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Gerd Abeldt Hooksiel-life

Beitrage veröffentlicht von “Gerd Abeldt”

Gründer und Redaktionsleiter von „Hooksiel-Life“

39-Jährige wollte mit privaten Bildern 55.555 Euro erpressen

Wangerland (26. 8. 2025) – Die Polizei hat im Wangerland am Montagmorgen eine 39-jährige Frau aus Jever festgenommen. Sie steht unter dem Verdacht der Erpressung. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler wurde einem Geschädigten aus dem persönlichen Umfeld eine Geldforderung in Höhe von 55.555 Euro gestellt. Für den Fall, dass er die geforderte Summe nicht in den frühen Morgenstunden in einem in Tettens abgestellten Pkw hinterlegt würde, drohte die Beschuldigte mit der Veröffentlichung privater Bilder.

Festnahme nach Geldübergabe

Nach erfolgter Übergabe des Geldes startete die Beschuldigte ihr Fahrzeug und entfernte sich in Richtung Wiefels. Sie konnte kurze Zeit später von der Polizei gestoppt und vorläufig festgenommen werden. 

Bei der Durchsuchung des Pkw stellten die Einsatzkräfte nach Polizeiangaben unter anderem Betäubungsmittel, ein Messer sowie Bildmaterial sicher. Bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung seien weitere Beweismittel beschlagnahmt worden. 

Kein Haftgrund

Die 39-Jährige wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Ein Haftgrund habe nicht vorgelegen. Zur Person des Geschädigten und zu den Motiven auf den privaten Bildern machte die Polizei keine Angaben.

Trecker und Stallgebäude in Flammen

Waddewarden (26. 8. 2025) – In Waddewarden ist am Montag ein Trecker abgebrannt. Wie die Polizei mitteilt, stand auch der Frontbereich eines Stalles in Flammen, als gegen 15.50 Uhr der Alarm bei den Leitstellen von Feuerwehr und Polizei einging.

Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich rund 50 Kälber in dem Gebäude, die jedoch vollständig und wohlbehalten ins Freie geführt werden konnten. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr hätten ein Übergreifen des Feuers auf den angrenzenden Wohnbereich verhindern können. „Personen wurden nicht verletzt“, so die Polizei.

Während der Löscharbeiten musste die Warfer Straße in Höhe Am Leeghamm in nördlicher Richtung kurzfristig gesperrt werden. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

Nach neuerlichen Bränden: 25-Jährige in Psychiatrie eingeliefert

Wilhelmshaven (25. 8. 2025) – Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland meldet einen Erfolg bei der Aufklärung der Serie von Container- und Fahrzeugbränden im Wilhelmshavener Stadtgebiet. Nach neuerlichen Brandstiftungen wurde eine 25-jährige Verdächtige in Gewahrsam genommen und in eine geschlossene Psychiatrie zwangseingewiesen.

Container und Autos in Flammen

In der Nacht auf Samstag war es erneut zu vier Bränden gekommen. Zwei Müllcontainer (Virchowstraße und im Bereich Mühlenweg/Herbartstraße) sowie zwei Pkw (Kreuzung Zedeliusstraße/Gökerstraße) standen in Flammen. Nach einem weiterer Containerbrand am Mühlenweg/Bülowstraße gegen 2.15 Uhr sei im Rahmen der Fahndung eine 25-jährige Wilhelmshavenerin nach kurzer Flucht festgenommen worden. 

Mülltonnenbrand Hooksiel
Eine Serie von Brandstiftungen hält Bürger und Ermittler der Polizei in Wilhelmshaven seit Monaten in Atem. Archiv-Foto: Symbolbild

Die Verdächtige sei bereits zuvor im Zusammenhang mit mehreren Bränden in den Fokus der Ermittlungsgruppe „Lux“ geraten. Inwieweit sie für die jüngsten Fälle und für weitere Brände aus der Vergangenheit verantwortlich ist, müssten die Ermittlungen zeigen. Nach derzeitigem Stand geht die Polizei aber nicht davon aus, dass die 25-Jährige für alle Feuer der vergangenen Wochen verantwortlich ist. Unter anderem war bei einer Brandstiftung im Eingangsbereich eines Hauses in der Martkstraße ein Kind ums Leben gekommen.

