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Alle Beiträge zum Thema “Künstlerhaus”

Wo Steine lebendig werden und Fotos den kritischen Blick schärfen

Hooksiel (17. 2. 2026) – Großer Bahnhof im Künstlerhaus Hooksiel. Rund 50 Kunstinteressierte verfolgen die Eröffnung der Winterausstellung. Bis Sonntag, 15. März, stellen mit Uta Grams (Wangerland), Gaby Skudelny-Furth (Wilhelmshaven) und Birgit Luiken (Grafschaft) drei Künstlerinnen aus der Region ihre Arbeiten aus. Die Ausstellung ist jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. 

Renate Janßen-Niemann (2. von links) eröffnete die „Winterausstellung“ im Künsterlhaus Hooksiel, in der Werke und Arbeiten von (von links) Gaby Skudelny-Furth, Uta Garms und Birgit Luiken zu sehen sind. Foto: hol

Uta Grams, die bereits 2017 einmal im Künstlerhaus ausgestellt hat, präsentiert beeindruckte Skulpturen, die sie aus verschiedensten Rohsteinen herausarbeitet. Als Grundmaterial verwendet sie unter anderem Serpentin aus Spanien, Springstone aus Simbabwe oder Alabasta aus Italien. „Jeder Stein hat ein Wesen“, verriet Uta Grams. Ihr Ziel als Künstlerin sei es, dieses Wesen zu erkennen und in der Form der Skulptur zum Leben zu erwecken. Im Ergebnis entstehen formschöne und ausdrucksstarke Körper in unterschiedlichen Färbungen. 

Emotionale Kunst

Für Gaby Skudelny-Furth ist Kunst Ausdruck ihres Inneren. „Was ich male, kann ich vorher gar nicht sagen“, verriet die Wilhelmshavenerin. Zu sehen sind an den Wänden des Künstlerhauses farb- und ausdrucksstarke Bilder von Landschaften, der Küste, dem Meer – und von wunderschönen Blumen. „Ich mag meine Bilder“, sagte Gaby Skudelny-Furth. Und viele im Raum konnten das nachvollziehen.

Erste Ausstellung

Ihre erste Ausstellung überhaupt präsentiert in Hooksiel Birgit Luiken. Als Straßen-Fotografin ist sie mit ihrer Kamera unter anderem in Oldenburg unterwegs, um Szenen einzufangen, deren tiefere Bedeutung der Betrachter oft erst auf dem zweiten Blick wahrnimmt. Die Fotos werden am Computer nachbearbeitet und um Schriftzüge ergänzt. „Dafür nehme ich meist Überschriften aus dem ,Sonntagsblatt’“, verriet Birgit Luiken. Im Ergebnis entstehen kleine, oft zeitkritische Collagen, die den Betrachter zum Nachdenken anregen.

Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann unterstrich den ganz eigenen Wert der Winterausstellungen im Künstlerhaus, bei der regionalen Kunst im Fokus steht. Eine weitere Besonderheit: Da die Künstlerinnen ihre Ausstellung während der Öffnungszeiten selbst betreuen, stehen sie den Besuchern dann vor Ort als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Der gute Zulauf gerade dieses Formats sorge dann auch für ein Belebung des Ortskerns von Hooksiel im Winter. 

Winterausstellung mit Werken von Künstlerinnen aus der Region

Hooksiel (6. 2. 2026) – „Mit Kunst durch den Winter“, so heißt die diesjährige Winterausstellung im  Künstlerhaus Hooksiel. Seit mehr als zehn Jahren ist es dessen Leiterin Renate Janßen-Niemann ein Anliegen, auch in der Winterzeit den Ausstellungsraum für Besucher zu öffnen, auch wenn viele andere Bereiche im Ort geschlossen sind. 

