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Beiträge veröffentlicht in “Entwicklungsplanung”

Schwerverletzte in „Friesland-Kliniken“ gut aufgehoben

Sande/Wangerland (19. 2. 2026) – Die „Friesland Kliniken“ am Standort Sanderbusch sind erneut von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) als regionales Traumazentrum (RTZ) zertifiziert worden. Damit nehmen sie in dem seit 2008 bestehenden Traumanetzwerk der Region Oldenburg-Ostfriesland als eines von vier RTZ weiter eine herausgehobene Stellung bei der Versorgung Schwerverletzter ein. 

Freut sich über die Anerkennung seiner Arbeit: Der Leitende Arzt des Regionalen Traumazentrums Egbert Stepanek. Foto: Friesland-Kliniken
 

Geschäftsführerin Petra Hohmann dankte dem Team der Unfallchirurgie und Orthopädie um Chefarzt Dr. Peter Bichmann und dem Leitenden Arzt Egbert Stepanek als Leiter des RTZ sowie den weiteren beteiligten Abteilungen. „Bei unseren fachlichen, technischen und strukturellen Voraussetzungen befinden wir uns in der Traumaversorgung auf einem sehr hohen Niveau und sind erstklassig auf die Behandlung von schweren und komplexen Verletzungen eingestellt“, betont Stepanek. Jährlich werden nach Klinikangaben im RTZ rund 70 schwerverletzte Patienten behandelt.

Kooperation mit Wilhelmshaven

Die Re-Zertifizierung war mit hohem Arbeitsaufwand verbunden. Dabei wurde unter anderem auch eine Kooperation im Bereich der Gefäßchirurgie mit dem „Klinikum Wilhelmshaven“ sowie der Aufbau einer radiologisch gestützten endovaskulären Gefäßversorgung umgesetzt, die vor allem bei Schlaganfällen eine wichtige Rolle spielt. 

Die externen Gutachter bescheinigen den „Friesland-Kliniken“ eine hohe Kompetenz und Qualität bei der Versorgung von Traumapatienten, die mit durch äußere Gewalt verursachten schweren Verletzungen eingeliefert werden. Zu komplexen Verletzungen zählen beispielsweise schwere Schädel-Hirn-Traumata, komplizierte Frakturen an Becken, Wirbelsäule, Armen oder Beinen, die operiert werden müssen, sowie Gefäßverletzungen oder schwere Verletzungen des Brustkorbs (Thorax). Auch Patientinnen und Patienten mit Polytrauma, also mit mehreren Verletzungen gleichzeitig, werden im Traumazentrum versorgt. 

Rund um die Uhr im Einsatz

Ein RTZ muss eine 24/7-Notfallversorgung von Schwerverletzten gewährleisten, einen Hubschrauberlandeplatz, bestimmte Fallzahlen sowie Spezialabteilungen inklusive entsprechender bildgebender Technik, hochwertig ausgestattete OP-Säle und Eingriffsräume sowie einen Schockraum mit umfassender und modernster Technik vorweisen können. Zudem spielt die personelle Ausstattung und Qualifikation und damit die kontinuierliche Fortbildung der Mediziner und Pflegekräfte eine wichtige Rolle. 

Startschuss für Suche nach Grundstück für Zentralklinikum

Wangerland (18. 2. 2026) – Bei nur einer Gegenstimme und drei Enthaltungen haben am heutigen Mittwoch der Kreistag des Landkreises Friesland und der Rat der Stadt Wilhelmshaven den Startschuss für die Suche nach einem Grundstück für ein Zentralklinikum gegeben. Auf einer gemeinsamen Sitzung beider Gremien im Kursaal in Horumersiel unterstrichen Redner beider Kommunen die Bedeutung des Beschlusses und die Notwendigkeit des Vorgehens.

