Wangerland/Jever (7. 1. 2026) – Um das „Zuhören“ geht es beim nächsten öffentlichen Stammtisch des grünen Ortsverbands Jeverland von Bündnis 90/Die Grünen im „Parkhotel“ in Jever am Mittwoch, 14. Januar, ab 19 Uhr. Es gilt als Grundlage für einen konstruktiven politischen Dialog.
Referent ist Jürgen Walter (Foto, 67), bis Sommer 2025 Pfarrer in der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland und ausgebildeter Trauerbegleiter. Während seines über 40-jährigen pfarramtlichen Wirkens waren die persönliche Begleitung von Menschen in Belastungssituationen und das seelsorgliche Gespräch Schwerpunkte seiner Tätigkeit.
Nachdem er bereits in Oldenburg als Leiter der Telefonseelsorge gearbeitet hat, ist er bis zu einer Neubesetzung der Leitungsstelle in der Telefonseelsorge Wilhelmshaven dort ehrenamtlich als Leiter tätig.
Miteinander zu reden scheint das Einfachste der Welt zu sein. Doch häufig fühlen sich Menschen missverstanden. Auch in der Politik ist aktives und aufmerksames Zuhören eine Herausforderung, obwohl viele Politiker es als zentral für ihre Arbeit ansehen, die Interessen von Bürgern aufzunehmen. Doch die politische Polarisierung erschwert oft ein echtes, konstruktives Zuhören. Das kann dann leicht zu Politikverdrossenheit führen.
Zum grünen Stammtisch sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Friesland/Hooksiel (6. 1. 2026) – Aufgrund der aktuellen Witterungs- und Straßenverhältnisse kann es zu Verspätungen im Busverkehr und auch zum Wegfall von einzelnen Haltestellen kommen. Darauf weist der Landkreis Friesland hin. Informationen über die jeweiligen Fahrtmöglichkeiten seien im Internet unter www.fahrplaner.de oder über die Fahrplaner-App zu erhalten.
Eltern können für Kinder entscheiden
Über Schulausfälle werde mit Blick auf die jeweilige Wetterlage nach Rücksprache mit allen Fachstellen wie der Leitstelle und den Straßenmeistereien sowie den Busunternehmen entschieden, heißt es. „Eine Entscheidung fällt zeitlich so, dass spätestens um 6 Uhr die Information veröffentlicht wird.“
Eltern werden gebeten, auf entsprechende Meldungen im Radio zu achten beziehungsweise sich auf den Internetseiten der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen/Region Hannover (www.vmz-niedersachsen.de/schulausfall) zu informieren. Zusätzlich erfolge eine Information auch über die App Katwarn und über die Seite www.friesland.de.
Grundsätzlich gelte, dass Erziehungsberechtigte von Schülerinnen und Schülern im Primarbereich und im Sekundarbereich I, die eine unzumutbare Gefährdung ihrer Kinder auf dem Schulweg durch extreme Witterungsverhältnisse befürchten, ihre Kinder auch dann zu Hause behalten oder vorzeitig vom Unterricht abholen können, wenn kein genereller Unterrichtsausfall angeordnet worden ist.
Verteidigt hat der Landkreis als Abfallbehörde die vielerorts kritisierte Entscheidung, dass die am Samstag und am Montag witterungsbedingt ausgefallenen Müllabfuhrtermine nicht nachgefahren werden. Betroffen davon waren unter anderem weite Teile des Wangerlandes, darunter Hooksiel.