„Woge retour“ heißt die Skulptur von Uta Grams, die am Elisabethaußengroden im Wangerland zu bewundern ist. Archiv-Foto: hol

Von Samstag, 14. Februar, bis Sonntag, 15. März, zeigen drei Künstlerinnen aus der Region ihre Werke und übernehmen auch persönlich die Aufsichten, um mit den Kunstinteressierten ins Gespräch zu kommen. Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag um 15 Uhr. Geöffnet sein wird sie jeweils samstags und sonntags sowie am Rosenmontag von 14  bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. 

Gefühle sichtbar machen

Uta Grams aus Bassens zeigt Skulpturen aus Stein. Sie gibt dem Material eine besondere Art der Leichtigkeit und verwendet neben Alabaster auch selteneres Gestein wie Selenit und Serpentin oder entwickelt freie Formen aus Ytong. Im Wangerland bekannt ist Uta Grams durch die große Skulptur „Woge retour“ am Elisabethgrodendeich. 

Gaby Skudelny-Furth aus Wilhelmshaven beschreibt ihre Kunst als eine Ausdrucksform, um Emotionen, Stimmungen und Gefühle aus ihrem Leben sichtbar zu machen. Mit ihren vorwiegend mit Acryl gemalten Gemälden möchte sie Menschen berühren und inspirieren und Verborgenes freilegen. 

Schlagzeilen werden zu Kunst

Birgit Luiken aus Schortens malt, fotografiert, schreibt, filmt und spricht selbst verfasste Hörgeschichten ein. Beim Fotografieren macht es ihr besonderen Spaß, Dinge und Situationen aus dem Alltag abzubilden, die nicht auf den ersten Blick auffallen. Diese Bilder ergänzt sie mit Überschriften, die aus Tageszeitungen ausgeschnitten wurden und dreht damit die Aussage der Bilder in eine unerwartete Richtung. 

Inspiration durch Babelsberg und das Moin in Hooksiel

Hooksiel (2. 1. 2026) – Schade. Die Veranstaltung hätte mehr Besucher verdient gehabt. Zum Ausklang der laufenden Ausstellung im Künstlerhaus Hooksiel hatte Herbert Witzel zu einer „Lied- und Lesebühne“ geladen. Zusammen mit seiner Frau Antje trug er selbst geschriebene „ruppige Rhythmen“ und „taffe Texte“ vor. Leider konnte Kunsthallen-Leiterin Renate Janßen-Niemann zu dem intellektuellen Schlussakkord der letzen Ausstellung der Saison „Wasser in den Ohren“ von Antje Witzel nur eine Handvoll Interessierte begrüßen.

Herbert Witzel präsentierte im Künstlerhaus Hooksiel selbst geschriebene Lieder und ausgewählte Texte. Foto: hol

Witzels leben und arbeiten in Babelsberg bei Berlin. In seinen Liedern nach Herbert Witzel seine Zuhörer unter anderem mit auf eine Tretbootfahrt auf der Spree, ließ im „Kinolied“ etliche Filmstars wieder lebendig werden und übermittelte eine Liebeserklärung an den Bezirk Neukölln. Aber auch der Aufenthalt in Hooksiel sei für das Paar sehr inspirierend gewesen, versicherte Witzel: „Hör ich moin, kann ich mich freun …“

Im Rahmen der Veranstaltung stellte das Paar ein Buch über den niederländischen Maler und Zeichner Vincent van Gogh vor – von Herbert Witzel selbst geschrieben, handschriftlich, gefalzt und gebunden. Eine Hommage an die Neugier. Ausdruck des Wunschs, künstlerisch keine schon ausgetretenen Pfade gehen zu wollen. Auch um den Preis, dass es auf neuen Wegen manchmal recht einsam sein kann. 

Das Künstlerhaus in der Lange Straße ist am heutigen Freitag noch geöffnet. Danach geht es bis zum 13. Februar in die Winterpause.

