Wangerland (24. 9. 2025) – Bei einem Unfall auf der Landesstraße 809 wurden zwei Autos erheblich beschädigt. Nach Darstellung der Polizei befuhr eine 35-jährige Frau am Dienstag gegen 8.20 Uhr, die L 809 aus Hohenkirchen kommend in Richtung Wiarden. Vor der Straße Groß Rhaude fuhr sie an einem auf der Fahrbahn abgestellten Lkw-Anhänger vorbei. Direkt nach dem Überholvorgang beabsichtigte sie, wieder auf ihrer Fahrspur fahrend, nach links in die Einmündung Groß Rhaude abzubiegen.
Eine nachfolgende Pkw-Fahrerin fuhr ebenfalls am Anhänger vorbei und wollte unmittelbar danach das vor ihr fahrende Fahrzeug überholen. Während sich die 40-Jährige im Überholvorgang befand, sei die 35-Jährige ohne den Blinker zu setzen und ohne auf den nachfolgenden Verkehr zu achten nach links abgebogen, so die Polizei. Nach dem Zusammenprall waren beide Wagen nicht mehr fahrbereit. Sie mussten durch ein Abschleppunternehmen geborgen werden. Verletzte gab es offenbar nicht.
Wangerland (23. 9. 2023) – Die Glasfaser Nordwest startet mit dem Netzbau in Tettens. Künftig sollen über 200 weitere Haushalte und Unternehmen von einem Glasfaseranschluss profitieren. Damit würde die Zahl der Anschlüsse in der Gemeinde Wangerland auf mehr als 4500 steigen. „Mit diesem Projekt setzen wir einen weiteren entscheidenden Impuls für die digitale Zukunft unserer Gemeinde“, so Bürgermeister Mario Szlezak.
Carlos Andrade Facal (Nord Connect, links), Wangerland Bürgermeister Mario Szlezak (Mitte) und Florian Nierke (Glasfaser Nordwest) geben das Startsignal für den Glasfaserausbau in Tettens. Foto: Glasfaser Nordwest
Seit 2021 ist Glasfaser Nordwest, ein Gemeinschaftsunternehmen der Telekom und EWE, im Wangerland aktiv. Nachdem der Infrastrukturausbau in Horumersiel Süd (650), Horumersiel Nord (270), Hohenkirchen (850), Hooksiel Ost (700), Hooksiel West (800), Hooksiel Zentrum (550) abgeschlossen ist und sich die Ausbauprojekte in Wiarden (150) sowie Waddewarden (400) in der Schlussphase befinden, beginnt jetzt der Glasfaserausbau in Tettens.
Tettens geht ans Netz
Heute setzten Bürgermeister Szlezak, Florian Nierke, Kommunalmanager von Glasfaser Nordwest sowie Carlos Andrade Facal, Geschäftsführer der Nord Connect, den symbolischen ersten Spatenstich. Szlezak: „Ich freue mich außerordentlich, dass es nun auch in Tettens losgeht. Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist heute genauso wichtig wie Wasser, Strom oder Verkehrsanbindungen.“ Nierke: „Unser Glasfasernetz schafft eine stabile, schnelle und zukunftssichere Infrastruktur.“
Der Ausbau erfolgt in drei Schritten: Verteilnetzausbau, Bau der Hausanschlüsse und abschließend die Montagearbeiten innerhalb der Immobilie. Im ersten Schritt werden unterirdisch Leerrohrverbände zu kleineren Netzverteilern geführt. Dabei wird an jeder Adresse eine Abzweigung des Leerrohrs auf die Grundstücksgrenze abgelegt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass jedes Grundstück einen eigenen Anschluss erhält. Im nächsten Schritt können die Tiefbauarbeiten der Hausschlüsse auf privatem Grund durchgeführt werden.
