Der Leuchtturm „Roter Sand“. Steht er künftig in Hooksiel? Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Hooksiel (15. 3. 2025) – Hooksiel ist immer noch im Rennen als künftiger Standort des deutschen Traditions-Leuchtturms „Roter Sand“. Wie ein Sprecher der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gegenüber „Hooksiel-Life“ sagte, sei eine Entscheidung noch nicht gefallen. Die Gemeinde Wangerland gehöre neben de Stadt Wilhelmshaven und der der Gemeinde Budjadingen (Fedderwardersiel) zu den drei Kommunen, die von den Bewerbern noch übrig geblieben sind.
Man arbeite derzeit noch an der Entscheidungsfindung, so Thomas Mertz von der Stiftung, die den vor der Wesermündung stehenden, ab 1880 errichteten Leuchtturm betreut. „Wir bemühen uns natürlich, die Entscheidung zügig zu treffen, aber bei einem so einmaligen Ereignis sind viele Aspekte zu berücksichtigen, die man nicht übers Knie brechen will.“
Das 53 Meter hohe und 70 Meter hohe Bauwerk wies bis 1964 den Schiffen den Weg in die Weser. Sturm und Salzwasser setzten dem Stahlmantel und dem Betonfuß zunehmend zu. Fachleute sind zu der Erkenntnis gelangt, dass das Bauwerk an seinem bisherigen Platz nur noch schwer zu halten ist und deshalb an Land einen neuen Standort in Küstennahe erhalten sollte, wo es weiterhin als touristischer Anziehungspunkt wirken könnte. In Hooksiel käme dafür ein Areal in unmittelbarer Nähe des Außenhafens in Frage.
Wann der Umzug beginnen soll und wie er konkret aussehen könnte, ist bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz derzeit noch kein Thema. Mertz: „Wenn die Frage des Standortes geklärt ist, werden wir uns dieser Frage zuwenden. Hier sind die Beteiligten mitzunehmen und die baulichen, genehmigungsrechtlichen und finanziellen Punkte zu klären.“
Die E-Jugend-Meistermannschaft der JSG Wangerland mit den Trainern Markus Tammen (links) und Lars Reiners. Auf dem Foto fehlt Lio Reiners. Foto: JSG
Wangerland (13. 3. 2025) – Die Fußball-E-Jugend der Jugendspielgemeinschaft (JSG) Wangerland ist in der Winterrunde Hallenmeister geworden. Das Team der Trainer LarsReiners und MarkusTammen holte an drei Turniertagen an verschiedenen Spielorten insgesamt 31 Punkte und hatte damit vier Punkte Vorsprung auf den zweiten Platz, den Frisia Wilhelmshaven 2 belegte.
„Unser Torverhältnis von 27 zu 4 kann sich auch sehen lassen“, freut sich der Hooksieler Reiners. „Unseren höchsten Sieg haben wir mit 6:0 gegen Zetel erzielt – in nur zehn Minuten Spielzeit.“
Ein Highlight seien die beiden Spiele gegen Frisia 2 gewesen. Die Mannschaft sei spielerisch sehr stark. Das erste Spiel gegen Frisia gewann die JSG mit 3:1, das zweite ging mit 1:0 an Frisia.
Am nächsten Wochenende reist die E-Jugend nach Oldenburg zur Finalrunde. Zu den Gegnern dort gehören der VFB Oldenburg, Frisia Wilhelmshaven, GVO Oldenburg, Rastede, Abbehausen und die SG Friesland.
Die E-Jugend hatte auch schon die Freiluftsaison im Herbst als Meister beendet. Damit ist das Team in die 1 Kreisklasse aufgestiegen.
Zur erfolgreichen Mannschaft gehören neben den Trainern Lio Reiners, Ben Tibke, Leon Wagner, Fadilou Nuß, Hagen Kohl, Lasse Gerdes, Yarkko Linderhaus, Jerome Tammen und Mattis Doden.
Auf engstem Raum überwintern Monika und Michael Winkler vom „Circus Axo“ in ihrem Campingwagen auf einem Parkplatz an der Marina in Hooksiel. Foto: hol
Hooksiel (12. 3. 2025) – Das Leben von Clowns ist nicht immer nur lustig. Das trifft auch für Monika und Michael Winkler zu, die den Winter über in Hooksiel leben. In einem kleinen Campingwagen, schlecht geheizt und mit kalter Dusche. Aber ihre gute Laune lassen sich die Schausteller dadurch nicht verderben. Sie freuen sich schon auf die nächste Saison ihres „Cirkus Axo“ am Strand von Schillig.
