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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Bei der Kommunalwahl geht Genauigkeit vor Schnelligkeit

Hooksiel/Wangerland (18. 5. 2026) – Freie und gleiche Wahlen sind die Basis einer Demokratie. Ebenso wichtig: Der formal korrekte Ablauf des Urnengangs. Alle potenziellen Wählerinnen und Wähler müssen erfasst, die Kandidaten nominiert und am Ende die Stimmen ordnungsgemäß gezählt werden. Gerade bei Kommunalwahlen in Niedersachsen ist das alles andere als trivial. Jeder Wähler hat dabei drei Stimmen, die er „kumulieren“ und „panaschieren“ kann. 

Gemeindewahlleiterin Bianca Situs und ihre Stellvertreter Thomas Hayen stehen im Rathaus an der Spitze des Teams, das die Kommunalwahl im September vorbereitet und durchführt. Foto: hol

Was das bedeutet, erläutert Bianca Siuts. Die Leiterin der Abteilung 1 („Zentrale Dienste“) im Rathaus ist vom Rat der Gemeinde Wangerland zur Gemeindewahlleiterin gewählt worden. Damit liegen Vorbereitung, Planung, Organisation und Durchführung der Kommunalwahl am 13. September in ihrer Verantwortung. „Üblicherweise ist das die Aufgabe des Hauptverwaltungsbeamten“, erläutert Bianca Siuts. „Aber unser Bürgermeister steht ja diesmal selbst zur Wahl. Da kann er natürlich nicht die Wahlleitung übernehmen.“

Viele gesetzliche Vorgaben

Bianca Siuts hat schon etliche Wahlen mit organisiert. Sie zählt zu den Urgesteinen in der Gemeindeverwaltung. Hier hat sie 1987 ihre Ausbildung begonnen und abgeschlossen, hat sich fortgebildet und war lange fürs Personalwesen in der Gemeindeverwaltung zuständig. Im vergangenen Jahr wurde sie zur Abteilungsleiterin gewählt. 

Die allermeisten Arbeiten bei der Vorbereitung der Kommunalwahl erledige „ihr Team“, zu dem auch ihr Stellvertreter Thomas Hayen zählt, so Siuts. Ihre wesentliche Aufgabe sei es, darauf zu achten, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Und davon gibt es jede Menge.

8261 Wahlberechtigte

Am 13. September bestimmen die Wählerinnen und Wähler über die Zusammensetzung des künftigen Gemeinderates und wählen den neuen Bürgermeister. Darüber hinaus werden auch ein neuer Landrat und die friesländischen Kreistagsabgeordneten gewählt. Stand heute gibt es im Gemeindegebiet 8261 Wahlberechtigte.

Wer darf eigentlich den Gemeinderat wählen? „Wahlberichtigt sind alle deutschen Bürgerinnen und Bürger sowie Staatsangehörige eines EU-Staates, wenn sie am Wahltag 16 Jahre alt sind und zuvor mindestens drei Monate lang ihren Wohnsitz im Wangerland hatten“, erläutert Bianca Siuts. Hört sich einfach an, will aber im Detail geprüft sein. Ein Problem: Ins Wählerverzeichnis der Gemeinde werden Neubürger nur dann eingetragen, wenn sie hier auch offiziell ihren Wohnsitz angemeldet haben. 

Kandidaten-Nominierungen

Derzeit laufen bei den Parteien und Wählergruppen die Kandidaten-Nominierungen an. Wahlvorschläge für das Amt des Bürgermeisters müssen bis zum 6. Juli, die für die Wahl zum Gemeinderat bis zum 20. Juli bei der Wahlleitung vorliegen. Warum müssen Bürgermeister-Kandidaten sich früher melden? „Bürgermeister sind Wahlbeamte. Bei den Bewerbern wird geprüft, ob sie für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eintreten“, erläutert Bianca Siuts. Ihre Bitte an alle Parteien und Einzelkandidaten: „Bitte reichen Sie ihre Wahlvorschläge möglichst früh ein. Das erleichtert die Arbeit im Rathaus enorm.“

Jeder Wahlvorschlag fürs Bürgermeisteramt, der nicht von im Rat oder im Landtag vertretenen Parteien oder Gruppen kommt, muss zudem von 120 Wahlberechtigten aus dem Wangerland persönlich und handschriftlich unterschrieben sein. Und natürlich müssen diese Angaben kontrolliert werden. Dabei sei es hilfreich, so eine weitere Bitte der Wahlleitung, wenn die Formulare vollständig ausgefüllt und die Namen lesbar sind. 

