Jever/Wangerland (26. 10. 2026) – Dr. Martin Dehrendorf, ehemaliger Bau- und Umweltdezernent des Landkreises Friesland, plädierte für ein Umdenken und einen Perspektivwechsel im Klimaschutz. Statt auf Ressourcenknappheit reflexartig mit mehr Bautätigkeit, Investitionen und technischer Nachrüstung zu reagieren, müsse gefragt werden, welche klimaschädlichen Aktivitäten sich bereits durch das Bauen selbst vermeiden lässt, so Dehrendorf beim politischen Stammtisch der Grünen in Jever: „Entscheidend ist nicht allein, welche technischen Lösungen eingesetzt werden, sondern auch, welche tatsächlichen Auswirkungen die Summe aller Maßnahmen auf den CO₂-Ausstoß und den Ressourcenverbrauch haben.“
Almuth Thomßen, Moderatorin des politischen Stammtisches, bedankte sich beim Referenten Dr. Martin Dehrendorf. Foto: Grüne
Besonders kritisch beleuchtete der Referent den Flächenverbrauch durch Einfamilienhausgebiete mit großen Grundstücken. Diese beanspruchten viel Fläche, verursachten zusätzlichen Mobilitätsbedarf und ließen sich häufig nur unzureichend an den öffentlichen Nahverkehr anbinden. Hinzu kämen die erheblichen Emissionen, die bereits bei der Herstellung von Baustoffen und der Errichtung eines Gebäudes entstünden: „Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche sind das rund 100 Tonnen CO₂, die allein beim Bau anfallen.“
Verdichtete Wohnformen sinnvoll
Eine wichtige Rolle komme dabei den Kommunen zu. Verdichtete, attraktive und generationengerechte Wohnformen könnten dazu beitragen, Flächenverbrauch, Erschließungsaufwand und graue Energie zu reduzieren. Historische Stadtstrukturen zeigten, dass kompakte und vielfältige Siedlungen durchaus ressourcenschonend gestaltet werden könnten. Für moderne Wohnquartiere gelte es, unterschiedliche Wohnungsgrößen, flexible Grundrisse und einen geringen Erschließungsaufwand miteinander zu verbinden.
In der Diskussion wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Umsetzung dieser Ziele sein kann. Im Mittelpunkt stand ein Planungs-Entwurf in Jever, der zwar die fachlichen Anforderungen erfülle, gestalterisch jedoch als gleichförmig und wenig innovativ wahrgenommen werde. Als mögliche Lösungen wurden kompakte Reihenhäuser sowie zwei- bis dreigeschossige Gebäude genannt.
Mehrgenerationen-Projekte
Mehrgenerationen-Projekte könnten soziale Kontakte fördern und Einsamkeit entgegenwirken, wenn sie unterschiedliche Wohnungsgrößen mit gemeinschaftlich nutzbaren Bereichen verbinden. Zugleich wurde davor gewarnt, solche Modelle zu idealisieren. Sie benötigten langfristige Moderation, klare Regeln und gegebenenfalls professionelle Unterstützung bei Konflikten. Frühere Initiativen seien unter anderem an unterschiedlichen Interessen und zeitlichen Vorstellungen gescheitert.
Einig waren sich die Diskutanten in ihrer Forderung an die kommunale Stadtentwicklung: Neue Baugebiete sollten nicht allein danach beurteilt werden, wie schnell sie realisiert werden können oder welche technischen Standards sie erfüllen. Maßgeblich sind ebenso ihr tatsächlicher Beitrag zum Klimaschutz, ihr Flächenverbrauch, ihre soziale Qualität und ihre langfristige Attraktivität.
Hooksiel (25. 10. 2026) – Sturmflutwarnung für die niedersächsische Nordseeküste. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geht davon aus, dass in der Nacht von Sonntag auf Montag auch im Bereich der Gemeinde Wangerland die Strände, das sonstige Deichvorland und Hafenflächen überflutet werden können. Alle Bürger werden aufgefordert, sich mit Blick auf die zu erwartende leichte Sturmflut nicht in den bedrohten Gebieten aufzuhalten und insbesondere dort auch keine Fahrzeuge abzustellen.
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor orkanartigen Böen im gesamten Nordwesten. Für den Bereich der Gemeinde Wangerland werden für Sonntagabend Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometern erwartet.
Aufgrund der Wetterlage hat die Deutsche Bahn ihren Fährverkehr zur Insel Wangerooge für den heutigen Sonntag angepasst. „Am Montag erfolgt gar kein Fährverkehr von und nach Wangerooge“, teilt die DB mit. Das betreffe auch die Frachtbeförderung.