Der kleine Zirkus, der seit 2019 regelmäßig von der Wangerland Touristik GmbH gebucht wird, ist ein Alleinstellungsmerkmal fürs Wangerland und eine echte Attraktion, vor allem für Familien und Kinder. Monika und Michael Winkler geben an fünf Nachmittagen in der Woche in ihrem 19 Meter durchmessenden Zelt Vorstellungen. Hinzu kommen jeweils vormittags Jonglage-Kurse für Kinder, die nach den Worten der Winklers vor allem von den Kindern der Mutter-Kind-Einrichtungen im Umfeld gut angenommen werden.
Mit Zirkus selbstständig gemacht
Monika ist in der Schweiz geboren, hat als Artistin, Jongleurin und Clownin gearbeitet. Michael stammt aus Hamburg. Ihm ist das Leben als Clown gleichsam in die Wiege gelegt worden. „Schon mein Vater war Musik-Clown“, erzählt der Künstler im Gespräch mit „Hooksiel-life“. Bei einem gemeinsamen Engagement bei einem kleinen Zirkus in Österreich habe das Paar dann 1994 beschlossen: „Was der Zirkusdirektor hier kann, das können wir auch: Wir machen uns selbstständig!“
Das Abenteuer, mit einem eigenen Zirkus durch die Lande zu ziehen, war nach zwei Jahren wieder vorbei. „Die Kosten fressen einen auf“, sagt Michael Winkler. Deshalb habe man sich für ein Engagement in einem Freizeitpark in Verden entschieden, das 22 Jahre lang für den Broterwerb gesorgt hat. Allerdings mussten die Winklers dafür einen hohen Preis zahlen. Ihnen drohte der Spaß an ihrem Beruf verloren zu gehen. „Der Besuch der Vorstellungen war im Gesamtpreis inbegriffen. Leute kamen und gingen mitten in der Vorführung. Eine Beziehung zum Publikum aufzubauen, das war so gut wie nicht möglich.“
Krimis im Zirkuszelt
Ganz anders im Wangerland. Am Strand in Schillig fühlen Monika und Michael Winkler sich nach eigenem Bekunden rundum wohl. „Wir haben schon viele sehr schöne Vorstellungen gehabt, bei denen der Funke zum Publikum übergesprungen ist“, sagt Michael Winkler. Hinzu kommen andere Veranstaltungen, für die die das Zelt gebucht werd en kann. Konzerte etwa und Lesungen wie mit dem Krimiautor Klaus-Peter Wolf („Ostfriesen-Krimis“) der den Zirkus offenbar in sein Herz geschlossen hat. „In einem der nächsten Romane soll auch ein Zirkus vorkommen ….“
Bereiten sich schon so langsam auf die Rückkehr nach Schillig vor. Spätestens ab Ostern können Zirkusliebhaber die Clowns Monika und Michael Winkler dort wieder in ihrer Manege erleben. Foto: hol
Aber auch das Leben an der Küste ist nicht einfach. Die Saison vor dem Deich ist kurz. Die Schausteller müssen den Winter mit dem überbrücken, was sie von Frühjahr bis Herbst verdient haben. Besonders schwierig sei das während der Zeit der Corona-Pandemie gewesen, als aus sechs Auftritt-Monaten plötzlich nur drei wurden. „Da sind wir dem Leiter des Ordnungsamtes der Gemeinde Wangerland immer noch dankbar, der sich massiv für uns eingesetzt hat“, schildert Michael Winkler. Konkret ging es um die förmliche Anerkennung der Schausteller als „Künstler“.
Als Winterquartier stellt die Wangerland Touristik dem Paar einen Parkplatz an der Hooksieler Marina zur Verfügung, weit ab vom Dorf – und auch von sozialen Kontakten. Der Campingwagen der Winklers steht inmitten einer ganzen Reihe von Zirkuswagen, in denen vom Zelt über die Sitzbänke bis zu Kostümen und sämtlichen Requisiten der gesamte Zirkus verstaut ist.