Inspirierende Suche nach dem Hecht im Künstlerhaus

Hooksiel (13. 10. 2025) – Die Technik ist das eine, die Inspiration das andere. Auf beides muss man sich einlassen, wenn man den Arbeiten der Künstlerin Antje Witzel gerecht werden will. Ihre Ausstellung mit dem Titel „Wasser in den Ohren“ ist bis zum Jahresende im Künstlerhaus Hooksiel zu sehen.

Antje Witzel stellt bis zur Jahreswende im Künstlerhaus Hooksiel aus. Zu sehen sind unter anderem beeindruckende Batik-Arbeiten. Rechts im Bild: Bürgermeister Mario Szlezak. Foto: hol

Zur Vernissage am Sonntag begrüßte Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann neben rund 30 Interessieren auch Bürgermeister Mario Szlezak. Das Künstlerhaus gehört der Gemeinde Wangerland. „Das Haus trägt dazu bei, dass Hooksiel auch überregional bekannt ist“, sagte Szlezak. Die hier gezeigte Kunst gebe Raum zum Denken und zum Nachdenken.

Fliegen im Ölgemälde

Das gilt für die Arbeiten von Antje Witze allemal. Die in Potsdam lebende Künstlerin sieht sich selbst vornehmlich als Zeichnerin, obwohl sie sich auch in anderen Techniken ausprobiert. So ist in der Ausstellung unter anderem ein Ölgemälde von einer Rapsfeld in Horumersiel zu sehen – sehr naturnah, zumal sich während des Malvorgangs lebende Fliegen in der Ölfarbe verfangen haben.

Liedermacher Herbert Witzel bereicherte die Ausstellung seiner Frau Antje durch einige seiner Lieder. In der Mitte: Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann. Foto: hol

Spannend auch die vielen kleinformatigen Linolschnitte und Druckwerke, mit denen die 50-jährige verschiedensten Augenblicke aus Natur und Menschsein festhält. Dem Besucher ins Auge springen aber vor allem zwei Batikarbeiten, die an der Decke des Ausstellungsraumes hängen. Beeindruckend eine je nach Lichteinfall unterschiedlich grün-blau strahlende Unterwasserwelt aus Gräsern, Farnen, kleinen Fischen und mittendrin, gut versteckt, ein Hecht (im Karpfenteich?).

Kunst als Lebensform

Antje Witzel verriet auf der Vernissage, wie sie aus Mutters altem Baumwoll-Bettlacken mit Hilfe von mit dem Pinsel aufgetragenem heißen Wachs ein raumfüllendes Kunstwerk schafft. 

Doch Kunst ist nicht nur das, was man an die Wand hängt. Sie ist auch eine Lebensform. So stellte Renate Janßen-Niemann Antje Witzel zusammen mit ihrem Ehemann, dem Lyriker und Liedermacher Herbert Witzel, als ein Künstlerpaar vor, das Zeichnung und Sprache zusammenbringen möchte – so zum Beispiel in liebevoll gestalteten Kinderbüchern. 

Herbert Witzel rundete das Ausstellungserlebnis mit drei seiner Lieder ab und nahm die Besucher dabei musikalisch mit nach Babelsberg und auf Wolke 17. Inspiration pur.

Künstlerhaus: Wiedersehen mit Akkela Dienstbier

Hooksiel (5. 8. 2025) – Akkela Dienstbier, Künstlerin aus Bremen und Stipendiatin im Künstlerhaus Hooksiel 2018, kommt am Sonntag, 10. August, um 15 Uhr mit einer Performance unter dem Titel „Meer oder weniger“ in den Hooksieler Kulturtempel in die Lange Straße 16. Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann: „Wir sind gespannt auf ihre Aktion, die während der Ausstellung von Schirin Khorram bei freiem Eintritt stattfindet.“ Alle interessierten Einheimischen und Gäste sind eingeladen.

Akkela Dienstbier, Jahrgang 1962, stammt aus Erlangen, wo sie auch Kunstgeschichte und Psychologie studiert hat. Seit 1992 stellt sie Arbeiten aus. Bekannt ist sie auch als Autorin von Fachbüchern.

