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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Vertrag von Klinik-Geschäftsführerin wird nicht verlängert

Friesland/Wangerland (30. 10. 2026) – Der Landkreis Friesland und die Geschäftsführerin der Friesland Kliniken gGmbH, Petra Hohmann, haben sich gemeinsam darauf verständigt, den 2027 auslaufenden Vertrag von Petra Hohmann nicht zu verlängern. Das verkündete der Landkreis am heutigen Freitag in einer Presseerklärung.

Die Geschäftsführerin hat seit 2022 als Nachfolgerin von Frank Germeroth die Geschäfte der gemeinnützigen GmbH des Landkreises geführt. Sie habe mit langjähriger Erfahrung als Klinikgeschäftsführerin und viel Tatkraft die Friesland Kliniken durch die Herausforderungen navigiert, die der Wandel des Gesundheitssystems in den vergangenen Jahren mit sich gebracht habe, heißt es in der Mitteilung.

„Ich danke Petra Hohmann im Namen des Aufsichtsrats für die jahrelange gute Zusammenarbeit und das Engagement, mit dem sie sich für die Gesundheitsversorgung im Landkreis Friesland eingesetzt hat“, sagt der Vorsitzende des Aufsichtsrats und künftige Landrat Rolf Neuhaus. „Nun gilt es in der verbleibenden Zeit, die Fusion und die weitere Sanierung der Friesland Kliniken intensiv voranzutreiben.“

Hintergründe zur Trennung wurden zunächst nicht bekannt. Die Personalentscheidung trifft den Landkreis und die ihm gehörenden Friesland-Kliniken in einer schwierigen Phase. Vor dem Hintergrund von jährlichen Verluste in Millionenhöhe der jeweiligen Krankenhäuser verhandeln die Stadt Wilhelmshaven und der Landkreis aktuell über den Bau eines gemeinsamen Zentralklinikums.

Neben Änderungen der Rahmenbedingungen für Krankenhäuser auf Bundeseben hatte in den vergangenen Jahren vornehmlich die Um- und Neugestaltung des zu den Friesland-Kliniken gehörenden St.-Johannes-Hospitals in Varel für Unmut und erheblichen Druck auf die Geschäftsführung gesorgt. Hinzu kamen einige umstrittene Personalentscheidungen im medizinischen Bereich.

Halloween: Süßer Gruselspaß und echter Faktor für Hooksiel

Hooksiel (30. 10. 2026) – Halloween, der Tag der Geister und Gespenster, hat sich einen festen Platz im Jahreskalender vieler Menschen erobert. Auch in Hooksiel. Schon jetzt sind einige Gärten und Fenster mit gruseligen Accessoires wie Gerippe, Spinnen oder Fledermäusen geschmückt. Kostüme und Masken liegen bereit, um am Samstag, andere Menschen zu erschrecken.

Stimmungsvolle Mystik und gekonnte Showelemente sind Markenzeichen des Gruseleums in Hooksiel. Alexandra Strehlau gehört zu den Darstellerinnen bei der Rocky-Horror-Picture-Show. Foto: Museum

Oder zu erpressen. „Süßes oder Saures!“ werden die als kleine Monster verkleideten Kinder fordern, die an Halloween traditionell von Haustür zu Haustür ziehen. Die Initiative „Weil wir Hooksieler sind“ (WWHS) wird dazu mit Einbruch der Dunkelheit im Ortskern zahlreiche Lichter in Kürbissen anzünden, die in Zusammenarbeit mit der Grundschule und der WiKi ausgehöhlt und mit Fratzen versehen wurden.

Gruseleum zieht Urlauber an

Gruselstimmung gibt es in Hooksiel allerdings nicht nur zu Halloween. Schon seit zwölf Jahren betreibt Martina Kreiner inzwischen ihr „Gruseleum“ in der ehemaligen Neuapostolischen Kirche am Pakenser Altendeich. Seit anderthalb Jahren werden dort zudem Gäste in „Esmeralda’s Hexencafé“ mit selbst gebackenem Kuchen und Getränken mit so magischen Namen wie Dämonenschuss, Feenstaub oder Morgengrauen versorgt.

