Wangerland/Hooksiel (4. 1. 2026) – Das ehrenamtliche Engagement ist der Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält. Das betonten nahezu alle Redner beim Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland am Freitagabend in Horumersiel. Beispielhaft für die vielen ehrenamtlich Aktiven in Feuerwehren, Sportvereinen oder Arbeitsgruppen zeichnete Bürgermeister Mario Szlezak den Vorstand des neu gebildeten Sport-Clubs Wangerland aus.
Bürgermeister Mario Szlezak (links) zeichnete für für ihre bemerkenswerten Leistungen die Bundessiegerin im Beruf der Textillaborantinnen, Britta Lauts (2. von links), sowie den Vorstand des neu gebildeten Vereins SC Wangerland aus.
Den SC Wangerland gibt es erste seit November vergangenen Jahres. Der Verein ist hervorgegangen aus der Verschmelzung von drei Traditionsvereinen – dem FC Nordsee Hooksiel, Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland. Die Zusammenlegung sei kein einfacher Schritt gewesen, betonte Szlezak. „Es war ein anspruchsvoller und verantwortungsvoller Prozess, der Mut zur Veränderung erforderte.“
Die Aktiven der drei Vereine hätten viel Zeit investiert, endlose Gespräche geführt und Kompromisse gefunden, um eine „zukunftsfähige Vereinsstruktur“ aufzubauen. Das verdiene Respekt und den Dank von Rat und Verwaltung der Gemeinde, so der Bürgermeister.
Als „Botschafterin unserer Region“ zeichnete Szlezak zudem Britta Lauts aus. Die Wangerländerin hat in einem Unternehmen in Nordrhein-Westfalen den Beruf der Textilaborantin erlernt und ihre Prüfung als „Bundessiegerin“, also als Beste in ganz Deutschland, abgeschlossen. Szlezak lobte den Mut, die gewohnte Umgebung zu verlassen, um Neues zu erlernen. Der Titel Bundessiegerin sei der Lohn für Durchhaltevermögen, Disziplin und echte Begeisterung für einen Beruf, der viel Erfahrung im Labor, Genauigkeit und Geduld erfordere. Britta Lauts gehöre zu den jungen Menschen, die Beleg dafür seien, wie viel Potenzial im Wangerland steckt.
Wangerland/Hooksiel (3. 1. 2026) – Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland dazu aufgerufen, verstärkt den Dialog zu suchen und auch bei Meinungsverschiedenheiten miteinander zu sprechen. Angesichts gesunkener Zustimmungswerte für die Demokratie in Deutschland sei es notwendig, den Zusammenhalt zu stärken. „Und Zusammenhalt entstehen durch Zusammenkommen.“
Ministerpräsident Olaf Lies warb für den Dialog mit Andersdenkenden und eine klare Haltung gegen Hass und Hetze. Foto: hol
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien sehr schwierig. Und es werde es trotz bereits angeschobener Reformen eine Zeit lang dauern, bis die Maßnahmen greifen. Dennoch sei Deutschland das Land mit den besten Voraussetzungen, die Krise zu meistern – auch aufgrund der großen Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement im Land. Um Hass und Hetze entgegen zu wirken, brauche es Klarheit in der Sprache, Verlässlichkeit im Handeln und die Nähe für einen Dialog, so Lies.
„Region ist krisenerprobt“
Lies, der erstmals als Ministerpräsident den Empfang der Gemeinde im Kursaal in Horumersiel besuchte, sprach sein Grußwort zusammen mit Frieslands Landrat Sven Ambrosy, für den es der letzte Besuch als Landrat gewesen sein dürfte. Ambrosy tritt bekanntlich bei der Kommunalwahl am 13. September nicht wieder an.
Auch Ambrosy zeigte sich zuversichtlich. „Unsere Region ist krisenerprobt.“ Neben der Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) habe es im Wangerland 2025 auch viele positive Dinge gegeben. So etwa die Eröffnung des „Wangerland Resort“ oder die noch laufende Sanierung der Sporthalle in Hohenkirchen. Ambrosy deutete zudem an, dass das Land Niedersachsen den geplanten Bau einer „Bunten Wache“ für Feuerwehr und Polizei in Hohenkirchen durch eine Bedarfszuweisung unterstützen könnte.
Bürgermeister Mario Szlezak bat mit Blick auf die Aufarbeitung des Thalasso-Desasters um Geduld. Die CDU-Politikerinnen Anne Janssen (am Pult) und Katharina Jensen sprachen Grußworte. Fotos: hol
In weiteren Grußworten dankten die Wangerländer Landtagsabgeordneten Katharina Jensen und die Bundestagsabgeordnete Anne Janssen (beide CDU) den ehrenamtlich Engagierten im Gemeindegebiet. Als Beispiel nannte Jensen die Mitglieder der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG), die es trotz der Schließung des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel geschafft hätten, den Schwimmunterricht für Kinder aufrecht zu erhalten. Die Politikerinnen riefen dazu auf, sich auch politisch zu engagieren, etwa als Kandidatin oder Kandidaten bei der Kommunalwahl 2026. Meinungen zu haben, sei das eine, Mitmachen das andere.
