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Beiträge veröffentlicht in “Hooksiel”

Neuer Verein will Stimme der touristischen Leistungsträger werden

Wangerland (12. 9. 2025) – Der erste Schritt ist gemacht. In dieser Woche haben neun touristische Leistungsträger den Fremdenverkehrsverein Wangerland gegründet. Der Verein möchte eine Plattform zur Stärkung und Weiterentwicklung des regionalen Tourismus im gesamten Gemeindegebiet werden. 

Wollen den Fremdenverkehrsverein Wangerland zur zentralen Stimme der touristischen Leistungsträger im Wangerland machen: Vorsitzender Matthias Suckert (links) und sein Stellvertreter Christian Fuchs. Foto: hol

Bei der Gründungsveranstaltung waren Gastronomen, Hoteliers und Vermieter aus Hooksiel, Horumersiel und Minsen vertreten. Zum 1. Vorsitzenden wurde Matthias Suckert gewählt, sein Stellvertreter ist Christian Fuchs. Als Schatzmeisterin fungiert Geraldine Vogdt, zum Schriftführer wurde Christian Narjes gewählt. Arno Meents fungiert als Beisitzer.

Alle Ortsteile im Blick

Der Verein verfolgt das Ziel, den Tourismus in allen Ortsteilen des Wangerlandes gleichermaßen zu fördern – unabhängig von einzelnen Ortschaften oder Interessenlagen. „Unser Verein möchte ein gemeinsames Dach für alle touristischen Aktivitäten im Wangerland bilden. Wir bündeln Kräfte statt sie zu zersplittern und setzen uns für eine starke, einheitliche Außendarstellung der ganzen Region ein“, so der Vorstand. Suckert: „Wir wollen keinem anderen Verein etwas wegnehmen. Bei uns kann jeder mitmachen.“

Ziel des Fremdenverkehrsvereins ist es, möglichst viele der 486 registrierten touristischen Leistungsträger für eine Mitgliedschaft zu gewinnen. Die Spannbreite der Zielgruppe reicht vom Gastronomen in Hooksiel über den Hotelier in Horumersiel und den Vermieter einer Ferienwohnung in Minsen bis zum Gewerbetreibenden in Hohenkirchen, Tettens oder Middoge. „Wir wollen die Stimme des Tourismus im Wangerland werden“, so Christian Fuchs. „Schließlich haben wir das Ohr an den Gästen.“

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Unterstützung für touristische Angebote

Der Verein will bestehende touristische Einrichtungen unterstützen, gemeinsame Veranstaltungen fördern, nachhaltige touristische Angebote stärken und aktiv Öffentlichkeitsarbeit für die gesamte Region betreiben. Erklärtes Ziel dabei ist eine enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wangerland, lokalen Betrieben und Vereinen. Suckert: „Dafür brauchen wir das Rad nicht neu zu erfinden. Es gibt viele tolle Dinge, die es schon gibt, die wir aber neu mit Leben erfüllen können.“

Wangerland-Botschafter

Als Beispiel nennt Suchert etwa die „Wangerland-Botschafter“, die es schon einmal gab. Dabei sollen Studierende oder Praktikanten aus dem Bereich Tourismus-Wirtschaft in den Sozialen Medien ihre Eindrücke aus dem Wangerland verbreiten – und dadurch für den Standort werben. Wichtig auch ein direkter digitaler Draht zwischen Leistungsträgern und der Wangerland Touristik GmbH (WTG). Gemeinsam wolle man den Touristischen Leitpfaden wieder aufnehmen und – sobald sich die künftige Struktur der WTG abzeichnet – sehen, was sich davon umsetzen lasse.

Der Verein verfolgt nach eigenem Bekunden ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Er sei offen für alle, die den Tourismus im Wangerland aktiv unterstützen möchten – ob Privatpersonen, Unternehmer und Unternehmerinnen oder Institutionen. Eine Mitgliedschaft kann über die Homepage des Vereins beantragt werden und ist im Gründungsjahr beitragsfrei. 

Regelmäßige Stammtische

Die Vereinsgründung ist durch die Insolvenz der WTG vorangetrieben worden. Gastronomen hatten in der Folge eine stärkere Einbindung ihrer Kompetenz in die touristischen Gremien der Gemeinde und die WTG beantragt. Da die Folgen der Insolvenz für das gemeindeeigene Tourismusunternehmen noch nicht absehbar sind, wollen sich die touristischen Leistungsträger jetzt so aufstellen, dass sie mit einer Stimme sprechen und gegebenenfalls selbst Aufgaben übernehmen können, die bislang vorwiegend die WTG abgebildet hat.

