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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Gemeinde geht das Salz aus: Nebenstraßen spiegelglatt

Hooksiel (30. 1. 2026) – Der Winter zeigt sich hartnäckig. Mit seinen schönen, aber auch seinen gefährlichen Seiten. Während die Gemeinden, Städte und Straßenmeistereien die Hauptstraßen inzwischen weitgehend eis- und schneefrei halten, haben sich viele Nebenstraßen – und auch einige Fußwege – zu spiegelplatten Einspisten entwickelt.

Schnee und Eis in der Hamburger Straße. Die Gemeinde Wangerland sieht sich nicht in der Lage, die spiegelglatten Nebenstraßen zu räumen oder mit Salz abzustreuen. Foto: Tobias Geisen

Die Ursache liegt auf dem Pflaster: Der Schnee wird festgefahren, taut oberflächlich an und wird dann bei den nächsten Minusgraden zur Eisbahn. Das gilt auch für die Hamburger Straße in Hooksiel, an der Tobias Geisen wohnt. Geisen sieht die Gemeinde in der Pflicht. „Ich verstehe, wenn Hauptstraßen nach Schneefällen Priorität haben und in den Nebenstraße dann ein oder zwei Tage lang nichts passiert. Aber auf unserer Straße ist diesen Winter noch überhaupt nichts passiert.“

Neben der Hamburger Straße sind auch viele andere Wohnstraßen in Hooksiel und im übrigen Wangerland spiegelglatt. Dabei habe es zuletzt am vergangenen Sonntag so richtig geschneit, so Geisen. Aber während die allermeisten Anwohner ihrer Schnee-Räumpflicht nachgekommen seien und die Gehwege geräumt hätten, sei von Seiten der Gemeinde nichts passiert.

Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak bestätigt hat die Darstellung der Situation, bitte aber um Verständnis dafür, dass die Gemeinde in den allermeisten Nebenstraßen keinen Winterdienst macht. „Das hat ökologische, aber auch ökonomische Gründe“, sagte der Bürgermeister gegenüber „Hooksiel-Life“. 

Ähnlich wie in den anderen Kommunen der Region seien die Salzvorräte weitgehend aufgebraucht. Schon von daher könne man die Nebenstraßen nicht streuen. Schon vor dem Winter größere Salzvorräte anzulegen, sei logistisch schwierig und auch mit Blick auf die Kosten nur schwer vertretbar. Szlezak weist zudem auf die Umweltbelastungen hin, die mit dem Salzeinsatz in wenig befahrenen Nebenstraßen einhergehen würden. Der Bürgermeister bittet um Verständnis – und m Vorsicht auf den glatten Straßen. 

Fuchs zieht Kandidatur fürs Bürgermeister-Amt zurück

Wangerland (30. 1. 2026) – Und da waren es nur noch drei. Christian A. Fuchs, unabhängiger Bewerber um das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Wangerland, hat seine Kandidatur zurückgezogen. Der Gastronom begründet seine Entscheidung in einem offenen Brief an alle Bürger mit gesundheitlichen Problemen.

Fuchs (Foto) hatte bereits im August vergangenen Jahres seinen Hut in den Ring geworfen. Eines seiner Anliegen: Die schwierige Lage der touristischen Leistungsträger im Wangerland.

„Leider musste ich feststellen, dass meine Gesundheit mir einen Strich durch alle Pläne macht. Sie lässt aktuell nicht die Kraft zu, die ein intensiver Wahlkampf oder im Erfolgsfall das Amt des Bürgermeisters erfordert hätte. Nach vielen Gesprächen mit meiner Familie und Freunden über den Jahreswechsel und auf ärztlichen Rat hin, habe ich mich nun schweren Herzens dazu entschieden, meine Bürgermeister-Kandidatur zurückzuziehen“, heißt es in dem übers Internet verbreiteten Brief wörtlich

Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, beteuert Fuchs. Aber sie sei richtig. „Ein Bürgermeisteramt braucht volle Kraft und Verlässlichkeit. Beides kann ich im Moment nicht zusagen.“ Fuchs kündigt zugleich an, dass er sich als unabhängiger Kandidat für ein Mandat im künftigen Gemeinderat bewerben werde. Er wolle sich weiterhin für die Menschen vor Ort und ein funktionierendes Wangerland engagieren.

