Wilhelmshaven/Hooksiel (1. 4. 2026) – Der Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) über die Terminals der Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) steigt rasant. Wie das bundeseigene Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf mitteilt, wurde im ersten Quartal 2026 mit über 25 Terawattstunden (TWh) eine neue Höchstmenge Energie in Form von Erdgas in das deutsche Netz einspeisen. Damit habe man seine Leistung im Vergleich zum Vorjahreswert (10 TWh) auf das Zweieinhalbfache gesteigert. Die 25 TWh würden rechnerisch rund zehn Prozent der Gesamtkapazität der deutschen Erdgasspeicher entsprechen.
Beitrag zur Versorgungssicherheit
„Durch den Aufbau und verlässlichen Betrieb unserer Terminals kann DET inzwischen regelmäßig bis zu 350 Gigawattstunden Energie in das deutsche Gasnetz einspeisen“, sagt DET-Geschäftsführer Dr. Peter Röttgen. „Das Ergebnis ist ein wesentlicher Beitrag zur Versorgungssicherheit für private Haushalte und die Wirtschaft, was insbesondere in dieser geopolitisch angespannten Zeit sehr wichtig ist.“
Die DET betreibt und vermarktet im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie mit lokalen Partnern vor Ort drei staatlich initiierte schwimmende Regasifizierungsterminals (FSRU), eines in Brunsbüttel und zwei in Wilhelmshaven. Ein weiteres ist für Stade geplant. An Bord der FSRU wird das LNG wieder in gasförmigen Zustand versetzt und ins Gasnetz eingespeist.
Importe überwiegend aus den USA
Als erste FSRU ging Ende 2022 die „Höegh Esperanza“ ans Netz, die in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens am Terminal Wilhelmshaven 1 liegt. Im Mai 2025 wurde am Terminal Wilhelmshaven 2 mit der „Höegh Excelsior“ die insgesamt dritte FSRU in Betrieb genommen. Die insgesamt eingespeiste Jahresmenge an LNG lag 2025 bei 79 TWh und damit deutlich über den beiden Vorjahreswerten (je 59 TWh).
Umwelt- und Klimaschützer kritisieren, dass es sich auch bei LNG um einen fossilen Energieträger handelt. Zumindest das in Wilhelmshaven angelandete Flüssigerdgas kommt nahezu vollständig aus den USA, wo es mit der umstrittenen Fracking-Methode gefördert wird.
Hooksiel/Wilhelmshaven (27. 3. 2026) – Das Milliarden-Projekt wird die Stromversorgung in Großbritannien und in Deutschland sicherer machen. Da sind sich die Experten einig. Derzeit erleben viele Hooksieler die begleitenden Bauarbeiten für den NeuConnect Interkonnektor hautnah mit.
Die Arbeiten an der Erdkabeltrasse entlang der L 810 schreiten schnell voran. Foto: hol
Entlang der Landesstraße 810 zwischen Hooksiel und Sengwarden sind derzeit etliche (niederländische) Bagger dabei, in „Deutschland-Geschwindigkeit“ die Trasse für ein Erdkabel zu buddeln, das den Anlandepunkt des Seekabels – südlich des Hooksieler Außenhafens – mit der im Bau befindlichen, riesigen Konverterstation in Wilhelmshaven-Fedderwarden (direkt an der A 29) verbinden soll. Für die Dauer der Arbeiten sind entlang der L 810 (siehe Grafik von NeuConnect) zum Schutz der Baustellenzufahrten mehrere Tempo-50-Zonen eingerichtet worden. Vorsicht: Hier wird auch geblitzt!
Die neue Stromverbindung NeuConnect mit einer Kapazität von 1,4 Gigawatt (GW) soll 2028 in Betrieb gehen. Sie wird den direkten Stromaustausch zwischen Deutschland und Großbritannien ermöglichen. Überschüssiger Strom kann wechselseitig importiert oder exportiert werden.
Herzstück des Projektes ist die Hochspannungs-Gleichstromübertragung quer durch den Ärmelkanal. Das Seekabel ist rund 725 Kilometer lang. Deren Endpunkte sind Konverterstationen im britischen Isle of Grain und in Wilhelmshaven, in denen Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt werden kann.
Das mit einem Investitionsvolumen von rund 2,8 Milliarden Euro veranschlagte Projekt wird privat finanziert. Zu den Investoren zählen unter anderem Unternehmen wie Meridiam, Allianz, Kansai Electric Power und Tepco.
