Horumersiel (9. 9. 2026) – Die Parksituation in der Deichstraße in Horumersiel wird neu geordnet. Das Thema war zuletzt Ende August bei einer Podiumsdiskussion mit den Bürgermeistr4-Kandidaten angesprochen worden. Anlieger hatten dort auf die seit etwa zehn Jahren schwierige Situation hingewiesen. Überall parkende Autos würden den Durchgangsverkehr auf der schmalen Straße unzumutbar behindern.
Bürgermeister Mario Szlezak sagte zu, dass das Problem in den nächsten zwei Wochen abstellen werde. Jetzt meldet er Vollzug. Bei einem Vorort-Termin habe man die Situation und mögliche Lösungen direkt in der Deichstraße besprochen. In Abstimmung mit der Verwaltung sei dann eine Regelung erarbeitet worden, die aktuell umgesetzt wird.
Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde markieren derzeit in der Deichstraße in Horumersiel die künftigen Parkzonen. Foto: Gemeinde
Die Parkmöglichkeiten sollen klarer geordnet und entsprechend gekennzeichnet werden. Ziel ist es, die Befahrbarkeit der Deichstraße zu verbessern und gleichzeitig den vorhandenen Parkraum sinnvoll zu nutzen.
„Mir ist wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger mich ansprechen können und wissen, dass ich ihre Anliegen ernst nehme“, sagt Szlezak. „Deshalb wollte ich mir die Situation selbst vor Ort ansehen und gemeinsam nach einer praktikablen Lösung suchen. Nicht jedes Problem lässt sich sofort lösen. Aber wenn es eine vernünftige Lösung gibt, muss man sie auch auf den Weg bringen.“
Wangerland/Horumersiel (30. 8. 2026) – Eine Reihe von Mitgliedern des aktuellen Wangerländer Gemeinderates haben ihren Rücktritt für den Fall angekündigt, das die Staatsanwaltschaft gegen sie im Zusammenhang mit dem Thalasso-Desaster Anklage erheben sollte. Das wurde bei eine Podiumsdiskussion mit den drei Bürgermeister-Kandidaten Mario Szlezak (SPD), Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) am Freitagabend im Kursaal in Horumersiel bekannt.
Podiumsdiskussion im Kursaal
Zu der von Heiko Manott moderierten Veranstaltung hatten der örtliche Seebadeverein und der Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe eingeladen. Amtsinhaber Szlezak und seine beiden Herausforderer stellten sich vor, unterstrichen ihre Qualifikation fürs Amt und stellten einige Schwerpunktthemen vor.
Das Motto von Abrahams (Foto): „Kleine Maßnahmen, große Wirkung“. Hier ein maroder Gehweg saniert, dort eine Mülltonne mehr und die Aufenthaltsqualität für Einheimische und Urlauber würde erheblich steigen. Touristisch setze er nicht auf die Erkenntnisse großer Agenturen, die den Touristen der Zukunft malen, sondern auf die Kompetenz der Leistungsträger vor Ort.
Szlezak erinnert daran, dass er sich schon für eine stärkere Einbeziehung der Leistungsträger in die touristischen Entscheidungsgremien wie der Lenkungsgruppe der Wangerland Touristik GmbH (WTG) stark gemacht habe. Er wolle in der nächsten Wahlperiode das 2017 erstellte touristische Leitbild umsetzten, das seither – auch aufgrund von Personalmangel im Rathaus – in irgendeiner Schublade verschwunden war.
Bislang, so beklagte Fischer (Foto), seien die Stimmen von Fachleuten etwa aus dem WTG-Beirat in dem gemeindeeigenen Unternehmen so gut wie nicht gehört worden. Horumersiel/Schillig sollte sich seiner Ansicht nach wieder auf den Familientourismus konzentrieren.
Das neue Thalasso Meeres Spa (TMS) spielt dabei aus Sicht vieler Horumersiel kaum eine Rolle. So zeigte sich Gastronom Frank Hensel überzeugt, dass das TMS keinen touristischen Mehrwert hat. Bevor dessen Betreib über Jahre mit Hunderttausenden Euro im Jahr subventioniert werde, sollte man die acht Millionen Euro Fördergelder lieber zurückzahlen. Auf keinen Fall sei es sinnvoll, eine Großteil der Gästebeiträge in den nur von sehr wenigen Gästen genutzten Gesundheitstempel zu stecken. Das Geld wäre für den Erhalt eines Schwimmbades sinnvoller eingestzt.
