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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Es wird immer schwerer, die Kirche im Dorf zu lassen

Hooksiel (10. 3. 2026) – Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Wangerland steht vor großen Herausforderungen. Die Zahl der Mitglieder sinkt, die Kosten fürs Personal sowie den Unterhalt von Gebäuden und Friedhöfen seien kaum noch zu stemmen, sagte Fredo Eilts am Montagabend vor dem Männerkreis im Walter-Spitta-Haus. Vor diesem Hintergrund werde es immer schwerer, „die Kirche im Dorf“ zu lassen. 

Diakon Fredo Eilts (rechts) stellte sich als neuer Seelsorger beim Männerkreis der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wangerland in Hooksiel vor. Links im Bild: Männerkreis-Leiter Herbert Ulfers. Foto: hol

Treffen könnte das auch Hooksiel, räumte der Diakon ein, der seit dem 1. Februar Teil des Seelsorge-Teams im Wangerland ist. Nach den aktuellen Plänen der Oldenburgischen Landeskirche soll das zentral gelegene Stephanus-Haus in Hohenkirchen das Gemeindehaus fürs ganze Wangerland werden. Es soll entsprechend erweitert und energetisch saniert werden. Vom 1983 gebauten, von zahlreichen kirchlichen und anderen Gruppen genutzten Walter-Spitta-Haus in Hooksiel wolle sich die Kirche mittelfristig trennen. 

Walter-Spitta-Haus steht zum Verkauf

„Es gibt schon jetzt mehrere Interessenten“, sagte Eilts, der zusagte, sich dafür einsetzen zu wollen, dass die Menschen vor Ort bei den wirtschaftlich notwendig erscheinenden Veränderungen mitgenommen werden. Das Walter-Spitta-Haus gehört zur zentralen Infrastruktur im Ort. Vor allem dann, wenn die Wangerland Touristik GmbH das Gästehaus nicht mehr halten könne, sei das Haus als Treffpunkt für Vereine und Gruppen aller Art unverzichtbar, zumal es in Hooksiel kein Dorfgemeinschaftshaus gebe, hieß es aus der Runde des von Herbert Ulfers geleiteten Männerkreises.

Die ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland deckt nach dem Beitritt der Kirchengemeinden Wiarden und Minsen zum Jahresbeginn nahezu das gesamte Gemeindegebiet ab. Zu ihr gehören rund 4700 Christen, 13 überwiegend historische Kirchen sowie zahlreiche Friedhöfe und sonstige Gebäude. Wo sich früher acht Geistliche um das Seelenheil der Gläubigen kümmerten, war nach der Verabschiedung von Pastor Jürgen Walter (Hohenkirchen) und Sabine Kullik (Minsen) in den Ruhestand und dem Wechsel von Pastor Stefan Grünefeld (Hooksiel) nach Oldenburg Hanja Harke (Waddewarden), trotzt Unterstützung von einigen Interimskräften, weitgehend auf sich allein gestellt – mit einer Halbtagsstelle. 

Diakon darf trauen und beerdigen

Fredo Eilts (57) besetzt jetzt eine der Stellen im künftigen interprofessionellen Team, das sich um die Aufgaben in der Kirchengemeinde kümmern soll. Der aus Ostfriesland stammende Diakon, der im nördlichen Wangerland lebt, hat sein Theologiestudium mit einem Diplom absolviert, aber keine kirchlichen Examen abgelegt. Als Angestellter der Kirche darf er aber alle Aufgaben von Pastoren erledigen: Also predigen, taufen, trauen, beerdigen, seelsorgerische Gespräche führen und, wie Eilts mit einem gewissen Bedauern schilderte, bürokratische Pflichten erfüllen.

Die Zukunft des Walter-Spitta-Hauses ist ungewiss. Die Kirche will sich von dem Gemeindehaus mittelfristig trennen. Foto: hol

Zurzeit sei er mit der energetischen Bestandsaufnahme aller Kirchengebäude beschäftigt. Die Oldenburgische Landeskirche möchte bis spätestens 2045 klimaneutral sein. Wichtiger für ihn seien aber die persönlichen Gespräche mit Menschen, versichert der Geistliche.

