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Alle Beiträge zum Thema “Gemeinde”

Großinvestitionen treiben Schuldenstand der Gemeinde in die Höhe

Wangerland (5. 3. 2026) – Aus Sicht des Kämmerers ist das Jahr 2025 sehr erfreulich gelaufen. Dennoch bleibt die finanzielle Lage der Gemeinde Wangerland angespannt. Für 2026 wird ein deutlicher Anstieg der Verschuldung erwartet. Dennoch stimmten die Mitglieder des Finanzausschusses des Gemeinderat dem Haushaltsentwurf am Mittwochabend einstimmig zu. 

Feuerwehrgerätehaus Hohenkirchen
Das Feuerwehrgerätehaus in Hohenkirchen ist zu klein. Die Gemeinde Wangerland muss in einen Neubau investieren. Archiv-Foto: hol

Der Entwurf sieht Einnahmen in Höhe von 26,4 Millionen Euro und Ausgaben von 27,6 Millionen Euro vor. Die Hebesätze etwa für die Gewerbe- und Grundsteuern sollen mit 480 beziehungsweise 390 Prozent unverändert bleiben.

Ausdrücklich bedankten sich Bürgermeister Mario Szlezak und einige Ausschussmitglieder bei Kämmerer Arthur Wichmann zu seinem Team in der Verwaltung für die gute Vorbereitung des Zahlenwerks. Auf einer Haushaltsklausur am vergangenen Samstag waren die Ansätze für den Ergebnis- und den Finanzhaushalt sowie die geplanten Investitionen der Gemeinde in vertraulicher Runde vorgestellt und eingehend diskutiert worden. 

Im von Hermann Wilken geleiteten Finanzausschuss meldete sich inhaltlich lediglich Geraldine Vogdt (ZUW) zu Wort. Sie wies darauf hin, dass die Unabhängigen einen Ratsbeschluss für den Ankauf von Flächen durch die Gemeinde in der Nähe des Andelweges in Horumersiel fordern. Das erworbene Areal sei größer als zuvor angenommen – und vergleichsweise teuer.

Leichtes Plus im vergangenen Jahr

Wichmann stellte zunächst den Jahresabschluss für 2025 vor. Statt eines erwarteten Fehlbetrages von 1,1 Millionen Euro habe man ein Plus von gut 200.000 Euro erwirtschaften können. Gründe dafür seien unter anderem Mehreinnahmen etwa bei Gewerbesteuer (+ 1 Mio. Euro) und ein höherer Anteil an der Einkommensteuer (0,3 Mio.) gewesen. Negativ sei unter anderem zu Buche geschlagen, dass die insolvente Wangerland Touristik GmbH keine Zinsen auf die ihr von der Gemeinde bereitgestellten Kredite in Höhe von 4,3 Millionen Euro zahlen konnte.

Eigentlich hätte der Schuldenstand der Gemeinde bereits im vergangenen Jahr steigen sollen, so Wichmann. Da aber Großinvestitionen wie der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Hohenkirchen und einer neuen Grundschule in Hohenkirchen noch nicht angefangen wurden, mussten geplante Kredite in Höhe von 6,3 Millionen Euro nicht aufgenommen werden. Im Gegenteil: Die Gemeinde konnte sogar noch 0,6 Mio. Euro Schulden tilgen (Schuldenstand Ende 2025: 12,21 Mio. Euro).

Finanzieller Druck steigt

Das laufende Jahr, so Wichmann, stehe aber „unter deutlichem finanziellen Druck“. Für den Ergebnishaushalt, in dem die laufenden Einnahmen und Ausgaben abgebildet werden, rechnet der Kämmerer mit einem Fehlbedarf von knapp 1,2 Millionen Euro – obwohl man mit steigenden Schlüsselzuweisungen vom Land (2,6 Mio), einer niedrigen Kreisumlage (Abgabe an den Landkreis, 6 Mio) sowie guten Gewerbe- (5,4 Mio.) und Einkommensteuereinnahmen (4,6 Mio) plant. Dem stünden im Haushaltsplan sinkende Zuschüsse für Kindertagesstätten, niedrigere Einnahmen aus dem Gästebeitrag sowie weiterhin Zinsausfälle für den WTG-Kredit gegenüber. 

