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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Landkreis: Donnerstag und Freitag fällt die Schule aus

Friesland/Wangerland (7. 1. 2026) – Witterungsbedingt fällt am Donnerstag, 8. Januar, sowie Freitag, 9. Januar, der Präsenzunterricht an allen allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen im Landkreis Friesland aus. Das teilte die Behörde heute mit. Bereits am heutigen Mittwoch hatte der Landkreis aufgrund einer akuten Verschlechterung der Straßenverhältnisse den Schulbusverkehr nach der sechsten Schulstunde eingestellt.

Es soll weiter schneien

Die Entscheidung über Schulausfälle aufgrund der Wetterlage fällt der Landkreis nach eigenem Bekunden nach Rücksprache mit allen Fachstellen wie Leitstelle und Straßenmeistereien sowie den Busunternehmen. Maßgeblichen Einfluss haben auch die Prognosen des Deutschen Wetter-Dienstes (DWD). Danach soll es weiterhin schneien. Aktuelle Entscheidungen werden bis spätestens 6 Uhr morgens unter anderem auf der Internetseite des Landkreises (www.friesland.de) veröffentlicht.

Müllabfuhr nur eingeschränkt möglich

Aufgrund der Wetterlage konnte heute auch die Müllabfuhr nur eingeschränkt arbeiten. Betroffen waren vor allem Seitenstraßen und Sackgassen sowie aufgrund der Witterung nicht sicher befahrbare Straßen. Wie die Abfallbehörde mitteilt, werden die betroffenen Tonnen erst mit der regulären nächsten Abfuhr mitgenommen. Bürger können dann überschüssigen Restmüll und Bioabfall in zusätzlichen Tüten neben die Tonnen stellen. Bioabfall sollte dabei in Papiertüten gesammelt werden. 

Auch das aufmerksame Zuhören will gelernt sein

Wangerland/Jever (7. 1. 2026) – Um das „Zuhören“ geht es beim nächsten öffentlichen Stammtisch des grünen Ortsverbands Jeverland von Bündnis 90/Die Grünen im „Parkhotel“ in Jever am Mittwoch, 14. Januar, ab 19 Uhr. Es gilt als Grundlage für einen konstruktiven politischen Dialog.

Referent ist Jürgen Walter (Foto, 67), bis Sommer 2025 Pfarrer in der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland und ausgebildeter Trauerbegleiter. Während seines über 40-jährigen pfarramtlichen Wirkens waren die persönliche Begleitung von Menschen in Belastungssituationen und das seelsorgliche Gespräch Schwerpunkte seiner Tätigkeit.

Nachdem er bereits in Oldenburg als Leiter der Telefonseelsorge gearbeitet hat, ist er bis zu einer Neubesetzung der Leitungsstelle in der Telefonseelsorge Wilhelmshaven dort ehrenamtlich als Leiter tätig.

Miteinander zu reden scheint das Einfachste der Welt zu sein. Doch häufig fühlen sich Menschen missverstanden. Auch in der Politik ist aktives und aufmerksames Zuhören eine Herausforderung, obwohl viele Politiker es als zentral für ihre Arbeit ansehen, die Interessen von Bürgern aufzunehmen. Doch die politische Polarisierung erschwert oft ein echtes, konstruktives Zuhören. Das kann dann leicht zu Politikverdrossenheit führen.

Zum grünen Stammtisch sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

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Landkreis: Über Schulausfälle wird bis spätestens 6 Uhr informiert

Friesland/Hooksiel (6. 1. 2026) – Aufgrund der aktuellen Witterungs- und Straßenverhältnisse kann es zu Verspätungen im Busverkehr und auch zum Wegfall von einzelnen Haltestellen kommen. Darauf weist der Landkreis Friesland hin. Informationen über die jeweiligen Fahrtmöglichkeiten seien im Internet unter www.fahrplaner.de oder über die Fahrplaner-App zu erhalten.

Eltern können für Kinder entscheiden

Über Schulausfälle werde mit Blick auf die jeweilige Wetterlage nach Rücksprache mit allen Fachstellen wie der Leitstelle und den Straßenmeistereien sowie den Busunternehmen entschieden, heißt es. „Eine Entscheidung fällt zeitlich so, dass spätestens um 6 Uhr die Information veröffentlicht wird.“ 

Eltern werden gebeten, auf entsprechende Meldungen im Radio zu achten beziehungsweise sich auf den Internetseiten der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen/Region Hannover (www.vmz-niedersachsen.de/schulausfall) zu informieren. Zusätzlich erfolge eine Information auch über die App Katwarn und über die Seite www.friesland.de.

