Horumersiel (17. 3. 2026) – Premiere in Horumersiel. Am Samstag, 28. März, wird der große Kursaal im Gästehaus zum Kino. Ab 19.30 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) gibt es dann auf der Leinwand „Der Schimmelreiter“ zu sehen, eine aktuelle Verfilmung (2024/25) des Literaturklassikers von Theodor Storm. Die Szenen für den Kinofilm – Kinostart war übrigens am 5. Februar – mit Max Hubacher, Olga von Luckwald und Anette Frier in den Hauptrollen wurden unter anderem im Wangerland gedreht.
Im Zentrum der Handlung steht Deichgraf Hauke Haien, der sich mit seinen neuen Ansätzen für den Küstenschutz nicht nur Freunde verschafft. Mit Blick auf den Klimawandel ist der Stoff der Novelle heute so aktuell wie 1888, dem Jahr ihrer Erstveröffentlichung. Grundlage für den Film ist ein Drehbuch, das Léonie-Claire Breinersdorfer erarbeitet hat.
Zum Filmteam gehörten neben den professionellen Schauspielern auch an die 20 Komparsen, darunter eine Reihe von Wangerländern. Zu den Unterstützern für die Dreharbeiten am Elisabethaußengroden und am Strand in Schillig gehörten unter anderem aber auch die Landjugend, die beim Transport von Sandsäcken half, die Jägerschaft und Feuerwehrleute, die für das richtige Wetter sorgten – für Sturm und Regen am bedrohten Deich.
Die Vorführung des Films in Horumersiel ist auch ein Dankeschön an die Unterstützer vor Ort während der Dreharbeiten. Der Eintritt kostet lediglich 6 Euro. Karten sind im Internet unter www.wangerland.de und im Kiosk „Sonneneck“ in Hohenkirchen erhältlich.
Hooksiel/Horumersiel (13. 3. 2026) – Es geht wieder los. „Live hinterm Deich“ startet mit einer Oster-Edition. Zwischen Dienstag, 24. März, und Donnerstag, 9. April, veranstaltet die Wangerland Touristik GmbH in Horumersiel und in Hooksiel Livemusik-Konzerte. Der Eintritt ist frei, für Getränke ist gesorgt.
Die Band „Intunes“ tritt am 9. April im Gästehaus in Hooksiel auf. Archiv-Foto: hol
Die beliebte Bühnenreihe ist fester Bestandteil im Kulturprogramm im Wangerland. An insgesamt sechs Abenden erwartet das Publikum in den Osterferien ein abwechslungsreicher Mix aus handgemachter Musik, bekannten Songs und frischen Sounds. Die Konzerte beginnen jeweils um 19 Uhr – dienstags im Kursaal Horumersiel und donnerstags im Gästehaus Hooksiel.
Das Rock- und Pop-Duo „Hey Brother“ garantiert am Dienstag, 24. März, mit tanzbarer und feierfreudiger Musik für Stimmung in Horumersiel. Die Oldenburger Band „Honeybird“, am Donnerstag, 24. März in Hooksiel, interpretiert bekannte, weniger bekannte, aber vor allem eingängige Songs aus verschiedenen Jahrzehnten.
Die Familienband „Adenalin“ aus Aurich trägt am 31. März in Horumersiel unterschiedlichste Titel der vergangenen Jahrzehnte vor. Am 2. April gibt die Wangerländer Band „Syracrus“ mit Oldies aus den 60er- und 70er Jahren ein Gastspiel in Hooksiel.
Der heimische „Shantychor Likedeeler“ gestaltet am 7. April einen Abend mit maritimen Liedern in Horumersiel. Abgeschlossen wird der Konzert-Reigen am 9. April von der Band „Intunes“ in Hooksiel. Das Publikum darf sich dann unter anderem auf Folk- und Rockmusik freuen.
Horumersiel/Hooksiel (15. 1. 2025) – Wenn der Hooksieler Rolf Matthes von den Anfängen der „Likedeeler“ erzählt, wird die raue See lebendig, über die die Männer des Shantychores in ihren Liedern häufig berichten. Mitglieder der Segelkameradschaft Horumersiel (SKHS) wollten um 1970 das Rettungsboot eines havarierten Frachters erwerben. Das Motorboot mit dem späteren Namen „Likedeeler“ sollte auf dem Seeweg von Bremen nach Horumersiel gebracht werden.
