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Alle Beiträge zum Thema “Energie”

Umweltschützer: Wasserstoff-Projekt nur „Greenwashing“

Wilhelmshaven (6. 11. 2026) – „In Wilhelmshaven wird unter dem Vorwand der Umstellung auf grüne Gase ein Projekt vorangetrieben, über das am Ende doch nur fossiles Flüssigerdgas importiert werden wird“, klagt der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Sascha Müller-Kraenner. „Der weitere Ausbau von LNG-Terminals an der deutschen Küste muss sofort gestoppt werden.“

Die DUH hat eine Studie in Auftrag gegeben, die nach Lesart der Umweltschutzorganisation die Unwirtschaftlichkeit und Ineffizienz des Imports von synthetischem Methan (SNG) über das im EU-Vogelschutzgebiet Voslapper Groden-Nord geplante Flüssigerdgasterminal in Wilhelmshaven belegt. Die Deutsche Grüngas Energieversorgungs GmbH (DGGEV), die Projektgesellschaft von Tree Energy Solutions (TES),  möchte dort „spätestens 2044″ statt Erdgas nur noch SNG importieren.

Laut Studie ist SNG aus grünem Wasserstoff in Kombination mit einem geschlossenen CO2-Kreislauf jedoch höchst ineffizient und damit zu teuer. Von der eingesetzten Energie kämen am Ende nur rund 30 Prozent in Wilhelmshaven an. Der Transport von Wasserstoff per Pipeline wäre deutlich effizienter.

Weitaus realistischer ist aus Sicht der DUH daher mit Blick auf das geplante Terminal die dauerhafte Fortschreibung des fossilen Betriebs. TES und die DGGEV planen den Import von im Exportland mit günstigem (Solar-)Strom erzeugten Wasserstoff, der für den Transport zu Methan synthetisiert wird. Das bei der Verstromung in Wilhelmshaven abgespaltene CO2 würde dann zurück in das Produktionsland gebracht, um dort wieder für die Methan-Produktion eingesetzt zu werden.

Die Umweltschützer kritisieren die Pläne der DGGEV als „Greenwashing“-Versuch, mit dem ein neues fossiles Importterminal gerechtfertigt werden soll. Müller-Kraenner: „Wir fordern die Stadt Wilhelmshaven auf, die Pläne für die Bebauung des EU-Vogelschutzgebiets Voslapper Groden-Nord endgültig zu stoppen.“

Der Leiter Energie und Klimaschutz der DUH, Constantin Zerger, räumt ein, dass grüne Gase ihren Platz in der Energiewende haben werden – und zwar überall dort, wo eine Elektrifizierung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Das Versprechen der DGGEV, in ferner Zukunft synthetisches Methan aus erneuerbaren Quellen zu importieren, offenbare sich bei genauerem Hinschauen jedoch nur als „Cover-Story für ein fossiles Terminal“.

Mit dem Projekt in Wilhelmshaven werde nicht die Energiewende vorangebracht, sondern Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Importen aus der Golfregion und von Donald Trump weiter ausgebaut.

Tipps zu energetischer Sanierung und Fördermitteln

Jever/Wangerland (21. 9. 2026) – Wie kann das Zuhause (klima-)fit gemacht werden? Welche Sanierungsmaßnahmen sind sinnvoll und ist eine Wärmepumpe für das eigene Haus geeignet? Und welche Fördermöglichkeiten gibt es? Antworten auf Fragen zum Thema energieeffizientes Sanieren gibt in zwei kostenfreien Veranstaltungen, zu denen der Landkreis Friesland mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) einlädt.

Am Montag, 28. September, 17 bis 18.30 Uhr, findet die erste unter dem Titel „Energieeffizient sanieren und die passenden Fördermittel finden“ im Sitzungssaal (1. OG) des Kreisamts, Lindenallee 1, 26441 Jever statt. Klaus Tapken, lizenzierter Energieberater im Auftrag der Verbraucherzentrale, über Möglichkeiten der energetischen Sanierung und stellt verschiedene Fördermöglichkeiten vor. Um Anmeldung bis Freitag, 25. September unter https://lmy.de/ZywPc wird gebeten.