 Wie will der Vereine die potenziellen Mitglieder im Gemeindegebiet für sich gewinnen? Fuchs: „Wir werden liefern. Wer mitmachen will, ist bei uns herzlich willkommen. Aber wir werden niemandem hinterher laufen.“ Als Kontakt-Plattform soll die Internetseite des Vereins dienen. Geplant seien zudem monatliche Leistungsträger-Stammtische. Für Februar 2026 ist zudem die erste förmliche Mitgliederversammlung vorgesehen. Hier soll dann auch die Höhe der Mitgliedsbeiträge festgelegt werden.

Noch Mitstreiter gesucht: Monatlich Spielenachmittag in Hooksiel

Hooksiel (11. 9. 2025) – In Hooksiel gibt es ein neues Freizeit-Angebot. Kerstin Woitag und einige Mitstreiterinnen laden für jeden zweiten Mittwoch im Monat zu einem Spielenachmittag ins Walter-Spitta-Haus ein. Bei einer Tasse Tee oder Kaffee können erwachsene Personen Brett- oder Kartenspiele spielen, neue Leute kennenlernen oder einfach mal entspannen.

Die Spielenachmittage finden jeweils von 14 bis 17 Uhr statt. Die Premiere war in dieser Woche. Der nächste Termin ist für Mittwoch, 8. Oktober, angesetzt. „Willkommen ist jede und jeder, die oder der Spaß an Gesellschaft, Karten- und Brettspielen hat“, so Kerstin Woitag. Und bei Tee und Kaffee müsse es nicht bleiben. Wenn jemand der Teilnehmer Lust am Backen habe, dürfe er auch gern Kekse oder Gebäck mitbringen. 

Schlamm und Bisam-Ratten setzen der Entwässerung zu

Hooksiel (11. 9. 2025) – Erleichterung in der Bakenstraat in Hooksiel. Die Gemeinde Wangerland hat eine Fachfirma damit beauftragt, ihre Gräben entlang des Hohe Weg und auf einer benachbarten landwirtschaftlichen Fläche aufzureinigen. Damit soll das Risiko verringert werden, dass die Anwohner beim nächsten Starkregen erneut nasse Keller bekommen.

Nach den Worten von Peter Schoolmann aus der Bauverwaltung der Gemeinde sind nicht oder nur ungenügend gepflegte Gräben die Hauptursache für Regenwasserrückstaus. Zum Teil sei hier die Gemeinde in der Pflicht, sehr häufig aber auch die Grundstückseigentümer oder die Anwohner. 

Bei den letzten Starkregen-Fällen in diesem Sommer standen in Hooksiel unter anderem Grundstücke im Bereich der Viethstraße und der Bakenstraat unter Wasser. An der Viethstraße setzte die Feuerwehr Pumpen ein, um den Wasserspiegel zu senken. Aber auch Anlieger an anderen Grabenzügen im Ort klagten über Rückstaus, weil das Wasser aus den Gräben nicht abfloss. 

Hierfür können zugewachsene oder verschlammte Gräben verantwortlich sein, so Schoolmann. Hinzu käme ein sehr hober Bisambesatz. Die Nager würden – wie am Hohe Weg zu sehen – die Grabenkanten unterhöhlen und dadurch mit dazu beitragen, dass Teile der Böschung absacken. Eine weitere Ursache für Rückstaus seien aber auch zu kleine oder verstopfte Verrohrungen im Verlauf der Wasserläufe etwa unter Auffahrten oder unter Straßen.

In Hooksiel: Eigene Terrasse für fair gehandelten Kaffee

Hooksiel/Wangerland (9. 9. 2025) – Wer wünscht sich nicht, dass es auf der Welt ein wenige gerechter zugehen würde? Zum Beispiel in den Handelsbeziehungen, wo oft Großkonzerne die Preise und die Produktionsbedingungen diktieren. Die „Fairen Woche“, die so gar über zwei Wochen ausgerichtet wird – nämlich vom 12. bis zum 26. September –, soll für diesen Missstand sensibilisieren.