Szlezak (Foto) zeigte sich zuversichtlich, dass das Bad in Horumersiel wieder in Betrieb genommen werden kann. Die Verhaltungen der WTG mit drei bis vier Investoren für den Gesamtkomplex am Hafen 3 in Horumersiel sollen bis Jahresende abgeschlossen sein.
Über die Frage, was ein Investor dann konkret bauen darf, werde der künftige Rat mitbestimmen. „Die Bauleitplanung liegt in den Händen der Gemeinde.“ So sollte sich nach den Vorstellungen von Szlezak in einem neuen Komplex auch ein großer Versammlungssaal finden.
Probleme: Ferienwohnungen und Deichstraße
Auch Bürgerinnen und Bürger stellen Fragen. Die Debatte dreht sich um lokale Themen. Wie und wo lässt sich bezahlbarer Wohnraum schaffen? Was wird aus Ferienwohnungen, die nach den Vorgaben der Gemeinde in bestimmten Straßenzügen von Horumersiel nicht mehr zulässig sind? Und was ist mit der schmalen Deichstraße, die man im Sommer kaum noch befahren kann, da sie von Autos zugeparkt wird? „Das ist seit zehn Jahren ein Thema. Und nichts ist passiert“, klagte ein Bürger. Bürgermeister Szlezak greift den Ball auf: „In 14 Tagen ist das erledigt!“
Viele Themen, fairer Austausch – aber grundlegende Unterschiede zwischen den Bewerbern um für das Amt des Verwaltungschefs sind kaum erkennbar, auch weil die Herausforderer sich weigern, Versprechen zu machen, die man nachher nicht halten kann, wie Abrahams es formuliert. Der Kommentar eines Zuhörer: „Das ist aber langweilig.“
Frontalangriff auf den Bürgermeister
Kurz vor 22 Uhr dann ein komplett verändertes Bild. Hans-Hugo Woltmann, Landwirt aus Förrien, greift Bürgermeister Szlezak mit Verweis auf den Thalasso-Skandal, die Insolvenz der WTG und die daraus erwachsenen Folgen wie die Schließung der Bäder und dem Verkauf von Gemeindevermögen frontal an. „Sie sind seit fünf Jahren im Amt und hier herrscht ein Chaos, wie wir es noch nicht erlebt haben.“
„Mich hier so an den Pranger zu stellen, ist nicht in Ordnung“, hält der sichtlich angefasste Bürgermeister dem entgegen. Sein Sakko hat er inzwischen abgelegt. Kommentar von Moderator Manott: „Jetzt ist hier Temperatur drin!“
Persönliche Konsequenzen aus Thalasso-Desaster
Szlezak verweist darauf, dass der Rat aus 25 Personen besteht und der Bürgermeister nur eine Stimme habe. „Ich ducke mich nicht weg. Aber ich bin überzeugt, dass der gesamte Rat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat.“
Auf die Frage nach persönlichen Konsequenzen des Desasters verkündet Fischer, dass in der CDU Einvernehmen darüber gestehe, dass Ratsmitglieder, die wiedergewählt werden, zurücktreten, wenn die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sie erheben sollte. Und auch Bürgermeister Szlezak kündigte an, sich zurückziehen zu wollen, wenn die noch laufenden Ermittlungen ergeben, dass er sich strafbar gemacht hat.
Wangerland (20. 8. 2026) – Die Wählergemeinschaft Pro-Wangerland (WPW) lädt für Mittwoch, 26. August, alle interessierten Bürger zu einer öffentlichen Veranstaltung ein. Beginn ist um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Hohenkirchen amAlma-Rogge-Weg 4.