„180.000 Menschen in Wilhelmshaven und Friesland wollen ein Krankenhaus mit maximaler Qualität – und das möglichst schnell“, sagte Oberbürgermeister Carsten Feist. „Und das geht nur gemeinsam.“ Dafür sein ein Interessenausgleich der Beteiligen extrem wichtig, sagte Frieslands Landrat Sven Ambrosy.

Zentral und wirtschaftlich

Dem stimmten zahlreiche Redner im Grundsatz zu, wobei es auch einige kritische Anmerkungen gab. Wilhelmshavens SPD-Fraktionschef Volker Block räumte ein, dass die SPD dem Beschlussvorschlag nur schweren Herzens zustimme. Man hätte sich bei der Abwägung von Zentralität und Wirtschaftlichkeit in der Entscheidungs-Matrix eine größere Gewichtung für die Wirtschaftlichkeit gewünscht.

Nach den gesundheitspolitischen Vorgaben von Land und Bund soll die Krankenhauslandschaft zentralisiert und damit die Qualität der Versorgung gesteigert werden. Für die „Friesland Kliniken“ und das „Klinikum Wilhelmshaven“ bedeutet das, dass sie in vielen medizinischen Bereichen den künftigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden, wenn sie ihre Leistungen nicht bündeln.

Auf ein Zentralklinikum hatten sich Stadt und Landkreis bereits im Sommer 2025 geeinigt. Dafür soll ein Neubau entstehen. Offen ist aber unter anderem noch die Frage, wo das künftige Zentralklinikum stehen soll. An einem der beiden bisherigen Krankenhaus-Standorte in Wilhelmshaven und Sanderbusch oder auf einem unbebauten, möglichst zentral gelegenen Grundstück auf der grünen Wiese?

Entscheidungs-Matrix

Rat und Kreistag segneten heute die Vorarbeit der Verwaltungs-Dezernenten Thomas Bruns (Stadt) und Rolf Neuhaus (Landkreis) ab, die trotz aller Interessenunterschiede einen gemeinsamen Beschlussvorschlag für die Standortsuche erarbeitet haben. Die von ihnen entwickelte Entscheidungs-Matrix soll Grundlage für eine wissenschaftlich fundierte Empfehlung sein, über die dann die politischen Gremien abschließend entscheiden müssen.

Neben Fragen der geografischen Zentralität soll gleichgewichtig die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden. Derzeit müssen beide Kommunen ihre Krankenhäuser in ein- oder auch zweistelliger Millionenhöhe im Jahr bezuschussen. Das sei Beleg dafür, dass die Krankenhäuser finanziell nicht auskömmlich ausgestattet sind, stellte der CDU-Ratsherr Martin Ehlers fest. „Und ich befürchte, auch das Zentralklinikum wird Zuschüsse brauchen.“

Schlüsselrolle beim Land

Im Beisein von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), zugleich Mitglied im Kreistag, wurde die Schlüsselrolle deutlich, die das Land für den geplanten Neubau spielt. Bei der Finanzierung, aber auch bei Fragen wie: Müssen die bestehenden Kliniken im Fall eines Neubaus Fördermittel zurückerstatten? Können die 100 Millionen Euro, die das Land bereits für den ins Stocken geratenen Klinikneubau in Wilhelmshaven gewährt hat, auf das neue Projekt umgelenkt werden? Antworten auf diese Fragen werden aus Hannover Anfang März erwartet.

Auch mit der Standortsuche soll es jetzt zügig voran gehen. Mit der Identifikation sowie der fachlichen und wirtschaftlichen Bewertung möglicher Standorte wolle man „bis zur Sommerpause durch sein“, sagte Wilhelmshavens Kämmerer Bruns. Ob sich dieser Empfehlung dann eine politische Entscheidung über den Standort des Zentralklinikums noch vor der Kommunalwahl im September anschließt, bleibt abzuwarten. 

