Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Beiträge veröffentlicht in “Wilhelmshaven”

Gutachter raten: Friesland-Kliniken am Standort Sanderbusch konzentrieren

Friesland/Sande (9. 4. 2025) – Das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) rät dem Landkreis Friesland und der kreiseigenen Friesland Kliniken gGmbH den Krankenhaus-Standort Varel aufzugeben und ein optimiertes Leistungsangebot in Sanderbusch zu konzentrieren. Das ist das Ergebnis eines Sanierungskonzeptes, das heute in einer Mitarbeiterversammlung vorgestellt wurde. Gestern war das Papier in einer nichtöffentlichen Sitzung den Mitgliedern des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung der Friesland Kliniken präsentiert worden. 

„Entscheidungen wurden noch nicht gefasst“, heißt es in einer heute von Landkreis und Klinik-Gesellschaft verbreiteten gemeinsamen Erklärung . „Die Inhalte werden zunächst von den zuständigen Gremien beraten.“

Zwei Szenarien untersucht

PwC habe geprüft, ob und mit welchen Maßnahmen das Unternehmen perspektivisch aus eigener Kraft finanziert werden kann. Hierbei wurden zwei Szenarien betrachtet: Das erste Szenario prüft die Beibehaltung beider Standorte Varel und Sanderbusch. Im zweiten Szenario untersuchte PwC die Auswirkungen die Folgen einer Konzentration der Leistungen an einem Standort. „Für beide Szenarien gilt, dass eine bestmögliche Gesundheitsversorgung der Bevölkerung unter wirtschaftlichen und wettbewerbsrelevanten Gesichtspunkten im Rahmen der Reformgesetzgebung gesichert werden muss“, so Klinik-Geschäftsführerin Petra Hohmann. „Eine Optimierung der aktuellen Strukturen ist vor dem Hintergrund des prognostizierten jährlichen Defizits von 25 Millionen Euro unumgänglich.“ 

Im Szenario 1 bliebe der Standort Varel mit dem stationären Betrieb von Gynäkologie und Geburtshilfe, dem ambulanten OP-Zentrum (AOZ) sowie den Praxen im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) bestehen. In diesem Szenario würde trotz der zu hebenden Einsparpotenziale das Defizit innerhalb von fünf Jahren aufsummiert rund 45 Millionen Euro betragen. Im Szenario 2 würde der Standort Varel nicht weiter fortgeführt und der Standort Sande würde als Schwerpunktkrankenhaus auf etwa 400 Betten ausgebaut. Gynäkologie und Geburtshilfe würde aufgegeben und die derzeit in Varel betriebenen MVZ-Praxen ebenso wie die ambulanten Operationen nach Sande verlegt. Das Pflegeheim St. Marienstift in Varel würde auf 75 Plätze erweitert und ausgebaut werden.

Krankenhaus in Varel nicht nötig

In dem Szenario 2 könnte es in Kombination mit einer Reihe von begleitenden Maßnahmen gelingen, das Defizit innerhalb von fünf Jahren auf nahezu null zu reduzieren, stellen die Gutachter fest. Die Empfehlung von PwC laute, das medizinische Versorgungsangebot in Varel aufzugeben und alle Leistungen in Sande zu bündeln. Ein Krankenhaus in Varel sei zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung nicht nötig. Nach Überzeugung von PwC kann die Versorgung der Menschen durch die umliegenden Krankenhäuser sichergestellt werden.

Weitere Gründe für die Expertenempfehlung liegen unter anderem in landes- und bundespolitischen sowie medizinischen Entwicklungen. So seien Qualitätsanforderungen an Krankenhäuser, Finanzverpflichtungen, eine bedarfsgerechte Personalplanung und vor allem die Wirtschaftlichkeit mit zwei Krankenhäusern nicht zu erbringen. „Mit dem jetzt vorgeschlagenen Szenario 2 und einer Konzentrierung an einem Standort ist es möglich, die notwendige Konsolidierung der regionalen Krankenhauslandschaft zu gestalten“, heißt es in er Mittelung von Landkreis und Klinik.

