Kunst oder nicht? Diese Frage werfen die mit Hilfe von KI gefertigten Arbeiten von Manfred Rautenberg (links) auf. Er stellt neben Andreas Brauer (rechts) im Künstlerhaus Hooksiel aus. Renate Janßen-Niemann zeigt zudem ein Werk von Anna aus der Ukraine. Daneben: Bürgermeister Mario Szlezak. Foto: hol
Hooksiel (10. 2. 2025) – Was ist Kunst? Und was nicht? Diese Fragen bewegt Menschen vermutlich schon so lange wie es Kunst gibt. Mit der am Wochenende eröffneten „Winterausstellung“ schiebt das Künstlerhaus Hooksiel die Debatte neu an. Kann KI Kunst erschaffen?
Künstlerhausleiterin Renate Janßen-Niemann begrüßte zu der Vernissage rund 50 Interessierte, darunter Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak und zwei der drei ausstellenden Künstler: Andreas Brauer aus Hooksiel und Manfred Rauternberg aus Wilhelmshaven waren vor Ort. Bilder der 12-jährigen Anna aus der Ukraine haben Mitstreiter der Ukraine-Hilfe „Friesen helfen grenzenlos“ aus dem Kriegsgebiet nach Hooksiel gebracht.
„Buko bestand auf Ölmalerei“
Brauer, Vermessungsingenieur in Ruhestand, hat das Malen beim Wilhelmshavener Künstler Buko Königshoff erlernt. Seit dessen Erkrankung lässt er sich in einer Malgruppe um Bernd Nöhre inspirieren. „Buko bestand auf Ölmalerei“, verriet Brauer. Und er erkannte das Talent seines Schützlings für das Malen von Portraits. So blicken jetzt unter anderem Jack Nicholson, Keith Richards und William Dafoe lebensecht auf die Besucher des Künstlerhauses. Unstrittig Kunst sind auch die Landschaftsbilder von Brauer.
Bei den Arbeiten von Rautenberg lässt sich darüber streiten. „Für reine Puristen ist das sicherlich keine Kunst“, räumte der 78-Jährige ein. Reine Fotografie? Pure Malerei? Damit kann der Gestalter nicht dienen. Seine Wurzeln liegen in der Fotografie und der Bildgestaltung am Computer. Die Drucke, die Ölgemälden täuschend ähnlich sehen, nennt er DigitalArt-Bilder. „Der künstlerische Fokus liegt auf der kreativen, unkonventionelle Umsetzung der Wirklichkeit“, sagt Rautenberg, einer „sorgfältig ausbalancierten Mischung aus menschlicher Kreativität und technologischer Innovation“.
„Eigener Stil muss erhalten bleiben“
Ein Foto zeigt eine Lahnung im Watt. Die „künstliche Intelligenz“ verfremdet das Bild im Computer, ordnet die Elemente neu, legt vielleicht einen Nebel über das Geschehen – und stellt dem Gestalter so eine Reihe möglicher „Kunstwerke“ zur Verfügung. „Die KI unterstützt lediglich den künstlerischen Prozess“, sagt Rautenberg, der als Kurator den besten KI-Vorschlag auswählt und ihm den letzten Schliff verpasst. „Es gibt unendliche Möglichkeiten der Bildgestaltung. Aber der eigene Stil, der muss erhalten bleiben.“
Abgerundet wird die Ausstellung durch kleinformatige Landschaftsbilder der in der Ukraine schon prämierten Nachwuchskünstlerin Anna. Wie Renate Janßen-Niemann versichert, gehen die Erlöse aus dem Verkauf dieser Bilder zurück in das vom Krieg gepeinigte Land, in dem Anna mit einer kranken Schwester und einem beinamputierten Vater ausharrt.
Die Ausstellung ist bis Mitte März jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Wie bei der vor zehn Jahren ins Leben gerufenen Winterausstellung-Serie üblich, werden die Künstler zu den Öffnungszeiten vor Ort und ansprechbar sein.
Einsatzkräfte der Feuerwehr halfen dem Rettungsdienst in der Goedeke-Michel-Straße. Foto: hol
Hooksiel/Wangerland (9. 2. 2025) – Großalarm. Heute Mittag kurz vor 13 Uhr wurden alle sieben Feuerwehren im Wangerland nach Hooksiel gerufen. Zusätzlich angefordert wurden die Drehleiter der Feuerwehr Jever und ein Rettungswagen.
