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Beiträge veröffentlicht in “Entwicklungsplanung”

Wilhelmshavener Rat macht Weg für Energiepark frei

Wilhelmshaven (22. 1. 2026) – Der Rat der Stadt Wilhelmshaven hat auf seiner Sitzung am Mittwoch den Weg frei gemacht für die weitere Industrialisierung des Voslapper Groden-Nord. Die mit 30 gegen 9 Stimmen gefassten Beschlüsse zur Aufhebung der Naturschutzgebiet-Verordnung und zur Anpassung der Bauleitplanung war Voraussetzung für die Ansiedlung eines Terminals für den Export von CO2 und den Import von flüssigen Gasen sowie die Entwicklung eines Wasserstoffsparks durch ein Konsortium um die Firma Tree Energy Solutions (TES).

Befürworter wie der Wilhelmshavener SPD-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Marten Gäde sehen im der Ansiedlung des Energieparks „eine Schlüsselmaßnahme für die Transformation unserer Industrie und einen zentralen Beitrag zur Energiesouveränität und Klimaneutralität“. Das Projekt umfasse Investitionen im Milliardenbereich und schaffe gute, tariflich abgesicherte Arbeitsplätze, ist Gäde überzeugt. 

Die Ratsgruppe „Gemeinsam Bunt“ hatte den ökologischen Wert des EU-Vogelschutzgebietes unterstrichen, dessen Verlust durch Re-Naturierungen an anderen Orten nicht auszugleichen sei. Naturschützer kritisierten zudem, dass über den Energiepark noch 20 Jahre lang auch fossile Energieträger wie LNG importiert werden sollen. 

Vor Beginn der Sitzung hatten Natur- und Umweltschützer vor dem Rathaus demonstriert. Über mehrere Stunden wurden Reden gehalten, Flugblätter verteilt, Trommeln geschlagen und Transparente geschwenkt. Aus Sicht der Polizei lief die Protestveranstaltung völlig störungsfrei.

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Mehr Fahrten nach Helgoland als im vergangenen Jahr

Hooksiel/Wilhelmshaven (21. 1. 2016) – Auch in diesem Jahr wird die Reederei Adler & Els (Büsum) Ausflugsfahrten aus der Jade nach Helgoland anbieten. Wie Geschäftsführer Jannes Piepgras auf Anfrage von „Hooksiel-Life“ mitteilt, arbeite man derzeit den Fahrplan aus, der voraussichtlich Ende Januar online einsehbar sein wird.

Noch arbeitet die Reederei Adler & Eils am Helgoland-Fahrplan. Aber auch 2026 soll es Fahrten mit einem Katamaran von Hooksiel und Wilhelmshaven zur Roten Insel geben. Foto: Adler & Eins.

Geplant sei, dass der Katamaran „Adler Cat“ zwei bis drei Mal in der Woche Fahrgäste aus Wilhelmshaven und Hooksiel zur Roten Insel bringt. Das Schiff werde voraussichtlich donnerstags, freitags und samstags fahren. „Für Juli und August planen wir mit Doppeltouren am Freitag und Samstag.“

Hooksiel werde leider nicht jedes Mal angefahren werden können, so Piepgras. Es seien aber mehr Termine als im vergangenen Jahr von Hooksiel aus geplant. Wesentlicher Grund für den eingeschränkten Fährverkehr ab Hooksiel sei die tideabhängige Zufahrt zum Außenhafen. Bedeutet: Bei zu niedrigem Wasserstand vor Hooksiel kann der Katamaran Hooksiel nicht problemlos ansteuern.