„Wir hatten eine sehr gute Saison“, sagte Martina Kreiner im Gespräch mit „Hooksiel-life“. „Wir sind nach meiner Überzeugung inzwischen ein echter Faktor für Hooksiel geworden – auch im touristischen Sinne.“ Viele Urlaubsgäste seien über die Jahre schon mehrfach in den Shows gewesen. Allein für die Grusel-Vorführungen an Halloween lagen bis Mitte der Woche über 200 Anmeldungen vor. „Ich gehe davon aus, dass wir am Ende um die 300 Besucher haben werden.“

Im Gruseleum sind rund 25 Menschen beschäftigt, davon drei als fest Angestellte. Allein 15 Darsteller sorgen verkleidet als Hexe, Dämon, Waldschrat oder Vampir für die Gruseleffekte bei den Rundgängen durchs Gebäude. „Von 14 bis 19 Uhr bieten wir familiengerechte Vorstellungen“, sagt Martina Kreiner, die als Hexe „Esmeralda“ ihre Gäste verzaubert. Ab 19 Uhr steigt der Gruselfaktor dann nach einmal deutlich. Hier sind nur Besucher ab 14 Jahren zugelassen.

Als Waldschrat verunsichert Timo Koullen die Besucher im Guseleum. Foto: Museum

Das „Gruseleum“ hat in den Saison- und Ferienzeiten täglich geöffnet. Neben dem Café und den Rundgängen durch die Show gehören Gruseldinner und Gruppen-Veranstaltungen zum festen Programm. Kindergeburtstage etwa oder eine Rocky-Horror-Picture-Show. Ein echter Knaller: Wenn ein Kind einen Zauberstab erwirbt, kann es tatsächlich damit zaubern. „Auf einmal können zum Beispiel die Gäste im Café nicht mehr sprechen“, verrät Martina Kreier mit einem Augenzwinkern.

Café soll größer werden

Im Bedarfsfall wird inzwischen auch der Dinner-Raum für das Café mitgenutzt. Martina Kreiner denkt zudem darüber nach, die Außenterrasse so zu verglasen, damit sie auch in der kühleren Jahreszeit bewirtschaftet werden kann. Und noch so ein Geistesblitz: Spukrundgänge durch Hooksiel. Zurzeit sammelt die gelernte Theaterpädagogin dafür gruselige und mystische Geschichten, möglichst mit Ortsbezug.

Am wichtigsten aber ist derzeit der eigene Umzug in das neu erbaute Wohnhaus direkt neben dem Gruseleum, der noch in diesem Jahr vollzogen werden soll. Das verschaffe ihr dann kurze Wege und erspare viel Fahrzeit. Denn, auch das ist bemerkenswert und irgendwie beruhigend, selbst Hexe „Esmeralda“ fliegt nicht mit ihrem Besen zum Einkaufen, wenn sie die Zutaten für ihre Kuchen besorgt. 

Ökumenischer Gottesdienst zum Reformationstag in Schillig

Wangerland (30. 10. 2026) – Unter dem Motto „Reformation neu feiern: Reset Hoffnung“ laden die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg und die katholische Kirche im Oldenburger Land zu einem Ökumenischen Gottesdienst zum Reformationstag nach Schillig ein. Der Gottesdienst findet am Samstag, 31. Oktober, um 18 Uhr in der Kirche St. Marien Schillig (Jadestraße 34) statt.

Bischof hält die Predigt

Die Predigt hält der Bischof der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, Thomas Adomeit. Mitgestaltet wird der Gottesdienst von Pfarrer Andreas Bolten (Leiter des Pastoralen Raums Wilhelmshaven), Pfarrer Lars Bratke (Schillig) und Diakon im pfarramtlichen Dienst, Fredo Eilts (Kirchengemeinde Wangerland). Die musikalische Gestaltung liegt bei Axel Scholz.