Am Mittwoch, 30. September, folgt die zweite Veranstaltung unter dem Titel „Funktioniert eine Wärmepumpe in meinem Haus? Welche Förderungen gibt es?“. Zielgruppe sind hier auch hier vornehmlich Hauseigentümer. Los geht es hier um 17.30 bis etwa 19 Uhr ebenfalls im Sitzungssaal (1. OG) des Kreisamts. Anmeldung bis Freitag, 25. September, unter https://lmy.de/XsEOq

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Bündnis für Bau und Betrieb von Gas- und Stromnetzen

Wangerland (30. 4. 202) – Die Gemeinde Wangerland und EWE Netz verlängern ihre Wegenutzungs-Verträge für die Strom- und Gasversorgung. Die neuen Verträge treten im Dezember 2027 in Kraft und haben eine Laufzeit von jeweils 20 Jahren. Damit bleibt EWE Netz auch künftig für Bau und Betrieb der Energienetze in der Gemeinde verantwortlich. 

Bürgermeister Mario Szlezak (lins) und EWE-Netz-Regionsleiter Thorsten Wieting unterzeichnen den Wegenutzungsvertrag für die Strom- und Gasversorgung für die nächsten 20 Jahre. Foto: EWE

Das Stromleitungsnetz im Gemeindegebiet ist rund 712 Kilometer lang. Es garantiert eine Stromversorgung für 6.186 Hausanschlüsse. Gasnetz hat ein Länge von rund 382 Kilometer. Es umfasst 4.736 Hausanschlüsse.

Grundlage des Vertrages sei die bewährte Zusammenarbeit beider Partner, die seit vielen Jahren für eine zuverlässige Versorgung gesorgt habe, sagte Bürgermeister Mario Szlezak und EWE-Netz- Regionsleiter Thorsten Wieting. Für die Gemeinde ergeben sich daraus jährlich Einnahmen von an die 400.000 Euro.

„Die Verlängerung der Konzessionsverträge ist ein wichtiges Signal für Kontinuität und Versorgungssicherheit in unserer Gemeinde. Gemeinsam mit EWE Netz schaffen wir eine stabile Grundlage für die zukünftige Entwicklung unserer Infrastruktur“, so Szlezak. Wieting: „Die Fortsetzung der Zusammenarbeit ist ein starkes Zeichen des gegenseitigen Vertrauens. Gemeinsam mit der Gemeinde werden wir die Energienetze weiterhin zuverlässig betreiben und mit Blick auf die Anforderungen der Energiewende zukunftsorientiert weiterentwickeln.“

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EWE senkt Strom- und Gaspreis in der Grundversorgung

Friesland/Wangerland (9. 12. 2025) – Der Oldenburger Energiekonzern EWE will zum Februar 2026 seinen Strom- und Gaspreis in der so genannten Grundversorgung senken. 

Entlastung um 7 Prozent

Für Stromkunden sinkt der Arbeitspreis, also der Preis pro Kilowattstunde von aktuell 31,90 auf 29,63 Cent brutto. Dies entspricht einer Senkung von gut sieben Prozent. Der jährliche Grundpreis ändert sich von jetzt brutto 209,29 auf 224,80 Euro. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Stromverbrauch von 2.800 Kilowattstunden spart durch diese Preisanpassung nach Berechnungen der EWE in der Grundversorgung 48 Euro im Jahr. Davon würden rund 166.000 EWE-Stromkunden profitieren.

Die 69.000 Erdgaskunden in der Grundversorgung sollen ab dem 1. Februar 2026 pro Kilowattstunde Erdgas 11,01 Cent zahlen und damit knapp sechs Prozent weniger als heute. Der Grundpreis verändert sich von aktuell 253,39 Euro brutto auf 278,28 Euro pro Jahr. Insgesamt spare ein Haushalt mit einem durchschnittlichen Gasverbrauch von 17.500 Kilowattstunden 96 Euro im Jahr, so die EWE.