Anke Müller von der Lenkungsgruppe „Erde und Flut“ präsentiert mit Jens Dekena die neue Außenterrasse am Hooksieler Kiosk-Dekena, auf der für den Konsum von fair gehandeltem Kaffe geworben wird. Foto: hol

Deutschlandweit sich unter dem Motto „Fair handeln – Vielfalt erleben“ gut 2000 Aktion geplant. Die meisten davon in den rund Tausend Fair-Traid-Towns, also Kommunen wie die Gemeinde Wangerland. An der Spitze der örtlichen Lenkungsgruppe „Erde und Flut“ steht Anke Müller aus Hooksiel. 

Videos zur „Fairen Woche“

Als Beitrag zu den „Fairen Wochen“ haben sich Anke Müller und ihre Mitstreiter Videobeiträge ausgedacht. Die Idee dafür geht auf Anna Goldenstein zurück, bis vor einigen Monaten Nachhaltigkeitsbeauftragte der Wangerland Touristik GmbH. Die Produktion von zwei Videos lag weitgehend in Händen von Nina Fries

Das erste Video wird ab Freitag über die digitalen Plattformen der WTG, der Gemeinde Wangerland und„Erde und Flut“ sowie über deren Kanäle in den Sozialen Medien wie Facebook und Instergram verbreitet. Darin kommen Vertreter aus Verwaltung, Steuerungsgruppe, Gastronomie und der katholische Pfarrer Lars Bratke zum Fair-Trade-Anliegen und zu den Kriterien für fairen Handel zu Wort. 

Im Kern geht es darum, dass faire Handelsbedingungen zum Beispiel in der Lebensmittelproduktion in Ländern der südlichen Erdhalbkugel für Wohlstand sorgen könnten, wo heute oft noch Armut und Hunger herrschen.

Kaffee-Spaziergang durch Horumersiel

In einem zweiten Video, das am „Tag des Kaffees“ am 1. Oktober veröffentlicht werden soll, geht es konkret um den Kaffeehandel. Drehort war hier der Frische-Kiosk Dekena im Ortskern von Hooksiel. Inhaber Jens Dekena hat vor wenigen Tagen eine Außenterrasse in Betrieb genommen, die zum Verweilen bei einer Tasse Kaffee einlädt – und der kommt aus fairem Handel.

Ebenfalls am Mittwoch, 1. Oktober, startet um 15 Uhr ab dem Haus des Gastes in Horumersiel ein Kaffee-Spaziergang durch den Ort. Veranstalter sind die Steuerungsgruppe und die Oikocredit, die sich für faire Kredite einsetzt. Hier sollen die globalen Zusammenhänge der Kaffeeproduktion vorgestellt werden. Woher kommt unser Kaffee eigentlich? Unter welchen Bedingungen wird er angebaut? Welche Rolle spielen Frauen in der Lieferkette – und was bedeutet „fair“ wirklich?

Einblick vermittelt Ann-Kathrin Hähnle, Bildungsreferentin beim Oikocredit-Förderkreis Niedersachsen-Bremen. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist erforderlich. Tickets gibt es auf wangerland.de und in den Tourist-Informationen Hooksiel und Horumersiel. 

Turnier in Oesterdieken: Zwei Tage Dressur- und Springsport

Hooksiel (9. 9. 2025) – Auf der Reitanlage in Oesterdieken laufen die letzten Vorbereitungen für das große Dressur- und Springturnier des RuF Hooksiel am Wochenende 13. und 14. September auf Hochtouren. Am Samstag und Sonntag stehen Prüfungen im Springen bis zur Klasse M* und in der Dressur bis zur Klasse S* auf dem Programm.

Im vergangenen Jahr erzielte Alina Frerichs auf Olivia zum zweiten Mal in Folge den Titel Kreismeister im Einzelspringen. In diesem Jahr möchte sie die Herausforderung wiederum annehmen.  Foto: Elsbeth Noatzsch

Die Prüfungen beginnen am Samstag um 8 Uhr und am Sonntag bereits um 7.30 Uhr. Am Sonntagnachmittag dürfen sich auch die jüngsten Reiterinnen und Reiter im Führzügelwettbewerb präsentieren. Besondere Spannung verspricht die Kreismeisterschaft im Einzelspringen der der Klasse A. Hierfür zählen die Ergebnisse des Stilspringens der Klasse A* am Samstag und des Fehler/Zeitspringens der Klasse A** am Sonntag.