Sechs Inernet-Anbieter
Sobald ein Interessent bei einem von sechs Vermarktungspartner einen Glasfaseranschluss eauftragt, startet der Prozess des Hausanschlussbaus von der Grundstücksgrenze bis in die Immobilie. Dabei wird das Glasfaserröhrchen unterirdisch bis in das Haus eingeführt. In Mehrfamilienhäusern werden die Glasfasern bis in die Wohnungen gelegt.
Im dritten und letzten Schritt erfolgen die Montagearbeiten im Haus. Die Glasfasern werden in die Leerrohre eingeblasen und die Glasfaserdose innerhalb der Immobilie installiert. Danach kann der Router des Telekommunikations-Anbieters angeschlossen und der Anschluss durch den Vermarktungspartner geschaltet werden.
Die Glasfaser Nordwest vertreibt keine eigenen Glasfaserprodukte an den Endkunden, sondern stellt sein Netz allen interessierten Telekommunikations-Anbietern zur Verfügung. Die Tettenser haben ab Oktober die Möglichkeit aus einer Palette von Produkttarifen von sechs Vermarktungspartnern der Glasfaser Nordwest zu wählen – darunter Telekom, EWE, 1&1, SIT Telekom, MK Netzdienste und Plusnet.
Wangerland (23. 9. 2025) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) bietet knapp 15 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche zum Verkauf an. Damit setzt das insolvente Unternehmen seinen Kurs fort, sich durch den Verkauf von Immobilien zu sanieren.
Sanierung durch Immobilien-Verkauf
Die gemeindeeigene Tourismus-Marketinggesellschaft versucht bekanntlich, sich im Rahmen einer „Insolvenz in Eigenregie“ aus seiner finanziellen Schieflage zu befreien. Ausgelöst worden waren die Zahlungsschwierigkeiten vornehmlich durch die Explosion der Baukosten für das Thalasso Meeres Spa in Horumersiel von 8,7 auf rund 23 Millionen Euro.
Der gerichtlich abgesegnete Sanierungsplan der WTG sieht vor, dass das Unternehmen sich von Immobilien und ganzen Betriebsteilen trennt, um die Forderung seiner Gläubiger befriedigen zu können. So laufen aktuell bereits Verkaufsverhandlungen für den Campingplatz Hooksiel samt Meerwasser-Hallenwellenbad. Auf der Verkaufsliste stehen weitere Immobilien, darunter auch das neue Thalasso-Zentrum.
Überlegungen für Tiny-House-Dorf
Mit den landwirtschaftlichen Flächen am Ortsrand von Tettens bietet die WTG jetzt Grundbesitz an, das das Unternehmen einst aus strategischen Gründen erworben hat. Es gab Überlegungen, Tettens als Naherholungsort hinter der Küstenlinie auszubauen. „Eine konkrete Planung gibt es hierfür nicht“, so die WTG auf Anfrage von „Hooksiel-Life“. Aber: „Dauercamping oder ein Tiny-House-Dorf waren schon einmal im Gespräch.“
Aktuell werden die zum Verkauf stehenden Flächen landschaftlich genutzt. „Perspektivisch“, so die WTG, sei je nach Entwicklung der Gemeinde Wangerland, auch „eine Nutzung für andere Zwecke nicht ausgeschlossen“.
Gebote bis 29. September
Der Verkauf der Flächen liegt in den Händen des Auktionators Johann Ihnen (Wittmund). Abgegeben werden sollen die verschiedenen Flurstücke an den jeweils Meistbietenden. Gebote können bis zum 29. September, 15 Uhr, abgegeben werden.
Wangerland (18. 9. 2025) – Der 13. September 2026 wird für das Wangerland ein Groß-Wahltag. Bei der dann anstehenden Kommunalwahl, bei der die Zusammensetzung des Gemeinderates neu bestimmt wird, müssen die Wählerinnen und Wähler auch über den neuen Landrat in Friesland und den künftigen Bürgermeister der Gemeinde Wangerland entscheiden.
