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Beiträge veröffentlicht in “Hooksiel”

Segelschulschiff „Großherzogin Elisabeth“ nicht in Hooksiel

Hooksiel/Elsfleth (29. 8. 2025) – Seit Sonntagabend sind die Studierenden der Fachrichtungen Nautik, Schiffsbetriebstechnik und Schiffselektrotechnik von AIDA Cruises an Bord des traditionsreichen Segelschulschiffes „Großherzogin Elisabeth“. Wie in jedem Jahr im Spätsommer sind die zukünftigen Kräfte der Kussmundflotte am Montagfrüh nach einer Einweisung in Elsfleth zu ihrem rund dreiwöchigen Ausbildungstörn unter Leitung von Kapitän Jens Wilbertz und seiner Crew aufgebrochen. 

Die „Lissi“, wie sie in Fachkreisen genannt wird, führt eine lange Tradition der von Elsfleth aus eingesetzten Segelschulschiffe in die Moderne. Denn nach wie vor werden junge Seeleute für die Handelsschifffahrt und Kreuzfahrten auf diesem Schiff ausgebildet.

Entgegen der ursprünglichen Ankündigung hat der Segler am Freitag, 29. August, nicht den Hafen von Hooksiel anlaufen. Die veränderten Tourenpläne wurden nicht mitgeteilt, so dass eine Reihe von Interessierten am Morgen vergebens auf die „Lizzi“ warteten. Bei der „Schulschiffverein Großherzogin Elisabeth Fördergesellschaft mbH“ war heute von einer „Kommunikationspanne“ die Rede.

Aktualisiert: Der Bericht wurde am heutigen Freitag, 29. August, aktualisiert

Testphase abgeschlossen: Zweites LNG Terminal startet kommerziellen Betrieb

Wilhelmshaven/Hooksiel (28. 8. 2025) – .Das zweite Wilhelmshavener LNGTerminal der Deutschen Energy Terminal G.bH (DET) geht am morgigen Freitag, 29. August, in den kommerziellen Betrieb. Vorausgegangen ist dem ein mehrwöchiger Testbetrieb mit einer Reihe von Funktions- und Leistungsprüfungen, der nach Angaben der DET erfolgreich verlaufen ist.

Der Probebetrieb ist abgeschlossen. An diesem Freitag beginnt der kommerzielle Betrieb an Bord der FSRU „Excelsior“. Foto: DET

Bereits am 1. August habe das Terminal seine störfallrechtliche Genehmigung vom Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg (GAA) ohne Beanstandungen erhalten. DET-Geschäftsführer Dr. Peter Röttgen: „Wilhelmshaven 02 vereint von der FSRU bis zur Einspeisung an Land gleich mehrere Technologien, die für Deutschland und Europa einzigartig sind: Einerseits ein flexibles Leitungssystem für den direkten Transfer von Erdgas ohne Rohrbrücke bis an Land. Eingriffe in das Ökosystem des Meeresbodens wurden dadurch erheblich reduziert. Andererseits ging das europaweit einmalige Ultraschallverfahren zur Reinigung des Meerwasser-Leitungssystems der FSRU nun in Betrieb.“ 

Reinigung der Leitungen mit Ultraschall

Das Terminal Wilhelmshaven 02 mit der Flüssigerdgas-Regasifizierungseinheit ( FSRU) „Excelsior“ soll im Regelbetrieb einen Beitrag zur Versorgungssicherheit sowie auch zur Befüllung der Gasspeicher vor der nächsten Heizperiode leisten. Das Terminal liegt in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens zwischen dem LNG Terminal Wilhelmshaven 01 und der HES-Tankfarm in der Jade. Die von der DET Anfang Juli in einer Vermarktungsrunde angebotenen Regasifizierungs-Kapazitäten bis einschließlich 2026 waren von Energiehändlern vollständig abgenommen. 