Ein sportliches Highlight der etwas anderen Art ist „Jump and Drive“: Pferd und Reiter überwinden zunächst sechs Hindernisse, ehe der Reiter in ein bereit stehendes Auto springt und der Fahrer den Parcours mit deutlich mehr PS möglichst fehlerfrei durchfährt – ein Publikumsmagnet.

„Teilnehmern und Gästen steht eine reichhaltige Auswahl an Speisen und Getränken bereit“, versprechen die Organisatoren vom RuF Hooksiel. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei.

Filigrane Skulpturen aus Stahl und Glas

Hooksiel (9. 9. 2025) – Handwerk und Kunst liegen eng beieinander. Das belegt die neue Ausstellung von Helmuth Wolf (73) im Künstlerhaus Hooksiel. Unter dem Titel „Typisierte Emotionen – Skulpturen aus Eisen und Glas“ zeigt der gelernte Schlosser und Schmied filigrane Kunstwerke voller Anmut und Emotionen.

Helmuth Wolf mit Künstlerhausleiterin Renate Janßen-Niemann hinter der Skulptur „Klabautermann oder Albtraum der 20 Gesichter“.

Künstlerhausleiterin Renate Janßen-Niemann eröffnete die Ausstellung und begrüßte Wolf aus St. Hubert (bei Kempen am Niederrhein), der bereits seit über 46 Jahren als freiberuflicher Metallgestalter und Metallbildner arbeitet. Er habe schon immer gern mit Feuer gespielt, bekennt der Künstler, der den Besuchern seiner Ausstellung seine Schmiedetechnik gern erklärt.

Ein Kunstschmied sei er nicht, erläuterte Wolf. Denn Kunstschmiede würden nicht schweißen. Er habe sich die künstlerische Freiheit genommen, sich über klassische Handwerksregeln hinwegzusetzen und Dinge einfach anders gemacht. Um seine Skulpturen zu fertigen, habe er zunächst Rohrabfälle verwendet. Daraus wurden dann filigrane Kunstwerke mit typisierten Gesichtern, die durch Gesten, Symbolik und freie Formen zum Sinnieren anregen und Emotionen wecken.

Zum Repertoire des Künstlers gehören auch großformatige Arbeiten, die das Künstlerhaus allerdings zu klein ist. Ein Beispiel hat Wolf aber mitgebracht. Der „Klabautermann oder Albtraum der 20 Gesichter“ steht mitten im Ausstellungsraum.Er ist aus Stahl geschmiedet, geschweißt, gebürstet und konserviert und mit geschmolzenem Glas verbunden. 

Die Ausstellung ist bis zum 5. Oktober jeweils dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Hat die WTG-Insolvenz Folgen für die Höhe des Gästebeitrages?

Wangerland (8. 9. 2025) – Die finanziellen Auswirkungen der Insolvenz der gemeindeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) auf den Haushalt der Gemeinde Wangerland sind derzeit noch nicht absehbar. Darauf wies Kämmerer Arthur Wichmann in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses des Gemeinderates hin. 

Finanzlage der Gemeinde angespannt

Zwar muss die Gemeinde nicht für die Verbindlichkeiten der GmbH aufkommen. Ob und wann aber von der Gemeinde gewährte Liquiditätskredite in Millionenhöhe von der WTG zurückgezahlt werden können, sei derzeit noch ungewiss. 

Unabhängig davon ist und bleibt die Finanzlage angespannt. Wichmann erinnerte daran, das die Kommunalaufsicht die Gemeinde unmissverständlich angehalten habe, Schulden konsequent abzubauen und ihre Investitionen an den Finanzierungsmöglichkeiten auszurichten. Aktuell plant die Gemeinde mit dem Neubau eines neuen Feuerwehrgerätehauses und einer Grundschule in Hohenkirchen zwei Millionenprojekte.

Mehr Gewerbesteuern als erwartet

Vor diesem Hintergrund, so Wichmann, seien die 346.000 Euro, die der Gemeinde aus dem „Pakt für Kommunalinvestitionen“ des Bundes zufließen, nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“. Wichmann appellierte an Land und Bund für eine aufgabengerechte Finanzausstattung der Kommunen zu sorgen. Im Moment aber zeigte sich der Kämmerer erst einmal zufrieden, dass die Mitglieder des Finanzausschusses seiner Empfehlung folgten, die 346.000 Euro nicht für neue Projekte, sondern zur Finanzierung der schon geplanten Vorhaben zu verwenden.

