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Beiträge veröffentlicht in “Hooksiel”

Preußische Kanone schützt Hooksieler Hafenzufahrt

Hooksiel (1. 4. 2026) – Die Hooksieler können wieder sicher schlafen. Die historische Kanone steht wieder auf dem Deich vor dem Alten Hafen und sorgt dafür, dass Kaperfahrer oder sonstige Plünderer zumindest auf dem Seeweg nicht in den Ort kommen können. Mitglieder des Seebadevereins um den Vorsitzenden Wolfgang Ademes haben das Schmuckstück am Dienstagabend quer durch den Ort zu seinem Sommer-Stammplatz gebracht.

Die Hooksieler Kanone steht wieder an ihrem Platz auf dem Deich an der Viethstraße. Dort montiert wurde sie von (von links) Wolfram Heibeck, Uwe Gaudian, Erwin Abels, Stefan Kutscher, Ulrich Hellkuhl, Thomas Leimkühler und Wolfgang Ademes. Foto: hol

Die erst vor wenigen Jahren runderneuerte Kanone war über der Winter in der Bootswerft von Wolfram Heibeck im Hooksieler Gewerbegebiet eingemottet. Dort hatte sie in den vergangenen Tagen auch noch einen frischen Anstrich erhalten. Gezogen von einer kleinen Zugmaschine rollte die Kanone auf ihren eigenen Rädern zunächst bis zum Alten Hafen und von dort über einen schmalen Weg den Deich an der Viethstraße hinauf. Unmittelbar neben dem historischen Ausguck-Hochsitz wurde das beliebte Fotomotiv diebstahlsicher verankert.

Das Stück historische Wehrtechnik soll nach Recherchen des Seebadevereins zusammen mit einer Schwester-Kanone von den Preußen um 1860 aufgestellt worden sein, um den Umschlagplatz Hooksiel und mittelbar auch Preußens damals im Aufbau befindlichen Kriegshafen Wilhelmshaven zu schützen. Die Kanonen wirkten offenbar abschreckend. Jedenfalls gibt es keine Überlieferungen, die besagen, dass sie jemals abgefeuert worden wären.

Menge der LNG-Importe im ersten Quartal deutlich gestiegen

Wilhelmshaven/Hooksiel (1. 4. 2026) – Der Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) über die Terminals der Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) steigt rasant. Wie das bundeseigene Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf mitteilt, wurde im ersten Quartal 2026 mit über 25 Terawattstunden (TWh) eine neue Höchstmenge Energie in Form von Erdgas in das deutsche Netz einspeisen. Damit habe man seine Leistung im Vergleich zum Vorjahreswert (10 TWh) auf das Zweieinhalbfache gesteigert. Die 25 TWh würden rechnerisch rund zehn Prozent der Gesamtkapazität der deutschen Erdgasspeicher entsprechen.

Beitrag zur Versorgungssicherheit

„Durch den Aufbau und verlässlichen Betrieb unserer Terminals kann DET inzwischen regelmäßig bis zu 350 Gigawattstunden Energie in das deutsche Gasnetz einspeisen“, sagt DET-Geschäftsführer Dr. Peter Röttgen. „Das Ergebnis ist ein wesentlicher Beitrag zur Versorgungssicherheit für private Haushalte und die Wirtschaft, was insbesondere in dieser geopolitisch angespannten Zeit sehr wichtig ist.“

Die DET betreibt und vermarktet im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie mit lokalen Partnern vor Ort drei staatlich initiierte schwimmende Regasifizierungsterminals (FSRU), eines in Brunsbüttel und zwei in Wilhelmshaven. Ein weiteres ist für Stade geplant. An Bord der FSRU wird das LNG wieder in gasförmigen Zustand versetzt und ins Gasnetz eingespeist.

Importe überwiegend aus den USA

Als erste FSRU ging Ende 2022 die „Höegh Esperanza“ ans Netz, die in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens am Terminal Wilhelmshaven 1 liegt. Im Mai 2025 wurde am Terminal Wilhelmshaven 2 mit der „Höegh Excelsior“ die insgesamt dritte FSRU in Betrieb genommen. Die insgesamt eingespeiste Jahresmenge an LNG lag 2025 bei 79 TWh und damit deutlich über den beiden Vorjahreswerten (je 59 TWh). 