Der Grund: Ein „Feuer im Kuhstall“. Auf einem Bauernhof brannten Bauteile einer Photo-Voltaik Anlage mit sehr großer Rauchentwicklung und Flammenbildung. „Glücklicherweise konnte der betroffene Landwirt den Brand noch mit einem Pulverlöscher bekämpfen, so dass alle anderen Feuerwehren noch auf der Anfahrt umdrehen konnten“, berichtet die Freiwillige Feuerwehr Hooksiel. Feuerwehrleute der hiesigen Wehr hätten die Brandstelle noch einmal gründlich mit der Wärmebildkamera kontrolliert. Danach konnten sie endgültig Entwarnung geben.
In der Nacht zum Freitag war die Hooksieler Wehr gegen Mitternacht vom Rettungsdienst in die Goedeke-Michel-Straße gerufen worden. Die Helfer sollten eine Tür öffnen. Die gute Nachricht: Der betroffenen Person geht es wieder gut. Die Bilanz der Feuerwehr: „Wir konnten schnell und ohne Schaden helfen“
Der DLRG-Vorsitzende Sven Hannemann (rechts) und sein Stellvertreter Arne Schmöckel (links) ehrten langjährige Mitglieder: (von links) Iris Künken (40 Jahre), Hans-Dieter Hannemann (50 Jahre), Karsten Mewes und Nils Hicken (beide 40 Jahre). Foto: hol
Hooksiel (9. 2. 2025) – Die DLRG Ortsgruppe ist mit 619 Mitgliedern aktuell der größte Verein im Wangerland. Und sicherlich einer der harmonischsten. Auf der Jahreshauptversammlung am Samstag im Gästehaus in Hooksiel wurde der gesamte Vorstand einstimmig für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.
Vorsitzender bleibt Sven Hannemann, sein Stellvertretender Arne Schmöckel. Sandra Kaufeld kümmert sich weiterhin um die Kasse, Eckhard Kaufeld um die Öffentlichkeit, Marina Schmöckel (Stellvertreter Jonas Jankowski) um die Ausbildung, Thorsten Knebel (Stellvertreter Dirk Daniel) um Einsatzfragen. Als Beisitzer in den Vorstand gewählt wurden Luca Esch, Sandra Gerdes und Karsten Mewes.
Wangerland Bürgermeister Mario Szlezak dankte den Lebensrettern, dass sie an den Stränden und in den Bädern im Wangerland einen sicheren Badebetrieb gewährleisten. Neben der Schwimmausbildung und der Aufklärungsarbeit hob der Bürgermeister die gute Jugendarbeit hervor.
Arne Schmöckel spielte für die DLRG den Ball in Richtung Gemeinde und Wangerland Touristik GmbH (WTG) zurück. Er dankte für die Möglichkeit zur kostenlosen Nutzung des Hallenwellenbades in Hooksiel. Unter anderem bietet die DLRG hier jeden Sonntag fünf Stunden Ausbildung an. Wohl mit Blick auf die angespannte Finanzlage bei Gemeinde und WTG sagte Schmöckel: „Wir hoffen, dass das noch möglichst lange so bleibt.“
Die Wettkampfgruppe der DLRG-Wangerland präsentiert sich stolz mit ihren neuen Jacken. Foto: hol
Der Bürgermeister versicherte, dass den Ratsmitgliedern bewusst sei, dass die DLRG auf das Bad angewiesen ist. „Wir werden alles versuchen, was geht. Niemand wird das Bad leichtfertig schließen.“ Für den Landkreis Friesland dankte die Kreistagsabgeordnete Marianne Kaiser-Fuchs für das Engagement der Wangerländer, die auch in den Katastrophenschutz des Kreises eingebunden sind.
Den meisten Applaus für ihr Grußwort erntete Roswitha Hannemann. Die Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Horumersiel kündigte an, dass die Dorfgemeinschaft in diesem Jahr für die DLRG-Jugendgruppe die Buskosten für den Besuch des Heideparks in Soltau übernehmen werde. Jugendwart Felix Schmöckel hatte zuvor mitgeteilt, dass der beliebte Ausflug wegen der gestiegenen Kosten ausfallen müsse.
Im Rahmen der Hauptversammlung hatten zuvor die Vorstandsmitglieder das zurückliegende Jahr Revue passieren lassen. Ein Höhepunkt: Der Zulauf des neuen Rettungsbootes „Otto Gehrke“. Das Boot hat nach den Worten von Hannemann in der vergangenen Saison schon gute Dienste geleistet, ist aktuell aber wieder beim Hersteller, der einige Schwachstellen nachbessert. „Wir werden in diesem Jahr die Taufe nachholen.“Auch das zweite Boot der DLRG, die „Wangerland 1“, sei derzeit für Sanierungsarbeiten in Schleswig-Holstein. Gut voran gekommen sei auch der Umbau der zentralen DLRG-Unterkunft im Hooksieler Gewerbegebiet.