Bürgermeister warnt vor Aktionismus
Bürgermeister Mario Szelzak hatte eingangs vor zahlreichen Besuchern das Jahr 2025 Revue passieren lassen. Ein Schwerpunkt dabei: die Insolvenz der WTG, für die die Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel als Hauptursache gilt. Der Bürgermeister warb um Verständnis dafür, dass die Antwort auf die Frage „Wie konnte es so weit kommen?“ immer noch aussteht. Es müssten Rechnungen und Entscheidungen der vergangenen zehn Jahre gesichtet und bewertete werden. Dabei helfe kein Aktionismus.
Ebenso wichtig sei aus seiner Sicht, wie es weiter gehen soll mit dem so wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus. „Wir brauchen ein Bad im Wangerland“, forderte Szlezak. „Als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge, für Kinder und Vereine, für den Sport, für die Gäste und für unsere Bürger.“ Im Zuge der Insolvenz waren die Hallenbäder in Horumersiel und Hooksiel geschlossen worden.
9 Millionen Euro Fördermittel
Gleichzeitig werde das Thalasso Meeres Spa geöffnet bleiben, kündigte der Bürgermeister an. In den rund 23 Millionen Euro teuren Gesundheits-Tempel seien rund neun Millionen Euro Fördermittel geflossen. „Würden wir diese Einrichtung schließen, müssten diese Mittel in erheblichem Umfang zurückgezahlt werden“, so Szlezak. „Das wäre finanziell nicht verantwortbar und würde unserer Gemeinde noch weiter schaden.“
Der Shanty-Chor Likedeeler umrahmte den Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland musikalisch. Foto: hol
Die Folgen der Insolvenz in Eigenregie de WTG müsse man differenziert betrachten, so der Bürgermeister. In der Privatisierung des Campingplatzes Hooksiel sehe er eine große Chance. Sie ermögliche die notwendigen Investitionen auf dem Platz und verbessere damit Qualität und Attraktivität. Aber: „Mögliche Preisanpassungen gehören in einem solchen Prozess zur Wahrheit dazu.“
Rat hat Planungshoheit
Mit Blick auf das seit Oktober geschlossene und aktuell zum Verkauf stehende Hallenbad Hooksiel, mahnte Szlezak zur Weitsicht. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass ein Käufer das hoch defizitäre Bad so weiter betreiben werde. Es müssten neue Konzepte gedacht werden, in die im besten Fall auch en Schwimmangebot integriert ist. Der Bürgermeister wies auf die Verantwortung des Gemeinderates hin, bei dem die Planungshoheit für das Areal liegt. „Wenn wir darauf bestehen, dass alles so bleibt, wie es ist, werden wir wahrscheinlich keinen Investor finden.“
Der Bürgermeister schilderte die schwierige finanzielle Lage der Gemeinde. Die Kommunen insgesamt seien unterfinanziert und hätten große Schwierigkeiten, selbst ihre Pflichtaufgaben zu erfüllen. Dazu zählt Szlezak im Wangerland den Bau der „Bunten Wache“ und einer neuen Grundschule in Hohenkirchen. Im vorhandenen Gebäude würden die Räume für einen Ganztagsunterricht fehlen.
Betreuungszeiten erweitern
Im Zuge der Ganztagsbeschulung, die ab dem nächsten Schuljahr zunächst in Hooksiel und in Tettens angeboten werde, sollten nach Ansicht des Bürgermeisters auch die Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten in der Gemeinde angepasst werden. „Nur so können Ganztagsangebote sinnvoll genutzt werden – insbesondere für Familien und für Alleinerziehende, die auf verlässliche Betreuungszeiten angewiesen sind.“
Mit Blick auf das neue Jahr zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich, dass noch im Januar die Verkaufsverhandlungen über die Rundinsel im Wangermeer mit den Betreibern des „Wangerland Resorts“ abgeschlossen werden können. Ein weiteres wichtiges Thema für denTourismus sei die Strandsicherung in Hooksiel.
Schritt zurück am Alten Hafen
Richtig sei es, so Szlezak, beim geplanten Verkauf des ehemaligen Feuerwehrareals am Alten Hafen in Hooksiel „einen Schritt zurück“ zu gehen. Nachdem der favorisierte Hotelplaner es nicht geschafft habe, Investor und Betreiber zu finden, müsse nun neu überlegt werden, was für den Standort das Richtige ist. An den Überlegungen sollen auch die Hooksieler Bürger beteiligt werden. Aber, so Szlezak: „Am Ende muss klar sein: Die Entscheidung darüber, was an diesem Standort entwickelt wird, liegt bei der Politik.“
Wangerland/Wilhelmshaven (2. 1. 2026) – Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer feiert einen runden Geburtstag. Mit Jahresbeginn 1986 trat die entsprechende Verordnung zur Einrichtung des ersten Nationalparks im Land in Kraft.
Seit 40 Jahren Nationalpark und heute Weltnatdurerbe: Das Niedersächsische Wattenmeer. Archiv-Foto: Mira Hohmann
Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer: „Das Wattenmeer ist ein Schatz von internationaler Bedeutung, den es zu schützen und zu bewahren gilt. Mit dem Nationalpark schützen wir nicht nur seltene Tier- und Pflanzenarten, sondern erhalten auch eine einzigartige Naturlandschaft für Millionen Zugvögel.“
Festveranstaltung in Wilhelmshaven
Das 40-jährige Bestehen des Nationalparks soll unter dem Motto „Nationalpark wirkt“ im Laufe des Jahres vielfach gefeiert werden. Der offizielle Festakt ist für Freitag, 6. Februar in Wilhelmshaven mit Ministerpräsident Olaf Lies und Umweltminister Christian Meyer geplant. Öffentliche Geburtstagsfeiern mit verschiedenen Angeboten sollen am Wochenende 4. und 5. Juli von den 18 Nationalpark-Informationseinrichtungen am Wattenmeer veranstaltet werden.