„Deshalb werden die Fahrzeiten selten jeden Tag gleich sein“, erläutert Piepgras. Aber, auch das eine Folge dieses „Missstandes“: „Es wird viele Tage mit sehr langem Aufenthalt auf der Insel geben.“

DET befürchtet mit Ultraschall Totalausfall der „Excelsior“

Wilhelmshaven/Hooksiel (20. 1. 2025) – Der Import von LNG ist umstritten. Für Politik und Wirtschaft war und ist die Einfuhr von verflüssigtem Erdgas nach den Sperrungen der Gaslieferungen aus Russland ein wichtiger Beitrag zur Energiesicherheit in Deutschland. Für viele Naturschützer ist und bleibt Erdgas ein fossiler Brennstoff, der die Umwelt unzumutbar belastet – vor allem das Klima, aber auch die Jade. 

Die FSRU „Excelsior“ liegt seit August 2025 am LNG Terminal Wilhelmshaven 2. Das Schiff regasifiziert importiertes Flüssigerdgas. Das an Bord eingesetzte Antifouling-System arbeitet mit Ultraschall. Noch hat es die Erwartungen der Betreiber nicht erfüllt. Foto: DET

Der Grund für die Sorge um die Organismen im Wattenmeer: An Bord des Speicher und Regasifizierungsschiffes (FSRU) „Höegh Esperanza“ am LNG-Terminal Wilhelmshaven 1 in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens wird aus dem Meer gewonnenes Chlor eingesetzt, um das Seewasser führende Rohrleitungssytem an Bord frei von Algen, Muscheln und anderem Bewuchs zu halten. Das Wasser erwärmt das minus 162 Grad kalte LNG und macht es wieder gasförmig. Wird es ins Meer zurückgeleitet, gelangen auch Chlorverbindungen in die Jade, die den Organismen im Nationalpark Wattenmeer schaden könnten.

Grenzwerte für Chloreinträge eingehalten

Die Kritik ist das eine, der Nachweis von Schäden das andere. Nach Angaben der Deutschen Energy Terminal GmbH (DET), die im Auftrag des Bundes zwei LNG-Terminals in der Jade und ein weiteres in Brunsbüttel vermarktet, wurden die vorgeschriebenen Grenzwerte für die Einleitungen fast immer eingehalten. Das würden regelmäßige Messungen zeigen.

Die Skepsis der Kritiker blieb. Ihr Hoffnungsträger: Die FSRU „Excelsior“, der zweite LNG-Frachter in der Jade, der im vergangenen Jahr seinen Betrieb aufgenommen hat. Mit Millionen-Aufwand wurde dieses Schiff vor Inbetriebnahme umgerüstet. Für das „Antifouling“ sorgt dort ein bereits bei Kreuzfahrtschiffen bewährtes Ultraschallsystem. Ultraschallwellen verhindern, dass sich Biomasse an den Röhren festsetzen kann. Das System, so der politische Wille in Berlin zumindest noch 2024, sollte auch an Bord der „Höegh Esperanza“ installiert werden – wenn es sich in der Praxis bewährt.

Hoher Bewuchsdruck in der Jade

Dazu wird es wohl nicht kommen. Im Gegenteil. Wie die DET mitteilte, habe man „aus Sicherheitsgründen“ die Umstellung der FSRU „Excelsior“ auf Elektro-Chlorierung beantragt. „Das Ultraschallsystem ist aktuell am LNG-Terminal Wilhelmshaven 2 weiterhin im Einsatz“, erläutert DET-Sprecher Andreas von Hooven auf Anfragen von „Hooksiel-Life“. „Dies ist derzeit aber nur möglich, da der Bewuchsdruck in den Meerwasser führenden Leitungen der FSRU durch die saisonal bedingte, wesentlich geringere Bioaktivität im Jadewasser entscheidend niedriger ist als in der warmen Saison.“

Zur geplanten Umstellung auf das Elektro-Chlorierungssystem, das juristisch als „Stand der Technik“ gilt, sei man in enger Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden und Gutachtern. Offenbar aber nicht mit der Herstellerfirma des Ultraschallsystems. Das Kieler Unternehmen Hasytec, das im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet hat, erfuhr nach eigenem Bekunden erst von „Hooksiel-Life“ von der geplanten „Chlor-Wende“ der DET. Das Unternehmen wurde zum 1. Juli 2025 von Investoren aus Griechenland übernommen. Eine Stellungnahme steht noch aus.