Im Gottesdienst und der Predigt will Bischof Adomeit thematisieren, dass der Angst nicht die Deutungshoheit über die Zukunft überlassen werden dürfe. „In einer Zeit voller Unsicherheiten und Sorgen wollen wir gemeinsam ein Zeichen der Hoffnung setzen. Wir vertrauen darauf, dass Gott uns nicht aufgibt und immer wieder neue Wege eröffnet.“

Gespräch über Hoffnung

Im Anschluss an den Gottesdienst wird zu einem Imbiss mit Gespräch zum Thema „Hoffnung, die mich trägt…“ in die benachbarte ev.-luth. St.-Nikolai-Kirche in Schillig eingeladen. In dem moderierten Gespräch mit Adomeit, Bolten sowie Gemeindegliedern und Besuchern soll es um die Frage gehen, was als Stärkung und Kraftquelle dienen kann – im Alltag, aber auch im Urlaub, um zuversichtlich und hoffnungsvoll zu bleiben.

Mehrheitsgruppe im künftigen Kreistag mit der Linken

Friesland/Wangerland (29. 10. 2026) – Unter dem Slogan „Neue Impulse für Friesland – Nachhaltig, sozial, vielfältig“ hat sich im Vorfeld zur konstituierenden Sitzung des neuen friesischen Kreistages im November eine Mehrheitsgruppe aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und der Partei Die Partei gegründet.

Haben sich auf eine Zusammenarbeit im künftigen Kreistag verständigt: (von links, vorn) Linn Söderberg-Szymanski, Jannes Wiesner, Uwe Tjardes, (zwei Reihe) Jutta Helmerichs, Jan Ole Möller, Lena Gronewold, (dritte Reihe) Jan Symanski und Torge Heinisch. Foto: privat

Die Gruppe vereint 23 der insgesamt 46 Sitze im neu gewählten Kreistag auf sich. Der Gruppenvertrag wurde laut einer Mitteilung am Dienstag, vorbehaltlich der Zustimmung der Parteigremien, in Jever unterzeichnet. 

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten, auf die sich die Partner verständig haben, gehören der Klimaschutz und die Bewältigung der Folgen des Klimawandels, der Ausbau erneuerbarer Energien und die Stärkung regionaler Wertschöpfung, eine nachhaltige Verkehrswende mit einem attraktiven Radwegenetz und ÖPNV sowie der Schutz der Natur. Ebenso wichtig seien die Digitalisierung der Verwaltung, der Breitbandausbau, bezahlbarer Wohnraum, gute Bildung, soziale Teilhabe und die Stärkung der regionalen Wirtschaft – von der Landwirtschaft über den nachhaltigen Tourismus bis hin zum Mittelstand und zur Luftfahrtindustrie. 

Polizei stellt bei Großrazzia Drogen und Waffen sicher

Friesland/Wilhelmshaven (29. 10. 2026) – Bei einer Großrazzia im Bereich Wilhelmshaven und Friesland haben Polizeibeamte gestern früh 14 Objekte durchsucht und zahlreiche Beweise für Drogendelikte gesichert. Das unter Federführung der Staatsanwaltschaft Osnabrück geführte Ermittlungsverfahren ist beim Polizeikommissariat Varel aufgehängt. Polizei hervorgeht, richtet sich der Verdacht gegen insgesamt zehn Beschuldigte.

14 Objekte durchsucht

Ermittelt wird bereits seit Anfang wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Durchsucht wurden Objekte in Varel (11), Schortens (1) und Wilhelmshaven (2). Vorausgegangen seien in den vergangenen Monaten intensive und teilweise verdeckt geführte Ermittlungen. Einzelne Beschuldigte werden nach bisherigen Erkenntnissen dem Rockermilieu beziehungsweise „familiär verbundenen kriminellen Strukturen“, so genannten Clans, zugeordnet. 

Ein Teil den Durchsuchungen in Friesland und Wilhelmshaven beschlagnahmten Gegenstände. Foto: Polizei

Bei den Razzien wurden die Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland durch die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen und die Polizeidirektion Oldenburg unterstützt. Durchsucht worden seinen zum Teil Privatwohnungen, aber als auch gewerblich genutzte Räume, darunter ein Kiosk, eine Shisha-Bar sowie ein Betrieb zur Fahrzeugaufbereitung.