Gasspeicherumlage fällt weg

Für alle Gaskunden, sowohl für Grundversorgungs- als auch für Sondervertragskunden mit befristeten Laufzeitverträgen, gelte zudem, dass sich der Gaspreis pro Kilowattstunde bereits zum 1. Januar durch den Wegfall der Gasspeicherumlage reduziert. Diese betrag derzeit 0,289 Cent netto pro Kilowattstunde. Die Bundesregierung hat beschlossen, diese Umlage nur noch bis zum 31. Dezember 2025 zu erheben.

„Die aktuellen Marktbedingungen ermöglichen erneut sinkende Preise“, sagt Oliver Bolay, Geschäftsführer der EWE Vertrieb GmbH. „Zwar haben sich die Energiepreise stabilisiert, dennoch bleibt das Umfeld weiterhin anspruchsvoll. Umso wichtiger ist es uns, die vorhandenen Spielräume zuverlässig auszuschöpfen und die Entlastungen direkt an unsere Kunden weiterzugeben.“ 

Neue Schnelllade-Stationen an der Nee Straat in Betrieb

Hooksiel (3. 11. 2025) – Auf dem Großparkplatz an der Nee Straat in Hooksiel kann wieder geladen werden. Der Energieversorger EWE hat hier zwei öffentliche Schnellladestationen mit insgesamt vier Ladepunkten für Elektro-Autos in Betrieb genommen.

Fahrer von Elektrofahrzeugen können ihre Wagen jetzt wieder auf dem Parkplatz an der Nee Straat in Hooksiel aufladen. Foto: hol

Die neuen Ladestationen mit einer Leistung von 50 Kilowattstunden ersetzen zwei veraltete Anlagen, die lediglich eine Leistung von 22 kWh hatten. Um den Austausch zu ermöglichen, musste unter anderem der Stromanschluss von der Friesenstraße hin zur Station erneuert werden.

Die beiden Ladepunkte sind EWE-Go-Stationen. Autofahrer mit einer EWE-Go-Ladekarte können hier ihren Wagen für zurzeit 52 Cent je kWh aufladen. Weitere Ladestationen in Hooksiel gibt es an der Hooksieler Apotheke und gegenüber vom Hallenwellenbad.

EWE kündigt für 2026 Senkung der Entgelte fürs Stromnetz an

Oldenburg/Hooksiel (22. 10. 2025) – Der Oldenburger Energierversorger EWE hat für 2026 eine Senkung der Stromnetzentgelte von rund zwei Cent pro Kilowattstunde angekündigt. Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch bedeute das eine Entlastung von etwa 70 Euro oder rund 24 Prozent. 

Bei den Ausfallzeiten des Stromnetzes belegt EWE Netz einen Spitzenplatz in Europa. Foto: EWE

Neben den sinkenden Netzentgelten erhoffe man weitere Entlastungen durch die diskutierte allgemeine Senkung der Stromsteuer und mögliche Zuschüsse zur Offshore-Netzumlage. „Das sind richtige Signale“, so EWE-Vorstandschef Stefan Dohler. 

Die Netzentgelte müssen Strom- und Gaslieferanten an den Netzbetreiber zahlen. In Friesland ist das die EWE Netz. Die Höhe dieses Teils des Energiepreises wird staatlich kontrolliert und an die Endkunden weitergegeben. Er ist zum Beispiel vorgesehen für Bau, Wartung und Betrieb der Netze.

