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Alle Beiträge zum Thema “Gemeinde”

Auszeichnung für Vereins-Pioniere und Bundessiegerin

Wangerland/Hooksiel (4. 1. 2026) – Das ehrenamtliche Engagement ist der Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält. Das betonten nahezu alle Redner beim Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland am Freitagabend in Horumersiel. Beispielhaft für die vielen ehrenamtlich Aktiven in Feuerwehren, Sportvereinen oder Arbeitsgruppen zeichnete Bürgermeister Mario Szlezak den Vorstand des neu gebildeten Sport-Clubs Wangerland aus.

Bürgermeister Mario Szlezak (links) zeichnete für für ihre bemerkenswerten Leistungen die Bundessiegerin im Beruf der Textillaborantinnen, Britta Lauts (2. von links), sowie den Vorstand des neu gebildeten Vereins SC Wangerland aus.

Den SC Wangerland gibt es erste seit November vergangenen Jahres. Der Verein ist hervorgegangen aus der Verschmelzung von drei Traditionsvereinen – dem FC Nordsee Hooksiel, Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland. Die Zusammenlegung sei kein einfacher Schritt gewesen, betonte Szlezak. „Es war ein anspruchsvoller und verantwortungsvoller Prozess, der Mut zur Veränderung erforderte.“

Die Aktiven der drei Vereine hätten viel Zeit investiert, endlose Gespräche geführt und Kompromisse gefunden, um eine „zukunftsfähige Vereinsstruktur“ aufzubauen. Das verdiene Respekt und den Dank von Rat und Verwaltung der Gemeinde, so der Bürgermeister.

Als „Botschafterin unserer Region“ zeichnete Szlezak zudem Britta Lauts aus. Die Wangerländerin hat in einem Unternehmen in Nordrhein-Westfalen den Beruf der Textilaborantin erlernt und ihre Prüfung als „Bundessiegerin“, also als Beste in ganz Deutschland, abgeschlossen. Szlezak lobte den Mut, die gewohnte Umgebung zu verlassen, um Neues zu erlernen. Der Titel Bundessiegerin sei der Lohn für Durchhaltevermögen, Disziplin und echte Begeisterung für einen Beruf, der viel Erfahrung im Labor, Genauigkeit und Geduld erfordere. Britta Lauts gehöre zu den jungen Menschen, die Beleg dafür seien, wie viel Potenzial im Wangerland steckt.

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Bürgermeister: Ein Bad erhalten und das Thalasso weiter betreiben

Wangerland/Hooksiel (3. 1. 2026) – Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland dazu aufgerufen, verstärkt den Dialog zu suchen und auch bei Meinungsverschiedenheiten miteinander zu sprechen. Angesichts gesunkener Zustimmungswerte für die Demokratie in Deutschland sei es notwendig, den Zusammenhalt zu stärken. „Und Zusammenhalt entstehen durch Zusammenkommen.“ 

Ministerpräsident Olaf Lies warb für den Dialog mit Andersdenkenden und eine klare Haltung gegen Hass und Hetze. Foto: hol

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien sehr schwierig. Und es werde es trotz bereits angeschobener Reformen eine Zeit lang dauern, bis die Maßnahmen greifen. Dennoch sei Deutschland das Land mit den besten Voraussetzungen, die Krise zu meistern – auch aufgrund der großen Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement im Land. Um Hass und Hetze entgegen zu wirken, brauche es Klarheit in der Sprache, Verlässlichkeit im Handeln und die Nähe für einen Dialog, so Lies. 

„Region ist krisenerprobt“

Lies, der erstmals als Ministerpräsident den Empfang der Gemeinde im Kursaal in Horumersiel besuchte, sprach sein Grußwort zusammen mit Frieslands Landrat Sven Ambrosy, für den es der letzte Besuch als Landrat gewesen sein dürfte. Ambrosy tritt bekanntlich bei der Kommunalwahl am 13. September nicht wieder an. 