Bianca Suits leitet die Wahl
Der Gemeinderat hat jetzt den Wahltermin für die Bürgermeisterwahl festgelegt. Die Wahlleitung wird bei Bianca Suits, neue Leiterin der Abteilung zentrale Dienste im Rathaus, liegen. Vertreten wird sich von Thomas Hayen. Als Kandidaten haben bislang Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und Christian Fuchs (parteilos) ihren Hut in den Ring geworfen.
Bürgermeister lobt WTG-Mitarbeiter
Szlezak warb in seinem Lagebericht mit Blick auf die angespannte Finanzlage der Kommunen für Geschlossenheit im Rat. Nur so könnten die großen Herausforderungen der kommenden Monate und Jahre gemeistert werden. Entscheidend sei aber auch, für die Kommunalwahl 2026 Menschen zu finden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich zur Wahl in den Rat aufstellen lassen. Szlezak: „Trotz aller Schwierigkeiten und Kritik brauchen wir diese Kandidatinnen und Kandidaten, damit wir auch in Zukunft handlungsfähig bleiben.“
Ausdrücklich danke der Bürgermeister den Mitarbeitern der insolventen Wangerland Touristik GmbH (WTG), die trotz massiver Unsicherheiten mit ihrem Engagement dafür sorgen würden, dass der Betrieb reibungslos weiterläuft. Das sei keineswegs selbstverständlich, so Szlezak (Foto), und verdiene Anerkennung.
Der geplante Verkauf des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses am Alten Hafen in Hooksiel gestalte sich schwierig, da immer noch einige Fragen offen seien. Unbekannt sind bislang unter anderem die der Investor und der Betreiber. Das Planungsbüro, das den Zuschlag für sein Konzept erhalten hatte, soll die fehlenden Informationen bis spätestens zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung im November vorlegen. Andernfalls, so Szlezak, werde die Verwaltung vorschlagen, das Objekt neu in die Vermarktung zu geben.
Arbeitskreis zur Windenergie
Wie der Bürgermeister weiter mitteilte, hat der Vewaltungsausschuss bereits im Juli in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen, einen „Arbeitskreis Windenergie“ zu bilden, dem neben dem Bürgermeister Ratsvertreter und Verwaltungsmitarbeiter angehören. Das Gremium, das Anfang Oktober zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen wird, soll Fragestellungen rund um den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien im Wangerland vorberaten.
Investoren fühlen sich hingehalten
Für Unmut sorgte diese Mitteilung bei Grundeigentümern und Investoren von aktuell geplanten weiteren Windparks. Sie beklagten fehlende Transparenz im Verfahren und dass sie über Jahre hingehalten würden. Aktuelles Ärgernis: Die Beratung über geplante Windparks bei Haddien und bei Oldorf wurden zu Beginn der Ratssitzung – gegen den Willen der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (CDU/Grüne/FDP) – von der Tagesordnung genommen, da es aus Sicht der Verwaltung im Vorfeld Formfehler gegeben habe. Das Thema hätte zunächst öffentlich im Fachausschuss beraten werden sollen. Das sei auch im August geplant gewesen, dann aber kurzfristig doch nicht erfolgt.
Wangerland (17. 9. 2025) – Die Rundinsel im Wangermeer bei Hohenkirchen soll nach dem Willen des Rates der Gemeinde Wangerland zu einer „Abenteuerinsel“ werden. Ohne Gegenstimme erteilten die Kommunalpolitiker am Dienstagabend der Gemeindeverwaltung den Auftrag, mit Investor Dirk Boll in die Verkaufsverhandlungen einzutreten.
Die rund 15 Hektar große Rundinsel im Wangermeer soll zu einer Abenteuerinsel werden. Archiv-Foto: hol
Was nach einer einmütigen Entscheidung aussieht, mündete dennoch nahezu in einen politischen Eklat, der nur durch eine Unterbrechung der Sitzung verhindert wurde, in der zumindest Verfahrensfragen geklärt werden konnten. Der Grund: Die Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (CDU/FDP/Grüne) hatte beantragt, dass parallel zu den Gesprächen mit Boll auch Verhandlungen mit einem weiteren Investor über den Verkauf der Insel geführt werden.