Weitere Pastorin in Sicht

Eilts hatte zuletzt mit einer halben Stelle als Diakon in Jever sowie einer halben Stelle als Religionslehrer gearbeitet. Das Wangerland, und auch Hooksiel, seien ihm aus der Jugendarbeit wohl vertraut, aber auch aus eigenem Erleben. „Ich habe noch zu Zeiten von Pastor Rudolf Brahms in meiner Studienzeit in Hooksiel Orgel gespielt.“ 

Möglicherweise bekommen Hanja Harke und Fredo Eilts demnächst weiter Verstärkung. Wie Eilts sagte, gebe es auf die erneut ausgeschriebene Stelle von Pastor Grünefeld eine Bewerbung einer erfahrenen Pastorin. Man könne aber nicht davon ausgehen, dass die Geistliche künftig in der Pastorei in Hooksiel wohnen werde. 

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Kunst- und Handwerkermarkt in Horumersiel

Horumersiel (8. 3. 2025) – Die Wangerland Touristik GmbH lädt für das Wochenende 14. und 15. März zum Kunst- und Handwerkermarkt ein. Das Motto: Kunst, Geschenke und schöne Sachen. Die Veranstaltung ist am Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr im Gästehaus in Horumersiel geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Verschiedene Ausstellerinnen und Aussteller präsentieren ihre handgefertigten Arbeiten. Die Vielfalt der Produkte reicht von besonderen Gemälden und farbenfrohem Patchwork über liebevoll gestaltete Holzarbeiten bis hin zu kunstvollem Schmuck und originellem Kinderspielzeug. „Viele der angebotenen Stücke sind echte Unikate und eignen sich perfekt als Geschenk oder als besondere Erinnerung“, verspricht die WTG. 

Tennisverein stellt für den Sommer Damen-Mannschaft

Hooksiel (7. 3. 2026) – Für die Tennisspielerinnen und Tennisspieler in Hooksiel fängt eine neue Ära an. Ab der Sommersaison werden sie auch in den Punktspiel-Runden der Tennisverbandes Niedersachsen-Bremen (TNB) als SC Wangerland geführt werden – eine Folge der Verschmelzung des FC Nordsee Hooksiel mit Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland zu dem neuen Großverein.

Aufbau auf dem Tennisplatz Hooksiel
Die Tennisspieler des FC Nordsee Hooksiel spielen künftig unter dem neuen Vereinsnamen SC Wangerland. Archiv-Foto: hol

Wie Sportwart André Abels auf der Mitgliederversammlung ausführte, wird der SCW mit vier Mannschaften an der Sommerrunde teilnehmen: einer Herren ü 50, einer Damen-Mannschaft und zwei A-Junioren-Teams. „Es ist Jahre her, dass wir eine Damen-Mannschaft stellen konnten“, freute sich Abels darüber, dass es gelungen ist, aus Juniorinnen und erfahreneren Spielerinnen eine Liste mit elf Aktiven zusammen zu bekommen. Einige ü 60 Spieler des Vereins werden zudem als Gastspieler beim MTV Hohenkirchen auf Punktejagd gehen.

Neuer Schriftführer

Im Zentrum der gut besuchten Abteilungsversammlung standen Neuwahlen. Vorsitzender Gerd Abeldt wurde ebenso einstimmig im Amt bestätigt wie Sportwart André Abels und Jugendwartin Fenja Funke. Zum neuen Schriftführer wurde Helge Buss gewählt. Er tritt die Nachfolge von Christiane Völkers-Luhr an, die nach zehn Jahren im Amt mit Dank verabschiedet wurde. Neu im Team ist Keno Schönboom, der sich in die Organisation des Arbeitsdienstes einbringen möchte.