Als Kandidaten für den Posten des hauptamtlichen Bürgermeisteramtes bewerben sich aktuell neben Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD), Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland). Die Wahl findet am 13. September zusammen mit Gemeinderats-, Kreistags- und Landratswahl statt. Ein Überblick bietet „Hooksiel-Life“ auf der Unterseite „Kommunalwahl 2026“. 

Sicherung des Badestrandes soll bis zu 17 Millionen Euro kosten

Hooksiel (28. 1. 2026) – Der Plan steht. Der Hooksieler Ratsherr Dieter Schäfermeier stellte beim „Gäste- und Bürgersnak“ des Seebadevereins am Dienstagabend die im Dezember fertiggestellte Machbarkeitsstudie für die geplante Sicherung des Hooksieler Badestrandes vor. Das von mehreren Ingenieur- und Planungsbüros erstellte Konzept ist die Grundlage für Förderanträge, über die die Gemeinde Wangerland das Bauvorhaben finanzieren will. 

So sieht die Machbarkeitsstudie aus: In die Jade hinausragende Buhnen sowie ein massives, 700 Meter langes Deckwerk (grau Linie), das sich um die Strandhäuser schmiegt, sollen den Hooksieler Strand für die nächsten 30 Jahre sichern. Grafik: Planungsbüros

Kern des Projektes sind der Bau von Buhnen und eines 700 Meter langen Deckwerks, mit dem die vorhandenen Strandhäuser und der Sand am Badestrand gesichert werden soll. Das massive Bauwerk würde fest im Untergrund verankert und bekäme die Höhe des derzeitigen Deichverteidigungsweges, so dass selbst bei Sturmfluten das Wasser aus der Jade nicht am Strand nagen könnte. Zwischen 2012 und 2024, so erläuterte Schäfermeier das Problem, habe die See im Bereich zwischen Strandhaus 1 und Hauptbadestrand rund 200 Meter Strandtiefe weggespült. Oder genauer: Der Sand hat sich in Richtung Hunde- und FKK-Strand verlagert. 

Deckwerk wird Flaniermeile

Das Deckwerk selbst soll zu einer Flaniermeile werden. Den Weg zum Wasser beziehungsweise ins Wattenmeer ermöglichen drei Treppenanlagen. Wichtiger Baustein für das Gesamtprojekt ist Barrierefreiheit. Davon würden auch die Fördermittel abhängen, so Schäfermeier. Damit auch Menschen mit Beeinträchtigungen die See erreichen können, sind mehrere Übergänge über das Deckwerk und auch über den Deich entlang der Bäderstraße vorgesehen. So soll vom oberen Parkplatz am Außenhafen eine entsprechende Rampe bis hin zum Strandhaus 1 gebaut werden.

Entspannung, Spiele und Natur

Der Hooksieler Strand soll drei Nutzungszonen erhalten. Rund ums Strandhaus1 gilt das Motto „Genuss und Entspannung“. Im weiteren durch das Deckwerk geschützten Bereich sollen Erholungs- und Spielflächen sowie eine Veranstaltungsbühne entstehen. Hinter dem Deckwerk in Richtung FKK-Strand und Campingplatz dominiert die Natur. Hier sollen zusätzliche Sanddünen angelegt werden. Als Sanddepot für den ungeschützten Badestrand zwischen Standhaus 1 und Außenhafen, aber auch als Schutz für den Nacktbadebereich.

Ein Knackpunkt bei dem Projekt: die Kosten. Nach den Worten von Schäfermeier gehen die Planer von Maximalkosten in Höhe von 16,8 Millionen Euro aus. Noch im Herbst hatte der Ratsherr von voraussichtlichen Kosten zwischen 8 und 9 Millionen Euro gesprochen. Dennoch sei er zuversichtlich, dass das Projekt realisiert werden kann, zumal es neben der Sicherung des Strandes für die nächsten 30 Jahre auch um Küstenschutz gehe.