Ausstellung: Tiere verbinden Menschen mit der Natur

Hooksiel (30. 7. 2025) – Die Portraits der Künstlerin Schirin Khorram zeigen den Blick hinter die Fassade, sie erzählen kleine Geschichten von der Sehnsucht, vom Glück, der Leidenschaft und der Verletzlichkeit des Menschen. Schirin Khorram arbeitet als freie Künstlerin, Illustratorin und Dozentin. Eine Ausstellung mit Titel „Begegnungen – Portraits“ im Künstlerhaus Hooksiel wird am Freitag, 1. August, um 18 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. 

Ein Kunstwerk von Schirin Khorram mit dem Titel: Der Moment. Foto: Künstlerhaus

Die Künstlerin ist viel durch die Welt gereist und es waren die Begegnungen – nicht nur mit Menschen, sondern auch mit den Tieren – , die ihr im Gedächtnis geblieben sind. Sie sieht die Tiere als unsere Verbindung zur Natur. Schirin Khorram ist in Oldenburg geboren, ihr Vater hat iranische Wurzeln. Sie möchte in ihrer Malerei auch dem Lebewesen „Tier“ einen wertschätzenden Raum geben, denn immer da, wo sich Mensch und Tier begegnen, können sich neue spannende Bereiche öffnen. 

Während ihres Studiums als Grafik-Designerin zog es die Künstlerin immer mehr zur freien Kunst. Inspiriert durch den Expressionismus und die Kunst der Neuen Wilden wurde die Malerei für sie zum Ventil, zu einer starken und freien Ausdruckskraft. 

Die Ausstellung im Künstlerhauses in der Langen Straße 16 ist täglich außer montags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. 

Mit der Kunst auf der Suche nach dem, was den Kosmos zusammenhält

Hooksiel (1. 7. 2025) – Wer kennt die „Freie Republik Schwarzenberg“? Niemand? In dieser Republik, im Ort Schönheide, ist der Maler und Bühnenbildner Gero Troike am 29. Juni 1945 zur Welt gekommen. An diesem Sonntag feierte der Künstler in Hooksiel seinen 80. Geburtstag und gab zur Eröffnung seiner Werkschau im Künstlerhaus Hooksiel Einblicke in sein Leben.

Der Maler Gero Troike (von rechts) (2.feierte in Hooksiel seinen 80. Geburtstag. Zur Ausstellungseröffnung überreichten ihm Freunde des Künstlerhauses, darunter Wangerland Bürgermeister Mario Szlezak (4. von links) acht Rosen. Foto: hol

Die „Republik Schwarzenberg“ entstand in den Wirren der letzten Tage des 2. Weltkrieges im westlichen Erzgebirge. Hierhin hatte es Troikes Vater samt Familie, eigentlich Uhrmacher und Hersteller von auch militärisch nutzbarer Messtechnik in Berlin, verschlagen. Vom Westen rückten Anfang Mai die Amerikaner an, vom Osten die Sowjets. Schwarzenberg und Umgebung hatten die Alliierten aber offenbar bei der Aufteilung ihrer Besatzungsgebiete übersehen. Zumindest für 42 Tage.

Mit den Panzern kam das Kind

Die Kettengeräusche der sowjetischen Panzer hätten die Wehen bei seiner Mutter ausgelöst. In die Angst vor Vergewaltigung und Plünderung mischte sich die Freude über seine Geburt – selbst bei den Rotarmisten, die ihre Helme abnahmen und Mutter und Kind mit Milch und Brot versorgten. Welch schöne Vorstellung. Frieden.

Frieden, das ist eines der Themen, die Gero Troike zeitlebens begleitet haben. Als junger Mann absolvierte er in Berlin eine Lehrer, entdeckte die Malerei und die Grafik für sich. Bei der Aufnahmeprüfung für die Kunsthochschule wurde er abgelehnt – offenbar aufgrund einer entsprechenden Empfehlung der DDR-Staatssicherheit. Von seinem Weg ließ sich Troike, seit 1966 mit seiner Frau Angela verheiratet, aber nicht abbringen. 