Auch Ambrosy zeigte sich zuversichtlich. „Unsere Region ist krisenerprobt.“ Neben der Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) habe es im Wangerland 2025 auch viele positive Dinge gegeben. So etwa die Eröffnung des „Wangerland Resort“ oder die noch laufende Sanierung der Sporthalle in Hohenkirchen. Ambrosy deutete zudem an, dass das Land Niedersachsen den geplanten Bau einer „Bunten Wache“ für Feuerwehr und Polizei in Hohenkirchen durch eine Bedarfszuweisung unterstützen könnte.

In weiteren Grußworten dankten die Wangerländer Landtagsabgeordneten Katharina Jensen und die Bundestagsabgeordnete Anne Janssen (beide CDU) den ehrenamtlich Engagierten im Gemeindegebiet. Als Beispiel nannte Jensen die Mitglieder der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG), die es trotz der Schließung des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel geschafft hätten, den Schwimmunterricht für Kinder aufrecht zu erhalten. Die Politikerinnen riefen dazu auf, sich auch politisch zu engagieren, etwa als Kandidatin oder Kandidaten bei der Kommunalwahl 2026. Meinungen zu haben, sei das eine, Mitmachen das andere. 

Bürgermeister warnt vor Aktionismus

Bürgermeister Mario Szelzak hatte eingangs vor zahlreichen Besuchern das Jahr 2025 Revue passieren lassen. Ein Schwerpunkt dabei: die Insolvenz der WTG, für die die Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel als Hauptursache gilt. Der Bürgermeister warb um Verständnis dafür, dass die Antwort auf die Frage „Wie konnte es so weit kommen?“ immer noch aussteht. Es müssten Rechnungen und Entscheidungen der vergangenen zehn Jahre gesichtet und bewertete werden. Dabei helfe kein Aktionismus.

Ebenso wichtig sei aus seiner Sicht, wie es weiter gehen soll mit dem so wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus. „Wir brauchen ein Bad im Wangerland“, forderte Szlezak. „Als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge, für Kinder und Vereine, für den Sport, für die Gäste und für unsere Bürger.“ Im Zuge der Insolvenz waren die Hallenbäder in Horumersiel und Hooksiel geschlossen worden.

9 Millionen Euro Fördermittel

Gleichzeitig werde das Thalasso Meeres Spa geöffnet bleiben, kündigte der Bürgermeister an. In den rund 23 Millionen Euro teuren Gesundheits-Tempel seien rund neun Millionen Euro Fördermittel geflossen. „Würden wir diese Einrichtung schließen, müssten diese Mittel in erheblichem Umfang zurückgezahlt werden“, so Szlezak. „Das wäre finanziell nicht verantwortbar und würde unserer Gemeinde noch weiter schaden.“

Der Shanty-Chor Likedeeler umrahmte den Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland musikalisch. Foto: hol

Die Folgen der Insolvenz in Eigenregie de WTG müsse man differenziert betrachten, so der Bürgermeister. In der Privatisierung des Campingplatzes Hooksiel sehe er eine große Chance. Sie ermögliche die notwendigen Investitionen auf dem Platz und verbessere damit Qualität und Attraktivität. Aber: „Mögliche Preisanpassungen gehören in einem solchen Prozess zur Wahrheit dazu.“

Rat hat Planungshoheit

Mit Blick auf das seit Oktober geschlossene und aktuell zum Verkauf stehende Hallenbad Hooksiel, mahnte Szlezak zur Weitsicht. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass ein Käufer das hoch defizitäre Bad so weiter betreiben werde. Es müssten neue Konzepte gedacht werden, in die im besten Fall auch en Schwimmangebot integriert ist. Der Bürgermeister wies auf die Verantwortung des Gemeinderates hin, bei dem die Planungshoheit für das Areal liegt. „Wenn wir darauf bestehen, dass alles so bleibt, wie es ist, werden wir wahrscheinlich keinen Investor finden.“

Der Bürgermeister schilderte die schwierige finanzielle Lage der Gemeinde. Die Kommunen insgesamt seien unterfinanziert und hätten große Schwierigkeiten, selbst ihre Pflichtaufgaben zu erfüllen. Dazu zählt Szlezak im Wangerland den Bau der „Bunten Wache“ und einer neuen Grundschule in Hohenkirchen. Im vorhandenen Gebäude würden die Räume für einen Ganztagsunterricht fehlen. 