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Girls‘ Day: Einblick in den Beruf von Politikerinnen

Friesland/Wangerland (18. 2. 2026) – Am 23. April ist bundesweit Girls’Day – der Tag, an dem Frauen Berufe kennenlernen können, in denen sie bisher unterrepräsentiert sind. Die SPD-Bundestagsfraktion lädt politisch interessierte junge Frauen zwischen 16 und 18 Jahren nach Berlin ein, um ihnen Einblicke in den Arbeitsalltag von Politikerinnen zu geben. Sie lernen auch kennen, welche Jobs es im Umfeld der Abgeordneten gibt. 

„Der Girls‘ Day leistet einen wichtigen Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit von Mädchen und Frauen in der Ausbildung und im Erwerbsleben. Auch in der Politik sind Frauen noch immer unterrepräsentiert,“ so die hiesige SPD-Bundestagsabgeordnete Siemje Möller.

Die jungen Frauen können bei einer Sitzung des Bundestags dabei sein und das Reichstagsgebäude kennenlernen. Im Rahmen eines Planspiels erleben sie, wie ein Gesetzentwurf eingebracht und wie ein Gesetz verabschiedet wird und in Kraft tritt. Von Abgeordneten erfahren sie, wie diese ihren Weg gefunden haben und was man für ein Engagement in der Politik mitbringen sollte.

Interessierte aus Friesland, Wilhelmshaven und Wittmund können sich bis zum 15. März per Mail mit einem kurzen Motivationsschreiben an siemtje.moeller.wk@bundestag.de bewerben.

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Wo Steine lebendig werden und Fotos den kritischen Blick schärfen

Hooksiel (17. 2. 2026) – Großer Bahnhof im Künstlerhaus Hooksiel. Rund 50 Kunstinteressierte verfolgen die Eröffnung der Winterausstellung. Bis Sonntag, 15. März, stellen mit Uta Grams (Wangerland), Gaby Skudelny-Furth (Wilhelmshaven) und Birgit Luiken (Grafschaft) drei Künstlerinnen aus der Region ihre Arbeiten aus. Die Ausstellung ist jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. 

Renate Janßen-Niemann (2. von links) eröffnete die „Winterausstellung“ im Künsterlhaus Hooksiel, in der Werke und Arbeiten von (von links) Gaby Skudelny-Furth, Uta Garms und Birgit Luiken zu sehen sind. Foto: hol

Uta Grams, die bereits 2017 einmal im Künstlerhaus ausgestellt hat, präsentiert beeindruckte Skulpturen, die sie aus verschiedensten Rohsteinen herausarbeitet. Als Grundmaterial verwendet sie unter anderem Serpentin aus Spanien, Springstone aus Simbabwe oder Alabasta aus Italien. „Jeder Stein hat ein Wesen“, verriet Uta Grams. Ihr Ziel als Künstlerin sei es, dieses Wesen zu erkennen und in der Form der Skulptur zum Leben zu erwecken. Im Ergebnis entstehen formschöne und ausdrucksstarke Körper in unterschiedlichen Färbungen. 

Emotionale Kunst

Für Gaby Skudelny-Furth ist Kunst Ausdruck ihres Inneren. „Was ich male, kann ich vorher gar nicht sagen“, verriet die Wilhelmshavenerin. Zu sehen sind an den Wänden des Künstlerhauses farb- und ausdrucksstarke Bilder von Landschaften, der Küste, dem Meer – und von wunderschönen Blumen. „Ich mag meine Bilder“, sagte Gaby Skudelny-Furth. Und viele im Raum konnten das nachvollziehen.

Erste Ausstellung

Ihre erste Ausstellung überhaupt präsentiert in Hooksiel Birgit Luiken. Als Straßen-Fotografin ist sie mit ihrer Kamera unter anderem in Oldenburg unterwegs, um Szenen einzufangen, deren tiefere Bedeutung der Betrachter oft erst auf dem zweiten Blick wahrnimmt. Die Fotos werden am Computer nachbearbeitet und um Schriftzüge ergänzt. „Dafür nehme ich meist Überschriften aus dem ,Sonntagsblatt’“, verriet Birgit Luiken. Im Ergebnis entstehen kleine, oft zeitkritische Collagen, die den Betrachter zum Nachdenken anregen.

Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann unterstrich den ganz eigenen Wert der Winterausstellungen im Künstlerhaus, bei der regionalen Kunst im Fokus steht. Eine weitere Besonderheit: Da die Künstlerinnen ihre Ausstellung während der Öffnungszeiten selbst betreuen, stehen sie den Besuchern dann vor Ort als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Der gute Zulauf gerade dieses Formats sorge dann auch für ein Belebung des Ortskerns von Hooksiel im Winter. 

Gutachter sollen Standort für ein Zentralklinikum finden

Wangerland (16. 2. 2026) – Der Landkreis Friesland und die Stadt Wilhelmshaven wollen als Träger der „Friesland Kliniken“ und des „Klinikums Wilhelmshaven“ in dieser Woche den nächsten Schritt in Richtung den Bau eines Zentralklinikums gehen. Auf einer gemeinsamen Sitzung von Kreistag und Rat der Stadt soll am Mittwoch, 18. Februar, der Fahrplan für die Suche nach einem geeigneten Standort für das Großkrankenhaus beschlossen werden.

100 Millionen Euro hat das Land Niedersachsen bereits für den Teilneubau des Klinikums Wilhelmshaven bewilligt. Zu sehen ist von dem Projekt bislang nur eine Baugrube. Offen ist, inwieweit die Förderung auf den Bau eine Zentralklinikums übertragen werden kann. Foto: hol

Sitzung in Horumersiel

Im Kern geht es um den Auftrag für Fachgutachten, die die Suche nach einen optimalen Standort und die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit des Projektes wissenschaftlich absichern sollen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 15 Uhr im Kursaal in Horumersiel

Neben den beiden vorhandenen Klinik-Standorten sollen die Gutachter zumindest ein weiteres, mindestens neun Hektar großes, möglichst gut erschließbares Grundstück identifizieren, das von den Patientinnen und Patienten in Wilhelmshaven und Friesland in maximal 30 Minuten zu erreichen wäre. Die Zentralität ist das wichtigste Kriterium bei der Standortsuche, aber nicht das einzige. Hinzu kommen eine Fülle von Fragen zur Wirtschaftlichkeit und zur Förderfähigkeit des Großprojektes. 

Offene Fragen zu Fördergeldern

Beide Krankenhaus-Gesellschaften belasten die Haushalte ihrer Trägerkommunen aktuell jährlich mit Zuschussbedarfen in Höhe von mehreren Millionen Euro. Dennoch dürfte es auch von den Rahmenbedingungen von Seiten des Bundes und des Land abhängen, ob sich Friesland und Wilhelmshaven einen mehrere Hundert Millionen Euro teuren Neubau leisten können. 

Eine Frage, die dabei zu klären sein wird: Inwieweit können die 100 Millionen Euro, die das Land Niedersachsen bereits für den Teilneubau des Klinikums Wilhelmshaven bewilligt hat, auf ein neues Projekt übertragen werden? Eine andere: Müssen Fördergelder, die bereits für Projekte in den bestehenden Kliniken ausgezahlt wurden, wieder zurückgezahlt werden, wenn der jeweilige Standort zugunsten eines Zentralklinikums aufgeben wird?

Sind Gutachten verbindlich? 