Mit Blick auf den laufenden Haushalt zeigte sich Wichmann zuversichtlich. So lägen die Gewerbesteuereinnahmen mit 5,9 Millionen Euro bis Ende August schon über dem Jahresansatz von 5,2 Millionen Euro. Mit den zum Jahresbeginn neu festgesetzten Hebesätzen für die Grundsteuer B für private Immobilien liege man mit gut 2,5 Millionen Euro im Plan. Rund 70.000 Euro niedriger als erwartet seien aber die Einnahmen der Grundsteuer A (landwirtschaftliche Betriebe) ausgefallen. Ein Grund dafür dürfte darin liegen, dass die Wohnhäuser der Betriebe inzwischen auch unter die Grundsteuer A fallen. Bei allen anderen Einnahmeposten, Abgaben und Zuweisungen liege man derzeit im Bezug auf die Ansätze im Haushaltsplan im Soll. 

Beitragszone wird angepasst

Einvernehmlich folge der Ausschuss dem Vorschlag, die Gästebeitrags- und die Tourismusbeitrag Satzung für den Bereich Hooksiel ab 2026 zu ändern. Der Grund: Die Zone, in der in Hooksiel der volle Beitrag erhoben wird, soll um das Gebiet des Campingplatzes „Nordsee Park“ an der Bäderstraße erweitert werden. Da die Zone bislang an der Bäderstraße endet, wurde für die Camper bislang nur ein verminderter Gäste- und Tourismusbeitrag fällig. 

Inwieweit möglicherweise die Höhe des Gästebeitrages insgesamt infolge der Insolvenz der WTG angepasst werden muss, lasse die Gemeinde gerade durch einen Fachanwalt prüfen, so Wichmann. Das Unternehmen plant zur Entschuldung den Verkauf von Immobilen und touristischer Infrastruktur, die bislang zum Teil über die Einnahmen aus dem Gästebeitrag finanziert wurden. 

Vier Tage Festival: Country-Fans von Hooksiel begeistert

Hooksiel (8. 9. 2025) – Die Organisatoren des „Watt‘n Country Festivals“ in Hooksiel haben zum Abschluss der Großveranstaltung eine positive Bilanz gezogen. „Die Veranstaltung ist richtig gut gelaufen“, sagt Jan Alter, der die Musikveranstaltung im vergangenen Jahr zusammen mit Peter Kramer ins Leben gerufen hat. „Wir sind richtig zufrieden.“

Hatten ihren Spaß bei Watt’n Country in Hooksiel: die Tänzerinnen der „Linestars Sande.“ Foto: hol

Von Donnerstag bis Sonntag hatte sich die Freifläche an der Jaderennbahn in eine Country-Arena verwandelt. Neun Gruppen und Interpreten aus Deutschland und dem europäischen Ausland bespielten die Showbühne. Auf der großen Tanzfläche davon sorgten verschiedene Linedance-Formationen für Western-Atmosphäre – die meisten von ihnen stilgerecht mit Cowboy-Hut, Wester-Stiefeln und Karohemden gekleidet. Verkaufsstände mit entsprechenden Bekleidungsartikeln und Accessoires sowie deftigen Leckereien rundeten das Bild ab.

Heimspiel für Linedancer aus Sande

Mittendrin unter anderem die „Linestars Sande“, zu denen Frauen und Männer aus Friesland und Wilhelmshaven gehören. Zum Training treffe man sich jeden Mittwoch ab 17.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Cäciliengroden, schilderten Ines und Christel aus Wilhelmshaven, denen das „Watt’n Country Festival“ sichtbar viel Spaß bereitet hat. Zur Country-Atmosphäre trug auch ein historischer Chevrolet Pickup mit US-Flagge bei. Den Oldtimer präsentierte der Schortenser Ingo Otto, der den Wagen aus vielen, vielen Einzelteilen selbst zusammengebaut hat. 