Beitrag zur Energiewende

Excelerate Energy, ein Anbieter von integrierten LNG-Infrastrukturlösungen, ist Eigentümer der FSRU „Excelsior“ und steuert deren gesamten Betrieb, einschließlich der Regasifizierung an Bord. David Liner, Vizepräsident des Unternehmens: „Das innovative Design des Terminals – einschließlich eines fortschrittlichen Gasexportsystems und Europas erster Ultraschall-AntifoulingTechnologie – demonstriert die Stärke unserer technischen Fähigkeiten und unser Engagement für operative Exzellenz. Wir sind stolz darauf, einen Beitrag zur Energiesicherheit Deutschlands und zur europäischen Energiewende zu leisten.“ 

Die Betriebsführung vor Ort für das Terminal hat DET an die Gasfin Services GmbH übertragen. Mit dem wirtschaftlichen Management sowie der Wartung und Instandhaltung des Terminals ist das litauische LNG-Unternehmen KN Energies betraut. 

Gas für Millionen Haushalte

2025 wird die „Excelsior“ bis zu 1,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas ins deutsche Gasnetz einspeisen. Rechnerisch entspricht das dem Jahresverbrauch an Erdgas zum Heizen von 1,5 Millionen Vier-Personen-Haushalten im Mehrfamilienhaus. In beiden Folgejahren werde die Regasifizierungs- und Netzeinspeisekapazität der „Excelsior“ dann jeweils bis zu 4,6 Milliarden Kubikmeter erreichen, so die DET.

Rettungsmission für den Hooksieler Strand: „Watt’n Panorama“ nimmt Gestalt an

Hooksiel (27. 8. 2025) – Die Planungen für die „Küsten- und Strandsicherung“ im Bereich des Badestrandes Hooksiel kommen in die Schlussphase. Am Dienstagabend stellte der Hooksieler Ratsherr Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) vor dem Ausschuss für Gemeindeentwicklung den Zwischenstand der Planungen vor, der sich zum Teil erheblich von ursprünglichen Überlegungen am Runden Tisch der beteiligen Behörden unterscheidet.

Der Natur-Sandstrand zwischen Strandhaus 1 und dem Hooksieler Außenhafen soll auf jeden Fall erhalten bleiben. Foto: hol

Das Problem ist klar identifiziert: Durch Strömung und Sturmfluten wird der Sand im Bereich des Strandhauses 1 immer wieder abgetragen. „Wir haben in den vergangenen zwölf Jahren etwa 200 Meter Badestrand verloren“, verdeutlichte Schäfermeier, der das Projekt für die Gemeinde begleitet, anhand von Messungen. Das Wasser der Jade nage jetzt schon unmittelbar am Strandhaus 1, das nach seiner Einschätzung noch besser gesichert werden muss, um auf Dauer bestehen zu können. Denn auch das ist klar: „Neubauten vor dem Deich bekommen wir nicht mehr genehmigt. Wir müssen das erhalten, was vorhanden ist.“

Strömung und Stürme nagen am Hauptstrand

Ein Großteil des Sandes, der am Badestrand weggetrieben wurde, hat sich sich an der Uferkante in Richtung Campingplatz wieder angesammelt. In Höhe des Hundestrandes habe sich so eine große Sandnase gebildet, die aber schon in den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer hineinragt und schon deswegen nicht befestigt werden darf.

Ein massives Deckwerk (orangene Linie) soll laut aktuellem Zwischen-Planungsstand den Hooksieler Strand sichern. Stege und Treppen würden zum Wasser führen. Etwa ab Höhe Strandhaus 2 würde sich vor dem Bauwerk noch ein Sandstrand befinden. Grafik: Planungsbüros

Ziel des Projektes (Arbeitstitel: „Watt’n Panorama“) , an dem nahezu alle Behörden beteiligt sind, die mit der Jade, dem Deich- und dem Naturschutz etwas zu tun haben, ist es, den Hooksieler Badestrand dauerhaft zu erhalten und so die Küstenlinie zu sichern. Dafür reiche es nicht aus, so die Erkenntnis, Sand aus der Jade aufzuspülen. Er müsse auch gesichert werden – zumindest im Bereich des Hauptbadestrandes. Von der ursprünglichen Idee, ein 1,8 Kilometer langes Deckwerk vom Außenhafen in Richtung Campingplatz zu bauen, sei man inzwischen wieder abgerückt, so Schäfermeier. Auch aus Kostengründen. 