Das musikalische Aushängeschild des Wangerlandes: Der Shantychor „Likedeeler“ bei einem Auftritt in Hooksiel. Archiv-Foto: hol
Ein gefährliches Unterfangen. Bei hohem Wellengang und kräftigem Wind spritzte die Gischt über das offene Boot. Die völlig durchnässten Männer erreichten ihr Ziel aber sicher und wärmten sich in ihrer Stammkneipe am Hafen wieder auf. Sie beschlossen, den Kaufpreis für das Boot „lik to deelen“. Das heißt: Zu gleichen Teilen zu übernehmen. Damit war auch der Name für das Gemeinschaftsboot gefunden.
Wurzeln in der Segelkameradschaft
„Segeln ist ja ein Sport für die schöne Jahreszeit“, schildert der langjährige Vorsitzende der „Likedeeler“, Hardwig Gerdes, im Gespräch mit „Hooksiel-life“. „Aber die Mitglieder der 1967 gegründeten Segelkameradschaft wollten auch an den Winterabenden ihr Vereinsleben pflegen. Damit sie für die Unterhaltung nicht bezahlen mussten, beschloss man, selbst zu singen.“ So riefen Segler um Ommo Siuts, Hans Luiken, Hans-Gerd Eilers und Gustav Mammen einen Shantychor ins Leben und nannten ihn ebenfalls „Likedeeler“. Die „Likedeeler“ waren der Überlieferung nach Freibeuter um den berüchtigten Kapitän Klaus Störtebeker, die ihre Beute gerecht unter sich aufteilten
Vorsitzender Hartwig Gerdes (links) erinnerte sich mit dem Hooksieler Rolf Matthes, einem Sänger der ersten Stunde, an eine Fülle von schönen Auftritten in der 55-jährigen Geschichte der „Likedeeler“. Unter anderem nahm der Shantychor auch Schallplatten auf. Foto: hol
„Charly“ Braun war der Wirt des Vereinslokals „Weiße Möwe“ und er konnte Akkordeon spielen. Er übte mit den Seglern die Lieder ein. Offizielles Gründungsdatum des Shantychores ist der 7. Januar 1971. In diesem Januar wird der Chor, dem seither stets 20 bis 25 Männer angehörten, 55 Jahre alt. Gefeiert wird der Geburtstag am kommenden Samstag mit einem Grünkohlessen im Restaurant „Zum Deichgrafen“ in Förrien.
Chor sucht Nachwuchs
Bei der Zusammenkunft mit rund 50 Personen werde aus zwei Gründen die Geschichte des Chores im Mittelpunkt stehen, so Gerdes. Zum einen habe man vor fünf Jahren das 50-jährige Jubiläum aufgrund der Corona-Pandemie nicht feiern können. Zum anderen sei es durchaus nicht sicher, wie lange die „Likedeeler“ noch auf der Bühne stehen können.
„Wir planen zunächst für die nächsten drei Jahre“, so der Vorsitzende. „Aber unsere Mitglieder werden immer älter. Wir haben allein drei Sänger, die 90 Jahre oder älter sind. Wir brauchen dringend Nachwuchs. Das Singen ist nachweislich gesund für die Lungen und auch für die Psyche und gilt ganz besonders für den Gesang in einer Chorgemeinschaft!“
Den letzten größeren Mitgliederschub erhielt die Formation vor einigen Jahren nach der Auflösung des Shantychors Hooksiel. Damals schlossen sich unter anderem Heinrich Theilen, Alfred Rohe und Wolfgang Schmuderer dem Chor im Nachbarort an.
Akkordeon als Begleitung
Zu den Männern der ersten Stunde gehörte Rolf Matthes (90). Der Hooksieler wurde damals in den Shantychor nur aufgenommen, weil er Vorschoter auf der „Likedeeler“ war. Hardwig Gerdes (71), der von Kindesbeinen an mit Musik aufgewachsen ist – sein Vater war der Schmied Anton Gerdes, der „singende Amboss“ –, wurde 1980 von Gerrit Mennen als Mitsänger geworben. „Ich war damals mit Abstand das jüngste Mitglied“, erinnert sich der Waddewarder. „Und ich musste noch vorsingen …“.