Meyer erinnert in einer Erklärung daran, das vor 40 Jahren die Gründung des Nationalparks hoch umstritten war. Aber, so der Minister: „Die Natur vor dem Deich entlang der gesamten niedersächsischen Küste umfassend unter Schutz zu stellen, hat sich zu einer besonderen Erfolgsgeschichte entwickelt. Davon profitieren Tiere, Pflanzen und Menschen gleichermaßen.“ Das heute als Unesco-Weltnaturerbe eingestufte Wattenmeer ziehe jährlich Millionen Besucherinnen und Besucher nach Niedersachsen.
Große Herausforderungen
Gleichzeitig stehe das Wattenmeer vor großen Herausforderungen. „Die Folgen der Klimawandels, der steigende Meeresspiegel, das Verschwinden von Seegrasflächen, die Biodiversitätskrise, die Umweltverschmutzung etwa mit Plastikmüll, der steigende Schiffsverkehr gerade auch von Öl- und LNG-Gastankern aber auch die geplanten Gasförderungen am Rande des Nationalparks bedrohen eine einzigartige Natur“, so der Minister. „Hinzu kommt ein gestiegener Nutzungsdruck durch Schifffahrt, Infrastruktur, Trassen, Küstenschutz, Landschaftsverlust, Fischerei und Tourismus. Sie alle machen deutlich, wie wichtig ein starker Nationalpark gerade heute ist. Er ist ein Schutzschild für die Natur und ein Frühwarnsystem für ökologische Veränderungen.“
Modellregion für Nachhaltigkeit
Mit einer Fläche von rund 3.450 Quadratkilometern ist der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer der zweitgrößte deutsche Nationalpark. Er bildet die Kernzone des Unesco-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer – einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung – und ist Teil des länderübergreifenden Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer. Mit seinen tidebeeinflussten Wattflächen, Sandbänken, Stränden, Dünen und Salzwiesen ist es eine der hinsichtlich der Biomasse produktivsten Regionen der Erde. Rund 10.000 Pflanzen- und Tierarten leben hier, teilweise in millionenfacher Individuenzahl. Zudem ist es eines der wichtigsten Rastgebiete für Zugvögel weltweit mit jährlich zehn Millionen Zugvögeln, die hier Station machen.
Wangerland (2. 1. 2026) – Traditionell eröffnet die Gemeinde Wangerland bereits am heutigen Freitag, 2. Januar, den Reigen der Neujahrsempfänge der Kommunen im Jeverland. Bürgermeister Mario Szlezak lädt dazu im Namen des Gemeinderats und der Verwaltung alle Bürgerinnen und Bürger in den Kursaal nach Horumersiel ein.
Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Zum Programm gab es vorab keine Hinweise. Als sicher gilt: Der Bürgermeister wird eine Rückblick auf das Jahr 2025 vornehmen. Musikalisch wird der Empfang vom Shantychor „Likedeeler“ umrahmt, der in diesem Jahr sein 55-jähriges Bestehen feiern wird.
In den zurückliegenden Jahren zählten Landrat Sven Ambrosy und Wirtschaftsminister Olaf Lies zu den Stammgästen der Veranstaltung. Auch die Wangerländer Landtagsabgeordnete Katharina Jensen sprach ein Grußwort. Abzuwarten bleibt, ob Lies auch in seiner neuen Funktion als Ministerpräsident den Weg nach Horumersiel finden wird.
Für Szlezak ist das Miteinander der Bürger mindestens ebenso wichtig: „Ich freue mich, gemeinsam mit Ihnen auf das neue Jahr anzustoßen und den Abend in angenehmer Atmosphäre zu verbringen.“
Wangerland (1. 1. 2026) – Trecker, Mini-Bagger, Kran, Bus und weitere Zugmaschinen. Alle mindestens 30 Jahre alt, etliche mit deutlich mehr Jahren auf der Uhr. BeimTreffen der Trecker-Oldtimer-Freunde zum Jahresausklang auf dem Gelände des Ferienhofs Thiele an der Landesstraße 810 zwischen Hooksiel und Horumersiel gab es insgesamt 28 historische Fahrzeuge zu bewundern. Dazu heiße und kühle Getränke, eine Bratwurst und viele nette Gespräche.
Beim traditionelle Treckerfreunde-Treffen auf dem Ferienhof Thiele waren etliche historische Fahrzeuge zu bewundern. Auf dem Bild: Friedhelm Thiele (rechts) und Holger Janßen. Foto: hol
„Diese Treffen zum Jahresende finden schon seit gut zehn Jahren statt“, sagt Friedhelm Thiele, der in diesem Jahr zusammen mit seiner Frau Brigitte die Oldtimer-Freunde aus dem gesamten Wangerland und Umgebung, zu sich eingeladen hatte. Hinzu gesellten sich Nachbarn, Freunden und Schaulustige. Ihr erster Blick fiel auf einen großen Linienbus aus dem ehemaligen Bestand des Hooksieler Abschlepp- und Omnibusbetriebes Mewes, den Thiele zu einer Mischung aus Wohnmobil und Partybus umgebaut hat – inklusive Schlafgelegenheit und Tresen. „Ich glaube, dass das für unsere Gäste eine nette Sache ist.“
Gleich nebenan parkten insgesamt 28 historische Fahrzeuge, viele davon aus dem Bestand der Mitglieder des Treckerclubs Minsen: Deutz, Mercedes, Fahr, Porsche, Hanomag, teils restauriert und aufpoliert, teilweise mit einer gehörigen Patina. So etwa der Lanz Bulldogg von Franke Thaden, Baujahr 1951.