Betreuungszeiten erweitern

Im Zuge der Ganztagsbeschulung, die ab dem nächsten Schuljahr zunächst in Hooksiel und in Tettens angeboten werde, sollten nach Ansicht des Bürgermeisters auch die Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten in der Gemeinde angepasst werden. „Nur so können Ganztagsangebote sinnvoll genutzt werden – insbesondere für Familien und für Alleinerziehende, die auf verlässliche Betreuungszeiten angewiesen sind.“

Mit Blick auf das neue Jahr zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich, dass noch im Januar die Verkaufsverhandlungen über die Rundinsel im Wangermeer mit den Betreibern des „Wangerland Resorts“ abgeschlossen werden können. Ein weiteres wichtiges Thema für denTourismus sei die Strandsicherung in Hooksiel. 

Schritt zurück am Alten Hafen

Richtig sei es, so Szlezak, beim geplanten Verkauf des ehemaligen Feuerwehrareals am Alten Hafen in Hooksiel „einen Schritt zurück“ zu gehen. Nachdem der favorisierte Hotelplaner es nicht geschafft habe, Investor und Betreiber zu finden, müsse nun neu überlegt werden, was für den Standort das Richtige ist. An den Überlegungen sollen auch die Hooksieler Bürger beteiligt werden. Aber, so Szlezak: „Am Ende muss klar sein: Die Entscheidung darüber, was an diesem Standort entwickelt wird, liegt bei der Politik.“

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Gemeinde Wangerland lädt für heute zum Neujahrsempfang

Wangerland (2. 1. 2026) – Traditionell eröffnet die Gemeinde Wangerland bereits am heutigen Freitag, 2. Januar, den Reigen der Neujahrsempfänge der Kommunen im Jeverland. Bürgermeister Mario Szlezak lädt dazu im Namen des Gemeinderats und der Verwaltung alle Bürgerinnen und Bürger in den Kursaal nach Horumersiel ein.

Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Zum Programm gab es vorab keine Hinweise. Als sicher gilt: Der Bürgermeister wird eine Rückblick auf das Jahr 2025 vornehmen. Musikalisch wird der Empfang vom Shantychor „Likedeeler“ umrahmt, der in diesem Jahr sein 55-jähriges Bestehen feiern wird. 

In den zurückliegenden Jahren zählten Landrat Sven Ambrosy und Wirtschaftsminister Olaf Lies zu den Stammgästen der Veranstaltung. Auch die Wangerländer Landtagsabgeordnete Katharina Jensen sprach ein Grußwort. Abzuwarten bleibt, ob Lies auch in seiner neuen Funktion als Ministerpräsident den Weg nach Horumersiel finden wird.

Für Szlezak ist das Miteinander der Bürger mindestens ebenso wichtig: „Ich freue mich, gemeinsam mit Ihnen auf das neue Jahr anzustoßen und den Abend in angenehmer Atmosphäre zu verbringen.“

Rathaus bleibt zwischen den Tagen geschlossen

Wangerland (22. 12. 2025) – Das Rathaus der Gemeinde Wangerland bleibt am Montag, 29. Dezember 2025, sowie am Dienstag, 30. Dezember, aufgrund der Feiertags- und Jahreswechselregelungen geschlossen. Die Verwaltung bittet alle Bürgerinnen und Bürger, dies bei der Planung von Behördengänge zu berücksichtigen.

Für dringende Anliegen, die nicht aufschiebbar sind, wird empfohlen, sich frühzeitig mit den zuständigen Stellen in Verbindung zu setzen. Ab Freitag, 2. Januar, stehen die Mitarbeiterinnen und die Mitarbeitern im Rathaus wieder zu den regulären Öffnungszeiten zur Verfügung. 