Naturstrand bleibt erhalten

Auch seien sich die beteiligten Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden einig, dass das Strandstück zwischen dem Außenhafen und dem Strandhaus 1 auf jeden Fall in seiner ursprünglichen Form erhalten bleiben soll – auch wenn hier nach Sturmfluten gelegentlich Sand nachgelegt werden müsse. „Bei einer Ortsbegehung haben wir gesehen, wie toll die Kinder dort im Sand spielen. Das soll auch so bleiben.“

Das geplante, sturmflutsichere Deckwerk würde wie ein Sicherungsring um die Strandhäuser herum gelegt, ein gutes Stück direkt an der Wasserlinie entlang verlaufen, dann aber – in dem Bereich, in dem sich ohnehin überschüssiger Sand sammelt – zum Deich zurückgeführt werden. Das Deckwerk-Bauwerk selbst bestünde aus einer in Beton gegossenen Steinschüttung von etwa sechs Meter Breite, in der Höhe des Deichsicherungsweges. Die Fläche innerhalb des Sicherungsringes soll mit 250.000 bis 300.000 Kubikmetern Sande aufgefüllt werden, der gegebenenfalls aus der Jade eingespült werden könnte. Zudem, so Schäfermeier, sei in Richtung Campingplatz die Gestaltung einer Dünenlandschaft geplant, die bei Bedarf auch als Sanddepot genutzt werden könnte.

Treppen führen durchs Deckwerk

Baulich entspricht das Deckwerk der Steinschüttung am Heppenser Seedeich. Für die Einbindung eines solchen Bauwerks in einen Badestrand haben die Planer Vorbilder in Norddeich und an der Lagune in Büsum gefunden. An der Wasserkante soll das Deckwerk durch zwei große Treppenanlagen durchbrochen werden. Zudem sind behindertengerechte Wege über den Deich und Stege für Rollstuhlfahrer ins Watt vorgesehen. Auch an die Kite-Surfer, die vom Strandhaus 2 ins Meer streben, werde man denken, versicherte Schäfermeier.

Machbarkeitsstudie in Arbeit

Insgesamt seien vier Planungsbüros dabei, die Zwischenplanung zu verfeinern. Im Oktober/November soll eine Machbarkeitsstudie vorliegen, so dass die Planung noch in diesem Jahr abgeschlossen werden könnte. Schäfermeier zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingen kann, den Hooksieler Badestrand dauerhaft zu retten, ohne dass die Gemeinde Wangerland dafür eigenes Geld in die Hand nehmen muss. „Mit Blick auf unsere Haushaltslage brauchen wir eine 100-Prozent-Finanzierung“, so der Ratsherr. Eine Förderzusage über drei Millionen Euro liege bereits vor. Weitere Gespräche stünden noch aus.

Basar der Wünsche als Startpunkt für Kompetenzteams

Hooksiel (27. 8. 2025) – Die Zukunft von Hallenwellenbad und Gästehaus, die Bebauung des ehemaligen Feuerwehrareals am Alten Hafen, die geplante Strandaufspülung, der Lärm der Wurftaubenschießanlage, die Planungen von NPorts fürs Freizeitgelände … Es gibt Themen ohne Ende, die die Hooksieler Bürger und ihre Gäste umtreiben. Am Dienstagabend trafen sich gut 70 Interessierte auf Einladung des Seebadevereins zum zweiten „Bürger- und Gästesnak“ im Gästehaus zu einem Workshop.

Jede Karte ein Thema: Beim „Bürger- und Gästesnak“ des Seebadevereins wurden jede Menge Anregungen aufgenommen. Foto: hol

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Wolf Hegemann übernahm weitgehend Schriftführer Thomas Leimkühler die Regie. Auf kleinen Karten konnten alle Anwesenden Themen aufschreiben, bei denen sie Handlungsbedarf sehen. Die Karten wurde gesammelt und zu Sachfeldern zusammengesteckt. Das Ziel, so Leimkühler: Zu möglichst vielen der Sachfelder sollen sich Arbeitsgruppen mit jeweils einer Sprecherin oder einem Sprecher (Lotsen) bilden, die sich zu Kompetenzteams qualifizieren, die ihrerseits dann Lösungsvorschläge machen und – zum Beispiel der Gemeinde Wangerland – ihre Unterstützung anbieten können. 