Hoffnung: Kohlestrukturfonds

Bei der Finanzierung hoffe man vor allem auf den Kohlestrukturfonds, mit dem der Bund Projekte in Regionen finanziert, die vom Ausstieg aus der Kohleverstromung betroffen sind. Zudem hat die Gemeinde nach den Worten von Schäfermeier bereits eine Zusage über drei Millionen Euro aus der Tourismusförderung des Landes. Er sei überzeugt, dass auch Ministerpräsident Olaf Lies hinter dem Projekt stehe.

Das notwendige Planfeststellungsverfahren soll vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) durchgeführt werden. Wenn das in einem beschleunigen Verfahren gelinge, könnten die Bauarbeiten 2027/2028 vorgenommen werden. Allerdings nicht während der Haupturlaubssaison. Gearbeitet werden könnte jeweils von Februar bis April sowie von September bis November. 

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Goldenes Leuchtfeuer: Touristiker zeichnen innovative Ideen aus

Wangerland/Wilhelmshaven (27. 1. 2026) – Die Tourismus-Agentur Nordsee GmbH (Tano) gibt den Startschuss für das Online-Voting des Tourismus-Awards „Goldenes Leuchtfeuer 2026“. Ab dem 30. Januar haben Tourismusexperten die Möglichkeit, ihren Favoriten für den Publikumspreis zu wählen. Die Abstimmung läuft bis zum 9. Februar 2026. Mit dem „Goldenen Leuchtfeuer“ werden herausragende Projekte und Initiativen im Nordsee-Tourismus auszeichnet. Der Preis wird in den Kategorien Publikumspreis und Jurypreis vergeben. 

Darum geht es: den Tourismus-Award „Goldenes Leuchtfeuer“. Foto: Tano

Die eingereichten Projekte stammen aus der gesamten niedersächsischen Nordsee-Region und aus Bremerhaven. Insgesamt wurden 17 Projekte eingereicht, davon 11 für den Publikumspreis und 6 für den Jurypreis. Die Projekte sind auf der Webseite www.goldenesleuchtfeuer.de dargestellt und zeigen die Vielfalt und Innovationskraft des Nordsee-Tourismus.

17 kreative Projekte

„Der Award ist ein Schaufenster und eine Anerkennung für die kreative und angebotsorientierte Arbeit aller Tourismusakteure in der Region“, sagt Mario Schiefelbein, Geschäftsführer der Tano. „Er zeigt, welches Potenzial in der Region vorhanden ist. Zudem soll der Award und die dargestellten Projekte andere Akteure inspirieren“. 

Abstimmungsberechtigt sind alle Empfänger des „Tano-B2B-Newsletters“. Die Anmeldung zum Newsletter ist bis zum Beginn der Abstimmungphase möglich. 

KI-Postkarten aus Hooksiel

Die Projekte für den Publikumspreis zeigen die große Bandbreite moderner touristischer Kommunikation an der Nordsee. Eingereicht wurden unter anderem kreative Formate, wie die „Persönliche KI-Postkarte“ („Agentur am Meer“ aus Hooksiel), die Gäste nach ihrem Aufenthalt mit personalisierten Grußkarten erreicht, sowie das nachhaltige Kulinarik-Event „Bad Zwischenahn is(s)t leckerGRÜN“ (Bad Zwischenahner Touristik GmbH), das pflanzliche Ernährung und regionale Gastronomie verbindet. 

Mit „Hafenplauderei – der Cuxhaven Podcast“ (Berger Touristik) und „Wie klingt Juist?“ (Kurverwaltung Juist) wurden gleich zwei Audio-Formate eingereicht, die über persönliche Geschichten eine emotionale Bindung zur Destination aufbauen. Die 360°-Panoramakamera auf Langlütjen I (Erlebnis Bremerhaven GmbH) ermöglicht digitale Einblicke in Stadt und Hafen und unterstützt die Reiseplanung. 

Barrierefreie Stadtführung

Die „Entdeckertage Cuxhaven“ (Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH) öffnen gezielt Orte und Institutionen, die sonst nicht touristisch zugänglich sind. „Mit Stadtführung mal anders!“ (Stadt Jever/Tourist-Information) wurde ein barrierefreies Indoor-Format entwickelt, das Geschichte als Schauspiel erlebbar macht. 