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Gemeinde Wangerland lädt zum Neujahrsempfang

Wangerland (12. 12. 2025) – Die Gemeinde Wangerland lädt traditionell zu einem Neujahrsempfang ein. Die öffentliche Veranstaltung wird nach den Worten von Bürgermeister Mario Szlezak am Freitag, 2. Januar 2026, im Kursaal des Haus des Gastes in Horumersiel stattfinden. Der Eintritt ist frei. Beginn ist um 19 Uhr. „Alle Bürgerinnen und Bürger sowie alle Interessierten sind herzlich eingeladen, gemeinsam auf das neue Jahr anzustoßen.“

Begleitet wird der Abend von einem kleinen Programm. Der Bürgermeister lässt das Jahr Revue passieren. Unter anderem wird der Shanty-Chor Likedeeler aus Horumersiel auftreten. Zu den Gästen der Veranstaltung gehören neben Wangerländer Bürgern traditionell auch Vertreter von Nachbarkommunen, Behörden und Institutionen. Szlezak: „Vor allem soll der Neujahrsempfang aber Raum für Begegnung, Austausch und Gespräche bieten.“

Schlamm und Bisam-Ratten setzen der Entwässerung zu

Hooksiel (11. 9. 2025) – Erleichterung in der Bakenstraat in Hooksiel. Die Gemeinde Wangerland hat eine Fachfirma damit beauftragt, ihre Gräben entlang des Hohe Weg und auf einer benachbarten landwirtschaftlichen Fläche aufzureinigen. Damit soll das Risiko verringert werden, dass die Anwohner beim nächsten Starkregen erneut nasse Keller bekommen.

Nach den Worten von Peter Schoolmann aus der Bauverwaltung der Gemeinde sind nicht oder nur ungenügend gepflegte Gräben die Hauptursache für Regenwasserrückstaus. Zum Teil sei hier die Gemeinde in der Pflicht, sehr häufig aber auch die Grundstückseigentümer oder die Anwohner. 

Bei den letzten Starkregen-Fällen in diesem Sommer standen in Hooksiel unter anderem Grundstücke im Bereich der Viethstraße und der Bakenstraat unter Wasser. An der Viethstraße setzte die Feuerwehr Pumpen ein, um den Wasserspiegel zu senken. Aber auch Anlieger an anderen Grabenzügen im Ort klagten über Rückstaus, weil das Wasser aus den Gräben nicht abfloss. 

Hierfür können zugewachsene oder verschlammte Gräben verantwortlich sein, so Schoolmann. Hinzu käme ein sehr hober Bisambesatz. Die Nager würden – wie am Hohe Weg zu sehen – die Grabenkanten unterhöhlen und dadurch mit dazu beitragen, dass Teile der Böschung absacken. Eine weitere Ursache für Rückstaus seien aber auch zu kleine oder verstopfte Verrohrungen im Verlauf der Wasserläufe etwa unter Auffahrten oder unter Straßen.

Trotz allen Unmuts: Bürgermeister will nicht das Handtuch schmeißen

Wangerland/Hooksiel (12. 7. 2025) – Es rumort im Wangerland. Nachdem die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) Insolvenz angemeldet hat, gibt es vielerorts Verunsicherung. Bei den 180 WTG-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, in Gastronomie- und Tourismusbranche und bei vielen Bürgern. Der Unmut richtet sich auch gegen die politischen Vertreter der Gemeinde.

Gipfelkreuz in Hooksiel eingeweiht
Der Dialog mit den Vereinen und sonstigen Organisation in der Gemeinde mache ihm viel Freunde, sagt Bürgermeister Mario Szlezak (3. v. l.) . Auf dem Bild weiht er mit der Arbeitsgruppe Hooksiel das Gipfelkreuz auf dem Diedrichsberg im Freizeitgelände ein. Archiv-Foto: hol

Das bekommt selbst Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) zu spüren, der sich mit zum Teil massiven Unmutsäußerungen konfrontiert sieht. Aber der 51-Jährige will sich davon nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil. Er will im kommenden Jahr erneut für das Amt des Bürgermeisters kandidieren. „Meine Entscheidung steht“, sagte Szlezak im Gespräch mit „Hooksiel-Life“. Er habe angesichts der Kostenexplosion beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ und den Folgen für WTG und Gemeinde zwar noch einmal intensiv über seine Pläne nachgedacht. „Aber deshalb das Handtuch schmeißen, das ist mir zu billig.“

Amtszeit endet Ende 2026

Szlezak ist 2021 erstmals zum hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Wangerland gewählt worden. Die fünfjährige Amtszeit endet im Herbst nächsten Jahres. Bei der Kommunalwahl am 13. September 2026 werden auch die Bürgermeister neu gewählt – dann allerdings für acht Jahre.