Das Ziel dabei: Falls die Verhandlungen über die „Abenteuerinsel“ scheitern sollten, hätte man zügig einen anderen Investor an der Hand. Und, so eine Hoffnung in den Reihen der GfW, mit den Parallelverhandlungen könne Druck auf Boll aufgebaut werden, mit seinen Kaufpreis der Gemeinde noch ein Stück weit entgegen zu kommen.
Neben Dirk Boll, einer der drei Inhaber der Hotelanlage „Wangerland-Resort“ in Hohenkirchen, hatte eine Gesellschaft aus dem Umfeld des Oldenburger Investors und Planers Alfredo Demiani sowie eine Gruppe von Einheimischen um den Kauf der rund 15 Hektar großen Insel beworben. Beide wollen die Insel mehr oder weniger intensiv mit Ferien- beziehungsweise Dauerwohnungen bebauen. Boll hingegen möchte das Eiland als Erlebnislandschaft mit Freizeitattraktionen und nur wenigen festen Gebäuden entwickeln, die im Zusammenhang mit dem „Wangerland-Resort“ betrieben werden soll.
Das Konzept der „Abenteuerinsel“ war schon bei der Vorstellung im Ausschuss für Gemeindeentwicklung auf große Zustimmung gestoßen – obwohl Boll als Kaufpreis „nur“ 4,2 Millionen Euro bietet. Die Demiani-Gruppe hat hingegen 6 Millionen Euro geboten. „Auch ich finde das Konzept von Herrn Boll gut“, sagte die GfW-Sprecherin Alice Brandenburg-Bienek (CDU). „Aber ich sehen nicht, wie wir als finanzschwache Gemeinde einfach auf 1,8 Millionen Euro verzichten können.“ Hinzu komme, dass Boll den Preis in Raten über mehrere Jahre zahlen wolle. Da müsse zumindest über einen Inflationszuschlag geredet werden.
Der Sprecher der SPD-Fraktion, Holger Ulfers, hielt dem entgegen, dass man nicht nur den Einmaleffekt der 1,8 Millionen-Mehreinnahme betrachten dürfe. Das sei zu kurz gedacht. Er verspreche sich von der „Abenteuerinsel“ positive Impulse für die gesamte Gemeinde. Das „Wangerland-Resort“ samt Insel werde zu dem zentralen Unternehmen in der Gemeinde. Der Hoffnung der GfW-Gruppe auf finanzielle Spielräume, die die Gemeinde in den anstehenden Verhandlungen noch ausschöpfen könnte, trat Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) entgegen: „Nach meiner Einschätzung ist der Preis bereits ausverhandelt.“
Mit elf gegen neuen Stimmen bei zwei Enthaltungen wurde dann auch der GfW-Antrag abgelehnt, zeitgleich mit einem zweiten potenziellen Investor zu verhandeln. „Eine Reihenfolge weiterer Investoren ist meiner Meinung nach kontraproduktiv“, sagte Immo Müller von der Gruppe der Unabhängigen ZUW. Auch die SPD lehnte einen Automatismus für weitere Verhandlungen für den Fall ab, dass die Verhandlungen mit Boll scheitern sollten.
Horumersiel (17. 9. 2025) – Unbekannte haben auf einem öffentlichen Parkplatz in Horumersiel, in der Straße Am Siel 10, das Auto einer Frau beschädigt. Der Wagen der Geschädigten wurde durch die Täter zerkratzt. Die Polizei bittet mögliche Zeugen, sich mit der Polizeistation Wangerland in Hohenkirhcen (Tel. 04463/808910) in Verbindung zu setzen.
Friesland/Wangerland (15. 9. 2025) – Frage an den politisch interessierten Leser: Wer war vor Amtsinhaber Sven Ambrosy hauptamtlicher Landrat im Landkreis Friesland? Ihnen fällt kein Name ein? Kein Wunder. Es gab keinen. Der 55-jährige Jurist ist der erste und bisher einzige, der das Amt des Verwaltungschefs und des ersten politischen Repräsentanten des Landkreises Friesland in sich vereint.