Stolz ist Dohler zudem darauf, dass die EWE beim Vergleich der durchschnittlichen jährlichen Ausfallzeit der Netze pro Kunde seit Jahren „einen europäischen Spitzenplatz“ belege.„Das ist kein Zufall, sondern auch das Ergebnis konsequenter Investitionen in stabile und moderne Netze“, sagt der Vorstandsvorsitzende. „Der Nordwesten zeigt, dass sich Klimaschutz, sichere Versorgung und Bezahlbarkeit nicht ausschließen. Eine effiziente Infrastruktur ist die Basis für bezahlbare Energie.“ 

Kundinnen und Kunden im Netzgebiet von EWE Netz waren 2024 im Schnitt nur 3,4 Minuten ohne Strom – bundesweit lag der Wert bei 11,7 Minuten.

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Sonnenenergie für die Grundschule Hooksiel

Hooksiel (1. 9. 2025) – Die Gemeinde Wangerland setzt auf erneuerbare Energien. Jüngstes Beispiel: die Grundschule Hooksiel. Auf dem Dach der Turnhalle liegt seit einigen Tagen eine Photovoltaikanlage. 

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Nach den Worten von Peter Schoolmann aus der Bauverwaltung der Gemeinde Wangerland wurden in den Sommerferien 55 Solarmodule samt einem Batteriespeicher installiert. Die Anlage habe eine Leistung von 24,7 Kilowattpeak (kWp) und decke damit einen Großteil des Eigenbedarfs an Strom der Schule.

Auf der Kalkulationsbasis der Strompreise vom vergangenen Jahr, so Schoolmann, werde die Anlage jährlich so viel elektrischen Strom erzeugen, dass die Investitionskosten der Gemeinde für die Photovoltaikanlage sich in spätestens vier Jahre amortisiert haben werden.

Die Solarmodule auf dem Dach der Grundschule sollen den Strombedarf der Grundschule Hooksiel weitgehend decken. Foto: hol

Online-Vorträge zur Solarenergie

Friesland/Wangerland (17. 6. 2025) – Der Energiedienstleister EWE informiert in einer dreiteiligen Online-Vortragsreihe über aktuelle Entwicklungen, Techniktrends und gesetzliche Neuerungen im Bereich Solarenergie. Die kostenfreien Livestream-Veranstaltungen richten sich an alle, die sich für die Energiewende zu Hause interessieren – vom ersten Gedanken an eine Photovoltaikanlage bis hin zu Fragen zur Umsetzung und Förderung.

Die Vortragsreihe steht unter dem Titel „Die smarte Zukunft der Solarenergie – Experten im Interview“ und findet an folgenden Abenden jeweils ab 19 Uhr statt: Donnerstag, 19. Juni, „Solarstrom effizient und smart nutzen – mit dem EWE Energiemanager und dynamischem Stromtarif den Energiefluss optimieren“, Dienstag, 24. Juni, „Technik verstehen, Zukunft gestalten – von der Unterkonstruktion bis zum Zählerschrank: Solarenergie clever umgesetzt“, Donnerstag, 26. Juni, „Solarspitzengesetz und Dachsanierungspflicht – dein Weg durch Solarverordnungen“

EWE-Solarexperte Michael Märtens erläutert im Rahmen von Interviews mit weiteren Fachleuten, wie klimafreundliche Komplettlösungen aus Photovoltaik, Stromspeicher und Wallbox funktionieren und für wen sie sich besonders eignen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auch auf aktuellen gesetzlichen Neuerungen.

Die Teilnahme an den Online-Vorträgen ist kostenlos. Eine Anmeldung ist möglich unter www.ewe-solar.de/onlinevortrag.

Zweites LNG-Regasifizierungs-Schiff: „Excelsior“ kommt am Montag

Wilhelmshaven/Hooksiel/Kiel (25. 4. 2025) – Am kommenden Montag wird mit der „Excelsior“ das zweite Industrieschiff zur Regasifizierung von Flüssigerdgas (LNG) in der Jade festmachen. Das hat heute die Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) mitgeteilt. Die 277 Meter lange „Floating Storage and Regasification Unit“ (FSRU) soll in der Mittagszeit am eigens im Auftrag der DET errichteten Jetty zwischen dem bereits seit Ende 2022 vorhandenen LNG-Terminal und dem Raffinerie-Anleger festmachen. 

