Hooksiel/Hohenkirchen (2. 4. 2026) – Die Wetterprognosen sind gut. Das große Ostereier-Suchen kann beginnen. Na gut, noch nicht sofort. Erst am Ostersamstag, 4. April – in Hooksiel und in Hohenkirchen.
In Hooksiel versteckt die Jugendinitiative „Weil wir Hooksieler sind“ an sechs verschiedenen Plätzen (Walter-Spitta-Haus, Gästehaus, Garten der Generationen, rund um die „Die Muschel“, Skateranlage, Schulhof) insgesamt 1000 in sechs unterschiedlichen Farben gefärbte Eier. Kinder von Einheimischen oder von Urlaubern, die an den Ort jeweils ein Holzei in der passenden Farbe finden, werden mit einer kleinen Überraschung belohnt.
Die Aktion beginnt am Ostersamstag um 10 Uhr und endet um 16 Uhr. Die Überraschungen können im Kiosk Dekena und am Alten Hafen abgeholt werden.
In Hohenkirchen lädt die SPD Wangerland am Samstag im Zeitraum von 10.30 bis 11.30 Uhr Kinder bis 10 Jahre zum Ostereier-Suchen zum Schulhof der örtlichen Oberschule ein. Während die Kinder mit der Eiersuche beschäftig sind, können sich deren Eltern mit Kaffee, Tee und Kuchen die Zeit vertreiben.
Hooksiel (2. 4. 2026) – Manfred Meppen ist Hooksieler. Bis 2007 arbeitet der Pensionär bei de Gemeinde Wangerland. Seit 1999 war er Erster Gemeinderat und damit Vertreter des Bürgermeisters. Entsprechend liegen ihm die Geschicke der Gemeinde der Gemeindeverwaltung besonders am Herzen.
Hooksiel-Life: Moin, Herr Meppen. Sie haben Anfang Februar unter anderem auf „Hooksiel-life“ einen Leserbrief zur im Herbst anstehenden Kommunal-/Bürgermeisterwahl veröffentlicht. Wie waren die Reaktionen darauf?
Manfred Meppen: Ich von von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern darauf angesprochen worden. In diesen Gesprächen wurden unterschiedliche Aspekte erörtert.
HoL: Sie hatten unter anderem die Qualifikation der seinerzeit noch vier Bürgermeister-Kandidaten bemängelt. Warum eigentlich? Ist der Job des Bürgermisters in einer vergleichsweise kleinen Gemeinde wirklich so schwer?
Meppen: Die Gemeinde Wangerland ist mit ihrer 100-pozentigen Tochtergesellschaft WTG ein besonderer Akteur. Das wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass hier circa zwei Millionen Übernachtungen zu verzeichnen sind und die WTG zuletzt und 180 Mitarbeiter hatte.
Die Gemeinde wurde seit ihrer Gründung 1972 über nahezu fünf Jahrzehnte – bis zur Wahl von Bürgermeister Mario Szlezak im Jahr 2021 – durchgehend von Bürgermeistern und Allgemeinen Vertretern mit verwaltungsfachlicher Ausbildung geführt. Diese Beamten des gehobenen Dienstes verfügten in der Regel über einen Fachhochschulabschluss als Diplom-Verwaltungswirt (FH) mit ausgeprägten juristischen Ausbildungsanteilen.
Ich möchte meinen Aufruf, sich für das Bürgermeisteramt im Wangerland zu bewerben, ausdrücklich auch auf Juristen und Verwaltungsfachkräfte mit entsprechender Qualifikation – zum Beispiel Verwaltungslehrgang II – ausdehnen.
HoL: Okay, aber vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist das nicht ….
Meppen: Nein, aber der Bürgermeister ist als Hauptverwaltungsbeamter das alleinige Exekutivorgan der Gemeinde und vertritt sie eigenverantwortlich nach außen. Er trägt die rechtliche Verantwortung für das Verwaltungshandeln und die Umsetzung der Beschlüsse der kommunalen Gremien. Der Bürgermeister leitet und beaufsichtigt die Verwaltung eigenverantwortlich. Dabei ist er rechtlich verpflichtet, rechtswidrigen Beschlüssen des Rates oder des Verwaltungsausschusses zu widersprechen und deren Umsetzung zu verhindern.