Zumindest vom Zeitpunkt her überraschend hat Ambrosy (Foto) heute angekündigt, im Herbst 2026 nicht erneut für das Amt kandidieren zu wollen. Die Entscheidung falle ihm schwer, schreibt der SPD-Politiker in einem Brief an die Bürger: „Aber manchmal muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss.“
Er werde bei der Kommunalwahl am 13. September 2026 nicht mehr für das Amt des Landrates kandidiere. Damit endet die Amtszeit von Ambrosy nach gut 22 Jahren am 31. Oktober 2026. „Diese Entscheidung hat rein familiäre, sehr private Gründe, die es mir verbieten, neben dem anspruchsvollen und zeitintensiven Amt des Landrates auch einen intensiven einjährigen Wahlkampf so zu führen, wie man es von mir kennt und wie es mir eigen ist“, führt Ambrosy als Begründung für die Entscheidung aus, die er selbst vor wenigen Tagen noch für Ende des Jahres angekündigt hatte.
Drei Mal direkt gewählt
Seit Mitte 2000 arbeitet Ambrosy beim Landkreis Friesland. Drei Mal (2003, 2011 und 2019) wurde er direkt von den Wählerinnen und Wähler zum Landrat und damit zum Hauptverwaltungsbeamten gewählt. Mit seiner ersten Wahl im Alter von nur 33 Jahren trat er als damals jüngster Landrat in Deutschland die Nachfolge von Karin-Evers Meyer (SPD), ehrenamtliche Landrätin und Landtagsabgeordnete, und Oberkreisdirektor Dr. Lothar Knippert als Verwaltungschef an.
Seine Arbeit für das „schöne Friesland“ bezeichnet Ambrosy, der mit seiner Familie in Middoge (Wangerland) lebt, als „Ehre meines Lebens“. Vor 25 Jahren, so erinnert der Landrat, habe die Arbeitslosigkeit im Landkreis bei über 15 Prozent gelegen. Die Steuerkraft sei sehr niedrig, die sozialen Probleme vielfältig gewesen. Aus dem Tal herausgeführt habe den Landkreis ein kontinuierlich, überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum. Heute liege die Arbeitslosenquote nur noch knapp über 4 Prozent. Ein Erfolg, der den Menschen und Unternehmen in Friesland zuzuschreiben sei, sowie richtigen politischen Entscheidungen sowie Investitionen in Infrastruktur und Bildung, so Ambrosy, der persönliche einen maßgeblichen Anteil an diesem Kurs hatte.
Zukunftspläne ungewiss
Der Landrat kündigt an, in den nächsten zwölf Monaten weiter so wichtige Projekte wie unter anderem die Schul- und Sporthallensanierungen, die Modernisierung der Friesland-Kliniken sowie die Planungen für eine Zentralklinik mit vorantreiben zu wollen. Zu seinen beruflichen Zukunftsplänen sagte Ambrosy nichts. Der 55-jährige Sozialdemokrat und bekennende „Kommunalo“ war mehrfach als Staatssekretär oder gar als Minister in Hannover gehandelt worden. Aktuell fungiert er unter anderem auch noch als Vorsteher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) und als Vizepräsident des Deutschen Landkreistages (DLT).
Wangerland (15. 9. 2025) – Der Rat der Gemeinde Wangerland will auf seiner Sitzung am Dienstag, 16. September, über den Verkauf der Rundinsel im Wangermeer entscheiden. In dem künstlich geschaffenen See bei Hohenkirchen sollen entweder Wohnungen und Ferienwohnungen oder aber eine Abenteuer-Landschaft geschaffen werden.
Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Rathaus in Hohenkirchen. Die Kommunalpolitiker werden zudem in der öffentlichen Sitzung über zwei Windparkprojekte beraten, die Investoren bei Haddien und bei Oldorf realisieren möchten.