Grundsätzlich gelte, dass Erziehungsberechtigte von Schülerinnen und Schülern im Primarbereich und im Sekundarbereich I, die eine unzumutbare Gefährdung ihrer Kinder auf dem Schulweg durch extreme Witterungsverhältnisse befürchten, ihre Kinder auch dann zu Hause behalten oder vorzeitig vom Unterricht abholen können, wenn kein genereller Unterrichtsausfall angeordnet worden ist.

Verteidigt hat der Landkreis als Abfallbehörde die vielerorts kritisierte Entscheidung, dass die am Samstag und am Montag witterungsbedingt ausgefallenen Müllabfuhrtermine nicht nachgefahren werden. Betroffen davon waren unter anderem weite Teile des Wangerlandes, darunter Hooksiel. 

Müllabfuhr: Straßen nicht sicher

„Die betroffenen Straßen waren zum Zeitpunkt der Abfuhr nicht ausreichend geräumt, so dass eine sichere Durchfahrt der Abfuhrfahrzeuge nicht möglich war“, stellt der Landkreis fest. Diese Situation sei für alle Beteiligten unbefriedigend. Die Entscheidung, die Abfuhr auszusetzen, habe jedoch ausschließlich der Sicherheit gedient. Das beauftragte Entsorgungsunternehmen Augustin habe darauf keinen Einfluss gehabt. „Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abfallabfuhr sind auf sichere Straßenverhältnisse angewiesen.“

Die ausgefallene Leerung könne aus organisatorischen Gründen nicht nachgeholt werden, stellt die Abfallbehörde fest. Die Entsorgung erfolge mit der nächsten regulären Abfuhr, bei der zusätzlich handelsübliche Abfallsäcke neben die Tonnen gestellt werden dürften, die dann kostenfrei entsorgt würden.

Glosse: Wintervergnügen Chance für Ganzjahres-Tourismus

Hooksiel (6. 1. 2026) – Der Tourismus im Wangerland steckt in der Krise. Zumindest sind im Zuge der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH erhebliche Veränderungen zu erwarten – und nötig. Eine Anforderung an die Branche: Nach der Schließung des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel benötigt der Standort neue Alleinstellungsmerkmale.

An der Skisprungpiste am Hooksieler Deich lassen sich Weiten von bis zu fünf Metern erzielen. Fotos: Bernhard Köster

Pünktlich zum neuen Jahr hat der Schnee den Ort und die gesamte Nordseeküste in winterliches Weiß gehüllt. „Während die deutschen Adler bei der Vierschanzen-Tournee in den Alpen hinterherspringen, trainiert der Nachwuchs im Skistadion an der Jaderennbahn“, ist dem Hooksieler Bernhard Köster aufgefallen. „Auf der Deichschanze erreicht mein Sohn Leonard Weiten von bis zu fünf Metern. Und im Anschluss geht es auf die Runden in der Winter-Trabrennbahn nebenan.“ 

Damit könnte ein neuer Trend zum Ganzjahres-Tourismus in Hooksiel gesetzt werden, stellt Köster scherzhaft fest. „Nach der notwendigen Deicherhöhung im Zuge des Klimawandels kann auch ein Snowbard-Parcours angelegt werden. Dazu eine Skihalle auf der alten Mülldeponie an der Grenze zur Stadt Wilhelmshaven, ähnlich wie das Vorbild in Neuss – und das Wintersport-Eldorado wäre perfekt.“ Eine echte Perspektive, so Köster, zumal auch die Graft um das Gästehaus das Potenzial für ein Eisstadion habe. 

Straßen befahrbar – aber Müllabfuhr kommt trotzdem nicht

Hooksiel (5. 1. 2026) – Der Winter hat das Wangerland fest im Griff. Dabei gibt es schöne und weniger schöne Aspekte. Herrlich der Blick über die weißen Feld, auf Schlitten fahrende Kinder und die Schneemänner, die aus den Gärten sprießen. Weniger schön die vereisten Straßen und Gehwege, die zum Teil auch noch durch Mülltonnen blockiert werden.