Franke Thaden demonstriert, wie man seinen Lanz Bulldogg, Baujahr 1951, anwirft. Fotos: hol
„Der ist schon seit gut 50 Jahren im Familienbesitz“, schildert der Wangerländer. Der 35 PS starke Ackerschlepper mit einem Zweitakt-Glühkopfmotor habe seinem Vater schon gute Dienste erwiesen. Eine Besonderheit: Zum Starten benötigt man eine Petroleumlampe, mit der zunächst der Glühkopf angewärmt wird. Danach wirft der Fahrer mit Hilfe des Lenkrades als Schwunghilfe den Motor mit Muskelkraft an. Thaden hat für diesen Zweck ein zweites Lenkrad an Bord. Und auch, wenn das eine oder andere Scharnier sich nur noch ein „bisschen stur“ bewegen lässt, springt der Motor tadellos an.
Aus dem Arbeitsgerät ist längst ein Liebhaberstück geworden, das Thaden weitgehend im Originalzustand belassen möchte. Neue Lackierung? Einbau von Ersatzteilen? Kommt für ihn nicht in Frage. „Man muss bloß aufpassen, dass der Rost sich nicht fortfrisst. Dann hält der Lanz noch etliche Jahre.“
Hooksiel (31. 12. 2025) – Das alte Jahr ist um, es lebe das neue Jahr! „Hooksiel-Life“ wünscht allen Nutzern des Portals einen guten Rutsch! Natürlich muss man zum Jahreswechsel einmal kurz Luft holen und sich besinnen. 2025, war das ein gutes oder ein schlechtes Jahr? Was erwartet uns 2026?
Wie diese historische Postkarte beweise, war Hooksiel schon einmal „Nordseebad“. In 2025 hat das Land dem Ort das Zertifikat erneut verliehen. Reprint: Werner Doyen
So viel ist schon einmal klar. Mit Beginn des neuen Jahres wird sich für Hooksiel einiges ändern, Der Campingplatz Hooksiel, über Jahrzehnte eines der Aushängeschilder der Wangerland Touristik GmH, geht zum 1. Januar in private Hände über. Perspektive ungewiss. Veränderungen gibt es auch bei der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Mit Jahresbeginn schließen sich die bislang noch selbstständigen Gemeinden Minsen und Wiarden dem Verbund an. Die Konzentration von ehemals neun auf künftig nur noch eine Kirchengemeinde fürs gesamte Wangerland ist dann abgeschlossen.
Kirchengemeinde komplett
Wann die seit Anfang Dezember vakante Pastorenstelle wieder besetzt wird, steht auf einem anderen Blatt. Klar ist: Mit dem Wechsel des Hooksieler Pastors Stefan Grünefeld nach Oldenburg könnten die Zeiten vorbei sein, in denen ein hauptamtlicher Geistlicher seinen Dienstsitz im Ort hatte. Das Zentrum der neuen Gemeinde ist Hohenkirchen.
Das ablaufende Jahr eher ruhig an. Die Alters- und Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr weihte Mitte Januar ihre „Hafenpütt“ am neuen Standort ein. Auf ihrem alten Platz auf dem ehemaligen Feuerwehrareal am Alten Hafen konnte sie nicht stehen bleiben, da die Gemeinde das Grundstück zügig verkaufen wollte – was bis zum Jahresende dann aber nicht gelang. Sicher ein Thema für 2026.
Viel passiert ist 2025 in Hooksiel. Und dabei wurde auch gefeiert. Die Bilder: Die Übergabe des Neubaugebietes, der Leuchtturm „Roter Sand“, die Tempo-30-Zone und das Schollenbraten am Strand von Hooksiel. Archiv-Fotos: hol
Ende Januar beschlossen die Mitglieder der drei Sportvereine FC Nordsee Hooksiel, Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland einstimmig (!) ihren Zusammenschluss zum Sport-Club (SC) Wangerland. Die Eintragung ins Vereinsregister zog sich dann aber doch noch bis zum November hin. Der FCN Hooksiel ist Geschichte – aber das FCN-Hafenfest soll auch künftig gefeiert werden.
Deicherhöhung abgeschlossen
Sichtbare Veränderungen gibt es an der Wasserseite. Nach drei Jahren wurden die Arbeiten an der Deicherhöhung entlang der Bäderstraße abgeschlossen. Parallel dazu nahmen Überlegungen Fahrt auf, den Badestrand dauerhaft zu sichern. Anfang 2026 soll das Konzept vorgestellt werden. Ob künftig der historische Leuchtturm „Roter Sand“ Touristen an den Außenhafen ziehen wird, ist zur Jahreswende nicht zu sagen. Vorerst liegt die Bewerbung der Gemeinde nach Bedenken das Wasser- und Schifffahrtsverwaltung auf Eis.