Hooksiel (24. 10. 2026) – Meine Oma Irmgard Gaedcke, geb. Biesenthal, wurde am 1. März 1913 geboren und starb am 24. Februar 1998. In ihren Lebenserinnerungen von 1917 bis 1960 schreibt sie auch viel über ihre geliebten Großeltern Tjart und Margerete Wilters aus Hooksiel.
Lebenserinnerungen der Oma
Meine Oma verbrachte vor allem als Kind viel Zeit bei ihren Großeltern, auch wenn sie eigentlich mit ihren Eltern und ihrer Schwester in Wilhelmshaven wohnte. Ein Grund dafür war die schwere Behinderung ihrer Schwester, die die Aufmerksamkeit der Eltern in Anspruch nahm. In den aufgezeichneten Erinnerungen meiner Oma wird ihre Schwester eher wenig erwähnt.
So oder ähnlich mag es ausgesehen haben, wenn Kapitän Tjart Wilters mit seinem Frachtschiff „Marie“ im historischen Hafen von Hooksiel festgemacht hat, um Holz aus Skandinavien für die Firma Brader (am oberen Bildrand) zu liefern. Archiv-Foto: Agentur am Meer
Aus Erzählungen meiner Oma wussten wir aber bereits, was durch Nachforschungen dazu im Jahr 2025 traurige Gewissheit wurde: Meine Großtante Wilma kam aufgrund ihrer Behinderung 1942 in die sogenannte „Heil- und Pflegeanstalt Wehnen“, wo sie – nach der Befreiung – am 12. Mai 1945 in Folge der Hungereuthanasie der Nazis starb.
Von Wangerooge nach Hooksiel
Aber zurück zu schöneren Erinnerungen, zurück nach Hooksiel und zu meinem Ururopa. Tjart Wilters wurde am 11. September 1851 auf Wangerooge geboren, seine Familie gehörte vermutlich seit mehreren Generationen zur Seefahrerschaft der Insel – älteste Erwähnungen des Familiennamens reichen bis 1772 zurück.
Nach der Zerstörung Wangerooges während der großen Sturmflut 1854/55 siedelte die Familie nach Hooksiel über – nach den Erinnerungen meiner Oma war Tjart 9 Jahre alt, was dann 1860 gewesen wäre. Noch zu Lebzeiten meiner Oma lebte die Mutter von Tjart bei der Familie, zu seinem Vater ist zu der Zeit nichts überliefert.
Tjart heiratete, wahrscheinlich 1885, Margarete Wilhelmine Marie Wilts. Diese wurde am 31. Oktober 1864 geboren. Die beiden bekamen vier Töchter: Else Wilhelmine Theodore, geboren etwa 1887/88 – die Mutter meiner Oma; Clara Mathilde Sophie, ca. 1889; Henny Johanne Marie, ca. 1892 und Käthe Olga Margarethe, ca. 1894.
Ab 1892 wird Tjart im „Jeverschen Wochenblatt“ als Schiffskapitän, in Kirchbüchern als Schiffseigner geführt. Tjart fuhr mit seinem Schiff „Marie“, einer Galiot, nach Norwegen und England. Meine Oma schreibt, er habe „14 Mann“ an Bord gehabt – bei jeder Rückkehr nach Hooksiel wurden die Kinder des Ortes von diesen an Bord mit „Schiffskeksen und Kakao bewirtet“. Zwischen 1900 und 1907 sind Fahrten der „Marie“ historisch belegt.
Schiff „Marie“ vor Helgoland verloren
Was unklar bleibt: Tjart erzählte meiner Oma mehrfach, wie er sein Schiff bei Helgoland verlor. Sie weiß das Jahr nicht mehr, widerspricht aber ausdrücklich einer Darstellung im Buch „450 Jahre Hooksiel“ des Hooksieler Heimatforschers Hans Ney. Dort wird ein anderer Kapitän beziehungsweise ein Schiff namens „Maria“ genannt.
Meine Oma besteht in ihren Erinnerungen darauf, dass Tjarts Schiff „Marie“ hieß – was auch zeitgenössische Quellen belegen. Wann und unter welchen Umständen die Marie verloren ging, ist bislang ungeklärt. Auch wissen wir nicht, ob alle Besatzungsmitglieder gerettet wurden.
Onkel gründet Navigationsgeschäft
Anschaulich hat meine Oma immer davon berichtet, wie ehrfürchtig die Kinder im Ort die „hohen Herren“ begrüßten, den Paster, den Oberlehrer, Gendarm – und eben Kaptein, ihren Opa. Soziales Prestige bedeutete damals aber keine wirtschaftliche Stärke. Sie schreibt davon, dass ihr Opa regelmäßig sagte „Wie möt jo förs Oller spoarn.“ Das war also auch damals schon ein wichtiges Thema!