Das Projekt „Geisternetze“ (bessergrün GmbH) verbindet aktiven Meeresschutz mit touristischer Kommunikation und ermöglichte erstmals die direkte Beteiligung von Urlaubsgästen. Ergänzt wird das Spektrum durch den Bildband „Wanderungen durch Geestland und Umgebung“ (Verschönerungs-Verein Bad Bederkesa), der über 300 Kilometer Wanderwege vorstellt.

Verbindung von Stadt und Tourismus

Das Fliegerdeich Hotel & Restaurant in Wilhelmshaven präsentiert mit seinen „Community Building Events“ monatliche kreative Workshops, bei denen Touristen, Hotelgäste und Einheimische zusammenkommen. Wechselnde Formate wie Make-up & Drinks, Art Nights oder Gin-Tastings öffnen das Boutique-Hotel für die lokale Community und stärken die Verbindung zwischen Tourismus und Stadtgesellschaft. 

Mit 175 Jahre Nordseeheilbad Borkum (Nordseeheilbad Borkum GmbH) wurde ein Jubiläum als ganzjähriges Erlebnis gestaltet. Täglich wurden historische Fakten sichtbar gemacht, begleitet von einem Festabend mit Film über die Inselgeschichte, einer Jubiläumsbroschüre und einer digitalen Rallye. 

Jurypreis für Qualitätsentwicklung

Die Jurypreis-Projekte setzen ihren Schwerpunkt auf nachhaltige Struktur- und Qualitätsentwicklung. Mit dem Standesamt Borkum (Nordseeheilbad Borkum GmbH und Stadt Borkum) wurde ein neues standesamtliches Angebot direkt am Strand geschaffen. „Neywork– Tiny Workspaces (Staatsbad Norderney GmbH) erweitert das touristische Angebot um mobile Arbeitsräume. Das Gesundheits- und Veranstaltungsformat „Lücht un Lü“ (Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel GmbH) stärkt gezielt die Nebensaison durch qualitative Angebote rund um Licht, Kultur und Thalasso. 

Die CRM-gestützte „User Journey“ (Berger Touristik aus Cuxhaven) zeigt, wie digitale Prozesse, Servicequalität und Gästebetreuung durch eine durchgängige Systemlösung strukturell weiterentwickelt werden können. Die Nordseebad Spiekeroog GmbH setzt mit dem Nachhaltigen Strandkorb ein Zeichen für Umweltschutz. Die „grünen Strandkörbe“ bestehen aus heimischen Hölzern, verzichten auf chemischen Holzschutz und nutzen recyceltes Material. 

Wandern durch Kultur und Natur

Das Projekt „Wandern, pilgern, Spuren finden“ (Kunsthalle Wilhelmshaven) verbindet bestehende Wege mit Kultur- und Naturorten sowie künstlerischen Beiträgen. Der von Wilhelmshaven über Jever und Aurich bis nach Emden geplante Weg wird von einem interaktiven Wanderbuch mit Stempelstationen begleitet. 

Jeweils drei Nominierten in beiden Kategorien werden vor der Verleihung auf der Website bekannt gegeben. Die feierliche Preisvergabe findet auf dem „NordseeTourismusTag 2026“ in Leer statt. Gewinnen wird pro Kategorie ein Projekt. 

WTG-Insolvenz: Anklagebehörde ermittelt zum Verdacht der Untreue

Wangerland (26. 1. 2026) – Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt im Zusammenhang mit der Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH gegen einen „ehemals verantwortlich Handelnden der Gesellschaft“. Die Anklagebehörde bestätige heute gegenüber „Hooksiel-life“ einen entsprechenden Bericht im „Jeverschen Wochenblatt“ (Montag-Ausgabe), wonach nach zwei Strafanzeigen von Privatleuten der Anfangsverdacht der Insolvenzverschleppung, der Untreue und des Verstoßes gegen die Pflicht zur ordnungsgemäßen Buchführung besteht.

Auf finanzielle Schieflage zu spät reagiert?

Im Fokus der Ermittlungen dürfte der ehemalige WTG-Geschäftsführer Armin Kanning stehen, der das Unternehmen Anfang 2025 verlassen hat. Ende Juni hatte die WTG dann mit Blick auf die Explosion der Baukosten für das „Thalasso Meere Spa“ in Horumersiel von geplanten 8,8 auf zuletzt vermutete 23 Millionen Euro einen Antrag auf Insolvenz in Eigenregie gestellt, dem das Amtsgericht Wilhelmshaven im September stattgab. 