Start für mehrwöchigen Testbetrieb

„Im Anschluss beginnt unter hohen Sicherheitsauflagen der mehrwöchige Testbetrieb“, so die bundeseigene DET. Nach Inbetriebnahme werde die „Excelsior“ in diesem Jahr noch bis zu 1,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas ins Deutsche Gasnetz einspeisen können, was rechnerisch dem Energieverbrauch zum Heizen von rund 1,5 Millionen Vier-Personen-Haushalten in Mehrfamilienhäusern entspreche. „In beiden Folgejahren kann die FSRU ihre Kapazität auf bis zu je 4,6 Milliarden Kubikmeter erhöhen.“ 

An Bord der „Excelsior“ werden Ultraschallwellen dafür eingesetzt, das Zuwachsen von Seewasserleitungen zu verhindern. Die Firma Hasytec will ihr System jetzt so anpassen, dass die Schallwellen keine Schweinswale in der Jade irritieren können. Foto: Hasytec

Damit stehen in Wilhelmshaven künftig mit der „Höegh Esperanza“ und der „Excelsior“ zwei FSRU für den Import von Flüssigerdgas zur Verfügung. Das LNG wird in tiefgekühltem Zustand und damit flüssig in Frachtern angeliefert. In der FSRU wird das LNG zum Teil mit Seewasser erwärmt und dadurch wieder gasförmig, so dass es ins Gasnetz eingespeist werden kann. 

Damit das Röhrensystem für das Seewasser der FSRU nicht durch Pocken, Algen und Muscheln verstopft wird, muss es regelmäßig gereinigt werden. An Bord der „Höegh Esperanza“ wird aus dem Meerwasser gewonnenes Chlor eingesetzt, das in Form von Chlorverbindungen danach wieder in die Jade abgegeben wird. Obwohl bislang noch keine Schäden festgestellt wurden, befürchten Naturschützer Beeinträchtigungen des Ökosystems in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

„Excelsior“ arbeitet mit Ultraschall

An Bord der „Excelsior“ wird kein Chlor für die Reinigung der Röhren verwendete. Hier setzt man auf auf eine von der Kieler Firma Hasytec entwickelte Ultraschall-Antifouling-Technologie. Um Einträge von rund 32 Tonnen Chlor ins Wattenmeer zu vermeiden, wurde das Schiff eigens auf Kosten des Bundes umgerüstet. 

Allerdings gab es auch zu dieser Technologie mit Blick auf die Schweinswale kritische Stimmen. Die von Hasytec bislang für den Bewuchsschutz eingesetzten Schallwellen liegen teilweise im Kommunikationsbereich der Tiere. „Hasytec hat sich mit diesen Bedenken intensiv auseinandergesetzt und die letzten sechs Monate genutzt, um den operativen Frequenzbereich anzupassen“, teilt das Unternehmen jetzt mit. 

Neue Technologie zum Schutz der Schweinswale

Ziel der Testphase sei es, eine eventuelle Beeinträchtigung der Schweinswale im Jadebusen durch die Ultraschall-Technologie dadurch auszuschließen, dass sich die Hasytec-Frequenzen außerhalb des Kommunikationsbereiches der Schweinswale befinden. „Die bisherigen Ergebnisse der Testphase sind vielversprechend. Die abschließende Prüfung steht aber noch aus“, räumt das Unternehmen ein. 

Hasytec-Technologievorstand Andreas Hoffmann zeigt sich aber optimistisch: „Wir sind davon überzeugt, dass dies genau der richtige Weg ist, um Innovation und Umweltschutz nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten.“

Wilhelmshaven kann Großteil des deutschen Wasserstoff-Bedarfs decken

Gödens/Friesland (24. 8. 2023) – Die Herrlichkeit Gödens, die es bis 1839 gab, stand für religiöse Toleranz, für die Integration von Flüchtlingen und für technische Innovation etwa im Wasserbau. Um Innovationen drehte sich an diesem Mittwoch auch das „Wirtschaftsforum 2023“. Dazu hatte die Wirtschaftsförderung des Landkreises Friesland zahlreiche Unternehmer und Repräsentanten von Institutionen eingeladen. Das Thema: Die Energiewende und die Bedeutung des „Energy Hub – Port of Wilhelmshaven“ für die Region. 