Arbeitsgruppen für verschiedene Themen

Hegemann zeigte sich zuversichtlich, dass es für viele schwierige Themen Lösungen gibt. Der bauliche und technische Zustand des Hallenwellenbades in Hooksiel etwa sei deutlich besser als gemeinhin angenommen. Und die Zukunft der „Friesland-Therme“ in Horumersiel? „Warum überlegt man nicht, daraus ein Freibad zu machen.“

Auf den Kärtchen fanden sich ein ganze Reihe von sehr komplexen Themen wie etwa Tourismus, Infrastruktur, Zusammenarbeit und Erscheinungsbild des Ortsbildes. Eine Art Basar der Wünsche. Hooksiel braucht bessere Fuß- und Radwege, Stolpersteine sollen verschwinden. Die Vereine im Ort, aber auch gemeindeweit sollten enger zusammenarbeiten. Der Tourismus in Hooksiel benötigt ein Leitbild. Wichtig wäre ein Waschsalon im Ort – und eine Einkaufs-Alternative zum Supermarkt. 

„Tourismus-Bibel“ unverzichtbar

Aufgabe der nächsten Wochen und Monate wird es sein, die Ideen und Anregungen zu sortieren, gegebenenfalls Gespräche mit Fachleuten zu suchen und Positionen zu erarbeiten. Was der Ort auf jeden Fall benötigt, so Leimkühler, sei eine „Tourismus-Bibel“, in der Urlauber und Einheimische alle nur denkbaren für sie interessanten Informationen finden können. Von den Öffnungszeiten des Muschelmuseums bis zur Buchbarkeit des Tennisplatzes. 

Der nächste „Bürger- und Gästesnak“ soll am Dienstag, 23. September, um 18 Uhr erneut im Gästehaus Hooksiel stattfinden.

Hooksieler Ehepaar gewinnt das „Rosenkrieg-Turnier“

Hooksiel (25. 8. 2025) – Tatsächlich hat wieder ein Ehepaar das traditionelle „Rosenkrieg-Turnier“ der Tennisabteilung des FC Nordsee Hooksiel gewonnen. Petra aus Thorsten Csikos gewannen am Samstag alle ihre vier Mixed-Doppelpaarungen auf der Hooksieler Platzanlage.

Hatten viel Spaß beim „Rosenkrieg-Turnier“ des FCN Hooksiel. Foto: hol

In Hochzeiten gingen bis zu sieben Ehepaare aus den Reihen des Vereins zu dem Turnier an den Start. So viele miteinander verheiratete, spielfähige Tennispaare hat der Verein derzeit nicht mehr. Deshalb wurde das Turnier auch für befreundete Pärchen geöffnet.

Bei Sportwart Andre Abels hatten sich fünf Paare gemeldet, die im Laufe des Nachmittags im Modus jedes gegen jedes antraten. Nachdem Petra und Thorsten Csikos sich auch im letzten Spiel des Tages knapp gegen Bianca und Andre Abels durchsetzten konnten, war ihnen der Siegerpokal sicher. Abels wurden Zweite. Auf den Plätzen folgten Karina Fischer und Reiner Meints, Mira Karp und Keno Schönbohm sowie Kim Schang und Jonas Hegen. 

Im Anschluss ließ man den Tag in eine Grill-Runde ausklingen. Dem Vernehmen nach hat keine der Ehen bzw. Freundschaften unter den nervlichen Anspannungen der Doppel-Partien gelitten.

Alte Autos als Zugpferd für tausende Menschen

Hooksiel (25. 8. 2025) – Tausende Menschen machten gestern einen Abstecher zum Sommerfest auf dem Gelände der Hooksieler Skiterrassen. Hauptzugpferd waren dabei die zahlreichen Oldtimer, die sich auf Einladung der „Küsten Oldtimer Freunde“ eingefunden hatten. Erwartet worden waren bis 110 Exponate aus Stahl und Chrom. Tatsächlich säumten dann gut 200 über 25 Jahre alte Autos aller bekannten Herstellermarken das Wasserski-Becken. 