Bislang keine Haftgründe

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Oldenburg lagen bislang keine Haftgründe gegen die Verdächtige vor. Containerbrände sind rechtlich gesehen Sachbeschädigungen, die lediglich mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bedroht werden. Voraussetzung für eine Untersuchungshaft sind jedoch neben dringendem Tatverdacht bestimmte Haftgründe wie Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr oder Wiederholungsgefahr bei erheblicher Kriminalität. 

Die Polizei bittet Bürgerinnen und Bürger weiterhin um erhöhte Aufmerksamkeit. Fahrzeuge sollten möglichst in gut beleuchteten Bereichen abgestellt, Mülltonnen und brennbares Material nicht frei zugänglich gelagert werden. Verdächtige Personen oder Beobachtungen sollten umgehend über den Notruf 110 gemeldet werden.

Hooksieler Ehepaar gewinnt das „Rosenkrieg-Turnier“

Hooksiel (25. 8. 2025) – Tatsächlich hat wieder ein Ehepaar das traditionelle „Rosenkrieg-Turnier“ der Tennisabteilung des FC Nordsee Hooksiel gewonnen. Petra aus Thorsten Csikos gewannen am Samstag alle ihre vier Mixed-Doppelpaarungen auf der Hooksieler Platzanlage.

Hatten viel Spaß beim „Rosenkrieg-Turnier“ des FCN Hooksiel. Foto: hol

In Hochzeiten gingen bis zu sieben Ehepaare aus den Reihen des Vereins zu dem Turnier an den Start. So viele miteinander verheiratete, spielfähige Tennispaare hat der Verein derzeit nicht mehr. Deshalb wurde das Turnier auch für befreundete Pärchen geöffnet.

Bei Sportwart Andre Abels hatten sich fünf Paare gemeldet, die im Laufe des Nachmittags im Modus jedes gegen jedes antraten. Nachdem Petra und Thorsten Csikos sich auch im letzten Spiel des Tages knapp gegen Bianca und Andre Abels durchsetzten konnten, war ihnen der Siegerpokal sicher. Abels wurden Zweite. Auf den Plätzen folgten Karina Fischer und Reiner Meints, Mira Karp und Keno Schönbohm sowie Kim Schang und Jonas Hegen. 

Im Anschluss ließ man den Tag in eine Grill-Runde ausklingen. Dem Vernehmen nach hat keine der Ehen bzw. Freundschaften unter den nervlichen Anspannungen der Doppel-Partien gelitten.

Alte Autos als Zugpferd für tausende Menschen

Hooksiel (25. 8. 2025) – Tausende Menschen machten gestern einen Abstecher zum Sommerfest auf dem Gelände der Hooksieler Skiterrassen. Hauptzugpferd waren dabei die zahlreichen Oldtimer, die sich auf Einladung der „Küsten Oldtimer Freunde“ eingefunden hatten. Erwartet worden waren bis 110 Exponate aus Stahl und Chrom. Tatsächlich säumten dann gut 200 über 25 Jahre alte Autos aller bekannten Herstellermarken das Wasserski-Becken. 

Gut 200 schicke Oldtimer waren beim Sommerfest an den Hooksieler Skiterrassen zu bewundern. Foto. hol

Vom Käfer über den Camping-Bulli bis zum Cadillac, vom Ford Taunus bis zum Opel Spider, vom NSU 1000 über einen Mercedes Benz bis zur Ente. Die Mobil-Show bot jede Menge Stoff, um in Erinnerungen zu schwelgen. Offenkundig Freunde hatten nicht nur die Besucher, sondern auch die Fahrzeugbesitzer aus der gesamten Region, die miteinander in Benzin-Gesprächen vertieft waren. 

An der gegenüberliegenden Seite der Anlage stellten unterdessen Feuerwehren ältere und neue Fahrzeuge vor. Die Freiwillige Feuerwehr Hooksiel demonstrierte die Einsatzfähigkeit einer ihrer modernen Löschfahrzeuge. Fliegende Händlern boten Flohmarktartikel an. Dazu gab es eine Reihe von Informationsständen, unter anderem vom Oldenburger Verein für krebskranke Kinder.