Hooksiel (25. 3. 2026) – Schießlärm kann nerven. Und er nervt auch viele. Gerade in Hooksiel. Wenige Kilometer von der Ortsgrenze entfernt, auf Wilhelmshavener Grund, ist der Wurftaubenschießclub-Jade beheimatet. Sein 2002 eingeweihter Schießstand wird gut genutzt. Vor allem an den Wochenenden. Morgens bis abends. Bei schönem Wetter. Wenn andere Leute die Ruhe auf ihrer Terrasse genießen wollen.
Der Wurftaubenschießstand in Wilhelmshaven-Tammhausen. Der Seebadeverein will mit dem dortigen Verein nach Wegen suchen, wie die Lärmbelastung für Hooksiel verringert werden kann. Foto: Wurftaubenschießclub
Vor allem bei östlichen Winden sind die Schießgeräusche der Sportschützen, darunter auch Jäger aus dem Wangerland, in Hooksiel gut zu hören. In einigen Ecken mehr, in anderen weniger. Zu jenen, die die Schüsse gewaltig stören, gehört der Konrad Severin. Er lebt seit einem Jahr in Hooksiel und engagiert sich im örtlichen Seebadeverein – in der Arbeitsgruppe „Schießlärm“. Deren Ziel: Die Lärmbelastung reduzieren.
Bauschuttdeponie als Schutzwall
Am Dienstag trug Severin beim „Gäste- und Bürgersnak“ des Vereins den Stand der bisherigen Bemühungen vor. Er erzählte von Gesprächen mit ebenfalls Betroffenen, von Recherchen zu lange zurück liegenden juristischen Auseinandersetzungen, über ein Telefonat mit dem Vorsitzenden des Wurftaubenschieß-Clubs und über Bemühungen des Wangerländer Alt-Bürgermeisters Dietrich Gabbey, der sich erneut an die Stadt Wilhelmshaven gewendet habe in der Hoffnung, dass man dort im Zuge der laufenden Fortschreibung des Flächennutzungsplanes der Stadt etwas für den Schallschutz der Hooksieler tun könnte.
Die Idee: Ein Lärmschutzwall. Eine entsprechende Konstruktion hatten Gabbey, der heutige Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) und Vereinsvorsitzender Heinz Weerda sich schon vor einigen Jahren einmal in Osnabrück angesehen. Dort schützt eine riesige Erddeponie in unmittelbarer Nähe des Schießstandes die Nachbarn vor Lärm.
Gemeinsam nachdenken
Rechtlich, so der Eindruck von Severin, ist dem Schießstand ohnehin nicht beizukommen. Sinnvoller wäre es, mit dem Verein zusammen nach Möglichkeiten der Lärmminderungen zu suchen. Als Pate für solche Gespräche bot sich im Gästehaus Bernd Abrahams an. Der Bauingenieur und Bürgermeister-Kandidat der Unabhängigen ist Jäger und nutzt den Schießstand auch selbst. Er habe den Eindruck, dass man sich bislang dort zwar schon über Lärm dämmende Maßnahmen sehr viele Gedanken gemach, aber halt noch keine Lösung gefunden habe. Er sei überzeugt, so Abrahams: „Es gibt Möglichkeiten, die Situation für die Hooksieler Bürger zu verbessern.“
Denkbar seien leisere Munition oder Schalldämpfer oder auch bauliche Maßnahmen wie der Einsatz von schalldämpfenden Materialien oder der Bau von Lärmschutzwänden. Wenn der Schießbetrieb nicht eingeschränkt werde und auf den Verein keine Kosten zukämen, so Abrahams, wären die Schützen sicher kooperationsbereit.
Gartengeräusche werden Nebensache
Bürgermeister Szlezak, auch zu Gast beim Seebadeverein, bestätigte, dass die Lärmschutzsatzung der Gemeinde Wangerland keine Handhabe gegen den Schießlärm biete. Was allerdings vor Ort schon zu kuriosen Situationen führen kann, wie ein Hooksieler Bürgerin schilderte. Sie habe sich gerade Gedanken darüber gemacht, ob sie einen Nachbarn rügen solle, der während der offiziellen „Mittagsruhe“ in Hooksiel mit Gartengeräten hantierte. Dann setzte die Schießerei ein – und der Lärm von nebenan wurde zur Nebensache.