24 Sitze im Gemeinderat

Parteien und Wählergruppen dürfen Kandidatenlisten mit bis zu 29 Bewerberinnen und Bewerbern einreichen. Aber auch Einzelbewerber können sich um einen der 24 Sitze im Gemeinderat bemühen. Dafür benötigen sie ebenfalls Unterstützer-Unterschriften, allerdings nur von 20 wahlberechtigten Wangerländern. Wählbar sind übrigens für den Rat alle über 18-Jährigen, die mindestens seit sechs Monaten einen Wohnsitz im Wangerland haben. Bürgermeister-Kandidaten hingegen können auch von außerhalb kommen.

Eine Herausforderung ist auch der Wahltag selbst. Auch er will gut vorbereitet sein. Froh ist Bianca Siuts, dass der Rat vor geraumer Zeit die Zahl der Wahlbezirke verringert hat. Das erleichtere die Besetzung der jeweils Wahlvorstände mit jeweils acht Wahlhelfern. Hooksiel ist einer der Wahlbezirke. Die weiteren: Hohenkirchen, Horumersiel-Altebrücke-Wiarden, Minsen-Friederikensiel, Neugarmssiel, Tettens-Oldorf-Wiefels und in Waddewarden. Hinzu kommen zwei Briefwahlbezirke.

Briefwahl liegt im Trend

Die Vorbereitung der Briefwahl ist ebenfalls anspruchsvoll. Bei der Gemeinde geht man davon aus, dass der Anteil der Briefwähler weiter steigen wird. Gaben bei der Kommunalwahl 2021 noch 21 Prozent der Wähler ihre Stimmen per Brief ab, könnten es im diesem Herbst bis zu 30 Prozent werden. Entsprechende Mengen an Papier und Umschlägen müssen geordert und Druckkapazitäten gesichert werden. 

Die Stimmzettel für die verschiedenen Wahlen werden übrigens unterschiedliche Farben haben. Der für die Bürgermeisterwahl ist weiß, der für den Gemeinderat hellgrüne und der für die Stichwahl hellblau. Zu einer Stichwahl am 27. September würde es aber nur dann kommen, wenn keiner der (bislang drei) Bewerber um das Bürgermeisteramt im ersten Wahlgang mehr als die Hälfe der gültigen Stimmen erhalten sollte. Die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen müssten sich dann erneut den Wählern stellen.

Konzentration erforderlich

Das Auszählen der Stimmen bei der Bürgermeisterwahl ist vergleichsweise einfach. Jeder Wähler hat hier nur eine Stimme. Anders als bei Gemeinderats- und Kreistagswahl. Hier können die Wählerinnen und Wähler auf den Stimmzetteln jeweils drei Stimmen verteilen – entweder indem sie alle ihre drei Stimmen der Kandidatenliste einer Partei oder einem einzelnen Kandidaten zuordnen (kumulieren) oder indem sie ihre drei Stimmen auf unterschiedliche Listen oder Kandidaten verteilen (panaschieren). 

„Gerade das Panaschieren erfordert beim Auszählen der Stimmen höchste Konzentration“, sagt Bianca Siuts. Auch deshalb weiß die Gemeindewahlleiterin schon heute, dass sie am Sonntag, den 13. September, einen langen Arbeitstag haben wird. „Ich gehen davon aus, dass es bis 23 Uhr, vielleicht auch bis 24 Uhr, dauern wird, bis die letzten Stimmen gezählt sind. Hier geht eben Genauigkeit vor Schnelligkeit.“ 

Anmerkung: Weitere Informationen zur anstehende Kommunalwahl in Gemeinde und Landkreis finden sich auf „Hooksiel-life“ unter dem Menüpunkt „Kommunalwahl 2026“

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Meppen und Fuchs kandidieren für die FDP

Wangerland (22. 5. 2026) – Die FDP Wangerland zieht mit zwei Kandidaten in den Kommunalwahlkampf. Wie Ratsherr Lübbo Meppen gegenüber „Hooksiel-Life“ bestätigte, habe man die Liste bereits bei der Gemeinde eingereicht. Neben Meppen bewirbt sich, wie schon 2021, Christian Fuchs um ein Mandat der Wählerinnen und Wähler.