Zu den musikalischen Höhepunkten gehörte am Samstag Abend de Auftritt der „Musik Road Pilots“ mit Power-Slide-Gitarristin Sarah Joy aus England. Die Mischungen aus traditionellen und modernen Country-Klängen bis hin zu Country Funk und Rock’n Roll kam beim Publikum sehr gut an. Vor der Bühne bejubelten die mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Band über 1000 Fans. Alter: „Das war schon eine tolle Stimmung. Da ist der Funke richtig übergesprungen.“ 

Country-Musik als Nischenprodukt

Alter und Kramer schätzen, dass nur rund zehn Prozent der Festival-Besucher aus der Region gekommen sind. 90 Prozent seien geschätzt von außerhalb angereist, aus ganz Deutschland und in großer Zahl auch aus den Niederlanden. Viele hätten sich auf dem Campingplatz oder in Ferienwohnungen einquartiert, die die mehrtägige Veranstaltung erleben zu können. „Das Verhältnis ist nicht verwunderlich“, so Alter. „Country-Musik spricht nicht jeden an. Das ist halt ein Nischenprodukt.“

Festival-Atmosphäre an der Jaderennbahn in Hooksiel. Vier Tage lang trafen sich hier Country-Fans aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Foto: hol

Andererseits ist die Szene gut vernetzt, hat eigene Radiosendungen und Internetkanäle. „Auf diesem Weg ist der Name Hooksiel über Wochen in halb Europa präsent gewesen“, ist Peter Kramer überzeugt. „Tolles Wetter, tolle Stimmung bei den Künstlern und den Gästen – wir sehen ganz klar, eine positive Entwicklung gegenüber dem Vorjahr“, betonen die Organisatoren, die für den kommenden Herbst die dritte Auflage des „Watt’n Country Festival“ planen. 

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Nur geringer Einfluss von Krabbenfischerei auf den Meeresboden

Büsum/Hooksiel (6. 9. 2025) – Im Zentrum der Jahreshauptversammlung der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) in Büsum steht die Krabbenfischerei. „Fischereiliche Familienbetriebe müssen mit dem Schutz der marinen Lebensräume Hand in Hand gehen“, fordert SDN-Vorsitzender Gerd-Christian Wagner, Bürgermeister der Stadt Varel: „Denn sie wissen, dass davon ihre Existenz abhängen könnte.“ 

Familienbetriebe als Frühwarnsystem

Als Fachkundige würden Fischer negative Umwelt-Veränderungen tagesaktuell sowie großflächig bemerken. Und sie hätten wohl auch keine Scheu, das dann öffentlich zu machen, so Wagner. Gäbe es die regional verwurzelten Familienbetriebe nicht mehr, würden vermutlich Großbetriebe nachrücken und einen deutlich größeren Umwelteinfluss ausüben.

Die Krabbenfischerei im Wattenmeer an der Nordseeküste wird in Deutschland zumeist von Familienbetrieben mit vergleichsweise kleinen Kuttern betrieben. Die Auswirkungen auf den Meeresboden seien gering, sagen Fachleute. Foto: hol

Zur sachlichen Klärung der oft emotional geführten Diskussion über den Umwelteinfluss der Krabbenfischerei hatte die SDN Dr. Gerd Kraus vom Thünen-Institut für Seefischerei eingeladen.
Er stellte aktuellste Forschungsergebnisse zu den Umwelteinflüssen und den Zukunftsaussichten der Krabbenfischerei in der deutschen Nordsee vor. Die gegenwärtige Krabbenfischerei habe, so weit messbar, nur sehr geringe und kurzfristig umkehrbare Auswirkungen auf den Meeresboden, so der Wissenschaftler. Es gäbe somit keinen Grund, sie aus dem Wattenmeer auszuschließen. Allerdings werde die wirtschaftliche Lage gerade für kleine Familienbetriebe immer unsicherer. 

Dialog über Fischerei wieder aufnehmen

„Wir müssen uns da als Gesellschaft entscheiden, was wir haben wollen“, so Kraus. Die Krabbenfischer müssten sich einem Strukturwandel stellen. Als Beispiele nannte er neue Ko-Nutzungskonzepte, prototypische Küstenfischereischiffe inclusive Neubauförderung aber ebenso eine Anpassung der Fang-Kapazitäten.