HoL: Das klingt gewaltig. In der Praxis hat ein Bürgermeister aber doch auch viele andere Aufgaben. Etwa als Repräsentant der Gemeinde oder im Umgang mit Parteien und Bürgern.
Meppen: Ja, natürlich. Aber ein Blick in die Region unterstreicht die Bedeutung fachlicher Qualifikation: Führungsfunktionen in Verwaltung und Kommunen werden nicht selten von Personen mit juristischer Ausbildung wahrgenommen. Etwa beim Landkreis Friesland oder in der Stadt Jever. Und auch die Besoldung spiegelt die Verantwortung wieder: Der Bürgermeister der Gemeinde Wangerland wird nach Besoldungsgruppe B1 vergütet, was in der Wertigkeit der Einstiegsbesoldung eines Richters (R1) entspricht.
HoL: Können sie nachvollziehen, dass Kandidaten, die keine Juristen sind, ihre Bewertung als Totschlag-Argument gegen sich selbst empfinden?
Meppen: Nein. Mir erscheint es durchaus sachgerecht, im Wahlkampf neben politischen Programmen auch das Rollenverständnis und die fachlichen Anforderungen an das Amt des Hauptverwaltungsbeamten offen zu thematisieren. Ich behaupt ja nicht, dass es einen unmittelbar ursächlichen Zusammenhang zwischen Qualifikation und konkreten Entwicklungen in der Gemeinde Wangerland gibt.
HoL: Nehmen wir ein Beispiel: Wäre es zur Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH im Sommer 2025 auch mit einem Juristen oder einem Verwaltungsprofi an Spitze der Gemeindeverwaltung gekommen?
Meppen: Das kann man so nicht beantworten. Das Ereignis selbst ist dramatisch. Neben den wirtschaftlichen Folgen für die Gemeinde Wangerland verdienen auch die persönlichen Auswirkungen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WTG sowie deren Familien besondere Beachtung. Schon deshalb erscheint mir eine umfassende und transparente Aufarbeitung der Ereignisse unerlässlich.
HoL: Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen ja bereis aufgenommen.
Meppen: Unabhängig vom Ausgang möglicher strafrechtlicher Ermittlungen kann im Einzelfall auch eine zivilrechtliche Verantwortung in Betracht kommen, sofern entsprechende Pflichtverletzungen nachweisbar sind. Dies zu prüfen, wäre gegebenenfalls Aufgabe zukünftiger kommunaler Gremien. Darüber hinaus sollten auch solche organisatorischen und politischen Entscheidungen betrachtet werden, die sich im Nachhinein als problematisch erwiesen haben, ohne notwendigerweise rechtliche Konsequenzen nach sich zu ziehen.
HoL: Haben Sie den Eindruck, dass man bei der Gemeinde mit Nachdruck an der Aufklärung der Umstände und der Entscheidungen arbeitet, die zur Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa und damit letztlich zur Insolvenz der WTG geführt haben?
Meppen: Der Bürgermeister hat angekündigt, dass ein beauftragtes Gutachten „nach Ostern“ zunächst in vorläufiger Form vorgelegt werden soll. Die Ergebnisse sollen anschließend verwaltungsintern ausgewertet und zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich dargestellt werden. Für eine glaubwürdige Aufarbeitung wird es meines Erachtens entscheidend darauf ankommen, größtmögliche Transparenz herzustellen. Dazu gehört auch eine Betrachtung der Rollen der kommunalen Gremien sowie der Kommunalaufsicht.
HoL: Aber was bringt das noch? Das Kind ist ja bereits in den Brunnen gefallen …
Meppen: Ja, aber nur durch eine umfassende, nachvollziehbare Aufarbeitung der WTG-Insolvenz können strukturelle Konsequenzen gezogen und vergleichbare Entwicklungen künftig vermieden werden. Das ist meiner Ansicht nach ein zentraler Prüfstein für Transparenz, Verantwortungsbewusstsein und Führungsqualität in der Gemeinde – auch im Hinblick auf die Kommunalwahl am 13. September 2026.