Für Kinder wurden zudem jede Menge Spiele angeboten. Und wer es ruhiger mochte, konnte den Blick bei einer Tasse Kaffee aufs Wasser richten, wo die Wasserskifahrerinnen und -fahrer für Aktion sorgten. 

Neu auf „Hooksiel-Life“: Blick auf Wetter und Gezeiten

Hooksiel (25. 8. 2025) – Auf „Hooksiel-Life“ gibt es einen neuen Service. Auf der Veranstaltungsseite der Netzzeitung findet sich ein neuer Reiter, über den Nutzer das aktuelle Wetter in Hooksiel und die Gezeiten erkunden können. Die Informationen werden in Kooperation mit der Hooksieler „Agentur am Meer“ angeboten.

Wann ist Hoch-, wann Niedrigwasser am Strand von Hooksiel? Das ist eine wichtige Information nicht nur für Badegäste, sondern auch für Wattwanderer. Da sich die Gezeiten täglich verschieben, ist es schon aus Sicherheitsgründen klug, sich im Vorfeld schlau zu machen. Denn bei auflaufendem Wasser kann das Watt auch mal tückisch werden.

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Erneuter Anlauf für „Schollenbraten im Watt“

Schillig (25. 8. 2025) – Es geht noch einmal ins Watt. „Die Seesterne“, eine Kooperation von gastronomischen Betrieben aus dem ganzen Wangerland, lädt für Donnerstag, 28. August, zum letzten Mal in dieser Saison zum „Schollenbraten im Watt“ ein.

Schollenbraten im Watt vor Hooksiel
Maritimes Ambinente und leckere Schollen. Darauf dürfen sich die Gäste der „Seesterne“ in Schillig freuen. Foto: hol

Das kulinarische Spektakel findet diesmal ab 11 Uhr am Strand von Schillig statt – in der Hoffnung auf trockenes Wetter. Im Juli war die Veranstaltung witterungsbedingt noch ausgefallen. Zwischenzeitlich wurden die Essen- und Getränkezelte bereits am Strand von Hooksiel aufgebaut. Mit gutem Erfolg. Die Dauer der Schollen-Aktion am Donnerstag hängt von der Tide ab. 

Jolle gekentert: Seenotretter bergen Segler aus der Jade

Horumersiel/Hooksiel (24. 8. 2025) – Die freiwilligen Seenotretter aus Horumersiel haben am Samstagnachmittag einen Schiffbrüchigen aus Seenot befreit. Zuvor waren vor Horumersiel zwei Segler mit ihrer Jolle gekentert. Mit dem Rettungsboot „Wolfgang Paul Lorenz“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) brachten die Helfer einen der abgetriebenen Havaristen sicher an Land.

Dank seiner leuchtend hellen Rettungsweste konnten die freiwilligen Seenotretter der Station Horumersiel den Schiffbrüchigen im Wasser der Jade ausmachen. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Gegen 13.30 Uhr war der deutschen Rettungsleitstelle See in Bremen ein im Wasser treibender Mann gemeldet worden: Etwa 4,5 Kilometer vor Horumersiel seien zwei Segler gekentert. Beim Wiederaufrichten ihrer Jolle war einer von ihnen in die Nordsee gestürzt – bei ablaufendem Wasser wurde er rasch von dem Boot weggetrieben. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte im Seegebiet nordwestlicher Wind der Stärke 5.

DGzRS nach 20 Minuten vor Ort

Sofort alarmierte die Rettungsleitstelle See der DGzRS die Seenotretter der Stationen Hooksiel und Horumersiel, die bereits nahezu zeitgleich von der Notlage erfahren hatten. Beide Besatzungen liefen umgehend aus. Schon 20 Minuten später waren die freiwilligen Seenotretter aus Horumersiel mit dem Seenotrettungsboot „Wolfgang Paul Lorenz“ vor Ort. 

Leuchtende Weste

Der auf der Jolle verbliebene Segler wies ihnen die Richtung, in die sein Mitsegler abgetrieben war. Bei etwa einem Meter Seegang sei der Schiffbrüchige zunächst schwer auszumachen gewesen. „Zum Glück trug der Mann eine Rettungsweste, dank ihrer leuchtend hellen Farbe konnten wir ihn schließlich zwischen den Wellenkämmen entdecken“, berichtet der freiwillige Vormann Carsten Ihnken.