Wer oder was hat die Baukosten für das Thasos Meeres Spa in die Höhe getrieben? Mit dieser Frage will sich die Wählergemeinschaft Pro Wangerland in einer Wahlkampfveranstaltung auseinandersetzen. Archiv-Foto: hol
Die WPW will ihr Wahlprogramm für die kommende Legislaturperiode vorstellen und umfassend über den Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel berichten. Der Schwerpunkt soll dabei bei den Gründen für die massiven Kostensteigerungen vor und während der Bauphase liegen. Dabei wolle man auch auf den Bericht des externen Gutachters eingehen, der im Auftrag der Gemeinde Wangerland Organisation, Abläufe und Rechnungen rund um das Projekt geprüft hat.
Der Zwischenbericht des Gutachters war kürzlich intern vorgestellt worden. Die Gemeinde lehnt es bislang ab, selbst unkritische Teile daraus zum jetzigen Zeitpunkt öffentlich zu machen, um die laufenden strafrechtlichen Ermittlungen und mögliche Schadensersatz-Forderungen nicht zu gefährden.
Wangerland (3. 8. 2026) – Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) weist den Vorwurf der Untätigkeit zurück. Er habe sehr wohl einen Vorschlag zur künftigen Struktur der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) unterbreitet, der dann aber keine Mehrheit im Gemeinderat gefunden habe. Zudem weist er die Forderung der SPD-Amtsinhabers in Forderung des CDU-Bürgermeister-Kandidaten Thies Fischer als unrealistisch zurück, dass ein Gutachten zur Ursache für die desolate Lage beim Projekt Thalasso Meeres Spa (TMS) schon jetzt zumindest in Teilen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnte.
Fischer hatte auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung die Ansicht vertreten, dass in beiden Fragen der Anstoß vom Bürgermeister hätte kommen müssen. „Bereits im August 2025 habe ich persönlich einen konkreten Beschlussvorschlag erarbeitet, um die touristischen Leistungsträger stärker in die Arbeit und die Neuausrichtung der WTG einzubinden“, erinnert Szlezak (Foto) in einer Stellungnahmen zum Bericht von „Hooksiel-life“.
Vorgesehen sei gewesen, zwei Mitglieder des WTG-Beirates mit beratender Funktion in die Lenkungsgruppe aufzunehmen. Sie sollten regelmäßig an den Sitzungen teilnehmen, Zugang zu relevanten Informationen erhalten und ihre kaufmännische sowie touristische Erfahrung unmittelbar in die Beratungen einbringen können.“
Vorschlag zur WTG-Struktur
Dieser Vorschlag fand seinerzeit keine Mehrheit im Rat – und stieß auch bei den Leistungsträgern nicht auf Begeisterung. Zumal die Beiratsmitglieder im Lenkungsauschuss zur Verschwiegenheit verpflichtet gewesen wären. Der Rat verständigte sich darauf, so Szlezak, die Entscheidung aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens zunächst zurückzustellen. Begründet worden war dies damit, dass noch nicht absehbar war, wie die WTG nach Abschluss des Verfahrens strukturell und wirtschaftlich aufgestellt sein werde. Von dem Vorwurf, er habe diese Diskussion nicht angestoßen, habe ihn irritiert. Genau das habe ich getan.