Glück hatte mein Ururopa in dieser Hinsicht aber mit seinem Cousin Tanne Cassens. Der wurde nicht nur als toller „Onkel“ für die Kinder beschrieben, sondern gründete ein Navigationsgeschäft, ganz offensichtlich das heute noch in Bremerhaven bestehende Cassens & Plath im Jahr 1902. Er kam zu einigem Wohlstand und schenkte meinen Ahnen sein bisheriges Hooksieler Haus, das diese dann vermieten konnten.
An Käpt’n Wilters erinnert eine Straße im Ort, die um 1980 herum nach dem Hooksieler Seefahrer benannt wurde. Foto: hol
Die Hooksieler Kinder nahmen meine Oma zunächst nicht mit offenen Armen auf, denn: „De snackt keen Platt.“ Sie erinnert sich aber, das Hooksieler Platt in wenigen Tagen gelernt zu haben. Und zudem habe der Sohn von Holzhandlung Brader gesagt „Irmgard Wilters gehört dotou.“ Und damit war alles geregelt. Wenn es noch Braders in Hooksiel und umzu gibt: Danke für diese Geste!
Fast beim Spielen im Siel ertrunken
Fast aber hätte es gar keine Erinnerungen und keine Familiengeschichte gegeben: Im Alter von wahrscheinlich fünf Jahren stürzte meine Oma beim Spielen ins Siel – während der Sielmeister drauf und dran war, die Sieltore zu öffnen, was meine Oma und einen mitgerissenen Jungen in die Jade gezogen hätte. Glücklicherweise warnten andere Kinder den Sielmeister und er zog mit einem Haken beide aus dem Wasser und rettete so ihre Leben.
Ich sehe heute noch die weit aufgerissenen Augen meiner Oma vor mir, wenn sie Jahrzehnte später davon berichtete. Seitdem war ihr Wasser wenig geheuer – und sie hat, soweit ich mich erinnere, niemals Fisch gegessen. Zum Glück hat sich das nicht vererbt!
Noch mit 80 Jahren Ersatz-Lotse
Noch einmal zurück zu Tjart: Meine Oma beschreibt ihn als sehr rüstig, mal habe er mit Mitte 70 zu Fuß die Kinder in Wilhelmshaven besucht, zudem sei er noch mit dem Ruderboot auf die Jade gefahren zum Angeln und habe noch mit 80 als Ersatz-Lotse auf der Jade gearbeitet, wenn Bedarf war.
Ebenfalls schreibt sie davon, dass er zu den Hooksieler Seenotrettern gehörte, die bei Sturmflut mit „12 Mann“ im Ruderboot in die Jade stachen, um Seeleuten zu helfen. Meine Ururoma habe dann immer eine Kerze ins Fenster gestellt, bis er wohlbehalten wieder zurück war.
Wer kennt Familie Wilts?
So reich und lebendig der Schatz der Erinnerungen meiner Oma ist, so treibt mich doch die Neugier. Wer war die Familie Wilts, also die meiner Ururgroßmutter? Gibt es noch Nachfahren in Hooksiel? Was ist über sein Schiff bekannt, gibt es vielleicht gar noch irgendwo ein Bild? Wo haben meine Ururgroßeltern gewohnt? Und gibt es Aufzeichnungen zur Seenotrettung in Hooksiel?
Sollten sich dazu Erinnerungen finden, wäre ich sehr erfreut.
Anmerkung:Der Autor des Artikels, der Ur-Ur-Enkel von Tjart und Margerete Wilters, lebt in Oldenburg. Wer Ihn bei seinen Recherchen zu seiner Familiengeschichte unterstützen kann und möchte, kann sich gern an „Hooksiel-life“ (Email: infos@hooksiel-life.de) wenden. Je nach Wunsch werden die Informationen weitergeleitet oder ein Kontakt zum Autor hergestellt.
Wangerland (22. 10. 2026) – Der künftige Rat der Gemeinde Wangerland hat eine Mehrheitsgruppe. Die Fraktionen von SPD (6 Sitze), Pro Wangerland (4) und Bündnis 90/die Grünen (2) haben sich auf eine Gruppenbildung verständigt. Die Gruppe hat insgesamt zwölf Sitze und damit rechnerisch eine absolute Mehrheit im 23-köpfigen Gemeinderat.