Ambrosy: Leistungsfähige Versorgung sicherstellen

„Die Menschen in unserer Region können sich darauf verlassen, dass wir eine moderne und leistungsfähige medizinische Versorgung sicherstellen“, sagt Landrat Sven Ambrosy. „Gleichzeitig ist es unsere Verantwortung, finanziell tragfähige Strukturen zu entwickeln. Mit dem Sanierungskonzept wurde eine fachlich fundierte Grundlage entwickelt als Basis für den nun folgenden Beratungsprozess in den zuständigen Gremien.“ 

Diese gutachterliche Bewertung und die umfangreiche Analyse würden nun von den Gremien in nächster Zeit weiter beraten. Dabei werden auch die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie mit zu berücksichtigen sein, die mit Blick auf die gesamten Region Wilhelmshaven-Friesland den Neubau eines Zentral-Klinikums für beide Gebietskörperschaften nahe gelegt hatte. Ambrosy: „Ich gehe davon aus, dass unsere Gremien hier zeitnah Entscheidungen treffen werden – dennoch gilt auch hier, sorgfältig vorzugehen und nicht übereilt zu handeln.“ Die derzeitigen Versorgungsangebote an den Standorten Sande und Varel bleiben somit bis auf Weiteres bestehen und es gelte die Entscheidung des Landkreises Friesland als Träger abzuwarten.

Statistik: Weniger Unfälle, aber mehr betroffene Motorrad- und E-Bike-Fahrer

Unfallauto
Auf wenn es im vergangenen Jahr manch schweren Unfall gab: Die Zahl der Unfälle auf Frieslands hat 2024 den tiefsten Stand seit seit zehn Jahren erreicht. Archiv-Foto: Polizei

Wilhelmshaven/Friesland/Wangerland (9. 4. 2025) – Im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Wilhelmshaven/Friesland ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Laut der heute veröffentlichten Unfallstatistik wurden in der Stadt Wilhelmshaven und im Landkreis Friesland 4200 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 422 Unfälle weniger (- 9,13%). 

Die PI verzeichnete zwei Unfälle mit zwei Toten. 2023 hatten vier Menschen im Straßenverkehr ihr Leben verloren. In Varel unterlief einer Pedelec-Fahrerin ein Fahrfehler, im Wangerland kam eine Motorradfahrerin nach einem Überholvorgang in den Gegenverkehr. Die Zahl der Verletzten lag 2024 bei 843 Personen (2023: 914). 729 Personen erlitten leichte, 112 Personen schwere Verletzungen, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machten. Bei den Leichtverletzten ist mit 72 Personen eine Abnahme zum Vorjahr 2023 zu verzeichnen. 

Weniger betroffen Fußgänger

Ein deutlicher Rückgang der Verkehrsunfallzahlen sei im Bereich der Beteiligung mit Fußgängern zu verzeichnen gewesen, teilt die Polizei mit. Die Zahl sank von 103 (2023) auf 87. Bei diesen Unfällen wurden 64 Personen verletzt, ein Minus von über 15 Prozent.

Zugenommen hätten hingegen die Unfälle mit motorisierten Zweirädern, von 106 auf 138. Die Zahl der beteiligten Radfahrenden blieb mit 373 nahezu konstant. Über die Hälfte der betroffenen Zweiradfahrer wurde verletzt. Insbesondere der Trend zu mehr Unfällen von Pedelec-Fahrern habe nicht gestoppt werden können. „Insgesamt wurden 100 Personen bei Unfällen mit einer Beteiligung der schnellen Fahrräder verletzt“, so die Polizei. Eine Person wurde getötet und 17 so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus mussten. 

2.116 Verkehrsunfälle wurden im Landkreis Friesland aufgenommen und damit 268 weniger als 2023 (-11,24%). Im Landkreis hätten die Unfallzahlen (mit Ausnahme des Pandemie-Jahres 2020) den geringsten Stand seit zehn Jahren gehabt. Es gab zwei Tote und 451 Verletzte (- 10,2 %). Allerdings sei die Zahl der Schwerverletzten von 65 auf 72 Personen gestiegen. Auch die Zahl der an Unfällen beteiligten motorisierten Zweiradfahrer habe sich im Jahresvergleich von 63 auf 88 erhöht. Ebenso wuchs die Zahl der betroffenen Pedelec-Fahrer, von 68 auf 83.