1984 aus der DDR ausgesiedelt

Er jobbte in verschiedenen Berufen, verdiente als Bühnenarbeiter und Bühnenbildnerassistent sein Geld – und schaffte den Sprung als Bühnen- und Kostümbildner an die Volksbühne in Berlin, wo er mit vielen bekannten Regisseuren zusammenarbeitete. 1984 siedelte Troike in den Westen über, arbeitete unter anderem am Schauspielhaus Bochum und am Thalia Theater in Hamburg. Heute lebt und malt er in der Nähe von Völlinghausen im Kreis Soest – immer noch auf der Suche nach den Dingen, die die Welt im Kern zusammenhalten.

2016 gastierte Troike als Stipendiat im Künstlerhaus Hooksiel und entdecke hier die Faszination des Meeres. „Wasser, Watt, dazu das Geschrei der Vögel – das sind ganz stärke Eindrücke. Die ständige Veränderung der Landschaft, da bekommt man ein Gespür für den gesamten Kosmos.“

Gero Troike gab im Rahmen der Vernissage Einblicke in sein bewegtes Leben und sein Lebenswerk als Maler und Grafiker. Links daneben: Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann. Foto: hol

In der Troike-Ausstellung im Künstlerhaus Hooksiel steht das Meer im Mittelpunkt. Zu sehen sind Arbeiten aus seiner gesamten Schaffenszeit, darunter auch eine Reihe von Motiven mit klarem Bezug zu Hooksiel. Dabei geht es nicht nur um die schönen Zeiten des Weltnaturerbes. In einer Reihe von Bilder überwiegen die braun-modrigen Farbtöne bei den Übergängen zu grünem oder gelbem Strand sowie blauem Wasser und Himmel. Bedrohung steht unmittelbar neben Schönheit, Angst neben Hoffnung, vielleicht auch Tod neben Geburt – wie vor 80 Jahren in Schönheide? Ergänzt werden die Gemälde um für den Künstler wichtige Bücher, die einen Einblick in sein Gesamtwerk geben.

Künstler bleibt eine Woche in Hooksiel

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag begrüßte Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann neben Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak auch eine Reihe von Weggefährten des Künstlers, die diesem zu seinem 80. Geburtstag gratulierten. Angela und Gero Troike wohnen diese Woche noch im Künstlerhaus und werden dabei sicher auch für Besucher der Ausstellung ansprechbar sein. Denn, so der Wunsch des Künstlers: Interessierte sollten nicht nur einen flüchtigen Blick auf seine Bilder werfen, sondern sie mit Ruhe und Geduld anschauen. Warum etwa ist eines der Meer-Bilder rund? Das Rätsel löste Troike selbst: „Das war der Blick des Künstlers aus einem Bullauge einer Schiffstoilette.“

Die Ausstellung im Künstlerhaus ist bis zum 27. Juli dienstags bis sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Gero Troike kehrt mit einer Ausstellung ins Künstlerhaus zurück

Hooksiel (25. 6. 2025) – Ein ehemaliger Stipendiat des Künstlerhauses Hooksiel kehrt zurück. Gero Troike nutzte die Zeit seines Arbeitsaufenthaltes im Wangerland 2016 intensiv, um sich mit dem Meer und dem Licht künstlerisch auseinander zu setzen. Der Künstler stellt anlässlich seine 80igsten Geburtstag ab Sonntag, 29. Juni, die ganze Bandbreite seines malerischen Werkes als Retrospektive aus.