Wangerland (2. 4. 2026) – Den Grünschnitt aus dem Garten raus, rauf auf den Anhänger und schnell zur Bioabfall-Annahme nach Wiefels. Aber Achtung: Immer wieder kommt es vor, dass Autofahrer mit ihrem Gespann auf dem Weg zur Deponie angehalten werden, die nicht über die notwendige Fahrerlaubnis verfügen.
An diesem Mittwoch gegen 11.30 Uhr, so berichtet die Polizei aus Jever, sei zum Beispiel ein 33-jährige Fahrer eines Pkw-Anhänger-Gespanns im Bereich der Fuhlrieger Allee im Wangerland kontrolliert worden. „Es wurde festgestellt, dass der Mann nicht im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis für diese Fahrzeugkombination ist“, heißt es im Polizeibericht. „Die Weiterfahrt wurde entsprechend untersagt und ein Strafverfahren eingeleitet.“
Zur Rechtslage: Mit einem klassischen Pkw-Führerschein der Klasse B dürfen Pkw-Fahrer nur Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 750 Kilogramm ziehen. Eine Ausnahme: Der Anhänger darf schwerer sein, wenn Anhänger und Zugfahrzeug zusammen nicht mehr als 3500 Kilogramm auf die Waage bringen. Mit einem Extra-Anhänger-Führerschein dürfen Anhänger bis zu 3500 Kilogramm gezogen werden.
Noch eine wichtige Ausnahme: Wer seinen Pkw-Führerschein der Klasse 3 bereits vor 1999 erworben hat, darf ebenfalls Anhänger bis 3500 Kilogramm und Gespanne mit einem tatsächlichen Gesamtgewicht von bis zu 7000 Kilogramm bewegen.
Wangerland/Horumersiel (2. 4. 2026) – Kino-Freunde dürfen sich freuen. Nach dem Erfolg mit dem aktuellen Historienfilm „Der Schimmelreiter“ im Kursaal in Horumersiel plant der Inhaber der Agentur „Friesenevent“, Frank Hensel, für die Sommerzeit regelmäßige Filmvorführungen.
Zogen in Horumersiel die Kino- Besucher in ihren Bahn: Die Hauptdarstellers des Films „Der Schimmelreiter“ (von links) Max Hubacher, Olga von Luckwald und Anette Frier. Repro: Friesenenergie
Im Rahmen der „Horumersieler Filmtage“ werden nach derzeitiger Planung an acht Tagen jeweils zwei Filme gezeigt werden. An den Nachmittagen sollen Filme für Kinder auf dem Programm stehen. Für die Abende sind Filme für Erwachsene geplant. Aktuell würden die Filme ausgewählt. Der Kartenverkauf wird in Kooperation mit der Wangerland Touristik GmbH erfolgen.
„Beim ,Schimmelreiter‘ war der Kursaal voll belegt“, schildert Hensel. Man habe über 400 Karten verkauft, 100 weitere wären möglich gewesen. Der Film, der in Teilen im Bereich der Gemeinde Wangerland gedreht worden war, wurde auf der großen Leinwand im Kursaal gezeigt. Eine professionelle Audiotechnik sorgte zudem für eine gute Tonqualität.
Unter den Besuchern der Vorführungen waren auch eine Reihe von Komparsen und sonstige Helfer, die an den Dreharbeiten am Elisabethaußengroden und in Schillig mitgewirkt hatten. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Getränke und Leckereien vom Grill. Hensel: „Das war auch ein Tag der Begegnung. Wäre schön, wenn uns das für die Horumersieler Filmtage auch gelingt.“
Friesland/Wittmund (2. 4. 2026) – Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) will die Grundwasser-Fördermenge seines Wasserwerkes Sandelermöns erhöhen. Damit wolle man die Wasserversorgung in der Region langfristig sicherzustellen. Das Fördergebiet liegt zwischen Wittmund, Friedeburg, Jever und Schortens. Über Sandelermöns wird auch das Gebiet der Gemeinde Wangerland mit Trinkwasser versorgt.