Stolz ist die Ortsgruppe auch auf ihre mit 33 Rettungsschwimmerinnen und -schwimmern sehr starke Wettkampfgruppe, die intensiv für die Bezirks- und Landesmeisterschaften trainiert. Auch diese Gruppe wird von Sponsoren unterstützt. So habe ein Ambulanter Pflegedienst neue Flossen für die Wettkämpfe beschafft. Augenoptiker Fielmann stattete zudem die gesamte Gruppe mit Jacken aus.
Der alte und neu Vorstand der DLRG-Ortsgruppe Wangerland. Von links (stehend): Felix Schmöckel (Jugendwart), Marina Schmöckel (Ausbildung), Sandra Kaufeld (Schatzmeisterin), Karsten Mewes (Beisitzer), Sven Hannemann (Vorsitzender), Thorsten Knebel (Einsatz), Arne Schmöckel (2. Vorsitzender) sowie davor Sandra Gerdes (Beisitzerin) und Eckhard Kaufeld (Öffentlichkeitsarbeit). Foto: hol
Zu den Kernaufgaben der DLRG gehört die Schwimmausbildung. In 2024 habe man 142 Abzeichen abgenommen – vom „Seepferdchen“ bis zum Deutschen Rettungsschwimmer-Abzeichen, so Marina Schmöckel. Ausgebildet worden seien unter anderem auch fünf Schnorcheltaucher. Die Ausbildungsleiterin berichtete von einer Fülle von Aktivitäten, wozu auch etliche gesellige Veranstaltungen wie Spieleabende, Ausflüge und Grillfeste gehörten.
Knebel danke als Leiter Einsatz für die zahlreichen Spenden und Fördergelder, die die Anschaffung eines neuen Rettungsbootes erst ermöglicht hätten. Mit den beiden Rettungsbooten der Ortsgruppe habe man im vergangenen Jahr 248 Wachstunden geleistet. Zu den üblichen Einsätzen am Strand gehöre die Rettung von erschöpften Kitesurfern, die Suche von im Watt vermissten Personen sowie das Bergen diverser Luftmatratzen und Schlauchboote. Insgesamt hätten die Retter der DLRG 1276 Einsatzstunden geleistet. Dazu gehöre auch die Beteiligung am Katastrophenschutz-Einsatz im Januar 2004 im von Hochwasser bedrohten Heidekreis.
Hooksiel (5. 2. 2025) – Eine mögliche Entscheidung über die Zukunft des Restaurants im Meerwasser-Hallenwellenbad in Hooksiel verzögert sich. Wie das Landgericht Oldenburg auf Anfrage von „Hooksiel-life“ bestätigte, ist der für den 12. Februar geplante Termin für den nächsten juristischen Schlagabtausch zwischen der Wangerland Touristik GmbH (WTG) und der Salzwiesen Gastronomie & Event GmbH in den März verschoben worden.
Zu den Gründen dafür machte eine Gerichtssprecherin keine Angaben. Die Verhandlung ist jetzt für den 25. März angesetzt. Dabei geht es um die Rechtmäßigkeit und weitere Modalitäten der Trennung der WTG als Eigentümerin des Bades von der ehemaligen Pächterin der Restauration. Die Kündigung war Mitte 2023 ausgesprochen worden. Das Restaurant ist weiterhin geschlossen.
Der Vorstand des Hooksieler Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe. Vorsitzende Almuth Janssen (2. von rechts) wird unterstützt von (von links) Axel Zimmermann, Hans-Ott Vogt, Sven Klostermann und Anja Seidel-Vogt. Foto: hol
Hooksiel (5. 2. 2025) – Der Hooksieler Gewerbeverein spricht sich für einen Hotelbau am Alten Hafen von Hooksiel aus. Mit Blick auf die für den kommenden Dienstag, 11. Februar, erwartete Vorentscheidung über den Verkauf des ehemaligen Feuerwehrareals will der Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe (HHG) einen Brief an den Rat der Gemeinde Wangerland schreiben, indem die Vorzüge eines Hotels für den Ort unterstrichen werden. Ein entsprechender Antrag wurde auf der Jahreshauptversammlung des HHG am Dienstag Abend einstimmig unterstützt.