Vorfreude aufs Publikum
Ab und zu klopfe mal ein Spaziergänger an die Tür. Oder man könne Segler beobachten, die ihre Boote wetterfest machen. Die Hoffnung auf größere Engagements in der Winterzeit, etwa für Familien- oder Betriebsfeiern, habe sich bislang nicht erfüllt. So beschäftigen die Winklers sich den Winter über weitgehend mit sich selbst, erledigen Reparaturen, arbeiten an ihren Tricks, basteln Ballontiere und spielen Trompete – sie wollen das Element Musik-Clown künftig noch stärker betonen.
Ende März, so die Planung der Schausteller, beginnen die Vorbereitungen für die Rückreise nach Schillig. Wagen für Wagen werden Monika und Michael Winkler quer durch die Gemeinde ziehen, die Pfähle für das sieben Meter hohe Zelt setzen, die blaue Plane spannen, die weit über 200 Sitze montieren, die Kostüme bereit legen, die roten Clown-Nasen aufsetzen und auf das Publikum warten. Auf das wunderbarste Publikum der Welt. Das bei den Jonglagen mitfiebert, bei komischen Einlagen herzhaft lacht, das aber auch nachdenklich wird, wenn der Clown mal traurig guckt. Manege frei, die Show kann beginnen.
Hooksiel (8. 3. 2025) – Beim Seebadeverein Hooksiel geht eine Ära zu Ende. Mit der Jahreshauptversammlung am Mittwoch, 19. März, endet die Amtszeit von Erwin Abels. Der 81-Jährigen hat dann 20 Jahre lang an der Spitze des Vereins gestanden, der sich traditionell um den Tourismus und die Attraktivität des Sielortes kümmert.
Zieht sich nach 20 Jahren vom Posten an der Spitze des Seebadevereins zurück: Erwin Abels. Foto: hol
Der Vorstand hat sich auf die Zäsur vorbereitet. Ein Teil der bisherigen Vorstandsmitglieder stehen auch für Ämter im kommenden Leitungsgremium zur Verfügung. Namen möchte Abels noch nicht nennen. „Es können auch noch auf der Versammlung selbst Interessierte ihren Hut in den Ring werfen.“
Abels, der die Hooksieler Belange auch im Tourismusausschuss der Gemeinde vertreten hat, scheidet in schwierigen Zeiten aus dem Amt. Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, habe im Laufe der Jahre abgenommen. Teilweise liege das aber auch an den Rahmenbedingungen, so Abels. So wird der Seebadeverein seinen traditionellen Strandaufbau nach Jahrzehnten in diesem Jahr nicht mehr ausrichten. „Die Zahl der Teilnehmer ist immer geringer geworden. Der Organisations-Aufwand ist kaum noch vertretbar“, sagte der Seebadevereins-Vorsitzende. Man rufe dafür die Mitglieder dazu auf, sich am „Frühjahrsputz“ am kommenden Samstag, 14. März, zu beteiligen.
Ein Grund für die rückläufige Teilnehmerzahl beim Strandaufbau, bei dem Ehrenamtliche unter anderem Müll gesammelt sowie Bänke und andere Hölzer am Strand und im Ort gestrichen haben, dürfe das veränderte Belohnugssystem sein. Früher erhielten die Helfer von der Wangerland Touristik GmbH eine Jahres-Freikarte für den Strand. Seitdem der Strandeintritt kostenlos ist, entfällt dieser Anreiz. Abels bedauert die Entwicklung. „Es ist schade. Beim Strandaufbau hatten wir immer gute Stimmung. Und die Zusammenkunft zum Abschluss hat die Gemeinschaft im Ort gestärkt.“
Noch ein Thema, das dem scheidenden Vereinsvorsitzenden unter den Nägeln brennt: die Zukunft des ehemaligen Feuerwehrareals am Alten Hafen. Abels hofft, dass der Rat der Gemeinde beim Verkauf des Grundstücks die Weichen für einen Hotelbau stellt. So hatte es zuletzt auch der zuständige Fachausschuss empfohlen.
„Wir brauchen dringend einen touristischen Impuls durch ein hochklassiges Hotel im Ort“, ist Abels überzeugt. „Und ich habe den Eindruck, dass sich da fast alle Hooksieler einig sind.“ Über Details in der Gestaltung könne man diskutieren. Auch die alternativ geplante Health-Care-Appartementanlage sei für Hooksiel wünschenswert, aber nicht an diesem Platz im Herzen des Ortes Er wünsche sich, dass die Hotelplaner sehr schnell eine solventen Investor und einen guten Betreiber finden.
