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Beiträge veröffentlicht in “Entwicklungsplanung”

Klebearsch-Gemeinschaft trotzt Schnee und Eis

Hooksiel (5. 2. 2026) – Die Strecke war anspruchsvoll. Auf dem von Eis und Schnee eingesäumten Deichverteidigungsweg zwischen dem Hooksieler Außenhafen und dem Campingplatz benötigen die Boßler der Friesischen Stiftung Goldener Klebearsch (FSGKS) auch ein wenig Glück, um weite Würfe zu erzielen – und dabei nicht auszurutschen.

Gingen trotz Schnee und Eis auf ihre traditionelle Boßeltour: die Mitglieder der „Friesischen Stiftung Goldener Klebearsch“. Foto: FSGKS

Die jährliche Boßeltour ist traditioneller Bestandteil des Jahresprogramms der FSGKS, deren Wurzeln bis Ende der 1980-er Jahre zurückreichen. Die Keimzelle war eine Boßelgruppe der Firma „ICI Wilhelmshaven“. Im Laufe der folgenden Jahre kamen Mitarbeiter von verbandelten Firmen sowie Akteure der Hafenwirtschaft hinzu. Anfang 2004 wurde die „Friesische Stiftung Goldener Klebearsch“ gegründet, die bis heute als selbstständiger Verein existiert.

Beim jetzigen Treffen mit Boßeltour und anschließendem Grünkohl-Essen im Restaurant „Zur Brücke“ erinnerte die Cheforganisatorin Angela Homuth an kürzlich verstorbene Mitglieder, darunter den Gründungspräsidenten Hans-Peter Kramer, der über viele Jahre hinweg mit launigen Ansprachen und Ideen die Klebearsch-Tradition gepflegt hat. Der Name der Stiftung steht übrigens für „hartnäckiges Sitzfleisch“, das der Wilhelmshavener Künstler Hartmut Wiesner in einer Skulptur anschaulich gemacht hat. 

Klaus Stock wurde wegen seiner ständigen Präsenz seit Gründung des Vereins mit einem „Arschkarten-T-Shirt“ nebst A-Karte bedacht. Sieger beim Kampf um den Goldenen Klebearsch wurde Eckart Klasing, Kohlkönig Harald Naraschewski. Zur Interims-Präsidenten ernannte die Runde die Hooksielerin Angela Homuth. Neuwahlen sind für die Sommerveranstaltung im September geplant.

Glatteis-Alarm: Am Mittwoch fällt die Schule aus!

Hooksiel/Friesland (3. 2. 2026) – Glatteisalarm für Friesland, Wilhelmshaven und Wittmund. Nach entsprechenden Warnmeldungen der Wetterdienste haben die Landkreise und die Stadt heute den Schulunterricht an den allgemein bildenden Schulen abgesagt. Ein sicherer Schulbusverkehr sei nicht zu gewährleisten. Damit verlängern sich die Zeugnisferien um einen Tag. 

Ab Mitternacht Eisregen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am späten Nachmittag für die Nacht zum Mittwoch eine Unwetterwarnung herausgegeben. Ab 0 Uhr bis voraussichtlich 10 Uhr am Mittwoch bestehe Gefahr für Leib und Leben. Bei anhaltendem Dauerfrost wird Regen beziehungsweise Eisregen erwartet, der die Straßen und Fußwege in Eisbahnen verwandeln könnte.

Der Winter hat viele schöne Seiten. Doch Eisregen ist gefährlich. Deshalb fällt am Mittwoch der Schuluntericht aus. Foto: hol

Das Winterwetter mit Dauerfrost von bis zu minus 4 Grad soll bis Donnerstagabend anhalten. Zum Wochenende hin werden die Temperaturen nach Einschätzung der Meteorologen bis in den Plus-Bereich steigen. In der kommenden Woche, so die Prognose, dürfte das Thermometer um die 0-Grad-Marke pendeln. Niederschläge werden insbesondere für morgen, Freitag und für Sonntag erwartet.