Ein weiteres Thema ist der Termin für die Bürgermeisterwahl. Der Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung sieht vor, dass der erste Wahlgang am Tag der Kommunalwahl am 13. September 2026 stattfinden soll. Falls eine Stichwahl nötig werden sollte, würde die 14 Tage später stattfinden. Bislang haben mit Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und Christian Fuchs (parteilos) zwei Bewerber ihren Hut in den Ring geworfen. Der nächste hauptamtliche Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.
Wilhelmshaven (15. 9. 2025) – Freiwillige haben wieder Meeresmüll auf Minsener Oog gesammelt: Bei der Gemeinschaftsaktion der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, der Naturschutz- und Forschungsgemeinschaft Mellumrat e.V., der Wattfahrer-Vereinigung Soltwaters e.V. und der Salzwasser Union – Verband der Seekajakfahrer e.V. sowie des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee kamen rund zehn Kubikmeter Unrat zusammen.
Wassersportler und Umweltschützen haben auf Minsener Oog rund zehn Kubikmeter Meeresmüll gesammelt. Foto: Mia Ruppaner
37 Segler und zehn Seekajak-Fahrer fuhren von Horumersiel, Varel und Cuxhaven aus mit sechs Segelbooten und zehn Seekajaks zur Südspitze der unbewohnten Insel Minsener Oog vor Schillig. Es wurde alles gesammelt, was nicht an den Strand gehört – vor allem Plastikteile, aber auch Glas und viele Netzreste aus der Fischerei.
Nach viereinhalb Stunden kamen durch die eifrigen Sammlerinnen und Sammler 16 Big Bags mit Meeresmüll zusammen. „Der engagierte Einsatz und die akribische Arbeit unserer vielen Freiwilligen haben der Aktion erneut zu einem großen Erfolg verholfen und den Strand von Minsener Oog von Meeresmüll befreit“, so Iris Bornhold, die Vorsitzende von Soltwaters.
Bis auf die Zwischenzone im Süden gehört Minsener Oog zur streng geschützten Ruhezone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Dort sind von März bis Oktober die Naturschutzwarte des Mellumrates stationiert. Sie erfassen die Brutbestände der Vögel, informieren Besucher, die bei Wattwanderungen die Insel erreichen, über die ökologischen Besonderheiten des Schutzgebietes und schützen die Tiere vor Störungen.
Da die Insel sonst unbewohnt ist, wird der gesamte am Strand vorkommende Müll über Wind und Wellen auf die Insel verfrachtet. Dies führt eindrucksvoll vor Augen, wie auch von der Zivilisation entferntere Gebiete durch unseren Müll negativ beeinflusst werden. „Ich habe schon häufiger an Sammelaktionen teilgenommen und dennoch ist es immer wieder aufs Neue erschreckend, wie viel Müll man findet“, sagt Einsatzleiterin Dr. Thea Hamm von der Nationalparkverwaltung.
Allerdings sind Müllsammelaktionen sind wichtig, behandeln aber nur Symptome. Noch wichtiger sei es, so die Aktivisten, das Problem an der Wurzel zu bekämpfen und den Umgang mit Müll, insbesondere mit Plastik, grundlegend zu ändern. „Müll darf gar nicht erst in die Umwelt gelangen.“ Nur ein kleiner Teil des Meeresmülls, etwa 15 bis 20 Prozent, treibe an der Oberfläche und werde an Stränden angeschwemmt. Langfristig sammelt sich Müll am Meeresboden und schädigt dort auf lange Zeit Lebewesen und Habitate.
Hooksiel (14. 9. 2025) – Von Hunden weiß man, dass sie es teilweise schaffen, über etliche Kilometer zurück zu ihrem Wohnort zu finden, wenn sie irgendwo verloren gegangen sind. Auch von Katzen hat man schon Ähnliches schon gehört. Aber von Schafen? Um so spannender ist die Frage, wie es ein Schaf aus Elsfleth bis nach Hooksiel geschafft hat, und was das gute Tier hier wohl will.