Die Jahreshauptversammlung des Seebadevereins beginnt um 19.30 Uhr im Gästehaus in Hooskiel.
Hooksiel (7. 3. 2025) – Die Tennisspieler des FC Nordsee Hooksiel haben auf der möglicherweise letzten Vollversammlung der Abteilung unter dem bisherigen Vereinsdach Andre Abels als ihren zweiten Vorsitzenden bestätigt. Mit der beschlossenen Verschmelzung des FCN Hooksiel mit Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland wird auch die Tennisabteilung voraussichtlich ab Mitte des Jahres unter dem neuen Namen Sportclub Wangerland firmieren.
Praktisch werde sich durch den Zusammenschluss für die Abteilung nicht viel ändern, sagte Abteilungsvorsitzender Gerd Abeldt. Da es künftig keinen „Familienbeitrag“ mehr gebe, werde sich in dem einen oder anderen Fall die Höhe Mitgliedsbeitrages ändern. Unter dem Strich blieben die Beiträge aber vergleichsweise günstig.
Abels, zugleich Sportwart, warf einen Blick auf die bevorstehende Sommersaison. Der FCN hat dafür drei Mannschaften gemeldet – eine Herren ü 50 (Regionsklasse), eine Juniorinnen A (Regionsklasse) und eine Junioren A (Regionsliga). Arbeitsdienstleiter Reiner Meints unterstrich die Bedeutung des Arbeitsdienstes zur Pflege der Platzanlage, zu dem alle aktiven Mitglieder ab 16 Jahre verpflichtet sind. Der erste Termin dafür ist für Samstag, 22. März, ab 10 Uhr angesetzt. Ein weiterer folgt eine Woche später.
Pommes? Fischbrötchen? Oder sonst einen kleinen Snack? Jörg Schulte versorgt an den Wochenenden die Winter-Spaziergänger am Strand von Hooksiel. Dazu gibt es meist einen lockeren Spruch gratis. Foto: hol
Hooksiel (6. 3. 2025) – Es ist kalt, aber die Sonne scheint. Das Wasser der Jade plätschert an den Strand von Hooksiel. Frische Luft, weite Sicht und jede Menge Platz für einen ausgedehnten Spaziergang. Was lange fehlte: Eine Station für eine kleine Kaffee-Pause.
Das hat sich ab dieser Wintersaison geändert. Zumindest an den Wochenenden. Nils Hicken, der das Strandhaus am Hauptstrand von der Wangerland Touristik GmbH gepachtet hat, bietet jetzt bei schönem Wetter auch im Winter kleine Getränke, Snacks, Fischbrötchen, Würsten und Pommes an.
Mit Erfolg. „Das Angebot wird wirklich gut angenommen“, sagt Hicken, der meist zusammen mit einem Mitarbeiter die beiden Verkaufswagen am Strandhaus besetzt. Pärchen spazieren am Deich entlang, Gruppen treffen sich zu einer Boßeltour, Jogger machen sich frühlingsfit – und alle treffen sich am Strandhaus.
Für Essen und Trinken ist hier gesorgt. Toiletten gibt es allerdings nicht. Das Strandhaus ist noch sturmfest eingemottet, das Wasser ist abgestellt. Eigentlich stehen auch die beiden Verkaufswagen ist einer gefährdeten Sturmflutzone. Damit sie nicht durch ein überraschendes Hochwasser ins Meer gespült werden, muss Hicken immer die Unwetterwarnungen genau im Blick haben.
„Wenn es ernst wird, sind wir in einer halben Stunde verschwunden“, versichert er. Ähnlich wie seine Gäste, wenn das Wetter mal umschlägt. Bei Regen, Nebel oder Sturm macht ein Strandspaziergang nur den wenigsten Spaß. Die Konsequenz für Hicken: „Bei schlechtem Wetter machen wir unsere Stände gar nicht erst auf.“
Gut gelaunt am Startpunkt: Die Besenwerfer von Hooksiel. Foto: hol
Hooksiel (4. 3. 2025) – Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Boßelkugel und einem aus Reisig gebunden Besen? Ganz einfach: Die Kugel rollt, der Besen fliegt. Zumindest in der Karnevalszeit in Hooksiel.