Müllabfuhr: Straßen nicht sicher
„Die betroffenen Straßen waren zum Zeitpunkt der Abfuhr nicht ausreichend geräumt, so dass eine sichere Durchfahrt der Abfuhrfahrzeuge nicht möglich war“, stellt der Landkreis fest. Diese Situation sei für alle Beteiligten unbefriedigend. Die Entscheidung, die Abfuhr auszusetzen, habe jedoch ausschließlich der Sicherheit gedient. Das beauftragte Entsorgungsunternehmen Augustin habe darauf keinen Einfluss gehabt. „Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abfallabfuhr sind auf sichere Straßenverhältnisse angewiesen.“
Die ausgefallene Leerung könne aus organisatorischen Gründen nicht nachgeholt werden, stellt die Abfallbehörde fest. Die Entsorgung erfolge mit der nächsten regulären Abfuhr, bei der zusätzlich handelsübliche Abfallsäcke neben die Tonnen gestellt werden dürften, die dann kostenfrei entsorgt würden.
Hooksiel (6. 1. 2025) – In Hooksiel und Umgebung gibt es zahlreiche hochwertige Ausbildungsmöglichkeiten. Wenn nicht im Ort selbst, dann vielleicht nebenan. Zum Beispiel in Wilhelmshaven. Zu denen, die davon profitieren, gehört Bennet Strübbe. Der 21-Jährige Hooksieler erlernt in der Ausbildungswerkstatt des Marinearsenals den Beruf des Industriemechanikers mit Schwerpunkt Instandhaltung – und ist hoch zufrieden.
Bennet Strübbe bei der Arbeit. Beim Beruf des Industriemechanikers geht es vor allem auch um Präzision. Foto: Susanne Krause-Weers
„Die Ausbilder nehmen sich richtig Zeit für einen. Und man hat wirklich das Gefühl, den Beruf von der Pike auf zu lernen“, schildert Bennet Strübbe, der die Ausbildung im August 2024 nach dem erweiterten Abschluss an der Oberschule Hohenkirchen aufgrund eines Ratschlags seines Vaters begonnen hat. Aktuell ist er im zweiten von dreieinhalb Lehrjahren und bereitet sich auf die Zwischenprüfung vor – in Theorie und Praxis.
Handwerkliches Geschick
Wer sich für den Beruf des Industriemechanikers interessiert, so Strübbe, sollte handwerkliches Geschick mitbringen und keine Angst vor Mathematik haben. Von Vorteil sei auch eine gewisse körperliche Fitness. Zu den Grundlagen des Berufs gehören nur einmal das Fräsen, Schleifen und Feilen. Auch per Hand. „Das kann auch schon mal anstrengend sein“, räumt der junge Mann ein. Zumal es bei der Arbeit vor allem auf eines ankommt: auf Präzision.
Das „Handhabungsgerät“ (rechts) begleitet Bennet Strübbe durch seine Ausbildung. Es bildet Formen, Bauteile und mechanische Elemente ab, die nachgebaut werden müssen. Fotos: Susanne Krause-Weers
Zu den engen Wegbegleitern während der ersten beiden Ausbildungsjahre gehört ein so genanntes „Handhabungsgerät“ – ein Gerät, deren Einzelteile in mehreren Schritten von Baugruppe zu Baugruppe an Fräsmaschine und Drehbank hergestellt und montiert werden wollen. Winkel müssen passen, einzelne Komponenten millimetergenau geschliffen, gebohrt, sauber entgratet und montiert sein, damit zum Beispiel ein Gestänge auch wirklich in die dafür vorgesehene Bohrung passt. Hinzu kommen bewegliche Elemente. Die angehenden Industriemechaniker erlernen dafür auch die Grundlangen von Pneumatik, Hydraulik und Elektrotechnik.
Instandsetzung auf Schiffen
Im ersten Lehrjahr hatte Bennet Strübbe zwei Tage in der Woche Unterricht an der Berufsschule in Wilhelmshaven, ab dem zweiten Jahr nur noch einmal wöchentlich. Nach zwei Jahren in der Ausbildungswerkstatt beginnt die Hallenphase, in der die Auszubildenden die verschiedenen Arbeitsplätze im Arsenalbetrieb kennen lernen. In Wilhelmshaven liegt der Schwerpunkt bei der Instandsetzung von Führungs- und Waffensystemen von Marineschiffen.