Mehr Kinder verletzt

Bemerkenswert: Der Anteil der Senioren an allen Verkehrsunfällen ist in Friesland wie im gesamten Inspektionsbereich gesunken. Bei den entsprechenden Unfällen galten jedoch in über 73 Prozent der Fälle die Senioren als Verursacher. Von den in Friesland verletzten 72 Senioren waren 38 mit dem Rad, davon 26 mit dem Pedelec, drei zu Fuß und 28 mit Kraftfahrzeugen unterwegs.

Diese Zahl der im Straßenverkehr verletzten Kinder hat sich von 42 auf 47 erhöht und damit laut Polizeistatistik den höchsten Stand seit 2020 erreicht. 21 der betroffenen Kinder waren selbstständig als Fußgänger oder Radfahrer unterwegs, 14 kamen als Mitfahrer in Kraftfahrzeugen zu Schaden. 

Appell für mehr Rücksichtnahme

Für den Bereich des Polizeikommissariats Jever, zu dem auch das Wangerland gehört, stellten Kommissariatsleiter Markus Wallenhorst und Jörg Mondorf, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, eine eigene Auswertung der Statistik vor. Mit Blick auf die zum Teil schweren Schicksalsschläge als Folge von Unfällen rief Wallenhorst die Verkehrsteilnehmer zu „Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme“ auf. Insbesondere gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Kindern oder älteren Menschen sei ein defensiveres Verhalten geboten, um die Unfallzahlen weiter zu senken und schwere Unfallfolgen zu verhindern. 

In der Gemeinde Wangerland wurden im vergangenen Jahr 223 Verkehrsunfälle (2023: 247) aufgenommen, darunter der tödlicher Unfall, bei dem zwischen Oldorf und Tettens eine 21-jährige Motorradfahrerin aufgrund eines Fahrfehlers in den Gegenverkehr geriet und mit einem entgegenkommenden Pkw kollidierte. 

Froh sei man über den Rückgang der Zahl der Verletzten im Kommissariats-Bereich von 272 auf 265. Leider sei die Zahl der Schwerverletzten von 36 auf 47 gestiegen, bedauerte Mondorf. Die Zahl der an Unfällen beteiligten Kinder sei zwar im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 265 gesunken, aber immer noch besorgniserregend. Wichtig sei vor diesem Hintergrund die Nutzung von Sicherheitsgurten und (zugelassenen) Kindersitzen im Auto und das Tragen von Fahrrad-Helmen. 

48 Fahrer unter Alkohol ermittelt

Im Bereich des Kommissariats Jever (Jever, Schortens, Sande, Wangerland und Wangerooge) wurden 48 unter Alkohol stehende Fahrer ermittelt, fünf weniger als im Vorjahr. In 23 Fällen seinen die Personen an Unfällen beteiligt gewesen. 39 ermittelte Verkehrsteilnehmer standen zudem unter anderen Drogen. 

„Wir können die Verkehrsprävention und Überwachungsmaßnahmen verstärken, aber die beste Unfallprävention ist es, hohe Geschwindigkeiten, Fahrfehler, Ablenkungen durch Smartphones oder den Konsum beeinträchtigender Mittel von vornherein zu vermeiden“, so Wallenhorst und Mondorf abschließend.

Debatte eröffnet: Gutachter empfehlen Neubau von Zentral-Klinikum für Friesland und Wilhelmshaven

Friesland/Wilhelmshaven (7. 4. 2025) – Auch wenn noch keine finalen Entscheidungen gefallen sind, erscheint eines sicher: Die stationäre Gesundheitsversorgung in Region Wilhelmshöhen/Friesland steht vor einem radikalen Umbruch. In eine heute vorgelegten Machbarkeitsstudie zur Zukunft beider Kliniken empfehlen Fachleute mit Blick auf die jährlichen Defizite in zweistelliger Millionenhöhe in den kommunalen Krankenhäusern einen zentralen Klinikneubau für die Region.

Das vom Beratungsunternehmen WMC entwickelte Gutachten hat im Auftrag der Stadt Wilhelmshaven und des Landkreises Friesland ergebnisoffen untersucht, mit welchen Standorten und medizinischem Leistungsangebot die Zukunftsfähigkeit einer umfassenden Versorgung der Bevölkerung in Wilhelmshaven und Friesland am besten gesichert werden kann. Dabei sollte es auch um Optionen der Zusammenarbeit gehen, so dass folgende Varianten geprüft wurden: Optimierung der Versorgung in den bestehenden Strukturen mit drei Krankenhäusern (Friesland Kliniken mit den Standorten Varel und Sande sowie dem Klinikum Wilhelmshaven), zwei Standorte von zwei Klinikgesellschaften in Sande und Wilhelmshaven. Auch die Möglichkeit einer Neuplanung auf einem unbebauten Grundstück in der Region sei untersucht worden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Stadt und Landkreis sowie der beiden Klinik-Gesellschaften.