Wollen im künftigen Gemeinderat als Gruppe eng zusammenarbeiten, ohne die anderen Ratsmitglieder auszuschließen: (von links) Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland), Gaby Szlezak (Bündnis 90/Die Grünen) und Holger Ulfers (SPD). Foto: hol
Als Sprecher der Gruppe wird Holger Ulfers (SPD) fungieren. Seine Stellvertreter sind Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) und Gaby Szlezak (Grüne). Wie das Trio heute gegenüber „Hooksiel-Life“ betonte, solle sich an der Kommunikations-Kultur im Rat aber nichts ändern. „Wir sind immer offen für die Meinungen und Vorschläge der anderen Ratsmitglieder“, so Ulfers.
Guten Umgangsstil erhalten
Zweitstärkste Kraft im Rat, der sich am 3. November konstituieren wird, ist die neunköpfige Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ aus CDU (8) und FDP (1). Mit einem Sitz ist zudem die AfD in dem Kommunalparlament vertreten. Hinzu kommt der neue hauptamtliche Bürgermeister Thies Fischer (CDU).
„Der Umgangsstil soll so bleiben, wie wir ihn in der Vergangenheit schon in der Gruppe SPD/Pro Wangerland gepflegt haben“, sagte Ulfers. Man werde gemeinsam tagen und beraten, um Fragestellungen aus möglichst vielen Perspektiven zu beleuchten. Wenn aber eine Fraktion am Ende zu einer anderen Erkenntnis kommt als die Gruppe insgesamt und möglicherweise im Rat mit der CDU stimme, dann sei das auch okay. „Das nennt man dann Demokratie.“
Mehrheit in Ausschüssen
Die Gruppenbildung hat ganz pragmatische Vorteile. Die niedersächsische Kommunalverfassung garantiert, dass die Mehrheitsgruppe im Rat auch in jedem Fachausschuss des Rates etwa für Soziales, Bauen oder Finanzen die Mehrheit der Sitze bekommt.
Man habe in der Gruppe keine Kernthemen festgelegt, in denen man auf jeden Fall eine gemeinsame Position durchdrücken wolle, so die Sprecher. Verständigt habe man sich aber auf einen ganzen Katalog von Aufgabenfeldern, die man im neuen Rat angehen wolle und müsse. Keinen Aufschub erlauben nach Ansicht von Schäfermeier die baurechtlichen Fragen, die sich aus der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) ergeben.
Viele Baurechtsfragen
Bekanntlich will die gemeindeeigene WTG für ihre Sanierung große Teile ihres Immobilienvermögens (Areal Zum Hafen 3 in Horumersiel, Campingplatz Schillig und den Komplex des ehemaligen Meerwasser-Hallenwellenbades Hooksiel) an Investoren verkaufen. Für die Planungen der neuen Eigentümer müsste dann gegebenenfalls durch den Rat neues Baurecht geschaffen werden.
Zunächst aber müssten die neuen Ratsmitglieder im Rathaus ankommen und mit den Themen vertraut werden, unterstrichen Ulfers, Schäfermeier und Szlezak. Als Gruppe werde man sich möglichst schnell mit dem neuen Bürgermeister zusammensetzen, um das Miteinander und die Schnittstellen von Verwaltung und Politik zu besprechen. Darüber hinaus müssten eine Reihe von Themen aus dem alten Rat fortgeführt werden. Dazu gehöre der Bau des neuen Feuerwehrhauses und der Grundschule Hohenkirchen, die Planung für das ehemalige Feuerwehrareal am Alten Hafen in Hooksiel sowie die Gemeindeentwicklungs-Planung mit der Entzerrung von Dauerwohn-, Zweitwohn- und Ferienwohngebieten.
Neue Wohngebiete
Mit dem absehbaren Umzug der Feuerwehr in Hohenkirchen aus dem Ortskern ins Gewerbegebiet stelle sich zudem die Frage, so Gaby Szlezak, wie das Zentrum von Hohenkirchen gestärkt werden kann. Aus Sicht von Ulfers müsse der komplette Flächennutzungsplan für die Gemeinde überarbeitet werden. Dazu gehörten dann auch Überlegungen zu neuen Wohn- und Gewerbegebieten – darunter auch zu neuen Bauplätzen in Hooksiel oder einem Platz für einen Netto-Markt im Ort.
Auf Initiative der Wählergruppe Pro Wangerland soll sich der neue Rat verstärkt das Thema „Bevölkerungsschutz“ in den Blick nehmen. Dazu gehörten neben der Umsetzung des Feuerwehrbedarfs-Planes und eines Generalentwässerungs-Planes auch Vorkehrungen für unterschiedlichste Katastrophen-Szenarien.
Priorität bei Gemeindefinanzen
Höchste Priorität für die Gruppe habe aber die Konsolidierung der Gemeindefinanzen. „Wenn wir unsere Finanzen nicht in den Griff bekommen, ist mittelfristig die Selbstständigkeit der Gemeinde Wangerland in Gefahr“, befürchtet Gruppensprecher Ulfers. Ein wichtiger Schritt dabei wäre es, wenn die Einwohnerzahl über die 10.000er-Marke klettert.