Über die Jahrzehnte wechselten Sänger, musikalische Leiter und die Akkordeonspieler mehrfach.
Aufnahme -Prüfungen gibt es bei den „Likedeelern“ längst nicht mehr. Interessierte könnten sich jederzeit bei einer Probe melden und schauen, ob der Chorgesang etwas für sie ist, so Gerdes. Zu den Chorproben trifft man sich jeden ersten, dritten und vierten Montag eines Monats, jeweils von 19 bis 21 Uhr, im Gemeindehaus der katholischen Kirche in Schillig.
Seit jeher, so Gerdes, lege man viel Wert auf musikalische Qualität. „Wir singen immer drei-, oft auch vierstimmig“, betont der Vorsitzende. Das sei ein Markenzeichen der „Likedeeler“. Entsprechend intensiv trainiere man. Musikalischer Leiter der Formation ist der ehemalige Berufsmusiker Ulrich Hellkuhl aus Hooksiel. Zu seinen Vorgängern gehörte Günther Dohrmann, damals Lehrer in Hohenkirchen, Werner Blisse, Peter Schmidt und Hans Gerhard.
Ebenso wichtig für einen maritimen Klangkörper: Eine gute Akkordeon-Begleitung. Viele Jahre übernahmen das Hajo Tjarks und Bernhard Polter. Als sich dann mal eine Vakanz ergab, fand man in der Waddewarder Keyboard- und Kirchenorgel-Spielerin Richtje van der Wielen einen sehr guten Ersatz. Auf die Frage: „Kannst du eigentlich auch Akkordeon spielen?“ kam von ihr die Antwort – „Nein, aber das kann ich ja lernen …“ Ein paar Monate später begleitete die gebürtige Niederländerin den Chor und übernahm auch die musikalische Leitung bevor sie leider viel zu früh verstarb.
Musikalisches Aushängeschild
„Im Gemeindehaus in Schillig fühlen wir uns sehr wohl“, sind sich Gerdes und Matthes einig. Die ersten Jahre habe man auf einem Bauernhof bei Horum geprobt, danach im Schuppen der Segelkameradschaft in Horumersiel, bis am Speicherpolder ein Hotelbau geplant wurde. Die Musiker zogen in den „Piratenkeller“ im Haus des Gastes um. Und wieder wurden sie Opfern von großen Investitionsplänen. Der Bau des Thalasso-Zentrum stand an und der Übungsraum wurde als Lager benötigt.
Über Jahrzehnte waren die „Likedeeler“ so etwas wie das musikalische Aushängeschild des Wangerlandes. In Spitzenzeiten hatten sie zwischen 50 und 60 Auftritte im Jahr. Gut 25 Mal im Jahr seien sie allein von der Wangerland Touristik GmbH gebucht worden, etwa für Gastspiele bei der Bootsausstellung in Düsseldorf oder in den Niedersachsen-Vertretung in Bonn oder in Hannover. Auch fanden regelmäßig Hafenkonzerte in Hooksiel und Horumersiel statt.
Auftritte in ganz Deutschland
In guter Erinnerung habe man auch noch die Auftritte bei der „Eiswette“ in Bremen, beim Yachtclub Lemwerder oder bei der Einweihung neuer Hotels der Upstalsboom-Kette, mit der man über Jahre in enger Verbindung stand. „Aber Auslandsreisen haben wird nicht unternommen“, so Gerdes.
Auch auf eine Reihe von Shantychor-Treffen blicken die Musiker gern zurück. Ebenso auf eine schöne Chorfahrt mit dem Akkordeonorchester Schortens nach Bingen und auf etliche maritime Adventskonzerte in Schillig, Waddewarden, Tettens und Hooksiel. Zu den Höhepunkten aus den Anfangsjahren gehört für Matthes ein Auftritt zu einem runden Geburtstag der 2010 verstorbenen Volksmusik-Sängerin Maria Hellwig in Neuharlingersiel.