Die Seenotretter nahmen den Segler über die Bergepforte an Bord des Seenotrettungsbootes. Dort versorgten sie ihn medizinisch. Aufgrund seiner Schutzkleidung hatte er den Schiffbruch gut überstanden – später an Land benötigte er keine weitere medizinische Hilfe. Die Retter brachten den Schiffbrüchigen sicher nach Horumersiel, dabei begleitete sie auch die Jolle in den dortigen Hafen.

Seebadeverein lädt zum zweiten Gäste- und Bürgersnak

Hooksiel (24. 8. 2025) – Der Seebadeverein Hooksiel lädt für Dienstag, 26. August, zur zweiten Auflage seiner Veranstaltungsreihe „Gäste- und Bürgersnak“ ein. Ab 18 Uhr sollen im Gästehaus Hooksiel aktuelle Themen aus Hooksiel und dem gesamten Wangerland besprochen, Informationen ausgetauscht und Lösungsansätze gesucht werden.

Nach den Worten des Seebadevereins-Vorsitzenden Wolf Hegemann ist geplant, in dem „Workshop“ unter anderem wichtige Themenfelder zu identifiziert und dazu Kompetenzteams zu bilden, die sich näher mit den entsprechenden Problemen befassen. Geladen zu der Veranstaltung sind neben den Mitgliedern des Seebadevereins auch andere Interessierte aus Hooksiel und dem gesamten Wangerland.

Kommentar: Gemeinde und Leistungsträger müssen endlich ihre Hausaufgaben machen

Von Gerd Abeldt

Hooksiel (23. 8. 2025) – Es wird höchste Zeit, dass die Gemeinde Wangerland eine touristische Zukunftsstrategie entwickelt. Jetzt! Und nicht erst nach den Kommunalwahl im kommenden Jahr, und auch nicht erst nach dem Ende der finanziellen Schieflage der Wangerland Touristik GmbH (WTG). 

Wenn in den vergangenen Tagen eines klar geworden ist: Die gemeindeeigene WTG wird nach dem hoffentlich erfolgreichen Abschluss der „Insolvenz in Eigenregie“ völlig anders aussehen als bislang. Der Verkauf des Immobilienbesitzes und ganzer Betriebsteile hat begonnen – und wird weiter gehen. Das ist das erklärte Ziel von Geschäftsführung und des Gläubigerausschusses.

WTG wird sich komplett verändern

Nachdem man einen Investor für den Campingplatz Hooksiel (samt Hallenwellenbad) und Interessenten für die Strandkorb-Bewirtschaftung gefunden hat, werden aller Wahrscheinlichkeit nach auch der Campingplatz in Schillig, die „Friesland-Therme“ und das Thalasso Meeres Spa, in Horumersiel, vielleicht auch der Sitz der Kurverwaltung sowie das Gästehaus Hooksiel ins Verkaufs-Schaufenster gestellt werden. 

Ob sich jeweils Investoren finden, wird sich zeigen. Klar ist aber, dass die WTG ein völlig anderes Unternehmen werden wird – weg vom Immobilienverwalter, hin zu Tourismus-Dienstleister und Marketing-Zentrale. 

Gemeinde hat als Unternehmer versagt

Das operative Tourismusgeschäft soll privatisiert werden. Gut so. Die WTG und die Gemeinde Wangerland als ihr einziger Gesellschafter haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie nicht in der Lage sind, die betriebswirtschaftlichen Herausforderungen einer Branche im Umbruch zu meistern.