Zwei vorläufige Festnahmen

Als Beweismittel sichergestellt worden seien unter anderem Cannabis-Produkte im Kilogramm-Bereich, mehrere Schreckschuss-, Reizgas- und CO₂-Waffen sowie Anscheinswaffen und Munition, ein verbotenes Butterflymesser, zahlreiche Mobiltelefone, Datenträger und ein Computer, mehrere hochwertige Smartwatches, unverzollte E-Zigaretten und Bargeld im unteren vierstelligen Eurobereich.

Zwei Beschuldigte wurden vorläufig festgenommen, aber nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Darüber hinaus seien fünf Beschuldigte erkennungsdienstlich behandelt worden, so die Polizei. „Die sichergestellten Gegenstände, insbesondere die elektronischen Datenträger und Mobiltelefone, werden nun ausgewertet.“

Ermittler sprechen von Erfolg

„Die heutigen Maßnahmen sind das Ergebnis einer intensiven und über mehrere Monate geführten Ermittlungsarbeit. Mit den umfangreichen Durchsuchungen und Sicherstellungen ist uns ein wichtiger Schritt gelungen“, wird Polizeiführer Franz Polifke zitiert. Weitere Ermittlungen dauern an.

OOWV lässt die Schmutzwasser-Kanäle reinigen

Wangerland/Hooksiel (28. 10. 2026) – In regelmäßigen Abständen müssen die Schmutzwasserkanäle gereinigt werden, damit die Abwasserentsorgung weiterhin zuverlässig funktioniert. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) lässt ab Freitag, 30. Oktober, in der Gemeinde Wangerland Schmutzwasserkanäle mit einer Gesamtlänge von 31 Kilometern reinigen.

In Hooksiel sind etliche Gullydeckel markiert. In den entsprechenden Schächten befinden sich Rattenfallen. Foto: hol

Mit den Arbeiten, die ungefähr fünf Wochen dauern werden, ist die Firma Hilker (Friesoythe) beauftragt worden. Der OOWV rät seinen Kunden, ihre Hausinstallation auf Funktionalität prüfen, damit keine Kanalluft in die Wohnräume eindringt und kein Abwasser aus den Abläufen spritzt.

Bei Störungen Notfallnummer wählen

Anzeichen für Störungen könnten beispielsweise sein: ein langsamer Abfluss trotz gereinigtem Siphon, ein kurzzeitig übler Geruch nach Spülvorgängen oder auch ein Gluckern im Abfluss, wenn an anderer Stelle Wasser läuft. 

„Verschlossene oder defekte Be- und Entlüftungseinrichtungen können für die Beeinträchtigungen die Ursache sein“, so der OOWV. Die Hausanschlussleitung sollte nicht verstopft, der Hausanschlussschacht frei zugänglich und die Dachentlüftung ordnungsgemäß angeschlossen sein. Sollte es zu den beschriebenen Ereignissen kommen, können sich Kundinnen und Kunden des OOWV an die Notfallnummer (04401 6006) wenden.

Rattenfallen in Hooksiel ausgelegt

Nichts mit den Reinigungsarbeiten zu tun haben die Markierungen, die seit einigen Tagen auf etlichen Gullydeckeln in Hooksiel zu sehen sind. Grund hierfür seien Schädlingsbekämpfungs-Maßnahmen, hieß es auf Rückfrage von „Hooskiel-Life“.

Konkret geht um Ratten. Die Markierungen signalisieren, dass in diesem Schacht Fallen aufgestellt wurden. Von einer Rattenplage in Hooksiel könne aber nicht die Rede sein, beteuert Markus Gellert, Ordnungsamtleiter bei der Gemeinde Wangerland. „Es handelt es sich um vorbeugende Maßnahmen, damit es zu einer Plage gar nicht erst kommt.“ 

Frauen-Flohmarkt im Gästehaus in Horumersiel

Horumersiel (29. 10. 2026) – Am Sonntag, 1. November, von 10 bis 16 Uhr dreht sich im Gästehaus Horumersiel alles um gut erhaltene Frauenkleidung, Accessoires, Schuhe und besondere Vintage-Schätze. Der Frauen-Flohmarkt bietet eine gute Gelegenheit, den eigenen Kleiderschrank zu ergänzen und neue Lieblingsstücke aus zweiter Hand zu entdecken.