Sand statt Streusalz

Die Sicherheitslage auf den Straßen und Fußwegen ist angespannt. Während Hauptstraßen weitgehend geräumt sind, hat sich der festgefahrene Schnee in den Nebenstraßen vielerorts in Eisplatten verwandelt. Vor diesem Hintergrund hat die Gemeinde Wangerland ihre Räumtaktik geändert. Während man sich im Rathaus zunächst nur auf die Hauptstraßen sowie auf Zuwegungen zu Kindergärten und Schulen konzentrieren wollte – auch um den Salzeinsatz aus wirtschaftlichen und ökologischen Grünen gering zu halten –, sind seit Montag Streudienste mit Sand unterwegs. Damit sollen die Eisplatten abgestumpft werden. 

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Insolvenzverwalter zuversichtlich: Mehrere Angebote für Vynova-Werk

Wilhelmshaven/Hooksiel (3. 2. 2026) – Die Chancen stehen offenbar nicht schlecht, dass die Produktion am Standort der Insolventen Vynova Wilhelmshaven GmbH gerettet werden kann. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH am heutigen Dienstag mitteilte, gebe es mehrere Interessenten, die eine Vertraulichkeitserklärung abgegeben haben. „Es liegen auch schon erste unverbindliche Angebote vor.“ Auf Basis der Angebote werde man weiter gehende Verhandlungen führen. 

Insolvenzverwalter Dr. Kaufmann ist zuversichtlich, bis März einen Käufer für das insolvente Vynova-Werk in Wilhelmshaven finden zu können. Archiv-Foto: Vynova

Der strukturierte Investorenprozess wird begleitet von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft um Dr. Stefan Weniger und Merlin Smeenk. Das Amtsgericht Wilhelmshaven hatte am 12. Dezember 2025 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Gesellschaft angeordnet. Das Pluta-Team führte in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche, um die weitere Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen.

Produktion läuft stabil

„Trotz einiger Herausforderungen haben wir den Geschäftsbetrieb stabilisiert und die Produktion der PVC-Produkte läuft derzeit planmäßig weiter“, so Rechtsanwalt Kaufmann: „Die Belegschaft arbeitet sehr engagiert und motiviert. Wir fokussieren uns nun auf den Investorenprozess und streben möglichst bis März eine Lösung an. Aufgrund der Entwicklung des Verkaufs-Prozesses bin ich sehr zuversichtlich, dass dies gelingt.“

Das der Vynova Wilhelmshaven GmbH gehörende Chemie-Werk mit gut 350 Mitarbeitern in Sichtweite von Hooksiel gehört zur Vynova Gruppe mit Hauptsitz in Belgien. Die seit 1981 bestehende Produktionsstätte gilt als eines der größten europäischen Werke für die Produktion von Suspensions-PVC (S-PVC), ein hochwertiges Material, das in zahlreichen Produkten des täglichen Gebrauchs verarbeitet wird. Darüber hinaus produziert das Unternehmen Vinylchlorid-Monomer (VCM), ein wesentlicher Baustein zur Herstellung von PVC. 

Kliniken rücken zusammen: Brustkrebs-OPs in Wilhelmshaven

Wilhelmshaven/Friesland (31. 1. 2026) – Das „Klinikum Wilhelmshaven“ und die „Friesland Kliniken“ rücken medizinisch zusammen. Während die politischen Gremien von Stadt und Landkreis vor einer zentralen Weichenstellung für den Bau eines gemeinsamen Zentralklinikums stehen, haben die Geschäftsführungen beider Krankenhäuser verkündet, dass sie im Bereich der Behandlung von Brustkrebs ab sofort enger zusammenarbeiten.