Friesland/Wangerland (22. 10. 2026) – Acht junge Menschen, viele Ideen und ein gemeinsames Ziel: Die Interessen junger Menschen in Friesland vertreten. Das neue Jugendparlament Friesland (JuPa) steht. Alle acht Kandidatinnen und Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt hatten, wurden gewählt. Karina Pik (Varel) und Niklas Doyen (Wangerland) bilden das Vorstandsteam.
Das neue Jugendparlament: (von links) Malak Mamo, Niklas Doyen, Karina Pik, Noah Tuchen, Rania Aoibheal Wichner, Oskar Lehmann undFranziska Endrulli. Auf dem Bild fehlt Neele Hedemann. Foto: Landkreis Friesland
Neben Karina Pik und Niklas Doyen gehören Noah Tuchen (Jever), Franziska Endrullis (Schortens), Malak Mamo (Sande), Oskar Lehmann (Varel), Neele Hedemann (Sande) und Rania Aoibheal Wichner (Zetel) dem neuen Jugendparlament an. Gemeinsam möchten sie eigene Themen einbringen, Ideen entwickeln und die Zukunft Frieslands aktiv mitgestalten.
Das Jugendparlament Friesland gibt es seit 2017. Es vertritt die Interessen junger Menschen gegenüber Politik und Verwaltung und beschäftigt sich mit Themen, die ihren Alltag unmittelbar betreffen. Dazu gehören beispielsweise die Situation an Schulen, Freizeitangebote, Busverbindungen und Treffpunkte für Jugendliche. Mit dem JuPa haben junge Menschen in Friesland eine Stimme, um ihre Perspektiven einzubringen und die Entwicklung des Landkreises mitzugestalten.
Wangerland (22. 10. 2026) – Bei einem Unfall auf der Kreisstraße 88 im Bereich Wangerland-Sophiengroden sind ein Wohnmobil und ein Baum beschädigt worden. Ein weiteres beteiligtes Fahrzug fuhr weiter, ohne sich um den Schaden zu kümmern.
Das Wohnmobil war nach bisherigen Ermittlungsstand gegen 12.20 Uhr in westlicher Richtung unterwegs. Dabei sei ihm ein bislang unbekannter Pkw entgegengekommen, dessen Fahrer sich offenbar nicht an das Rechtsfahrgebot gehalten habe und trotz der geringen Fahrbahnbreite mittig der Fahrbahn gefahren sei, so die Polizei.
Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, wich der Wohnmobilfahrer aus und touchierte dabei einen am rechten Fahrbahnrand stehenden Baum. Sowohl am Wohnmobil als auch am Baum entstand Sachschaden. Der entgegenkommende Pkw setzte seine Fahrt fort, ohne dass sich der Fahrer um den entstandenen Schaden kümmerte. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei in Jever unter der Rufnummer 04461/7449-0 in Verbindung zu setzen.
Hooksiel (21. 10. 2026) – Hooksiel bekommt einen neue Pfarrerin. Im Wangerland ist Vera Rosin schon seit dem 1. September angekommen. Voraussichtlich im November wird sie dann aus einer Ferienwohnung in Schillig in ein Häuschen in der Friesenstraße umzuziehen. Endlich, so sagte die 60-Jährige bei ihrer Vorstellung vor dem Männerkreis der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde im Walter-Spitta-Haus, werde dann das Leben aus Koffernein Ende haben.
Strahl Zuversicht und Tatkraft aus: die neue Pfarrerin der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland: Vera Rosin. Foto: hol
Vera Rosin ist Nachfolgerin von Stefan Grünefeld, der Hooksiel in Richtung Oldenburg verlassen hat. Auf Anraten ihres Sohnes habe sie sich auf die freie Stelle an der niedersächsischen Küste beworben und dafür ihre Pastoren-Stellung im westfälischen Herten verlassen. Damit geht ein Lebenswunsch etwas frühe als geplant in Erfüllung.
Der Hektik im Ruhrgebiet entflohen
Wie die gebürtige Dortmunderin schilderte, hätten sie und ihr Ehemann stets vorgehabt, mit dem Eintritt in den Ruhestand in ihren Urlaubsort Wangerland umzuziehen, um sich der Hektik und der Feinstaub-Belastung im Ruhrgebiet zu entziehen. Ihr Mann sei inzwischen Rentner. Die freie Stelle im Wangerland habe dem Paar die Chance eröffnet, die geplanten Umzug um fünf Jahre vorzuziehen.