Unabhängig von den fachlichen Fragen gibt es im Oberzentrum Wilhelmshaven und im bevölkerungsstärkenen Friesland politische Kräfte, die das Zentralklinikum jeweils für ihre Kommune reklamieren. Unklar ist vor diesem Hintergrund, welche Verbindlichkeit der Standortsuche zukommt. Die Sorge zum Beispiel von Oberbürgermeister-Kandidatin Dr. Eva-Maria Haarmann: „Was passiert, wenn einem der beiden Auftraggeber das Ergebnis der Gutachter nicht gefallen sollte? Beginnen wir dann von vorne?“

Verdreckte Küchen, abgelaufene Lebensmittel und defekte Kühlungen

Friesland/Wangerland (13. 2. 2026) – Der Verbraucherschutz gehört zu den Kernaufgaben der Veterinärämter. Allein im Zeckverbandsgebietes des Veterinäramtes Jade Weser (Friesland, Wilhelmshaven, Wittmund, Wesermarsch) sind etwa 4.600 Betriebe im Lebensmittelbereich überwachungspflichtig. Wie aus dem Jahresbericht des Amtes hervorgeht, wurden 2025 insgesamt 2012 Kontrollen durchgeführt. 

Jahresbericht des Veterinäramtes

Dabei gab es eine Fülle von Beanstandungen. Bemerkenswert sind insbesondere Verstöße wegen unzureichender Einhaltung der Basishygiene und Mängeln bei der Reinigung und Desinfektion der Betriebe. „Dies führte im Jahr 2025 zu insgesamt 14 vorübergehenden Betriebsschließungen, die in manchen Fällen über mehrere Tage und mehrere Nachkontrollen aufrechterhalten werden mussten“, heißt es im Bericht.

Von den 14 Betreiben, die zumindest zeitweise schließen mussten, lagen nach Angaben des Amtes sieben in Wilhelmshaven, drei in der Wesermarsch, einer in Wittmund und drei im Landkreis Friesland; davon einer in Jever und zwei im Wangerland. Auch ein Hooksieler Betrieb musste zeitweise schließen.

Beschwerden von Kunden

Grund für Kontrollen sind häufig Beschwerden von Kunden. Bei einer Inspektion in einer Speisegaststätte etwa seien zahlreiche gravierende Hygienemängel festgestellt worden, die umgehend behoben werden mussten. Die Fußböden waren mit angetrockneten Rückständen behaftet, die Küchenräume sowie die Arbeitsflächen extrem verunreinigt. In den Kühlschränken lagerten nicht abgedeckte Lebensmittel, die teilweise bereits angetrocknet waren. Besonders besorgniserregend sei der Zustand einer Wandfläche sowie der Bierkühlung gewesen, die schimmelähnlich verunreinigt waren, berichtet das Veterinäramt. 

Der Betreiber der Gaststätte habe sich entschlossen, eine zum Zeitpunkt der Kontrolle laufende Feier aufzulösen und die Gasstätte freiwillig für eine gründliche Reinigung zu schließen. Schon am Folgetag habe er sein Restaurant nach Abnahme durch die Überwachungsbehörde wieder öffnen können. 

Nach Grundreinigung wieder geöffnet

Etwa vier Wochen dauerten die nötigen Reinigungs- und Renovierungsarbeiten in einer Pizzeria. Hier war die Lebensmittel-Überwachung auf erhebliche Hygienemängel nach einem Brand aufmerksam geworden. Arbeitsflächen, Fußböden, die verwendete Geräte und insbesondere auch die Kühl- und Tiefkühleinrichtungen seien stark verunreinigt und die Decke mit dunkelbraunen Rückständen bedeckt gewesen. Zudem habe man abgelaufene und teilweise schimmelige Lebensmittel gefunden. Die Warmwasserzufuhr zum Abwaschen des Geschirrs habe nicht funktioniert und auch die sanitäre Einrichtung wies erhebliche Mängel auf. 

Eine Teilschließung des Betriebes und ein hohes Bußgeld verhängten die Kontrolleure gegen einen Fleischereibetrieb. Dem Veterinäramt waren Bilder von einem privaten Pkw zugespielt worden, in dessen Kofferraum eine große Menge Fleisch unverpackt und ungekühlt transportiert worden war. „Neben dem unhygienischen Transport konnte auch die Herkunft des Fleisches nicht vollständig geklärt werden. Somit musste dieses Fleisch unschädlich entsorgt werden“, berichten die Kontrolleure. 