Unglücklich gelaufen ist die Helgoland-Saison. Nach technischen Problemen mit dem Seebäderschiff „Fair Lady“ gab es in 2025 nur sehr wenige Fahrten von Hooksiel aus zur Roten Insel. Viel Geld investiert die landeseigene Hafengesellschaft NPorts, damit der Zugang zum Hooksmeer und zum Alten Hafen erhalten bleibt. Mehrere Bauabschnitte der Sanierung der Seeschleuse konnten erledigt werden, weitere folgen 2026.
Zertifikat ohne Feier
Die gute Botschaft des Frühjahrs: Hooksiel ist nach Jahren wieder offiziell als „Nordseebad“ eingestuft. Wer eine große Feier erwartet hatte, wurde enttäuscht. Keine Feier, kein Festakt, nicht einmal die Ortsschilder weisen bislang das touristisch wertvolle Zertifikat aus.
Der Grund dafür könnten die schwarzen Wolken sein, die sich da schon über der Gemeinde zusammenzogen: Die Wangerland Touristik GmbH musste im Juni Insolvenz anmelden. Zu den konkreten Folgen gehören neben dem Verkauf des Campingplatzes Hooksiel die Schließung der Hallenbäder in Horumersiel und Hooksiel sowie die Entlassung einer ganzen Reihe von Mitarbeitern. Was aus dem Meerwasser-Hallenwellenbad und dem Gästehaus Hooksiel werden soll, ist ungewiss.
Neubaugebiet übergeben
Im Ortsbild gab es einige Veränderungen. Das Neubaugebiet am Hohe Weg ist fast vollständig bebaut. Auf der Trasse Pakenser Altendeich/Lange Straße vom Kreisel in den Ort wurde eine Tempo-30-Zone eingerichtet. Die „Alte Schneiderei“ ist um ein Teestübchen, das „Gruseleum“ um ein Café erweitert worden. Im Alten Hafen liegen historische Schiffe. Der Hooksieler Ankerpfad wird immer länger.
Und natürlich wurde auch viel gefeiert: Hafenfest, Krabben- und Heringstage, Herbstleuchten, Weihnachtsmarkt. Langweilig war das Jahr 2025 in Hooksiel jedenfalls nicht. Und auch 2026, so die Prognose von „Hooksiel-Life“ wird spannend. Dafür sorgt unter anderem die Kommunalwahl im September. Schon jetzt gibt es mit Thies Fischer, Bernd Abrahams und Christian Fuchs drei Bewerber, die den amtierenden Bürgermeister Mario Szlezak beerben möchten.
Gutachten zum Thalasso-Desaster
Mit Spannung erwartet werden darf auch das für Anfang des Jahres angekündigte Gutachten zu den Ursachen für die Kostenexplosion beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ in Horumersiel von 8,7 auf zuletzt geschätzte 23 Millionen Euro. Welche Verantwortung dafür trugen WTG-Geschäftsführung und Architekt? Hätten Bürgermeister und Gemeinderat das Desaster nicht verhindern können – oder gar müssen? Die politische Verantwortlichen im Rathaus haben über alle Parteigrenzen hinweg für die Aufklärung der Vorgänge absolute Transparenz versprochen. Das wird der Maßstab sein, an dem sie gemessen werden.
Hooksiel (30. 12. 2025) – Marina Doyen erfüllt sich einen Lebenswunsch. Die Hooksielerin orientiert sich beruflich um. Die medizinische Fachangestellte wechselt aus der Hausarztpraxis im Ort zur Bundeswehr und absolviert ab dem 7. Januar in Feldkirchen bei Straubing eine dreimonatige Grundausbildung. Danach, so der Plan, geht es zum Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“ in Leer.
„Eigentlich dachte ich, ich wäre für den Schritt schon zu alt“, schildert die 40-Jährige (Foto) gegenüber „Hooksiel-Life“. Aber in einem Gespräch habe eine Soldatin ihr Mut gemacht, sich zu bewerben. „Fachkräfte wie du werden mit Kusshand genommen …“. Genau so kam es.
Die Bundeswehr sucht dringend zusätzliches Personal. Um 80.000 Soldatinnen und Soldaten sollen die Streitkräfte in den nächsten Jahren aufwachsen, um in der Lage zu sein, Deutschland und seine Verbündeten verlässlich verteidigen zu können.
Einstellungstest
Nach einem ersten Einstellungstest wurde die Hooksielerin zu Gesprächen ins Karrierecenter der Bundeswehr in Wilhelmshaven eingeladen. An zwei Tagen werden hier Bewerber auf Herz und Nieren geprüft – im medizinischen Sinne, aber auch hinsichtlich ihrer Motivation, Qualifikation, ihres Wissens und logischen Denkvermögens, ihrer Fitness und so weiter.
Am Ende steht die Einstufung für einen möglichen Karriereweg. Bei Marina Doyen war es die Feldwebel-Laufbahn. „Für ein Offizierslaufbahn war ich dann doch schon zu alt“, sagt die verheiratete Mutter eines 16-jährigen Sohnes, die stolz auf „ihre beiden Männer“ zu Hause ist, die ihr den Rücken für die ungewöhnliche Weichenstellung gestärkt haben. „Wenn das dein Traum ist, dann musst du es machen.“
Lebenswunsch geht in Erfüllung
Schon mit Anfang 20 habe sie eigentliche zur Bundeswehr gehen wollen, schildert Marina Doyen. Damals habe sie sich umentschieden, weil sie schwanger wurde. Es folgte eine Ausbildung in einer Kinderarztpraxis in Wilhelmshaven und vor einigen Jahren der Wechsel in die Hausarztpraxis in Hooksiel. Obwohl ihr auch diese Arbeit Spaß gemacht habe, sei der Wunsch Bundeswehr geblieben.