Zuschuss für die DLRG

Steigen werden zudem die Personalkosten (+ 0,46 Mio auf 10,4 Mio) und die Kosten für den Winterdienst (+ 126.000 Euro). Eine Zuschuss in Höhe von 58.000 Euro hat der Kämmerer zudem für die Deutsche Lebensrettung-Gesellschaft (DLRG) eingeplant. Damit sollen die erhöhten Kosten fürs Schwimmtraining aufgefangen werden, die dadurch entstehen, dass die DLRG Wangerland nach der Schließung des Hallenwellenbades Hooksiel zum Training ins „Aqua-Fit“ in Schortens ausweichen muss. 

Neue Kredite über 5 Millionen Euro

Um die geplanten Investitionen (Feuerwehrgebäude und -fahrzeuge, Grundschule, Straßenunterhaltung, Sanierung Hooksieler Strand etc.) bezahlen zu können, hat die Kämmerei neue Kredite über fünf Millionen Euro eingeplant. Abzüglich der Tilgung anderer Kredite würde damit die Gesamtverschuldung der Gemeinde einschließlich der Verbindlichkeiten des Eigenbetriebes Wangermeer bis Ende 2026 auf über 21 Millionen Euro klettern. 

„Die Spielräume werden enger“, sagte Wichmann, der betonte, dass auch die Liquidität, also die Zahlungsfähigkeit, angespannt sei. Steigende Zinsen und weitere Kredite würden künftige Haushalte zusätzlich belasten. Ein genehmigungsfähiger Haushalt sei vor diesem Hintergrund nur möglich, wenn die Gemeinde ihre sich selbst gesteckten Konsolidierungskonzepte konsequent umsetze. 

Strukturelle Probleme

Als Ursache für die angespannte Finanzlage verwies Bürgermeister Szlezak auf „strukturell Probleme“. In der Verwaltung werde gespart, wo es nur gehe. Aber neue Gesetze, so etwa der Anspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen oder neue Anforderungen an die Feuerwehren, würden im Bereich der Pflichtaufgaben Großinvestitionen auslösen, die die Kommune nur schwer stemmen könne.

Um so wichtiger sei es, so Wichmann und Szlezak einvernehmlich, die Einnahmen der Gemeinde zu stärken. Neben dem Tourismus würden dabei die Erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle spielen. Die Betreiber von Windkraftanlagen zählen im Wangerland zu den großen Steuerzahlern. Gegen den Bau weiterer Windparks gibt es aber mit Blick aufs Landschaftsbild und die Belastung von Anwohnern erhebliche Vorbehalte. 

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Gemeinde Wangerland bleibt eine „Fairtrade-Kommune“

Wangerland (14. 2. 2026) – Die Gemeinde Wangerland bleibt Fairtrade-Gemeinde. Da die Kommune weiterhin alle fünf Kriterien der Fairtrade-Towns-Kampagne erfüllt, wurde der Titel jetzt für zwei Jahre verlängert.

Freuen sich über die Verlängerung der Fairtrade-Auszeichnung: (von links) Bürgermeister Mario Szlezak mit den Mitgliedern der Steuerungsgruppe Bianca Siuts (Gemeinde), Angelika Kirschner (Gemeinderat), Fairtrade-Sprecherin Anke Müller, Mario Krar (Wirtschaft) und Thomas Hayen (Gemeinde). Nicht auf dem Bild: Martina Schloms (Zivilgesellschaft) und Manuela Stoppe (Wirtschaft). Foto: Gemeinde

„Die Bestätigung der Auszeichnung ist ein schönes Zeugnis für die nachhaltige Verankerung des fairen Handels im Wangerland“, so Bürgermeister Mario Szlezak. „Lokale Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft arbeiten hier eng für das gemeinsame Ziel zusammen. Ich bin stolz, dass die Gemeinde Wangerland dem internationalen Netzwerk der Fairtrade-Towns angehört. Wir setzen uns weiterhin mit viel Elan dafür ein, den fairen Handel auf lokaler Ebene zu fördern.“

Fünf Kriterien erfüllt

Vor sechs Jahren, am 2. Januar 2020, erhielt die Gemeinde Wangerland von dem gemeinnützigen Verein Fairtrade Deutschland e.V. erstmalig die Auszeichnung für ihr Engagement zum fairen Handel. Dafür mussten nachweislich fünf Kriterien erfüllt werden. Der Bürgermeister und der Rat trinken fair gehandelten Kaffee und halten die Unterstützung des fairen Handels in einem Ratsbeschluss fest. Eine Steuerungsgruppe, geleitet von der Hooksielerin Anke Müller, koordiniert alle Aktivitäten. In Geschäften und gastronomischen Betrieben werden Produkte aus fairem Handel angeboten. Die Zivilgesellschaft leistet Bildungsarbeit – und die lokalen Medien berichten über die Aktivitäten vor Ort.