Umgehend schließen und eine umfangreiche Grundreinigung vornehmen musste ein gut besuchter Fischimbiss. Auch hier sei eine Beschwerde eines Kunden der Auslöser für eine Kontrolle gewesen. „In den sehr beengten Räumlichkeiten war eine ordnungsgemäße Herstellung von Fischerzeugnissen aufgrund der Hygienemängel und Fehler im Herstellungsprozess nicht möglich gewesen.“ 

Strafanzeige gegen Imbiss-Betreiber

Ein besonders uneinsichtiger Wiederholungstäter, so die Lebensmittel-Kontrolleure, sei erneut auf einem Wochenmarkt angetroffen worden. Er habe trotz bestehender Ordnungsverfügung wiederholt kühlpflichtige Lebensmittel ungekühlt verkauft. Die Lebensmittel wurden beschlagnahmt, Proben zur Untersuchung an ein Labor geschickt und ein Bußgeldverfahren eröffnet. 

Aufgrund massiver hygienischen Mängel vorübergehend geschlossen worden sei auch ein kleiner asiatischer Imbiss. Hier seien bei Proben des benutzten Frittieröls wiederholt starke Mängel festgestellt worden. Bei Untersuchungen wurden in den den Ölen immer wieder potenziell gesundheitsschädliche Stoffe festgestellt. Das Veterinäramt habe gegen den Betreiber Strafanzeige erstattet. Gegen ihn sei in der Folge ein Strafbefehl ergangen. Der  Betrieb wurde nicht wieder eröffnet.

Wildschweine aus Voslapp auf dem Weg nach Hooksiel?

Wilhelmshaven/Hooksiel (13. 2. 2026) – Spaziergänger rund um Hooksiel sollten aufpassen. Möglicherweise treffen sie im Hooksieler Wäldchen am Hooksmeer auf das ein oder andere Wildschwein. Konkret ist die Gefahr nicht. Aber auszuschließen ist es auch nicht, dass Schwarzkittel auf ihrer Flucht vom Voslapper Groden in Wilhelmshöhen den Weg ist die sicherere Nachbarkommune gesucht haben. 

Der Voslapper Groden Süd ist nach Überzeugung der Stadt Wilhelmshaven jetzt schwarzwildfrei. Nicht auszuschließen ist aber, dass einigen der Wildschweine die Flucht in Richtung Hooksiel gelungen ist. Archiv-Foto: hol

Über Jahre haben die einst im Voslapper Groden ausgesetzten Wildschweine Jäger, Natur- und Umweltschützer in Wilhelmshaven beschäftigt. In diesem Donnerstag hat die Stadtverwaltung Entwarnung gegeben und Vollzug gemeldet: Das Gebiet sei endlich wieder frei von Schwarzwild.

Rund 90 Tiere geschossen

Zwischen Ende Dezember 2025 und Anfang Februar 2026 habe eine von der Stadt Wilhelmshaven beauftragte Fachfirma die letzten 19 Wildschweine geschossen. Damit sei die so genannte „Totalentnahme“ erfolgreich beendet worden. Schon zuvor hatten die Jäger in dem unwegsamen Gelände rund 70 Schwarzkittel aufgespürt und geschossen.

Ein wildschweinfreier Voslapper Groden Süd ist nach Darstellung der Stadt eine wichtige Voraussetzung zum Erhalt des Natur- und Vogelschutzgebietes im Norden der Stadt. Jenes Vogelschutzgebietes wohl gemerkt, dass zumindest im Voslapper Groden Nord aktuell wegen der geplanten Ansiedlung eines Energieunternehmens aufgehoben werden soll.