Meppen (Waddewarden) gilt seit Jahren als Urgestein der Liberalen im Wangerland. Er zählt zu den führenden Köpfen in der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW), zu der sich CDU, Grüne und FDP zusammengeschlossen haben. Fuchs (Wiardergroden) war vor wenigen Monaten ins politische Rampenlicht gerückt, als er seine Kandidatur als unabhängiger Bewerber für das Bürgermeisteramt angekündigt, wenig später aber wieder zurückgezogen hatte. 

Die Kommunalwahl ist für den 13. September angesetzt. Bei der Wahl 2021 kam die FDP auf 3,2 Prozent der Stimmen, was für einen Sitz im Gemeinderat reichte.

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Kreistag will Resolutionen verabschieden

Friesland/Jever (21. 5. 2026) – Der Kreistag des Landkreises Friesland tagt am Dienstag, 26. Mai, ab 16.30 Uhr in der Feuerwehrtechnische Zentrale in der Wangerländischen Straße 40 in Jever. Unter anderem sollen zwei Resolutionen in Richtung Land und Bund verabschiedet werden. 

Zum einen geht es um die Verbesserung der Finanzausstattung der Kommunen. Zum anderen um den Erhalt der Organisationsstruktur des Rettungsdienstes. Hier sollen Reformbestrebungen auf Bundesebene abgewehrt werden. Ein weiteres wichtiges Thema: Die Verabschiedung des Konzeptes für den geplanten „Gesundheitscampus Varel“.

Die Sitzung ist öffentlich. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Wer die Beratungen online verfolgen möchte, muss sich bis Montag, 25. Mai, unter www.friesland.de/kreistag anmelden. 

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Gemeindekirchenrat einstimmig für Pastorin Vera Rosin

Wangerland (20. 5. 2026) – Die vakanten Pastorenstelle in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wangerland kann voraussichtlich in absehbarer Zeit wieder besetzt werden. Wie Lübbo Meppen, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, gegenüber „Hooksiel-Life“ bestätigte, habe das Gremium am Dienstag einstimmig Vera Rosin als neue Pastorin gewählt. 

Das Gremium tagte im Beisein von Kreispfarrer Christian Scheuer, der der Geistlichen im Anschluss das Votum übermittelt habe. Die 61-jährige Theologin, die sich kürzlich im Rahmen eines Gottesdienstes in Hohenkirchen vorgestellt hatte und derzeit noch eine Pfarrstelle in Castrop-Rauxel bekleidet, habe die Wahl angenommen. Sie möchte mit ihrer Familie ins Wangerland ziehen.

Wann die Pastorin ihre neue Aufgabe übernehmen kann, steht noch nicht genau fest, da sie dafür aus der Landeskirche Westfalen in die Oldenburgische Landeskirche wechseln muss. Meppen: „Wir hoffen, sie im August oder September begrüßen zu können.“

Mit den Pastorinnen Vera Rosin und Hanja Harke (halbe Stelle) sowie dem Diakon Fredo Eilts wäre das theologische Führungsteam der Kirchengemeinde Wangerland komplett. Die aktuelle Vakanz war durch den Wechsel des Hooksieler Pastors Stefan Grünefeld zur Landeskirche nach Oldenburg entstanden. 

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Thalasso: Pro Wangerland spricht von Chaos und Nicht-Ahnung

Wangerland (20. 5. 2026) – Das Thalasso-Desaster wird eines der Schlüsselthemen für den Kommunalwahlkampf. Das wurde am Dienstagabend bei einer öffentlichen Veranstaltung der Wählergruppe Pro Wangerland (WPW) in Horumersiel deutlich. Dabei stellte der Vorstand die Schwerpunkte für die nächste Wahlperiode vor. 