Im Wangerland gibt es unter anderem „faires Frühstück“, faire Einschulungen, bei denen Fairtrade-Baumwolltaschen mit fairer Schokolade und anderen Materialien an Schülerinnen und Schüler verteilt werden. Zu den Aktionen gehörten beispielsweise in den beiden zurückliegenden Jahren faire Filme und das Theaterstück „Fairsein – Wie geht das?“ in der Oberschule Hohenkirchen, eine Fairtrade-Aktion beim Hooksieler Spielefest und ein Kaffeespaziergang.

Engagement anerrkannt 

„Wir verstehen die bestätigte Auszeichnung als Motivation und Aufforderung für weiterführendes Engagement“, sagt Anke Müller. Die Steuerungsgruppe würde sich über weitere Mitglieder freuen, etwas aus den Bereichen Kirche und Schule. 

Die Fairtrade-Towns-Kampagne bietet der Gemeinde Wangerland und über 820 weiteren Fairtrade-Towns in Deutschland konkrete Handlungsoptionen zur Umsetzung nachhaltiger Entwicklungsziele. Das Motto: „Global denken, lokal handeln.“ Weitere Informationen unter www.erdeundflut.de/fair-trade-gemeinde-wangerland/, www.fairtrade-towns.de und https://h7.cl/1jOZd.

Spende als Zeichen der Anerkennung für Shantychor Likedeeler

Wangerland (4. 2. 2026) – Der Shantychor Likedeeler ist so etwas wie das musikalische Aushängeschild des Wangerlandes. Im Rahmen eines Übungsabends in Schillig hat Bürgermeister Mario Szlezak dem Shantychor aus Horumersiel jetzt eine Spende in Höhe von 807,95 Euro überreicht. Die Summe war von den Gästen des Neujahrsempfangs der Gemeinde Wangerland gesammelt worden, bei dem der Chor mit einem musikalischen Beiträgen für gute Stimmung sorgte.

Bürgermeister Mario Szlezak (7. von links) überreichte den Sängern des Shantychores Likedeeler um Vorsitzenden Hardwig Gerdes (ganz rechts) die Saalspende vom Neujahrsempfang der Gemeinde. Foto: Gemeinde

Hintergrund der Sammlung ist ein Jubiläum: Der Shantychor Likedeeler feiert in diesem Jahr sein 55-jähriges Bestehen. Mit der Spende möchte die Gemeinde Wangerland die langjährige ehrenamtliche Arbeit und den Beitrag des Chores zum kulturellen Leben in der Region würdigen, so Szlezak.

Szlezak nutzte die Übergabe auch, seine eigene Stimme zu trainieren. Er nahm am Übungsabend teil und sang einige Lieder mit. „Der Shantychor Likedeeler steht für Gemeinschaft, Tradition und große Leidenschaft für die Musik. Solche Vereine prägen unser Wangerland und verdienen Anerkennung und Unterstützung“, so Szlezak.

Auszeichnung für Vereins-Pioniere und Bundessiegerin

Wangerland/Hooksiel (4. 1. 2026) – Das ehrenamtliche Engagement ist der Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält. Das betonten nahezu alle Redner beim Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland am Freitagabend in Horumersiel. Beispielhaft für die vielen ehrenamtlich Aktiven in Feuerwehren, Sportvereinen oder Arbeitsgruppen zeichnete Bürgermeister Mario Szlezak den Vorstand des neu gebildeten Sport-Clubs Wangerland aus.

Bürgermeister Mario Szlezak (links) zeichnete für für ihre bemerkenswerten Leistungen die Bundessiegerin im Beruf der Textillaborantinnen, Britta Lauts (2. von links), sowie den Vorstand des neu gebildeten Vereins SC Wangerland aus.