Hooksiel/Wilhelmshaven (25. 3. 2026) – Die Hooksieler Seeschleuse wird voraussichtlich nicht vor Pfingsten (24. Mai) für Boote und Schiffe passierbar sein. Als Grund für die Verzögerungen der Sanierungsarbeiten verweisen Holger Banik, Geschäftsführer der landeseigenen Hafengesellschaft NPorts, und der Leiter der NPorts-Niederlassung Wilhelmshaven, Mathias Lüdicke, auf den strengen Winter. Acht Wochen lang habe an dem Wasserbauwerk nicht gearbeitet werden können. Nach der ursprünglichen Planung sollte die Schleuse ab Ende April wieder für Skipper nutzbar sein.
NPorts-Chef Holger Banik (links) und Mathias Lüdicke, Leiter der NPorts-Niederlassung Wilhelmshaven, stellten die Perspektiven für die Wilhelmshaven Häfen sowie geplante Investitionen vor. Foto: hol
Die Scheusenanlage aus dem Jahr 1975 wird mit mit einem finanziellen Aufwand in zweistelliger Millionenhöhe rundum saniert. Die Arbeiten laufen bereits seit 2022. Aktuell werden die sanierten Torlinien zwei bis fünf wieder in die Schleusenkammer eingelassen. Lüdicke bat heute im Rahmen der Jahrespressekonferenz seiner Niederlassung in der NPorts-Zentrale am Jade-Weser-Port um Verständnis dafür, dass im Zuge der Arbeiten auch der Straßenverkehr hier und dort kurzfristige gesperrt werden muss.
Schleusenöffnung erst Ende Mai
Neben der Schleusenkammer mit ihren hydraulischen Elementen soll auch die komplette Elektrik und Elektronik des technischen Bauwerkes erneuert werden. Vorgesehen ist auch die Runderneuerung des Schleusenwärter-Zentrale. Dieser Bauabschnitt sei allerdings erst für 2027/28 geplant.
Allein im laufenden Jahr investiert NPorts im Bereich der Niederlassung Wilhelmshaven, zu der Hooksiel gehört, 14 Millionen Euro. Weitere 11 Millionen Euro sind für Unterhaltungsarbeiten vorgesehen.
Banik und Lüdicke stellten eine Reihe von Großprojekten vor, die perspektivisch in Wilhelmshaven verwirklicht werden sollen. Möglich gemacht würden die auch durch ein 375-Millionen-Euro schweres Sonderpaket des Bundes für den Ausbau der Hafeninfrastruktur in Niedersachsen.
Großprojekte für die Energiewende
Ein Schwerpunkt dabei ist die Sicherung der Energieversorgung und die Umsetzung der Energiewende. So laufen derzeit die Planungen für einen neuen Anleger für sechs Großschiffe in der Jade, den Anleger für verflüssigte Gase (AVG), auf Hochtouren. NPorts arbeite derzeit an der Finanzierung des 650 Millionen Euro teuren Projektes und bereite die Planfeststellung vor. Wenn die privaten Kunden, ein Konsortium um das Energieunternehmen TES, ebenfalls ihre „Hausaufgaben“ machen, könne im zweiten Halbjahr 2027 mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Die Pläne für den Voslapper-Groden-Nord: Der geplante Anleger für verflüssigte Gase soll einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten. Die derzeit noch nördlich davon gelegene Umschlagbrücke mit dem LNG-Terminal Wilhelmshaven 1 ist auf der Skizze nicht mehr zu sehen. Grafik: NPorts
Über das AVG sollen unter anderem flüssige Gase wie Ammoniak (nötig für die Wasserstoff-Produktion) und flüssiges Erdgas (LNG) importiert und klimaschädliches Kohlendioxid (CO2), etwa auf dem Weg zur Verpressung unter der Nordsee, exportiert werden. Die privaten Investoren wollen dafür auf dem Voslapper Groden-Nord die notwendigen industriellen Anlagen bauen, darunter einen stationären LNG-Terminal. Vor dem Startschuss für den Bau des AVG müssten sie aber einen Kredit in Höhe von 100 Millionen Euro absichern, der neben den Mitteln von Land und Bund (je 275 Mio. Euro) für die Investition benötigt werde.
Mehrzweck-Terminal mit RoRo-Anlage
Zweites Großprojekt: Der Bau eines etwa 900 Meter langen „Multipurpose Terminal“ (MPT). Der Mehrzweck-Terminal soll in Verlängerung des Jade-Weser-Ports in Richtung Hooksiel entstehen. Damit will NPorts unter anderem die nötigen Platz für den Umschlag von Windkraftanlagen, von Spezialladungen – gegebenenfalls auch für militärische Zwecke –, für den Autoimport und für zusätzlichen Containerumschlag schaffen. Das MPT soll dafür mit einer RoRo-Anlage ausgestattet werden, über die rollende Ladung direkt zu den Logistikflächen hinter der Kaikante transportiert werden kann.
