Hooksiel (2. 4. 2025) – Neues Jahr, alter Rhythmus. Neue Ausstellungen im Künstlerhaus Hooksiel werden stets sonntags um 11.15 Uhr eröffnet. Zum Auftakt des Jahresprogramms am 6. April begrüßt Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann die gebürtige Venezuelanerin Betty Sarti de Range aus Hessen, die ihre Werke in dem ehemaligen Feuerwehrhaus in der Langen Straße 15 präsentiert
Der Titel der Ausstellung: „Organische Formen am Meer“. Der Name ist auch Programm für die Künstlerin während ihres sechswöchigen Aufenthaltes als Stipendiatin der Gemeinde Wangerland in Hooksiel. Speziell möchte sie sich der Nordsee mit ihren Salzwiesen widmen.
Betty Sarti de Range (58) beschäftigt sich seit vielen Jahren künstlerisch experimentell im Bereich Druckgrafik. Ein besonderer Schwerpunkt sind Arbeiten im Gelantine-Druckverfahren. Die Arbeit mit Naturmaterialien, Pflanzen, organischen Formen und Strukturen in der Natur stehen dabei im Mittelpunkt.
Bei diesem Hochdruckverfahren dient ein pflanzlicher Gelantineblock als Druckplatte. Die Künstlerin druckt hierauf mit Naturmaterialien wie Gräsern, Blüten, Blättern, Algen, Muscheln und Fossilien.
Die Künstlerin legt Wert darauf, umweltfreundliche Materialien zu benutzen. Daher werden nur wasserbasierte, lösungsmittelfreie Druckfarben eingesetzt. Die Drucke werden ohne Druckpresse auf Papier gedruckt. Auf der Vernissage am Sonntag führt die Kulturvermittlerin Rafaela Range ins Werk der Stipendiatin ein. Die Ausstellung ist bis zum 11. Mai, jeweils dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr, zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Die Aquarellmalerin Astrid Homuth aus Leipzig (2. von rechts) wird die nächsten Wochen in Hooksiel leben und arbeiten. Marianne Kaiser-Fuchs (links) und Renate Janßen-Niemann begrüßten die Stipendiatin und ihren Künstlerfreund Andreas Mattern bei der Ausstellungseröffnung. Foto: hol
Hooksiel (23. 9. 2024) – Ihre Motive sind eher unspektakulär. Bäume, Blumen, Landschaften. Aber auch wenn man als Betrachter den Eindruck hat, einige der Bilder in ähnlicher Form schon einmal gesehen zu haben. Jedes der Aquarell-Gemälde ist ein Unikat, das Ergebnis eines kreativen Prozesses, umgesetzt mit faszinierend sauberer Technik.
Die Malerin Astrid Homuth aus Leipzig ist die neue Stipendiatin der Gemeinde Wangerland. Die nächsten fünf Wochen wird sie im Künstlerhaus Hooksiel leben und arbeiten. Am Sonntag wurde ihre Ausstellung mit einer Vernissage eröffnet. Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann und Wangerlands stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Kaiser-Fuchs begrüßten die Künstlerin und gut zwei Dutzend Interessierte.
Andreas Mattern, freischaffender Künstler und Dozent für Aquarellmalerei aus Berlin, stellte Astrid Homuth und ihre Arbeitsweise vor. Die Malerin, Jahrgang 1964, sei für ihn eine Konstante. Neugierig, geprägt von positivem Ehrgeiz und frei von affektierten Künstlerattitüden. Gerade bei der Aquarellmalerei sei Disziplin des Künstlers wichtig. Zum Beispiel die Geduld, den Hintergrund zunächst trocknen zu lassen, um dann die Motive im Vordergrund malen zu können.
Astrid Homuth ist in Wittenberge in Brandenburg geboren. Ihre künstlerische Karriere hat die studierte Ökonomin 2010 begonnen. Unter anderem hat sie an der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Malerei studiert. Die Nordsee, so schilderte die Künstlerin, habe sie bislang nur von einem Urlaub in Bensersiel gekannt. Entsprechend skeptisch habe sie ihrem Aufenthalt in Hooksiel entgegen gesehen. Der Grund: die Gezeiten.