Zu den Gästen der Versammlung hätten auch zahlreiche Krabbenfischer gehört. Sie verweisen auf die Traditionen an der Nordseeküste und betonten die Bedeutung der Fischerei für den Tourismus und die lokale Gastronomie. Einig seien sich Umweltschützer und Fischer gewesen,  dass der kürzlich abgebrochene Dialog zu den Zukunftsthemen wieder aufgenommen werden müsse.

Sprachrohr der Kommunen

Die SDN ist ein überregionaler und überparteilicher Umweltschutz-Dachverband, der 1973 aufgrund umfassender Verschmutzungen der Nordsee ins Leben gerufen wurde. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen wie auch dem Landkreis Friesland, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als  Sprachrohr.

WTG-Insolvenzverfahren offiziell eröffnet: Hallenbad bleibt offen

Wangerland (5. 9. 2025) – Das Amtsgericht Wilhelmshaven hat antragsgemäß am 1. September 2025 das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung der Wangerland Touristik GmbH (WTG) eröffnet. Damit kann das laufende Sanierungsverfahren aus dem „vorläufigen Insolvenzverfahren“ planmäßig weiter fortgeführt werden. 

Amtsgericht bestätigt laufende Sanierung

Zum Sachwalter hat das Gericht Rechtsanwalt Michael Waculik bestellt, der die WTG bereits als vorläufiger Sachwalter im Verfahren begleitet hat. Er wird die Geschäftsführung auch weiterhin in der Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen im Sinne der Gläubiger überwachen und unterstützen. Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb geordnet fortzuführen und die wirtschaftliche Stabilisierung des Unternehmens im Rahmen des Sanierungskonzeptes weiter voranzutreiben. Dr. Christian Kaufmann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH arbeitet weiterhin als Generalhandlungsbevollmächtigter und unterstützt den WTG-Geschäftsführer beim Sanierungsprozess. 

Restrukturierung der WTG läuft

WTG-Geschäftsführer Torsten Riedel: „Mit der Eröffnung des Verfahrens ist ein wichtiger Schritt in der Restrukturierung der Wangerland Touristik GmbH vollzogen.“ In den kommenden Monaten würde weitere Maßnahmen zur künftigen Ausrichtung und Organisation des Unternehmens geprüft und umgesetzt. 

Hallenbad Hooksiel
Die Zukunft des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel ist ungewiss. Vorerst bleibt das Bad aber weiter geöffnet. Archiv-Foto: hol

Auf die aktuellen Angebote und Leistungen der WTG für Gäste, Partner und Dienstleister hat die Eröffnung des Verfahren keinen Einfluss. „Im Zuge des Sanierungsverfahrens sind weiterhin zahlreiche Projekte auf dem Prüfstand, dennoch bleibt das Wangerland mit seiner Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten attraktiv“, heißt es in einer Pressemitteilung der WTG. „Auch nach der Saison finden zahlreiche Veranstaltungen wie geplant statt.“ 

Noch kein Zeitplatz für Campingplatz-Verkauf

Über die weiteren Schritte und Maßnahmen im Verfahren werde die WTG die Öffentlichkeit, soweit möglich, regelmäßig informieren. So etwa für den Bereich des Strandkorb-Geschäfts: Hier liegen, wie „Hooksiel-life“ berichtete, inzwischen mehrere Angebote von Interessenten vor, mit denen nun konkrete Verhandlungen aufgenommen werden. Einen genauen Zeitplan für eine mögliche Geschäftsübernahme gebe es noch nicht, so die WTG. Auch für den Nordsee-Campingplatz in Hooksiel und das Meerwasser-Hallenwellenbad führen die Verantwortlichen derzeit Gespräche. 

Niedrigerer Wasserstand im Hallenwellenbad

Gerüchte, dass nach der Schließung der „Friesland-Therme“ in Horumersiel in den nächsten Tagen auch das Hallenbad in Hooksiel schließen werde, weist die WTG zurück. „Derzeit ist der Wasserstand im Meerwasser-Hallenwellenbad etwas niedriger als gewohnt“, räumt die WTG gegenüber „Hooksiel-Life“ ein. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Ursache zu beheben und den Wasserstand schnellstmöglich wieder zu normalisieren.“

Die Nutzung des Bades sei weiterhin uneingeschränkt möglich. Ziel der WTG bleibe es, den Betrieb des Bades aufrechtzuerhalten und das geöffnete Bad an einen geeigneten Investor zu übergeben, der es langfristig weiterführt.