Ein Glücksfall für beide Seiten, wie Kirchenältester Heinz Martin unterstrich. Auf die erste bundesweite Ausschreibung hätte sich nur ein Interessent gemeldet, dessen Bewerbung aber an arbeitsrechtlichen Fragen gescheitert sei. In der zweiten Runde habe sich dann Vera Rosin gemeldet. Künftig, so die Gefahr, würden viele frei werdende Stellen vakant bleiben. Martin: „Es gibt aktuell so gut wie eine Studierenden der evangelischen Theologie und damit keinen Pastoren-Nachwuchs.“
Sorgenkind Walter-Spitta-Haus
15 Männer um Männerkreis-Sprecher Herbert Ulfers nutzten am Dienstagabend die Gelegenheit, die neue Pfarrerin kennenzulernen und einige Themen aus dem aktuellen Gemeindeleben anzusprechen. Davon gibt es genug, sie sich zeigte. Die Fusion von ehemals acht selbstständigen Gemeinde zur Kirchengemeinte Wangerland ist erst vor wenigen Monaten abgeschlossen worden.
Die Organisationsstruktur sieht nur noch zweieinhalb Stellen für Geistliche vor. Dafür gibt es im Gemeindegebiet aber zehn unter Denkmalschutz stehende Kirchen, ebenso viele Friedhöfe und Gemeindehäuser, von denen mittelfristig die meisten aufgegeben werden sollen. Auch das Walter-Spitta-Haus in Hooksiel. Männerkreis-Mitglied Dietrich Gabbey forderte Vera Rosin auf, sich mit dafür einzusetzen, dass die Kirche mit ihren Mitgliedern über die Zukunft des Gebäudes ins Gespräch kommt. Es wäre ein schwerer Verlust für Kirche und Ort, wenn dieser soziale Treffpunkt verloren ginge.
„Es gibt immer eine Lösung“
Vera Rosin ließ sich von den Problemlagen nicht schrecken. Sie vermittelte den Eindruck, für pragmatische Lösungen zu stehen. Ihr Lebensmotto, was sie von ihrem Vater, einem Bergmann, übernommen habe: „Es gibt immer eine Lösung. Und wenn etwas nicht passt, dann wird es passend gemacht.“
Das künftige Theologen-Team, zu dem noch Hanja Harke und Fredo Eilts gehören, ist jeweils für das gesamte Wangerland zuständig. Gottesdienste, Taufen, Konfirmationen, Trauungen, Beerdigungen. Ihren persönlichen Schwerpunkt sehe sie bei Trauerfeiern, sagte Vera Rosin. „Hier schlägt mein seelsorgerisches Herz.“ Sie werde sich Zeit nehmen für Gespräche, um den Angehörigen beim Trauergottesdienst die Gelegenheit zu geben, sich von den Verstorbenen zu verabschieden. Einen zweiten Schwerpunkt ihrer Arbeit im Wangerland soll die Urlauberseelsorge bilden.
Wangerland (20.10. 2026) – Am Wochenende, 24. und 25. Oktober, öffnet der Wanama, der „Wangerländer Naturmarkt“, zum sechsten Mal seine Türen. Samstag und Sonntag können Gäste und Einheimische in der einst als Nachhaltigskeits-Markt etablierten Veranstaltung jeweils von 10 bis 16 Uhr Produkte aus der Region kennenlernen und sich über die Arbeit lokaler Initiativen informieren. Der Eintritt ist kostenfrei.
Die Besucher erwartet ein vielseitiges Angebot aus handgefertigten Produkten, kulinarischen Spezialitäten und Kunsthandwerk. Das Sortiment reicht von Erzeugnissen rund um das Schaf und friesischem Honig über Kosmetikprodukte und Makramee-Arbeiten bis hin zu Dekorationen für Haus und Garten. Die Aussteller präsentieren ihre Produkte und Projekte, berichten von ihren Erfahrungen und geben praktische Tipps für den Alltag.
Informationen und Mitmachangebote rund um Natur- und Umweltschutz bieten unter anderem lokale Verbände und Initiativen wie WAU, BUND Wilhelmshaven, JadeWale e. V. sowie Erde und Flut. Am Stand des Nationalpark-Hauses Wangerland erfahren Besucher mehr über die Tierwelt der Region und können einen Blick durch das Mikroskop werfen. Beim Spinnkreis Neustadtgödens kann gefilzt und das traditionelle Spinnen beobachtet werden.
Für Kinder finden an beiden Tagen um 11 und15 Uhr kostenfreie Vorstellungen des beliebten Bilderbuchkinos in der Bücherei statt. Von 11.30 bis 15 Uhr wird eine Bücherei-Rallye angeboten. Zudem informieren das Fairmobil aus Aurich und die Jägerschaft Friesland-Wilhelmshaven über ihre Arbeit.