An die 30 Männer und Frauen beteiligten sich am Rosenmontag an dem vom örtlichen Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe organisierten Besenwerfen. Eine Traditionsveranstaltung, bei der der Spaß m Vordergrund steht. Aber es gibt auch einen gesunden sportlichen Ehrgeiz. An der Event-Halle von Frank Langenhorst teilten Lars Reiners und Patrick Obst die Teilnehmer in zwei Mannschaften auf. Durch einen ersten Schluck angewärmt, ging es auf den Rundkurs durch Hooksiel. Wurf für Wurf, von Stärkungs-Station zu Stärkungs-Station …
Die Wettkampf-Regeln entsprechen weitgehend denen beim Boßeln. Die Mannschaft, die einen Werfer des anderen Teams überholen kann, bekommt einen Punkt. Aber nicht nur die Wurfkraft ist entscheidend. Vor allem an den Stärkungspunkten ist auch Technik gefragt, erläutert Reiners. „Da muss der Besen auf einem Zielpunkt, etwa einem Stuhl, abgelegt werden. Wer das als erstes schafft, bekommt zwei Punkte.“
Am Ende des sportlichen Teils essen die Besenwerfer gemeinsam und lassen den Tag in einer kleinen Kneipenrunde ausklingen. Wer gewonnen hat? Alle. Vor allem die Geselligkeit und die Stärkung des Zusammenhalts.
Zunächst noch ganz mutig näherten sich einzelne Schulkinder den „schwarzen Männern“. Doch nach der Musik markierten die Fastnachtsläufer alle Kindern, die sie schnappen konnten, mit schwarze Strichen. Zu dem Team gehörten Annalena Fuchs, Lara Sturm, Maiko Knodel, Jana Martens, Tomek Ahrens, Bennet Strübbe, Connor Sander, Jan-Niklas Ulfers, Lasse Kuck, Jada Radulescu, Laura Wöbker, Finja Janssen, Nico Müller, Julian Dreßel und Meyra Schriever. Foto: hol
Hooksiel (3. 3. 2025) – Da soll noch mal jemand sagen, Wangerländer können keinen Karneval feiern. Auch wenn viele Rheinländer gerade hier an der Küste Schutz vor den Eskapaden der fünften Jahreszeit in ihrer Heimar suchen. Auch im Wangerland gibt es viele Mitmenschen , die gerade in der Schlussphase der närrischen Zeit ihrer guten Laune freien Lauf lassen.
Zum Beispiel beim Handwerkerball am Samstag in der Hooksieler Eventhalle im Gewerbegebiet. Schon seit Wochen war die Veranstaltung ausverkauft. Nahezu alle Besucher hatten sich mit viel Einfallsreichtum verkleidet. Die Stimmung war herausragend., getanzt wurde bis in die Morgenstunden. Fasching wie man ihn liebt.
Kinder und Erwachsene hatten bei den Karnevalveranstaltungen in Hooksiel viel Spaß. Fotos: hol
Oder beim Frauenkarneval in Horumersiel. Hier feierten am Samstag nachmittag zahlreiche Frauengruppen aus der ganzen Region Karneval – aber vor allem auch ihre eigene Kreativität. Was da an einfallsreichen Kostümen vorgestellt wurde, hätte auch in jeder Karnevalshochburg in der Republik viel Applaus bekommen.
Ähnlich beim Kinderkarneval, der am Sonntag in den Hooksieler Skiterrassen und im Kursaal in Horumersiel gefeiert wurde. Samba-Musiker aus Wilhelmshaven („Sambarracuda“) trommelten Eltern und Kinder an der Wasserskianlage in die richtige Stimmung. Die Kleinen präsentierten stolz ihr Kostüme, um sich dann in das Hüpfburg oder im Kletterpark zu vergnügen.
Dazu die regionalen Besonderheiten. Die Hooksieler Fastnachtsläufer feierten beim Handwerkerball ihre Generalprobe. Am heutigen Montag zogen sie dann verkleidet und singend, musikalisch begleitet von Harmonika und Teufelsgeige, erst durch die Dörfer um Hooksiel herum und dann durch den Ort selbst. Die „Schwarzen Männer“ fingen die Kinder in Kindergarten und Grundschule, zogen durch die Wohngebiete und besuchten Wohneinrichtungen. Für den Abend war ein Umzug durch die Kneipen im Ort geplant.