„Ich habe mir vorgenommen, meine Bilder von Meerwasser überspülen zu lassen“, sagte Astrid Homuth. Aber bei Ebbe sei das ein schwieriges Unterfangen, zumal sie nicht der Typ sei, der Kilometer weit in Watt laufen wolle.
Vor Ort angekommen hat sich die Skepsis in neue Perspektive verwandelt. Die Strukturen des Wattenmeeres seien für sie spannender als das Meer bei Hochwasser. Wenn dazu noch ein Sturm kommt ….
Die Hooksieler Künstlergemeinde darf gespannt sein auf die Werke, die Astrid Homuth während ihres Stipendiats im Wangerland erschaffen wird. Vorgestellt werden sollen sie im Rahmen eines Werkstattgesprächs am Samstag, 19. Oktober, ab 16 Uhr.
Was man liebt, das schützt man: Die Künstlerin Akkela Dienstbier stellt im Künstlerhaus in Hooksiel bis zum 15. September Werke mit Natur-Bezügen aus. Foto: hol
Hooksiel (6. 8. 2024) – Man kann sich so oder so für den Naturschutz einsetzen. Akkela Dienstbier hält nicht viel von Demonstrationen oder Klebeaktionen. Die Bremerin ist Künstlerin. In ihren Werken stellt sie die Schönheit der Natur, von Blumen, Sträuchern oder auch von Brennnesseln auf ihre ganz eigene Art dar. „Ich will die Herzen der Menschen erreichen“, sagte Akkela Dienstbier bei der Vernissage zu ihrer Ausstellung „Wachsen“ im Künstlerhaus Hooksiel. „Was wir lieben, das beschützen wir auch.“
Künstlerhausleiterin Renate Janßen-Niemann begrüßte zur Ausstellungs-Eröffnung neben der Künstlerin auch die stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Kaiser-Fuchs sowie eine vergleichsweise kleine Schar an Kunstinteressierten aus der Region. Das parallel laufende Streetart-Festival in Wilhelmshaven und eine Großveranstaltung des Ostfriesischen Kunstkreises dürften den einen oder anderen vom Weg nach Hooksiel abgehalten haben.
Die Besucherinnen und Besucher freuten sich über ein schöne Auswahl von Gemälden und experimentellen Druckgrafiken, deren künstlerische Ursprünge allesamt in Hooksiel liegen. Akkela Dienstbier hat 2018 als Stipendiatin des Künstlerhauses in Hooksiel gelebt und gearbeitet. Seither pflegt sie enge Beziehungen zu der Einrichtung und zum Ort. Unter anderem unterstützt die Bremerin das kulturelle Angebot des Künstlerhauses für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien, das Kunstkarussell, als Dozentin.
Akkela Dienstbier erklärte ihre Arbeitsweise bei der Herstellung von Druckgrafiken, die allesamt Unikate seien. Der Grund: Die Künstlerin verwendet als Druckstock, in dem die Linien und Flächen der Motive eingeritzt werden, nicht wie üblich Kupfer-, Zink- oder Acrylplatten, sondern so genanntes „Milchtüten-Papier“. Das Material lasse lediglich drei bis fünf vergleichbare Drucke zu. Ein Vorteil: Das Papier könne man in unterschiedliche Formate schneiden, so dass die Druckstöcke immer wieder unterschiedliche angeordnet werden können.
Auch in ihre Gemälde arbeitet Akkela Dienstbier Naturmaterialien ein. Die Bilder werden dadurch plastisch. Zwischen Farbgebung der Künstlerin und den Natur-Komponenten entsteht ein dreidimensionales Wechselspiel, das die Betrachter ins Werk hineinzieht. Diese Technik sei übrigens auch schon für Kinder und Jugendliche spannend, sagte Marianne Kaiser-Fuchs, die selbst lange im Kindergarten gearbeitet hat. Ihre Empfehlung: „Lehrer und Erzieher sollten die Chance für einen Besuch des Künstlerhauses nutzen.“
Hooksiel (7. 6. 2024) – Das Künstlerhaus Hooksiel lädt für Sonntag, 16. Juni, um 11.15 Uhr zu seiner nächsten Vernissage ein. Vorgestellt wird Jürgen Noltensmeier aus Leipzig, der erste Residenz-Stipendiat der Gemeinde Wangerland in diesem Jahr. Der Künstler bezieht im Künstlerhaus eine Wohnung, um im Wangerland Impulse für seine weitere Arbeit zu gewinnen und zu sehen, was diese Küstenregion bei ihm auslöst.