Schutz für Pflanzen, Vögel und Hafen

Wie dem auch sei: Die Jagd auf die Wildschweine soll auch eine Präventionsmaßnahme gegen die immer weiter fortschreitende Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest sein. Dadurch wollte man auch möglichen negativen wirtschaftlichen Folgen für den JadeWeserPort vorbeugen, so die Stadt.

Die Wildschweine waren vor gut zehn Jahren auf den Grodenflächen illegal ausgesetzt und möglicherweise auch mit Hausschweinen gekreuzt und gefüttert worden. Sie vermehrten sich rasant und pflügten das Gebiet um – zum Schaden seltener Pflanzen und auf dem Boden brütender Vögel. Selbst der Deich blieb von den Wühltätigkeiten der Wildtiere nicht verschont. Zeitweise hatten sich die Wildschweine sogar bis ins angrenzende Wohngebiet vorgewagt, weswegen die Stadt im Herbst 2023 aus Sicherheitsgründen einen Spazierweg sperrte und Zäune setzte. 

Zäume haben Lücken

In einem langwierigen Rechtsstreit konnte die Stadt erreichen, dass der Wildschweinbestand auf null gesetzt werden soll und darf – was jetzt geschehen ist. Allerdings: Der Zaun um das Areal habe etliche Schäden aufgewiesen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Tiere in umliegende Gebiete abgewandert sind, warnt die Stadt. Also: Vorsicht im Hooksieler Wäldchen. 

Giftige Flüssigkeit aus Gefahrgut-Container ausgelaufen

Wilhelmshaven (13. 2. 2026) – Am Container-Terminal JadeWeserPort ist am Donnerstag aus einem Gefahrgutcontainer eine unbekannte Flüssigkeit ausgetreten. Wie die Polizei mitteilt, seien bei den ersten Versuchen, das Problem zu bekämpfen, drei Personen leicht verletzt worden, die mit dem Stoff in Berührung gekommen waren. Die Betroffenen wurden in Krankenhäuser gebracht, wo sie medizinisch versorgt wurden.

Die aus dem Ventil eines Tank-Containers an der Straße „Ozean Pier“ auslaufende, giftige Flüssigkeit war gegen 16.18 Uhr entdeckt worden. Wobei es sich bei der Flüssigkeit gehandelt hat, lasse sich bislang nicht näher beschreiben, so die Polizei. Es seien umgehend entsprechende Sicherungs- und Gefahrenabwehrmaßnahmen eingeleitet worden. Damit habe ein weiteres Auslaufen des Stoffes verhindert werden können.

Nach Mitteilung der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven waren über 40 Feuerwehrleute vor Ort, darunter auch Kräfte der freiwilligen Feuerwehren. Der Einsatz habe rund vier Stunden gedauert. Unter anderem wurde der offenbar beschädigte Container auf einen speziell für derartige Situationen vorgesehenen Sicherheitsplatz gebracht.

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Landtagswahl: Wangerland bleibt wohl beim Landkreis Friesland

Wangerland (13. 2. 2026) – Der Vorschlag des Landeswahlleiters, die Gemeinde Wangerland für künftige Landtagswahlen der Stadt Wilhelmshaven zuzuordnen, ist offenbar vom Tisch. Laut Medienberichten aus Hannover hat die rot-grüne Regierungsfraktion sich offenbar entschieden, den Wahlkreis 69 (Wilhelmshaven) unverändert zu lassen, auch wenn dort eigentlich zu wenig Wahlberechtigte leben. 

Nicht verfassungskonform

Zum Hintergrund: Ende 2024 hat der Niedersächsische Staatsgerichtshof entschieden, dass der Zuschnitt der Landtagswahl-Wahlkreise nicht mehr verfassungskonform ist. Er verletze den Grundsatz der Wahlgleichheit, da die Zahl der Wahlberechtigten in einigen Kreisen über und in anderen unter einem Toleranzbereich von 15 Prozent um den Mittelwert liegt. Dadurch, so die Juristen, erhielten einzelne Wählerstimmen unterschiedliches Gewicht.