Den SC Wangerland gibt es erste seit November vergangenen Jahres. Der Verein ist hervorgegangen aus der Verschmelzung von drei Traditionsvereinen – dem FC Nordsee Hooksiel, Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland. Die Zusammenlegung sei kein einfacher Schritt gewesen, betonte Szlezak. „Es war ein anspruchsvoller und verantwortungsvoller Prozess, der Mut zur Veränderung erforderte.“

Die Aktiven der drei Vereine hätten viel Zeit investiert, endlose Gespräche geführt und Kompromisse gefunden, um eine „zukunftsfähige Vereinsstruktur“ aufzubauen. Das verdiene Respekt und den Dank von Rat und Verwaltung der Gemeinde, so der Bürgermeister.

Als „Botschafterin unserer Region“ zeichnete Szlezak zudem Britta Lauts aus. Die Wangerländerin hat in einem Unternehmen in Nordrhein-Westfalen den Beruf der Textilaborantin erlernt und ihre Prüfung als „Bundessiegerin“, also als Beste in ganz Deutschland, abgeschlossen. Szlezak lobte den Mut, die gewohnte Umgebung zu verlassen, um Neues zu erlernen. Der Titel Bundessiegerin sei der Lohn für Durchhaltevermögen, Disziplin und echte Begeisterung für einen Beruf, der viel Erfahrung im Labor, Genauigkeit und Geduld erfordere. Britta Lauts gehöre zu den jungen Menschen, die Beleg dafür seien, wie viel Potenzial im Wangerland steckt.

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Bürgermeister: Ein Bad erhalten und das Thalasso weiter betreiben

Wangerland/Hooksiel (3. 1. 2026) – Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland dazu aufgerufen, verstärkt den Dialog zu suchen und auch bei Meinungsverschiedenheiten miteinander zu sprechen. Angesichts gesunkener Zustimmungswerte für die Demokratie in Deutschland sei es notwendig, den Zusammenhalt zu stärken. „Und Zusammenhalt entstehen durch Zusammenkommen.“ 

Ministerpräsident Olaf Lies warb für den Dialog mit Andersdenkenden und eine klare Haltung gegen Hass und Hetze. Foto: hol

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien sehr schwierig. Und es werde es trotz bereits angeschobener Reformen eine Zeit lang dauern, bis die Maßnahmen greifen. Dennoch sei Deutschland das Land mit den besten Voraussetzungen, die Krise zu meistern – auch aufgrund der großen Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement im Land. Um Hass und Hetze entgegen zu wirken, brauche es Klarheit in der Sprache, Verlässlichkeit im Handeln und die Nähe für einen Dialog, so Lies. 

„Region ist krisenerprobt“

Lies, der erstmals als Ministerpräsident den Empfang der Gemeinde im Kursaal in Horumersiel besuchte, sprach sein Grußwort zusammen mit Frieslands Landrat Sven Ambrosy, für den es der letzte Besuch als Landrat gewesen sein dürfte. Ambrosy tritt bekanntlich bei der Kommunalwahl am 13. September nicht wieder an. 

Auch Ambrosy zeigte sich zuversichtlich. „Unsere Region ist krisenerprobt.“ Neben der Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) habe es im Wangerland 2025 auch viele positive Dinge gegeben. So etwa die Eröffnung des „Wangerland Resort“ oder die noch laufende Sanierung der Sporthalle in Hohenkirchen. Ambrosy deutete zudem an, dass das Land Niedersachsen den geplanten Bau einer „Bunten Wache“ für Feuerwehr und Polizei in Hohenkirchen durch eine Bedarfszuweisung unterstützen könnte.

In weiteren Grußworten dankten die Wangerländer Landtagsabgeordneten Katharina Jensen und die Bundestagsabgeordnete Anne Janssen (beide CDU) den ehrenamtlich Engagierten im Gemeindegebiet. Als Beispiel nannte Jensen die Mitglieder der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG), die es trotz der Schließung des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel geschafft hätten, den Schwimmunterricht für Kinder aufrecht zu erhalten. Die Politikerinnen riefen dazu auf, sich auch politisch zu engagieren, etwa als Kandidatin oder Kandidaten bei der Kommunalwahl 2026. Meinungen zu haben, sei das eine, Mitmachen das andere. 

Bürgermeister warnt vor Aktionismus

Bürgermeister Mario Szelzak hatte eingangs vor zahlreichen Besuchern das Jahr 2025 Revue passieren lassen. Ein Schwerpunkt dabei: die Insolvenz der WTG, für die die Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel als Hauptursache gilt. Der Bürgermeister warb um Verständnis dafür, dass die Antwort auf die Frage „Wie konnte es so weit kommen?“ immer noch aussteht. Es müssten Rechnungen und Entscheidungen der vergangenen zehn Jahre gesichtet und bewertete werden. Dabei helfe kein Aktionismus.