Bürgermeister Mario Szlezak wird die Ausstellung von Noltensmeier eröffnen. Die Werke des Malers sind im besten Sinn realistisch zu nennen, obwohl sich der Künstler keineswegs dem fotografischen Realismus verschrieben hat. Die Nähe zu den Motiven versucht der Künstler durch seine Maltechnik zu erzeugen (Foto: Limburg). Dabei werden Pigmente mit Öl, Harz, Wasser sowie Ei angerührt und in lasierenden Farbbahnen in die sorgfältig angelegte Bildarchitektur gemalt. „Es geht bei Jürgen Noltensmeier immer um den Menschen, auch wenn er ihn nicht malt“, verrät Kunsthallen-Leiterin Renate Janßen-Niemann.
Die Ausstellung „Still und laut“ ist geöffnet vom 16. Juni bis zum 28. Juli jeweils dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr in der Langen Straße 16 in Hooksiel. Zur Einführung ins Werk spricht anlässlich der Vernissage Reiner Tintel von Artists Unlimited.
Dieter Schoof-Wetzig stellt im Künstlerhaus Hooksiel Baumfotografien aus. Foto: hol
Hooksiel (16. 10. 2023) – Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, sagt der Volksmund. Aber umgekehrt gilt: Wer nur den Wald im Blick hat, übersieht die Schönheit einzelner Bäume. Genau die hält der Fotograf Dieter Schoof-Wetzig seit über zwei Jahrzehnten mit seiner Kamera fest. 24 der dabei entstandenen Fotos sind jetzt unter dem Titel „Baumlese“ im Künstlerhaus Hooksiel zu bewundern.
Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann begrüßte zur Vernissage an die 40 Interessierte, darunter die stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Wangerland, Alice Brandenburg-Bienek und den stellvertretenden Landrat Reiner Tammen, der darauf hinwies, dass er politisch wie beruflich eine besondere Beziehung zu Bäumen habe. „Holz ist mein Thema“, sagte der Grünen-Abgeordnete. Als Tischler seien die Bäume allerdings eher zu ihm gekommen – und zwar scheibchenweise.
In Leben und Werk des Künstlers führte der Journalist Christoph Hinz ein. Schoof-Wetzig, Jahrgang 1946, ist in Jever geboren und in Middoge (Wangerland) aufgewachsen. Er besuchte das Mariengymnasium, wo er sein Talent in einer Foto AG entdeckte. Nach dem Studium (Psychologie und Pädagogik) arbeitete der heute in Hannover lebende Fotograf in der Lehrerfortbildung.
Zu Hooksiel habe er aber immer eine besondere Beziehung gehabe, sagte Schoof-Wetzig. Hier, am Kreuzhamm, habe „Oma-Hooksiel“ gewohnt. Besuche bei ihr waren gleichzusetzen mit dem Besuch der Nordsee.
Betrachter sollten sich die Fotografien im Künstlerhaus ganz genau ansehen, riet Hinz. Den wohl 1000 Jahre alten Olivenbaum aus Andalusien, dessen Außenhaut geradezu filigrane Strukturen aufweist, die jeversche Blutbuche oder den Mammutbaum aus dem Schlosspark in Jever.
Hier der abgebrochene Ast, der an den Spagat eines Turners erinnert, dort ein entwurzelter Baum, eine Verletzung der Rinde oder eine skurrile Einlagerung, in der man einen Akt zu erkennen glaubt. Der Fotograf sei auf der Suche nach Leben, was die Dynamik des Verfalls einer bestimmten Lebensform einschließt, so Hinz. Sein besonderes Augenmerk gelte Strukturen und Reflexionen, die bei Betrachtern – anders als bei eindeutigen „Baumgesichtern“ – ganz unterschiedliche Assoziationen auslösen sollen. Geprägt vom Baum als Individuum, und vom Individuum des Betrachters.