Die Fragen nach den künftigen Aufgaben, der geeigneten Rechtsform, der Rolle der Politik und der Einbindung der touristischen Leistungsträger beschäftigen Rat und Verwaltung bereits seit Beginn des Sanierungs- und Insolvenzverfahrens beschäftigt. „Sie sind wesentlicher Bestandteil der notwendigen Neuaufstellung der Gesellschaft.“
Ermittlungen nicht gefährden
Zur Aufarbeitung der Kostenentwicklung beim bezieht Szlezak eindeutig Postion: „Die Vorgänge müssen vollständig aufgearbeitet werden. Am Ende wird es ein Ergebnis geben, und dieses Ergebnis wird selbstverständlich öffentlich gemacht. Es wird nichts unter den Teppich gekehrt.“
Die Position von Fischer, alle Teile des Thalasso-Gutachtens offen zu legen, die die laufenden strafrechtlichen Ermittlungen nicht gefährden, sei nicht neu. Aber, so der Bürgermeister: „Wer soll zum jetzigen Zeitpunkt rechtssicher beurteilen, welche Passagen veröffentlicht werden können und welche möglicherweise für das Ermittlungsverfahren, mögliche Ansprüche oder Persönlichkeitsrechte von Bedeutung sind?“
Die Forderung nach einer Veröffentlichung bei gleichzeitiger Einschränkung, dass die Ermittlungen nicht beeinträchtigt werden dürfen, löse dieses Problem nicht. Sie klinge zunächst plausibel. Sie müsse aber juristisch belastbar und mit den zuständigen Stellen abgestimmt sein. Szlezak: „Ich teile den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nach umfassender Information. Transparenz bedeutet für mich jedoch nicht, im Wahlkampf Versprechen abzugeben, deren rechtliche Tragfähigkeit noch nicht geklärt ist. Transparenz bedeutet, vollständig, nachvollziehbar und rechtssicher zu informieren.“
Wangerland (1. 8. 2026) – Der Kommunalwahlkampf im Wangerland nimmt Fahrt auf. Ein sichtbares Zeichen dafür: Der Bauhof der Gemeinde hat große Wahlplakat-Stellwände aufgestellt, auf denen die Parteien und Wählergruppen zentral ihre Kandidaten präsentieren und politische Botschaften verbreiten können.
Friedhelm Thiele (3. von links, auf der Bank stehend) begrüßte an die 70 Interessierte zu einer CDU-Wahlkampfveranstaltung am Wüppelser Altendeich, bei der sich der Bürgermeister-Kandidat der Partei, Thies Fischer (2. von links), vorstellte. Foto: hol.
Dass für das Plakatieren in Wahlkampfzeiten im Wangerland ausnahmslos diese Stellwände genutzt werden, geht auf ein Einvernehmen zwischen den politischen Akteure zurück, die eine Verschandelung des Gemeindegebietes durch eine wilde Plakatschlacht vermeiden wollen. Auch das ist Ausdruck eines fairen Umgangs der politischen Parteien und Wählergruppen miteinander, den Bürgermeister Mario Szlezak kürzlich in den sozialen Medien ausdrücklich gelobt hat.
Podiumsdebatten geplant
Was für die einen Ausdruck des gegenseitigen Respekts ist, beklagen andere als „Kuschelwahlkampf“. Tatsache ist: Die bisherigen Wahlaussagen von den Parteien und Bürgermeister-Kandidaten konzentrieren sich auf das, was man jeweils selbst machen möchte, um die Probleme der Gemeinde Wangerland wie etwa die angespannte Finanzlage oder die ungeklärte Zukunft der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) zu lösen. Kritik am bisherigen Handeln oder den Plänen der jeweiligen anderen Lager waren bislang in den Stellungnahmen und Debatten nur selten zu vernehmen.
Das könnte sich in den nächsten Wochen ändern. So sind im Wangerland mehrere Podiumsdiskussionen geplant, unter anderem in Hooksiel und in Horumersiel, bei denen die Protagonisten direkt aufeinander treffen werden. Aber auch schon jetzt werden Aussagen etwa der Bürgermeister-Kandidaten deutlicher.
Fischer benennt Versäumnisse
Ein Beispiel: Eine CDU-Wahlkampfveranstaltung, zu der Brigitte und Friedhelm Thiele an die 70 Interessierte im „Kommunikationszentrum Altendeich“, der Scheune ihres Ferienhofes in Wüppelser Altendeich, begrüßten. Bürgermeister-Kandidat Thies Fischer stellte sein Programm von und benannte dabei erstmals auch vermeintliche Versäumnisse von Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) im Zusammenhang mit dem Desaster um den Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel.
Fischer beklagte, dass es bislang keine öffentliche Informations-Veranstaltung über den Stand der Erkenntnisse zur Kostenexplosion bei dem Projekt gab, das die WTG in die Insolvenz getrieben hat. „Hier wäre der Bürgermeister in der Pflicht gewesen.“ Die Gemeinde hatte sich entschieden, ein Zwischengutachten zum Thalasso-Bau unter Verschluss zu halten, um strafrechtliche Ermittlungen nicht zu behindern.