Beleg dafür ist nicht nur das Desaster um den Bau des Thalasso-Zentrums, dessen Baukosten sich bekanntlich verdreifachen haben. Schon zuvor fehlte die Kraft, und der politische Wille, zur Neuausrichtung der WTG. So schreckte man nach Protesten vor dem Bau eines 4-Sterne-plus-Hotels in Horumersiel zurück, das als Ergänzung zu einem Thalasso-Tempel zwingend notwendig wäre. In Hooksiel verliefen die Bemühungen der WTG nach Vorbehalten in der Politik im Sande, die Zukunft des Hallenwellenbades durch einen privaten Hotelinvestor abzusichern. Der Verkauf des von der WTG ohnehin ungeliebten Gästehauses scheiterte am Widerstand der Bürger, auch weil eine groß angelegte Seniorenanlage nicht vermittelt werden konnte

WTG zwischen Wunschdenken und Überforderung

Hinzu kommt, dass die Gemeinde ihre Tourismus-Tochter immer wieder mit Dingen überforderte, die politisch gewünscht, aber wirtschaftlich fragwürdig waren. Was soll die WTG mit einem Acker in Tettens, auf dem potenziell einmal ein Campingplatz entstehen könnte? Warum steckte die WTG zwei Millionen Euro in der Bau der Brücke über das Wangermeer in Hohenkirchen, statt mit dem Geld eine Rücklage für absehbar notwendige Sanierungen an den Campingplätzen oder in den Bädern zu bilden?

Der Eindruck, der sich aufdrängt: Die Marschrichtung der WTG ist viel zu lange vom Wunschdenken in Politik und Geschäftsführung bestimmt worden und nicht von wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Das dürfe sich bei einer Privatisierung weiter Teile des Unternehmens ändern. Wobei natürlich das Risiko besteht, dass nicht jeder Investor zwingend ein guter Unternehmer ist, und vor allem: dass nicht jedes auf Rendite bedachte Privatunternehmen bei seiner Kapitalanlage auch die Belange der Bürger und der anderen touristischen Leistungsträger im Gemeindegebiet im Blick hat. 

Zukunftsstrategie zwingend erforderlich

Um so wichtiger ist eine touristische Zukunftsstrategie der Gemeinde. Hier muss der öffentliche Rahmen für private Investoren abgesteckt werden, etwa durch entsprechende Bebauungspläne. Wohl wissend, dass Tourismus die einheimischen Bürgerinnen und Bürger auch nicht überfordern darf. Nicht jeder sieht in der Ferienwohnung nebenan eine Bereicherung seines Umfelds. 

Was kann und soll mit zum Verkauf stehenden WTG-Immobilien passieren? Sind neue Hotels erwünscht? Wo und in welcher Größenordnung? Will und kann die Gemeinde zumindest ein öffentliches Hallenbad absichern – als Wirtschaftsförderung für den Tourismus, aber auch als Daseinsvorsorge für die Wangerländer Bürger? Fragen über Fragen, auf die die Kommunalpolitik Antworten finden muss. 

Leistungsträger brauchen gemeinsame Stimme

Gut beraten sind die demokratisch legitimierten Gemeindevertreter, wenn sie bei der Suche nach dem richtigen Kurs die lokalen Akteure wie Hoteliers, Gastronomen, Vermieter, aber auch Seebade- und Gewerbevereine intensiv mit einbindet und deren Knowhow nutzen. Dafür braucht es kein Stimmrecht der „Leistungsträger“ im nur beratenden Tourismusausschuss des Rates und auch keine Sitze in der WTG-Lenkungsgruppe, deren Einfluss aller Voraussicht nach in Zukunft ohnehin deutlich abnehmen wird.

Viel wichtiger wäre eine regelmäßige Kommunikation zwischen Politik und Leistungsträgern auf Augenhöhe, geprägt von Respekt und überlappenden Interessen. Der Tourismus ist nun einmal der wichtiges Wirtschaftszweig und bedeutendste Arbeitgeber in der Gemeinde. Dafür müssten die betroffenen Unternehmen, Vereine und Verbände, die derzeit auf zumeist auf Ortsebene – in Hooksiel, Horumersiel-Schillig, Minsen und Hohenkirchen – agieren, aber endlich mit einer Stimme sprechen. 

Auch die Leistungsträger müssen ihre Hausaufgaben machen und Barrieren überwinden. Erst der Zusammenschluss zu einem Tourismus-Verein fürs ganze Wangerland garantiert einen wirkungsvolleren Zugang zur Politik und entsprechenden Einfluss auf die künftige Tourismusstrategie der Gemeinde.