Stattliche Vergütung
Die Arbeitszeit wahrend der Ausbildung beginnt um 6.45 Uhr und endet um 15.30 Uhr, freitags schon mittags. Für Bennet Strübbe ist das frühe Aufstehen kein Problem. Im Gegenteil. Durch den frühen Feierabend bleibe jedenfalls noch etwas vom Tag übrig. Ein weiterer Pluspunkt aus Sicht des 21-Jährigen: Die stattliche Vergütung, die bereits im ersten Ausbildungsjahr bei gut 1200 Euro liegt.
Was hat der Hooksieler sich beruflich vorgenommen? „Ich will lernen, meinen Beruf beherrschen und gute Noten schreiben, damit ich nach der Ausbildung vom Marinearsenal übernommen werde.“
Hooksiel (6. 1. 2026) – Der Tourismus im Wangerland steckt in der Krise. Zumindest sind im Zuge der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH erhebliche Veränderungen zu erwarten – und nötig. Eine Anforderung an die Branche: Nach der Schließung des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel benötigt der Standort neue Alleinstellungsmerkmale.
An der Skisprungpiste am Hooksieler Deich lassen sich Weiten von bis zu fünf Metern erzielen. Fotos: Bernhard Köster
Pünktlich zum neuen Jahr hat der Schnee den Ort und die gesamte Nordseeküste in winterliches Weiß gehüllt. „Während die deutschen Adler bei der Vierschanzen-Tournee in den Alpen hinterherspringen, trainiert der Nachwuchs im Skistadion an der Jaderennbahn“, ist dem Hooksieler Bernhard Köster aufgefallen. „Auf der Deichschanze erreicht mein Sohn Leonard Weiten von bis zu fünf Metern. Und im Anschluss geht es auf die Runden in der Winter-Trabrennbahn nebenan.“
Hooksiel ein Wintersport-Eldorado? Zumindest aktuell bietet der Ort die besten Möglichkeiten für Skilanglauf und Snowboard-Abfahrten.
Damit könnte ein neuer Trend zum Ganzjahres-Tourismus in Hooksiel gesetzt werden, stellt Köster scherzhaft fest. „Nach der notwendigen Deicherhöhung im Zuge des Klimawandels kann auch ein Snowbard-Parcours angelegt werden. Dazu eine Skihalle auf der alten Mülldeponie an der Grenze zur Stadt Wilhelmshaven, ähnlich wie das Vorbild in Neuss – und das Wintersport-Eldorado wäre perfekt.“ Eine echte Perspektive, so Köster, zumal auch die Graft um das Gästehaus das Potenzial für ein Eisstadion habe.
Hooksiel (5. 1. 2026) – Der Winter hat das Wangerland fest im Griff. Dabei gibt es schöne und weniger schöne Aspekte. Herrlich der Blick über die weißen Feld, auf Schlitten fahrende Kinder und die Schneemänner, die aus den Gärten sprießen. Weniger schön die vereisten Straßen und Gehwege, die zum Teil auch noch durch Mülltonnen blockiert werden.
Die für Samstag geplante Müllabfuhr wurde witterungsbedingt ersatzlos gestrichen – obwohl die Restabfall-Tonnen nach den Feiertagen zumeist probevoll sind. Bürger sollen überschüssigen Müll beim nächsten regulären Abfuhrtermin in Säcken an die Straße stellen. Foto: hol
Die Gemeinde Wangerland hat angesichts der Lage noch einmal auf die Räumpflichten hingewiesen. Die Aufgabe, Geh- und Radwege verkehrssicher zu halten, liegt in der Regel bei den Anwohnern. Während sich der Bauhof der Gemeinde bereits seit dem Wochenende intensiv um öffentliche Flächen kümmert, haben die Straßenanlieger die Pflicht, Schnee und Eis auf den Geh- und Radwegen vor ihrem Grundstück zu beseitigen. Bei Straßen ohne Gehweg, wie etwa in verkehrsberuhigten Bereichen, ist eine Gehspur am Straßenrand zu räumen, auf dem sich zwei Fußgänger begegnen können sollen.