Probleme schon im Sommer

Die DET spricht von einem „Testbetrieb“, bei dem die Ergebnisse der regelmäßigen Überwachung des Systems schon im Spätsommer gezeigt hätten, „dass das Ultraschallsystem dem hohen Bewuchsdruck durch Bioorganismen im Jadestrom leider nicht ausreichend entgegenwirkt“. Um Abhilfe zu schaffen, habe gemeinsam mit der Firma Hasytec, der Reederei Excelerate und weiteren Experten umfangreichere Anpassungen am Ultraschallsystem vorgenommen.

„Trotzdem konnte die gewünschte Wirksamkeit nicht erreicht werden – es kam zu Leistungseinbußen der FSRU“, so van Hooven. „Im Frühherbst 2025 kam es infolge der mangelhaften Antifouling-Leistung des Ultraschallsystems sogar zu einem Ausfall der FSRU, LNG-Lieferanten mussten abgewiesen und Reparaturen eingeleitet werden.“

Elekrto-Chlorierung beantragt

Die Konsequenz aus Sicht der DET: „Trotz fortgesetzter, teils erheblicher Justierungen des Systems muss festgestellt werden, dass das Ultraschallsystem die Betriebssicherheit der FSRU Excelsior nicht absichern und ein Totalausfall des Schiffs nicht ausgeschlossen werden kann.“ Um die Versorgungssicherheit sicherstellen zu können, habe man die Genehmigung für das auf dem Schiff bereits installierte Elektro-Chlorierungssystem beantragt.

AWV: Stadt Wilhelmshaven soll Weg für Energiepark ebnen

Wilhelmshaven/Hooksiel (15. 1. 2025) – Der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade (AWV) fordert die Stadt Wilhelmshaven auf, die Bauleitplanung für die Entwicklung eines Energieparks auf dem Voslapper Groden zügig voranzutreiben. Derzeit beschäftigen sich die kommunalen Gremien des Rates der Stadt mit den notwenigen Änderungen des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes sowie der Naturschutzregelungen. 

So könnte einer der wichtigen Bausteine des TES-Energieparks auf dem Voslapper Groden-Nord aussehen: Ein Terminal für den Import von LNG und anderen verflüssigten Gasen gepaart mit einem Anleger für den Export von CO2. Grafik: TES

Der einst für industrielle Zwecke aufgespülte Voslapper Groden-Nord in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hooksiel ist als EU-Vogelschutzgebiet eingestuft. Ein Konsortium um das Unternehmen Tree Energy Solutions (TES) will hier am tiefen Fahrwasser der Jade unter anderem Anlage schaffen, die den Import und die Weiterverarbeitung von so genannten „grünen Gasen“ ermöglichen, die als wesentlicher Baustein für die Energiewende gelten.

Milliarden-Investition

Die Investoren wollen nach eigenen Angaben mehrere Milliarden Euro investieren. Zu den geplanten Komponenten gehört neben dem Import von verflüssigten Gasen die Produktion von Wasserstoff und der Export von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) zum Beispiel in Richtung von Lagerstätten unter der Nord- und Ostsee. Der Energiepark soll 2030 mit seinen Betrieb starten und nach und nach weiter ausgebaut werden. 

Der AWV unterstützt das Projekt. Es sei ein Beitrag zur langfristigen Sicherung von Beschäftigung, Wertschöpfung und Investitionsfähigkeit in der Region. Als Energie- und Logistikdrehscheibe, als sicherheitsrelevanter Standort und als industrieller Anker im Nordwesten nehme Wilhelmshaven eine herausgehobene Stellung ein. „Die Stadt ist bereits heute Teil der kritischen Infrastruktur dieses Landes“, so AWV-Präsident Tom Nietiedt. „Energie kommt hier an, Sicherheit wird hier gewährleistet und Versorgung wird hier organisiert. Investitionsentscheidungen sind dabei auf verlässliche Rahmenbedingungen, Flächenverfügbarkeit und Planungssicherheit angewiesen. Verzögerungen oder Verlagerungen schwächen den Standort nachhaltig.“