Entsprechende Passagen hätte man, so Fischer, ausnehmen können. Aber über alle anderen, juristisch unproblematischen Erkenntnisse hätte man die Bürger noch vor dem Wahltermin am 13. September informieren können. „Das ist jedenfalls die Transparenz, die ich mir wünsche.“
Wie sieht die WTG künftig aus?
Versäumt hat es nach Ansicht des CDU-Kandidaten der Amtsinhaber bislang auch, die Diskussion über die Zukunft der WTG anzustoßen. Was soll die Aufgabe des Unternehmen nach überstanden Insolvenz sein? Welche Rechtsform ist angemessen? Können touristische Leistungsträger eingebunden werden? Welche Rolle soll die Politik in dem Unternehmen noch spielen?
„Der neue Rat konstituiert sich Anfang November. Dann müssen zunächst Haushaltsfragen geklärt werden“, befürchtet Fischer. Wenn die Debatte über die Zukunft der WTG erst Anfang 2027 anlaufe, dauere es mindestens bis zum Sommer, bis Entscheidungen gefällt werden. Das sei eindeutig zu spät.
Zu Fragen aus dem Publikum, inwieweit denn auch die aktuellen Ratsmitglieder für das Thalasso-Desaster und die Insolvenz der WTG verantwortlich seien, hielt Fischer sich zurück. Er stecke noch nicht in allen Details. Aber er habe den Eindruck, dass niemand im Rat das Gefühl habe, etwas Unrechtes getan zu haben. „Sonst würden sich die Ratsmitglieder der CDU auch nicht zur Wiederwahl stellen.“
Wangerland (26. 6. 2026) –Die CDU-Wangerland lädt alle Bürgerinnen und Bürger zu einem Dorfrundgang durchMinsen/Förrien ein. Start ist am Montag, 29. Juni, um 19.30 Uhr am Nationalparkhaus in Minsen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht Bürgermeisterkandidat Thies Fischer, der sich den Bürgern persönlich vorstellen und seine Ziele sowie Schwerpunkte für die Entwicklung des Wangerlandes präsentieren wird. Dabei möchte er mit den Teilnehmern ins Gespräch kommen, Anregungen aufnehmen und Fragen beantworten.
Neben Fischer werden auch einige Kandidatinnen und Kandidaten für künftigen den Rat der Gemeinde Wangerland anwesend sein und für Gespräche zur Verfügung stehen. Im Anschluss an den Rundgang lädt die CDU alle Gäste zu einem gemütlichen Beisammensein bei Bratwurst und kühlen Getränken ein.
Hooksiel (25. 3. 2026) – Schießlärm kann nerven. Und er nervt auch viele. Gerade in Hooksiel. Wenige Kilometer von der Ortsgrenze entfernt, auf Wilhelmshavener Grund, ist der Wurftaubenschießclub-Jade beheimatet. Sein 2002 eingeweihter Schießstand wird gut genutzt. Vor allem an den Wochenenden. Morgens bis abends. Bei schönem Wetter. Wenn andere Leute die Ruhe auf ihrer Terrasse genießen wollen.
Der Wurftaubenschießstand in Wilhelmshaven-Tammhausen. Der Seebadeverein will mit dem dortigen Verein nach Wegen suchen, wie die Lärmbelastung für Hooksiel verringert werden kann. Foto: Wurftaubenschießclub
Vor allem bei östlichen Winden sind die Schießgeräusche der Sportschützen, darunter auch Jäger aus dem Wangerland, in Hooksiel gut zu hören. In einigen Ecken mehr, in anderen weniger. Zu jenen, die die Schüsse gewaltig stören, gehört der Konrad Severin. Er lebt seit einem Jahr in Hooksiel und engagiert sich im örtlichen Seebadeverein – in der Arbeitsgruppe „Schießlärm“. Deren Ziel: Die Lärmbelastung reduzieren.