Die „Friesland Kliniken“ und das „Klinikum Wilhelmshaven“ arbeiten bei der Brustkrebs-Behandlung zusammen. Operationen finden nur noch in Wilhelmshaven statt. Foto: Archiv-hol

Grünes Licht für die Kooperation beider Häuser haben die Aufsichtsräte der beiden kommunalen Kliniken bereits Ende vergangenen Jahres gegeben. „Damit sichern wir die regionale Versorgung bei Brustkrebsoperationen und damit der Behandlung der häufigsten Krebserkrankung von Frauen“, sagt die Geschäftsführerin der „Friesland Kliniken“, Petra Hohmann. Ihr Pendant im „Klinikum Wilhelmshaven“, Norman Schaaf: „Die Kooperation optimiert die Versorgung unserer Patientinnen und stärkt beide Standorte. Zudem ist es ein weiteres starkes Signal des Zusammenwachsens auf dem Weg zum geplanten Zentralklinikum.“

Kompetenzen gebündelt

Die Häuser bündeln ihre Kompetenzen im medizinischen Fachbereich der Senologie und damit der Behandlung von Brustkrebs (Mammakarzinome). Mit dieser Kooperation werde die zu beantragende Leistungsgruppe gesichert, heißt es. Gemeinsam würden beide Häuser die dafür geforderte Auflage von mindestens 100 Brustkrebsoperationen jährlich erfüllen. Damit werde die medizinische Versorgung in der Region in diesem Fachbereich erhalten.

Der Kern der Kooperation: Die chirurgischen Eingriffe werden in Wilhelmshaven konzentriert. Die Brustkrebspatienten der „Friesland Kliniken“ werden aber weiterhin durch Operateure der Geburtshilfe und Frauenheilkunde des St.-Johannes-Hospitals in Varel betreut, die des „Klinikums Wilhelmshaven“ durch deren Operateure. Sprechstunden, Behandlungen, Diagnostik und Therapie im Bereich der Senologie sollen wie gewohnt sowohl in Wilhelmshaven als auch in Varel stattfinden.

Leitende Ärzte zufrieden

Maßgeblich mit ausgehandelt hatten Vereinbarung die Leitenden Oberärzte Dr. Christoph Messner („Friesland Kliniken“) und Bert Hendrik Holmer („Klinikum Wilhelmshaven“). „Aus unserer Sicht ist das eine sehr gute Lösung, die sowohl die Gynäkologie im Klinikum Wilhelmshaven als auch in den Friesland Kliniken stärkt.“ 

Zum Hintergrund: Nach dem Krankenhausstrukturgesetz müssen sich Krankenhäuser für so genannte Leistungsgruppen bewerben. Davon gibt es 65. Die Leistungsgruppe 41 beinhaltet die Senologie. Durch die Bündelung der Kräfte und Kapazitäten des „Klinikums Wilhelmshaven“ und der „Friesland Kliniken“ am Standort St. Johannes-Hospital Varel werden die geforderten Mindestfallzahlen von 100 Brustkrebsoperationen erfüllt. Für diese Leistungsgruppe habe das Klinikum Wilhelmshaven einen entsprechenden Antrag gestellt. Diesen Antrag habe der Landesverband der Krankenkassen jetzt genehmigt. 

Wichtige Weichenstellung

Für Mittwoch, 18. Februar, wird eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft beider Kliniken erwartet. Der Rat der Stadt Wilhelmshaven und der Kreistag des Landkreises Friesland wollen in einer gemeinsamen Sitzung die Modalitäten für die Suche nach einem Standort für ein neu zu bauendes Zentralklinikum verabschieden. 

Der Allgemeine Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade (AWV) hat in dies Tagen darauf gepocht, den Beschluss nicht auf die lange Bank zu schieben. „Die Entscheidung ist überfällig und alternativlos-„

Wilhelmshavener Rat macht Weg für Energiepark frei

Wilhelmshaven (22. 1. 2026) – Der Rat der Stadt Wilhelmshaven hat auf seiner Sitzung am Mittwoch den Weg frei gemacht für die weitere Industrialisierung des Voslapper Groden-Nord. Die mit 30 gegen 9 Stimmen gefassten Beschlüsse zur Aufhebung der Naturschutzgebiet-Verordnung und zur Anpassung der Bauleitplanung war Voraussetzung für die Ansiedlung eines Terminals für den Export von CO2 und den Import von flüssigen Gasen sowie die Entwicklung eines Wasserstoffsparks durch ein Konsortium um die Firma Tree Energy Solutions (TES).