Der Vorschlag des Landeswahlleiters: Dem Wahlkreis 69 (- 16,5 Prozent) sollten die Gemeinden Wangerland und Wangerooge zugeordnet werden, da im Wahlkreis 70 (Landkreis Friesland/Gemeinde Jade) ohnehin zu viele Wählerinnen und Wähler leben würden ( + 24,8 Prozent). 

Unterschiede zu Wilhelmshaven

In Wangerland und Wangerooge war der Vorschlag auf massive Kritik gestoßen. Die ländlich geprägten Kommunen befürchten unter anderen, dass ihre Interessen in einem insgesamt dann eher städtisch geprägten Wahlkreis nur noch bedingt berücksichtigt werden würden. Dem folgen SPD und Grüne in ihrem Änderungsvorschlag: „Die ländlich geprägten Wangerland und Wangerooge unterscheiden sich erheblich von der kreisfreien Stadt Wilhelmshaven.“

Der aktuelle Vorschlag der Regierungskoalition sieht vor, den Wahlkreis Wilhelmshaven als „Sonderfall“ unbehelligt zu lassen. Das Ungleichgewicht der Wählerstimmen insgesamt im Land könnte durch drei neue Wahlkreise gemildert werden. Neu entstehen soll unter anderm ein Wahlkreis Rastede/Varel, zu dem künftig Teile der Landkreise Friesland (Stadt Varel), der Wesermarsch (Jade, Oevelgönne) und des Ammerlandes (Rastede, Wiefelstede) gehören würden. 

Über den künftigen Zuschnitt der Wahlkreise soll der niedersächsische Landtag Anfang März abstimmen.

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„job4u Messe“ Schaufenster für Ausbildung in der Region

Wilhelmshaven/Friesland (12. 2. 2026) – Gute Berufsorientierung ist ein wichtiger Baustein für die die Bekämpfung des Fachkräftemangels von Morgen. Einen Betrag dazu leistet die „job4u Messe Wilhelmshaven-Friesland 2026“ die Freitag und Samstag, 13./14. Februar, in den Sporthallen am Mühlenweg (Mühlenweg 69) in Wilhelmshaven für die ganze Region stattfindet. 

Landkreis zeigt Einstiegsmöglichkeiten

Auch der Landkreis Friesland wird auf der Messe, die bereits zum 15. Mal stattfindet, präsent sein. Schülerinnen und Schüler sowie junge Erwachsene, die sich für eine Ausbildung, ein Duales Studium oder ein Praktikum interessieren, können sich über die Einstiegsmöglichkeiten in die Kreisverwaltung informieren. 

Am Stand des Landkreises erhalten Interessierte Einblicke in verschiedene Ausbildungsberufe, darunter die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten, zur Kreissekretärin sowie zum Fachinformatiker für Systemintegration. Darüber hinaus stellt der Landkreis die Dualen Studiengänge zur Kreisinspektorin sowie Soziale Arbeit (Bachelor of Arts) vor. Auch Informationen zu Praktikumsmöglichkeiten gehören zum Angebot. 

Mehr als 85 Aussteller

Neben dem Landkreis Friesland präsentieren sich auf der „job4u“ mehr als 85 Aussteller, die insgesamt über 200 Ausbildungsberufe sowie rund 100 klassische und/oder duale Studiengänge vorstellen. Ebenfalls vor Ort ist die Jugendberufsagentur Friesland, in der die Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, das Jugendamt und das Jobcenter des Landkreises Friesland gemeinsam Jugendliche und junge Erwachsene beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen.

Am Freitag ist die Messe von 9 bis 14 Uhr, am Samstag von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zur Messe sowie den Lageplan gibt es unter www.job4u-ev.de.

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