Bürger für Gehwege zuständig
Während Landes- und Kreisstraßen in der Regel von externen Kräften betreut werden, kümmert sich die Gemeinde um die Gemeindestraße. Zum einen sind nach den Worten von Ordnungsamtsleiter Markus Gellert einige landwirtschaftliche Lohnbetriebe mit dem Winterdienst gerade auf außerörtlichen Straßen beauftragt. In den Orten kümmere sich der Bauhof nach einer Prioritätenliste auch um Straßen. So hätten zum Beispiel Zuwegungen zu Kindergärten und Schulen Vorrang vor Wohnstraßen. „Wenn sich aber zum Beispiel auf Nebenstraßen gefährliche Eisflächen bilden, können sich Bürger gern an die Gemeinde wenden“, so Gellert.
Durch das Winterwetter beeinträchtig worden ist auch die Müllabfuhr. Wie der Landkreis Friesland über die App „MyMüll.de“ bereits am Samstag angekündigt hatte, könnten die Fahrer des beauftragten Entsorgungsunternehmens aufgrund der Glätte und von nicht geräumten (Neben-) Straßen die geplante Abfuhr nicht vollständig durchführen.
Abfälle in Säcken sammeln
In Hooksiel etwa fiel so die infolge der Feiertage verschobene Abfuhr der Restmüll-Tonnen offenbar komplett aus, und das, obwohl die Straßen im Ort trotz des Wintereinbruchs überwiegend gut zu befahren waren. Ärgerlich ist das vor allem deshalb, weil die ausgefallene Abfuhr nicht nachgefahren werden soll. Laut Landkreis sollen die Bürger erst beim nächsten regulären Abfuhr-Termin ihre Restmüll-Tonnen erneut an die Straße stellen. Überschüssiger Abfall könne dann in Säcken neben den Tonnen abgestellt und so auf den Weg gebracht werden.
Bürger machen sich Sorgen
In Hooksiel sorgt diese Regelung für Unmut. Zum einen standen auch heute noch zahllose Tonnen an den Straßen, auch weil die Mitteilung der Abfallbehörde längst nicht alle Bürger erreicht haben dürfte. Das gilt in der Regel insbesondere für Ferienhaus- und Zweitwohnungsbesitzer. Zum anderen machen sich Bürger Sorgen. Was passiert mit den Müllsäcken, wenn es am nächsten Abfuhrtermin, am 15. Januar, stürmisch sein sollte? „Dann liegt der ganze Dreck auf den Straßen“, befürchtet eine Hooksielerin. „Für einen Urlaubsort ist das alles andere als schön.“
Hooksiel (5. 1. 2026) – Auch diesmal waren traditionell am ersten Sonntag des Jahres die Sternsinger Leo, Benny und Aaron wieder in Hooksiel unterwegs. Schwerpunkt der bundesweiten Aktion ist es, Kindern in Bangladesch zu helfen, die statt eine Schule zu besuchen in vielen Fabriken des Landes billige Produkte herstellen, die unter anderem bei uns dann übers Internet bestellt werden können.
Die Sternsinger Benny, Leo und Aaron brachten den Segen „Christus Mansionem Benedicat“ (Christus segne dieses Haus). Foto: Bernard Köster
Der Besuch bei den Menschen im schneebedeckten Hooksiel ist für die Sternsinger ein Geben und Nehmen. Die Kinder sangen ihre Lieder und brachten den Segen in Form des „Christus Mansionem Benedicat“. Im Gegenzug erhielten sie dafür eine Spende und teilweise wurden sie schon erwartungsfroh mit selbstgebackenen Plätzchen bedacht, was ihnen noch ein weiteres Lächeln ins Gesicht zaubert.