Einsparpotenzial von 30 Millionen Euro

Die untersuchten Kriterien in der Studie waren unter anderem Wirtschaftlichkeit, regionale Versorgungssicherheit, medizinische Leistungsfähigkeit sowie Infrastruktur. „Die Empfehlung in der Studie lautet, an einem neuen, noch festzulegenden Standort ein neues Klinikum zu errichten“, so Burkhard Holz, Partner der Beratungsgesellschaft WMC als beauftragter Gutachter. „Die Studie betont, dass eine Einhäusigkeit langfristig die beste Lösung darstellt, da sie wirtschaftliche Nachhaltigkeit maximiert und Versorgungsstrukturen zukunftssicher optimiert.“

Kurze Wege, optimale Anordnungen von Stationen und Funktionsbereichen und ein zentralisiertes Leistungsangebot werden in der Studie als Vorteile genannt. Es entstehe ein Einsparpotenzial von insgesamt über 30 Millionen Euro – im Vergleich dazu würde das Einsparpotenzial beim Beibehalten mehrerer Standorte nur bei rund 8 Millionen Euro liegen. Die nächsten Jahren zu erwartenden Kosten könnten damit nicht gedeckt werden.

Feist: Ale Optionen unvoreingenommen prüfen

„Die Menschen in der Region können sich darauf verlassen, dass wir miteinander – selbstverständlich nach einer umfassenden Diskussion, in der wir alle Aspekte und Varianten intensiv prüfen werden – eine bestmögliche medizinische Versorgung mit allen Leistungen eines modernen und zukunftsfähigen Krankenhausbetriebes erreichen,“ so Frieslands Landrat Sven Ambrosy.

Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist betont: „Wir haben die Verantwortung, alle Optionen unvoreingenommen zu prüfen. Mit der Studie haben wir jetzt eine fundierte Grundlage, um zu einer guten Entscheidung für die Patienten, die Mitarbeitenden und die Region zu kommen. Dabei bleibt die kommunale Trägerschaft eines gemeinsamen Klinikums an einem Standort ohne dauerhaften Zuschussbedarf aus den kommunalen Haushalten für mich ein wichtiges Ziel.“

Gespräch im Gesundheitsministerium

Die Inhalte der Studie, die heute den politischen Vertretern in den Klinikgesellschaften vorgestellt wurden, sollen in den nächsten Wochen in den politischen Gremien von Landkreis und Stadt weiter beraten werden. Zudem werden Ambrosy und Feist gemeinsam mit den Geschäftsführern der beiden Krankenhäuser Ende April im niedersächsischen Gesundheitsministerium die vorgestellten Varianten diskutieren.

„Bevor Ergebnisse vorliegen, wird es somit noch einige Zeit dauern – und das ist richtig und wichtig. Denn die Entscheidungen stellen die Weichen für die langfristige Gesundheitsversorgung in unserer Region,“ sind sich Landrat und Oberbürgermeister einig.

Versorgung dauerhaft sichern

Hintergrund des Gutachtens sowie der Machbarkeitsstudie über die potentielle Zusammenarbeit der Friesland Kliniken gGmbH und der Klinikum Wilhelmshaven gGmbH sind nicht nur die aktuellen Defizite, die die Häuser erwirtschaften. Mit dem vom Bund beschlossenen Krankenhausversorgungs-Verbesserungsgesetz (KHVVG), das Ende 2024 in Kraft trat, sollen eine effiziente Krankenhausversorgung bei gleichbleibender Behandlungsqualität sowie einer flächendeckenden medizinischen Versorgung langfristig gesichert werden. 