Gleichzeitig können gut erhaltene Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires, die selbst nicht mehr getragen werden, eine neue Besitzerin finden. Das Angebot konzentiert sich dabei ausschließlich auf Produkte rund um die Frau. Neben dem Stöbern und Entdecken bleibt auch Zeit für Austausch und Gespräche. Für das leibliche Wohl ist vor Ort gesorgt. Der Eintritt ist frei.

Keine gütliche Einigung über Kündigung von AfD-Politikerin in Sicht

Wangerland/Wilhelmshaven (28. 10. 2026) – Damit hatten die Vertreter der Mission Lebenshaus gGmbH offenbar nicht gerechnet. Bei der heutigen Güteverhandlung zur Kündigung der AfD-Kommunalpolitikerin Martina Müller ließ Arbeitsrichterin Dorothea Vincetis durchblicken, dass nach ihrer derzeitigen Einschätzung eine Kandidatur bei der Kommunalwahl allein kein rechtmäßiger Grund für die Entlassung der Wangerländerin war und ist.

Martina Müller (hier mit ihrem Rechtsbeistand Dr. Christian Wirth) rückt nächste Woche für die AfD in den Wangerländer Gemeinderat und den frieisländischen Kreistag ein. Ob ihr Arbeitgeber, die Mission Lebenshaus, ihr deshalb kündigen durfte, ist fraglich. Foto: hol

Die Kündigung hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Saal 42 des Arbeitsgerichtes Wilhelmshaven war entsprechend gut gefüllt, unter anderem mit zahlreichen Medienvertretern. Einige schafften es allerdings nicht bis zum Beginn der Verhandlung in den Saal zu gelangen. Sie mussten sich im Eingangsbereich des Gerichtes ausgiebiger Kontrollen durch Justizmitarbeiter unterziehen.

Durch Kandidatur Loyalität verletzt?

Dr. Dr. Dieter Ahlers, Rechtsbeistand der zur Diakonie gehörenden Mission Lebenshaus (Bremen), erläuterte den Kündigungsgrund. Martina Müller (60) arbeitete in der Verwaltung des Friedel-Orth-Hospizes in Jever als Sekretärin der Geschäftsführung. Als ihre Kandidatur für die vom niedersächsischen Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestufte AfD für den Wangerländer Gemeinderat und den Kreistag bekannt geworden sei, habe man die Mitarbeiterin zunächst abgemahnt – und dann zum 17. August fristlos gekündigt, nachdem sie es abgelehnt habe, von den Kandidaturen zurückzutreten. Mit dem öffentlichen Bekenntnis zur AfD stellt sich die Mitarbeiterin nach Ansicht der Mission gegen zentrale Werte des Unternehmens.

AfD ist nicht verboten 

Die Betroffene klagt gegen die Kündigung. Ihr Rechtsanwalt Dr. Christian Wirth, zugleich Bundestagsabgeordneter der AfD, betonte, dass seine Mandantin über 15 Jahre gute Arbeit geleistet habe. Das Engagement für eine nicht verbotene Partei dürfe nicht zu ihrem Nachteil ausgelegt werden. Schon gar nicht mit Hinweis auf die Beurteilung der AfD durch den Verfassungsschutz. Der Verfassungsschutz unterstehe dem politisch geführten Innenministerium. Mit einer Bewertung der Verfassungstreue der Partei durch das Bundesverfassungsgericht habe die Einstufung als „rechtsextrem“ nichts zu tun.

Der juristische Austausch im Saal drehte sich vor allem um zwei Komplexe. Zum einen: Hätte der Arbeitgeber bei der Kündigung nicht auch eine Stellungnahme des Betriebsrates einholen müssen? Das Problem: Martina Müller selbst war die Mitarbeitervertreterin im Hospiz in Jever.