Befürworter wie der Wilhelmshavener SPD-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Marten Gäde sehen im der Ansiedlung des Energieparks „eine Schlüsselmaßnahme für die Transformation unserer Industrie und einen zentralen Beitrag zur Energiesouveränität und Klimaneutralität“. Das Projekt umfasse Investitionen im Milliardenbereich und schaffe gute, tariflich abgesicherte Arbeitsplätze, ist Gäde überzeugt. 

Die Ratsgruppe „Gemeinsam Bunt“ hatte den ökologischen Wert des EU-Vogelschutzgebietes unterstrichen, dessen Verlust durch Re-Naturierungen an anderen Orten nicht auszugleichen sei. Naturschützer kritisierten zudem, dass über den Energiepark noch 20 Jahre lang auch fossile Energieträger wie LNG importiert werden sollen. 

Vor Beginn der Sitzung hatten Natur- und Umweltschützer vor dem Rathaus demonstriert. Über mehrere Stunden wurden Reden gehalten, Flugblätter verteilt, Trommeln geschlagen und Transparente geschwenkt. Aus Sicht der Polizei lief die Protestveranstaltung völlig störungsfrei.

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Mehr Fahrten nach Helgoland als im vergangenen Jahr

Hooksiel/Wilhelmshaven (21. 1. 2016) – Auch in diesem Jahr wird die Reederei Adler & Els (Büsum) Ausflugsfahrten aus der Jade nach Helgoland anbieten. Wie Geschäftsführer Jannes Piepgras auf Anfrage von „Hooksiel-Life“ mitteilt, arbeite man derzeit den Fahrplan aus, der voraussichtlich Ende Januar online einsehbar sein wird.

Noch arbeitet die Reederei Adler & Eils am Helgoland-Fahrplan. Aber auch 2026 soll es Fahrten mit einem Katamaran von Hooksiel und Wilhelmshaven zur Roten Insel geben. Foto: Adler & Eins.

Geplant sei, dass der Katamaran „Adler Cat“ zwei bis drei Mal in der Woche Fahrgäste aus Wilhelmshaven und Hooksiel zur Roten Insel bringt. Das Schiff werde voraussichtlich donnerstags, freitags und samstags fahren. „Für Juli und August planen wir mit Doppeltouren am Freitag und Samstag.“

Hooksiel werde leider nicht jedes Mal angefahren werden können, so Piepgras. Es seien aber mehr Termine als im vergangenen Jahr von Hooksiel aus geplant. Wesentlicher Grund für den eingeschränkten Fährverkehr ab Hooksiel sei die tideabhängige Zufahrt zum Außenhafen. Bedeutet: Bei zu niedrigem Wasserstand vor Hooksiel kann der Katamaran Hooksiel nicht problemlos ansteuern.

„Deshalb werden die Fahrzeiten selten jeden Tag gleich sein“, erläutert Piepgras. Aber, auch das eine Folge dieses „Missstandes“: „Es wird viele Tage mit sehr langem Aufenthalt auf der Insel geben.“

Aktualisierung: Ende Januar hat die Reederei ihren Helgoland-Fahrplan veröffentlicht. Ab Hooksiel sind danach zwischen dem 10. April und dem 11. September 34 Fahrten vorgesehen. Der „Adler Cat“ startet tideabhängig im Außenhafen donnerstags, freitags und samstags.

DET befürchtet mit Ultraschall Totalausfall der „Excelsior“

Wilhelmshaven/Hooksiel (20. 1. 2025) – Der Import von LNG ist umstritten. Für Politik und Wirtschaft war und ist die Einfuhr von verflüssigtem Erdgas nach den Sperrungen der Gaslieferungen aus Russland ein wichtiger Beitrag zur Energiesicherheit in Deutschland. Für viele Naturschützer ist und bleibt Erdgas ein fossiler Brennstoff, der die Umwelt unzumutbar belastet – vor allem das Klima, aber auch die Jade. 