Auch das Wohnstift im Dorfkern von Hooksiel lag wieder auf dem Weg. Hier brachten die Jüngsten den ältesten Personen im Ort zum Mittagessen ein Ständchen. Insgesamt kann sich die Sternsinger-Aktion über mehr als 600 Euro an Spenden von der Nordsee freuen.
Hooksiel (4. 1. 2026) – Der Anfang ist gemacht. Durch einen 5:1-Erfolg haben die Ü60-Tennisspieler des FC Nordsee Hooksiel im fünften Spiel die ersten beiden Punkte der Saison eingefahren. Bei noch zwei ausstehenden Partien ist jetzt das Ziel abgesteckt: Die „rote Laterne“ als Tabellenletzter in der Bezirksklasse noch abgeben.
Der Grund für die Zuversicht: Das Verletztenlager des Teams um Mannschaftsführer Reiner Meints beginnt sich zu lichten. Zum einen hatten die Hooksieler gegen den Spvg Haste fünf Spieler am Start, zum anderen war Spitzenspieler Thomas Otte nach überstandener Muskelverletzung wieder an Bord.
Otte gewann sein Einzel an Position 1 souverän mit 6:3, 6:0 und ebnete damit den Weg für die Erfolge der anderen Einzelspieler. Harald Fischer an Position 2 konnte sein Spiel nach verlorenem ersten Satz noch drehen (2:6, 6:2, 10:6). An Position 3 startete Gerd Abeldt stark, musste dann aber doch noch in den Matchtiebreak, um das Spiel zu gewinnen (6:0, 2:6, 10:6). Helmut Petermann an Position 4 sicherte mit seinem 7:6, 6:4 den erste Saisonsieg.
Auch in den Doppeln verkauften sich die Hooksieler gut. Das erste Doppel Gerd Abeldt/Ingo Conring gewann ungefährdet 6:2, 6:3. Im zweiten Doppel sicherten sich die Gäste aus Osnabrück durch einen Sieg im Matchtiebreak gegen Harald Fischer/Helmut Petermann den Ehrenpunkt (4:6, 6:3, 9:11).
Wangerland/Hooksiel (4. 1. 2026) – Das ehrenamtliche Engagement ist der Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält. Das betonten nahezu alle Redner beim Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland am Freitagabend in Horumersiel. Beispielhaft für die vielen ehrenamtlich Aktiven in Feuerwehren, Sportvereinen oder Arbeitsgruppen zeichnete Bürgermeister Mario Szlezak den Vorstand des neu gebildeten Sport-Clubs Wangerland aus.
Bürgermeister Mario Szlezak (links) zeichnete für für ihre bemerkenswerten Leistungen die Bundessiegerin im Beruf der Textillaborantinnen, Britta Lauts (2. von links), sowie den Vorstand des neu gebildeten Vereins SC Wangerland aus.
Den SC Wangerland gibt es erste seit November vergangenen Jahres. Der Verein ist hervorgegangen aus der Verschmelzung von drei Traditionsvereinen – dem FC Nordsee Hooksiel, Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland. Die Zusammenlegung sei kein einfacher Schritt gewesen, betonte Szlezak. „Es war ein anspruchsvoller und verantwortungsvoller Prozess, der Mut zur Veränderung erforderte.“
Die Aktiven der drei Vereine hätten viel Zeit investiert, endlose Gespräche geführt und Kompromisse gefunden, um eine „zukunftsfähige Vereinsstruktur“ aufzubauen. Das verdiene Respekt und den Dank von Rat und Verwaltung der Gemeinde, so der Bürgermeister.