Ohne zusätzliche Umschlagflächen in Häfen seien die Ausbauziele für Windparks in der Nordsee, ein wichtiger Baustein der geplanten Energiewende, nicht zu erreichen, sagte Banik. Insgesamt würde ein MPT die Rolle Wilhelmshavens als Logistikstandort weiter stärken. NPorts rechnet für das bis zu eine Milliarde Euro teure Vorhaben mit einer Planungszeit von zwei Jahren. Dem dürfte sich ein zweijähriges Genehmigungsverfahren anschließen. Im aktuellen Haushalt des Unternehmens sind für das Projekt sieben Millionen Euro Planungskosten eingestellt.
Schlepperhafen an der Niedersachsenbrücke?
Im Zusammenhang mit den Plänen für ein AVG und den MPT stehen auch Überlegungen zur Betonsanierung und künftigen Nutzung der Niedersachsenbrücke, an der im Moment ausschließlich Kohle importiert wird. Ein Gedanke dabei: Hier, südlich des Jade-Weser-Ports, könnte ein neuer Schlepperhafen entstehen, der auf der Nordseite des Containerterminals durch den Bau des MPT wegfallen würde. Welche Funktion die Brücke künftig haben könnte, hänge maßgeblich von den Wünschen potenzieller Kunden ab, sagte Banik.
Hoch zufrieden zeigte sich Banik mit der Entwicklung der Umschlagzahlen am Jade-Weser-Port. An dem über Jahre als Geisterhafen verspotteten Containerterminal wurden 2025 1,47 Millionen Standardcontainer umgeschlagen. Die Prognose für das laufende Jahr: 1,5 bis 1,8 Millionen TEU. Zu verdanken sei das vor allem der Partnerschaft von Hafenbetreiber Eurogate mit der Hamburger Großreederei Hapag-Lloyd.
Gespräche über „Hafenhaus“ in Hooksiel
Einen festen Platz im neu erarbeiteten Perspektivpapier für die Wilhelmshavener Häfen hat auch Hooksiel. Wie Lüdicke sagte, könne er sich am Außenhafen sehr gut den Bau eines „Hafenhauses“ mit Büroräumen, kleiner Restauration und Informationspunkt zu Häfen und Energie vorstellen. Man führe bereits Gespräche mit potenziellen Investoren.
Eher „Platzhalter“ hingegen seien bislang Überlegungen zur Verlängerung der Nord- und der Südmole des Hafens. Jedenfalls gebe es hier noch keine Notwendigkeit für Liegeplätze etwa für Schlepper oder andere Dienstleister.
Völlig neu im Portfolio der NPorts-Niederlassung ist die Entwicklung und Vermarktung von Flächen für touristische Zwecke. für das Hooksieler Freizeitgelände zwischen zweiter Deichlinie und Außenhafen, zwischen Bäderstraße und Hooksmeer werden unter anderem Interessenten für den Bau zum Beispiel eines Hotel oder auch von naturnahen Übernachtungsmöglichkeiten wie „Wohnen auf dem Wasser“ oder „Hütten-Camping im Wald“ gesucht.
Bei dem Nebeneinander von Hafen- und Energiewirtschaft auf der Wilhelmshavener und Tourismus auf der Hooksieler Seite sehe er keinen Widerspruch, so Lüdicke. Aber bei der Entwicklung der Flächen im Freizeitgelände, für die man auch auf die Bauleitplanung der Gemeinde Wangerland angewiesen sei, rechne man schon mit Zeiträumen von 10 bis 20 Jahren.
Wilhelmshaven/Friesland (19. 3. 2026) – Der Zentrale Kriminaldienst (ZKD) der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland hat ein neue Chefin: Der Polizeivizepräsident der Polizeidirektion Oldenburg, Arne Schmidt, hat zusammen mit Inspektionsleiter Jörg Beensen Polizeirätin Jantje Zimmermann-Gäde in ihr neues Amt eingeführt. Die 35-Jährige tritt die Nachfolge des Ersten Kriminalhauptkommissars Rolf Cramer an, der in den Behördenstab der Direktion zurückkehrt.
Polizeirätin Jantje Zimmermann-Gäde ist die neue Leiterin des ZKD in der vom Leitenden Polizeidirektor Jörg Beensen geführten Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, die für die Stadt Wilhelmshaven und den gesamten Landkreis Friesland zuständig ist. Foto: Polizei
Die Polizeirätin übernimmt innerhalb der Inspektion die Verantwortung für rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im ZKD wird die gesamte Bandbreite der Kriminalität bearbeitet – von der Beleidigung bis zum Tötungsdelikt, vom einfachen Diebstahl über den Wohnungseinbruch bis hin zum Raub.