Perspektive für die Stadt

Die Entwicklung der Grodenflächen sei eine Voraussetzung für die langfristige wirtschaftliche Perspektive der Stadt. Sie diene nicht einzelnen Unternehmen, sondern schaffe die planerische Grundlage für Ansiedlungen, Wertschöpfung, Beschäftigung und industrielle Entwicklung. „Ohne verfügbare und zusammenhängende Flächen sind diese Perspektiven für zukünftige Generationen nicht realisierbar“, ist der AWV überzeugt. 

Der Verband mit mehr als 420 Mitgliedsunternehmen pocht auf zügige Beschlüsse der städtischen Gremien. Man erkenne an, dass die Entwicklung in bestehende Natur- und Landschaftsräume eingreife. Daher erfordere das Projekt eine rechtlich geprüfte Abwägung, umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen sowie langfristige ökologische Begleitung. Ziel müsse es sein, wirtschaftliche Entwicklung und Naturschutz miteinander zu verbinden, so der AWV.

Ein Verschieben von Entscheidungen sei keine Lösung, zumal damit nach Ansicht von AWV-Vizepräsident Thomas Bruns das Risiko einher gehe, dass die notwendigen Entwicklungen andernorts realisiert werden.

Kritik von Naturschützern

Die finale Entscheidung des Rates der Stadt über die Bauleitplanung ist für den 21. Januar vorgesehen. Umwelt- und Naturschutzverbände sehen die Pläne mit Blick auf die Folgen für das Naturschutzgebiet und den dort lebenden seltenen Vogelarten kritisch. Die Ratsgruppe „Gemeinsam Bunt“ erwägt rechtliche Schritte, fordert aber zumindest eine Verschiebung der Entscheidung. 

Schule fällt am Montag aus

Friesland (11. 1.2026)- Aufgrund der Wetterlage fällt der Präsenzunterricht an allen Schulen in Friesland (auf dem Festland) am Montag, 12. Januar, aus. Das hat der Landkreis am Nachmittag angekündigt.
Die Regelung gilt für alle allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Auch die Stadt Wilhelmshaven hat den Schulbetrieb für Montag abgesagt. Die Behörden rechnen mit Tauwetter. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Eisregen.

Nebelhörner trotz Radar wichtiger Sicherheitsfaktor

Hooksiel (11. 1. 2026) – Die einen nervt es. Für die anderen gehört das Tuten der Nebelhörner zum Leben an der Küste einfach dazu. Nebelhörner sollen bei schlechter Sicht das Befahren der Jade sicherer machen.

Die Betreiber der Verladebrücken in der Jade sind verpflichtet, bei schlechter Sicht Nebelhörner in Betrieb zu nehmen. Archiv-Foto: hol

Erst immer wieder dichter Nebel. Dann das Schneetreiben. „Tut, tut, tut“ – und das über Stunden. Die tieftönigen Warnsignale von der Wasserseite sind auch im Ortskern von Hooksiel gut zu vernehmen. Die Frage einer Neu-Bürgerin: „Was soll das? Die Schiffe haben doch alle Radaranlagen?“

Nicht alle. Stephan Hellwig, Fachbereichsleiter Schifffahrt beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Weser-Jade-Nordsee, weist im Gespräch mit „Hooksiel-life“ darauf hin, dass auf der Jade selbst bei schlechter Sicht auch kleinere Boote und Sportschiffer unterwegs sind, die nicht unbedingt über Radaranlagen verfügen. Und auch für größere Schiffe seien die akustischen Signale ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor.