Horumersiel (19. 10. 2026) – Mit dem großen Zugvogelfest im Gästehaus Horumersiel sind die 18. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer am Sonntag zu Ende gegangen. Neun Tage stand der Vogelzug im Fokus: Mehr als 300 Veranstaltungen entlang der niedersächsischen Küste und auf den Inseln luden Einheimische und Gäste dazu ein, Zugvögel zu beobachten, ihre außergewöhnlichen Leistungen kennenzulernen und die Bedeutung ihrer Rast-, Brut- und Überwinterungsgebiete zu entdecken. Insgesamt nutzten nach Angaben der Nationalparkverwaltung über 13.000 Teilnehmende das Angebot, davon rund 2.500 Kinder.
Voller Kursaal (nicht nur) bei der großen Verlosung.Foto: Michael Räder / NLPV
Im Mittelpunkt der diesjährigen Zugvogeltage standen die Küstenseeschwalbe als Titelvogel und Namibia als Partnerland. Die Küstenseeschwalbe verbindet das Wattenmeer mit Regionen im südwestlichen Afrika und darüber hinaus: Auf ihren jährlichen Zügen legt sie rund 90.000 Kilometer zurück. Namibia ist mit bedeutenden Rastgebieten wie Walvis Bay und Sandwich Harbour eine wichtige Station für Zugvögel auf dem Ostatlantischen Zugweg.
Zugvogelfest gut besucht
Das Zugvogelfest in Horumersiel bot zum Abschluss ein vielfältiges Programm für alle Altersgruppen. An Informationsständen, bei Vorträgen und Mitmachangeboten konnten über 900 Besucher Wissenswertes über den Vogelzug, den Nationalpark und Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung erfahren. Ferngläser, Spektive und Kameras konnten mit fachkundiger Beratung ausprobiert werden.
Fachvorträge widmeten sich der Küstenseeschwalbe, dem 40-jährigen Jubiläum des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, der Wahl der passenden Beobachtungsoptik sowie der Entwicklungszusammenarbeit in Namibia. Das Programm bot auch für Kinder vielfältige Erlebnisse – vom Bilderbuchkino über Bastelangebote bis zur „Wattpolizei“.
200 Kinderbilder
Zudem war auch die Kinderaktion in diesem Jahr ein besonderer Anziehungspunkt beim Zugvogelfest. Die über 200 eingereichten Bilder zum Motto „Eine lebenswerte Welt für Vögel“ wurden im Kleinen Kursaal ausgestellt und zeigten die kreativen Ideen der jungen Teilnehmer.
Ein sportlicher Höhepunkt der Zugvogeltage mit mehreren Rekorden war erneut der Aviathlon. Dabei traten Küstenregionen in einem Wettbewerb um die meisten beobachteten Vogelarten gegeneinander an. Norderney konnte mit 180 beobachteten Arten einen neuen Regionen-Rekord aufstellen. Insgesamt wurden 221 Arten beobachtet, auch das ist ein neuer Höchststand. Zu den erstmals im Rahmen des Aviathlon beobachteten Arten gehören Tannenhäher, Gleitaar, Temminckstrandläufer und Waldlaubsänger.
Verantwortung fürs Wattenmeer
„Der Aviathlon zeigt eindrucksvoll, wie artenreich das Wattenmeer und die angrenzenden Küstenlandschaften sind“, sagt Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. „Jede Beobachtung steht zugleich für die besondere Verantwortung, die wir für diese Lebensräume tragen. Zugvögel sind auf ein Netzwerk geeigneter Rast-, Brut- und Überwinterungsgebiete angewiesen – bis nach Namibia und darüber hinaus. Der Schutz des Wattenmeers ist deshalb immer auch internationaler Naturschutz.“
Die Vorbereitungen für die nächsten Zugvogeltage beginnen bereits. Die 19. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer finden vom 9. bis 17. Oktober 2027 statt.
Hooksiel (16. 10. 2026) – Die Entscheidung über den geplanten Umbau des Badestrandes in Hooksiel verzögert sich. Noch im Sommer war man im Rathaus in Hohenkirchen davon ausgegangen, dass die notwendigen Beschlüsse über die Finanzierung des um 16 Millionen Euro teuren Projektes aus dem Kohlestrukturfonds in diesem Herbst fallen könnte.
Der Hooksieler Badestrand soll durch den Bau eines massiven Deckwerks gesichert werden. Grafik: Machbarkeitsstudie
Inzwischen ist klar: Die erforderliche Zustimmung vom friesländischen Kreistag und dem Rat der Stadt Wilhelmshaven fällt voraussichtlich erst im Winter oder auch erst in 2027. In beiden Gremien stand das Thema noch nicht auf den Tagesordnungen. Da Kreistag und Rat sich im November erst einmal neu konstituieren, ist unklar, wann sich die politischen Gremien zu einer Entscheidungen in der Lage sehen.