Zum zweiten: Nach dem Mitarbeitenden-Vertretungsgesetz (MVG) der Evangelischen Kirchen in Deutschland sind die Mitarbeitenden in kirchlichen Unternehmen zu Loyalität und vertrauensvoller Zusammenarbeit verpflichtet. In Kirchen hänge das Maß der geforderten Loyalität von der „Verkündungsnähe“ ab, so die Richterin, also von der Außenwirkung, die ein Mitarbeiter für das Unternehmen hat. Im konkreten Fall stellt sich die Frage, inwieweit eine Sekretärin der Verwaltungsleitung tatsächlich Außenkontakte hat.

Verhandlung im April

Die Logik, die dahinter steht: Um so mehr ein Mitarbeiter in der öffentlichen Wahrnehmung für das diakonisch-kirchliche Unternehmen steht, um so glaubwürdiger muss er hinter den zentralen Werten der Kirche stehen. Inwieweit gilt das für eine Sekretärin der Geschäftsführung? Sollte dieser Aspekt eine Rolle spielen, so ein Hinweis von Rechtsanwalt Wirth, hätte die Mission Lebenshaus vor einer Kündigung ein interne Versetzung prüfen können und müssen.

Eine außergerichtliche Einigung der Parteien etwa auf eine Trennung mit einer finanziellen Abfindung zeichnete sich gestern nicht ab. Die Richterin setzte den Verhandlungstermin in der Hauptsache für den 14. April 2027 fest.

Im Nachgang zum Gütetermin zeigte sich die Mission Lebenshaus gGmbH zuversichtlich, dass die Kündigung rechtes war. „Nach dem Verlauf der Verhandlung sehen wir uns weiterhin in unserer Entscheidung zur Kündigung bestätigt und gehen davon aus, dass diese rechtlich Bestand haben wird.“

„Masterplan Wangerland“ soll positive Vision bis 2045 spannen

Hooksiel (28. 10. 2026) – Die Gemeinde Wangerland benötigt nach Ansicht von Wolfgang Ademes unbedingt einen Plan. Am Dienstagabend stellte der Vorsitzende des Hooksieler Seebadevereins im Rahmen der Veranstaltung „Gäste- und Bürgersnak“ die Idee vom „Masterplan Wangerland 2045“ vor. 2045? „Wir sollten 20 Jahre in den Blick nehmen und uns jetzt die Frage stellen, wo will das Wangerland 2045 stehen.“

Der Plan solle, so Ademes (Foto), eine „positive Vision“ aufspannen, an dessen Verwirklichung sich danach alle Beteiligen zu halten hätten. Erarbeitet werden soll das Papier gemeinsam von Bürgern, Gästen, Vereinen sowie Gemeindeverwaltung und Rat.

Dafür müssten zunächst Gedanken und Ideen gesammelt, Stärken und Schwächen analysiert sowie Chancen und Risiken abgewogen werden – und zwar für das gesamte Wangerland und für eine Vielzahl von Themen. Von Tourismus über Wohnen bis zur Jugendarbeit. Von Veranstaltungen über öffentlichen Personennahverkehr bis zu sozialen Fragen etwa im Bereich Jugend und Senioren.

Rückendeckung aus dem Rathaus

Den wesentlichen Teil der vorbereitenden Arbeit, so die Vision von Ademes, sollten dabei – mit Rückendeckung der Gemeinde – ehrenamtlich engagierte Bürger aus den Dörfern und Vereinen leisten. Entscheiden über konkrete Projekte und Zwischenschritte müsste am Ende stets der Gemeinderat. Einer gewissen Rückendeckung habe sich der Seebadeverein bereits in einem Gespräch mit dem designierten neuen Bürgermeister Thies Fischer (CDU), dem Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), Torsten Riedel, und dem Hooksieler Ratsherrn Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) versichert. Fischer und Schäfermeister waren beim Bürgersnak dabei und signalisierten Unterstützung.