Das WSA ist als Aufsichtsbehörde für die Nebelhörner verantwortlich, die auf den Verladebrücken in der Jade installiert sind – etwas an den LNG-Terminals, bei der HES-Brücke oder auch beim NWO-Anleger. Diese Alarmanlagen seien Teil der Genehmigungsbescheide für den Betrieb der Anlagen und müssten insofern von den Betreibern der Brücken vorgehalten werden. Ausgelöst werden sie meist über automatische Sichtweitenmess-Sensoren. Anhand ihrer Tonfolge seien dann einzelne potenzielle Hindernisse in Fahrwassernähe identifizierbar.

Etwas anderes sei es, so Hellwig, wenn – wie zum Beispiel am Silvesterabend – Kapitäne von in der Jade liegenden Schiffen Signale abgeben. „Das hat weniger mit dem Thema Sicherheit zu tun. Aber zum Jahreswechsel ist das international Tradition.“ 

Unterstützung für Rettung des Vynova-Chemiewerks

Wilhelmshaven/Wangerland (8. 1. 2026) – Die Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller hat politische Unterstützung für das in finanzielle Schieflage geratene Vynovo-Chemiewerk vor den Toren Hooksiels angekündigt. Die SPD-Politikerin besuchte die Vynova Wilhelmshaven GmbH, die im Dezember einen Insolvenzantrag gestellt hatte. Dabei tauschte sie sich im Gespräch mit Dr. Benno Krüger (Standortleiter), Petra Tjardes (Personal- und Communication Managerin) und Volker Neumann (Betriebsratsvorsitzender) über die aktuelle Lage aus. 

Sehen trotz der aktuell schwierigen Lage Entwicklungspotenziale für die insolvente Vynova Wilhelmshaven GmbH: (von links) Betriebsratsvorsitzender Volker Neumann, die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller, Personalchefin Petra Tjardes und Standortleiter Dr. Benno Krüger. Foto: Lena Gronewold

„Vynova steht exemplarisch für viele chemische Unternehmen, die derzeit unter massiven Kosten- und Marktdruck geraten. Insbesondere in unserer Region müssen wir aber alles daransetzen, Unternehmen wie dieses zu unterstützen und Industriearbeitsplätze zu sichern“, sagte Möller. Die Menschen hier würden seit Jahren engagierte Arbeit unter schwierigen Marktbedingungen leisten. „Um so wichtiger ist es, dass die Politik an ihrer Seite steht.“

„Wir müssen jetzt die Weichen stellen“

Möller betonte, dass sie im aktuellen Verfahren auch Chancen für die Region, das Unternehmen und die Belegschaft sehe. Standortleiter Krüger: „Wir müssen jetzt die Weichen stellen für eine starke norddeutsche Chemieindustrie und den Erhalt wichtiger Wertschöpfungsketten. Unser Standort hier in Wilhelmshaven bietet zahlreiche Vorteile und Entwicklungspotenziale für weitere Ansiedlungen der Chemischen Industrie wie auch der Energiegewinnung.“ Gemeinsam müsse man jetzt alles daransetzen, diese Potenziale zu heben.

Belegschaft will kämpfen

Betriebsratsvorsitzender Volker Neumann wies eindringlich auf die Bedeutung der Industriearbeitsplätze für die Region hin. Bei Vynovo sind rund 365 Menschen beschäftigt. Zudem sichert das Unternehmen durch Aufträge zahlreiche weitere Arbeitsplätze in der Umgebung. „Die Belegschaft hat in den letzten Jahren viel einstecken müssen“, so Neumann. „Trotz aller Unsicherheiten stehen wir aber zusammen und wollen gemeinsam für unseren Standort kämpfen. Wir blicken optimistisch auf das Entwicklungspotenzial und setzen uns gemeinsam für den Erhalt unserer Arbeitsplätze ein.“

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Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer besteht seit 40 Jahren

Wangerland/Wilhelmshaven (2. 1. 2026) – Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer feiert einen runden Geburtstag. Mit Jahresbeginn 1986 trat die entsprechende Verordnung zur Einrichtung des ersten Nationalparks im Land in Kraft.