Die FSRU „Excelsior“ liegt seit August 2025 am LNG Terminal Wilhelmshaven 2. Das Schiff regasifiziert importiertes Flüssigerdgas. Das an Bord eingesetzte Antifouling-System arbeitet mit Ultraschall. Noch hat es die Erwartungen der Betreiber nicht erfüllt. Foto: DET

Der Grund für die Sorge um die Organismen im Wattenmeer: An Bord des Speicher und Regasifizierungsschiffes (FSRU) „Höegh Esperanza“ am LNG-Terminal Wilhelmshaven 1 in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens wird aus dem Meer gewonnenes Chlor eingesetzt, um das Seewasser führende Rohrleitungssytem an Bord frei von Algen, Muscheln und anderem Bewuchs zu halten. Das Wasser erwärmt das minus 162 Grad kalte LNG und macht es wieder gasförmig. Wird es ins Meer zurückgeleitet, gelangen auch Chlorverbindungen in die Jade, die den Organismen im Nationalpark Wattenmeer schaden könnten.

Grenzwerte für Chloreinträge eingehalten

Die Kritik ist das eine, der Nachweis von Schäden das andere. Nach Angaben der Deutschen Energy Terminal GmbH (DET), die im Auftrag des Bundes zwei LNG-Terminals in der Jade und ein weiteres in Brunsbüttel vermarktet, wurden die vorgeschriebenen Grenzwerte für die Einleitungen fast immer eingehalten. Das würden regelmäßige Messungen zeigen.

Die Skepsis der Kritiker blieb. Ihr Hoffnungsträger: Die FSRU „Excelsior“, der zweite LNG-Frachter in der Jade, der im vergangenen Jahr seinen Betrieb aufgenommen hat. Mit Millionen-Aufwand wurde dieses Schiff vor Inbetriebnahme umgerüstet. Für das „Antifouling“ sorgt dort ein bereits bei Kreuzfahrtschiffen bewährtes Ultraschallsystem. Ultraschallwellen verhindern, dass sich Biomasse an den Röhren festsetzen kann. Das System, so der politische Wille in Berlin zumindest noch 2024, sollte auch an Bord der „Höegh Esperanza“ installiert werden – wenn es sich in der Praxis bewährt.

Hoher Bewuchsdruck in der Jade

Dazu wird es wohl nicht kommen. Im Gegenteil. Wie die DET mitteilte, habe man „aus Sicherheitsgründen“ die Umstellung der FSRU „Excelsior“ auf Elektro-Chlorierung beantragt. „Das Ultraschallsystem ist aktuell am LNG-Terminal Wilhelmshaven 2 weiterhin im Einsatz“, erläutert DET-Sprecher Andreas von Hooven auf Anfragen von „Hooksiel-Life“. „Dies ist derzeit aber nur möglich, da der Bewuchsdruck in den Meerwasser führenden Leitungen der FSRU durch die saisonal bedingte, wesentlich geringere Bioaktivität im Jadewasser entscheidend niedriger ist als in der warmen Saison.“

Zur geplanten Umstellung auf das Elektro-Chlorierungssystem, das juristisch als „Stand der Technik“ gilt, sei man in enger Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden und Gutachtern. Offenbar aber nicht mit der Herstellerfirma des Ultraschallsystems. Das Kieler Unternehmen Hasytec, das im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet hat, erfuhr nach eigenem Bekunden erst von „Hooksiel-Life“ von der geplanten „Chlor-Wende“ der DET. Das Unternehmen wurde zum 1. Juli 2025 von Investoren aus Griechenland übernommen. Eine Stellungnahme steht noch aus.

Probleme schon im Sommer

Die DET spricht von einem „Testbetrieb“, bei dem die Ergebnisse der regelmäßigen Überwachung des Systems schon im Spätsommer gezeigt hätten, „dass das Ultraschallsystem dem hohen Bewuchsdruck durch Bioorganismen im Jadestrom leider nicht ausreichend entgegenwirkt“. Um Abhilfe zu schaffen, habe gemeinsam mit der Firma Hasytec, der Reederei Excelerate und weiteren Experten umfangreichere Anpassungen am Ultraschallsystem vorgenommen.