Ebenso wichtig sei aus seiner Sicht, wie es weiter gehen soll mit dem so wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus. „Wir brauchen ein Bad im Wangerland“, forderte Szlezak. „Als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge, für Kinder und Vereine, für den Sport, für die Gäste und für unsere Bürger.“ Im Zuge der Insolvenz waren die Hallenbäder in Horumersiel und Hooksiel geschlossen worden.

9 Millionen Euro Fördermittel

Gleichzeitig werde das Thalasso Meeres Spa geöffnet bleiben, kündigte der Bürgermeister an. In den rund 23 Millionen Euro teuren Gesundheits-Tempel seien rund neun Millionen Euro Fördermittel geflossen. „Würden wir diese Einrichtung schließen, müssten diese Mittel in erheblichem Umfang zurückgezahlt werden“, so Szlezak. „Das wäre finanziell nicht verantwortbar und würde unserer Gemeinde noch weiter schaden.“

Der Shanty-Chor Likedeeler umrahmte den Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland musikalisch. Foto: hol

Die Folgen der Insolvenz in Eigenregie de WTG müsse man differenziert betrachten, so der Bürgermeister. In der Privatisierung des Campingplatzes Hooksiel sehe er eine große Chance. Sie ermögliche die notwendigen Investitionen auf dem Platz und verbessere damit Qualität und Attraktivität. Aber: „Mögliche Preisanpassungen gehören in einem solchen Prozess zur Wahrheit dazu.“

Rat hat Planungshoheit

Mit Blick auf das seit Oktober geschlossene und aktuell zum Verkauf stehende Hallenbad Hooksiel, mahnte Szlezak zur Weitsicht. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass ein Käufer das hoch defizitäre Bad so weiter betreiben werde. Es müssten neue Konzepte gedacht werden, in die im besten Fall auch en Schwimmangebot integriert ist. Der Bürgermeister wies auf die Verantwortung des Gemeinderates hin, bei dem die Planungshoheit für das Areal liegt. „Wenn wir darauf bestehen, dass alles so bleibt, wie es ist, werden wir wahrscheinlich keinen Investor finden.“

Der Bürgermeister schilderte die schwierige finanzielle Lage der Gemeinde. Die Kommunen insgesamt seien unterfinanziert und hätten große Schwierigkeiten, selbst ihre Pflichtaufgaben zu erfüllen. Dazu zählt Szlezak im Wangerland den Bau der „Bunten Wache“ und einer neuen Grundschule in Hohenkirchen. Im vorhandenen Gebäude würden die Räume für einen Ganztagsunterricht fehlen. 

Betreuungszeiten erweitern

Im Zuge der Ganztagsbeschulung, die ab dem nächsten Schuljahr zunächst in Hooksiel und in Tettens angeboten werde, sollten nach Ansicht des Bürgermeisters auch die Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten in der Gemeinde angepasst werden. „Nur so können Ganztagsangebote sinnvoll genutzt werden – insbesondere für Familien und für Alleinerziehende, die auf verlässliche Betreuungszeiten angewiesen sind.“

Mit Blick auf das neue Jahr zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich, dass noch im Januar die Verkaufsverhandlungen über die Rundinsel im Wangermeer mit den Betreibern des „Wangerland Resorts“ abgeschlossen werden können. Ein weiteres wichtiges Thema für denTourismus sei die Strandsicherung in Hooksiel. 

Schritt zurück am Alten Hafen

Richtig sei es, so Szlezak, beim geplanten Verkauf des ehemaligen Feuerwehrareals am Alten Hafen in Hooksiel „einen Schritt zurück“ zu gehen. Nachdem der favorisierte Hotelplaner es nicht geschafft habe, Investor und Betreiber zu finden, müsse nun neu überlegt werden, was für den Standort das Richtige ist. An den Überlegungen sollen auch die Hooksieler Bürger beteiligt werden. Aber, so Szlezak: „Am Ende muss klar sein: Die Entscheidung darüber, was an diesem Standort entwickelt wird, liegt bei der Politik.“

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Gemeinde Wangerland lädt für heute zum Neujahrsempfang

Wangerland (2. 1. 2026) – Traditionell eröffnet die Gemeinde Wangerland bereits am heutigen Freitag, 2. Januar, den Reigen der Neujahrsempfänge der Kommunen im Jeverland. Bürgermeister Mario Szlezak lädt dazu im Namen des Gemeinderats und der Verwaltung alle Bürgerinnen und Bürger in den Kursaal nach Horumersiel ein.

Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Zum Programm gab es vorab keine Hinweise. Als sicher gilt: Der Bürgermeister wird eine Rückblick auf das Jahr 2025 vornehmen. Musikalisch wird der Empfang vom Shantychor „Likedeeler“ umrahmt, der in diesem Jahr sein 55-jähriges Bestehen feiern wird. 

In den zurückliegenden Jahren zählten Landrat Sven Ambrosy und Wirtschaftsminister Olaf Lies zu den Stammgästen der Veranstaltung. Auch die Wangerländer Landtagsabgeordnete Katharina Jensen sprach ein Grußwort. Abzuwarten bleibt, ob Lies auch in seiner neuen Funktion als Ministerpräsident den Weg nach Horumersiel finden wird.

Für Szlezak ist das Miteinander der Bürger mindestens ebenso wichtig: „Ich freue mich, gemeinsam mit Ihnen auf das neue Jahr anzustoßen und den Abend in angenehmer Atmosphäre zu verbringen.“

Rathaus bleibt zwischen den Tagen geschlossen

Wangerland (22. 12. 2025) – Das Rathaus der Gemeinde Wangerland bleibt am Montag, 29. Dezember 2025, sowie am Dienstag, 30. Dezember, aufgrund der Feiertags- und Jahreswechselregelungen geschlossen. Die Verwaltung bittet alle Bürgerinnen und Bürger, dies bei der Planung von Behördengänge zu berücksichtigen.

Für dringende Anliegen, die nicht aufschiebbar sind, wird empfohlen, sich frühzeitig mit den zuständigen Stellen in Verbindung zu setzen. Ab Freitag, 2. Januar, stehen die Mitarbeiterinnen und die Mitarbeitern im Rathaus wieder zu den regulären Öffnungszeiten zur Verfügung. 

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Gemeinde Wangerland lädt zum Neujahrsempfang

Wangerland (12. 12. 2025) – Die Gemeinde Wangerland lädt traditionell zu einem Neujahrsempfang ein. Die öffentliche Veranstaltung wird nach den Worten von Bürgermeister Mario Szlezak am Freitag, 2. Januar 2026, im Kursaal des Haus des Gastes in Horumersiel stattfinden. Der Eintritt ist frei. Beginn ist um 19 Uhr. „Alle Bürgerinnen und Bürger sowie alle Interessierten sind herzlich eingeladen, gemeinsam auf das neue Jahr anzustoßen.“

Begleitet wird der Abend von einem kleinen Programm. Der Bürgermeister lässt das Jahr Revue passieren. Unter anderem wird der Shanty-Chor Likedeeler aus Horumersiel auftreten. Zu den Gästen der Veranstaltung gehören neben Wangerländer Bürgern traditionell auch Vertreter von Nachbarkommunen, Behörden und Institutionen. Szlezak: „Vor allem soll der Neujahrsempfang aber Raum für Begegnung, Austausch und Gespräche bieten.“

Schlamm und Bisam-Ratten setzen der Entwässerung zu

Hooksiel (11. 9. 2025) – Erleichterung in der Bakenstraat in Hooksiel. Die Gemeinde Wangerland hat eine Fachfirma damit beauftragt, ihre Gräben entlang des Hohe Weg und auf einer benachbarten landwirtschaftlichen Fläche aufzureinigen. Damit soll das Risiko verringert werden, dass die Anwohner beim nächsten Starkregen erneut nasse Keller bekommen.

Nach den Worten von Peter Schoolmann aus der Bauverwaltung der Gemeinde sind nicht oder nur ungenügend gepflegte Gräben die Hauptursache für Regenwasserrückstaus. Zum Teil sei hier die Gemeinde in der Pflicht, sehr häufig aber auch die Grundstückseigentümer oder die Anwohner. 

Bei den letzten Starkregen-Fällen in diesem Sommer standen in Hooksiel unter anderem Grundstücke im Bereich der Viethstraße und der Bakenstraat unter Wasser. An der Viethstraße setzte die Feuerwehr Pumpen ein, um den Wasserspiegel zu senken. Aber auch Anlieger an anderen Grabenzügen im Ort klagten über Rückstaus, weil das Wasser aus den Gräben nicht abfloss. 