Wattwanderung
Seit 40 Jahren Nationalpark und heute Weltnatdurerbe: Das Niedersächsische Wattenmeer. Archiv-Foto: Mira Hohmann

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer: „Das Wattenmeer ist ein Schatz von internationaler Bedeutung, den es zu schützen und zu bewahren gilt. Mit dem Nationalpark schützen wir nicht nur seltene Tier- und Pflanzenarten, sondern erhalten auch eine einzigartige Naturlandschaft für Millionen Zugvögel.“ 

Festveranstaltung in Wilhelmshaven

Das 40-jährige Bestehen des Nationalparks soll unter dem Motto „Nationalpark wirkt“ im Laufe des Jahres vielfach gefeiert werden. Der offizielle Festakt ist für Freitag, 6. Februar in Wilhelmshaven mit Ministerpräsident Olaf Lies und Umweltminister Christian Meyer geplant. Öffentliche Geburtstagsfeiern mit verschiedenen Angeboten sollen am Wochenende 4. und 5. Juli von den 18 Nationalpark-Informationseinrichtungen am Wattenmeer veranstaltet werden. 

Meyer erinnert in einer Erklärung daran, das vor 40 Jahren die Gründung des Nationalparks hoch umstritten war. Aber, so der Minister: „Die Natur vor dem Deich entlang der gesamten niedersächsischen Küste umfassend unter Schutz zu stellen, hat sich zu einer besonderen Erfolgsgeschichte entwickelt. Davon profitieren Tiere, Pflanzen und Menschen gleichermaßen.“ Das heute als Unesco-Weltnaturerbe eingestufte Wattenmeer ziehe jährlich Millionen Besucherinnen und Besucher nach Niedersachsen. 

Große Herausforderungen

Gleichzeitig stehe das Wattenmeer vor großen Herausforderungen. „Die Folgen der Klimawandels, der steigende Meeresspiegel, das Verschwinden von Seegrasflächen, die Biodiversitätskrise, die Umweltverschmutzung etwa mit Plastikmüll, der steigende Schiffsverkehr gerade auch von Öl- und LNG-Gastankern aber auch die geplanten Gasförderungen am Rande des Nationalparks bedrohen eine einzigartige Natur“, so der Minister. „Hinzu kommt ein gestiegener Nutzungsdruck durch Schifffahrt, Infrastruktur, Trassen, Küstenschutz, Landschaftsverlust, Fischerei und Tourismus. Sie alle machen deutlich, wie wichtig ein starker Nationalpark gerade heute ist. Er ist ein Schutzschild für die Natur und ein Frühwarnsystem für ökologische Veränderungen.“

Modellregion für Nachhaltigkeit

Mit einer Fläche von rund 3.450 Quadratkilometern ist der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer der zweitgrößte deutsche Nationalpark. Er bildet die Kernzone des Unesco-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer – einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung – und ist Teil des länderübergreifenden Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer. Mit seinen tidebeeinflussten Wattflächen, Sandbänken, Stränden, Dünen und Salzwiesen ist es eine der hinsichtlich der Biomasse produktivsten Regionen der Erde. Rund 10.000 Pflanzen- und Tierarten leben hier, teilweise in millionenfacher Individuenzahl. Zudem ist es eines der wichtigsten Rastgebiete für Zugvögel weltweit mit jährlich zehn Millionen Zugvögeln, die hier Station machen.

Hooksielerin startet mit 40 neue Karriere bei der Bundeswehr

Hooksiel (30. 12. 2025) – Marina Doyen erfüllt sich einen Lebenswunsch. Die Hooksielerin orientiert sich beruflich um. Die medizinische Fachangestellte wechselt aus der Hausarztpraxis im Ort zur Bundeswehr und absolviert ab dem 7. Januar in Feldkirchen bei Straubing eine dreimonatige Grundausbildung. Danach, so der Plan, geht es zum Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“ in Leer.