Die für Samstag geplante Müllabfuhr wurde witterungsbedingt ersatzlos gestrichen – obwohl die Restabfall-Tonnen nach den Feiertagen zumeist probevoll sind. Bürger sollen überschüssigen Müll beim nächsten regulären Abfuhrtermin in Säcken an die Straße stellen. Foto: hol

Die Gemeinde Wangerland hat angesichts der Lage noch einmal auf die Räumpflichten hingewiesen. Die Aufgabe, Geh- und Radwege verkehrssicher zu halten, liegt in der Regel bei den Anwohnern. Während sich der Bauhof der Gemeinde bereits seit dem Wochenende intensiv um öffentliche Flächen kümmert, haben die Straßenanlieger die Pflicht, Schnee und Eis auf den Geh- und Radwegen vor ihrem Grundstück zu beseitigen. Bei Straßen ohne Gehweg, wie etwa in verkehrsberuhigten Bereichen, ist eine Gehspur am Straßenrand zu räumen, auf dem sich zwei Fußgänger begegnen können sollen.

Bürger für Gehwege zuständig

Während Landes- und Kreisstraßen in der Regel von externen Kräften betreut werden, kümmert sich die Gemeinde um die Gemeindestraße. Zum einen sind nach den Worten von Ordnungsamtsleiter Markus Gellert einige landwirtschaftliche Lohnbetriebe mit dem Winterdienst gerade auf außerörtlichen Straßen beauftragt. In den Orten kümmere sich der Bauhof nach einer Prioritätenliste auch um Straßen. So hätten zum Beispiel Zuwegungen zu Kindergärten und Schulen Vorrang vor Wohnstraßen. „Wenn sich aber zum Beispiel auf Nebenstraßen gefährliche Eisflächen bilden, können sich Bürger gern an die Gemeinde wenden“, so Gellert.

Durch das Winterwetter beeinträchtig worden ist auch die Müllabfuhr. Wie der Landkreis Friesland über die App „MyMüll.de“ bereits am Samstag angekündigt hatte, könnten die Fahrer des beauftragten Entsorgungsunternehmens aufgrund der Glätte und von nicht geräumten (Neben-) Straßen die geplante Abfuhr nicht vollständig durchführen. 

Abfälle in Säcken sammeln

In Hooksiel etwa fiel so die infolge der Feiertage verschobene Abfuhr der Restmüll-Tonnen offenbar komplett aus, und das, obwohl die Straßen im Ort trotz des Wintereinbruchs überwiegend gut zu befahren waren. Ärgerlich ist das vor allem deshalb, weil die ausgefallene Abfuhr nicht nachgefahren werden soll. Laut Landkreis sollen die Bürger erst beim nächsten regulären Abfuhr-Termin ihre Restmüll-Tonnen erneut an die Straße stellen. Überschüssiger Abfall könne dann in Säcken neben den Tonnen abgestellt und so auf den Weg gebracht werden.

Bürger machen sich Sorgen

In Hooksiel sorgt diese Regelung für Unmut. Zum einen standen auch heute noch zahllose Tonnen an den Straßen, auch weil die Mitteilung der Abfallbehörde längst nicht alle Bürger erreicht haben dürfte. Das gilt in der Regel insbesondere für Ferienhaus- und Zweitwohnungsbesitzer. Zum anderen machen sich Bürger Sorgen. Was passiert mit den Müllsäcken, wenn es am nächsten Abfuhrtermin, am 15. Januar, stürmisch sein sollte? „Dann liegt der ganze Dreck auf den Straßen“, befürchtet eine Hooksielerin. „Für einen Urlaubsort ist das alles andere als schön.“

Auszeichnung für Vereins-Pioniere und Bundessiegerin

Wangerland/Hooksiel (4. 1. 2026) – Das ehrenamtliche Engagement ist der Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält. Das betonten nahezu alle Redner beim Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland am Freitagabend in Horumersiel. Beispielhaft für die vielen ehrenamtlich Aktiven in Feuerwehren, Sportvereinen oder Arbeitsgruppen zeichnete Bürgermeister Mario Szlezak den Vorstand des neu gebildeten Sport-Clubs Wangerland aus.

Bürgermeister Mario Szlezak (links) zeichnete für für ihre bemerkenswerten Leistungen die Bundessiegerin im Beruf der Textillaborantinnen, Britta Lauts (2. von links), sowie den Vorstand des neu gebildeten Vereins SC Wangerland aus.