Bei ihrter Kneipentour treffen die jungen Leute wahrscheinlich auf die Besenwerfer, noch so eine Handwerkstradition, die unter anderem in Horumersiel und Hooksiel gepflegt wird. Dabei ist jeder Wurf ein Erlebnis. Erst durch den Ort, dann in die Gaststätten. Gute Stimmung garantiert. Karneval im Wangerland.
Kinderkarneval in den Hooksieler Skiterrassen: Die Mitarbeiterinnen Janna (rechts) und Jona betreuten Kinder und Erwachsene. Foto: hol
Die Grundschule hatte sich gut auf den Besuch von Teufel, Schornsteinfeger, Hauptmänner, Eierfrauen und Kassierer vorbereitet. Ein Großteil der Kinder war kostümiert, das Lehrerkollegium komplett: Hier Feen, Polizisten, Kröten, Ritter und Wichtel, dort Funkenmariechen, Nonne, Pirat und Karatekämpfer. Allen gemeinsam: ausgelassene Stimmen. Auch wenn hier und dort auch Sorge mitschwang. „Bekommt man die schwarzen Striche aus dem Gesicht auch wieder ab?“
Tolle Stimmung beim Handwerkerball in der Eventhalle im Gewerbegebiet. Foto: Knodel
Renate Janßen-Niemann stellt das Jahresprogramm im Künstlerhaus Hooksiel vor. Foto: hol
Hooksiel (1. 3. 2025) – Freunde der schönen Künste dürfen sich auf ein abwechslungsreiches Ausstellungsjahr im Künstlerhaus Hooksiel freuen. Hausleiterin Renate Janßen-Niemann stellte jetzt das Programm für 2025 vor, in dem auch wieder zwei Stipendiaten im Sielort wohnen und arbeiten werden.
Derzeit ist an den Wochenenden noch die „Winterausstellung“ zu sehen. Anfang April wird dann die Venezolanerin Betty Sarti de Range als Stipendiatin in Hooksiel erwartet. Die Vernissage ihrer Ausstellung „Organische Formen am Meer“ ist für Sonntag, den 6. April, geplant. Die Künstlerin arbeitet seit Jahren experimentell im Bereich der Druckgrafik, insbesondere mit Gelatine-Druckverfahren.
Dabei verwendet sie vornehmlich Naturmaterialen wie Gräser, Blätter, Algen oder auch Muscheln. Wie Janßen-Niemann ankündigte, werde die Stipendiatin mit Erlaubnis der Nationalparkverwaltung während ihres sechswöchigen Aufenthalts in Hooksiel auch einige Exponate aus den Salzwiesen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer entnehmen und künstlerisch verarbeiten.
Als zweite Stipendiatin wird am 16. Mai Johanna Staniczek aus Berlin erwartet, die sich der architektur- und raumbezogenen Malerei verschrieben hat. Dabei setzt sie sich inhaltlich häufig mit Naturerscheinungen wie Wetter, Atmosphäre, Licht und Temperatur auseinander. Dabei ergänzen in neueren Arbeiten der Künstlerin digitale Verfahren ihre Zeichentechniken. Die Ausstellung „Elementarkräfte“ wird bis zum 22. Juni im Künstlerhaus zu sehen sein.
Mit Gero Troike stellt vom 29. Juni bis 28. Juli ein alter Bekannter in Hooksiel aus. Der in DDR-Zeiten groß gewordene und vor allem als Bühnenbildner an großen Bühnen bekannte Künstler war bereits 2016 als Stipendiat im Künstlerhaus. Zeitgleich mit seiner diesjährigen Ausstellungseröffnung wird er seinen 80. Geburtstag feiern. Zeigen wird Troike in seiner Retrospektive auch Motive, zu denen er bei seinem ersten Hooksiel-Aufenthalt inspiriert wurde.