Vorsitzende Almuth Janssen begrüßte im Restaurant „Zum schwarzen Bären“ über 20 der insgesamt rund 40 HHG-Mitglieder. Im Anschluss an die Vereins-Regularien wurde vor allem über die Planungen am Alten Hafen und die Entwicklung des Freizeitgeländes diskutiert. Wie berichtet, will die Gemeinde das ehemalige Feuerwehr-Areal verkaufen. Aktuell sind noch Investoren für zwei Projekte im Rennen: ein Vier-Sterne-Hotel mit 60 Zimmern und einigen Suiten sowie ein Health-Care-Gebäude mit Appartements für Menschen mit Beeinträchtigungen.
Man habe nichts gehen ein Health-Care-Gebäude. Aber das Filetgrundstück am Alten Hafen sei dafür der falsche Platz, hieß es in der Runde. Von einem Hotel hingegen verspreche man sich eine wirtschaftliche Belebung des Orts, vor allem in der Vor- und Nachsaison. Ein Tipp in Richtung Rathaus: Damit das Hotel tatsächlich so gebaut wird wie geplant, sollte die Gemeinde einen Vorhaben bezogenen Bebauungsplan verabschieden und mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag schließen.
Als sehr positiv bewertet der 2. Vorsitzende des HHG, Hans-Ott Vogt, dass die landeseigene Hafengesellschaft Niedersachsen Ports (NPorts) sich neben der Sanierung der Schleusen auch die Entwicklung des Hooksieler Freizeitgeländes auf die Fahnen geschrieben hat. Eine mit der Erstellung eines Konzeptes beauftragte Firma habe bereits ein Gespräch mit den Anrainern geführt. Auf Grundlage des mit der Gemeinde und der Wangerland Touristik GmbH abzustimmenden Konzeptes könnten – unabhängig von neuen Projekten – langfristige Erbpachtverträge geschlossen werden, so die Hoffnung von Vogt, Geschäftsführer der Hooksieler Skiterrassen. „Damit gäbe es endlich Planungssicherheit für Investitionen.“
In ihrem Bericht hatte Almuth Janssen das HHG-Jahr Revue passieren lassen. So hat der Verein eine Reihe von Aktivitäten im Ort unterstützt und will das auch künftig tun. Ausdrücklich lobte die Vorsitzende das Engagement der örtlichen Arbeitsgruppe. Man werde unter anderem noch zehn weitere Weihnachtssterne für den Ort beschaffen, die Veranstaltung „Herbstleuchten“ bezuschussen und die Verpflegung der Kinder von Schule und Kindergarten beim „Frühjahrsputz“ übernehmen.
2026 wird beim HHG eine Ära zu Ende gehen. Almuth Janssen kündigte an, dass sie sich im kommenden Jahr nicht mehr zur Wiederwahl stellen wird. Zur neuen Schriftführerin wurde Anja Seidel-Vogt gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Lutger Niehoff an. Der Posten des Festausschuss-Vorsitzenden blieb vakant.
Hooksiel (4. 2. 2025) – Der geplante Verkauf des ehemaligen Feuerwehr-Grundstückes am Alten Hafen in Hooksiel kommt n die entscheidende Phase. Wie die Gemeinde Wangerland heute mitteilt, sollen in der nächsten Woche die vorliegenden „Konzepte zum Verkauf des Grundstückes der ehemaligen Feuerwehr in Hooksiel“ in einem öffentlich tagenden Ausschuss vorgestellt und beraten werden.
Dabei ist offenbar bereits eine Vorentscheidung gefallen. Wie Bürgermeister Mario Szlezak auf Anfrage von „Hooksiel-life“ sagte, werden vor dem Ausschuss lediglich die Pläne für den Bau eines Vier-Sterne-Hotels sowie für ein so genanntes „Health-Care-Gebäude“ präsentiert werden. „Der Ausschuss soll für eines der beiden Projekte eine Empfehlung abgeben, so dass wir danach entscheiden können.“
Architekt Norbert H. Kröhnhoff präsentiere im September im Gästehaus von Hooksiel die Pläne für den Bau eines Vier-Sterne-Hotels am Alten Hafen von Hooksiel. Archiv-Foto: hol
Der Ausschuss des Gemeinderates für Gemeideentwicklung und Sanierung tagt am Dienstag, 11. Februar, ab 19 Uhr im Gästehaus in Hooksiel. ie Sitzung wird auch live auf dem Voutube-Kanal der Gemeinde übertragen. Der Bürgermeister hatte auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland angekündigt, dass über den Verkauf des Grundstückes möglichst im ersten Quartal dieses Jahres entschieden werden soll.