Den SC Wangerland gibt es erste seit November vergangenen Jahres. Der Verein ist hervorgegangen aus der Verschmelzung von drei Traditionsvereinen – dem FC Nordsee Hooksiel, Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland. Die Zusammenlegung sei kein einfacher Schritt gewesen, betonte Szlezak. „Es war ein anspruchsvoller und verantwortungsvoller Prozess, der Mut zur Veränderung erforderte.“

Die Aktiven der drei Vereine hätten viel Zeit investiert, endlose Gespräche geführt und Kompromisse gefunden, um eine „zukunftsfähige Vereinsstruktur“ aufzubauen. Das verdiene Respekt und den Dank von Rat und Verwaltung der Gemeinde, so der Bürgermeister.

Als „Botschafterin unserer Region“ zeichnete Szlezak zudem Britta Lauts aus. Die Wangerländerin hat in einem Unternehmen in Nordrhein-Westfalen den Beruf der Textilaborantin erlernt und ihre Prüfung als „Bundessiegerin“, also als Beste in ganz Deutschland, abgeschlossen. Szlezak lobte den Mut, die gewohnte Umgebung zu verlassen, um Neues zu erlernen. Der Titel Bundessiegerin sei der Lohn für Durchhaltevermögen, Disziplin und echte Begeisterung für einen Beruf, der viel Erfahrung im Labor, Genauigkeit und Geduld erfordere. Britta Lauts gehöre zu den jungen Menschen, die Beleg dafür seien, wie viel Potenzial im Wangerland steckt.

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Bürgermeister: Ein Bad erhalten und das Thalasso weiter betreiben

Wangerland/Hooksiel (3. 1. 2026) – Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland dazu aufgerufen, verstärkt den Dialog zu suchen und auch bei Meinungsverschiedenheiten miteinander zu sprechen. Angesichts gesunkener Zustimmungswerte für die Demokratie in Deutschland sei es notwendig, den Zusammenhalt zu stärken. „Und Zusammenhalt entstehen durch Zusammenkommen.“ 

Ministerpräsident Olaf Lies warb für den Dialog mit Andersdenkenden und eine klare Haltung gegen Hass und Hetze. Foto: hol

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien sehr schwierig. Und es werde es trotz bereits angeschobener Reformen eine Zeit lang dauern, bis die Maßnahmen greifen. Dennoch sei Deutschland das Land mit den besten Voraussetzungen, die Krise zu meistern – auch aufgrund der großen Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement im Land. Um Hass und Hetze entgegen zu wirken, brauche es Klarheit in der Sprache, Verlässlichkeit im Handeln und die Nähe für einen Dialog, so Lies. 

„Region ist krisenerprobt“

Lies, der erstmals als Ministerpräsident den Empfang der Gemeinde im Kursaal in Horumersiel besuchte, sprach sein Grußwort zusammen mit Frieslands Landrat Sven Ambrosy, für den es der letzte Besuch als Landrat gewesen sein dürfte. Ambrosy tritt bekanntlich bei der Kommunalwahl am 13. September nicht wieder an. 

Auch Ambrosy zeigte sich zuversichtlich. „Unsere Region ist krisenerprobt.“ Neben der Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) habe es im Wangerland 2025 auch viele positive Dinge gegeben. So etwa die Eröffnung des „Wangerland Resort“ oder die noch laufende Sanierung der Sporthalle in Hohenkirchen. Ambrosy deutete zudem an, dass das Land Niedersachsen den geplanten Bau einer „Bunten Wache“ für Feuerwehr und Polizei in Hohenkirchen durch eine Bedarfszuweisung unterstützen könnte.

In weiteren Grußworten dankten die Wangerländer Landtagsabgeordneten Katharina Jensen und die Bundestagsabgeordnete Anne Janssen (beide CDU) den ehrenamtlich Engagierten im Gemeindegebiet. Als Beispiel nannte Jensen die Mitglieder der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG), die es trotz der Schließung des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel geschafft hätten, den Schwimmunterricht für Kinder aufrecht zu erhalten. Die Politikerinnen riefen dazu auf, sich auch politisch zu engagieren, etwa als Kandidatin oder Kandidaten bei der Kommunalwahl 2026. Meinungen zu haben, sei das eine, Mitmachen das andere. 