Umwelt- und Klimaschützer kritisieren, dass es sich auch bei LNG um einen fossilen Energieträger handelt. Zumindest das in Wilhelmshaven angelandete Flüssigerdgas kommt nahezu vollständig aus den USA, wo es mit der umstrittenen Fracking-Methode gefördert wird.

Investor gefunden: Meerwasser-Hallenbad soll Eishalle werden

Hooksiel (1. 4. 2026) – Gute Botschaft von der Wangerland Touristik GmbH. Entgegen aller Erwartungen haben die Verantwortlichen des insolventen Marketing-Unternehmens doch noch Interessenten gefunden, die das seit Oktober vergangenen Jahres geschlossene Meerwasser-Hallenwellenbad weiter betreiben möchten. Allerdings wollen die Investoren das Bad nicht mehr als Schwimmbad nutzen – sondern als Eishalle. Und das möglichst schon ab den Sommerferien. 

Leeres Becken im Hallenwellenbad
Die Vorbereitungen für die Umrüstung des bisherigen Meerwasser-Hallenwellenbades Hooksiel zu einer Eishalle laufen an. Die ICE-Welt GmbH leitet bereits Süßwasser für die Eisproduktion ins Schwimmbecken. Foto: hol

Die Nachricht gilt noch als vertraulich. Auf Anfrage von „Hooksiel-Life“ bestätige die Geschäftsführung der ICE-Welt GmbH (Braunlage) aber, dass man im Harz durchaus Potenzial im Wintersport im Nordseebad Hooksiel sieht. Ralf Köster: „Alle Küstenbadeorte wollen ihre Saison möglichst über das ganze Jahr erweitern. Was liegt da näher, als Segmente des Wintersports an die Küste zu bringen?“ Sein Unternehmen sei deshalb auf Immobiliensuche auf Rügen (Binz), in Dithmarschen (Büsum) und in Ost-Friesland (Hooksiel) gegangen.

Trinkwasser für die Eisbahn

Der Aufwand, das Hallenbad-Gebäude in Hooksiel in eine Eishalle unzubauen, sei überschaubar. Eingangsbereich, Umkleide- und Sanitärräume, Restaurant (geplanter Name: „Doppelter Toeloop“) und ein Großteil der Technik könnten ohne Probleme übernommen werden. Die Eis-Aufbereitung sei ebenso energieintensiv wie die Erwärmung des Badewassers und der Antrieb der in die Jahre gekommenen Wellenanlage. Allerdings: Für die Produktion des Eises werde man nicht auf das salzhaltige Meerwasser setzen, sondern auf frisches Trinkwasser vom OOWV.

Die neue Eishalle soll ganzjährig betrieben werden. Man kalkuliere mit 50.000 Besuchern im Jahr, so Köster. Die Personalsuche habe bereits begonnen. Man benötige aber eigentlich nur einen Eis-Meister, einen Energie-Techniker, einige Reinigungskräfte und Aushilfen für den Schlittschuh-Verleihdienst und das Restaurant.

Eishockey für Frauen

Neben privaten Schlittschuhläuferinnen und -läufern setze man auf ambitionierte Hobbysportler. In Zusammenarbeit mit dem neuen Großverein SC Wangerland plane man die Gründung einer Eissport-Abteilung – Eiskunstlauf, Eistanz und Curling seien als neue Abteilungen des Vereins bereits fest geplant. Im Aufbau seien Eishockey-Mannschaften für Männer und – ein Alleinstellungsmerkmal in der Region – auch für Frauen. Zur Eröffnung des neuen Eistempels wolle man Eislauf-Ikone Katharina Witt verpflichten, so der Geschäftsführer. 

Ideengeber aus Hooksiel

Auf die spannende Immobilie in Hooksiel aufmerksam geworden ist die international engagierte ICE-Welt GmbH übrigens über einen entfernten Verwandten von Köster. Der Hooksieler Bernhard Köster, unter anderem im örtlichen Seebadeverein engagiert, hatte in diesem Winter mehrfach auf Wintersport-Möglichkeiten vor Ort aufmerksam gemacht – allerdings ohne dabei das Hallenbad im Blick zu haben.