Schallplatten und CDs
Was die Erinnerungen überdauern wird, sind die Schallplatten und CDs, die der Shantychor produziert hat. Die erste Single mit vier Liedern wurde im Tonstudio von Rolf Simson in Bremen Anfang der 1970er Jahre aufgenommen. Sie trug den Namen „Y’heave ho!“ Die gesamte Produktion habe damals 600 D-Mark gekostet, erinnert sich Matthes. „Verkauft haben wir die Platten dann für 5 Mark.“
Neben der Single hat er in seiner privaten Sammlung noch einige Exemplare der vier später produzierten Langspielplatten mit maritimen Liedern aus dem Wangerland. Danach entstanden noch einige CD’s im Tonstudio Albrecht bei Eggelingen. Die letzte CD, die die „Likedeelers“ damals unter musikalischer Leitung von Werner Blisse aufnahmen, kam 2010 auf den Markt. Ihr Titel: „Fernweh“ – ein weiteres Dauerthema bei den Seglern und in den Shanties.
Hooksiel (9. 1. 2026) – Die Theatergruppe Hooksiel hat ihren für den heutigen Freitag geplanten Auftritt im Gästehaus witterungsbedingt abgesagt. Wie Speelbaas Jan Gerjets gegenüber „Hooksiel-Life“ sagte, gibt es einen Ersatztermin: Die geplante Vorstellung des Stücks „Aasgeier över Hooksiel“ wird am Donnerstag, 15. Januar, ab 20 Uhr nachgeholt. Gerjets: „Die Karten für heute behalten ihre Gültigkeit.“
Heute Abend fliegen im Gästehaus keine Aasgeier. Die Theatergruppe hat witterungsbedingt die heutige Vorstellung abgesagt. Auf dem Bild eine Szene mit (von links) Karin Ortmann, Andreas Westerman und Sarah Janßen. Foto: hol
Die Theatergruppe hatte bis zum Samstag, 17. Januar, insgesamt elf Vorführen geplant. Nicht zuletzt aufgrund der sehr erfolgreichen Premiere Ende Dezember waren alle Vorstellungen nahezu ausverkauft.
Auch die Wangerland Touristik GmbH reagiert auf die Wetterlage. Wie das Unternehmen heute mitteilte, bleiben die Touristik-Informationen in Horumersiel und Hooksiel sowie das Nationalpark-Haus in Minsen am heutigen Tag geschlossen. Ebenso nicht geöffnet werden heute und auch morgen die Gästehäuser in Horumersiel und Hooksiel.
Hooksiel (28. 12. 2025) – Samstag gegen 22 Uhr. Speelbaas Jan Gerjets steht auf der Bühne des Gästehauses und bedankt sich beim „besten Publikum an diesem Abend“ für den reichhaltigen Applaus. Und er bedankt sich bei den Schauspielern der Theatergruppe Hooksiel, die zuvor eine wunderbare Premiere gezeigt haben.
Nach einer durchzechten Liebesnacht muss sich Berti Balz (rechts) gegenüber Gerda Essig erklären. Foto: hol
Das Stück „Aasgeier över Hooksiel“ hat den Geschmack des Publikums genau getroffen. Humor in Dauerschleife, ohne Klamauk. Dafür aber jede Menge Witz und deftige Anspielungen, die so nur in plattdeutscher Sprache möglich und erträglich sind.
Erotik und viel Alkohol
Das köstliche Ehegezänk zwischen der Landfrauen-Vorsitzenden Gerda (Bettina Onnen) und ihrem Mann, dem Gemeindearbeiter Walter Essig (Werner Funke) etwa, die Alkohol-Eskapaden von Walter Essig und Pastor Alois Brunn (Frank Langenhorst) oder die erotischen Annäherungen von Verona La Belle (Kerstin Eilers) an die Hooksieler Männer, von denen sie Informationen für ihren Chef, den Spekulanten und Finanzhai A. A. S. Geier (Thomas Ulfers), ergattern soll, der es auf die werthaltigen Grundstücke in Hooksiel abgesehen hat.
Und das alles mitten in Hooksiel. Auf der Bühne im Gästehaus steht ein ortstypischer Kandelaber, dahinter der Blick auf den Alten Hafen, gegenüber die Kneipe „Zum Anker“, die mit „frischen Muscheln“ wirbt – aber alle wollen immer nur Jever-Bier und Schluck.