Als „Botschafterin unserer Region“ zeichnete Szlezak zudem Britta Lauts aus. Die Wangerländerin hat in einem Unternehmen in Nordrhein-Westfalen den Beruf der Textilaborantin erlernt und ihre Prüfung als „Bundessiegerin“, also als Beste in ganz Deutschland, abgeschlossen. Szlezak lobte den Mut, die gewohnte Umgebung zu verlassen, um Neues zu erlernen. Der Titel Bundessiegerin sei der Lohn für Durchhaltevermögen, Disziplin und echte Begeisterung für einen Beruf, der viel Erfahrung im Labor, Genauigkeit und Geduld erfordere. Britta Lauts gehöre zu den jungen Menschen, die Beleg dafür seien, wie viel Potenzial im Wangerland steckt.
Wangerland/Hooksiel (3. 1. 2026) – Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland dazu aufgerufen, verstärkt den Dialog zu suchen und auch bei Meinungsverschiedenheiten miteinander zu sprechen. Angesichts gesunkener Zustimmungswerte für die Demokratie in Deutschland sei es notwendig, den Zusammenhalt zu stärken. „Und Zusammenhalt entstehen durch Zusammenkommen.“
Ministerpräsident Olaf Lies warb für den Dialog mit Andersdenkenden und eine klare Haltung gegen Hass und Hetze. Foto: hol
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien sehr schwierig. Und es werde es trotz bereits angeschobener Reformen eine Zeit lang dauern, bis die Maßnahmen greifen. Dennoch sei Deutschland das Land mit den besten Voraussetzungen, die Krise zu meistern – auch aufgrund der großen Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement im Land. Um Hass und Hetze entgegen zu wirken, brauche es Klarheit in der Sprache, Verlässlichkeit im Handeln und die Nähe für einen Dialog, so Lies.
„Region ist krisenerprobt“
Lies, der erstmals als Ministerpräsident den Empfang der Gemeinde im Kursaal in Horumersiel besuchte, sprach sein Grußwort zusammen mit Frieslands Landrat Sven Ambrosy, für den es der letzte Besuch als Landrat gewesen sein dürfte. Ambrosy tritt bekanntlich bei der Kommunalwahl am 13. September nicht wieder an.
Auch Ambrosy zeigte sich zuversichtlich. „Unsere Region ist krisenerprobt.“ Neben der Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) habe es im Wangerland 2025 auch viele positive Dinge gegeben. So etwa die Eröffnung des „Wangerland Resort“ oder die noch laufende Sanierung der Sporthalle in Hohenkirchen. Ambrosy deutete zudem an, dass das Land Niedersachsen den geplanten Bau einer „Bunten Wache“ für Feuerwehr und Polizei in Hohenkirchen durch eine Bedarfszuweisung unterstützen könnte.
Bürgermeister Mario Szlezak bat mit Blick auf die Aufarbeitung des Thalasso-Desasters um Geduld. Die CDU-Politikerinnen Anne Janssen (am Pult) und Katharina Jensen sprachen Grußworte. Fotos: hol
In weiteren Grußworten dankten die Wangerländer Landtagsabgeordneten Katharina Jensen und die Bundestagsabgeordnete Anne Janssen (beide CDU) den ehrenamtlich Engagierten im Gemeindegebiet. Als Beispiel nannte Jensen die Mitglieder der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG), die es trotz der Schließung des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel geschafft hätten, den Schwimmunterricht für Kinder aufrecht zu erhalten. Die Politikerinnen riefen dazu auf, sich auch politisch zu engagieren, etwa als Kandidatin oder Kandidaten bei der Kommunalwahl 2026. Meinungen zu haben, sei das eine, Mitmachen das andere.
Bürgermeister warnt vor Aktionismus
Bürgermeister Mario Szelzak hatte eingangs vor zahlreichen Besuchern das Jahr 2025 Revue passieren lassen. Ein Schwerpunkt dabei: die Insolvenz der WTG, für die die Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel als Hauptursache gilt. Der Bürgermeister warb um Verständnis dafür, dass die Antwort auf die Frage „Wie konnte es so weit kommen?“ immer noch aussteht. Es müssten Rechnungen und Entscheidungen der vergangenen zehn Jahre gesichtet und bewertete werden. Dabei helfe kein Aktionismus.