Abeldt hatte in seinem Jahresbericht darauf hingewiesen, dass die Belege der Zwei-Feld-Tennisanlage dringend grundsaniert werden müssen. Die Hoffnung auf eine tragbare Finanzierung ruht dabei auf einem Förderprogramm des Bundes, der Kommunen bei der Sanierung von Sportanlagen unterstützt. Ob und wann die Hooksieler Sportanlagen davon profitieren, ist allerdings noch offen, sagte Werner Funke, der sich als Mitglied im SCW-Vorstand mit um das Thema kümmert. 

28 Mädchen und Jungen

Erfreulich sei auf jeden Fall, dass die Gemeinde Wangerland das Ansinnen unterstützt und die Fußball- und Tennisplätze in Hooksiel planerisch langfristig gesichert sind. Das passt zu der guten Jugendarbeit im Verein. Wie Fenja Funke sagte, nähmen aktuell 28 Mädchen und Jungen ab sechs Jahren am Tennis-Jugendtraining teil, das im Winter in der Halle der Grundschule und spätestens ab Mai wieder auf den Außenplätzen angeboten wird. 

Die nächste Aktivität der Abteilung startet bereit am nächsten Samstag, 14. März. Um 10 Uhr treffen sich die Abteilungsmitglieder auf der Tennisanlage zum ersten Arbeitsdienst in diesem Jahr. 

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Gesetzesänderung soll Weg für Jagd auf Problemwölfe frei machen

Friesland/Wangerland (6. 3. 2026) – Nach einem Beschluss des Bundestages ist der Wolf künftig jagbares Wild. Die friesländische Bundestagsabgeordnet Siemtje Möller (SPD) begrüßt die entsprechende Änderungen des Bundesnaturschutzgesetzes als „wichtigen Schritt hin zu einem praktikableren Umgang mit dem Wolf in Deutschland“. 

Nach der Gesetzesänderung könnten so genannte „Problemwölfe“, wie jüngst im Bereich der Gemeinde Friedeburg ausgemacht, künftig zeitnäher und mit deutlich weniger bürokratischem Aufwand getötet werden. Zudem werde ein generelles Bestandsmanagement durch die Bejagung von Wölfen möglich. 

Möller: Schutz von Schafen nicht möglich

„In Niedersachsen ist die Landwirtschaft ein unverzichtbarer wirtschaftlicher Faktor“, so Möller. Das Land habe die größte und weiterhin wachsende Wolfspopulation in Deutschland. Damit nähmen die Konflikte mit der Weidetierhaltung spürbar zu. „Die wachsende Wolfspopulation stellt für diese Haltungsform eine große Herausforderung dar.“

An der Küste stelle die steigende Zahl an Wölfen zudem eine Gefahr für die Schafe auf den Deichen dar. Hier sei kein ausreichender Herdenschutz, etwa durch Zäune, möglich. Durch Schafe bewirtschaftete Deiche seien aber die Grundlage für den Hochwasserschutz. Möller: „Umso wichtiger ist es, dass der präventive Herdenschutz nun durch die Bejagung von Wölfen ergänzt wird.“

Jetzt ist das Land gefordert

Die vom Bundestag beschlossenen Gesetzesänderungen müssen nun auf Landesebene durch Wolf-Managementpläne konkretisiert und in Landesrecht umgesetzt werden. „In Niedersachsen ist das Umweltministerium gefordert festzulegen, in welchem Umfang der Wolf künftig bejagt werden darf“, so Möller. „Erst auf dieser Grundlage kann ein Bestandsmanagement durch Bejagung beginnen.“

Nabu warnt vor Jagdzeiten

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat die Bundesländer unterdessen aufgefordert, dafür zu sorgen, dass durch die Novelle des Bundesjagdgesetzes keine anlasslose Jagdzeit für Wölfe eingeführt wird. Die Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdrecht löse keine Konflikte mit Weidetieren. Dafür bräuchte es viel mehr flächendeckenden Herdenschutz mit Zäunen und gegebenenfalls mit Herdenschutzhunden. Problematische Einzeltiere hätten bereits bislang nach geltendem Recht entnommen werden können. 

Die neue Rechtslage könnte je nach Umsetzung in den Ländern den Bestand der Wolfspopulation gefährden, neue Rechtsunsicherheiten schaffen und ein falsches Signal für den Natur- und Artenschutz in Deutschland senden. 

