktungspartner“, sagte Florian Nierke, Kommunalmanager von der Glasfaser Nordwest, einem Gemeinschaftsunternehmen von Telekom und EWE. Vermarktungspartner sind aktuell neben Telekom und EWE, 1&1 sowie drei weitere Firmen. In Waddewarden hätten etwa 60 Prozent der Haushalte ihr Interesse bekundet. Die Vermarktung beginnt hier am 1. April.

Als Voraussetzung für das „schnelle Internet“ wird zuerst das Verteilernetz für Lehrrohre gebaut. Die beauftrage Firma will dafür vier Arbeiter-Kolonnen einsetzen, die allein in Waddewarden auf 7,8 Kilometern Verlegeschächte ausheben und wieder versiegeln müsse. Dabei sind Überraschungen und auch Beschädigungen vorhandener Rohre und Leitungen nicht auszuschließen, räumt Omer Kosuta von der Firma Salko-Bau ein. 

Bürgermeister Szlezak forderte die Baufirma auf, mögliche Schäden genau zu dokumentieren und fachkundig zu beheben. Die Gemeinde Wangerland werde im Rahmen der Abnahme peinlich genau auf Versackungen und andere Schäden achten. „Die Bürger sind da sehr sensibel“, sagte Szlezak. „In den anderen Anschlussgebieten haben wird damit bis heute immer noch Theater.“ 

Nach der Fertigstellung des Verteilernetzes können Hausanschlüsse vom Netz bis zur jeweiligen Immobilie und im Gebäude weiter zu jeder Wohnung verlegt werden. Erst wenn die Glasfaserdose im Haus installiert ist, kann ein glasfaserfähiger Router angeschlossen werden, der den Weg ins World-Wide-Web beschleunigt. 

Wann im Wangerland weitere Ortschaften einen Breitbandanschluss erhalten, ist unklar. Die Glasfaser Nordwest darf aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nach den Worten von Nierke keine Auskünfte zu ihren Ausbauplänen geben. Der Landkreis Friesland hat sich aber auf die Fahnen geschrieben, mittelfristig das Kreisgebiet flächendeckend ans Breitbandnetz anzuschließen.