Bürgermeister warnt vor Aktionismus

Bürgermeister Mario Szelzak hatte eingangs vor zahlreichen Besuchern das Jahr 2025 Revue passieren lassen. Ein Schwerpunkt dabei: die Insolvenz der WTG, für die die Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel als Hauptursache gilt. Der Bürgermeister warb um Verständnis dafür, dass die Antwort auf die Frage „Wie konnte es so weit kommen?“ immer noch aussteht. Es müssten Rechnungen und Entscheidungen der vergangenen zehn Jahre gesichtet und bewertete werden. Dabei helfe kein Aktionismus.

Ebenso wichtig sei aus seiner Sicht, wie es weiter gehen soll mit dem so wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus. „Wir brauchen ein Bad im Wangerland“, forderte Szlezak. „Als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge, für Kinder und Vereine, für den Sport, für die Gäste und für unsere Bürger.“ Im Zuge der Insolvenz waren die Hallenbäder in Horumersiel und Hooksiel geschlossen worden.

9 Millionen Euro Fördermittel

Gleichzeitig werde das Thalasso Meeres Spa geöffnet bleiben, kündigte der Bürgermeister an. In den rund 23 Millionen Euro teuren Gesundheits-Tempel seien rund neun Millionen Euro Fördermittel geflossen. „Würden wir diese Einrichtung schließen, müssten diese Mittel in erheblichem Umfang zurückgezahlt werden“, so Szlezak. „Das wäre finanziell nicht verantwortbar und würde unserer Gemeinde noch weiter schaden.“

Der Shanty-Chor Likedeeler umrahmte den Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland musikalisch. Foto: hol

Die Folgen der Insolvenz in Eigenregie de WTG müsse man differenziert betrachten, so der Bürgermeister. In der Privatisierung des Campingplatzes Hooksiel sehe er eine große Chance. Sie ermögliche die notwendigen Investitionen auf dem Platz und verbessere damit Qualität und Attraktivität. Aber: „Mögliche Preisanpassungen gehören in einem solchen Prozess zur Wahrheit dazu.“

Rat hat Planungshoheit

Mit Blick auf das seit Oktober geschlossene und aktuell zum Verkauf stehende Hallenbad Hooksiel, mahnte Szlezak zur Weitsicht. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass ein Käufer das hoch defizitäre Bad so weiter betreiben werde. Es müssten neue Konzepte gedacht werden, in die im besten Fall auch en Schwimmangebot integriert ist. Der Bürgermeister wies auf die Verantwortung des Gemeinderates hin, bei dem die Planungshoheit für das Areal liegt. „Wenn wir darauf bestehen, dass alles so bleibt, wie es ist, werden wir wahrscheinlich keinen Investor finden.“

Der Bürgermeister schilderte die schwierige finanzielle Lage der Gemeinde. Die Kommunen insgesamt seien unterfinanziert und hätten große Schwierigkeiten, selbst ihre Pflichtaufgaben zu erfüllen. Dazu zählt Szlezak im Wangerland den Bau der „Bunten Wache“ und einer neuen Grundschule in Hohenkirchen. Im vorhandenen Gebäude würden die Räume für einen Ganztagsunterricht fehlen. 

Betreuungszeiten erweitern

Im Zuge der Ganztagsbeschulung, die ab dem nächsten Schuljahr zunächst in Hooksiel und in Tettens angeboten werde, sollten nach Ansicht des Bürgermeisters auch die Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten in der Gemeinde angepasst werden. „Nur so können Ganztagsangebote sinnvoll genutzt werden – insbesondere für Familien und für Alleinerziehende, die auf verlässliche Betreuungszeiten angewiesen sind.“

Mit Blick auf das neue Jahr zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich, dass noch im Januar die Verkaufsverhandlungen über die Rundinsel im Wangermeer mit den Betreibern des „Wangerland Resorts“ abgeschlossen werden können. Ein weiteres wichtiges Thema für denTourismus sei die Strandsicherung in Hooksiel. 