Von der aktuellen Wendung ist der Hooksieler begeistert: „Wenn das klappt, stelle ich den Antrag, den Seebadeverein bis zum nächsten 1. April in Seebade- und Eislauf-Verein umzubenennen.“

Männerkreis besichtigt das Küstenmuseum

Hooksiel (31. 3. 2026) – Der Männerkreis der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland unternimmt am Dienstag, 14. April, einen Ausflug nach Wilhelmshaven. Geplant ist die Besichtigung des Küstenmuseums. Die Abfahrt ist für 13.30 Uhr am Walter-Spitta-Haus geplant. Kostenbeitrag: 15 Euro. Nach der Rückkehr werde man sich noch für einen Kaffee oder Tee und ein Stück Kuchen zusammensetzen. Männerkreis-Organisator Herbert Ulfers bittet um Anmeldungen per Email (hulfers@aol.com) bis spätestens zum 12. April. 

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Gastspiel mit reichlich Ouzo und viel Humor im Gästehaus

Hooksiel (31. 3. 2026) – Die Komödie „Ouzo for One“ kommt zurück nach Hooksiel – und das gleich zwei Mal. Am Dienstag und Mittwoch, 10. und 11. April, bringt Vasilios Zavrakis sein Erfolgsstück erneut im Hooksieler Gästehaus auf die Bühne. Da die Vorstellung am 11. April bereits ausverkauft ist, gibt es nur noch Karten für die Zusatzshow am 10. April. 

Vasilios Zavrakis gastiert mit der Komödie „Ouzo for One“ im Gästehaus Hooksiel. Foto: WTG/Die Bagage

Premiere im Wangerland feierte das Stück 2024. Auch vergangenes Jahr gab es einem ausverkauften Abend. In „Ouzo for One“ steht Zavrakis allein auf der Bühne und füllt sie mühelos mit dem Leben einer kompletten griechischen Taverne. Als Wirt Costa kämpft er gleichzeitig mit hungrigen Gästen, strengen Restaurant-Testern und der italienischen Konkurrenz von gegenüber. 

Während in der Küche der Druck steigt, wächst in der Taverne das Chaos und Costa greift zwischendurch lieber selbst zum Ouzo. Zavrakis spielt sämtliche Rollen des Abends und verleiht jeder Figur eine eigene Stimme, Mimik und Gestik. 

Tickets sind erhältlich in den Tourist-Informationen Horumersiel und Hooksiel, sowie online unter wangerland.de/ouzo 

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Kunstverein holt „Fischers Sohn“ zurück zum Künstlerhaus

Hooksiel (31. 3. 2026) – Auf ein ereignisreiches Jahr 2025 blickte der Vorsitzende Björn Mühlena während der Mitgliederversammlung des „Kunst- und Erlebnispfad Hooksiel e. V.“ zurück. In der harmonischen Sitzung herrschte unter den Mitgliedern Einigkeit über den Kurs des Vereins, der aktuell 53 Unterstützer zählt.

Kulturmotor für die Region

Mühlena hob die sechs Ausstellungen im Künstlerhaus und die gute Vernetzung des Vereins hervor. Ein besonderer Dank galt der Leiterin des Künstlerhauses, Renate Janßen-Niemann: „Die vertrauensvolle Zusammenarbeit und der kurze Draht sind das Fundament für das gute Niveau unserer Arbeit“, betonte der Vorsitzende. Als Förderverein hat sich der Kunstverein für die nahe Zukunft ein sichtbares Ziel gesetzt: Die Verschönerung des Vorplatzes am Künstlerhaus, um den Ort für Besucher noch attraktiver zu gestalten.

Der Kunstverein will „Fischers Sohn“ wieder vor das Künstlerhaus holen. Die Bronze war angefahren und beschädigt worden. Archiv-Foto: hol

Der Verein fördert die bildende Kunst und die kulturelle Entwicklung im Wangerland. Neben der Unterstützung des Künstlerhauses initiiert der Verein Projekte im öffentlichen Raum (z. B. den Ankerpfad) und organisiert Kunstreisen sowie Ausstellungen.