Von Insolvenzverschleppung spricht man dann, wenn trotz einer vorliegenden Überschuldung oder einer Zahlungsunfähigkeit nicht umgehend ein Insolvenzantrag gestellt wird. Der Tatbestand der Untreue liegt vor, wenn zum Beispiel ein Geschäftsführer einem Unternehmen schadet, indem er wirtschaftlich sinnlose oder schädliche Verträge schließt. Dabei ist es strafrechtlich unerheblich, ob politische Gremien die (Fehl-) Entscheidungen mitgetragen haben. 

Untersuchungen stehen erst am Anfang

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft, die unter anderem die Insolvenz-Antragsunterlagen geprüft hat, befinden sich die Ermittlungen noch in einem sehr frühen Stadium. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es noch völlig offen, ob es überhaupt zu einer Anklage kommt. Auch gebe es derzeit noch keine Anhaltspunkte, die dazu führen könnten, die Ermittlungen auf weitere Beschuldigte zu erweitern. „Dies wird jedoch fortlaufend geprüft“, heißt es in einer „Hooksiel-life“ vorliegenden Stellungnahme der Behörde. 

Gegen eine Insolvenzverschleppung spricht nach bisherigem Kenntnisstand, dass ein Wirtschaftsprüfer dem Gemeinderat und der WTG noch Ende 2024 bestätigt haben soll, dass kein Insolvenzgrund vorliegt. Aufgrund der vorhandenen Liegenschaften der WTG und der liquiden Mittel gebe es noch keinen Grund für einen Insolvenzantrag, hieß es damals nach Darstellung der ZUW-Gruppe im Gemeinderat.

Einige Straßen spiegelglatt: Müllabfuhr eingeschränkt

Friesland (26. 1. 2026) – Die Polizei mahnt vor allem Autofahrer zur Vorsicht. Aufgrund der aktuellen Witterungsverhältnisse und des teilweise sehr glatten Untergrundes sei es am heutigen Montag zu mehreren Verkehrsunfällen gekommen. Der Landkreis Friesland verkündete kurz vor 12 Uhr, dass der Schulunterricht am Montag witterungsbedingt an allen allgemeinbildenden Schulen ab 13.15 Uhr (ab der 6. Stunde) ausfällt. Auch im Bereich der Müllabfuhr werden für die nächsten Tage wieder Beeinträchtigungen erwartet.

25 Unfälle im Landkreis

Insgesamt seien im Bereich der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland bis gegen 15.30 Uhr 25 Verkehrsunfälle registriert worden, davon 14 im Gebiet des Landkreises und 11 in der Stadt Wilhelmshaven, teilt die Polizei mit. „In den allermeisten Fällen blieb es bei Sachschäden, schwerwiegende Personenschäden sind derzeit nicht bekannt.“ Lediglich in zwei Fällen hätten Unfallbeteiligte leichte Verletzungen erlitten.

Man gehe davon aus, dass die Straßenlage weiterhin angespannt bleibe. In mehreren Bereichen sei die Fahrbahnen spiegelglatt, was insbesondere an Kreuzungen, Brücken und wenig befahrenen Nebenstraßen zu erhöhten Gefahren führe.

Auto möglichst stehen lassen

Die Polizei warnt ausdrücklich vor den aktuellen Straßenverhältnissen und appelliert an alle Verkehrsteilnehmenden, ihre Fahrweise den Gegebenheiten anzupassen. „Es sollte mit erhöhter Vorsicht gefahren, der Abstand vergrößert und, sofern möglich, auf nicht zwingend notwendige Fahrten verzichtet werden.“

Aufgrund der Wetterlage ist auch mit Beeinträchtigungen der Müllabfuhr zu rechnen. Archiv-Foto: hol

Aufgrund von Schnee und Eis könne es im gesamten Kreisgebiet erneut zu Einschränkungen und Ausfällen bei der Abfallentsorgung kommen, teilte der Landkreis Friesland mit. „In einzelnen Straßen – insbesondere in Seitenstraßen und Sackgassen – ist eine reguläre Abfuhr derzeit nicht möglich, da die sichere Zufahrt der Fahrzeuge nicht gewährleistet werden kann“, heißt es. Hauptverkehrsstraßen seien in der Regel weiterhin befahrbar.