Die Meerbilder in seiner Ausstellung zeigen keine dramatischen Schilderungen der Natur, es ist mehr ein Staunen und der Versuch, diese Urlandschaft zu entdecken. Der Augenblick des Ankommens hat einen besonderen Zauber. Auf der Radierung „Ankunft am Meer“, die in der Ausstellung zu sehen ist, kann man entdecken, was ihn da bewegt. Etwas Ähnliches ist auf dem Bild „Badende im Abendlicht“ zusehen. Die Badende sieht zum ersten Mal die Schönheit der Landschaft. Sie vergisst, dass sie eigentlich nur baden wollte. 

Der Künstler, der für sein bühnenbildnerisches Arbeiten 2017 mit dem Hein-Heckroth-Preis ausgezeichnet wurde, arbeitete an der Volksbühne Berlin, am Maxim-Gorki-Theater und dem Deutschen Theater und war über viele Jahre einer der bedeutendsten Bühnenbildner der DDR. Nach seiner Ausreise 1983 wirkte er im Westen als Regisseur aber auch als Bühnenbildner am Schauspielhaus Bochum, dem Hamburger Thalia Theater und an Opernhäusern in Frankfurt und Amsterdam. 

Troikes Schaffenskraft ist ungebrochen, denn als Maler und Grafiker ist er unermüdlich, wie zahlreiche Ausstellungen und die Zusammenarbeit mit der „Galerie der Moderne“ in Berlin und dem „Kunstzaal van Heijnungen“ in Den Haag belegen. Nach seinem Residenzstipendium in Hooksiel sind in der Bandbreite seiner Motive Landschaften und das Meer besonders stark vertreten. 

Die Vernissage zur Ausstellung beginnt am Sonntag, 29. Juni, um 11.15 Uhr im Künstlerhaus Hooksiel. Die Einführung hält die Leiterin des Künstlerhauses Renate Janßen-Niemann im Gespräch mit Gero Troike. Die Ausstellung wird bis zum 27. Juli zu sehen sein. Das Künstlerhaus ist dienstags bis sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. 

Rückkehr in die Provinz auf der Suche nach schönen Wolken

Hooksiel (19. 5. 2025) – Wer sein Bewusstsein erweitern will, sollte die Dinge mal in einem anderen Licht betrachten. Gern auch Dinge, die er besonders gern mag, die ihm vertraut und bekannt erscheinen. Genau das ist es, was wozu die Werke von Berliner Künstlerin Johanna Staniczek einladen, wie Prof. Eckhard Fürlus auf der Vernissage der Ausstellung „Elemtarkräfte“ sagte.

Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann (links) begrüßte die neue Stipendiatin, Prof. Johanna Staiczek, sowie Dr. Eckard Fürlus, der in die Ausstellung „Elementarkräfte“ einführte. Foto: hol

Zum Beispiel das großformatige Bild „Irpfel“, eine zwei Meter mal 1,5 Meter große Kreide- und Kohlezeichnung, die ein Waldstück in der Schwäbischen Alb zeigt – und zwar in einem besonderen Licht. Im Winterlicht. Genauer Im Lichte am Spätnachmittag eines 24. Dezembers. An Heiligabend.

Das helle Licht durchbricht den vertrauten Wald mit seinen Pflanzen und Verschlingungen. Ein dunkler Apfelbaum mit seinen kahlen Ästen erstrahlt im gleißenden Hell, dem Licht der Welt, der Hoffnung und Geborgenheit. Ein Stück christliche Mythologie.Weihnachten. 

Mit Johanna Staniczek begrüßte die Leiterin des Künstlerhauses, Renate Janßen-Niemann, die zweite Stipendiatin dieses Jahres in Hooksiel. Fünf Wochen lang wird die Kunstprofessorin, die als freie Künstlerin in Berlin lebt und arbeitet, im Künstlerhaus wohnen. In ihr Werk führte vor gut 40 Interessierten Dr. Eckhard Fürlus ein, der aus Jever stammt, und der die Künstlerin, die von 2001 bis 2020 am Institut für Kunstpädagogik an der Justus-Liebig-Universität in Gießen Malerei und Grafik gelehrt hat, auf das Künstlerhaus in Hooksiel aufmerksam gemacht hat.