Dass die Gemeinde als Gesellschafter der WTG den Weg in die „Insolvenz in Eigenregie“ gewiesen hat, hält der Bürgermeister für richtig. Ziel sei es, der WTG den Handlungsspielraum zu geben, ein Sanierungskonzept umzusetzen, mit dem möglichst viele der WTG-Arbeitsplätze und touristische Angebote gerettet werden können. Die Alternative, eine Patronatserklärung, mit der die Gemeinde für alle Verbindlichkeiten ihrer Tochter gerade gestanden hätte, hätte vermutlich die Kommune in die Überschuldung getrieben und wäre das Aus für den dringend erforderlichen Bau einer neuen Grundschule und eines Feuerwehrgerätehaus in Hohenkirchen gewesen. Szlezak: „Und das sind Pflichtaufgaben der Gemeinde.“ 

Wechsel aus der Industrie nicht bereut

Szlezak ist gebürtiger Wangerländer. Er ist in Hohenkirchen aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat hier eine KFZ-Mechaniler-Ausbildung gemacht. Nach der Bundeswehrzeit und der Weiterbildung zum Industriemeister arbeitete er einige Jahren in Nigeria, bevor zum Wilhelmshavener Kranbauer Manitowoc wechselte, wo er Leiter Prototypenbau, Endmontage und Prüfplatz war mit Verantwortung in der Projektsteuerung und Qualitätssicherung. Bislang habe er noch nicht bedauert, den Job in der Industrie für den Bürgermeister-Posten aufgegeben zu haben. „Mir machen die Aufgaben im Rathaus, aber auch der Kontakt mit den Bürgern sehr viel Freude.“

Bürgermeister Mario Szlezak (rechts) hofft, dass die WTG über die Insolvenz in Eigenregie den Weg in eine wirtschaftlich stabile Zukunft findet. Neben ihm WTG-Geschäftsführer Torsten Riedel (links) und der Sprecher der Lenkungsgruppe Lübbe Meppen. Archiv-Foto: hol

Nach dem Eindruck des Bürgermeisters herrscht unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung eine gute Stimmung. Dazu beigetragen habe auch eine Umstellung in der Arbeitsorganisation. Aufgaben würden als Projekte definiert, die dann gemeinsam interdisziplinär angegangen werden. Der Vorteil: „Alle unterstützen sich gegenseitig.“ Erfreulich sei es, wenn so schnell und unbürokratisch Anliegen von Bürgern erledigt werden könnten.

Verwaltung neu geordnet

Probleme gebe es im Bauamt. Hier könnten freie Stellen nicht besetzt werden, da es keine Bewerber für diese Tätigkeit in kleinen Kommunen gebe. Zuletzt hatte der Bürgermeister deshalb das Bauamt in die Bereiche Bautechnik (Leitung Torsten Meuer) und Bauverwaltung (Peter Podein) geteilt. An die Spitze des Personalamtes, das bislang von Podein verantwortet wurde, ist Bianca Siuts gerückt. Ein effizient arbeitendes Bauamtes sei gerade vor dem Hintergrund der zu erwartendem Bauanträge im Bereich der Windkraft-Nutzung (Stichwort Repowering von Altanlagen) unverzichtbar.

Szlezak fühlt sich von den Bürgerinnen und Bürgern im Wangerland gut angenommen. Die Arbeit mit den Menschen mache im Spaß, auch wenn die Erwartungen an ihn zuweilen sehr hoch seien. „Als Bürgermeister hat man aber in einer Gemeinde nicht allein das Sagen.“ Insbesondere zu den Dorfgemeinschaften und den Feuerwehren pflege er einen sehr engen Kontakt. Gerade bei der Umsetzung des Feuerwehrkonzeptes habe die Gemeinde viel erreicht. Sichtbare Zeichen dafür seien die neuen Feuerwehrgerätehäuser in Hooksiel und Wadderwarden sowie neue Löschfahrzeuge. 