Der Hooksieler Pastor Alois Brunn (links) und Gemeindearbeiter Walter Essig haben einen gemeinsamen Freund: den Alkohol. Spekulant A. S. S. Geier (rechts) macht sich an Selma van Wietweg (Mitte) ran, um sich Profite im Ort zu sichern. Gerda Essig hält dagegen. Fotos: hol
Die Geschichte des Stücks ist schnell erzählt. Die Forscherin Käthe Steen (Sarah Janßen) hat im Ort ein bislang unbekanntes Mineral entdeckt, von dem sich verschiedene Akteure Profite versprechen. Nicht nur A. A. S. Geier und Verona La Belle. Auch Marketing-Fachmann Florian Sommer (Wilfried Nowatzki) kehrt nach Hooksiel zurück, um mit dem Mineral die Werbetrommel für den Ort rühren zu können. Auch die Dreifach-Witwe Selma von Wietweg (Andrea Westerman), wittert in ihrer alten Heimat gute Geschäfte als Maklerin – und hofft, in A. S. S. Geier einen neuen Ehemann gefunden zu haben.
Mineralienfund bringt Unruhe ins Dorf
Die „Eingeborenen“ um Bauernverbandschef Berti Balz (Joachim Janßen), Schulleiterin Anna Gröön (Karin Ortmanns) und Gerda Essig haben unterdessen längst erkannt: „Der Fund bringt nur Unruhe ins Dorf.“ Als dann das offizielle Mineralien-Gutachten auf dem Tisch liegt und die Hooksiel-Fraktion weitere Verstärkung erhält, steuert die Geschichte auf ihren humorvollen Höhepunkt zu, der hier natürlich nicht verraten werden soll.
Nur noch wenige Restkarten
Speelbaas Gerjets hatte allen Grund, sich über die guten Leistungen seiner Darsteller und der Unterstützer hinter und vor der Bühne zu freuen. Hervorzuheben in dem ingesamt sehr überzeugenden Team auf der Bühne sind Kerstin Eilers, die erstmals auf der Bühne stand, Joachim Janßen, der mehrere Gemüts-Schwankungen glaubhaft abbildete, und Werner Funke, dessen Plattdeutsch sich mehr und mehr wie das eines „echten Hooksielers“ anhört.
Die schlechte Nachricht des Abends: Für die verbleibenden Vorstellungen gibt es kaum noch Eintrittskarten. Lediglich für den 14. und 16. Januar sind noch einige Plätze frei.
Hooksiel (19. 12. 2025) – Herbert Witzel nimmt sein Publikum mit auf Wolke 17 – bis nach Babelsberg und zurück. Und zwar im Rahmen der Ausstellung seiner Frau Antje Witzel „Wasser in den Ohren“, die noch bis zum Jahresende im Künstlerhaus Hooksiel zu sehen ist.
Lieder- und Textmacher Herbert Witzel verspricht einen Jahresausklang der besonderen Art: „Taffe Texte und ruppige Rhythmen – Witzels Lied- und Lesebühne“. Die Veranstaltung im Künstlerhaus findet am am Dienstag, 30. Dezember, von 16 bis 18 Uhr statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten..
Herbert Witzel hatte bereits zur Ausstellungseröffnung ein paar seiner Lieder dargeboten. Wenn der gebürtige Niedersachse, real gesehen eigentlich ein „Berliner Urgestein“, von Jennifer vom Hermannplatz singt oder seinen aktuellen Tretboot-Shanty zum besten gibt, klingt, weniger „tough“, seine romantische Seite an. Nach über 50 Jahren in Berlin, ging Herbert Witzel in Potsdam vor Anker, der Liebe wegen. Und Antje, seitdem auch eine „Witzel“, zeigt ein letztes Mal die Bilder ihrer Ausstellung.
Hooksiel/Hamburg (18. 12. 2025) – Manchmal hilft es einem, einfach einmal die Perspektive zu verändern, um einen anderen Blick auf die Dinge zu bekommen. Auch auf sich selbst, die eigenen Gefühle, Wünsche oder Ansprüche. Das zumindest ist die Überzeugung von Nicole Kabierschke. Die im Wangerland aufgewachsene, in Hamburg lebende Buten-Hooksielerin hat jetzt ein Buch herausgeben. Eine Art Selbsthilfekurs dafür, dem eigenem Gefühlschaos zu entfliehen, Licht in den Gehirn-Nebel zu bringen und negative Gedanken zu vertreiben.