„Eigentlich dachte ich, ich wäre für den Schritt schon zu alt“, schildert die 40-Jährige (Foto) gegenüber „Hooksiel-Life“. Aber in einem Gespräch habe eine Soldatin ihr Mut gemacht, sich zu bewerben. „Fachkräfte wie du werden mit Kusshand genommen …“. Genau so kam es.

Die Bundeswehr sucht dringend zusätzliches Personal. Um 80.000 Soldatinnen und Soldaten sollen die Streitkräfte in den nächsten Jahren aufwachsen, um in der Lage zu sein, Deutschland und seine Verbündeten verlässlich verteidigen zu können. 

Einstellungstest

Nach einem ersten Einstellungstest wurde die Hooksielerin zu Gesprächen ins Karrierecenter der Bundeswehr in Wilhelmshaven eingeladen. An zwei Tagen werden hier Bewerber auf Herz und Nieren geprüft – im medizinischen Sinne, aber auch hinsichtlich ihrer Motivation, Qualifikation, ihres Wissens und logischen Denkvermögens, ihrer Fitness und so weiter. 

Am Ende steht die Einstufung für einen möglichen Karriereweg. Bei Marina Doyen war es die Feldwebel-Laufbahn. „Für ein Offizierslaufbahn war ich dann doch schon zu alt“, sagt die verheiratete Mutter eines 16-jährigen Sohnes, die stolz auf „ihre beiden Männer“ zu Hause ist, die ihr den Rücken für die ungewöhnliche Weichenstellung gestärkt haben. „Wenn das dein Traum ist, dann musst du es machen.“

Lebenswunsch geht in Erfüllung

Schon mit Anfang 20 habe sie eigentliche zur Bundeswehr gehen wollen, schildert Marina Doyen. Damals habe sie sich umentschieden, weil sie schwanger wurde. Es folgte eine Ausbildung in einer Kinderarztpraxis in Wilhelmshaven und vor einigen Jahren der Wechsel in die Hausarztpraxis in Hooksiel. Obwohl ihr auch diese Arbeit Spaß gemacht habe, sei der Wunsch Bundeswehr geblieben. 

Ein Uniform zu tragen, ist für die angehende Sanitäts-Soldatin kein Problem. Auch den körperlichen Anforderungen in der Grundausbildung samt Exerzier- und Schießübungen sieht sich die sportliche Frau gewachsen. Danach warten auf sie eine Fülle von Lehrgängen, bei denen ihr ihre medizinischen Vorkenntnisse zum Teil angerechnet werden. 

Einsätze im Ausland

Marina Doyen ist klar, dass ein Sanitätseinsatz in einem Krisen- oder Konfliktfall anders aussehen kann, als ein Impfeinsatz in Hooksiel. Auch Auslandsverwendungen sind für Sanitäter keine Ausnahme. „Ich gehe schon davon aus, dass ich meine Dienstzeit nicht ausschließlich in der Kaserne verbringen werde“, sagt die Hooksielerin. „Aber ich habe mal meinen Beruf gewählt, weil ich helfen will, wo Hilfe benötigt wird.“ Hinzu komme, dass diese Hilfe beim Bund besser bezahlt wird als in Arztpraxen.

Für 15 Jahre verpflichtet

Aktuell packt Marine Doyen ihre Sachen für den dreimonatigen Kasernenaufenthalt in Bayern, lernt Dienstgrade und Nato-Alphabet auswendig und schmöckert im „Reiber“, einem Handbuch mit zahllosen Tipps für deutsche Soldaten. Für ihre Feldwebel-Laufbahn hat sie sich als Soldatin auf Zeit für 15 Jahre verpflichtet. „Ich kann sogar noch Berufssoldatin werden“, sagt Marina Doyen, die sich auf die Herausforderungen spürbar freut. Und was, wenn der Dienst beim Bund ihren Erwartungen doch nicht entsprecht? „Auch kein Problem. Ich habe eine halbjährige Probezeit.“ 

Schutzgemeinschaft setzt auf moderne Deiche und Schöpfwerke

Varel/Wangerland (29. 12. 2025) – Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN) hält nichts von Überlegungen, mit Blick auf den Anstieg des Meeresspiegels Lebensräume im Binnenland aufzugeben. Der 1973 gegründete Umweltschutz-Dachverband mit Sitz in Varel engagiert sich partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum. Er versteht sich als Sprachrohr für rund 200 Kommunen, Landkreise, Naturschutzvereine, Institute, Verbände und Einzelmitglieder. 