Gut 200 schicke Oldtimer waren beim Sommerfest an den Hooksieler Skiterrassen zu bewundern. Foto. hol

Vom Käfer über den Camping-Bulli bis zum Cadillac, vom Ford Taunus bis zum Opel Spider, vom NSU 1000 über einen Mercedes Benz bis zur Ente. Die Mobil-Show bot jede Menge Stoff, um in Erinnerungen zu schwelgen. Offenkundig Freunde hatten nicht nur die Besucher, sondern auch die Fahrzeugbesitzer aus der gesamten Region, die miteinander in Benzin-Gesprächen vertieft waren. 

An der gegenüberliegenden Seite der Anlage stellten unterdessen Feuerwehren ältere und neue Fahrzeuge vor. Die Freiwillige Feuerwehr Hooksiel demonstrierte die Einsatzfähigkeit einer ihrer modernen Löschfahrzeuge. Fliegende Händlern boten Flohmarktartikel an. Dazu gab es eine Reihe von Informationsständen, unter anderem vom Oldenburger Verein für krebskranke Kinder.

Für Kinder wurden zudem jede Menge Spiele angeboten. Und wer es ruhiger mochte, konnte den Blick bei einer Tasse Kaffee aufs Wasser richten, wo die Wasserskifahrerinnen und -fahrer für Aktion sorgten. 

Neu auf „Hooksiel-Life“: Blick auf Wetter und Gezeiten

Hooksiel (25. 8. 2025) – Auf „Hooksiel-Life“ gibt es einen neuen Service. Auf der Veranstaltungsseite der Netzzeitung findet sich ein neuer Reiter, über den Nutzer das aktuelle Wetter in Hooksiel und die Gezeiten erkunden können. Die Informationen werden in Kooperation mit der Hooksieler „Agentur am Meer“ angeboten.

Wann ist Hoch-, wann Niedrigwasser am Strand von Hooksiel? Das ist eine wichtige Information nicht nur für Badegäste, sondern auch für Wattwanderer. Da sich die Gezeiten täglich verschieben, ist es schon aus Sicherheitsgründen klug, sich im Vorfeld schlau zu machen. Denn bei auflaufendem Wasser kann das Watt auch mal tückisch werden.

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Seebadeverein lädt zum zweiten Gäste- und Bürgersnak

Hooksiel (24. 8. 2025) – Der Seebadeverein Hooksiel lädt für Dienstag, 26. August, zur zweiten Auflage seiner Veranstaltungsreihe „Gäste- und Bürgersnak“ ein. Ab 18 Uhr sollen im Gästehaus Hooksiel aktuelle Themen aus Hooksiel und dem gesamten Wangerland besprochen, Informationen ausgetauscht und Lösungsansätze gesucht werden.

Nach den Worten des Seebadevereins-Vorsitzenden Wolf Hegemann ist geplant, in dem „Workshop“ unter anderem wichtige Themenfelder zu identifiziert und dazu Kompetenzteams zu bilden, die sich näher mit den entsprechenden Problemen befassen. Geladen zu der Veranstaltung sind neben den Mitgliedern des Seebadevereins auch andere Interessierte aus Hooksiel und dem gesamten Wangerland.

Kommentar: Gemeinde und Leistungsträger müssen endlich ihre Hausaufgaben machen

Von Gerd Abeldt

Hooksiel (23. 8. 2025) – Es wird höchste Zeit, dass die Gemeinde Wangerland eine touristische Zukunftsstrategie entwickelt. Jetzt! Und nicht erst nach den Kommunalwahl im kommenden Jahr, und auch nicht erst nach dem Ende der finanziellen Schieflage der Wangerland Touristik GmbH (WTG). 

Wenn in den vergangenen Tagen eines klar geworden ist: Die gemeindeeigene WTG wird nach dem hoffentlich erfolgreichen Abschluss der „Insolvenz in Eigenregie“ völlig anders aussehen als bislang. Der Verkauf des Immobilienbesitzes und ganzer Betriebsteile hat begonnen – und wird weiter gehen. Das ist das erklärte Ziel von Geschäftsführung und des Gläubigerausschusses.

WTG wird sich komplett verändern

Nachdem man einen Investor für den Campingplatz Hooksiel (samt Hallenwellenbad) und Interessenten für die Strandkorb-Bewirtschaftung gefunden hat, werden aller Wahrscheinlichkeit nach auch der Campingplatz in Schillig, die „Friesland-Therme“ und das Thalasso Meeres Spa, in Horumersiel, vielleicht auch der Sitz der Kurverwaltung sowie das Gästehaus Hooksiel ins Verkaufs-Schaufenster gestellt werden. 