Ausflug nach Emden

Ein Glanzpunkt des Vereinsjahres war die Exkursion zur Kunsthalle Emden, die vom stellvertretenden Vorsitzenden Heinz Keweritsch organisiert worden war. Aufgrund der großen Resonanz soll dieses Format fortgeführt werden. Anerkennung fand auch die Arbeit hinter den Kulissen: So unterstützt Christine Keweritsch den Verein und das Künstlerhaus maßgeblich beim professionellen Arrangement der Ausstellungen. Dass dieses Engagement Früchte trägt, zeigen die Besucherzahlen: Einzelne Künstler lockten im vergangenen Jahr über 1.000 Gäste in die Ausstellungsräume.

Ankerpfad und „Fischers Sohn“

Auch für das laufende Jahr ist der Terminkalender gut gefüllt. Neben der notwendigen Reparatur der bekannten Skulptur „Fischers Sohn“ steht die Kooperation mit der Arbeitsgruppe Hooksiel im Fokus. Gemeinsam widmet man sich der Pflege und Erweiterung des „Ankerpfads“, der Kunst und Ortsgeschichte im öffentlichen Raum verbindet.

Stabwechsel im Vorstand

Im Rahmen der turnusmäßigen Wahlen gab es eine personelle Veränderung im Vorstand: Julian Dreßel wurde zum neuen Schriftführer gewählt. Er tritt die Nachfolge von Anja Dittmer an, der Björn Mühlena für ihren langjährigen Einsatz ausdrücklich dankte. Abschließend unterstrich Mühlena die Bedeutung der politischen Mitwirkung: „Dass wir aktiv im Kunst- und Kulturbeirat der Gemeinde Wangerland mitwirken, ist eine wertvolle Anerkennung unserer Arbeit für die gesamte Region.“

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Auch zum kindgerechten Unterricht gehört Fachsprache dazu

Hooksiel (30. 3. 2026) – In der Reithalle des Reit- und Fahrverein (RuF) Hooksiel in Oesterdieken fand eine Fortbildung für Reitlehrerinnen und Reitlehrer unter dem Motto „Kleine Reiter ganz groß“ statt. Geleitet wurde die Veranstaltung von Pferdewirtschaftsmeisterin Ina Tapken, Lehrbeauftragte des Pferdesportverbandes Weser-Ems. 

Das Bild zeigt die Teilnehmerinnen sowie drei Springreiter mit Lehrgangsleiterin Ina Tapken (4. von rechts). Foto: RuF Hooksiel

Initiiert worden war die Weiterbildung vom Kreisreiterverband Friesland-Wilhelmshaven. Im theoretischen Teil der Fortbildung stand die Frage im Mittelpunkt, wie Reitunterricht abwechslungsreich und kindgerecht gestaltet werden kann. Gemeinsam mit elf Teilnehmerinnen erarbeitete Tapken praxisnahe Ansätze zu Themen wie den Unterschieden zwischen Einzel- und Gruppenunterricht sowie zur Unfallverhütung im Reitbetrieb.

Ein wichtiger Punkt war, dass auch in kindgerechtem Unterricht die Fachsprache nicht zu kurz kommen darf – damit das Lernen sowohl altersgerecht als auch fachlich fundiert bleibt. 

Im praktischen Teil folgte die Umsetzung: Je drei Dressur- und drei Springreiter standen zur Verfügung, um das Erlernte direkt in der Praxis auszuprobieren. Die Teilnehmenden übernahmen abwechselnd den Unterricht und setzten die theoretischen Erkenntnisse in die Tat um. Anschließend wurden die Einheiten gemeinsam besprochen – ein wertvoller Austausch für alle Beteiligten, der neue Impulse für die Arbeit mit jungen Reitschülerinnen und Reitschülern bot. 

 

Verstöße gegen Anleinpflicht für Hunde können teuer werden

Friesland (27. 3. 2026) –Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Friesland weist auf die generelle Anleinpflicht für Hunde während der allgemeinen Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit hin. Zum Schutz der Wildtiere gilt, dass zwischen dem 1. April und dem 15. Juli jeden Jahres Hunde beim Aufenthalt in der freien Landschaft an der Leine zu führen sind. 