Haben sich am Samstag früh auf einer Koppel bei Hooksiel kennengelernt: Jan Alter und ein Schaf aus Elsfleth. Fotos: privat
Am Samstag früh kur vor 8 Uhr fuhr Jan Alter von Hooksiel kommend zurück zu seinem Wohnort Jever. In Schmidtshörn biegt er nach links ab auf die Landesstraße Richtung Waddewarden. Gut hundert Meter weiter fällt sein Blick auf eine nicht gesicherte Wiese auf der linken Straßenseite. Dort steht ein Schaf.
Tier lag schon im Graben
„Wenn das Tier unverhofft auf die Straße läuft, kann das schlimme Folgen haben“, denkt Alter, hält an, versperrt mit seinem Wagen die Zufahrt zur Koppel und begibt sich zu dem Schaf, das offenbar zuvor schon in ein Tief oder einem Graben gelegen hatte. „Die eine Seite war jedenfalls ganz nass.“
Das zutrauliche Tier ist offenbar froh über den Helfer, der zum Handy greift und die Polizei verständigt. Die wiederum bittet ihn, die Nummer der Ohrmarke des Schafes durchzugeben. Gesagt getan. Hin zum Schaf, Nummer fotografiert und an die Polizei weitergeleitet. Eine gute viertel Stunde später die Rückmeldung der Ordnungshüter aus Jever. Die Nummer allein reicht nicht. Zur Identifikation des Schafes und des dazugehörigen Schäfers werde auch die zweite Ohrmarke benötigt.
Ohrmarken als Wegweiser
Kein Problem für Alter. Wieder hin zum Schaf, die andere Ohrmarke fotografiert und ab damit zur Fahndungstruppe. Gut 20 Minuten später der erneute Rückruf aus dem Kommissariat Jever. „Merkwürdig“, so der Polizist. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass das Schaf aus Elsfleth an der Hunte kommt. Der dazu gehörige Schäfer sei aber nicht zu erreichen. Man werde jetzt den zuständigen Jagdpächter informieren.
Jagdpächter Karl-Gerd Müller hilft bei der Bergung des herrenlosen Schafes.
Der Jäger wohnt glücklicherweise gleich nebenan. Landwirt Karl-Gerd Müller kommt von der Hofstelle Maihausen herbei und macht sich mit Jan Alter auf die Suche nach dem Schaf, das inzwischen weggelaufen war und erneut in einem Graben festsitzt, der glücklicherweise aber kein Wasser führt. Die beiden Männer schaffen es, das Tier aus dem Graben, über Wiese und Landesstraße zu bugsieren. Allerdings: Dann hat das Schaf keine Lust mehr, legt sich hin und lässt sich auch durch gutes Zureden nicht dazu bewegen, wieder aufzustehen.
Mit dem Anhänger nach Maihausen
Müller eilt zu seinem Hof und kommt nach einer viertel Stunde mit einem Trecker samt Viehanhänger zurück. Mit vereinten Kräften gelingt es den Rettern, das Schaf auf den Hänger zu schieben und in eine sichere Viehbox in Maihausen einzuquartieren.
In einen Graben gerutscht – allein hätte sich das Schaf vielleicht gar nicht mehr aus der misslichen Lage befreien können.
Aber wie ist das Schaf überhaupt nach Hooksiel gelangt? Dieser Frage konnte zumindest am Wochenende noch nicht geklärt werden. Ist es geflüchtet? Wurde es entführt? Oder hat das Schaf vielleicht nur eine falsche Ohrmarke? Offene Fragen. Und was passierte mit dem Tier, wenn der rechtmäßige Besitzer nicht gefunden wird? „Vielleicht kann ich es dann als Finder behalten“, sinniert Jan Alter, der einen abenteuerlichen Vormittag in Hooksiel hinter sich hat. „Einen guten Rasenmäher kann man doch immer gebrauchen …“