Campingplatz Hooksiel unter Wasser
Landunter bei Sturmfluten. Dennoch gibt es nach Überzeugung der Umweltschutzorganisation SDN trotz eines weiter ansteigenden Meeresspiegels keinen Grund, tiefer gelegene Gebiete in Küstennähe aufzugeben. Archiv-Foto: hol

Die SDN reagiert mit ihrer Erklärung auf eine Forderung beiden Berliner Institutionen DMG (Deutsche Meteorologische Gesellschaft) und DPG (Deutsche Physikalische Gesellschaft), die angeregt hatten, darüber nachzudenken, angesichts der „eskalierenden Klimakrise“ tiefer liegende Küstenregionen an Nord- und Ostsee aufzugeben. 

Moderne Deiche sind wehrhaft

Angesichts der modernen Deiche, die auch bei schweren Sturmfluten wehrhaft seien, gebe es keinen Grund dafür, dass der Mensch sich aus „tiefer liegenden Küstenregionen“ vollständig zurückziehen muss, stellt der 2. Vorsitzende der SDN, Ulrich Birstein, fest. „Die Gefahr kommt heute eher durch Binnenhochwässer und die mangelnde Bereitschaft, in Schöpfwerke an den Auslaufbauwerken in der Deichlinie zu investieren“, ergänzt Bauingenieur und SDN-Vorstandsmitglied Marcus Rudolph.

Nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren sei der Meeresspiegel weltweit innerhalb von 2000 Jahren um etwa 65 Meter angestiegen. Damals sei langsam das heutige Nordseebecken entstanden. Vor rund 1000 Jahren habe der Mensch damit begonnen, die Küsten der Nordsee dauerhaft zu besiedeln, indem er mit dem systematischen Deichbau begann. Dieses Bemühen seien jedoch immer wieder von verheerenden Sturmfluten gestört worden.

Immer wieder Flutkatastrophen

Als „beispielhaft“ verweisen die SDN-Fachleute auf „Weihnachtsflut“ in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 1717, bei der über 11.000 Menschen und abertausende Tiere ertranken sowie über 4000 Häusern zerstört wurden. Aber, so Rudolph: „Die Menschen haben dazugelernt. Die modernen Deichlinien des ,Goldenen Ringes‘ sind wehrhaft auch gegenüber schweren Sturmfluten.“

Selbst bei den schweren Sturmfluten 1976 und 2013, bei denen das Wasser deutlich höher aufgelaufen sei als bei der Julianenflut 1962, habe es an den Deichlinien nur vergleichsweise geringe Schäden gegeben. Das sei ein Verdienst der Arbeit der Ehrenamtlichen und der staatlichen Stellen in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig Holstein, die sich um die Deichsicherung kümmern. „Heute ist das Leben hinter den Deichen so sicher wie nie in der Vergangenheit“, so Rudolph.

Über zweite Deichlinie nachdenken

Dennoch müsse der Meeresspiegel-Anstieg, der laut Forschungsstelle Küste im NLWKN, durchschnittlich 2,5 Millimeter pro Jahr betrage, im Blick behalten werden. Nach Ansicht des SDN sollte zügig damit begonnen werden, die Deichlinien weiter zu verstärken, Kleilagerstätten für zukünftige Deichbaumaßnahmen vorzuhalten und an besonders gefährdeten Deichabschnitten über eine zweiter Deichlinie nachzudenken.