Die Ausstellung im Künstlerhaus ist bis zum 2. Januar zu sehen. Bis Ende Oktober dienstags bis sonntags 14 bis 18 Uhr, danach samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Hooksiel (9. 10. 2023) – Die letzte Ausstellung in diesem Jahr im Künstlerhaus Hooksiel gestaltet der Fotograf Dieter Schoof-Wetzig. Ihr Titel: „Baumlese“..Zur Eröffnung am Sonntag, 15. Oktober, um 11.15 Uhr wird Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak erwartet.
Schoof-Wetzig lebt in Hannover, ist aber in Friesland aufgewachsen. Seit 25 Jahren liegt sein fotografische Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit Bäumen. „In Bäumen findet man das ganze Leben wieder, sie bieten unendlich viele Motive, die nie eindeutig sind und in denen jeder etwas Anderes sehen kann.“ Dort fänden sich ästhetische Formen, die als poetische Metaphern oder Reflexionsbilder dienen können, so der Künstler.
Viele Motive des Fotografen zeigen Details: Äste, Stämme, Wurzeln, auch Verletzungen von Bäumen. Schoof-Wetzig entdeckt in Bäumen Strukturen, die zum Teil die Bäume und Naturkräfte entwickelt haben, zum Teil aber auch seiner fotografischen Perspektive entstammen.
Zur Einführung sprich der Journalist Christoph Hinz. Zu sehen ist die Ausstellung in der Langen Straße 16 vom 15. bis 30. Oktober dienstags bis sonntags von 14- bis 17 Uhr, ab 4. November bis zum 2. Januar 2024 samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.
Hooksiel (2. 10. 2023) – Stephanie Hüllmann ist der Faszination des Wangerlandes erlegen. Diesen Eindruck erweckte die Künstlerin jedenfalls bei ihrem Werkstatt-Gespräch im Hooksieler Künstlerhaus. Die Stipendiatin der Gemeinde Wangerland hat in den vergangenen fünf Wochen die Strände, das Watt und die Museen der Region erkundet, meist zu Fuß oder mit dem Fahrrad – immer auf der Suche nach spannenden Details.
Stephanie Hüllmann präsentiert ihre Fundstücke vom Hooksieler Strand. Foto: Hol
Sie ist fündig geworden. Zum Beispiel bei der Begegnung mit der klassischen Fliesenmalerei, einer aus Holland auch nach Friesland getragenen Tradition. Die blauen Motive auf weißen Fliesen, mit denen früher Sockel an Wänden oderKüchenzeilen beklebt wurden, waren meist der damaligen Lebensrealität entnommen. Sie zeigen Mühlen, Hörner oder auch ganze Ochsen.
Neue Motive für die Fliesenmalerei
Der Impuls für Stephanie Hüllmann: Warum nicht Motive auf Fliesen malen, die aus dem heutigen Leben kommen? Das WLan-Zeichen etwa, oder die Symbole von Automarken. Gedacht, getan. In ihren Hooksieler Tagen hat die Künstlerin erste Motive auf kleine „Kacheln“ aus Pappe genäht.
Ähnlich kreativ endete eine Spaziergang am Hooksieler Strand. Nach vier Stunden hatte die 58-Jährger so viele Utensilien zusammen, die – in stundenlanger, filigraner Arbeit auf eine Leinwand aufgenäht – ihre Kunstwerk-Reihe „Ein Tag am Strand“ fortsetzen. Mit besonderen Effekten. Wer sich das Werk genauer ansieht, entdeckt – neben Muscheln, Schnecken und Steinchen – vieles, was nicht an einen Strand gehört: Hundebeutel, Plastikdeckel, ein Feuerzeug, Reste eines Protestaufklebers, Knochen … „Früher sahen Strände anders aus“, ist Stephanie Hüllmann überzeugt.
Erinnerungen an St. Peter-Ording
Die Künstlerin schildert in dem von Kunsthallen-Leiterin Renate Janßen-Niemann moderierten Gespräch, dass sie zum Teil in St. Peter-Ording aufgewachsen sei. Das Watt in Hooksiel, der unendlich weite Himmel – das seien auch Begegnungen mit ihrer eigenen Jugend gewesen. Voller Gegensätze, voller Veränderungen im Detail, Weite und Nähe.