Hierfür können zugewachsene oder verschlammte Gräben verantwortlich sein, so Schoolmann. Hinzu käme ein sehr hober Bisambesatz. Die Nager würden – wie am Hohe Weg zu sehen – die Grabenkanten unterhöhlen und dadurch mit dazu beitragen, dass Teile der Böschung absacken. Eine weitere Ursache für Rückstaus seien aber auch zu kleine oder verstopfte Verrohrungen im Verlauf der Wasserläufe etwa unter Auffahrten oder unter Straßen.

Trotz allen Unmuts: Bürgermeister will nicht das Handtuch schmeißen

Wangerland/Hooksiel (12. 7. 2025) – Es rumort im Wangerland. Nachdem die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) Insolvenz angemeldet hat, gibt es vielerorts Verunsicherung. Bei den 180 WTG-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, in Gastronomie- und Tourismusbranche und bei vielen Bürgern. Der Unmut richtet sich auch gegen die politischen Vertreter der Gemeinde.

Gipfelkreuz in Hooksiel eingeweiht
Der Dialog mit den Vereinen und sonstigen Organisation in der Gemeinde mache ihm viel Freunde, sagt Bürgermeister Mario Szlezak (3. v. l.) . Auf dem Bild weiht er mit der Arbeitsgruppe Hooksiel das Gipfelkreuz auf dem Diedrichsberg im Freizeitgelände ein. Archiv-Foto: hol

Das bekommt selbst Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) zu spüren, der sich mit zum Teil massiven Unmutsäußerungen konfrontiert sieht. Aber der 51-Jährige will sich davon nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil. Er will im kommenden Jahr erneut für das Amt des Bürgermeisters kandidieren. „Meine Entscheidung steht“, sagte Szlezak im Gespräch mit „Hooksiel-Life“. Er habe angesichts der Kostenexplosion beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ und den Folgen für WTG und Gemeinde zwar noch einmal intensiv über seine Pläne nachgedacht. „Aber deshalb das Handtuch schmeißen, das ist mir zu billig.“

Amtszeit endet Ende 2026

Szlezak ist 2021 erstmals zum hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Wangerland gewählt worden. Die fünfjährige Amtszeit endet im Herbst nächsten Jahres. Bei der Kommunalwahl am 13. September 2026 werden auch die Bürgermeister neu gewählt – dann allerdings für acht Jahre.

Dass die Gemeinde als Gesellschafter der WTG den Weg in die „Insolvenz in Eigenregie“ gewiesen hat, hält der Bürgermeister für richtig. Ziel sei es, der WTG den Handlungsspielraum zu geben, ein Sanierungskonzept umzusetzen, mit dem möglichst viele der WTG-Arbeitsplätze und touristische Angebote gerettet werden können. Die Alternative, eine Patronatserklärung, mit der die Gemeinde für alle Verbindlichkeiten ihrer Tochter gerade gestanden hätte, hätte vermutlich die Kommune in die Überschuldung getrieben und wäre das Aus für den dringend erforderlichen Bau einer neuen Grundschule und eines Feuerwehrgerätehaus in Hohenkirchen gewesen. Szlezak: „Und das sind Pflichtaufgaben der Gemeinde.“ 

Wechsel aus der Industrie nicht bereut

Szlezak ist gebürtiger Wangerländer. Er ist in Hohenkirchen aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat hier eine KFZ-Mechaniler-Ausbildung gemacht. Nach der Bundeswehrzeit und der Weiterbildung zum Industriemeister arbeitete er einige Jahren in Nigeria, bevor zum Wilhelmshavener Kranbauer Manitowoc wechselte, wo er Leiter Prototypenbau, Endmontage und Prüfplatz war mit Verantwortung in der Projektsteuerung und Qualitätssicherung. Bislang habe er noch nicht bedauert, den Job in der Industrie für den Bürgermeister-Posten aufgegeben zu haben. „Mir machen die Aufgaben im Rathaus, aber auch der Kontakt mit den Bürgern sehr viel Freude.“

Bürgermeister Mario Szlezak (rechts) hofft, dass die WTG über die Insolvenz in Eigenregie den Weg in eine wirtschaftlich stabile Zukunft findet. Neben ihm WTG-Geschäftsführer Torsten Riedel (links) und der Sprecher der Lenkungsgruppe Lübbe Meppen. Archiv-Foto: hol

Nach dem Eindruck des Bürgermeisters herrscht unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung eine gute Stimmung. Dazu beigetragen habe auch eine Umstellung in der Arbeitsorganisation. Aufgaben würden als Projekte definiert, die dann gemeinsam interdisziplinär angegangen werden. Der Vorteil: „Alle unterstützen sich gegenseitig.“ Erfreulich sei es, wenn so schnell und unbürokratisch Anliegen von Bürgern erledigt werden könnten.