Ebenso wichtig sei aus seiner Sicht, wie es weiter gehen soll mit dem so wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus. „Wir brauchen ein Bad im Wangerland“, forderte Szlezak. „Als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge, für Kinder und Vereine, für den Sport, für die Gäste und für unsere Bürger.“ Im Zuge der Insolvenz waren die Hallenbäder in Horumersiel und Hooksiel geschlossen worden.
9 Millionen Euro Fördermittel
Gleichzeitig werde das Thalasso Meeres Spa geöffnet bleiben, kündigte der Bürgermeister an. In den rund 23 Millionen Euro teuren Gesundheits-Tempel seien rund neun Millionen Euro Fördermittel geflossen. „Würden wir diese Einrichtung schließen, müssten diese Mittel in erheblichem Umfang zurückgezahlt werden“, so Szlezak. „Das wäre finanziell nicht verantwortbar und würde unserer Gemeinde noch weiter schaden.“
Der Shanty-Chor Likedeeler umrahmte den Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland musikalisch. Foto: hol
Die Folgen der Insolvenz in Eigenregie de WTG müsse man differenziert betrachten, so der Bürgermeister. In der Privatisierung des Campingplatzes Hooksiel sehe er eine große Chance. Sie ermögliche die notwendigen Investitionen auf dem Platz und verbessere damit Qualität und Attraktivität. Aber: „Mögliche Preisanpassungen gehören in einem solchen Prozess zur Wahrheit dazu.“
Rat hat Planungshoheit
Mit Blick auf das seit Oktober geschlossene und aktuell zum Verkauf stehende Hallenbad Hooksiel, mahnte Szlezak zur Weitsicht. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass ein Käufer das hoch defizitäre Bad so weiter betreiben werde. Es müssten neue Konzepte gedacht werden, in die im besten Fall auch en Schwimmangebot integriert ist. Der Bürgermeister wies auf die Verantwortung des Gemeinderates hin, bei dem die Planungshoheit für das Areal liegt. „Wenn wir darauf bestehen, dass alles so bleibt, wie es ist, werden wir wahrscheinlich keinen Investor finden.“
Der Bürgermeister schilderte die schwierige finanzielle Lage der Gemeinde. Die Kommunen insgesamt seien unterfinanziert und hätten große Schwierigkeiten, selbst ihre Pflichtaufgaben zu erfüllen. Dazu zählt Szlezak im Wangerland den Bau der „Bunten Wache“ und einer neuen Grundschule in Hohenkirchen. Im vorhandenen Gebäude würden die Räume für einen Ganztagsunterricht fehlen.
Betreuungszeiten erweitern
Im Zuge der Ganztagsbeschulung, die ab dem nächsten Schuljahr zunächst in Hooksiel und in Tettens angeboten werde, sollten nach Ansicht des Bürgermeisters auch die Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten in der Gemeinde angepasst werden. „Nur so können Ganztagsangebote sinnvoll genutzt werden – insbesondere für Familien und für Alleinerziehende, die auf verlässliche Betreuungszeiten angewiesen sind.“
Mit Blick auf das neue Jahr zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich, dass noch im Januar die Verkaufsverhandlungen über die Rundinsel im Wangermeer mit den Betreibern des „Wangerland Resorts“ abgeschlossen werden können. Ein weiteres wichtiges Thema für denTourismus sei die Strandsicherung in Hooksiel.