Ob sich jeweils Investoren finden, wird sich zeigen. Klar ist aber, dass die WTG ein völlig anderes Unternehmen werden wird – weg vom Immobilienverwalter, hin zu Tourismus-Dienstleister und Marketing-Zentrale. 

Gemeinde hat als Unternehmer versagt

Das operative Tourismusgeschäft soll privatisiert werden. Gut so. Die WTG und die Gemeinde Wangerland als ihr einziger Gesellschafter haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie nicht in der Lage sind, die betriebswirtschaftlichen Herausforderungen einer Branche im Umbruch zu meistern.

Beleg dafür ist nicht nur das Desaster um den Bau des Thalasso-Zentrums, dessen Baukosten sich bekanntlich verdreifachen haben. Schon zuvor fehlte die Kraft, und der politische Wille, zur Neuausrichtung der WTG. So schreckte man nach Protesten vor dem Bau eines 4-Sterne-plus-Hotels in Horumersiel zurück, das als Ergänzung zu einem Thalasso-Tempel zwingend notwendig wäre. In Hooksiel verliefen die Bemühungen der WTG nach Vorbehalten in der Politik im Sande, die Zukunft des Hallenwellenbades durch einen privaten Hotelinvestor abzusichern. Der Verkauf des von der WTG ohnehin ungeliebten Gästehauses scheiterte am Widerstand der Bürger, auch weil eine groß angelegte Seniorenanlage nicht vermittelt werden konnte

WTG zwischen Wunschdenken und Überforderung

Hinzu kommt, dass die Gemeinde ihre Tourismus-Tochter immer wieder mit Dingen überforderte, die politisch gewünscht, aber wirtschaftlich fragwürdig waren. Was soll die WTG mit einem Acker in Tettens, auf dem potenziell einmal ein Campingplatz entstehen könnte? Warum steckte die WTG zwei Millionen Euro in der Bau der Brücke über das Wangermeer in Hohenkirchen, statt mit dem Geld eine Rücklage für absehbar notwendige Sanierungen an den Campingplätzen oder in den Bädern zu bilden?

Der Eindruck, der sich aufdrängt: Die Marschrichtung der WTG ist viel zu lange vom Wunschdenken in Politik und Geschäftsführung bestimmt worden und nicht von wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Das dürfe sich bei einer Privatisierung weiter Teile des Unternehmens ändern. Wobei natürlich das Risiko besteht, dass nicht jeder Investor zwingend ein guter Unternehmer ist, und vor allem: dass nicht jedes auf Rendite bedachte Privatunternehmen bei seiner Kapitalanlage auch die Belange der Bürger und der anderen touristischen Leistungsträger im Gemeindegebiet im Blick hat. 

Zukunftsstrategie zwingend erforderlich

Um so wichtiger ist eine touristische Zukunftsstrategie der Gemeinde. Hier muss der öffentliche Rahmen für private Investoren abgesteckt werden, etwa durch entsprechende Bebauungspläne. Wohl wissend, dass Tourismus die einheimischen Bürgerinnen und Bürger auch nicht überfordern darf. Nicht jeder sieht in der Ferienwohnung nebenan eine Bereicherung seines Umfelds. 

Was kann und soll mit zum Verkauf stehenden WTG-Immobilien passieren? Sind neue Hotels erwünscht? Wo und in welcher Größenordnung? Will und kann die Gemeinde zumindest ein öffentliches Hallenbad absichern – als Wirtschaftsförderung für den Tourismus, aber auch als Daseinsvorsorge für die Wangerländer Bürger? Fragen über Fragen, auf die die Kommunalpolitik Antworten finden muss. 

Leistungsträger brauchen gemeinsame Stimme

Gut beraten sind die demokratisch legitimierten Gemeindevertreter, wenn sie bei der Suche nach dem richtigen Kurs die lokalen Akteure wie Hoteliers, Gastronomen, Vermieter, aber auch Seebade- und Gewerbevereine intensiv mit einbindet und deren Knowhow nutzen. Dafür braucht es kein Stimmrecht der „Leistungsträger“ im nur beratenden Tourismusausschuss des Rates und auch keine Sitze in der WTG-Lenkungsgruppe, deren Einfluss aller Voraussicht nach in Zukunft ohnehin deutlich abnehmen wird.