Ab dem 1. April gilt eine generelle Anleinpflicht für Hunde in der freien Natur. Foto: Landkreis Friesland

Verschiedene wildlebende Tiere ziehen im Frühjahr auf Wiesen und in Wäldern ihren Nachwuchs auf. Freilaufende Hunde können nicht nur selbst jagen, sondern auch durch Annäherung ein Fluchtverhalten bei Elterntieren auslösen. Dadurch zurückgelassene Eier oder Jungtiere können Opfer von Fressfeinden werden, auskühlen oder verhungern. 

Festgesetzt wird diese Pflicht durch das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NwaldLG). Wer gegen die Anleinpflicht verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden kann.

Unabhängig von der generellen Anleinpflicht in der freien Natur gibt es lokale Regelungen. So gilt etwa für die in Erholungsorte in der Gemeinde Wangerland, also auch das Nordseebad Hooksiel, ganzjährig eine generelle Anleinpflicht für Hunde.

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Wangerländer Künstlerin erzählt Geschichten aus dem Meer

Hooksiel (29. 3. 2026) – Kunstwerke erzählen Geschichten. Zumindest viele. Und die von Karin Mennen geschaffenen Bilder und Bronzen allemal. Überzeugen kann man sich davon in der Ausstellung „Maritime Malereien und Bronzeplastiken“, die Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann zusammen mit Wangerlands stellvertretender Bürgermeisterin Alice Brandenburg-Bienek an diesem Sonntag eröffnet hat.

Die maritimen Bilder von Karin Meinen werden zum Teil vom Meer und vom Watt selbst gestaltet. Foto: hol

Die Wangerländerin gehört zu jenen Kulturschaffenden, für die Kunst neben Kreativität und Inspiration auch viel mit Können zu tun hat. Sie hat nach dem Lehrerstudium (Kunst und Deutsch für Gymnasien) an den Kunsthochschulen Düsseldorf und Wien studiert. Vor allem das Studium in Wien habe sie genossen, sagte Karin Mennen im Gespräch mit „Hooksiel-Life“. Vor allem die zahlreichen Stunden in Ausstellungen und Museen. Jede Menge Werke aus aller Welt, gespickt mit Symbolen, die Sprache der großen Künstler.

Leidenschaft als Grundlage

Zuhause gefühlt aber habe sie sich aber nur im Wangerland, sagt die Künstlerin. Hier wollte sie leben und arbeiten. Und genau diese leidenschaftliche Verbindung von Karin Meinen mit ihrer Heimat spüre man in ihren Arbeiten, sagte Renate Janßen-Niemann.

Es geht Karin Mennen um Geschichten, mal aus der Geschichte, mal aus der Natur, mal aus der Technik oder der Zukunft. Wichtig für ihre Inspirationen sei zudem das Material, mit dem sie arbeite. Dazu gehören stets selbst gemachte Farben, manchmal besondere Leinwände oder die Bronze für die Skulpturen.

„Bevor ich mich an die Arbeit mache, versuche ich möglichst viel zu recherchieren – zu den Materialien, aber auch zum jeweiligen Thema.“ So etwa zur „Seewiefken“-Skulptur, die hinter dem Deich in Minsen steht. Als Karin Mennen die lebensgroße Figur, das Wappenbild der Gemeinde Wangerland, schuf, war die Seewiefken-Sage kaum bekannt. 

Vor der maritimen Malerei steht für die Künstlerin der Kontakt mit dem Meer, dem Watt, den Salzwiesen. Ein Projekt, deren Ergebnisse in der Ausstellung zu bewundern sind: Watt-Gemälde, die das Weltnaturerbe lebendig werden lassen. Karin Mennen legt dafür teilweise mit blauer Farbe unterlegte Leinwand (oder auch Sackmaterial) direkt ins Watt – und wartet. Tage, manchmal Wochen, spielt die Natur mit der Materie und hinterlässt ihre Spuren. Die sind dann – wenn sie nicht gerade von Urlaubern als Souvenir mitgenommen werden – die Basis für die weitere Gestaltung des Kunstwerks. Federreste werden zu einem Vogel, Wasserschlieren zur Welle, Sandkörner zu einer Düne. Stabilisiert wird die dreidimensionale Kunst durch mehrere Lasuren. Natürlich aus eigener Herstellung.