Fischer: Expertise der Wirtschaft systematisch einbinden

Wangerland (6. 3. 2026) – Der CDU-Bürgermeisterkandidat Thies Fischer unterstützt den Vorstoß der Gewerbevereine aus Hohenkirchen, Horumersiel und Hooksiel, die für sich jeweils einen beratenem Sitz im Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Energie des Rates der Gemeinde Wangerland fordern. Die Interessenvertretungen für Handel, Handwerk und Gewerbe hatten in dieser Woche einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht. Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) hatte eine Beratung des Ansinnens ab Juli in Aussicht gestellt.

Fischer weist darauf hin, dass nach der niedersächsischen Kommunalverfassung Fachausschüsse um so genannte „sachkundige Bürger“ ergänzt werden können, die an den Beratungen teilnehmen, jedoch kein Stimmrecht besitzen. „In anderen Ausschüssen – etwa im Tourismus- oder im Gemeindeentwicklungs-Ausschuss – ist diese Praxis bereits etabliert“, so Fischer. „Ich halte es für richtig, die Expertise unserer Gewerbevereine auch im Wirtschaftsausschuss systematisch einzubinden.“ Handel, Handwerk und Gewerbe seien das Rückgrat der örtlichen Wirtschaft.

Vertreter aus der Wirtschaft, die selbst täglich unternehmerische Verantwortung tragen, würden wertvolle praktische Erfahrung mitbringen, die die politischen Entscheidungsprozesse „sinnvoll ergänzen“ könnten. Die demokratischen Zuständigkeiten blieben dadurch unberührt, so Fischer. „Das Stimmrecht liegt weiterhin bei den gewählten Ratsmitgliedern. Die Einbindung der Gewerbevereine bedeutet keine Kompetenzverschiebung, sondern eine Erweiterung der Beratungsperspektive.“ 

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Schüler erhalten Einblick in Berufe bei der Kreisverwaltung

Friesland/Wangerland (6. 3. 2025) – Der Landkreis Friesland lädt zum „Zukunftstag“ ein. An diesem so genannten „Girls‘ Day und Boys‘ Day“ können Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Arbeit bei der Kreisverwaltung gewinnen. Die jungen Leute sollen am Donnerstag, 23. April, zwischen 8.30 und 13 Uhr im Kreisverwaltungsgebäude in Jever Eindrücke von verschiedenen Berufen sammeln können.

Anmeldungen sind bis Sonntag, 22. März,möglich auf der Internetseite https://nol.is/zu9. Sollte es mehr Anmeldungen als Plätze geben, werden diese nach Eingang der Anmeldungen vergeben. Eine Benachrichtigung, ob eine Teilnahme möglich ist, erfolgt bis Dienstag, 7. April. 

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Großinvestitionen treiben Schuldenstand der Gemeinde in die Höhe

Wangerland (5. 3. 2026) – Aus Sicht des Kämmerers ist das Jahr 2025 sehr erfreulich gelaufen. Dennoch bleibt die finanzielle Lage der Gemeinde Wangerland angespannt. Für 2026 wird ein deutlicher Anstieg der Verschuldung erwartet. Dennoch stimmten die Mitglieder des Finanzausschusses des Gemeinderat dem Haushaltsentwurf am Mittwochabend einstimmig zu. 

Feuerwehrgerätehaus Hohenkirchen
Das Feuerwehrgerätehaus in Hohenkirchen ist zu klein. Die Gemeinde Wangerland muss in einen Neubau investieren. Archiv-Foto: hol

Der Entwurf sieht Einnahmen in Höhe von 26,4 Millionen Euro und Ausgaben von 27,6 Millionen Euro vor. Die Hebesätze etwa für die Gewerbe- und Grundsteuern sollen mit 480 beziehungsweise 390 Prozent unverändert bleiben.