Informations-Veranstaltung
Die Hintergründe und der aktuelle Stand des wasserrechtlichen Projektes sollen in einer öffentlichen Veranstaltung am Dienstag, 14. April, in der Gaststätte Bender in Upschört (Gemeinde Friedeburg) erläutert werden. Hierzu lädt der OOWV interessierte Bürgerinnen und Bürger ein. Einlass ist ab 19.30 Uhr, der Beginn um 19.45 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der OOWV will an dem Abend einen Überblick über die wasserrechtlichen Antragunterlagen geben sowie über mögliche Auswirkungen der angestrebten höheren Grundwasserförderung berichten. Nach Überzeugung des Verbandes ist die Erhöhung der Fördermenge im Einklang mit Natur- und Wasserhaushalt nachhaltig möglich .
Künftig 13 Millionen Kubikmeter Wasser?
Für das Wasserwerk Sandelermöns besteht derzeit eine bis zum 30. November 2027 befristete wasserrechtliche Zulassung des Landkreises Friesland, die eine Förderung von bis zu zehn Millionen Kubikmeter Grundwasser im Jahr ermöglicht. Im Landkreis Wittmund befinden sich 13 Brunnen, im Landkreis Friesland 12 Brunnen sowie das Wasserwerk Sandelermöns. Der OOWV sieht die Möglichkeit, die Fördermenge auf bis zu 13 Millionen Kubikmeter pro Jahr zu erhöhen. „Die beantragte Anpassung ist unter anderem eine Reaktion auf allgemein gestiegene Wasserbedarfe der Kundinnen und Kunden“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Im Anschluss an die Erläuterungen bestehe die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit Vertretern des OOWV ins Gespräch zu kommen. Ansprechpartner sind unter anderem Dr. Frank Ahlhorn (als Abteilungsleiter beim OOWV für Wasserbewirtschaftung und Wasserrechte verantwortlich) und Projektleiter Michael Howahr.
Hooksiel (31. 3. 2026) – Der Männerkreis der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland unternimmt am Dienstag, 14. April, einen Ausflug nach Wilhelmshaven. Geplant ist die Besichtigung des Küstenmuseums. Die Abfahrt ist für 13.30 Uhr am Walter-Spitta-Haus geplant. Kostenbeitrag: 15 Euro. Nach der Rückkehr werde man sich noch für einen Kaffee oder Tee und ein Stück Kuchen zusammensetzen. Männerkreis-Organisator Herbert Ulfers bittet um Anmeldungen per Email (hulfers@aol.com) bis spätestens zum 12. April.
Friesland/Wangerland (31. 3. 2026) –Aufgrund der Feiertage zu Ostern verschieben sich die Abfuhrtage für die verschiedenen Müll- und Wertstofftonnen. Darauf weist die Abfallwirtschaft des Landkreises Friesland hin.
Die Abfuhren von Karfreitag, 3. April, werden verschoben auf Samstag, 4. April. Die Inhalte der Tonnen, die eigentlich am 6. April (Ostermontag) geleert würden, werden erst am Samstag, 11. April, abgeholt. Die Entsorgungsanlagen wie die in Wiefels sind am Samstag, 4. April, geöffnet. Die Abfallbehörde weist auf die erforderliche Terminbuchung hin: https://nol.is/w2W
Friesland (27. 3. 2026) –Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Friesland weist auf die generelle Anleinpflicht für Hunde während der allgemeinen Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit hin. Zum Schutz der Wildtiere gilt, dass zwischen dem 1. April und dem 15. Juli jeden Jahres Hunde beim Aufenthalt in der freien Landschaft an der Leine zu führen sind.
Ab dem 1. April gilt eine generelle Anleinpflicht für Hunde in der freien Natur. Foto: Landkreis Friesland
Verschiedene wildlebende Tiere ziehen im Frühjahr auf Wiesen und in Wäldern ihren Nachwuchs auf. Freilaufende Hunde können nicht nur selbst jagen, sondern auch durch Annäherung ein Fluchtverhalten bei Elterntieren auslösen. Dadurch zurückgelassene Eier oder Jungtiere können Opfer von Fressfeinden werden, auskühlen oder verhungern.