Der Titel des Taschenbuches „Dreh-Buch in 5 Min zur Selbsterkenntnis“ ist Anleitung und Programm zugleich. Der Leser wird aufgefordert, dass Buch um 180 Grad zu drehen, um einen anderen Blick auf Darstellungen und damit auf sich selbst zu bekommen.
„Ich habe in dem Buch meine eigenen Erfahrungen verarbeitet“, sagt die selbstständige Raum- und Grafikdesignerin („Bildwesen“), die in Hamburg vornehmlich Schulen, aber auch Unternehmen berät. Sie habe festgestellt, dass die Technik hilft, zu sich selbst zu kommen. Hilfreich sei sie auch dafür, das Wesentliche zu erkennen. Was will ich eigentlich wirklich? Oder: Was will ich eigentlich in einem bevorstehenden Gespräch erreichen.
Das Workbuch kostet 14.95 Euro und ist seit wenigen Tagen im Buchhandel und über Amazon erhältlich.
Hooksiel (15. 12. 2025) – Es ist warm. Frühlingshaft warm. So warm, dass Kurt Brandenburg schon befürchtet hatte, viel zu spät zum „Advent up Platt“ gekommen zu sein. Aber sein Mitstreiter Wieland Rosenboom und das Publikum im Gästehaus in Hooksiel beruhigten den Horumersieler. Sonntag war genau der richtige Termin für das humorvolle Plauderstündchen auf Plattdeutsch mit den beiden Wangerländer Originalen.
Teekanne, Stövchen und eine Flasche Schluck sind Teil der friesischen Gemütlichkeit, wie sie Wieland Rosenboom (links) und Kurt Brandenburg alljährlich beim „Advent up platt“ zur Freude des Publikums vermitteln. Foto: hol
Damit es auch beim „Stündchen“ blieb, hatte Rosenboom vorgesorgt. Gleich mit zwei Weckern stoppte er die Zeit, um nicht wie in den Vorjahren heftig zu überziehen. Einen stellt er neben die Kanne Tee und die Flasche Schluck auf das kleine Tischchen auf der Bühne, den anderen legte er daneben. „Wenn der steht, dann steht er.“
Plauderei übers alte Hooksiel
Damit war der Weg für eine humorvolle Plauderei über den Ort Hooksiel, seine Geschichte, seine Infrastruktur, seine Menschen und ihre Nachbarn im heutigen Wangerland gebahnt. Durch die Ortsumgehung, so stellte Brandenburg fest, habe Hooksiel enorm gewonnen. Habe sie doch den Umbau der Lange Straße, durch die sich früher der gesamte Verkehr in Richtung Wangerland gequält hat, in eine „moi Flaniermeile“, eine Fußgängerzone, mit vielen kleinen Geschäften ermöglicht.
Eines von zwei Muschelmuseen
Aber im Hafen- und Handwerkerort Hooksiel sei schon früher immer viel los gewesen. Runds ums Nachtjackenviertel am Hafen habe es ein richtiges Nachtleben gegeben, so dass Dorfpolizist Pasche jede Menge zu tun hatte. Schon damals sei Hooksiel von einer guten Infrastruktur geprägt gewesen. Dazu gehörte neben dem Rathaus eine Tankstelle am Hafen, das Möbelhaus Freymuth im Ortskern, eine vom Österreicher Walter Groß aufgebaute Schlosserei am heutigen Schlosserplatz, Gaststätten, Friseur und – auch ein Handwerker – ein Zahnarzt. „Oft kann ja ein Zahnarzt besser mit der Zange umgehen als ein Schmid“, stellte Rosenboom fest. Heute habe der Ort sogar ein Muschelmuseum – eines von weltweit zwei, so Rosenboom. „Das eine gibt es in Hooksiel, das andere in Asien.“
Zuckerguss und Spekulatius
Ein Schwerpunkt: Weihnachten in alter Zeit. Die beiden Wangerländer Urgesteine nahmen ihr Publikum mit in ihre Jugendzeit, in der das Wohnzimmer für Kinder schon Tage vor dem Heiligabend tabu war und der Weihnachtsbaum noch mit Lametta, echten Wachskerzen und etlichen Leckereien vom Zuckerguss-Kringel bis zum Spekulatius-Keks geschmückt war. Das Lametta wurde nach dem Fest aufgebügelt und fürs nächste Jahr verwahrt, der Schmuck aufgegessen und der Baum im Ofen verfeuert. Das funktioniere heute mit aufblasbaren Modellen oder Plastikbäumen so nicht mehr.
