
Wangerland (21. 3. 2025) – Mit Waddewarden und Wiarden erhalten zwei weitere Ortschaften im Wangerland in den nächsten Monaten schnelles Internet. Im Beisein von Bürgermeister Mario Szlezak hat eine von der „Glasfaser Nordwest“ beauftragte Tiefbaufirma im Bereich der Turnhalle in Waddewarden mit den Erdarbeiten begonnen. Der Bürgermeister sprach von einem „weiteren entscheidenden Impuls für die Gemeinde“.
Bislang ist der Breitbandausbau lediglich in Hooksiel (1900 Grundstücke), Hohenkirchen (800) und Horumersiel (8500) erfolgt. In Waddewarden sollen in den nächsten zwei bis drei Monaten 400 Grundstücke erschlossen werden, in Wiarden im Anschluss 200. Insgesamt kommt die Gemeinde dann auf rund 4000 potenzielle Anschlüsse.
Wie viele und welche Hauseigentümer sich dann tatsächlich Glasfaser nutzen werden, steht auf einem anderen Blatt. „Das ist Sache unserer Vermarktungspartner“, sagte Florian Nierke, Kommunalmanager von der Glasfaser Nordwest, einem Gemeinschaftsunternehmen von Telekom und EWE. Vermarktungspartner sind aktuell neben Telekom und EWE, 1&1 sowie drei weitere Firmen. In Waddewarden hätten etwa 60 Prozent der Haushalte ihr Interesse bekundet. Die Vermarktung beginnt hier am 1. April.
Als Voraussetzung für das „schnelle Internet“ wird zuerst das Verteilernetz für Lehrrohre gebaut. Die beauftrage Firma will dafür vier Arbeiter-Kolonnen einsetzen, die allein in Waddewarden auf 7,8 Kilometern Verlegeschächte ausheben und wieder versiegeln müsse. Dabei sind Überraschungen und auch Beschädigungen vorhandener Rohre und Leitungen nicht auszuschließen, räumt Omer Kosuta von der Firma Salko-Bau ein.
Bürgermeister Szlezak forderte die Baufirma auf, mögliche Schäden genau zu dokumentieren und fachkundig zu beheben. Die Gemeinde Wangerland werde im Rahmen der Abnahme peinlich genau auf Versackungen und andere Schäden achten. „Die Bürger sind da sehr sensibel“, sagte Szlezak. „In den anderen Anschlussgebieten haben wird damit bis heute immer noch Theater.“
Nach der Fertigstellung des Verteilernetzes können Hausanschlüsse vom Netz bis zur jeweiligen Immobilie und im Gebäude weiter zu jeder Wohnung verlegt werden. Erst wenn die Glasfaserdose im Haus installiert ist, kann ein glasfaserfähiger Router angeschlossen werden, der den Weg ins World-Wide-Web beschleunigt.
Wann im Wangerland weitere Ortschaften einen Breitbandanschluss erhalten, ist unklar. Die Glasfaser Nordwest darf aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nach den Worten von Nierke keine Auskünfte zu ihren Ausbauplänen geben. Der Landkreis Friesland hat sich aber auf die Fahnen geschrieben, mittelfristig das Kreisgebiet flächendeckend ans Breitbandnetz anzuschließen.