Die Textildesignerin Petra Voß bietet Kurse zum österlichen Filzen an. Foto: Künstlerhaus
Zu weiteren Ausstellungen werden die in Oldenburg lebende Iranerin Schirin Khorram (3. bis 31. August, „Begegnungen – Portraits“), der Allgäuer „Handwerker“ Helmuth Wolf (7. September bis 5. Oktober), der in seiner Werkstatt Eisen-Skulpturen fertigt, sowie die Zeichnerin Antje Witzel (12. Oktober bis 2. November) zum Thema „Wasser in den Ohren“ erwartet. Janßen-Niemann freut sich, dass es dem Beirat des Künstlerhauses auch im zwölften von ihre verantworteten Ausstellungsjahr gelungen ist, ein abwechslungsreiches Programm mit unterschiedlichen Künstlern und verschiedensten Techniken zusammenzustellen. Der Beirat wähle die Kunstschaffenden aus einer Vielzahl von Bewerbungen aus der gesamten Republik aus.
Zum Jahresprogramm gehört wieder das beliebte Ferienangebot „Kunstkarussell für Kinder“, das Mitte Juli beginnt. Anmeldungen unter Telefon 04463/235. Zuvor lädt die Textildesignerin Petra Voss bereits Kinder ab sechs Jahre zum „österlichen Filzen“ ein (Samstag, 12. April) und zeigt Erwachsenen, wie man Hundeleinen häkelt und filzt (Samstag, 21. Juni). Ein weiterer spannender Programmpunkt: Eine Performance zum Thema „meer und weniger“ mit der Künstlerin Akkela Dienstbier, zu der das Künstlerhaus für Sonntag, 10. August, ab 15 Uhr einlädt.
Mit der „Physio am Hafen“ startet Yvonne Janßen in die Selbstständigkeit. Foto: hol
Hooksiel (27. 2. 2025) – Im Herzen von Hooksiel eröffnet eine neue Physiopraxis. Die Inhaberin, Yvonne Janßen, lädt zum Start für Samstag, 1. März, zum Tag der offenen Tür ein. Ab 11 Uhr können sich alle Hooksielerinnen und Hooksieler einen Eindruck davon verschaffen, wie sich die ehemals als Gaststätte genutzten Räume („Strandkorb“) in der Lange Straße 31 in die „Physio am Hafen“ verwandelt haben.
Wo heute noch Maler und Putzkolonne wirbeln, warten künftig Rezeption, Massagebank und Bewegungsraum auf Patienten. Für Yvonne Janßen (33) geht damit ein Lebenstraum in Erfüllung. „Ich habe mir immer gewünscht, dass in meiner Praxis alles so ist, wie ich es mit vorstelle und für richtig halte.“
Die Physiotherapeutin, die in Jever aufgewachsen ist, hat ihr Handwerk von der Pike auf gelernt. 2017 hat sie in Oldenburg ihr Ausbildung abgeschlossen und dort danach sieben Jahren in einer Praxis gearbeitet. Während dieser Zeit hat Yvonne Janßen eine Reihe von Weiterbildungen und Qualifizierungen durchlaufen. Unter anderem habe sie bei der Selam-Lebenshilfe sehr intensiv mit Patienten mit Beeinträchtigungen gearbeitet.
Ihren Patienten zugute kommen sollen auch Fortbildungen nach dem „Botbath-Konzept“ und zur „PNF-Therapie“. Bei Bobath steht die Behandlung von Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie zum Beispiel Lähmungen nach einem Schlaganfall im Fokus. Bei PNF geht es um die Stimulation der Beweglichkeit von Sehnen, Muskeln und Gelenken. Ein weiterer Schwerpunkt in der Praxis soll das Training mit Geräten werden.
Yvonne Janßen wohnt seit zwei Jahren in Hooksiel. Als alleinerziehende Mutter habe es sie in die Nähe ihres familiären Umfelds zurückgezogen, sagt sie im Gespräch mit „Hooksiel-life“. Zuletzt habe sie in einer Praxis in Jever gearbeitet. Die Eröffnung der „Physio am Hafen“ ist nach den Vorstellungen der Therapeutin ein großer, aber längst noch nicht der letzte Schritt. Zum 1. April möchte sie eine Bürokraft einstellen, perspektivisch auch eine weitere Physio-Fachkraft. „Ich würde gern auch Hausbesuche machen sowie mit dem Senioren-Wohnstift und anderen Einrichtungen zusammenarbeiten.“
Ab kommender Woche wird die Praxis montags bis freitags von 7.20 bis 14.20 Uhr geöffnet sein. Behandelt werden im 20-Minuten-Takt sowohl Kassen- als auch Privatpatienten. Zur Praxis gehören zwei Parkplätze in der Obernstraße an der Rückseite des Gebäudes.