„Trotzdem konnte die gewünschte Wirksamkeit nicht erreicht werden – es kam zu Leistungseinbußen der FSRU“, so van Hooven. „Im Frühherbst 2025 kam es infolge der mangelhaften Antifouling-Leistung des Ultraschallsystems sogar zu einem Ausfall der FSRU, LNG-Lieferanten mussten abgewiesen und Reparaturen eingeleitet werden.“

Elekrto-Chlorierung beantragt

Die Konsequenz aus Sicht der DET: „Trotz fortgesetzter, teils erheblicher Justierungen des Systems muss festgestellt werden, dass das Ultraschallsystem die Betriebssicherheit der FSRU Excelsior nicht absichern und ein Totalausfall des Schiffs nicht ausgeschlossen werden kann.“ Um die Versorgungssicherheit sicherstellen zu können, habe man die Genehmigung für das auf dem Schiff bereits installierte Elektro-Chlorierungssystem beantragt.

AWV: Stadt Wilhelmshaven soll Weg für Energiepark ebnen

Wilhelmshaven/Hooksiel (15. 1. 2025) – Der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade (AWV) fordert die Stadt Wilhelmshaven auf, die Bauleitplanung für die Entwicklung eines Energieparks auf dem Voslapper Groden zügig voranzutreiben. Derzeit beschäftigen sich die kommunalen Gremien des Rates der Stadt mit den notwenigen Änderungen des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes sowie der Naturschutzregelungen. 

So könnte einer der wichtigen Bausteine des TES-Energieparks auf dem Voslapper Groden-Nord aussehen: Ein Terminal für den Import von LNG und anderen verflüssigten Gasen gepaart mit einem Anleger für den Export von CO2. Grafik: TES

Der einst für industrielle Zwecke aufgespülte Voslapper Groden-Nord in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hooksiel ist als EU-Vogelschutzgebiet eingestuft. Ein Konsortium um das Unternehmen Tree Energy Solutions (TES) will hier am tiefen Fahrwasser der Jade unter anderem Anlage schaffen, die den Import und die Weiterverarbeitung von so genannten „grünen Gasen“ ermöglichen, die als wesentlicher Baustein für die Energiewende gelten.

Milliarden-Investition

Die Investoren wollen nach eigenen Angaben mehrere Milliarden Euro investieren. Zu den geplanten Komponenten gehört neben dem Import von verflüssigten Gasen die Produktion von Wasserstoff und der Export von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) zum Beispiel in Richtung von Lagerstätten unter der Nord- und Ostsee. Der Energiepark soll 2030 mit seinen Betrieb starten und nach und nach weiter ausgebaut werden. 

Der AWV unterstützt das Projekt. Es sei ein Beitrag zur langfristigen Sicherung von Beschäftigung, Wertschöpfung und Investitionsfähigkeit in der Region. Als Energie- und Logistikdrehscheibe, als sicherheitsrelevanter Standort und als industrieller Anker im Nordwesten nehme Wilhelmshaven eine herausgehobene Stellung ein. „Die Stadt ist bereits heute Teil der kritischen Infrastruktur dieses Landes“, so AWV-Präsident Tom Nietiedt. „Energie kommt hier an, Sicherheit wird hier gewährleistet und Versorgung wird hier organisiert. Investitionsentscheidungen sind dabei auf verlässliche Rahmenbedingungen, Flächenverfügbarkeit und Planungssicherheit angewiesen. Verzögerungen oder Verlagerungen schwächen den Standort nachhaltig.“

Perspektive für die Stadt

Die Entwicklung der Grodenflächen sei eine Voraussetzung für die langfristige wirtschaftliche Perspektive der Stadt. Sie diene nicht einzelnen Unternehmen, sondern schaffe die planerische Grundlage für Ansiedlungen, Wertschöpfung, Beschäftigung und industrielle Entwicklung. „Ohne verfügbare und zusammenhängende Flächen sind diese Perspektiven für zukünftige Generationen nicht realisierbar“, ist der AWV überzeugt. 