Viele Aufgaben in Hooksiel und Hohenkirchen

Während die Gemeinde-Entwicklungsplanung mit der Trennung von Dauerwohnen und Ferienwohnen gut vorankomme, sei die geplante Entwicklung eines Tourismus-Entwicklungskonzeptes aufgrund der Probleme um den Bau des Thalasso-Zentrums komplett auf der Strecke geblieben, bedauert der Bürgermeister. 

Zu den wichtigsten anstehenden Aufgaben, die weit in die nächste Wahlperiode hineinreichen, zählt Szlezak die Entwicklung der Ortskerne von Hooksiel und Hohenkirchen. In Hohenkirchen stelle sich mit dem Umzug der Feuerwehr in den Neubau die Frage, was aus dem alten Feuerwehr-Areal wird. Ähnlich wie in Hooksiel. Hier habe man gerade den Planer einer Hotelanlage am Alten Hafen dazu aufgefordert, über den Stand bei der Suche nach Investoren und Betreiber zu berichten.

Zukunft des Gästehauses ungewiss

Weitere wichtige Projekte für Hooksiel sind aus Sicht des Bürgermeister die geplante Strandaufspülung, die Entwicklung des Freizeitgeländes am Hooksmeer und der mögliche Umzug des historischen Leuchtturms „Roter Sande“ von der Wesermündung an den Hooksieler Strand. „Der Leuchtturm wäre auf jeden Fall ein Tourismus-Magnet“, ist Szlezak überzeugt. „Aber wir haben gegenüber der Deutschen Stiftung Denkmalschutz stets betont, dass die Gemeinde für das Projekt kein eigenes Geld aufbringen kann.“

Der von der WTG angestrebte Verkauf des Hallenwellenbades und des Campingplatzes in Hooksiel an Investoren kann aus Sicht von Szlezak auch eine Chance für den Ort sein. Möglicherweise müsse auch noch das Gästehaus verkauft werden. Solle es dazu kommen, müsse man sich überlegen, wie die Gästebetreuung organisiert wird und wo in Hooksiel eine neue Begegnungsstätte für die Bürger entstehen kann. Der Wunsch von Szlezak: Am Ende seiner zweiten Amtszeit 2034 sind all diese Themen erfolgreich abgearbeitet.

Kunststoff statt Holz: Bauhof saniert Panoramabrücke

Wangerland (11. 6. 2025) – Die Sanierung der Panoramabrücke über das Wangermeer in Hohenkirchen steht vor dem Abschluss. Wie Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak am Dienstagabend vor dem Betriebsausschuss des gemeindeeigenen Eigenbetriebes Wangermeer sagte, werden die Arbeiten des Bauhofs in etwa zwei Wochen abgeschlossen sein.

Langlebiger als Hozlbohlen und nicht so rutschig soll das Kunststoff-Belag sein, den der Bauhof der Gemeinde Wangerland jetzt auf der Panoramabrücke über dem Wangermeer verlegt hat. Foto: hol

Bauhofmitarbeiter haben den maroden Holzbelag auf der 325 Meter langen Fußgängerbrücke entfernt und durch einen Boden aus Glasfaser-Verbundplatten ersetzt. „Wir hoffen, dass der neue Belag mindestens die nächsten 20 Jahre hält“, sagte Szlezak. Der finanzielle Aufwand für die Brückensanierung habe durch den Einsatz der Arbeiters des Gemeinde-Bauhofs erheblich verringert werden können. Nach Angaben der Gemeinde habe man dadurch rund 100.000 Euro gespart.

Herrlicher Blick übers Wangermeer

Die Brücke, mit Aussichtsplattfom am höchsten Punkt, überquert das vor gut 20 Jahren künstlich geschaffene Wangermeer. Die verbindet das Ende der Helmsteder Straße mit dem Wohngebiet Am Wangermeer. Von der Plattform aus hat man einen herrlichen Blick über den gesamten See, an dem unter anderem das Hotel „Resort Wangerland“ liegt.