Ideale Standort-Bedingungen für Energiewende

In einem rasanten Vortrag zeigte Alexander Leonhardt, seit gut zwei Jahren Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wilhelmshaven und einer der Motoren des lockeren Zusammenschluss von an die 40 Unternehmen, die sich am „Energy Hub“ engagieren, die Chancen im Zusammenhang mit der Energiewende auf. Chancen, die man nach Überzeugung von Leonhardt in der Region gemeinsam ergreifen sollte. Tiefes Wasser, Windenergie, LNG-Terminals, Pipelines, Energiespeicher in der Nachbarschaft – der Nordwesten habe beste Voraussetzungen, zu einer der zentralen Energiedrehscheibe Deutschlands zu werden. Eine Schlüsselbegriff dabei: Wasserstoff.

„Wenn Deutschland Industrieland bleiben will, werden dauerhaft mindestens 50 Prozent des Energiebedarfs importiert werden müssen“, sagte Leonhardt. Strom lässt sich schlecht speichern. Aber man könne mit Strom per Elektrolyse den Energieträger Wasserstoff (H2) herstellen; entweder vor Ort, oder – wie einige Unternehmen es planen – in Sonnenregionen dieser Welt, um dann Wasserstoff-Derivate nach Wilhelmshaven zu exportieren, wo diese direkt genutzt oder wieder in Wasserstoff umgewandelt werden sollen. „Wir haben das Potenzial, in Wilhelmshaven 40 bis 61 Prozent des künftigen Wasserstoff-Bedarfs von ganz Deutschland zu decken“, sagte Leonhardt. Gemessen an der Energieleitungen entspreche das sechs bis sieben Atomkraftwerken.

Wirtschaftsorum
Standen beim „Wirtschaftsforum 2023“ Rede und Antwort: (v. l.) Maximilian Graf von Wedel, Landrat Sven Ambrosy, EWE-Vorstand Dr. Christian Friege und Wirtschaftsförderer Alexander Leonhardt. Foto: hol

Unternehmen kooperieren am „Energie Hub“

Die im „Energy Hug“ engagierten Unternehmen seien durchaus Konkurrenten – etwa um Flächen –, aber da, wo es sinnvoll ist, arbeite man zusammen. Etwa bei der Frage, wo das Wasser für die Elektrolyse herkommen soll, oder bei der Organisation einer gemeinsamen Hafenfeuerwehr. Und, besonders wichtig: Beim Ringen um Fördermittel. Denn ohne Förderung durch den Bund und die EU bestehe die Gefahr, dass Wilhelmshaven nur zum Durchleiter von Energie werde, in der Region selbst aber nur wenig neue Wertschöpfung erfolge.

Dabei gebe es eine Vielzahl von Interessenten, die sich in der Region ansiedeln wollen – wenn der Förderrahmen stimmt. So viele, dass die Region Wilhelmshaven, Friesland, Wittmund und Wesermarsch nach Ansicht von Leonhardt eine gemeinsame Ansiedlungspolitik verfolgen sollte. „Nicht jedes Unternehmen kann und muss in die erste Reihe direkt am Hafen.“ 

Wasserstoff aus Sande für die Linienbusse

Maximilian Graf von Wedel, Hausherr auf Schloss Gödens und Geschäftsführer der Friesen Elektra Green Energy AG, erläuterte an seinem Projekt „Hybrider Energiepark“, warum aktuell die H2-Produkton noch nicht wirtschaftlich ist. „Wasserstoff ist der einzige Energieträger, bei dem der Klimawandel schon eingepreist ist.“ Soll heißen: Fossile Energieträger sind im Vergleich noch günstiger, weil die globalen ökologischen Folgekosten nicht in ihrem Preis abgebildet werden. 