Bauschuttdeponie als Schutzwall
Am Dienstag trug Severin beim „Gäste- und Bürgersnak“ des Vereins den Stand der bisherigen Bemühungen vor. Er erzählte von Gesprächen mit ebenfalls Betroffenen, von Recherchen zu lange zurück liegenden juristischen Auseinandersetzungen, über ein Telefonat mit dem Vorsitzenden des Wurftaubenschieß-Clubs und über Bemühungen des Wangerländer Alt-Bürgermeisters Dietrich Gabbey, der sich erneut an die Stadt Wilhelmshaven gewendet habe in der Hoffnung, dass man dort im Zuge der laufenden Fortschreibung des Flächennutzungsplanes der Stadt etwas für den Schallschutz der Hooksieler tun könnte.
Die Idee: Ein Lärmschutzwall. Eine entsprechende Konstruktion hatten Gabbey, der heutige Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) und Vereinsvorsitzender Heinz Weerda sich schon vor einigen Jahren einmal in Osnabrück angesehen. Dort schützt eine riesige Erddeponie in unmittelbarer Nähe des Schießstandes die Nachbarn vor Lärm.
Gemeinsam nachdenken
Rechtlich, so der Eindruck von Severin, ist dem Schießstand ohnehin nicht beizukommen. Sinnvoller wäre es, mit dem Verein zusammen nach Möglichkeiten der Lärmminderungen zu suchen. Als Pate für solche Gespräche bot sich im Gästehaus Bernd Abrahams an. Der Bauingenieur und Bürgermeister-Kandidat der Unabhängigen ist Jäger und nutzt den Schießstand auch selbst. Er habe den Eindruck, dass man sich bislang dort zwar schon über Lärm dämmende Maßnahmen sehr viele Gedanken gemach, aber halt noch keine Lösung gefunden habe. Er sei überzeugt, so Abrahams: „Es gibt Möglichkeiten, die Situation für die Hooksieler Bürger zu verbessern.“
Denkbar seien leisere Munition oder Schalldämpfer oder auch bauliche Maßnahmen wie der Einsatz von schalldämpfenden Materialien oder der Bau von Lärmschutzwänden. Wenn der Schießbetrieb nicht eingeschränkt werde und auf den Verein keine Kosten zukämen, so Abrahams, wären die Schützen sicher kooperationsbereit.
Gartengeräusche werden Nebensache
Bürgermeister Szlezak, auch zu Gast beim Seebadeverein, bestätigte, dass die Lärmschutzsatzung der Gemeinde Wangerland keine Handhabe gegen den Schießlärm biete. Was allerdings vor Ort schon zu kuriosen Situationen führen kann, wie ein Hooksieler Bürgerin schilderte. Sie habe sich gerade Gedanken darüber gemacht, ob sie einen Nachbarn rügen solle, der während der offiziellen „Mittagsruhe“ in Hooksiel mit Gartengeräten hantierte. Dann setzte die Schießerei ein – und der Lärm von nebenan wurde zur Nebensache.
Wangerland (6. 3. 2026) – Der CDU-Bürgermeisterkandidat Thies Fischer unterstützt den Vorstoß der Gewerbevereine aus Hohenkirchen, Horumersiel und Hooksiel, die für sich jeweils einen beratenem Sitz im Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Energie des Rates der Gemeinde Wangerland fordern. Die Interessenvertretungen für Handel, Handwerk und Gewerbe hatten in dieser Woche einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht. Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) hatte eine Beratung des Ansinnens ab Juli in Aussicht gestellt.
Fischer weist darauf hin, dass nach der niedersächsischen Kommunalverfassung Fachausschüsse um so genannte „sachkundige Bürger“ ergänzt werden können, die an den Beratungen teilnehmen, jedoch kein Stimmrecht besitzen. „In anderen Ausschüssen – etwa im Tourismus- oder im Gemeindeentwicklungs-Ausschuss – ist diese Praxis bereits etabliert“, so Fischer. „Ich halte es für richtig, die Expertise unserer Gewerbevereine auch im Wirtschaftsausschuss systematisch einzubinden.“ Handel, Handwerk und Gewerbe seien das Rückgrat der örtlichen Wirtschaft.