Pastor war immer dabei
In damaligen Zeiten habe auch noch fast jedes Dorf einen Pastor gehabt, der gefühlt jede Woche einmal bei jedem Kirchenmitglied vorbeischaute. Und sei es nur, um einen Schluck zu nehmen oder einen Schweinebraten mitzuessen. „Irgendwie gehörte der Pastor immer dazu“, erinnerte sich Rosenboom. „Heute muss man sich ja schon freuen, wenn man überhaupt mal einen trifft.“
Rosenboom trug zudem im Laufe des Abends mehrere plattdeutsche Geschichten und Gedichte vor. Abgerundet wurde die Benefiz-Veranstaltung der Wangerland Tourist durch den Verkauf von Glühwein und Punsch. Der Erlös daraus sowie Spenden aus dem Publikum gehen in diesem Jahr an das Friedel-Orth-Hospiz in Jever.
Wangerland (14. 12. 2025) – Hohenkirchen ist zwar schon seit etlichen Jahren kein Bundeswehr-Standort mehr. Aber die traditionell guten Beziehungen zwischen der Gemeinde Wangerland und der Luftwaffe halten an. Am Freitagabend begrüßten Bürgermeister Mario Szlezak und der Kommandeur des in Upjever stationierten Objektschutzregiments der Luftwaffe, Oberst Oliver Tamminga, über hundert Gäste in der St.-Sixtur-und-Sinicius-Kirche zum voweihnachtlichen Konzert des Marinemusikkorps Wilhelmshaven.
„Man hoch die Tür“ – mit diesem Lied schlossen die Musiker des Marinemusikkorps Wilhelmshaven ihr vorweihnachtliches Konzert in Hohenkirchen ab. Foto: hol
Das Benefiz-Konzert wurde nach 2024 jetzt zum zweiten Mal nach der Neugründung des Musikkorps angeboten. Anderthalb Stunden lang verwöhnten ein Posaunenensemble und ein Blechbläserquintett der Militärmusiker die Ohren der Zuhörerinnen und Zuhörer, die sich mit stehendem Applaus bedankten. Zum Abschluss des Konzerts gaben beide Formationen das Weihnachtslied „Macht hoch die Tür“ zum Besten – und natürlich sang das Publikum mit.
Das Programm bestand aus klassischen (Joseph Hayden, Anton Bruckner) und modernen Stücken wie etwa Filmmusiken sowie dem Advendsklassiker „Tochter Zion“. Im Anschluss verließen Musiker und Zuhörer die von Fackelträgern beleuchte Kirche und trafen sich im „Wangerland Resort“ zum Austausch.
Hooksiel/Horumersiel (26. 11. 2025) – Auch in diesem Jahr lädt die Wangerland Touristik am zweiten und dritten Advent zur plattdeutschen Lesung „Advent op Platt“ ein. Einheimische und Gästen dürfen sich auf besinnliche und heitere Vorweihnachtsstunden freuen. In gemütlicher Atmosphäre werden die Wangerländer Urgesteine Wieland Rosenboom (Foto) und Kurt Brandenburg Geschichten auf Plattdeutsch vorlesen und das Publikum mit humorvollen und nachdenklichen Erzählungen verschiedener Autoren begeistern.
Angesetzt sind die Lesungen für Sonntag, 7. Dezember, in der Bücherei in Horumersiel und für Sonntag, 14. Dezember, im Saal des Gästehauses in Hooksiel. Die Vorstellungen beginnen um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, jedoch freut sich die Wangerland Touristik über eine großzügige Spende. In diesem Jahr sollen die Einnahmen an das Friedel-Orth-Hospiz in Jever gehen.
Die Spenden, sowie die Erträge aus dem Glühwein- und Punschverkauf kommen vollständig in den Spendentopf.
Der Besuch der Veranstaltung ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Aufgrund der hohen Beliebtheit der Veranstaltung ist schnelles Handeln gefragt. Kostenfreie Eintrittskarten sind erhältlich in den Tourist-Informationen in Horumersiel und Hooksiel oder online unter wangerland.de.