Einschränkungen bei der Müllabfuhr

Im Landkreis werden der Restmüll, Bioabfall und das Altpapier durch die Firma Augustin sowie die Wertstofftonne durch die Firma Nehlsen abgefahren. Beide Unternehmen seien witterungsbedingt von Einschränkungen betroffen. Für Restmüll, Bioabfall und Altpapier gelte weiterhin: Bei der nächsten regulären Leerung dürfen zusätzlich bis zu 60 Liter fassende handelsübliche Abfallsäcke neben den Tonnen bereitgestellt werden. Die Säcke werden kostenlos mitentsorgt. Überschüssige Bioabfälle könnten in Säcken aus Papier, Altpapier zusätzlich in Kartons oder gebündelt bereitgestellt werden.

Sollten Straßen voraussichtlich nicht passierbar sein, so die Abfallbehörde, können Tonnen zum Abfuhrtermin auch an den nächstmöglichen befahrbaren Straßenabschnitt gebracht werden. Eine nachträgliche Leerung der ausgefallenen Touren könne aus organisatorischen Gründen nicht erfolgen.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde im Laufe des Tages aktualisiert

Unbekannte legen Feuer an Fahrradständer

Wangerland (26. 1. 2026) – Am heutigen Montag, 26. Januar, hat es auf dem Schulgelände in der August-Hinrichs-Straße im Wangerland gebrannt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei geriet ein Fahrradständer in Brand, wobei sich das Feuer teilweise auf eine angrenzende Hecke ausbreitete. In unmittelbarer Nähe befanden sich zudem Müllcontainer.

Die Feuerwehr Hohenkirchen hatte das Feuer auf dem Schulgelände in der Nacht zum Montag schnell im Griff. Foto: Feuerwehr Hohenkirchen

Der Brand konnte durch die Feuerwehr vollständig gelöscht werden. Ein Übergreifen auf weitere Gebäudeteile konnte verhindert werden. Der Brandort wurde polizeilich beschlagnahmt. Die polizeilichen Maßnahmen dauern an.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei in Jever unter der Rufnummer 04461 7449-0 in Verbindung zu setzen.

Skiterrassen
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10 Millionen Euro für „Fischkutter der Zukunft“

Wangerland (26. 1. 2026) – Die deutsche Küstenfischerei soll klimafreundlicher, wirtschaftlich tragfähig und zukunftsfest werden. Mit dem Verbundvorhaben „ZukunftsKUtter NOrdsee (KUNO)“ fördert der Bund den Bau und die wissenschaftliche Erprobung eines innovativen Fischereifahrzeugs für die Nordsee. 

So könnte er aussehen, der klimafreundliche „Fischkutter der Zukunft“. Grafik: Hochschule Emden/Leer und judel/vrolijk & co

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller (Varel): „Es ist sehr erfreulich, dass dieses Projekt jetzt endlich in die Umsetzung kommt.“ Sie habe seit längerem dafür eingesetzt, dass die Mittel aus dem Windenergie-auf-See-Gesetz für die Zukunft der Fischerei genutzt werden. Das Projekt läuft von 2026 bis 2030 und wird zu 100 Prozent aus Bundesmitteln finanziert. 

Fördermittel für Hochschule

Silvia Breher (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundes-Landwirtschaftsministerium übergab die Förderbescheide für das Projekt „ZukunftsKutter Nordsee – KuNo“ am Fachbereich Seefahrt und Maritime Wissenschaften der Hochschule Emden/Leer. Insgesamt werden seitens des Ministeriums zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Hochschule erhält davon als Gesamt-Projektleiterin rund acht Millionen Euro.

Der Hochschule obliegt die Forschung und Planung sowie die Koordination von Bau und Erprobung des Kutters. Ein neues Kutterdesign wurde bereits in einem Vorgängerprojekt gemeinsam mit den Nordseefischern entwickelt. Ziel sei es, ein ganzheitliches Schiffskonzept zu entwickeln, das ressourcenschonend arbeitet, den Meeresschutz respektiert und zugleich eine verlässliche wirtschaftliche Perspektive für die Betriebe bietet. 