Zurück in der dienstlichen Heimat
Jantje Zimmermann-Gäde ist sei 2010 im Polizeidienst. Nach einem dreijährigen Studium an der Polizeiakademie Niedersachsen sammelte sie Erfahrungen im Einsatz- und Streifendienst des Polizeikommissariats Nordenham, bevor sie über mehrere Jahre in der PI Wilhelmshaven/Friesland und im Kommissariat Varel verschiedene Funktionen übernahm. Unter anderem war sie ab Oktober 2019 Dienstschichtleiterin zunächst im Einsatz- und Streifendienst in der PI Wilhelmshaven/Friesland, danach in der PI Oldenburg-Stadt/Ammerland. Hieran schlossen sich Verwendungen auf Stabsebene an.
Nach Abschluss eines zweijährigen Masterstudiums an der Deutschen Hochschule der Polizei kehrt sie jetzt nach Wilhelmshaven zurück. „Die Inspektion Wilhelmshaven/Friesland ist meine dienstliche Heimat. Daher freue ich mich sehr über die Rückkehr und das mir entgegengebrachte Vertrauen“, sagte Jantje Zimmermann-Gäde.
Wilhelmshaven/Hooksiel (11. 3. 2026) – Die Energiewende findet unmittelbar vor den Toren Hooksiels statt. Die zum „Energy Hub“ zusammen geschlossenen Unternehmen treiben dort die Transformation der Region voran – mit Risiken und Herausforderungen, aber auch mit Chancen.
Messe zur Berufsorientierung
Bei der Berufsorientierungsmesse „Energy Up 2026“ am Mittwoch, 19. März, stehen die Chancen gerade für heutige und künftige Arbeitnehmer im Mittelpunkt. Im Zuge der Veranstaltung, die von 10 bis 18 Uhr in der Nordseepassage in Wilhelmshaven stattfindet, stehen die beruflichen Perspektiven im Fokus.
Die Messe bietet Unternehmen aus den Bereichen Energie, Industrie, Handwerk und Zukunftstechnologien eine Plattform, um mit Interessierten sowie potenziellen künftigen Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig erhalten Schülerinnen und Schüler, Studierende, Fachkräfte und Quereinsteigende Einblicke in Berufsbilder, Karrierewege und aktuelle Stellenangebote.
Perspektiven für die Region
„Mit der Energy Up 2026 verbinden wir regionale Wirtschaftsentwicklung, Fachkräftesicherung und Zukunftsthemen wie die Energiewende vor Ort auf erlebbare Weise“, sagt Susann Schäfer-Biscan, Netzwerkmanagerin des Energy Hub. „Die Messe soll Orientierung geben, Netzwerke stärken und Perspektiven für die Zukunft in unserer Region aufzeigen “, ergänzt Ingo Theilen vom gemeinsamen Arbeitgeber-Service Wilhelmshaven.
Organisiert wird die Veranstaltung vom Energy Hub in Kooperation mit dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven und des Jobcenters Wilhelmshaven sowie der Wirtschaftsförderung Wilhelmshaven GmbH.
Hooksiel (8. 3. 2026) – Ein rotes Band zieht sich auf der Südseite des Hooksieler Außenhafens. Gehalten wird es von einer Menschenkette, die sich vom Radweg Richtung Wilhelmshöhe bis zum Hafenbecken aufgebaut hat. Die rund 100 Aktivisten verschiedener Umwelt- und Naturschutzverbände halten Plakate und Schilder in die Höhe. „Stop Gas“ ist darauf zu lesen.
Rund 100 Umweltschutzaktivisten aus der Region warnten zusammen mit ausländischen Gästen vor den weltweiten ökologischen, wirtschaftlichen und machtpolitischen Folgen von LNG-Importen. Foto: hol
Dazu erklingen Gesänge und Parolen, teils auf Englisch, teils auf Deutsch. Die Aktivisten eint die Sorge um das Klima, die Umwelt, aber auch um die Menschen, die im Umfeld von Im- und Exporteinrichtungen für fossile Energieträger wohnen.
Großes Sicherheitsaufgebot
„LNG ist Kacke. Attacke!“ lautet eine der Kampfansagen. Wobei sich der Kampf an diesem Samstagvormittag auf Reden und Appelle beschränkt. Die Wilhelmshavener LNG-Terminals mit den Import-Fabrikschiffen „Höegh Esperanza“ und „Excelsior“ sind nicht in Gefahr. Aufgrund des dichten Nebels auf der Jade sind sie ohnehin kaum zu sehen.