Ein Uniform zu tragen, ist für die angehende Sanitäts-Soldatin kein Problem. Auch den körperlichen Anforderungen in der Grundausbildung samt Exerzier- und Schießübungen sieht sich die sportliche Frau gewachsen. Danach warten auf sie eine Fülle von Lehrgängen, bei denen ihr ihre medizinischen Vorkenntnisse zum Teil angerechnet werden.
Einsätze im Ausland
Marina Doyen ist klar, dass ein Sanitätseinsatz in einem Krisen- oder Konfliktfall anders aussehen kann, als ein Impfeinsatz in Hooksiel. Auch Auslandsverwendungen sind für Sanitäter keine Ausnahme. „Ich gehe schon davon aus, dass ich meine Dienstzeit nicht ausschließlich in der Kaserne verbringen werde“, sagt die Hooksielerin. „Aber ich habe mal meinen Beruf gewählt, weil ich helfen will, wo Hilfe benötigt wird.“ Hinzu komme, dass diese Hilfe beim Bund besser bezahlt wird als in Arztpraxen.
Für 15 Jahre verpflichtet
Aktuell packt Marine Doyen ihre Sachen für den dreimonatigen Kasernenaufenthalt in Bayern, lernt Dienstgrade und Nato-Alphabet auswendig und schmöckert im „Reiber“, einem Handbuch mit zahllosen Tipps für deutsche Soldaten. Für ihre Feldwebel-Laufbahn hat sie sich als Soldatin auf Zeit für 15 Jahre verpflichtet. „Ich kann sogar noch Berufssoldatin werden“, sagt Marina Doyen, die sich auf die Herausforderungen spürbar freut. Und was, wenn der Dienst beim Bund ihren Erwartungen doch nicht entsprecht? „Auch kein Problem. Ich habe eine halbjährige Probezeit.“
Wilhelmshaven/Friesland (27. 12. 2025) – Das Fieber steigt! Die Halsschmerzen nehmen! Der Blutdruck schwankt bedenklich! Und das ausgerechnet am Wochenende. Ein Blick in die Zeitung: Welche Praxis hat Notdienst? Rein ins Auto, hin zur Arztpraxis. Und, mit ein bisschen Glück, ist das ungute Gefühl nach einem kurzen Gespräch beseitigt.
Jeverländer, die an Wochenende oder nach Feierabend der ärztlichen Praxen medizinischen Rat benötigen, müssen sich künftig an die zentrale Bereitschaftsdienst-Praxis am Klinikum Wilhelmshaven wenden. Archiv-Foto: hol
Was über Jahrzehnte gängige Praxis in weiten Teilen Frieslands war, ändert sich jetzt. Ab Januar gibt es keine niedergelassenen Bereitschaftsdiensts-Praxen im Landkreis mehr. Wie die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mitteilt, müssen Patientinnen und Patienten aus ganz Friesland künftig – wie bislang schon die Wilhelmshavener und Sander – außerhalb der Praxen-Öffnungszeiten die zentrale Bereitsschaftsdienst-Praxis am Klinikum Wilhelmshaven aufsuchen.
Versorgung auf hohem Niveau
„Für auftretende Beschwerden in den Abendstunden sowie an Wochenenden und an Feiertagen ist die Bereitschaftsdienst-Praxis am Klinikum Wilhelmshaven als fester Anlaufpunkt für die Patienten etabliert und bietet eine zuverlässige Versorgung auf hohem Niveau“, sagt Matthias Abelmann, Bezirksausschuss-Vorsitzender der KVN-Bezirksstelle Wilhelmshaven. „Damit entfällt die Suche nach der geöffneten Arztpraxis am Wochenende.“
Die Suche nach Ärzten, die Bereitschaftsdienste anbieten, wurde ohnehin zunehmend problematischer. Wie Klaus-Peter Schaps, niedergelassener Facharzt in Wilhelmshaven und Vorsitzender des Ärzteverein Wilhelmshaven-Friesland der Ärztekammer Niedersachsen gegenüber „Hooksiel-life“ schildert, werde es immer schwieriger, Mediziner für die Bereitschaftsdienste zu begeistern.