Ausdrücklich bedankten sich Bürgermeister Mario Szlezak und einige Ausschussmitglieder bei Kämmerer Arthur Wichmann zu seinem Team in der Verwaltung für die gute Vorbereitung des Zahlenwerks. Auf einer Haushaltsklausur am vergangenen Samstag waren die Ansätze für den Ergebnis- und den Finanzhaushalt sowie die geplanten Investitionen der Gemeinde in vertraulicher Runde vorgestellt und eingehend diskutiert worden. 

Im von Hermann Wilken geleiteten Finanzausschuss meldete sich inhaltlich lediglich Geraldine Vogdt (ZUW) zu Wort. Sie wies darauf hin, dass die Unabhängigen einen Ratsbeschluss für den Ankauf von Flächen durch die Gemeinde in der Nähe des Andelweges in Horumersiel fordern. Das erworbene Areal sei größer als zuvor angenommen – und vergleichsweise teuer.

Leichtes Plus im vergangenen Jahr

Wichmann stellte zunächst den Jahresabschluss für 2025 vor. Statt eines erwarteten Fehlbetrages von 1,1 Millionen Euro habe man ein Plus von gut 200.000 Euro erwirtschaften können. Gründe dafür seien unter anderem Mehreinnahmen etwa bei Gewerbesteuer (+ 1 Mio. Euro) und ein höherer Anteil an der Einkommensteuer (0,3 Mio.) gewesen. Negativ sei unter anderem zu Buche geschlagen, dass die insolvente Wangerland Touristik GmbH keine Zinsen auf die ihr von der Gemeinde bereitgestellten Kredite in Höhe von 4,3 Millionen Euro zahlen konnte.

Eigentlich hätte der Schuldenstand der Gemeinde bereits im vergangenen Jahr steigen sollen, so Wichmann. Da aber Großinvestitionen wie der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Hohenkirchen und einer neuen Grundschule in Hohenkirchen noch nicht angefangen wurden, mussten geplante Kredite in Höhe von 6,3 Millionen Euro nicht aufgenommen werden. Im Gegenteil: Die Gemeinde konnte sogar noch 0,6 Mio. Euro Schulden tilgen (Schuldenstand Ende 2025: 12,21 Mio. Euro).

Finanzieller Druck steigt

Das laufende Jahr, so Wichmann, stehe aber „unter deutlichem finanziellen Druck“. Für den Ergebnishaushalt, in dem die laufenden Einnahmen und Ausgaben abgebildet werden, rechnet der Kämmerer mit einem Fehlbedarf von knapp 1,2 Millionen Euro – obwohl man mit steigenden Schlüsselzuweisungen vom Land (2,6 Mio), einer niedrigen Kreisumlage (Abgabe an den Landkreis, 6 Mio) sowie guten Gewerbe- (5,4 Mio.) und Einkommensteuereinnahmen (4,6 Mio) plant. Dem stünden im Haushaltsplan sinkende Zuschüsse für Kindertagesstätten, niedrigere Einnahmen aus dem Gästebeitrag sowie weiterhin Zinsausfälle für den WTG-Kredit gegenüber. 

Zuschuss für die DLRG

Steigen werden zudem die Personalkosten (+ 0,46 Mio auf 10,4 Mio) und die Kosten für den Winterdienst (+ 126.000 Euro). Eine Zuschuss in Höhe von 58.000 Euro hat der Kämmerer zudem für die Deutsche Lebensrettung-Gesellschaft (DLRG) eingeplant. Damit sollen die erhöhten Kosten fürs Schwimmtraining aufgefangen werden, die dadurch entstehen, dass die DLRG Wangerland nach der Schließung des Hallenwellenbades Hooksiel zum Training ins „Aqua-Fit“ in Schortens ausweichen muss. 

Neue Kredite über 5 Millionen Euro

Um die geplanten Investitionen (Feuerwehrgebäude und -fahrzeuge, Grundschule, Straßenunterhaltung, Sanierung Hooksieler Strand etc.) bezahlen zu können, hat die Kämmerei neue Kredite über fünf Millionen Euro eingeplant. Abzüglich der Tilgung anderer Kredite würde damit die Gesamtverschuldung der Gemeinde einschließlich der Verbindlichkeiten des Eigenbetriebes Wangermeer bis Ende 2026 auf über 21 Millionen Euro klettern. 