Die Mitglieder des Betriebsausschusses sprachen sich einvernehmlich dafür aus, das Ökosystem des Gewässers so gut wie möglich zu schützen. So sollen Einleitung von Oberflächenwasser von umliegenden Wegen dauerhaft vermieden werden, um zu verhindern, dass auf diesem Weg Schadstoffe ins Gewässer gelangen.

Wasser steht auf den Gehwegen

Mit dieser Begründung wurde ein Antrag von Bürgern aus dem Neubaugebiet am Wangermeer abgewiesen. Sie hatten darum gebeten, Wasser, das sich auf dem Strand-Gehweg zwischen ihren Grundstücken sammelt, in den See einleiten zu können. Um eine Belastung des Gewässers auszuschließen, wollten sie dafür im Gegenzug einmal jährliche eine Gewässerprobe veranlassen.

Johann Wilhelm Peters (SPD) wies darauf hin, dass es trotz einer Gewässerprobe schwer fallen würde, etwaige Verursacher einer Verunreinigung im Nachgang zu ermitteln. Er regte an, das Wasser von den Weg ans Kanalsystem anzuschließen, über das auch das Oberflächenwasser der Straßen und Grundstücke abgeleitet wird. Der Verschlag wurde von Dieter Schäfermeier (ZUW) unterstützt. Auch Angelika Kirschner (Grüne) sprach sich, bei allem Verständnis für das Anliegen, gegen den Antrag der Bürger aus. „Wir würden einen Präzedenzfall für alle Anrainer schaffen.“ 

Eigeninitiative der Anwohner

Ohnehin haben die Antragsteller ihr Wasserproblem inzwischen schon selbst gelöst. Wie einer der Betroffene dem Ausschuss berichtete, hätten 14 Anrainer gemeinsam den Untergrund des Weg auf eigene Kosten so umgebaut, dass das Wasser nicht mehr an der Oberfläche steht und auch nicht in den See laufen kann. 

Ausschussvorsitzende Alice Brandenburg-Bienek (CDU) dankte den Bürgern für ihre Eigeninitiative. Auf ihre Anregung hin empfahl das Gremium, dass die Bauverwaltung der Gemeinde sich das Problem am Wangermeer noch einmal vor Ort anschaut. Es gebe weitere Wege, auf denen das Regenwasser derzeit nicht ablaufe. Vielleicht wäre ein Kanalanschluss die Lösung.

Anmerkung: Der Artikel wurde aktualisiert

Ist die Musik zu laut? Gemeinde will Lärmwerte festsetzen

Wangerland/Hooksiel (22. 5. 2025) – Freitagabend, 21.30 Uhr. Laue Sommernacht. Partystimmung. Die Musikbox im Garten spielt die neuesten Lieder. Die Gäste freut es, nur ein Nachbar, der fühlt sich gestört. Er greift zum Telefon und alarmiert das Ordnungsamt. Schließlich, so heißt es in der entsprechenden Satzung der Gemeinde Wangerland, dürfen Musikinstrumente und alle Tonwiedergabegeräte im Küstenbadeort Hooksiel und auch in allen anderen prädikatisierten Erholungsorten im Wangerland werktags ab 21 Uhr nur so laut sein, „das eine Störung unbeteiligter Personen ausgeschlossen ist“.

Hafenfest FCN Hooksiel
Auch bei strengen Lärmwerten in den Erholungsorten im Wangerland: Die Stimmung auf den Volksfesten musss darunter nicht leiden. Die Gemeinde kann Ausnahmen von den Regeln. erlassen. Archiv-Foto: hol

Doch was heißt das konkret? „Für mich als Fußballfan darf es schon mal etwas lauter werden“, räumte Ordnungsamtsleiter Markus Gellert am Mittwochabend vor dem Tourismusausschuss der Gemeinde ein. Andere Bürger hätten ein anderes Störempfinden. Vor diesem Hintergrund sei es sinnvoll, den unbestimmten Rechtsbegriff „Störung“ in der Satzung durch konkrete Dezibel-Immissionswerte zu ersetzen. Dadurch erhöhe sich die Chance, dass die Gemeinde Verstöße tatsächlich mit einem Bußgeld ahnden kann. 