Der Kreistag des Landkreises Friesland und der Rat der Stadt Wilhelmshaven hatten sich im Herbst vergangenen Jahres dafür ausgesprochen, in einem gemeinsamen Gutachten und einer Machbarkeitsstudie vor dem Hintergrund des KHVVG die Optionen für die langfristige medizinische Versorgung in der Region zu prüfen. In der Studie wurde eine bestmögliche Ressourcenbündelung, der nötige Investitionsbedarf und die Zukunftsfähigkeit im Sinne der aktuellen Krankenhausreform sowie ein Kostenvergleich bewertet – alles unter Einbeziehung des derzeit geplanten Neubauprojekts am Klinikum Wilhelmshaven sowie der vorhandenen Standorte der Friesland-Kliniken in Sande und Varel.

Schweinswale im Jadebusen: Naturschauspiel vor der Haustür

Kleine Wale, großes Staunen. Schweinswale sind auf ihrem Frühlingsbesuch kurz zu Gast im Jadebusen vor
Wilhelmshaven und Hooksiel. Foto: Sven Koschinski 

Wilhelmshaven/Wangerland (4. 4. 2025) – Sie gehören zu den faszinierendsten Geschöpfen, die in der Nordsee zu Hause sind: die Schweinswale. Und sie tummeln sich in bestimmten Jahreszeiten unmittelbar vor unserer Haustür, im Jadebusen. Das Wattenmeer Besucherzentrum in Wilhelmshaven will dieses Naturschauspiel erlebbar machen. Im Rahmen der „9. Wilhelmshavener Schweinswal-Tage“ bietet die Naturtschutzeinrichung elf Tage lang von 17. bis 27. April Naturerlebnis-Veranstaltungen und Aktionen für Groß und Klein.

Die kleinen Wale kommen jedes Jahr im Frühjahr auf der Suche nach Nahrung in die Nähe der Küste und in den Jadebusen. Dieses Naturschauspiel ist deutschlandweit einzigartig. Das Wattenmeer Besucherzentrum und seine Kooperationspartner möchten mit den Schweinswal-Tagen über das Leben und den Schutz von Deutschland einziger heimischer Walart informieren.

Tägliche Whale-watching Exkursionen vom Schiff und von Land aus, begleitet durch Walexperten, gehören ebenso zum Programm wie Führungen durch die Walausstellung des Wattenmeer Besucherzentrums. Exklusive Erlebnisse sind auf den Segelschiffen „Gloriana of Faversham“ und „Nordwind“ bei der Beobachtung der Schweinswale im Jade-Revier vor Wilhelmshaven und Hooksiel zu erwarten.

Am Ostersonntag werden Walrufer die Südstrandbesucher auf die kleinen Meeressäuger aufmerksam machen. Vorträge und Naturfilme runden das Programm ab. Auf der Südstrandpromenade informieren Walexperten über die Schweinswale und geben Tipps zur Beobachtung. Im Wattenmeer Besucherzentrum wird die interaktive Walausstellung durch tägliche Kinder-Mitmachaktionen sowie Sonderausstellungen über Wale und Unterwasserlärm vom BUND, Soundforum Jever und der Universität Oldenburg ergänzt.

Weitere Informationen zum Programm unter www.schweinswaltage.de. 




Jörn Kreikebaum im Ruhestand

Friesland/Cloppenburg (31. 3. 2025) – Nach 45 Jahren im Dienst der Landespolizei ist heute die Laufbahn von Jörn Kreikebaum (62) zu Ende gegangen. Der Polizeipräsident der Polizeidirektion Oldenburg, Andreas Sagehorn, verabschiedete den Leiter der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta in den Ruhestand. Kreikebaum war unter anderen von 2015 bis 2020 als Leiter der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland auch für die die polizeilichen Belange im Wangerland zuständig. 

Sagehorn würdigte das Engagement von Kreikebaum (Archiv-Foto), lobte dessen Gradlinigkeit, sein Einfühlungsvermögen und seinen vertrauensvollen Führungsstil. Der angehende Pensionär war 1980 in den Polizeidienst eingetreten. 2003 begann er mit dem Studium an der Hochschule der Polizei in Hiltrup. Im Anschluss war er unter anderem Leiter der Polizeikommissariate Wittmund (2006 bis 2008). 

2015 wurde ihm zunächst kommissarisch die Leitung der PI Wilhelmshaven/Friesland übertragen, wo er zuvor als Leiter Einsatz tätig war. 2018 wurde ihm die vakante Stelle offiziell übertragen. Mitte 2020 wechselte er nach Cloppenburg/Vechta.