Vertreter aus der Wirtschaft, die selbst täglich unternehmerische Verantwortung tragen, würden wertvolle praktische Erfahrung mitbringen, die die politischen Entscheidungsprozesse „sinnvoll ergänzen“ könnten. Die demokratischen Zuständigkeiten blieben dadurch unberührt, so Fischer. „Das Stimmrecht liegt weiterhin bei den gewählten Ratsmitgliedern. Die Einbindung der Gewerbevereine bedeutet keine Kompetenzverschiebung, sondern eine Erweiterung der Beratungsperspektive.“
Gut besucht war der CDU-„Theken-Talk“ in Horumersiel. Am Tresen (von links) Thies Fischer, Mario Schiefelbein und die Abgeordnete Anne Janssen. Foto: hol
Wangerland (6. 2. 2025) – Schadet das LNG-Terminal vor Hooksiel dem Tourismus? Suchen sich Gäste mit Blick auf die bei der Regasifizierung von Flüssigerdgas phasenweise anfallenden Chloreinleitungen in die Jade lieber einen anderen Urlaubsort? Gesicherte Erkenntnisse dazu gibt es nicht – aber sehr unterschiedliche Meinungen. Das wurde auch beim „Theken-Talk“ der CDU-Wangerland am Mittwoch Abend im Restaurant „Leuchtfeuer“ in Horumersiel deutlich.
Gut 50 Interessierte verfolgten die vom CDU-Vorsitzenden Thies Fischer moderierte Informations- und Diskussionsveranstaltung. Im Zentrum standen die CDU-Bundestagsabgeordnete Anne Janssen (Widmung) und Mario Schiefelbein, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Nordsee (TANO) mit Sitz in Wilhelmshaven.
Energiewende spannend für Urlauber?
„Die Umrüstung es LNG-Tankers auf Ultrschall-Technik ist möglich. Ich verstehe nicht, warum das nicht gemacht wird“, sagte Anne Janssen, die ihre Partei im Tourismus-Ausschuss des Bundestages vertritt. Sie habe zu dem Thema schon etliche Anfragen gestellt, aber noch keine überzeugende Antwort erhalten. Es fehle an belastbaren Informationen.
Ihn haben, so Schiefelbein, allerdings noch keine Hinweise erreicht, dass Gäste mit Verweis auf das Terminal ihren Urlaub abgesagt hätten. Der TANO-Chef hält es sogar für wahrscheinlich, dass die Energiedrehscheibe Wilhelmshaven und ihr Beitrag zur Energiewende so spannend sind, dass man damit Urlauber angezogen werden könnten.
Thalasso wird kein Selbstläufer
Große Anziehungskraft werde auch das Thema Thalasso entwickeln, ist Schiefelbein überzeugt. Allerdings sei es kein Selbstläufer, das neue „Thalasso Meeres Spa“ in Horumersiel ganzjährig zu füllen. Um das dafür nötige, finanzkräftige Klientel ins Wangerland zu holen, müsse auch das sonstige Angebot stimmen.
Aber: Das Geld werde knapper. Die Menschen machen zwar immer noch Urlaub, bleiben aber nicht mehr so lange. „Sie sparen nicht am Urlaub, sondern im Urlaub“, sagte der Tourismus-Fachmann. Die Gäste wollen aber für ihr Geld gute Leistungen. Mit „Gelsenkirchener Barock“ als Ausstattung einer Ferienwohnung könne man nicht mehr punkten.
Digitalisierung enorm wichtig
Enorm an Bedeutung gewinne das Thema Digitalisierung, von der Online-Buchung über Rundum-Informationen bis hin zur Künstlichen Intelligenz. Dabei ist nach Ansicht von Anne Janssen eine enge Zusammenarbeit der Region wichtig. „Es kann nicht sein, das ich, wenn ich von Esens ins Wangerland fahre, schon wieder eine neue Info-App herunterladen muss.“
Auch Schiefelbein setzt auf noch engere Kooperation. Die TANO als Marketing-, Management- und Lobbyorganisation ist für die niedersächsische Nordseeküste von Emden bis Hamburg zuständig. Dazu gehören 86 Orte und die Inseln. Zu seinen Aufgaben gehöre es, sich in Hannover und in Berlin für die Nordsee als Urlaubsregion einzusetzen. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, müsse man die Kräfte der Region so weit es geht bündeln.