Männchen tragen Kinder aus

Spannend auch die Seepferdchen-Bronzen (auf dem Bild mit der Künstlerin und Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann). Der „Hippocampus“ galt lange als ausgestorben – hat aber überlebt. Für seine Existenz benötigt das in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Tier Salzwiesen, wie sie im Wattenmeer vorkommen. Übrigens: Bei den Seepferdchen tragen die ihren Weibchen stets treuen Männchen den Nachwuchs aus. Ihr nach außen gerichtetes Skelett ist extrem stabil und gilt als Vorbild für moderne Robo-Technik. 

Die Recherche geht der Kunst voraus. Am Ende steht eine wunderschöne Bronze im Künstlerhaus. Sie ist mehr als Kunst – sie steht für eine der vielen spannenden Geschichten von Karin Mennen mit Bezügen zum Wangerland. 

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Kommentar: Gemeinderat stellt sich ein Armutszeugnis aus

Von Gerd Abeldt 

Hooksiel (27. 3. 2026) – Man kann trotzt des Thalasso-Desasters unterschiedlicher Auffassung darüber sein, ob die Gremien der Gemeinde Wangerland Nachhilfeunterricht in punkto wirtschaftliches Handeln benötigen. Oder ob überhaupt exklusive Informationen für Entscheider für nicht demokratisch legitimierte Bürger zugänglich sein sollten. Verständnis könnte man auch für Zweifel daran haben, ob Interessenvertreter die besten Berater für Politiker sind – zumal dann, wenn es um Dinge geht, die die Ratgeber gegebenenfalls selbst betreffen. 

Scheu vor der Öffentlichkeit

Ein echtes Armutszeugnis ist es aber, dass der Gemeinderat nicht die Traute hatte, diese und vielleicht auch noch andere kritische Argumente in öffentlicher Debatte zu benennen. Die einstimmige Entscheidung gegen den Antrag der Gewerbevereine aus Hooksiel, Horumersiel und Hohenkirchen, die gern Vertreter als beratende Mitglieder in den Wirtschaftsausschuss der Gemeinde entsandt hätten, fiel in der Ratssitzung am 17. März, im nicht-öffentlichen Teil. Zum Bild passt, dass die Gemeinde dann noch einmal über eine Woche benötigte, ihren Beschluss öffentlich zu machen. 

Die Begründung ist klar: Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzungen des Wirtschaftsausschusses, an dem auch die beratende Mitglieder teilnehmen dürften, gehe es häufig um vertrauliche Informationen und um die Belange Dritter. So die Argumentation des Rates. Heißt übersetzt: Die gewählten Ratsvertreter glauben nicht, dass sich beratende Mitglieder an das Gebot der Vertraulichkeit halten, zu dem sie natürlich ebenso wie die ehrenamtlich tätigen Politiker vergattert würden. 

Angst vor eigenen Argumenten?

Als Botschaft angekommen ist außerhalb des Rathauses, dass die Politiker bei der Beratung kniffliger Angelegenheiten – fehlendes Fachwissen hin oder hier – lieber unter sich bleiben. Ebenso wie bei der Beratung des im Vorfeld öffentlich verbreiteten Antrages der Gewebevereine, der zumindest nach den Vorgaben der niedersächsischen Kommunalverfassung fast schon zwingend öffentlich zu beraten gewesen wäre.

„Die Sitzungen der Vertretung sind öffentlich, soweit nicht das öffentliche Wohl oder berechtigte Interessen Einzelner den Ausschluss der Öffentlichkeit erfordern“, heißt es im Niedersächsischen Kommunal-Verfassungsgesetz wörtlich. Dass eine Absage an die Gewerbetreibenden das „öffentliche Wohl“ gefährdet hätte, wird wohl niemand behaupten wollen. Und: Berechtigte Interessen Einzelner, die gegen einen Diskurs vor den drei Ratszuschauern gesprochen hätten, sind auch nicht zu erkennen. 

Höchstens die Interesse jener Ratsmitglieder, die nur ungern öffentlich gegen ihnen nahe stehende Gewerbevereine argumentieren. Aber deren Sorge ist durch die Verbannung der Zuhörer nicht kleiner geworden. Da der Rat sich geschlossen gegen den Antrag der Wirtschaftsvertreter gestellt hat, ist ja das Abstimmungsverhalten eines jeden einzelnen Ratsmitgliedes bekannt. 

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