Schritt zurück am Alten Hafen

Richtig sei es, so Szlezak, beim geplanten Verkauf des ehemaligen Feuerwehrareals am Alten Hafen in Hooksiel „einen Schritt zurück“ zu gehen. Nachdem der favorisierte Hotelplaner es nicht geschafft habe, Investor und Betreiber zu finden, müsse nun neu überlegt werden, was für den Standort das Richtige ist. An den Überlegungen sollen auch die Hooksieler Bürger beteiligt werden. Aber, so Szlezak: „Am Ende muss klar sein: Die Entscheidung darüber, was an diesem Standort entwickelt wird, liegt bei der Politik.“

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Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer besteht seit 40 Jahren

Wangerland/Wilhelmshaven (2. 1. 2026) – Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer feiert einen runden Geburtstag. Mit Jahresbeginn 1986 trat die entsprechende Verordnung zur Einrichtung des ersten Nationalparks im Land in Kraft.

Wattwanderung
Seit 40 Jahren Nationalpark und heute Weltnatdurerbe: Das Niedersächsische Wattenmeer. Archiv-Foto: Mira Hohmann

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer: „Das Wattenmeer ist ein Schatz von internationaler Bedeutung, den es zu schützen und zu bewahren gilt. Mit dem Nationalpark schützen wir nicht nur seltene Tier- und Pflanzenarten, sondern erhalten auch eine einzigartige Naturlandschaft für Millionen Zugvögel.“ 

Festveranstaltung in Wilhelmshaven

Das 40-jährige Bestehen des Nationalparks soll unter dem Motto „Nationalpark wirkt“ im Laufe des Jahres vielfach gefeiert werden. Der offizielle Festakt ist für Freitag, 6. Februar in Wilhelmshaven mit Ministerpräsident Olaf Lies und Umweltminister Christian Meyer geplant. Öffentliche Geburtstagsfeiern mit verschiedenen Angeboten sollen am Wochenende 4. und 5. Juli von den 18 Nationalpark-Informationseinrichtungen am Wattenmeer veranstaltet werden. 

Meyer erinnert in einer Erklärung daran, das vor 40 Jahren die Gründung des Nationalparks hoch umstritten war. Aber, so der Minister: „Die Natur vor dem Deich entlang der gesamten niedersächsischen Küste umfassend unter Schutz zu stellen, hat sich zu einer besonderen Erfolgsgeschichte entwickelt. Davon profitieren Tiere, Pflanzen und Menschen gleichermaßen.“ Das heute als Unesco-Weltnaturerbe eingestufte Wattenmeer ziehe jährlich Millionen Besucherinnen und Besucher nach Niedersachsen. 

Große Herausforderungen

Gleichzeitig stehe das Wattenmeer vor großen Herausforderungen. „Die Folgen der Klimawandels, der steigende Meeresspiegel, das Verschwinden von Seegrasflächen, die Biodiversitätskrise, die Umweltverschmutzung etwa mit Plastikmüll, der steigende Schiffsverkehr gerade auch von Öl- und LNG-Gastankern aber auch die geplanten Gasförderungen am Rande des Nationalparks bedrohen eine einzigartige Natur“, so der Minister. „Hinzu kommt ein gestiegener Nutzungsdruck durch Schifffahrt, Infrastruktur, Trassen, Küstenschutz, Landschaftsverlust, Fischerei und Tourismus. Sie alle machen deutlich, wie wichtig ein starker Nationalpark gerade heute ist. Er ist ein Schutzschild für die Natur und ein Frühwarnsystem für ökologische Veränderungen.“

Modellregion für Nachhaltigkeit

Mit einer Fläche von rund 3.450 Quadratkilometern ist der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer der zweitgrößte deutsche Nationalpark. Er bildet die Kernzone des Unesco-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer – einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung – und ist Teil des länderübergreifenden Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer. Mit seinen tidebeeinflussten Wattflächen, Sandbänken, Stränden, Dünen und Salzwiesen ist es eine der hinsichtlich der Biomasse produktivsten Regionen der Erde. Rund 10.000 Pflanzen- und Tierarten leben hier, teilweise in millionenfacher Individuenzahl. Zudem ist es eines der wichtigsten Rastgebiete für Zugvögel weltweit mit jährlich zehn Millionen Zugvögeln, die hier Station machen.

Gemeinde Wangerland lädt für heute zum Neujahrsempfang

Wangerland (2. 1. 2026) – Traditionell eröffnet die Gemeinde Wangerland bereits am heutigen Freitag, 2. Januar, den Reigen der Neujahrsempfänge der Kommunen im Jeverland. Bürgermeister Mario Szlezak lädt dazu im Namen des Gemeinderats und der Verwaltung alle Bürgerinnen und Bürger in den Kursaal nach Horumersiel ein.

Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Zum Programm gab es vorab keine Hinweise. Als sicher gilt: Der Bürgermeister wird eine Rückblick auf das Jahr 2025 vornehmen. Musikalisch wird der Empfang vom Shantychor „Likedeeler“ umrahmt, der in diesem Jahr sein 55-jähriges Bestehen feiern wird. 

In den zurückliegenden Jahren zählten Landrat Sven Ambrosy und Wirtschaftsminister Olaf Lies zu den Stammgästen der Veranstaltung. Auch die Wangerländer Landtagsabgeordnete Katharina Jensen sprach ein Grußwort. Abzuwarten bleibt, ob Lies auch in seiner neuen Funktion als Ministerpräsident den Weg nach Horumersiel finden wird.

Für Szlezak ist das Miteinander der Bürger mindestens ebenso wichtig: „Ich freue mich, gemeinsam mit Ihnen auf das neue Jahr anzustoßen und den Abend in angenehmer Atmosphäre zu verbringen.“

Patina macht aus altem Arbeitsgerät ein Goldstück

Wangerland (1. 1. 2026) – Trecker, Mini-Bagger, Kran, Bus und weitere Zugmaschinen. Alle mindestens 30 Jahre alt, etliche mit deutlich mehr Jahren auf der Uhr. BeimTreffen der Trecker-Oldtimer-Freunde zum Jahresausklang auf dem Gelände des Ferienhofs Thiele an der Landesstraße 810 zwischen Hooksiel und Horumersiel gab es insgesamt 28 historische Fahrzeuge zu bewundern. Dazu heiße und kühle Getränke, eine Bratwurst und viele nette Gespräche.

Beim traditionelle Treckerfreunde-Treffen auf dem Ferienhof Thiele waren etliche historische Fahrzeuge zu bewundern. Auf dem Bild: Friedhelm Thiele (rechts) und Holger Janßen. Foto: hol

„Diese Treffen zum Jahresende finden schon seit gut zehn Jahren statt“, sagt Friedhelm Thiele, der in diesem Jahr zusammen mit seiner Frau Brigitte die Oldtimer-Freunde aus dem gesamten Wangerland und Umgebung, zu sich eingeladen hatte. Hinzu gesellten sich Nachbarn, Freunden und Schaulustige. Ihr erster Blick fiel auf einen großen Linienbus aus dem ehemaligen Bestand des Hooksieler Abschlepp- und Omnibusbetriebes Mewes, den Thiele zu einer Mischung aus Wohnmobil und Partybus umgebaut hat – inklusive Schlafgelegenheit und Tresen. „Ich glaube, dass das für unsere Gäste eine nette Sache ist.“

Gleich nebenan parkten insgesamt 28 historische Fahrzeuge, viele davon aus dem Bestand der Mitglieder des Treckerclubs Minsen: Deutz, Mercedes, Fahr, Porsche, Hanomag, teils restauriert und aufpoliert, teilweise mit einer gehörigen Patina. So etwa der Lanz Bulldogg von Franke Thaden, Baujahr 1951. 

„Der ist schon seit gut 50 Jahren im Familienbesitz“, schildert der Wangerländer. Der 35 PS starke Ackerschlepper mit einem Zweitakt-Glühkopfmotor habe seinem Vater schon gute Dienste erwiesen. Eine Besonderheit: Zum Starten benötigt man eine Petroleumlampe, mit der zunächst der Glühkopf angewärmt wird. Danach wirft der Fahrer mit Hilfe des Lenkrades als Schwunghilfe den Motor mit Muskelkraft an. Thaden hat für diesen Zweck ein zweites Lenkrad an Bord. Und auch, wenn das eine oder andere Scharnier sich nur noch ein „bisschen stur“ bewegen lässt, springt der Motor tadellos an. 

Aus dem Arbeitsgerät ist längst ein Liebhaberstück geworden, das Thaden weitgehend im Originalzustand belassen möchte. Neue Lackierung? Einbau von Ersatzteilen? Kommt für ihn nicht in Frage. „Man muss bloß aufpassen, dass der Rost sich nicht fortfrisst. Dann hält der Lanz noch etliche Jahre.“