Viel wichtiger wäre eine regelmäßige Kommunikation zwischen Politik und Leistungsträgern auf Augenhöhe, geprägt von Respekt und überlappenden Interessen. Der Tourismus ist nun einmal der wichtiges Wirtschaftszweig und bedeutendste Arbeitgeber in der Gemeinde. Dafür müssten die betroffenen Unternehmen, Vereine und Verbände, die derzeit auf zumeist auf Ortsebene – in Hooksiel, Horumersiel-Schillig, Minsen und Hohenkirchen – agieren, aber endlich mit einer Stimme sprechen. 

Auch die Leistungsträger müssen ihre Hausaufgaben machen und Barrieren überwinden. Erst der Zusammenschluss zu einem Tourismus-Verein fürs ganze Wangerland garantiert einen wirkungsvolleren Zugang zur Politik und entsprechenden Einfluss auf die künftige Tourismusstrategie der Gemeinde. 

Viele Menschen durch Höhen und Tiefen begleitet

Hooksiel (23. 8. 2025) – Interview mit Pastor Stefan Grünefeld, der Hooskiel Ende November nach 22 Jahren als Seelsorger verlassen wird.

Hooksiel-Life: Herr Grünefeld, sie werden nach 22 Jahren Hooksiel verlassen. Macht Ihnen die Arbeit als Pastor keinen Spaß mehr?
Grünefeld: Ganz im Gegenteil. Es hat mir immer sehr viel Freude bereitet, Kontakt zu den Menschen zu haben, Menschen zusammenzubringen und sie durch Höhen und Tiefen begleiten zu dürfen. 

Hooksiel-Life: Warum dann der Wechsel nach Oldenburg?
Grünefeld: Der Bischof, Thomas Adomeit, hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, für ihn als Referent zu arbeiten. Das ist eine neue Herausforderung, der ich mich gern stellen möchte.

Hooksiel-Life: Was erwartet Sie konkret?
Grünefeld: Zu den Aufgaben eines Referenten gehört viel Organisation wie etwa die Vor- und Nachbereitung von Sitzungen. Die Aufgabe unterscheidet sich schon erheblich von meiner bisherigen Tätigkeit, die mir auch sehr viel Freude bereitet hat. Aber ich will auch nicht verhehlen, dass gerade die Zeit der Vorbereitung der Fusion zur Kirchengemeinde Wangerland von 2019 bis Ende 2022 sehr viel Kraft und Energie gekostet hat.

Hooksiel-Life: Als Referent werden Sie geregeltere Arbeitszeiten haben als als Pastor?
Grünefeld: Das ist nicht entscheidend. Aber ich hoffe schon, dass ich wieder etwas mehr Zeit finden werde, mich um meine Hobbys wie Motorrad fahren und Oldtimer zu kümmern.

Hooksiel-Life: Ihre Kollegin, Frau Harke, hat Sie als Vordenker in der Kirchengemeinde bezeichnet …Grünefeld: Das ist nett von ihr. Wir habe eine Reihe von neuen Dingen vorangetrieben, oft als Team. Taufen am Strand gehören dazu, der zentrale Erntedank-Gottesdienst oder die Open-Air-Gottesdienste am Alten Hafen von Hooksiel. Mir persönlich war zudem die jahrelange Arbeit in der Notfallseelsorge sehr wichtig – und natürlich der Umgang mit den Konfirmanden. Seit 2017 haben wir ein jährliches „Konfi-Camp“. Das ist wirklich eine schöne Sache.

Hooksiel-Life: Für ihre neue Tätigkeit werden die aus Hooksiel wegziehen müssen. Bedauern Sie das?Grünefeld: Nun, die Pastorei ist an die Pfarrstelle gebunden. Das war mir immer bewusst. Aber hier habe ich 22 Jahre gelebt und gearbeitet, hier sind meine beiden Kinder groß geworden. Hooksiel wird für mich schon ein Stück Heimat bleiben.