„Die Spielräume werden enger“, sagte Wichmann, der betonte, dass auch die Liquidität, also die Zahlungsfähigkeit, angespannt sei. Steigende Zinsen und weitere Kredite würden künftige Haushalte zusätzlich belasten. Ein genehmigungsfähiger Haushalt sei vor diesem Hintergrund nur möglich, wenn die Gemeinde ihre sich selbst gesteckten Konsolidierungskonzepte konsequent umsetze. 

Strukturelle Probleme

Als Ursache für die angespannte Finanzlage verwies Bürgermeister Szlezak auf „strukturell Probleme“. In der Verwaltung werde gespart, wo es nur gehe. Aber neue Gesetze, so etwa der Anspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen oder neue Anforderungen an die Feuerwehren, würden im Bereich der Pflichtaufgaben Großinvestitionen auslösen, die die Kommune nur schwer stemmen könne.

Um so wichtiger sei es, so Wichmann und Szlezak einvernehmlich, die Einnahmen der Gemeinde zu stärken. Neben dem Tourismus würden dabei die Erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle spielen. Die Betreiber von Windkraftanlagen zählen im Wangerland zu den großen Steuerzahlern. Gegen den Bau weiterer Windparks gibt es aber mit Blick aufs Landschaftsbild und die Belastung von Anwohnern erhebliche Vorbehalte. 

Polizei mahnt: Grüne Kennzeichen sind seit dem 1. März ungültig

Friesland/Wangerland (4. 3. 2026) – Grüne Versicherungskennzeichen sind seit dem 1. März ungültig. Darauf weist die Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland hin. Die neuen Kennzeichen haben die Farbe Schwarz. Sie sind als Blechschild oder Klebefolie bei den Kfz-Versicherungen erhältlich.

„Wer weiterhin mit den alten Kennzeichen unterwegs ist, fährt ohne Versicherungsschutz!“, mahnt die Polizei. „Fahrer und Halter machen sich damit strafbar.“ Das bedeute, es können Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr verhängt werden. Im Falle eines Unfalls gibt es keinen Versicherungsschutz. Der Verursacher muss dann für den Schaden selbst aufkommen.

Versicherungskennzeichen sind verpflichtend für Elektro-Kleinstfahrzeuge wie E-Scooter, S-Pedelecs oder einige Krankenfahrstühle und zulassungsfreie, motorisierte Kleinkrafträder mit einem Hubraum von bis zu 50 Kubikmeter mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h (in Ausnahmefällen 60 km/h), wie Roller und Mopeds.

Wangerland Touristik Thalassa
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Ioannis-Lu mit 16 Jahren lizensierter Fußball-Trainer

Hooksiel (4. 3. 2026) – Nun ging es doch schneller als gedacht. Noch im Herbst verbrachte Fußball-Nachwuchstrainer Ioannis-Lu Doyen (16) seine Ferien im NFV-Ausbildungszentrum in Barsinghausen, um das dritte Modul der C-Lizenzausbildung samt Prüfung zu absolvieren.

Bei einem F-Junioren-Turnier in Jaderberg war Trainer Ioannis-Lu Doyen erstmals hauptverantwortlich für ein Team. Foto: Doyen

Lu startete seine Ausbildung zum Junior-Coach bereits 2024 und entschloss sich, in den Sommerferien 2025 mit den C-Lizenzmodulen zu beginnen, jeweils für eine Woche in Barsinghausen. „Zuerst dachte ich, Schule in den Ferien ist nicht wirklich motivierend“, so Lu. „Aber die selbstständige Entwicklung von Trainingsprogrammen unter Prüfungsbedingungen war schon sehr spannend.“ Lohn der Arbeit war der Erhalt der C-Lizenz und somit die erste wichtige Grundlage für viele weitere Möglichkeiten im Bereich der Sportausbildung. 