Im vergangenen Jahr hatten im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens fünf Bewerber ihre Pläne vorgestellt. Zwischenzeitlich soll es mit den möglichen Investoren mehrere Gespräche gegeben haben. Die finanziell stark unter Druck stehende Gemeinde verspricht sich von Verkauf des Filetstücks im Herzen von Hooksiel Einnahmen in Höhe von 420.000 Euro.
Michael Moos und der Architekt Norbert H. Kröhnhoff hatten im September Pläne für ein Vier-Sterne-Hotel mit bis zu 60 Einzel- und Doppelzimmern sowie einigen Suiten vorgestellt. Geplante Investitionssumme: Rund zehn Millionen Euro. Die Bremer Specht-Gruppe plant hingegen ein „Health-Care-Gebäude“ mit 15 Appartement-Wohnungen vor, in denen vornehmlich Familien mit sehr betagten oder anderweitig beeinträchtigten Angehörigen Urlaub machen sollen. Das Unternehmen setzt Baukosten von rund 5,5 Millionen Euro an.
Das Hooksieler Freizeitgelände erstreckt sich von der Außenschleuse bis zur zweiten Deichline. Das künstlich geschaffene Areal gehört dem Land Niedersachsen. Foto: NPorts/Falcon Crest
Hooksiel (4. 2. 2025) – Das Immobilien-Beratungsunternehmen Robert C. Spies entwickelt für die landeseigene Hafengesellschaft Niedersachsen Ports (NPorts) ein umfassendes Konzept zur Entwicklung und touristischen Nutzung für das rund 200 Hektar große Freizeitgelände in Hooksiel. Ziel des Konzeptes ist es, das Potenzial der touristisch attraktiven Lage zwischen dem Binnentief Hooksmeer und der Nordsee optimal zu heben und innovative Möglichkeiten zu erschließen.
„Wir freuen uns, dass wir mit Robert C. Spies einen erfahrenen Berater im Bereich von Entwicklungsprojekten gewonnen haben. Wir planen in enger und interdisziplinärer Zusammenarbeit, eine nachhaltige Entwicklung des Freizeitgeländes zu schaffen, um die enormen Potenziale der Region zu nutzen“, sagt Marko Meyer, Abteilungsleiter Immobilien von NPorts Wilhelmshaven. Robert C. Spies hatte sich im Herbst in einer öffentlichen Ausschreibung durchgesetzt. Die Hafengesellschaft ist sowohl für den Betrieb und die Unterhaltung des Außenhafens und der Schleuse als auch für das Areal Hooksmeer (Binnentief) und dem nördlich daran angrenzenden Freizeitgelände verantwortlich.
Das Land hatte in den zurückliegenden Jahren mehrfach versucht, das Freizeitgelände an die Gemeinde Wangerland zu verkaufen. Knackpunkte dabei waren zum einen stets die Kosten für die Unterhaltung der Schleuse und des Hooksmeeres, zum anderen die Nähe zu den Industrieanlagen auf dem Voslapper Groden in Wilhelmshaven. Jetzt will man gemeinsam mit der Gemeinde und der Wangerland Touristik GmbH Pläne für eine Nutzung des Areals entwickeln und daraus die Bauleitplanung entwickeln. Derzeit gibt es für das Areal lediglich einen Flächennutzungsplan..
Rund ein Viertel der Fläche sei baurechtlich für übergeordnete Nutzungen wie Freizeit, Erholung und die Ansiedlung von touristischen Unterkünften vorgesehen, heißt es in einer Mitteilung der Immobilien-Beratung. Dies könne zum Beispiel die Entwicklung von Ferienparks, Hotels und Hausbooten umfassen, die sich harmonisch in die natürliche Umgebung integrieren sollen.
Die Firma Robert C. Spieß hat von NPorts bereits im vergangen Herbst den Auftrag erhalten. Inzwischen hat es erste Gespräche mit Anrainern über deren aktuelle Nutzungen (Wasserskianlage, Segelvereine) gegeben. Deren Ideen und Wünsche sollen in das Konzept einfließen, das im Frühjahr vorliegen werde und dann intern und extern diskutiert werden solle.