Rund um Gödens wird seit 1999 Windenergie erzeugt. Aktuell entsteht nahe der Autobahn 29 ein riesiger Solarpark. „Derzeit werden 3500 Seecontainer mit Photovoltaik-Modulen angeliefert, die bis Oktober installiert sein sollen“, sagte Maximilian von Wedel. Der durch Wind und Sonne erzeugte „grüne Strom“, eigentlich ausreichend für 80 000 Haushalte, soll in Sande für die Elektrolyse für die Wasserstoff-Produktion verwendet werden. Der Wasserstoff wird dann als Kraftstoff für die Linienbusse der Weser-Ems-Bus im Landkreis genutzt werden.

Partner für die Groß-Elektrolyse gesucht

Dieses Anschauungsmodell für die Energiewende soll aber nur der erste Schritt der Wasserstoffproduktion in Sande sein. Ab 2028, so die Pläne von von Wedel, könnte am Standort eine Elektrolyse-Park mit einer Leistung von 2,2 Gigawatt entstehen. Für dieses Großprojekt sucht der Schloss-Herr („Wir sind am Ende nur eine Art Hausmeister“) drei industrielle Partner – auch um das Risiko der Investition auf mehrere Schultern zu verteilen. 

Die Energiewende für die Region nutzbar machen will auch der Energie-Dienstleiter EWE. Dr. Christian Friege, Markt-Vorstand des kommunal getragenen Energiekonzerns mit Sitz in Oldenburg, erläuterte das milliardenschwere Investitionsprogramm seines Unternehmens ins künftige „Powerhouse Nord“. Dazu gehöre der Ausbau der Windenergie an Land ebenso wie der Umbau der Strom-Verteilnetze („Wenn alle Solarzellen auf dem Dach haben, werden aus reinen Verbrauchern Stromproduzenten“) und der Einstieg in die Elektrolyse in Wilhelmshaven. Weitere Schwerpunkte werden die Installation von Wärmepumpen, der Ausbau von Nahwärme-Systemen sowie die Digiatalisierung der Energietechnik. 

EWE baut Zukunftspipeline

Ein Musterbeispiel für das Engagement der EWE: der laufende Bau der „Zukunftspipeline“ von Wilhelmshaven zu EWE-Speichern bei Leer. Die Pipeline ist für den Transport von Wasserstoff ausgelegt und sei gerade keine Durchleitungs-Pipeline. Friege: „Die Energie bleibt in der Region.“ Als Standortvorteil für ansiedlungswillige, energieintensive Unternehmen.

Frieslands Landrat Sven Ambrosy unterstrich auf dem „Wirtschaftsforum“ die Chancen, die die Region im Zuge der Energiewende habe. Allerdings dürfe neue Wertschöpfung nicht zu Lasten der bisherigen gehen. Allein im Landkreis Friesland läge die Wertschöpfung durch den Tourismus bei 500 Millionen Euro im Jahr. „Das dürfen wir auf keinen Fall gefährden.“

Landrat fordert „Leitung-Abgabe“

Ambrosy forderte zudem eine Art „Leitungs-Abgabe“ für Kommunen, deren Planungshoheit durch eine Vielzahl von Leitungen und Pipelines, in oder über ihrem Gebiet erheblich eingeschränkt seien. Als Bespiele nannte er Sande und Bockhorn. Ambrosy: „Wir brauchen die Akzeptanz der Bürger. Die fragen natürlich auch: Und was haben wir davon?“

Als Beispiel dafür, dass hier ein Umdenken stattfinde, verweis der Landrat auf die Pläne, die süddeutschen Länder stärker an den Netzentgelten zu beteiligen. Bislang werden damit überproportional die Bürgern in Norddeutschland belastet. Ambrosy: „Aber es kann ja nicht sein, dass die, die besonders viel für die Energiewende tun, am Ende allein auf den Kosten sitzen bleiben.“