Als Hospitant Erfahrungen gesammelt

In den zurückliegenden Monaten hospitierte der Hooksieler beim SC Wangerland in den Jugendmannschaften von Michael Meyerhöfer und Klaus Tibke und konnte sich zunehmend auch als verantwortlicher Übungsleiter einbringen. Die Kinder akzeptierten Lu schnell als einen der ihren. Die Konsequenz: Jetzt übernahm Lu hauptverantwortlich die Teamleitung bei einem Hallenturnier in Jaderberg.

In einem starken F-Junioren-Feld gelang dem Neutrainer mit einem 2:1 gegen Bremerhaven ein Auftakt nach Maß. Leider reichte im Verlauf der Gruppenphase nicht zu weiteren Überraschungen. Die Partien gegen Rastede und Ofen gingen deutlich verloren. Die Zwischenrunde verlief mit einem Unentschieden und einem Sieg gegen Ofen und Jaderberg wieder besser, so dass die Jungs und Mädels des SCW über die Platzierungsspiele einen respektablen Mittelfeldplatz bei 16 Mannschaften erreichten.

Lu nahm das sportliche Abschneiden gelassen, wie es ein guter Umgang mit Kindern erfordert.„Natürlich war ich anfangs etwas aufgeregt, aber man findet sich schnell zurecht. Zumal andere Trainer immer mit Rat zu Seite stehen.“

Ansprechpartner für Interessierte

Lu ist derzeit der einzige minderjährige Lizenzinhaber im Sportclub Wangerland und nimmt die Rolle als Ansprechpartner gerne an: „Traut euch, erkundigt euch gerne über meine Erfahrungen oder macht es einfach. Es bringt euch sportlich und menschlich weiter und ihr lernt bei der Ausbildung tolle Leute aus ganz Norddeutschland kennen. Mit einigen pflege ich noch heute regelmäßigen Kontakt.“

Dass man als Lizenztrainer eine Übungsleiter-Vergütung vom Verein erhält und die Spielereltern die Trainer oft auch zu Weihnachten beschenken, erwähnte der Nachwuchscoach nicht. Aber auch dieser Aspekt dürfte für künftige Auszubildende durchaus interessant sein.

Wer auch eine Trainerausbildung beginnen möchte oder sich bei Ioannis-Lu über dessen Erfahrungen informieren möchte, kann sich unter info@sc-wangerland.de ,melden.

Landkreis stellt sein neues Klimaschutzkonzpt vor

Friesland (4. 3. 2026) – Steigende Temperaturen, zunehmender Meeresspiegel, häufiger auftretende Extremwetter-Ereignisse: Als Küstenlandkreis ist der Landkreis Friesland vom Klimawandeln besonders betroffen. 

Vor diesem Hintergrund hat der Landkreis sein bestehendes Klimaschutzkonzept umfassend aktualisiert und weiterentwickelt. Das Ergebnis wird am Montag, 9. März, ab 18 Uhr im Dienstleistungszentrum des Landkreises in der Karl-Nieraad-Straße 1 in Varel, öffentlich vorgestellt. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich über Ziele und Maßnahmen zu informieren und praktische Tipps zu Fördermöglichkeiten zu erhalten.

Von Mobilität bis Gebäude

Das integrierte „Klimaschutzkonzept 2025 – 2030“ umfasst Maßnahmen in den zentralen Handlungsfeldern Energieversorgung, Mobilität, Gebäude, Wirtschaft, kommunale Liegenschaften sowie Bildung und Öffentlichkeitsarbeit. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen nachhaltig zu senken, den Energieverbrauch zu reduzieren und den Ausbau erneuerbarer Energien strategisch voranzutreiben – etwa durch energetische Sanierung landkreiseigener Gebäude, den Ausbau der Solarenergienutzung sowie die Stärkung nachhaltiger Mobilitätsangebote.

Tipps für Privatleute

Neben der Vorstellung der Ergebnisse gibt es bei der Abschlussveranstaltung auch praktische Tipps zu Fördermöglichkeiten für private Haushalte, etwa zum Heizungstausch und bei Photovoltaikanlagen. Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Austausch. Der Landkreis lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme ein.