Gut erkennbar ist nur ein Wachboot der Wasserschutzpolizei, was zwischen Außenhafen und LNG-Terminal patrouilliert. Und auch an Land haben sich eine Reihe von Polizisten eingefunden, die die „kritische Infrastruktur“ schützen sollen. Immerhin gelten die LNG-Terminals als Garanten dafür, dass die Versorgung Deutschlands mit Energie gewährleistet bleibt.
Friedliche Demonstration
Oder geht es gar nicht in erster Linie um eine sichere Energieversorgung? Geht es vielmehr um die Profite von weltweit agierenden Großkonzernen, die nicht auf ihre Geschäfte mit Öl und Gas verzichten wollen? Trotz aller Warnungen vor einem Klimakollaps. Trotz der Folgen für künftige Generationen. Trotz der Beeinträchtigungen von Natur und Mensch schon heute – weltweit.
Anlass für die auch nach Wahrnehmung der Sicherheitskräfte friedliche Demonstration am Hooksieler Außenhafen unter dem Motto „Stoppt den LNG-Wahn und die fossile Ausbeutung“ waren die Pläne eines Energiekonsortiums, in Wilhelmshaven ein drittes Importterminal für flüssige Gase wie LNG zu bauen. Dafür soll das als EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesene Naturschutzgebiet auf dem Voslapper Groden-Nord geopfert werden. Dagegen – aber auch gegen die Industrialisierung des Wattenmeeres insgesamt etwa durch Ölbohrungen – laufen unter anderen die Initiative „Fridays for Future“, der Naturschutzbund (Nabu) und das Netzwerk Energiedrehscheibe, einem Bündnis aus 28 Verbänden und 180 Einzelpersonen, seit Wochen Sturm.
Demonstrieren am Hooksieler Außenhafen den ökologischen Schulterschluss von Küste zu Küste: Stefanie Eilers, des Netzwerkes Energiedrehscheibe, und der US-Umweltaktivist James Hiatt aus Louisiana. Foto: hol
Unterstützt werden sie von internationalen Aktivisten, die ihrerseits vor den globalen Folgen des „Gasrausches“, so Martin Lüdders von Fridays for Future, warnten. Nach Ansicht von Milena Pressentin (Deutsche Umwelthilfe) sei der geplante Energiepark im Voslapper Groden-Nord ein Teil des Problems – und entgegen aller Versprechung kein Wegweiser hin zur Nutzung von „grünem Wasserstoff“.
Fracking macht Menschen krank
Für einen Schulterschluss für eine globale Energiewende warb der US-Amerikaner James Hiatt, der in Louisiana am Golf von Texas mit der Umweltschutzgruppe „For A Better Bayou“ gegen die LNG-Industrie kämpft, die durch das so genannte Fracking und den Bau von Gasexport-Infrastruktur paradiesische Natur zerstöre sowie Gesundheit und Wohlstand von Menschen gefährde. Das allermeiste über Wilhelmshaven importierte Flüssigerdgas kommt aus den USA. Hiatt berichtete von giftigen Chemikalien, von Methan-Austritten und verdreckter Luft – und das bei steigenden Preisen für Lebensmittel und Energie. Es gehe nicht um Wohlstand, sondern nur um Profite. Dagegen müssten sich die Menschen wehren – von Küste zu Küste.
Die ukrainische Klimaaktivistin Dr. Svitlana Romanko, Gründerin der Umweltkampagne „Razom We Stand“, wies auf die machtpolitischen Folgen hin. Das Festhaltens an fossilen Energieträgern nütze Exportländern wie Russland. Sie würden dadurch Milliarden über Milliarden verdienen. Geld, mit dem Russland unter anderem den Angriffskrieg auf die Ukraine finanziere. Die Rednerin forderte vor diesem Hintergrund ein lückenloses und dauerhaftes Embargo für fossile Brennstoffe aus Russland.
Im Anschluss an die Demonstration kamen die Aktivisten in Wilhelmshaven zu einer Buchlesung zusammen. Autorin Kathrin Hartmann, die auch in Hooksiel dabei war, stellte ihr Buch „Öl ins Feuer“ vor. Darin geht es um die verfehlte Klimapolitik und deren globalen Folgen.