„Im Rahmen der Projektentwicklung planen wir ein vielseitiges Nutzungskonzept aufzustellen, das ansprechende Angebote in den Bereichen Sport, Wellness, Freizeit, Gesundheit sowie Bildung für verschiedene Zielgruppen bieten soll. Wir haben erste Schritte unternommen und prüfen derzeit Entwicklungskonzepte, die sowohl den touristischen als auch den lokalen Anforderungen gerecht werden“, sagt Andreas Fuchs, Geschäftsführer des Bereiches Projekte & Entwicklung bei Robert C. Spies.
Mathias Lüdicke, Leiter der NPorts-Niederlassung Wilhelmshaven: „Dabei ist es uns besonders wichtig, dass wir die vorhandenen Ansiedler, die Gemeinde Wangerland und deren Tochter Wangerland Touristik aktiv in die Planungen mit einbeziehen. Die Entwicklung soll das Areal beleben und zugleich im Einklang mit Natur und Mensch sein.“
Aktualisierung: Der Artikel ist am 5. Februar in Teilen aktualisiert worden.
Die Erdarbeiten der Wangerland Touristik hatten auf dem Parkplatz an der Jaderennbahn noch nicht den gewünschten Erfolg. Der Mutterboden verwandelt sich bei feuchter Witterung in Schlamm. Foto: hol
Hooksiel (3. 2. 2025) – Eine Woche lang wurde am Parkplatz an der Jade-Rennbahn gearbeitet, um die Stellflächen zu sanieren. Mit zweifelhaftem Erfolg. „Wer jetzt dort gebührenpflichtig parkt, erhält kostenlos ein verschmutztes Fahrzeug“, klagt der Hooksieler Ulrich Nolzen. „Beim Aussteigen versinkt man im Boden, beim Einsteigen wird der Fahrzeuginnenraum extrem verschmutzt.“
Gedacht war das anders. Der Bauhof der Wangerland Touristik GmbH (WTG) habe Schlamm und Mutterboden von dem Parkplatz an der Bäderstraße abtragen und die Stellflächen glätten wollen, sagte WTG-Sprecherin Larissa Strangmann auf Anfrage von „Hooksiel-Life“. Man werde den Parkplatz jetzt aber noch einmal in Augenschein nehmen, um zu sehen, ob dadurch neue Probleme entstanden sind.
Aus Sicht von Ulrich Nolzen müsse auf dem gerade bei Spaziergängern sehr beliebten Parkplatz unbedingt nachgebessert werden. Gerade bei feuchter Witterung und bei Regen seien die Zustände unhaltbar. „Die Parkgäste sind total sauer und müssen auch noch dafür bezahlen.“ Sein Vorschlag: Die WTG sollte statt des Mutterbodens eine Granulatmischung auf den Flächen ausbringen. „Dann wären die Gäste sicher langfristig zufrieden.“
Sturmfluten sind eine permanente Gefahr für die Küstenregionen. Der Februar-Flut von 1825 waren etliche Deiche nicht gewachsen. Auch in Hooksiel starben Menschen. Themen-Foto: State of Emergency/Fotolia
Hooksiel (2. 2. 2025) – Heute vor 200 Jahren: In Crildumersiel unweit von Hooksiel überlegt Bauer Oltmanns, ob er angesichts einer nahenden Flut das Vieh im Stall losbinden soll. Da brich auch schon das Scheunentor, Wasser strömte herein. Oltmanns und seine Familie haben alle Mühe, sich auf den Dachboden zu retten. Dort bemerkt der Bauer, dass ein kleiner Sohn und ein Knecht fehlen. Er will heruntersteigen, um beide zu retten, aber das Wasser ist schon zu hoch angestiegen.
Am nächsten Tag klettert der Bauer vom Boden herab und hört Stimmen. Der Junge und der Knecht haben überlebt. Sie waren in der Stube auf einen hohen Schrank geklettert. Das Wasser war bis an dessen Oberkante gestiegen, aber nicht höher.
Viele Deiche gebrochen
Oltmanns verlor wie viele andere fast sein gesamtes Vieh. Sein Haus selbst überstand die Flut aber recht gut. Andere traf es deutlich härter. Die Februar-Flut 1825 überspülte an der gesamten Nordseeküsten Deich, viele Schutzdämme brachen und zahllose Menschen starben. Tausende verloren ihr komplettes Hab und Gut. Auch in Hooksiel.
Hooksiel war damals florierender Handelshafen. An den Packhäusern am Hafen wurden für den Export vorgesehene Waren und Importgüter zwischengelagert. Ein Großteil davon wurde durch das Sieltor über das Hookstief zur Metropole Jever transportiert.