Ärzteschaft ganz glücklich
„Insgesamt ist die Ärzteschaft ganz glücklich mit der Änderung der Bereitschaftsdienst-Ordnung“, ist Schaps überzeugt. „Es war ohnehin nur noch einem Hand voll Kollegen, die diese Dienste gemacht haben. Die Ärzte fühlen sich entlastet. Und das ist wichtig. Der Fachkräftemangel schlägt inzwischen auch bei den Hausärzten durch. Nachfolger für eine Praxis findet man aufgrund der Arbeitsdichte und der hohen Bürokratielast so gut wir gar nicht mehr.“
Finanzielle Einbußen müssten die Mediziner durch die Reform nicht fürchten. Wer gern als niedergelassener Arzt weiter Nebendienste machen möchte, könnte sich bei den Johannitern einstellen lassen. Die Johanniter organisieren für die KVN den zentralen Bereitschaftsdienst. „Auch die Patienten haben die Regelung inzwischen weitgehend akzeptiert“, so Schaps. „Wir hatten mit deutlich mehr Gegenwehr gerechnet.“
Lies: „Nicht hinnehmbar“
Gegenwehr kommt aber aus der Politik. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), zugleich direkt gewählter Landtagsabgeordneter im Landkreis Friesland, kritisiert die KVN-Reform der Bereitschaftsdienstes als „nicht hinnehmbar“. Die Entscheidung sei „über die Köpfe der Menschen hinweg“ gefallen
Lies wirft der KVN vor, die Reform ohne ausreichende Einbindung der politischen Entscheidungsträger und betroffenen Kommunen vorangetrieben zu haben: „Eine so grundlegende Veränderung der regionalen medizinischen Versorgung darf nicht im Alleingang beschlossen werden.“ Mit der Schließung der bisherigen Bereitschaftsdienst-Praxen im Bereich Varel-Jade-Friesische Wehde sowie dem Wegfall der dezentralen Dienste in Jever, Schortens und dem Wangerland werden nach Ansicht von Lies viele Menschen künftig deutlich längere Wege in Kauf nehmen müssen.
Lies (Foto) bemängelt zudem, dass die Entscheidung ohne Abstimmung mit den regionalen Krankenhäusern gefallen sei. Die KVN müsse zurück an den Tisch. „Wir brauchen Transparenz, Mitbestimmung und Lösungen, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren.“
Unterstützt wird Lies von Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD). „Die KVN hat vor der Verkündung der Reform keinen Kontakt zum Landkreis Friesland gesucht. Bei einem so wichtigen Aspekt der gesundheitlichen Versorgung in der Region sollte es im Vorfeld gemeinsame Gespräche geben, bevor einseitige Entscheidungen verkündet werden.“
Krankschreibung vom Telearzt
Die Bereitschaftsdiensts-Praxis am Klinikum Wilhelmshaven ist künftig Anlaufpunkt für die Einwohner der Städte Wilhelmshaven, Varel, Schortens und Jever und den Gemeinden Sande, Wangerland, Zetel, Bockhorn und Jade. Die Praxis wird montags bis freitags von 20 bis 21 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 12 sowie von 20 bis 22 Uhr geöffnet haben.
Unter der zentralen Rufnummer 116 117 ist der Bereitschaftsdienst telefonisch erreichbar, wenn die Arztpraxen geschlossen sind.
Dies gilt montags, dienstags und donnerstags ab 19 Uhr, am Mittwoch und Freitagnachmittag ab 15 Uhr und samstags, sonntags und feiertags ab 8 Uhr bis jeweils 7 Uhr des folgenden Tages.
„Patientinnen und Patienten, bei denen eine zeitnahe Behandlung notwendig ist und keine Weiterleitung in eine KVN-Bereitschaftsdienst-Praxis möglich erscheint, werden künftig obligatorisch telemedizinisch durch eine Ärztin oder Arzt betreut“, erläutert Abelmann. Dies geschehe telefonisch oder per Videostream innerhalb von 30 Minuten nach dem Anruf bei der 116 117. Die Telemediziner könnten auch ein elektronisches Rezept und eine elektronische Arbeitsunfähigkeit-Bescheinigung ausstellen. „Auch der medizinische Fahrdienst bleibt erhalten, wird aber gezielter und ausschließlich auf ärztliche Anordnung durch die Teleärztin oder den Telearzt ausgelöst“, so der KVN-Bezirksvorsitzende.
KVN vertritt Ärzteschaft
Die KVN ist die Interessenvertretung der rund 14.700 niedergelassenen Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten in Niedersachsen. Sie sichert die flächendeckende medizinische Versorgung für die rund acht Millionen Einwohner in Niedersachsen rund um die Uhr, kontrolliert die Qualität der medizinischen Leistungen und legt gemeinsam mit den Krankenkassen das Leistungsspektrum und die Honorierung der Vertragsärzte fest.
Wangerland (26. 12. 2025) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) lädt für die Silvesternacht zum „4. Wangerländer Deichleuchten“ ein. Ziel ist es, Gästen wie Einheimischen nach der witterungsbedingten Absage im Vorjahr einen entschleunigten, naturverbundenen Jahreswechsel am Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer zu ermöglichen.
Silvesternacht ohne Böller und Raketen
Fackeln statt Böller und Raketen. Das Wangerländer Deichleuchten lädt zum Entschleunigen ein. Archiv-Foto: hol
Gäste und Einheimische aufgerufen, sich kurz vor Mitternacht an der rund 30 Kilometer langen Deichlinie des Wangerlandes zu versammeln und um Punkt 0 Uhr ihre mitgebrachten Leuchtmittel zu entzünden – ob Öllampe, Wachsfackel oder akkubetriebene Lichterkette. Im Fokus stehe, den besonderen Moment an der Nordsee gemeinsam zu erleben. Das Entzünden von Böllern und das Abschießen von Raketen ist in Deichnähe im Wangerland verboten.