Wangerland (3. 3. 2026) – Rund 50 Aktivisten verschiedener Umwelt- und Naturschutz-Gruppierungen haben am Wochenende auf dem Voslapper Groden-Nord gegen den geplanten Bau eines Energieterminals protestiert, für den ein vorhandenes Naturschutzgebiet aufgegeben werden soll.
Die Demonstranten auf dem Voslapper Groden sehen im geplanten Import von LNG und anderen flüssigen Gasen eine Verstetigung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Foto: Rohde
Im Anschluss an eine gemeinsame Mahnwache verblieb eine kleinere Gruppe bis zum Sonnenuntergang vor Ort. Sie trieb die Sorge um, dass eventuell bereits Rodungsarbeiten auf dem Gelände stattfinden könnten, für die aber noch keine Genehmigung vorliegt.
Am Eingangstor Müll gesammelt
Die Umwelt- und Naturschützer nutzten die Protestaktion zum gegenseitigen Kennenlernen. Wie Teilnehmer berichteten, habe man sich unter anderem über die Besonderheiten des „Natura 2000“-Gebietes mit seiner schützenwerten Flora und Fauna ausgetauscht. Zudem habe man gemeinsam rund ums Tor von der Straße Zum tiefen Fahrwasser zum Voslapper Groden und an den Gräben Müll gesammelt.
Die Aktivisten hoffen darauf, dass die bereits im Voslapper Groden installierten Amphibienzäune und die Entwässerung in dieser Woche zurückgebaut werden Wie angekündigt wurde, sollen dabei auch für die Vergrämung von Vögeln angebrachte Flatterbänder wieder entfernt werden.
Stadt: Arbeiten wurden überwacht
Die Wilhelmshavener Stadtverwaltung ist heute dem Eindruck entgegen getreten, dass die Investoren auf dem Areal vielleicht bereits ohne vorliegende Genehmigung Fakten schaffen wollen. Die Arbeiten seien zwar von der Deutschen Grüngas und Energieversorgung GmbH (DGGEV) durchgeführt worden. Sie seien aber von einem landschaftspflegerischen Fachbüro begleitet und regelmäßig vor Ort von der Unteren Naturschutzbehörde überwacht worden, heißt es in einer Erklärung gegenüber „Hooksiel-Life“.
Gewerbeaufsicht zuständig
Um mit dem Bau der Anlagen beginnen zu können, bedürfe es entweder der erforderlichen immissionsschutzrechtlichen Genehmigung oder der Zulassung des vorzeitigen Beginns nach dem Bundesimmissonsschutz-Gesetz. Alle diese Entscheidungen lägen in der Zuständigkeit des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg, betont die Stadt.
In der vergangenen Woche sei die passive Entwässerung einer etwa sechs Hektar großen Teilfläche innerhalb des Voslapper Groden-Nord erfolgt. Das sei eine Maßnahme der Gewässerunterhaltung gewesen. Dafür habe es ebenso wenig wie für das Aufstellen von Amphibien-Leiteinrichtungen einer Genehmigung der Stadt Wilhelmshaven bedurft.
Bäume dürfen gefällt werden
„Soweit weitere Maßnahmen wie die Beseitigung von Gehölzen erfolgen, handelt es sich um ohnehin geplante Maßnahmen, die unabhängig von dem Vorhaben der DGGEV entsprechend den Zielen des Europäischen Vogelschutzgebiets und Naturschutzgebiets vorzunehmen sind“, heißt es in der Mitteilung. Sie würden also je nach Ausgang der weiteren Entscheidungen des Gewerbeaufsichtsamtes faktisch entweder dem beantragten Vorhaben oder dem Gebietsschutz dienen. „Dafür wurde eine Genehmigung zum Fällen von Bäumen nach der Baumschutzsatzung der Stadt Wilhelmshaven erteilt.“
Widerstand in den USA
Am kommenden Wochenende erwartet das „Netzwerk Energiedrehscheibe“ internationale Gäste. Zusammen mit der Gruppe „Fridays vor Future“ will man gegen den Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) und den damit drohenden fossilen „Lock In“ demonstrieren. Eine Kundgebung ist für Samstag, 7. März, um 10.30 Uhr am Hooksieler Außenhafen geplant.
Erwartet werden dazu unter anderem die Ukrainerin Svitlana Romanko und der Amerikaner James Hiatt, der von den ökologischen Folgen der LNG-Gewinnung in den USA und dem Widerstand in Texas und Louisiana berichten wird. Der allergrößte Teil des über Wilhelmshaven importierten LNG kommt aus den USA. Svitlana Romanko ist Gründerin und Direktorin der Gruppe „Razom We Stand“, die die globale Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen, dem Nährboden der russischen Kriegsmaschinerie, beenden möchte.