Am 3. Februar 1825, einem Donnerstag, und die Tage danach, ging es nicht um Geschäfte. Viele Menschen hinter den Deichen von Hooksiel bis Schillig und weiter bis Carolinensiel mussten um ihr schlichtes Leben kämpfen. Der nördliche Flügeldeich in Hooksiel brach mehrfach, Menschen ertranken, Häuser wurden zerstört. Das Sieltor selbst aber konnte gehalten werden.
24 Menschen ertrunken oder erfroren
Die Schutzwälle am Neu-Wiarder-, Neu-St. Jooster- und am Neu-Pakenser-Groden wurden überspült. Das gesamte Binnenland stand unter Wasser. Allein im Bereich des Amtes Minsen, zu dem Hooksiel damals gehöre, sollen 24 Menschen ertrunken oder erfroren und 143 Stück Vieh umgekommen sein. Die Schäden der Februar-Flut waren dramatisch waren, aber nicht mit denen der Weihnachtsflut 1717 vergleichbar. Dabei kamen im Jeverland 1649 Menschen ums Leben.
Bereits in der Nacht zum 3. Februar hatte es kräftig gestürmt. Das Mittaghochwasser lief in der Folge deutlich höher auf als üblich. Anhaltender Sturm, von West auf Nord drehend, verhinderte, dass das Wasser bei Ebbe wieder ablaufen konnte. Mit dem Einsetzen der nächsten Flut stieg der Wasserstand weiter an, erreiche die Deichkronen und schwappte über. Der Höchstwasserstand soll laut späteren Rekonstruktionen bei 4,30 Meter (Wangerooge) und 5,00 Meter (in der Jade) über dem normalen Hochwasserstand gelegen haben.
Am Hotel Packhaus am Alten Hafen findet man die Flutmarken (Foto) von späteren Sturmfluten. Im Februar 1962 erreiche das Wasser eine Höhe von über 6 Meter.
Berichte von Zeitzeugen
Seit dem Herbst 1824 hatten bereits eine ganze Reihe von Stürmen die ohnehin schlecht unterhaltenen Deiche vorgeschädigt, so dass der Schutzwall vielfach der Naturgewalt nicht stand hielt. Einen guten Eindruck von der Katastrophe vermitteln die Aufzeichnungen von Friedrich Arends (Bremen), der noch 1825 aus Darstellungen von Augenzeugen und Behörden ein „Gemählde der Sturmfluten vom 3.-5. Februar 1825“ für die gesamte Nordseeküste gezeichnet hat. Seine Darstellung ist in voller Länge einsehbar (Link zum Google-Buch auf Wikipedia bei den Anmerkungen zum Stichwort Sturmflut 1825).
Im Bereich von Minsen war demnach der Deich schon gegen 22 Uhr gebrochen. Das Wasser strömte in mächtigem Schwall übers Land und lief in die Häuser. Die Menschen versuchten ihr Vieh zu retten, klettern auf Böden und Dächer oder versuchten in der Kälte durch das Wasser, die höher gelegene Deiche zu erreichen. Wer dabei vom Weg abkam oder in einen Graben trat, war meist verloren.
Stauer versinkt in den Fluten
Vor Neu-Augustengroden lief ein Schiff auf Grund, das sich in Carolinensiel losgerissen hatte. Die Besatzung konnte sich retten. Das Schiff selbst trieb weiter und wurde letztlich nahe Schillig über den Deich auf ein Haus geschwemmt.
In Hooksiel wurden die hinter dem nördlichen Flügeldeich stehender kleiner Häuser überspült. Ein Teil der Hooksieler wurde von der Flut überrascht. Auch ein Armenhaus wurde halb zerstört. Die Bewohner seien erst aufgewacht, als das Wasser schon im Haus stand, berichtet Arends. Ein Teil der Bürger wurde mit ihren Häusern weggespült. Andere, darunter auch kleine Kinder, ertranken.
Der Stauer Wehner sei vor seine Tür gegangen und wurde dort von den Flut erfasst. Geistesgegenwärtig packte er den Ast einer Weide, an der er sich festhalten und um Hilfe rufen konnte. Vergebens. Seine Frau rief ihm zu, er solle sich auf die Trümmer eines vorbei treibenden Daches herablassen, um so zum sicheren Mitteldeich zu gelangen. Der Stauer befolgte den Rat. Das Dach schlug um und er versank in den Fluten.