Die gebürtige Polin ist in der Schwäbischen Alb aufgewachsen und hat in Stuttgart sowie ab 1981 in Berlin studiert. Im damaligen Westberlin dominierten die „Neuen Wilden“ um Elvira Bach, Luciano Castelli und den gebürtigen Wilhelmshavener Rainer Fetting mit ihrer stark expressionistischen und subjektiven Malweise die Kunstszene. Ein Einschnitt im Leben der damals jungen Künstlerin, die die Großstadt als Experimentierfeld der Moderen begriff, als Chance sich aus der provinziellen Enge der Schäbischen Alb zu befreien.

Und heute freiwillig zurück in die Provinz, nach Hooksiel? Kein Widerspruch. Die Natur hat nach den Worten von Fürlus in den Arbeiten von Johanns Staniczek immer eine große Rolle gespielt – Luft, Wasser, Licht und Schatten. So hat sich bei einem Besuch auf Island zahlreiche Bilder und Fotos von Gletschern gefertigt, von denen einige auch in der Ausstellung „Elementarkräfte“ zu sehen sind.

In Hooksiel interessiert die Stipendiatin neben dem Wasser, dem Watt, dem rauen Klima und dem Deich vor allem der Himmel, der ost-friesische Himmel mit seiner eindrucksvollen Wolkenbildung. All das wird, so das Versprechen von Fürlus, Eingang in die Arbeiten finden, die Johanna Staniczek vor Ort angehen wird.

Neue Stipendiatin in Hooksiel

Hooksiel (14. 5. 2025) – Mit einer Vernissage am Freitag, 16. Mai, wird sich die neue Stipendiatin der Gemeinde Wangerland, Johanna Staniczek, in Hooksiel anmelden. Die Künstlerin wird bis zum 22. Juni im Künstlerhaus wohnen, arbeiten und ausstellen. Die Ausstellung wird um 18 Uhr eröffnet. Die Einführung hält der Kulturwissenschaftler Dr. Eckhard Fürlus

Ein Großteil der Arbeit der Berlinerin Johanna Staniczek, Jahrgang 1959, gilt der architektur- und raumbezogenen Malerei. Hierbei schafft sie die künstlerischen Raumkonzepte für Gebäude und Räume. Ihr Interesse gilt einer architektonische Spurensuche in der Gegenwart und der Vergangenheit mit den Mitteln traditioneller und experimenteller Verfahrensweisen der Malerei und Zeichnung. 

Gegenstand der Werkgruppen und Serien sind Raumillusion, Formbildung, Farbfeldmalerei, Graphik und Malerei in Beziehung zueinander ebenso wie Farbwirkung und Farbe als Material. In letzter Zeit kommen besondere von der Künstlerin erprobte Zeichentechniken unter Einbeziehung digitaler Verfahren zum Tragen. 

In der Malerei arbeitet Johanna Staniczek unter der kunstgeschichtlichen Bezugnahme zu Malerei, Farbe und Zeichnung. In der übergreifenden Thematik geht es um bildnerische Versuche zum Thema „Natur und Konstruktion“. Inhaltlich interessieren sie dabei Naturerscheinungen wie Wetter, Atmosphäre, Temperatur, Licht und auch jene Dinge, die gemäß der eigenen Vorstellung abseits des unmittelbar Wahrnehmbaren stehen. 

Johanna Staniczek, in Polen geboren, siedelte 1963 mit ihren Eltern in die Schwäbische Alb um. Sie studierte Kunst und Malerei in Stuttgart und Berlin. Danach arbeitete sie an der Hochschule der Künste in West-Berlin. Von 1999 bis 2020 war sie Professorin für Malerei und Grafik am Institut für Kunstpädagogik an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Aktuell wirkt sie als freie Künstlerin in Berlin.