Der Blick in den Himmel vom Wangerland und das Sammeln einzelner Sandkörner am Hooksieler Strand. Beides wird Stephanie Hüllmann von ihrem Stipendiat in Erinnerung behalten – und vielleicht in Kunstwerke umsetzen. Sie hat eine ganze Reihe von Skizzen gemacht, die in den nächsten Wochen und Monaten bearbeitet werden wollen. Mit der Friesenmalerei werde sie sich auf jeden Fall weiter beschäftigen. Gern würde sie ihre Motive auf echten Fliesen verewigen. Ein Traum wäre es, wenn damit einmal eine Wand in einem friesischen Museum tapeziert werden würde. Als Dokument für Kunst im Wandel der Zeit.
„Ich bin nicht fleißig!“
In Erinnerung bleiben werden auch die vielen Gespräche mit Menschen, die ihre Ausstellung im Künstlerhaus besucht haben. So eng und intensiv habe sie das noch nie erlebt. Nachdenklich habe sie das Lob einer Besucherin gemacht. „Sie sind aber fleißig!“ Zwar arbeite sie gern einmal 30 Stunden am Stück oder mache die Nacht zum Tag, wenn sie Hunderte Kleinstteile annähe und zu einem Werk kombiniere. „Die Kraft dafür kommt aber von innen“, sagt Stephanie Hüllmann und stellt dazu ultimativ fest: „Ich bin nicht fleißig!“
Die Ausstellung „zeit.lupe“ ergänzt um die in Hooksiel entstandenen Skizzen und Werke ist noch bis Sonntag, 8. Oktober, im Künstlerhaus zu sehen.
Hooksiel (26. 9. 2023) – Renate Janßen-Niemann, Leiterin des Künstlerhauses Hooksiel, lädt für Sonntag, 1. Oktober, zum „Werkstattgespräch“ ein. Interessierte haben Gelegenheit, sich bei Tee und Keksen mit der aktuellen Stipendiatin der Gemeinde Wangerland, Stephanie Hüllmann, auszutauschen.
Stephanie Hüllmann lebt und arbeitet seit Ende August in Hooksiel. Ihr Stipendiat im Wangerland endet am 8. Oktober. Im Künstlerhaus (Lange Straße) ist bis dahin eine Ausstellung mit dem Titel „zeit.lupe“ mit Werken der Göttingerin zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Im Werkstattgespräch wird Stephanie Hüllmann ihre filigrane Arbeitsweise vorstellen, die viel mit der Kunst des Nähens zu tun hat. Gespannt sein darf man auch auf die Impressionen, die die Künstlerin in Hooksiel gesammelt hat.
Werben für die Mitgliedschaft im Förderverein Kunst- und Erlebnispfad, der auch das Künstlerhaus unterstützt. Henning Gieseke und Björn Mühlena. Foto: hol
Unterstützt wird das Künstlerhaus übrigens durch den Förderverein Kunst- und Erlebnispfad Hooksiel, der am Rande der Ausstellung um weitere Mitglieder wirbt. Der seit 2005 bestehende Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Hooksiel und das Wangerland insgesamt künstlerisch zu bereichern. Dabei arbeitet man sehr enge mit der Gemeinde Wangerland und dem Künstlerhaus zusammen.
Hooksiel (20. 8. 2023) – Kulturfreunde dürfen sich auf neue Eindrücke im Künstlerhaus Hooksiel freuen. Am Sonntag, 27. August, um 11.15 Uhr werden Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak und die Künstlerhaus-Leiterin Renate Janssen-Niemann die Ausstellung der neuen Stipendiatin der Gemeinde Wangerland, Stephanie Hüllmann, eröffnen.
Unter dem Titel „zeit.lupe“ werden in dem Sielort bis zum 8. Oktober Assemblagen, Mixed-Media-Werke und Zeichnungen zu sehen sein. Das Künstlerhaus ist nach der Vernissage jeweils dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
„Naturmaterialien, Gefundenes, Gebrauchtes sind meine Hauptmaterialien. Sie ziehen, hundert- oder tausendfach auf Papier oder Leinwand aufgebracht, die Augen auf kleinste Details. So wird Neues im Bekannten sichtbar und vermeintlich Gleiches zu Individuen“, beschreibt Stephanie Hüllmann, Jahrgang 1965, ihre Arbeiten.