Anmerkung:Dieser Artikel wurde im Laufe des Tages um die Stellungnahme der Stadt Wilhlemshaven ergänzt
Wilhelmshaven/Hooksiel (27. 2. 2026) – Naturschützer wollen mit einer Mahnwache für den Erhalt des Naturschutzgebietes auf dem Voslapper Groden-Nord demonstrieren. Dafür treffen sich die Aktivisten am Samstag, 28. Februar, um 11 Uhr an der Straße Am Tiefen Fahrwasser zwischen Hooksiel und Wilhelmshaven im Bereich zwischen den Anlegern von Vynova und HES.
Vorzeitiger Baubeginn?
Der Rat der Stadt Wilhelmshaven im Januar die Naturschutzverordnung für ein Areal aufgehoben, auf dem ein Konsortium um die Firma Tree Energy Solutions (TES) einen Terminal für den Export von CO2 und den Import von flüssigen Gasen sowie einen Wasserstoffpark bauen will. Befürworter sehen darin einen „zentralen Beitrag zur Energiesouveränität und Klimaneutralität“ vor allem der Industrie. Naturschützer hingegen betonen den Verlust des EU-Vogelschutzgebietes, das durch die Milliarden-Investition zerstört wird.
Der Nabu Landesverband Niedersachsen beklagt zudem, dass bereits seit Beginn dieser Woche im Voslapper Groden Nord umfangreiche Arbeiten durchgeführt würden. Unter anderem würden Flächen gefräst, Entwässerungs-Maßnahmen vorgenommen, Amphibienzäune gesetzt und Flächen markiert.
„Beobachtet werden täglich mehrere Fahrzeuge und bis zu zehn Personen im Gebiet“, so der Nabu. „Nach unserer Einschätzung handelt es sich dabei um vorbereitende Maßnahmen im Zusammenhang mit dem beantragten vorzeitigen Baubeginn für ein Industrieprojekt. Die dafür erforderliche Genehmigung des zuständigen Gewerbeaufsichtsamtes liegt nach unserem Kenntnisstand bislang nicht vor.“
Genehmigung nötig?
Die Stadt Wilhelmshaven habe die Eingriffe gegenüber den Naturschützern als Gewässerunterhaltung eingestuft, die nicht genehmigungsbedürftig sei. Dabei sei aber auch eingeräumt worden, dass die Maßnahmen je nach Ausgang der behördlichen Entscheidung entweder dem beantragten Vorhaben oder dem Gebietsschutz dienen könnten. „Diese widersprüchliche Darstellung werten wir als hochgradig unseriös.“
Da der Managementplan für das Naturschutzgebiet ausdrücklich eine Vernässung der Fläche vorsehe, werde das erklärte Schutzziel durch die aktuellen Entwässerungsmaßnahmen faktisch unterlaufen. Der Nabu: „Wir fordern einen sofortigen Stopp aller Arbeiten, solange keine rechtskräftige Genehmigung vorliegt und die naturschutzrechtlichen Fragen nicht abschließend geklärt sind.“
Friesland/Wilhelmshaven (20. 2. 2026) – Der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e.V. (AWV) drängt auf eine möglichst schnelle Entscheidung über den Standort des geplanten Zentralklinikums für die Region. Der Beschluss des Kreistags des Landkreises Friesland und des Rates der Stadt Wilhelmshaven, gemeinsam die nächsten Schritte bei der Suche gehen zu wollen, sei zu begrüßen.
Nun gelte es, das Verfahren voranzubringen, um zeitnah eine zukunftsfeste Gesundheitsversorgung für die Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen. Das sei um so wichtiger, da man von einem Realisierungszeitraum von rund zehn Jahren ausgehen müsse.
Hinsichtlich der Standort-Kriterien sei, so der AWV, die Zukunftsfähigkeit der Jade Wirtschaftsregion entscheidend. Deshalb sollte ein Standort mit Entwicklungsperspektiven gewählt werden. „Wir brauchen ein leistungsfähiges Krankenhaus, das langfristig die Menschen der Region versorgen kann und Entwicklungsspielräume für kommende Generationen berücksichtigt“, heißt es in einer Erklärung.
Sollte es den Krankenhausträgern in Wilhelmshaven und Friesland nicht gelingen, eine Einigung herbeizuführen, erwarte der Verband, dass das Land Niedersachsen moderierend eingreife und Verantwortung übernehme, um eine zeitnahe Entscheidung sicherzustellen.