Bestandsaufnahme

Fischer will als ersten Schritt eine Bestandsaufnahme aller im Rathaus bereits laufender Planungen machen. Dazu dürfte die Umsetzung der „Gemeindeentwicklungs-Planung“ ebenso gehören wie der „Leitbildprozess 2017“. Im Rahmen des Gemeindeentwicklungs-Planung wird aktuell die Bauleitplanung für einzelne Orte überarbeit, um die verschiedenen Wohnformen wie Dauer-, Zweit- und Ferienwohnungen neu zu ordnen. Der seinerzeit von de WTG angestoßene „Leitbildprozess 2017“ enthält über 50 Projekte, mit denen auch der Tourismus vorangebracht werden sollte. „Aber nur die wenigsten davon wurden umgesetzt“, so Ademes. Eines der realisierten Vorhaben: der Bau des Thalasso Meeres Spa in Horumersiel.

Befragung von 2000 Gästen

Schäfermeier stellte die Idee „Zukunftsplan Wangerland 2035“ vor, mit dem die Wählergemeinschaft Pro Wangerland die Diskussion über die Neuorganisation der Tourismusförderung in der Gemeinde nach dem Ende der Insolvenz der gemeindeeigenen WTG anschieben will. Unter anderem stünde hier die Gründung eines „Tourismus-Rates“ und eine Befragung von 2000 Urlaubsgäste auf der Agenda. Weitere Entwürfe gibt es für einen „Notfall-Plan“ für die Vorbereitung auf Krisen und Katastrophen aller Art sowie für einen „Hitzeschutz-Plan“. 

Als Einstieg in die verschiedenen Planungen regte Schäfermeier die Gründung eines Arbeitskreises Masterplan durch den Gemeinderat an. In dem Gremium könnten dann Kommunalpolitiker, Verwaltung und kompetente Bürger weiter an den Themen arbeiten.

Müller: Musterpläne könnten Feuerwehrhäuser günstiger machen

Wangerland (26. 10. 2026) – Eigentlich hatte er sich schon aus der Kommunalpolitik verabschiedet. Doch ein Bericht in der in Kassel erscheinenden Tageszeitung HNA (Hessische/Niedersächsische Allgemeine) hat den scheidenden Ratsherrn Immo Müller dazu veranlasst, noch einmal sein Wort an den zukünftigen Rat zu richten.

Müller (Foto), der 20 Jahre lang die Unabhängige Wählergemeinschaft Wangerland (UWG) im Gemeinderat vertreten hat, sieht sich durch eine Initiative des Landes Hessen zum Bau von Feuerwehrgerätehäusern bestätigt, die ausdrücklich vom Bund der Steuerzahler unterstützt wird.

Danach sollen Kommunen durch Musterbaupläne für Feuerwehrhäuser in Sachen Planung, Zeitbedarf und Finanzierung entlastet werden. Müller hatte mit Blick auf Feuerwehrprojekte im Wangerland mehrfach ein solches Vorgehen angeregt. „Leider erfolgte seitens der Gemeinde, der Feuerwehren oder des Städte- und Gemeindebundes keine Initiative.“ 

Niedersachsen lehnt Vorstoß ab

Ob die erfolgreich gewesen wären, steht auf einem anderen Blatt. Das niedersächsische Innenministerium hat es laut HNA-Bericht abgelehnt, der Initiative des Landes Hessen von Ende 2025 zu folgen. Das wiederum kritisiert der Steuerzahlerbund. „Statt zu bremsen sollte das Land hier lieber den Turbo einlegen: Denn solche Musterpläne ließen sich in modularer Weise sicher auch für Schulen, Kindertagesstätten, Polizei- und Verwaltungsgebäude erarbeiten“, wird Jan Vermöhlen, Vorstandsmitglied des Steuerzahlerbundes Niedersachsen und Bremen in dem Zeitungsbericht zitiert.

Leitfaden für Standardbauten

Der Leitfaden, den das Land Hessen seinen Kommunen für den Bau von Feuerwehrhäusern an die Hand gibt, enthält Musterplanungen, Raumprogramme und Empfehlungen zu Standortwahl, Abläufen und Ausstattung, um Kosten und Bürokratie zu reduzieren. Die Gemeinde Wangerland baut aktuell ein neues Feuerwehrhaus in Hohenkirchen, das als „Bunte Wache“ auch die Polizei beherbergen soll. Eher Standardbauten dürften in den Folgejahren für die Feuerwehren Tettens und Minsen erforderlich werden.