In Wilhelmshaven und Hooksiel: NPorts investiert in Häfen und Logistik

Schleuse Hooksiel Foto NPorts
Die Sanierung der Schleuse am Hooksieler Außenhafen gehört zu den großen Unterhaltungsmaßnahmen von NPorts. Die Arbeiten ruhen jeweils während der Segelsaison. Im September geht es weiter. Foto: NPorts

Wilhelmshaven/Hooksiel (28. 3. 2025) – Die landeseigene Hafengesellschaft Niedersachsen Ports (NPorts) wird auch im laufenden Jahr Millionenbeträge in den Hafen Wilhelmshaven und auch in Hooksiel investieren. Das teilte das Unternehmen jetzt mit. Wie der Leiter der NPorts-Niederlassung Wilhelmshaven, Mathias Lüdicke, und NPorts-Geschäftsführer Holger Banik, mitteilten, werden in diesem Jahr rund 19 Millionen Euro in die Weiterentwicklung des Hafens fließen. Hinzu kämen rund 9,7 Millionen Euro für die Unterhaltung der bestehenden Infrastruktur.

Eines der aktuell größten Projekte ist die Planung des AVG Wilhelmshaven. AVG steht für Anleger für Verflüssigte Gase und bedeutet, dass neben dem verflüssigten Gas (LNG/Liquefied Natural Gas) auch Wasserstoff und andere regenerative Gase umschlagen werden können. Zusätzlich stehen bei NPorts in Wilhelmshaven unter anderem die Sanierung der Niedersachsenbrücke und der Nassaubrücke sowie die fortlaufende Instandsetzung der Schleuse Hooksiel im Fokus.

„Der Ausbau der Energieinfrastruktur hat eine besondere Bedeutung, da er nicht nur zu unserer Energiesicherheit beiträgt, sondern auch den Weg für innovative Importe wie Wasserstoff ebnet. Gleichzeitig setzen wir weiterhin konsequent auf die anderen wichtigen Hafenentwicklungsprojekte, denn nur so sichern wir Arbeitsplätze und stärken die wirtschaftliche Entwicklung der Region“, so Banik, der auch Geschäftsführer der JadeWeserPort Realisierungs GmbH ist.

Der Autoumschlag spielt für Wilhelmshaven eine zunehmend wichtige Rolle. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 27 Hektar Hafenfläche vorrangig für den Import und Export von Autos vermarktet worden, so Lüdicke und Banik. Damit wolle NPorts den Hafen Wilhelmshaven als Logistikdrehscheibe stärken.

Einen Betrag zu Steigerung der Attraktivität der Region will das Landesunternehmen auch in Hooksiel leisten. Derzeit werde ein umfassendes Konzept zur Immobilienentwicklung und touristischen Nutzung des rund 200 Hektar großen Freizeitgeländes in Hooksiel erarbeitet. Diese Planungen erfolge in enger Abstimmung mit der Wangerland Touristik und weiteren regionalen Partnern.

Der Hafen Wilhelmshaven spielt als Arbeitgeber eine wichtige Rolle. Laut einer Studie hinten 2023 an dem Hafen Wilhelmshaven direkt und indirekt 9.250 Arbeitsplätze. Zu den größten Einzelprojekten unter Federführung von der 2005, also vor genau 20 Jahren gegründeten, NPorts zählen der Ausbau der Niedersachsenbrücke sowie der Bau des LNG-Anlegers an der Umschlaganlage Voslapper Groden. 

NPorts: Umschlagsmenge in Wilhelmshavener Häfen 2024 kräftig gestiegen

Oldenburg/Wilhelmshaven/Hooksiel (4. 3. 2025) – Das Volumen des Güterumschlags im Hafen Wilhelmshaven ist im 2024 um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 35,3 Millionen Tonnen gestiegen. Wesentlichen Anteil an der Entwicklung habe der Umschlag von flüssigen Massengütern mit rund 25,6 Millionen Tonnen (+ 8 % ) gehabt, hieß es auf der Jahrespressekonferenz der landeseigenen Hafengesellschaft Niedersachsen Ports GmbH (NPorts).