Neues Antriebssystem

Kern des Vorhabens ist der Bau eines multifunktionalen Demonstrators mit methanol-elektrischem Antriebssystem. Ergänzt wird dies durch Forschungsarbeiten zur Verfügbarkeit von grünem Methanol sowie zur Entwicklung und zum Bau einer geeigneten Bunkerinfrastruktur in deutschen Seehäfen. Damit werde nicht nur ein neues Schiff erprobt, sondern zugleich ein wichtiger Baustein für die maritime Energiewende geschaffen.

Nationalpark als Verbundpartner

In der Region werde auch die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer als Verbundpartner von Fördermitteln von über 335.000 Euro profitieren, so Möller. Die Nationalparkverwaltung stellt mit einer naturschutzfachlichen Begleitforschung sicher, dass der Einsatz des Kutters ökologisch verträglich erfolgt und entwickelt zusätzliche Nutzungsperspektiven, etwa für Umweltbildung, Forschung oder den Einsatz von Meeres-Rangern.

Fischer werden eingebunden

Ein zentrales Element von KUNO ist die enge Einbindung der Fischereibetriebe. Von der Planung über den Bau bis zur mehrjährigen Erprobung unter realen Bedingungen soll die Praxis konsequent mitgedacht werden. Dr. Gerd Kraus, Leiter des Thünen-Instituts für Seefischerei: „Trotz des guten Krabbenjahres 2025 stehen die Fischer unter Druck. Mit diesem Projekt haben wir alle gemeinsam die Chance, ökonomisch dafür zu sorgen, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder aktive Fischkutter in unseren Häfen erleben können.“ 

Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung: „Das Wattenmeer wurde schon immer von Fischern genutzt. Deshalb freuen wir uns, dass wir Teil des Projektes sind und aktiv dazu beitragen, umweltunterstützende Tätigkeiten zusammen mit den Fischern zu entwickeln. Das stärkt sowohl die Fischerei, als auch den Lebensraum Wattenmeer.“

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„Distanz-Lernen“ an Oberschule das ganze Schuljahr über wichtig

Wangerland (21. 1. 2026) – Spätestens seit der Corona-Pandemie ist allen klar: Präsenzunterricht an Schulen ist nicht immer möglich. Jüngstes Beispiel dafür war das massive Winterwetter in der zweiten und dritten Januarwoche. Angesichts von Schnee und Eis auf den Straßen war kein sicherer Schülertransport zu gewährleisten, was den Landkreis Friesland dazu veranlasste, den Schulbetrieb abzusagen.

Auch an der Oberschule in Hohenkirchen fand kein Unterricht statt. Nicht einmal das so genannte „Home-Schooling“, bei dem Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler über digitale Kanäle unterrichten. Schulleiter Heyo Kemper (Foto) sieht seine Schule dennoch in Sachen Distanz-Unterricht gut aufgestellt.

Unterrichtsmaterial auf Schulserver

Die Schulausfälle seien in eine für alle Schülerinnen und Schüler besonders lernintensive Zeit gefallen. Mit Blick auf die bevor stehenden Zeugnisausgaben standen eine ganze Reihe von Klassenarbeiten an. „Es lag daher nahe, dass in allen Jahrgangsstufen umfänglich gelernt und geübt werden musste“, so Kemper. „Hierfür lagen für ein selbstorganisiertes Lernen ausreichend Unterrichtsmaterialien auf dem Schulserver bereit.“ 

Auf diese Materialien haben Schülerinnen und Schuler online Zugriff. Das sei bei Abwesenheiten aller Art hilfreich, etwa auch bei Krankheitsfällen oder anderen Distanz-Lernphasen. „Optional können von unseren Lehrkräften bei Bedarf unterstützend weitere Materialien hinterlegt werden“, erläutert der Schulleiter. „Nach Wiederaufnahme des Schulbetriebes erfolgen dann die entsprechenden Leistungsnachweise im Präsenzunterricht.“