Große Tatkraft und viel Mut
Ein Phänomen, an das man in einer Gedenkfeier erinnern sollte: In jeder Katastrophe gibt es die Helden, die durch Tatkraft, Mut und Menschlichkeit glänzen. In Hooksiel gehörte Amtmann Hollmann dazu, der es schaffte, die Hooksieler Bürger dazu zu motivieren, ihre ganze Kraft dafür einzusetzen, mit Hilfe von Steinen, Holz und Stroh zu verhindern, dass das hölzerne Sielwerk, das Schutzbollwerk für das Hinterland, seitlich umspült wurde. Als Belohnung erhielt der Amtmann dafür laut den Recherchen von Hans Ney („450 Jahre Hooksiel“) im Nachgang vom Großherzog 1000 Reichstaler.
Im Februar 1825 verteidigen die Hooksieler erfolgreich ihr Siel, das damals noch komplett aus Holz bestand. Erst 1885 wurde das Bauwerk aus Stein neu errichtet (dazu ausführlich: Hermann Rothert „Das ,alte‘ Hooksiel“). Foto: hol
Arends berichten unter anderem von Schlächter Eiben, der durch sein „tätiges Mitleid“ viel Gutes getan habe. Er habe viele Menschen aufgenommen, die obdachlos der Kälte ausgesetzt waren, und habe überall versucht, Menschen zu retten, wo es ihm möglich war. Lobend erwähnt werden auch die Schiffer Jacobs und Wilts sowie der Schneider Hillers, die mit einem Boot im Hooksieler Umland etlichen Menschen das Leben gerettet haben sollen.
Hilfe per Floß aus Jever
Nach der eigentlichen Flut strömten viele Menschen, die alles verloren hatten, aus der Umgebung nach Hooksiel. Ihre Versorgung war extrem schwierig. Trinkwasser und Vorräte waren verdorben, die Lage aussichtslos. Erst nach vier, andere Quellen sagen nach acht Tagen nahte Hilfe. Aus Jever kam ein Floß durch das überschwemmte Gebiet und brachte Brot und Wasser für die Geschundenen.
An viele Schicksalstage und Katastrophen wird in Gedenkstunden erinnert. Mit Blick auf die zeitlos große aktuelle Bedeutung der Deichsicherheit gäbe es in diesen Tagen gute Gründe dafür, den 3. und 4. Februar 1825 ins Gedächtnis zu rufen. Und auch auch tätige Hilfe in der Not ist heute mindestens so wichtig wie damals.
Hooksiel (29. 1. 2025) – Eindrucksvolle Kunst verspricht die nächste Wnterausstellung im Künstlerhaus Hooksiel. Sie wird am Samstag, 8. Februar, um 15 Uhr mit einer Vernissage eröffnet und ist danach bis zum 16. März zu sehen.
Seit zehn Jahren haben Künstlern aus der Region die Möglichkeit, ihre Gemälde oder Objekte in der Winterzeit in Hooksiel auszustellen und dabei direkt mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. „Anders als beim Jahresprogramm übernehmen die Künstler bei der Winterausstellung persönlich die Aufsicht“, erläutert Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann.
Andreas Brauer aus Hooksiel und Manfred Rautenberg aus Wilhelmshaven werden sehr gegensätzliche Bilder zeigen. Während Brauer, der sich als Autodidakt seine Anregungen bei Buko Königshoff holte, sich unter anderem der Portraitmalerei mit Ölfarben und der Landschaftsmalerei widmet, geht Rautenberg andere Wege.
Seine detaillierten und farbintensiven Gemälde auf Leinwand wirken wie gemalt, werden aber durch eine Kombination von Composing und generativer KI designt. Viele seiner Kunstwerke haben eine minimalistische, abstrakte, unreale Anmutung. Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz, so betont der 78-jährige Künstler, sei es wichtig, die Kontrolle über den kreativen Prozess zu behalten und die KI nur als Werkzeug zu nutzen.
Als Gast in der Winterausstellung ist Anna dabei, eine zwölfjährige Schülerin, die in der Ukraine mitten im Kriegsgebiet lebt. In ihrer Heimat hat sie schon mehrere Preise gewonnen. Ihre Acrylbilder sind farbenfroh und zeigen Landschaften und Tiere. Annas Bilder hat Renate Brunken von „Friesen helfen grenzenlos“ mitgebracht.
Die Ausstellung wird nach der Eröffnung jeweils samstags und sonntags sowie am Rosenmontag von 14 bis 17 Uhr zu sehen sein. Zur Vernissage hat sich Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak angesagt.