Gemeinde noch zuversichtlich
Torsten Meuer, Leiter der Abteilung Bautechnik im Rathaus in Hohenkirchen, ist noch zuversichtlich, dass eine Entscheidung so rechtzeitig fällt, dass das erforderliche Planfeststellungsverfahren zügig anlaufen kann. Die Gemeinde habe die Ausschreibung für die Fachbüros für das Planfeststellungsverfahren soweit vorbereitet, dass sie sofort auf den Weg gebracht werden kann – sobald die Finanzierungszusage vorliegt. Die Wartezeit nutzte man dafür, die Antragsunterlagen weiter zu optimieren. Ein wichtiger Punkt dabei ist nach den Worten von Meuer die Prüfung, ob es auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten für das Projekt gibt.
„Für die Befassung der Entscheidungsgremien des Kohlestrukturfonds müssen die Anträge ausgereift sein, das heißt über das Stadium einer reinen Projektskizze hinausgehen und einen detaillierten Planungsentwurf sowie nachvollziehbare Kostenschätzungen enthalten“, betont der Landkreis Friesland auf Anfrage von „Hooksiel-life“. Erst dann würden sich die Gremien des Strukturfonds und des Landkreises damit befassen.
Der Hooksieler Strand hat über die Jahre deutlich an Tiefe verloren. Inzwischen bedrohen die Fluten das Strandhaus 1. Archiv-Foto: hol
Bei der Gemeinde sieht man diesen Teil der Vorbereitung einer finalen Beschlussfassung als erledigt an. Eine über Monate unter Federführung des Hooksieler Ratsherrn Dieter Schäfermeier tagende Arbeitsgruppe hat bereits eine detaillierte Machbarkeitsstudie vorgelegt.
Zustimmung aus Wilhelmshaven erforderlich
„Das Projekt Strandaufspülung in Hooksiel ist dem Rat der Stadt Wilhelmshaven bislang noch nicht vorgestellt worden“, teilt die Stadtverwaltung mit. Somit sei bislang auch keine Beschlussfassung möglich gewesen. „Eine Zustimmung des Rates ist jedoch zwingende Voraussetzung für eine mögliche Förderung eines Projektes aus Mitteln des Kohlestrukturfonds“.
Dass es in Wilhelmshaven bei vergleichbaren Projekten schnell gehen kann, hat der Rat der Stadt erst in dieser Woche bewiesen. So stimmte das Gremium auf einer Sondersitzung dem Ankauf von ehemals vom Chemiekonzern ICI genutzten Flächen auf dem Rüstersieler Groden Süd zu. 90 Prozent der Kosten von rund 35,5 Millionen Euro sollen aus Mitteln des Kohlestrukturfonds abgedeckt werden.
Massives Deckwerk geplant
Durch den geplanten Strandumbau soll der Hooksieler Badestrand dauerhaft gesichert werden, der in Höhe des Strandhauses 1 durch Strömung und Sturmfluten über Jahren gut 200 Meter an Tiefe verloren hat. Um den Strand dauerhaft zu sichern, soll ein massives, 680 Meter hohes Deckwerk gebaut werden.
Das Bauwerk aus vergossenen Wasserbausteinen würde sich vom Standhaus 1 in einem Bogen um Strandhaus 2 herum erstrecken. Es soll den dahinter liegenden Sand schützen und zugleich als Promenade zum Flanieren einladen. Treppendurchlässe würden den Weg zum Wasser und zum Watt barrierefrei ermöglichen.
Wangerland hat kein Geld
Der Badestrand gilt als Herzstück des touristischen Angebotes des Ortes. Zugleich wird er von vielen Bürgern aus Wilhelmshaven und Friesland als Naherholungsgebiet genutzt. Als ein Baustein für die Finanzierung liegt der Gemeinde Wangerland als Bauherrin bislang eine Förderzusage des Landes Niedersachsen über 3,5 Millionen Euro als Mitteln der Tourismusförderung vor. Die Restsumme müsste über den Kohlestrukturfonds finanziert werden, da der Haushalt der Gemeinde Wangerland keine Spielräume für eine Großinvestition bietet.
Der vom Bund mit insgesamt 157 Millionen Euro gespeiste Kohlestrukturfonds soll Infrastruktur-Projekte im Raum Wilhelmshaven und Umland ermöglichen, die die wirtschaftlichen Nachteile ausgleichen, die der Region durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung entstehen.