Auf „Lock-Down-Modus“ vorbereitet

Bei sich abzeichnenden längeren Schulausfall-Zeiten, wie etwa bei der Corona-Pandemie, schalte die Schule in den „Lock-Down-Modus“. Das bedeute, so Kemper, dass dann der Unterricht online nach Stundenplan stattfinde. „In diesen Extremsituationen erteilen unsere Lehrkräfte ihren Unterricht entsprechend digital und bedienen sich den relevanten, erprobten medialen Kanälen. Die technischen Voraussetzungen sowie die Möglichkeiten für die Umschaltung in die unterschiedlichen Modi sind an unserer Schule gegeben.“

Der Begriff „Home-Schooling“ wird nach Ansicht des Oberschul-Leiters bei Schulausfällen jeglicher Art zu einem Modewort und in der Öffentlichkeit breitgetreten. „An der Oberschule Hohenkirchen findet ein Distanzlernen – ein so genanntes „Home-Schooling“ – ganzjährig jahrgangsbezogen und ganzheitlich statt.“

Überstunden abgebaut

Dennoch war die Lage bei den drei schulfreien Tagen in diesem Januar besonders. Die Personalsituation an der Oberschule sei während der Influenza-Zeit 2025 zeitweise stark angespannt gewesen, so Kemper. In der Folge hätten sich bei einigen Lehrkräften eine größere Anzahl von Überstunden durch Vertretungsstunden angehäuft. Diese Mehrarbeitsstunden – so die Vorgabe von der Landesschulbehörde – sollen möglichst noch im laufenden Schuljahr wieder abgebaut werden, zum Beispiel durch den Ausfall von einzelnen Unterrichtsstunden.

„Durch den witterungsbedingten Schulausfall im Januar konnte ein Großteil dieser Mehrarbeitsstunden bereits abgebaut werden“, so Kemper. Ohne Nachteile für die Schüler, ist der Pädagoge überzeugt. „Grundsätzlich sollen Schüler und Schülerinnen an diesen Tagen das Haus verlassen und solche Wetterlagen hautnah erleben. Auch für uns war es doch früher ein besonderes Erlebnis, ,schneefrei‘ zu haben.“

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Wangerländer koordiniert Raumordnung und EU-Fördertöpfe

Wangerland/Oldenburg (19. 1. 2026) – Der Wangerländer Dr. Holger Janßen hat die Leitung des Dezernats 2 im Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Weser-Ems in Oldenburg übernommen. Der Landesbeauftragte Nikolaus Jansen hat den promovierten Geographen und Diplom-Ingenieur der Stadt- und Regionalplanung als Nachfolger der langjährigen Dezernatsleiterin Talke Hinrichs-Fehrendt mit der Leitung betraut. 

Holger Janßen (Foto/ArL) ist der Sohn der ehemaligen Ratsfrau und stellvertretenden Bürgermeisterin Renate Janßen-Niemann, die aktuell das Künstlerhaus in Hooksiel leitet. Mit seiner neuen Aufgabe ist der 52-Jährige zugleich Stellvertreter des Landesbeauftragten als Behördenleiter des ArL mit knapp 300 Beschäftigten an den Standorten Oldenburg, Aurich, Meppen, Osnabrück und Norden. Bislang war Janßen seit 2021 Leiter des Domänenamtes im ArL

Von der Ostsee zurück in die Heimat

Jansen: „Von den Erfahrungen Dr. Janßens in Wissenschaft und Verwaltung, vor allem auch in der Raum- und Regionalplanung, haben wir bei unserer Aufgabe, den ländliche Raum zu stärken, schon bislang sehr profitiert. Hinzu kommt seine Verankerung in der Region.“

Janßen hatte vor seinem Wechsel nach Oldenburg unter anderem als Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde, als stellvertretender Referatsleiter im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und als Leiter des Amtes für Raumordnung und Landesplanung Region Rostock gearbeitet. 

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Das Dezernat 2 des ArL Weser-Ems befasst sich mit der regionalen Koordination mehrerer EU-Förderprogramme und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit vornehmlich mit den Niederlanden. Die Landesbehörde arbeitet in der Raumordnung und der Städtebauförderung eng mit den Kommunen der Region zusammen, betreibt das Europabüro und die Vertretung in der Metropolregion. Auch die Stiftungsaufsicht und die Geschäftsstelle Masterplan Ems 2050 befinden sich im Dezernat 2 des ArL.

Janßens Vorgängerin, Talke Hinrichs-Fehrendt, hatte sich 2025 in den Ruhestand verabschiedet.