Festgesetzt wird diese Pflicht durch das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NwaldLG). Wer gegen die Anleinpflicht verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden kann.
Unabhängig von der generellen Anleinpflicht in der freien Natur gibt es lokale Regelungen. So gilt etwa für die in Erholungsorte in der Gemeinde Wangerland, also auch das Nordseebad Hooksiel, ganzjährig eine generelle Anleinpflicht für Hunde.
Horumersiel (30. 3. 2026) – Unbekannte sollen im Bereich der Hafenanlage in Horumersiel einen Außenbordmotor und einen Handwagen gestohlen haben. Die Polizei sucht nach möglichen Zeugen, die im Zeitraum von Samstag, den 21.März, 16 Uhr, bis Samstag, 28. März, 10 Uhr, entsprechende Beobachtungen gemacht haben. Hinweise zum Sachverhalt können unter der Telefonnummer 04461/7449-0 gemeldet werden.
Jever/Wangerland (28. 3. 2026) – Mit knapp 100 Teilnehmern aus Landwirtschaft, Beratung und Agrarwirtschaft war das „AgrarForum 2026“ der Volksbank Jade-Weser eG aus Sicht der Veranstalter ein voller Erfolg. Im Immobilien- und Finanzzentrum in Jever ging es dabei um ein Zukunftsthema – die digitale Transformation in der Tierhaltung.
Referentin Dr. Christina Umstätter (Mitte) beim „AgrarForum“ mit (von links): Tanja Daugill (Vorstand Volksbank Jade-Weser), Frank Marquardt (Volksbank)), Manfred Ostendorf (Kreislandvolk Friesland/Wesermarsch) und Andreas Titze (Volksbank). Foto: Volksbank
Dr. Christina Umstätter, Professorin für Digitale Landwirtschaft an der TU Braunschweig und Leiterin des Thünen-Instituts für Agrartechnologie, umriss die Potenziale und Herausforderungen digitaler Überwachungssysteme in der Tierhaltung. Sensoren, Kameras und intelligente Auswertungssysteme ermöglichten es schon heute, Gesundheitszustand, Verhalten und Leistungsdaten von Nutztieren in Echtzeit zu erfassen. Die Technik können nicht nur die Arbeitsbelastung reduzieren, sondern auch frühzeitig Auffälligkeiten erkennen und damit das Tierwohl verbessern.
Mehrwert entscheidend
Aber die Expertin machte auch deutlich, dass nicht jede Technologie automatisch einen Mehrwert biete. Entscheidend seien: Betriebsspezifische Anforderungen, Zuverlässigkeit und Datenqualität der Systeme, Wirtschaftlichkeit und Investitionskosten sowie die Integration in bestehende Arbeitsabläufe.
Spannend wurde es beim Ausblick auf virtuelle Zaunsysteme. Innovative Technologien würden es ermöglichen, Weideflächen digital zu begrenzen – ganz ohne physische Zäune. Tiere werden dabei über akustische Signale oder leichte Impulse gelenkt. Gerade für extensive Weidehaltung und schwer zugängliche Flächen würden sich hierdurch neue Möglichkeiten eröffnen, so Christina Umstätter. Auch hierbei aber müssten Fragen des Tierwohls, der Akzeptanz und der praktischen Umsetzbarkeit noch intensiv untersucht werden.
Regelmäßige Veranstaltungsreihe
Das Veranstaltungsreihe „AgrarForum“ soll künftig einmal jährlich im gesamten Geschäftsgebiet des Geldinstitutes ausgerichtet werden. Dabei wolle man jeweils aktuelle Themen der Landwirtschaft aufgreifen und den Austausch innerhalb der Region aktiv fördern, so die Volksbank. Für den Austausch untereinander hatten die Teilnehmer bei einem gemeinsamen Frühstück reichlich Gelegenheit.