Auch bei festen Massengütern (Baustoffen, Kohle etc.) gab es ein Plus von 13 Prozent auf rund 2,6 Millionen Tonnen. Der Stückgutbereich wuchs auf 7,1 Millionen Tonnen Umschlagsvolumen (+ 33 % ), in erster Linie getragen von gestiegenen Volumen an Containern und Fahrzeugen. So wurden 2024 an der Jade 843.452 20-Fuß-Standardcontainer (TEU) umgeschlagen (+ 59 %). Die Importmengen im noch jungen Geschäftsfeld Automobilumschlag habe sich gegenüber dem Vorjahr auf über 74.000 Fahrzeuge mehr als verdoppelt.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und Holger Banik, Geschäftsführer von NPorts sowie der JadeWeserPort Realisierungs GmbH, unterstrichen die wirtschaftliche Bedeutung der 15 niedersächsischen Seehäfen. Sie Häfen würden direkt und indirekt an die 50.000 Arbeitsplätze sichern. Lies unterstrich zudem die Rolle der Häfen bei der Energiewende. Allein für den Bau der geplante Offshoe-Windparks auf der Nordsee müsse gewaltig in Hafenanlagen investiert werden. Hier sei auch der Bund gefragt. 

Pressekonferenz bei Sports
Blicken zuversichtlich in die Zukunft der niedersächsischen Seehäfen: (von rechts) Holger Banik (NPorts), Wirtschaftsminister Olaf und Inke Onnen-Lübben (Seaports of Niedersachsen). Foto: Andreas Burmann

„Die Herausforderungen wachsen – und wir ermöglichen, dass unsere Häfen mitwachsen“, betonte Banik. „In diesem Jahr werden wir voraussichtlich rund 160, im nächsten Jahr 150 Millionen Euro investieren.“ Hinzu kämen allein in 2025 rund 67 Millionen Euro Unterhaltungsaufwand. 

Für Wilhelmshaven sei eine weitere Anlegerstruktur südlich der bestehenden Umschlaganlage Voslapper Groden geplant. Die neue Umschlaganlage soll als universeller AVG Umschlagplatz für „grüne“ Gase, insbesondere Wasserstoff und Wasserstoff-Derivate, dienen sowie Möglichkeiten für den CO2-Export bieten. Zudem will NPorts in der Region die denkmalgeschützte Nassaubrücke in Wilhelmshaven sanieren und die auf vier Jahre angelegte Sanierung der Schleuse am Außenhafen Hooksiel vorantreiben.

Die Marketingorganisation „Seaports of Niedersachsen“ zeigt sich erfreut, dass es den niedersächsischen Seehäfen gelungen sei, ihr Umschlagvolumen trotz des schwierigen Marktumfelds in 2024 um zehn Prozent auf 55,5 Millionen Tonnen zu erhöhen. Weitere Wachstumspotenziale sieht Geschäftsführerin Imke Onnen-Lübben durch die Energiewende sowie in der Projektlogistik und beim Containerumschlag. Die Folgen möglicher Handelskonflikte seien aber schwer abzuschätzen. Aber, so die Wangerländerin, die Investitionen der Hafenwirtschaft würden zeigen, dass man weiterhin optimistisch in die Zukunft blickt.

„Für die kommenden Jahre erwarten wir im Zuge des Ausbaus der Erneuerbaren Energien gute Geschäfte für unsere Seehäfen, z.B. beim Umschlag von Komponenten für die Windenergiebranche. Auch im Projektgeschäft gibt es interessante Potentiale. Der Containerumschlag in Wilhelmshaven dürfte durch den Start der Gemini-Kooperation im Februar weiteren Aufwind erfahren“, so Onnen-Lübben weiter. 

Zwei junge Leute schwer verletzt

Voslapp (27. 2. 2025) – Zwei junge Leute sind heute früh in Wilhelmshaven-Voslapp schwer verletzt worden. Nach Mitteilung der Polizei war es gegen 7.45 Uhr zu einem Verkehrsunfall in der Flutstraße. 

Ein 87-jähriger Pkw-Fahrer befuhr die Flutstraße aus nördlicher Richtung kommend in Richtung Arthur-Grunewald-Straße und beabsichtigte im Kreuzungsbereich nach links abzubiegen. Hierbei habe der 87-Jährige das entgegen kommende Kraftrad übersehen, das mit zwei Personen besetzt war, so die Polizei. Es kam zum Zusammenstoß beider Fahrzeuge.