In Ruhezeiten nur 35 Dezibel

Der Ausschuss empfahl dem Vorschlag der Gemeindeverwaltung zu folgen, die zulässigen Lärmgrenzen in den Erholungsorten tagsüber auf 45 dB (A) und nachts (von 19 bis 8 Uhr) und während der Ruhezeiten (13 bis 15 Uhr) auf 35 dB (A) festzulegen. Diese Werte hätten den Vorteil, dass sie auch derzeit schon so für Rasenmäher- und Baulärm während der Urlaubssaison gelten. 

Über die Änderung der Satzung muss abschließend der Rat der Gemeinde entscheiden, der am kommenden Montag, 26. Mai, tagt. Inwieweit dann auch schon über den Antrag eines Bürgers beraten wird, der vorschlägt, die Grenze für zulässigen Lärm auch tagsüber auf 35 dB (A) zu begrenzen, ist ungewiss. Zur Einordnung: Ein Schallpegel von 45 dB (A) wird durch leise Gespräche erreicht, 35 dB (A) entspricht einem Flüstern oder dem Rascheln von Blättern.

Ausnahmen möglich

Der Sorge, dass bei derart strengen Lärmwerten zum Beispiel auch keine Volksfeste mehr stattfinden dürften, hielt Gellert entgegen, dass es natürlich auch Ausnahme-Tatbestände gebe. Maßstab dafür sei das öffentliche Interesse. Das sei bei Volksfesten oder gegebenenfalls auch bei Großbaustellen gegeben. Die Ausnahmen müsse allerdings im Vorfeld im Rathaus beantragt werden. 

Über 15.000 Kilometer für den Klimaschutz

Sieger des Stadtradeln im Wangerland
Peter Podien (links) würdige die Leistungen der Wangerländer Teilnehmer am Stadtradeln. Foto: Mamen

Wangerland (3. 2. 2025) – Neun Teams mit zusammen 79 Radlern waren am Start. Insgesamt haben die Frauen und Männer im Rahmen der Kampagne „Stadtradeln“ in drei Wochen im vergangenen September 15.261,7 Kilometer auf ihren Fahrrädern zurückgelegt – und damit das Klima rechnerisch um etwa 2550 Kilogramm des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) entlastet.

Auf einem Empfang der Gemeinde Wangerland würdigte der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Peter Podein, die Leistungen der Aktiven, von denen jeder im Schnitt eine Strecke von 194,45 Kilometer zurückgelegt hat. Nicht so toll war allerdings die Beteiligung an den öffentlichen Stadtradel-Terminen. Bei den vornehmlich für Kommunalpolitiker und umweltbewusste Bürger gedachten Rundtouren durch die Gemeinde war Podein zumeist allein unterwegs.

In der Einzelwertung lagen Timo König (Team Waddewarden) mit 1123 Kilometern, Frank Meinen (Team Grundschule Hohenkirchen) mit 706 Kilometern und Arno Hinrichs (Team Herbsmonat) mit 611 Kilometern vorn. Die Mannschaftswertung gewann das Team Waddewarden vor dem Team Hooksiel. Die fleißigen Radler durften sich über kleine Preise freuen. Drei Gewinner der Einzelwertung erhielten jeweils eine Fahrradtasche und eine Urkunde. Die ersten drei Siegerteams konnten sich über Smartphone-Halterungen, Bikezacs und Urkunden freuen. 

„Wir werden in diesem Jahr noch einmal einen Anlauf mit unserem Angebot unternehmen“, sagte Podein. Das nächste Stadtradeln werden voraussichtlich schon im Mai stattfinden. „Wenn die öffentlichen Touren aber wieder nicht angenommen werden, müssen wir uns etwas überlegen.“

Seit 2008 treten Kommunalpolitiker und Bürger im gesamten Landkreis Friesland für mehr Klimaschutz und Radverkehr in die Pedale. Der Wettbewerb „Stadtradeln“ soll Menschen für das Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag gewinnen, um dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Aktualisierung: Der Artikel wurde am 5. Februar in Teilen ergänzt.