Oberstes Ziel: Wertschöpfung
Gästezahlen seien nur ein schwacher Beleg für den Erfolg der Bemühungen. Wesentliche Ziel sei es, die Wertschöpfung zu erhöhen. Ein Weg dahin, so ein Hinweis aus der Theken-Runde, wäre die Verlängerung der Urlaubssaison – im Wangerland etwa von 120 auf 200 Tage im Jahr. Damit würde auch die finanzielle Fähigkeit der Vermieter steigen, ihre Wohnungen modern auszustatten. Das neue Thalasso-Zentrum, aber auch kulturelle Angebote, könnten dazu beitragen.
„Aber was nützt es, wenn Gäste kommen und die Läden und Gaststätten haben geschlossen?“ fragte Schiefelbein. Für eine nachhaltige Saisonverlängerung müssten eine Fülle von Probleme gelöst werden. Gibt es genügend Fachkräfte etwa für die Gastronomie? Finden diese Fachkräfte vor Ort eine Wohnung? Und, und, und.
Tourismusförderung sei eine gemeinsame Aufgabe von Kommunen, Ländern und dem Bund. Angesichts der angespannten Kassenlagen bestehe die Gefahr, dass Kommunen beim Tourismus sparen – mit fatalen Folgen für die Wertschöpfung. Eine Aufgabe des Bundes sei es, so Anne Janssen, im Ausland für Deutschland als Urlaubsort zu werben.
CDU will Umsatzsteuer senken
Die CDU wolle nach der Bundestagswahl die Wertschöpfung in der Gastronomie ganz direkt stärken, kündigte die Abgeordnete an. Das 100-Tages-Programm der Union sehe nach einem Wahlsieg eine Senkung der Umsatzsteuer in der Branche von 19 auf 7 Prozent vor. Gegen den Fachkräftemangel helfen soll eine neue Bundesbehörde, die die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen erheblich beschleunigt.
Hilfreich für den Einstieg in Beschäftigung wäre auch eine Absenkung der Sprach-Anforderungen. Janssen: „Nicht jeder, der hier bei uns arbeiten, muss perfekt Deutsch sprechen können.“ Letztlich sollten Unternehmen entscheiden, ob ein neuer Mitarbeiter mit seinen Fähigkeiten hilfreich ist oder nicht.
Wangerland/Friesland (31. 1. 2025) – Die Zerstörung von Plakaten der Grünen auf Plakatwänden und an Laternenmasten hält an. In den vergangenen beiden Wochen seien mehr als die Hälfte der Großflächen-Plakate in Friesland Ziel von Vandalismus gewesen, beklagt Kreisvorsitzende Jutta Helmerichs, die schon vor zwei Wochen auf entsprechend Attacken hingewiesen hatte. „Mit politischem Wettstreit hat das nichts mehr zu tun.“ Die öffentliche Stimmungmache, die die Grünen zum Feindbild erklärt habe, schlage in Gewalt um.
Wie hier in Zetel sind offenbar in ganz Friesland Wahlplakate der Grünen das Ziel von Zerstörungswut. Foto: die Grünen
Einrichtungen und Repräsentanten seien bundesweit am häufigsten das Ziel von Übergriffen. Das belegen nach Angaben der Grünen Zahlen der Bundesregierung. Im ersten Halbjahr 2024 etwa, in dem die Europawahl stattfand, richteten sich laut Kriminalstatistik rund 2500 Straftaten gegen Wahlplakate der Grünen, SPD und AfD verzeichneten rund 1900 Fälle von Wahlplakatbeschädigung.
„Wir Grüne wollen uns nicht in eine Opferrolle drängen lassen“, erklärt Helmerichs. Die Grünen in Friesland würden weiter auf Kommunikation und Sachlichkeit setzen. „Wir rufen die demokratischen Parteien und Kräfte auf, inhaltlich zu diskutieren. Wer mit Gewalt, Angst und Hass Politik macht, stärkt aus unserer Sicht nur die Parteien, die darin ihr Geschäft sehen.“
Die Grünen in Friesland appellieren an die Bürger: „Wenn Sie die Zerstörung eines Wahlplakats beobachten, melden Sie sich direkt bei uns oder bei der Polizei.“