Infolge des Anpralls wurden die Fahrerin und der Sozius des Kraftrades schwer verletzt. Der 16-jährige Sozius wurde umgehend mit einem Rettungswagen in ein umliegendes Krankenhaus verbracht. Die 16-jährige Fahrerin des Kraftrades wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus transportiert.

Zollhund erschnüffelt Marihuana-Tüte

Wilhelmshaven/Oldenburg (24. 2. 2025) – Zöllner des Hauptzollamts Oldenburg haben bei einer Verkehrskontrolle auf einem Rastplatz an der Autobahn A 1 einen Wagen mit Wilhelmshavener Kennzeichen gestoppt, dessen Insassen dann festgenommen wurden. Im Auto waren geringe Mengen Marihuana, zwei Softair-Maschinenpistolen und ein Teleskopschlagstock gefunden worden. Zudem soll der Fahrer unter dem Einfluss von Drogen gestanden haben. 

Den Beamten war nach Darstellung des Zolls zudem aufgefallen, dass bei der Anfahrt der Kontrollstelle ein Gegenstand aus dem Auto geworfen worden war. Der Zollhund Jule
erschnüffelte schließlich an der Parkplatzzufahrt eine Einkaufstüte, in der sich etwa ein
Kilogramm Marihuana befand. 

Die Beschuldigten, ein 42-jähriger und ein 32-jähriger deutscher Staatsangehöriger, wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Oldenburg vorläufig festgenommen und zu einer Polizeidienststelle gebracht. Bei nachfolgenden Hausdurchsuchungen stellten die Ermittler 97,1 Gramm Marihuana, 7,3 Gramm Haschisch, 7,33 Gramm Amphetamin, 1,5 Gramm Opiate, eine Feinwaage und Verpackungsmaterial für Kleinmengen von Betäubungsmitteln sowie weitere Beweismittel sicher, die auf einen Handel mit Betäubungsmitteln schließen lassen. 

Die Verdächtigen seien nach dem Abschluss aller unaufschiebbaren Maßnahmen 
wieder aus dem Gewahrsam entlassen worden, berichtet der Zoll. Die weiteren Ermittlungen werden vom Zollfahndungsamt Hannover geführt.

Es gibt doch Nachfrage nach LNG

Wilhelmshaven/Hooksiel (8. 2. 2025) – Die Befürchtung, dass das Fabrikschiff „Höegh Esperanza“ am LNG-Terminal vor der Hooksieler Hafeneinfahrt liegt, aber gar kein Bedarf mehr für importiertes Flüssigerdgas besteht, bestätigt sich offenbar nicht. Wie die staatliche Betreibergesellschaft Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) mitteilt, wurden in zwei Vermarktungsrunden sämtliche für die Terminals Brunsbüttel und Wilhelmshaven angebotenen Regasifizierungs-Slots vergeben.

Höegh Esperanza
Soll die Energieversorgung in Deutschland absichern: die FSRU „Höegh Esperanza“ vor Hooskiel.

Die DET ist verantwortlich für die Vermarktung und den Betrieb der vier schwimmenden LNG-Terminals (FSRU) in Brunsbüttel, Stade und Wilhelmshaven. Die Regasifizierungs-Kapazitäten für 2025 waren über die digitale Vermarktungsplattform Prisma angeboten worden, am 23. Dezember und zuletzt vom 4. bis 6. Februar. 

An den vier Vermarktungstagen hätten insgesamt 17 Marktteilnehmer bei Auktionen sämtliche 50 angebotenen Zeit-Fenster für die Regasifizierung des verflüssigten Erdgases erworben. „Wir sind sehr zufrieden, dass wir unter hohem Zeitdruck die aktuelle Vermarktungsrunde realisieren und erfolgreich abschließen konnten“, wird Dr. Peter Röttgen, Geschäftsführer der DET, in einer Pressemitteilung zitiert. Die DET leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit für Deutschland und Europa. 

Umweltverbände hatten vor unnötigen Investitionen in LNG-Infrastruktur gewarnt. Als Beleg dafür, dass es auch ohne Flüssigerdgas genügend Energieträger in Deutschland gäbe, hatten sie auf nicht ausgelastete Regasifizierungs-Kapazitäten verwiesen.