Verwaltung neu geordnet

Probleme gebe es im Bauamt. Hier könnten freie Stellen nicht besetzt werden, da es keine Bewerber für diese Tätigkeit in kleinen Kommunen gebe. Zuletzt hatte der Bürgermeister deshalb das Bauamt in die Bereiche Bautechnik (Leitung Torsten Meuer) und Bauverwaltung (Peter Podein) geteilt. An die Spitze des Personalamtes, das bislang von Podein verantwortet wurde, ist Bianca Siuts gerückt. Ein effizient arbeitendes Bauamtes sei gerade vor dem Hintergrund der zu erwartendem Bauanträge im Bereich der Windkraft-Nutzung (Stichwort Repowering von Altanlagen) unverzichtbar.

Szlezak fühlt sich von den Bürgerinnen und Bürgern im Wangerland gut angenommen. Die Arbeit mit den Menschen mache im Spaß, auch wenn die Erwartungen an ihn zuweilen sehr hoch seien. „Als Bürgermeister hat man aber in einer Gemeinde nicht allein das Sagen.“ Insbesondere zu den Dorfgemeinschaften und den Feuerwehren pflege er einen sehr engen Kontakt. Gerade bei der Umsetzung des Feuerwehrkonzeptes habe die Gemeinde viel erreicht. Sichtbare Zeichen dafür seien die neuen Feuerwehrgerätehäuser in Hooksiel und Wadderwarden sowie neue Löschfahrzeuge. 

Viele Aufgaben in Hooksiel und Hohenkirchen

Während die Gemeinde-Entwicklungsplanung mit der Trennung von Dauerwohnen und Ferienwohnen gut vorankomme, sei die geplante Entwicklung eines Tourismus-Entwicklungskonzeptes aufgrund der Probleme um den Bau des Thalasso-Zentrums komplett auf der Strecke geblieben, bedauert der Bürgermeister. 

Zu den wichtigsten anstehenden Aufgaben, die weit in die nächste Wahlperiode hineinreichen, zählt Szlezak die Entwicklung der Ortskerne von Hooksiel und Hohenkirchen. In Hohenkirchen stelle sich mit dem Umzug der Feuerwehr in den Neubau die Frage, was aus dem alten Feuerwehr-Areal wird. Ähnlich wie in Hooksiel. Hier habe man gerade den Planer einer Hotelanlage am Alten Hafen dazu aufgefordert, über den Stand bei der Suche nach Investoren und Betreiber zu berichten.

Zukunft des Gästehauses ungewiss

Weitere wichtige Projekte für Hooksiel sind aus Sicht des Bürgermeister die geplante Strandaufspülung, die Entwicklung des Freizeitgeländes am Hooksmeer und der mögliche Umzug des historischen Leuchtturms „Roter Sande“ von der Wesermündung an den Hooksieler Strand. „Der Leuchtturm wäre auf jeden Fall ein Tourismus-Magnet“, ist Szlezak überzeugt. „Aber wir haben gegenüber der Deutschen Stiftung Denkmalschutz stets betont, dass die Gemeinde für das Projekt kein eigenes Geld aufbringen kann.“

Der von der WTG angestrebte Verkauf des Hallenwellenbades und des Campingplatzes in Hooksiel an Investoren kann aus Sicht von Szlezak auch eine Chance für den Ort sein. Möglicherweise müsse auch noch das Gästehaus verkauft werden. Solle es dazu kommen, müsse man sich überlegen, wie die Gästebetreuung organisiert wird und wo in Hooksiel eine neue Begegnungsstätte für die Bürger entstehen kann. Der Wunsch von Szlezak: Am Ende seiner zweiten Amtszeit 2034 sind all diese Themen erfolgreich abgearbeitet.