Schritt zurück am Alten Hafen
Richtig sei es, so Szlezak, beim geplanten Verkauf des ehemaligen Feuerwehrareals am Alten Hafen in Hooksiel „einen Schritt zurück“ zu gehen. Nachdem der favorisierte Hotelplaner es nicht geschafft habe, Investor und Betreiber zu finden, müsse nun neu überlegt werden, was für den Standort das Richtige ist. An den Überlegungen sollen auch die Hooksieler Bürger beteiligt werden. Aber, so Szlezak: „Am Ende muss klar sein: Die Entscheidung darüber, was an diesem Standort entwickelt wird, liegt bei der Politik.“
Wangerland/Wilhelmshaven (2. 1. 2026) – Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer feiert einen runden Geburtstag. Mit Jahresbeginn 1986 trat die entsprechende Verordnung zur Einrichtung des ersten Nationalparks im Land in Kraft.
Seit 40 Jahren Nationalpark und heute Weltnatdurerbe: Das Niedersächsische Wattenmeer. Archiv-Foto: Mira Hohmann
Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer: „Das Wattenmeer ist ein Schatz von internationaler Bedeutung, den es zu schützen und zu bewahren gilt. Mit dem Nationalpark schützen wir nicht nur seltene Tier- und Pflanzenarten, sondern erhalten auch eine einzigartige Naturlandschaft für Millionen Zugvögel.“
Festveranstaltung in Wilhelmshaven
Das 40-jährige Bestehen des Nationalparks soll unter dem Motto „Nationalpark wirkt“ im Laufe des Jahres vielfach gefeiert werden. Der offizielle Festakt ist für Freitag, 6. Februar in Wilhelmshaven mit Ministerpräsident Olaf Lies und Umweltminister Christian Meyer geplant. Öffentliche Geburtstagsfeiern mit verschiedenen Angeboten sollen am Wochenende 4. und 5. Juli von den 18 Nationalpark-Informationseinrichtungen am Wattenmeer veranstaltet werden.
Meyer erinnert in einer Erklärung daran, das vor 40 Jahren die Gründung des Nationalparks hoch umstritten war. Aber, so der Minister: „Die Natur vor dem Deich entlang der gesamten niedersächsischen Küste umfassend unter Schutz zu stellen, hat sich zu einer besonderen Erfolgsgeschichte entwickelt. Davon profitieren Tiere, Pflanzen und Menschen gleichermaßen.“ Das heute als Unesco-Weltnaturerbe eingestufte Wattenmeer ziehe jährlich Millionen Besucherinnen und Besucher nach Niedersachsen.
Große Herausforderungen
Gleichzeitig stehe das Wattenmeer vor großen Herausforderungen. „Die Folgen der Klimawandels, der steigende Meeresspiegel, das Verschwinden von Seegrasflächen, die Biodiversitätskrise, die Umweltverschmutzung etwa mit Plastikmüll, der steigende Schiffsverkehr gerade auch von Öl- und LNG-Gastankern aber auch die geplanten Gasförderungen am Rande des Nationalparks bedrohen eine einzigartige Natur“, so der Minister. „Hinzu kommt ein gestiegener Nutzungsdruck durch Schifffahrt, Infrastruktur, Trassen, Küstenschutz, Landschaftsverlust, Fischerei und Tourismus. Sie alle machen deutlich, wie wichtig ein starker Nationalpark gerade heute ist. Er ist ein Schutzschild für die Natur und ein Frühwarnsystem für ökologische Veränderungen.“
Modellregion für Nachhaltigkeit
Mit einer Fläche von rund 3.450 Quadratkilometern ist der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer der zweitgrößte deutsche Nationalpark. Er bildet die Kernzone des Unesco-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer – einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung – und ist Teil des länderübergreifenden Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer. Mit seinen tidebeeinflussten Wattflächen, Sandbänken, Stränden, Dünen und Salzwiesen ist es eine der hinsichtlich der Biomasse produktivsten Regionen der Erde. Rund 10.000 Pflanzen- und Tierarten leben hier, teilweise in millionenfacher Individuenzahl. Zudem ist es eines der wichtigsten Rastgebiete für Zugvögel weltweit mit jährlich zehn Millionen Zugvögeln, die hier Station machen.