„Meine Technik, das jahrtausendealte und langsame Handwerk des Nähens, provoziert in einer Zeit, in der viele danach streben, immer schneller und effektiver zu sein“, so die künstlerische Autodidaktin. Mit ihrer Technik wolle sie die Wertschätzung für jedes einzelne Teil zurückholen, seien es Steinchen, Federn oder auch Schneckenhäuschen, die bewusst komponiert werde. Beim Blick auf Details stehe dann der allgegenwärtige Wandel im Fokus. „Der Wandel macht uns häufig Angst, wir versuchen uns ihm entgegen zu stellen oder ihn zu ignorieren“, sagt die Künstlerin und Akademikerin, die in Göttingen lebt und viele Jahre im Ausland – unter anderem in Spanien, USA, Palau und Japan – gearbeitet hat.
Hooksiel (22. 7. 2023) – Eine Landschaft, das sind nicht nur Felder, Hügel und Horizonte. Eine Landschaft, so wie Ommo Wille sie festhält, ist archivierte Erinnerung. Da werden die Luft, die Farbtöne und Frische spürbar. Für den Maler allemal, aber auch für den Betrachter.
Der Künstler Ommo Wille stellt Gemälde und Zeichnungen im Künstlerhaus Hooksiel aus. Die Ausstellung eröffneenn am Sonntag Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann (rechts) und die stellvertretende Bürgermeisterin Alice Brandenburg-Bienek. Foto: hol
Und zwar mehrfach. „Meine Bilder entstehen in einem längeren Prozess“, sagte Wille bei seiner Ausstellungseröffnung am Sonntag im Künstlerhaus Hooksiel. Er male mit wasserlöslichen Temperafarben, bei denen er Ei als Bindemittel einsetze. Die Farben werden aufgetragen, trocknen, werden übermalt oder ergänzt. Mehrfach. Und schließlich mit Lasuren versiegelt.
„Wenn man am Abend mit einem Glas Rotwein vor so einem Landschaftsbild steht, entdeckt man immer wieder noch etwas Neues“, beschreibt Wille seine „nachhaltigen“ Gemälde, von denen eine Auswahl bis zum 20. August im Künstlerhaus zu bewundern sind. Kleinformatige Spielereien ebenso wie großflächige Hingucker, für die meist friesländische Landschaften die Inspiration gaben.
Ein Grund dafür: „Das Licht in Friesland ist anders als in Berlin.“ Ein weiterer Grund dürfte darin liegen, dass der in Berlin lebende Künstler in Jever geboren und aufgewachsen ist. Entsprechend groß war das Interesse an der Vernissage zur Ausstellung „Himmel und Erde“, zu der Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann neben der stellvertretenden Bürgermeisterin Alice Brandenburg-Bienek rund 60 Interessierte begrüßte.
Mit Kohle-Zeichnungen hält Ommo Wille Motive aus Berlin als ein Stück Zeitgeschichte fest. Foto: hol
Als junger Mann studierte Wille freie Kunst in Braunschweig, kam in den Genuss der Graduiertenförderung des Landes Niedersachsen, wirkte elf Jahre lang als Lehrbeauftragter und Gastdozent an der Universität der Künste in Berlin.Der Künstler lebt in Berlin-Moabit.
Neben Gemälden zeigt er in Hooksiel beeindruckende Zeichnungen von Stadtansichten, etwa Hinterhöfe in seiner Nachbarschaft, aber auch das Brandenburger Tor oder einen Bahnhof. Mit seinen Zeichnungen wie zuvor schon mit Fotografien hat Wille Zeitgeschichte festgehalten. Zeitgeschichte, etwa aus er alten DDR, die später zu Geschichte wurde und wird. So halte er seine Erinnerungen fest und versuche den Wandel der Stadt zu verstehen.
Fotografisch ist Wille heute kaum noch unterwegs. „Es gibt keine spannenden Motive mehr“. Seine wohl größten Erfolge hat er mit der Ausstellung „Duckomenta“ gefeiert, die 2022 auch im Schloss in Jever zu sehen war. An die Enten-Kunst erinnert im Künstlerhaus Hooksiel nur ein Miniatur-Motiv.