Der Verband mit mehr als 420 Mitgliedsunternehmen pocht auf zügige Beschlüsse der städtischen Gremien. Man erkenne an, dass die Entwicklung in bestehende Natur- und Landschaftsräume eingreife. Daher erfordere das Projekt eine rechtlich geprüfte Abwägung, umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen sowie langfristige ökologische Begleitung. Ziel müsse es sein, wirtschaftliche Entwicklung und Naturschutz miteinander zu verbinden, so der AWV.

Ein Verschieben von Entscheidungen sei keine Lösung, zumal damit nach Ansicht von AWV-Vizepräsident Thomas Bruns das Risiko einher gehe, dass die notwendigen Entwicklungen andernorts realisiert werden.

Kritik von Naturschützern

Die finale Entscheidung des Rates der Stadt über die Bauleitplanung ist für den 21. Januar vorgesehen. Umwelt- und Naturschutzverbände sehen die Pläne mit Blick auf die Folgen für das Naturschutzgebiet und den dort lebenden seltenen Vogelarten kritisch. Die Ratsgruppe „Gemeinsam Bunt“ erwägt rechtliche Schritte, fordert aber zumindest eine Verschiebung der Entscheidung. 

Schule fällt am Montag aus

Friesland (11. 1.2026)- Aufgrund der Wetterlage fällt der Präsenzunterricht an allen Schulen in Friesland (auf dem Festland) am Montag, 12. Januar, aus. Das hat der Landkreis am Nachmittag angekündigt.
Die Regelung gilt für alle allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Auch die Stadt Wilhelmshaven hat den Schulbetrieb für Montag abgesagt. Die Behörden rechnen mit Tauwetter. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Eisregen.

Nebelhörner trotz Radar wichtiger Sicherheitsfaktor

Hooksiel (11. 1. 2026) – Die einen nervt es. Für die anderen gehört das Tuten der Nebelhörner zum Leben an der Küste einfach dazu. Nebelhörner sollen bei schlechter Sicht das Befahren der Jade sicherer machen.

Die Betreiber der Verladebrücken in der Jade sind verpflichtet, bei schlechter Sicht Nebelhörner in Betrieb zu nehmen. Archiv-Foto: hol

Erst immer wieder dichter Nebel. Dann das Schneetreiben. „Tut, tut, tut“ – und das über Stunden. Die tieftönigen Warnsignale von der Wasserseite sind auch im Ortskern von Hooksiel gut zu vernehmen. Die Frage einer Neu-Bürgerin: „Was soll das? Die Schiffe haben doch alle Radaranlagen?“

Nicht alle. Stephan Hellwig, Fachbereichsleiter Schifffahrt beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Weser-Jade-Nordsee, weist im Gespräch mit „Hooksiel-life“ darauf hin, dass auf der Jade selbst bei schlechter Sicht auch kleinere Boote und Sportschiffer unterwegs sind, die nicht unbedingt über Radaranlagen verfügen. Und auch für größere Schiffe seien die akustischen Signale ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor.

Das WSA ist als Aufsichtsbehörde für die Nebelhörner verantwortlich, die auf den Verladebrücken in der Jade installiert sind – etwas an den LNG-Terminals, bei der HES-Brücke oder auch beim NWO-Anleger. Diese Alarmanlagen seien Teil der Genehmigungsbescheide für den Betrieb der Anlagen und müssten insofern von den Betreibern der Brücken vorgehalten werden. Ausgelöst werden sie meist über automatische Sichtweitenmess-Sensoren. Anhand ihrer Tonfolge seien dann einzelne potenzielle Hindernisse in Fahrwassernähe identifizierbar.

Etwas anderes sei es, so Hellwig, wenn – wie zum Beispiel am Silvesterabend – Kapitäne von in der Jade liegenden Schiffen Signale abgeben. „Das hat weniger mit dem Thema Sicherheit zu tun. Aber zum Jahreswechsel ist das international Tradition.“