Heiße Getränke am Deich
Einheimische Deichpaten begleiten die Gäste des Wangerländer Deichleuchtens an bestimmten Treffpunkten in Horumersiel, Schillig und Hooksiel. „Mit heißen Getränken schaffen sie eine gemütliche Atmosphäre und führen mit einem Countdown gemeinsam ins neue Jahr“, so die WTG. In Hooksiel erwarten die Deichpaten ihre Gäste an der „Camper Scheune“ am Campingplatz und am Strandhaus 1.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenfrei. Von der WTG und dem Gewerbeverein Horumersiel-Schillig werden kostenfrei 1.000 Fackeln ausgegeben. Sie sind von Samstag, 27., bis Dienstag, 30. Dezember, im Nationalpark-Haus Wangerland in Minsen sowie am Montag und Dienstag, 29./30. Dezember, in den Tourist-Informationen Horumersiel und Hooksiel gegen Vorlage einer gültigen Gästekarte oder für Einheimische gegen Vorlage des Personalausweises erhältlich. Des Weiteren können Fackeln in allen teilnehmenden Geschäften erworben werden.
Partys in Horumersiel und Hooksiel
Wer den Jahreswechsel darüber in einem festlichen Rahmen erleben will, ist herzlich zur Silvesterparty im Gästehaus Horumersiel eingeladen. Ab 21 Uhr öffnet der große Kursaal seine Türen und bietet einen stimmungsvollen Abend mit Musik vom DJ, kleinen Snacks, Getränken und Tanz. Tickets für die Silvesterparty sind in den Tourist-Informationen inHorumersiel und Hooksiel sowie online erhältlich. Zu einer öffentlichen Silvesterparty lädt auch die Camper-Scheune in Hooksiel ein.
Es ist wieder so weit. Weihnachten. Erneut kein Schnee. Aber immerhin ist es kalt. Und am Abend irgendwann soll der Weihnachtsmann kommen. Mit Bescherungen.
Auch das noch. Bescherungen. Hatten wir davon im ablaufenden Jahr nicht schon genug? Die Welt brennt. Krieg, Gewalt, Hunger und Armut überall. Selbst unsere Wohlstandsblase Deutschland scheint bedroht. Auch das Wangerland ist betroffen, sogar Hooksiel.
Unsicherheiten und Ängste
Die schlechte Nachricht des Jahres: Die Wangerland Touristik GmbH ist insolvent. Die Versuche, das gemeindeeigene Unternehmen in Eigenregie zu retten, werden Spuren hinterlassen. Der Campingplatz in Hooksiel ist an private Investoren verkauft. Das Ende des Meerwasser-Hallenwellenbades scheint besiegelt. Und was aus dem Gästehaus wird, steht in den Sternen …
Vieles bei der kommunalen Tourismus-Tochter wird sich verändern. Ob für Gemeinde, Bürger und Gäste zum Besseren oder zum Schlechteren muss sich erweisen. Betroffen sind auf jeden Fall eine ganze Reihe von Beschäftigten der WTG, denen bereits gekündigt wurde. Obwohl sie einen guten Job gemacht haben, zum Teil über Jahrzehnte. Das löst Unsicherheiten aus, auch Ängste. Schöne Bescherung.
Wir wünschen uns allen gegenseitig „Frohe Weihnachten“. Es ist schwer, sich über Weihnachten zu freuen, wenn man nicht weiß, wie der Alltag danach aussieht.
Wunder sind möglich
Und dennoch: Weihnachten ist das Fest der Hoffnung. Die Christenheit glaubt an das Wunder der jungfräulichen Geburt, an die Versöhnung der Mächtigen an der Krippe von Jesus. Lasst uns die Zuversicht behalten, dass am Ende alles gut werden kann. Auch wenn es dazu ab und zu mal Wunder braucht.
Zumindest wir in Hooksiel haben Grund dazu. Wir leben in einem schönen Ort, in dem auch viele andere gern leben möchten; zumindest zeitweise. Wir haben eine gute Infrastruktur – Schule, Kindergarten, Arztpraxen, Apotheke, Geschäfte, Tankstelle, Gastronomie, Sport- und Freizeitangebote. Ebenso wichtig: Viele Hooksieler engagieren sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl, bei den Kirchen und sozialen Institutionen, in Vereinen, in Arbeitsgruppen. Es gibt einen guten Zusammenhalt, kaum Gewalttätigkeiten und einen offenen Diskurs über den richtigen Weg in die Zukunft. Gut so!
Frische Ideen
Mich würde es nicht wundern, wenn sich Vieles im neuen Jahr zum Besseren wendet. Private Investoren müssen nicht die Vorboten für den Untergang des Wangerlandes sein. Im Gegenteil. Sie bringen möglicherweise frische Ideen, schaffen neue Arbeitsplätze und damit Wohlstand.
Wir selbst sind aber auch gefordert. Bei der Aufklärung des Desasters rund um den Bau des Thalasso-Zentrums in Horumersiel etwa oder bei der Auswahl unseres künftigen politischen Führungspersonals. Im nächsten Herbst sind Kommunalwahlen. Wir sollten schon jetzt wirklich engagierten Mitbürgern Mut machen, sich als Kandidatinnen oder Kandidaten aufstellen zu lassen – damit wir die Wahl (und nicht die Qual) haben, einen guten Gemeinderat zu nominieren.
Den Zusammenhalt in den Ort müssen wir uns aber weiterhin selbst bescheren. Dazu gehört eine gute und offene Kommunikation. Als „Hooksiel-Life“ werden wir uns auch 2026 darum bemühen, unseren Teil dazu beizutragen. In diesem Sinne: „Frohe Weihnacht Hooksiel, frohe Weihnacht Wangerland!“