Ein Großteil der Mehrkosten beim Bau des Thalasso Meeres Spa soll dadurch entstanden sein, dass die Projektleitung nachträglich hochwertigere Materialien und Ausstattungen geordert haben soll als ursprünglich geplant. Foto: hol

Intensiver diskutiert wurden aber die Ursachen der Kostenexplosion beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ (TMS) und die Folgen für Horumersiel, wenn die insolvente Wangerland Touristik GmbH (WTG) tatsächlich einen privaten Investor für das Grundstück Zum Hafen 3 finden sollte, auf dem neben dem TMS das Dorfgemeinschafts- und Gästehaus samt WTG-Verwaltung, Kursaal und Kurpark untergebracht sind.

Vier Schwerpunktthemen

Wie Ratsfrau Geraldine Vogdt sagte, habe sich die Wählergruppe für die Zeit nach der Wahl am 13. September vier Schwerpunkte auf ihre Fahnen geschrieben. Um den Mehrwert des Tourismus zu erhöhen, wolle man mit den touristischen Leistungsträgern in der Gemeinde den so genannten Leitbildprozess aus dem Jahr 2017 wieder aufnehmen und darin entwickelte Projekte umsetzen. Dazu gehöre auch die Stärkung des Tourismus im Innenland des Wangerlandes, etwa durch die Nutzung der Wasserwege für Paddel- und Pedal-Stationen.

Eine weitere Idee von Pro Wangerland: Ein Bürgerbudget. Dafür sollen 70.000 Euro bereit gestellt werden, die für Bürgerprojekte vorgesehen sind. Welche Projekte bedacht werden, entscheiden die Wangerländer am Ende eines Jahres in öffentlicher Abstimmung. Vogdt: „Das wäre ein Stück direkte Demokratie.“

Zentrale Förderstelle

Im Rathaus soll nach dem Willen der WPW eine „zentrale Förderstelle“ einrichtet werden. Ein auf Fördertöpfe des Landes, des Bundes und der EU spezialisierte Mitarbeiter soll die Kommune, aber auch Wirtschaftsbetriebe aus der Gemeinde, beraten, wo welche Zuschüsse zu bekommen sind. „Zurzeit lassen wir viel Geld liegen. Wir brauchen die Förderungen dringend, um unsere Infrastruktur in Ordnung bringen zu können.“ Ein Projekt, das nur mit Fördermitteln zu realisieren sei, wäre nach den Worten von Ratsherr Carsten Ihnken die maritime Umgestaltung des Zentralparkplatzes in Horumersiel, auf dem eine Wasserfläche an den ehemaligen Hafen erinnern könnte.

Als viertes Thema setzt die Wählergruppe auf die Erneuerung von alten Windkrafträdern durch moderne, leistungsstärkere Anlagen („Repowering“). Dadurch solle die Zahl der Windkrafträder verringert, die erzeugte Energieleistung und damit die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde aber erhöht werden. Die Ausweisung neuer Windpark lehnt die WPW ab.

EU-Gemeindert Dieter Schäfermeiser

„Pro Wangerland“ wurde 2017 vom Hooksieler Dieter Schäfermeier (Foto) als „Pro Hooksiel“ gegründet. Hauptthema damals: Die drohende Schließung des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel.

Später kam der Protest gegen ein geplantes Hotel im Speicherpolder in Horumersiel hinzu. Bei der Kommunalwahl 2021 erhielt die Wählergruppe über 20 Prozent der Stimmen und zog mit fünf Vertretern in den Gemeinderat ein. Mit der UWW und BfB bildete man die siebenköpfige ZUW-Gruppe, den „Zusammenschluss der Unabhängigen Wangerland“ – die dritte Kraft neben SPD und der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW), zu der sich CDU, Grüne und FDP zusammengefunden haben.

Kontrolle extrem schwierig

Schäfermeier erinnerte daran, dass 2021 bereits alle Grundsatzbeschlüsse zum Bau des „Thalasso Meeres Spa“ gefasst wurden. Der vorherige Rat hatte das mit 4,59 Millionen Euro veranschlagte Projekt beschlossen und schließlich – nach einem Beschluss zur Aufstockung des Gebäudes samt Dachbegrünung – mit veranschlagten 8,8 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Was der Rat nicht wusste, so Schäfermeier, war, dass schon das Ergebnis der ersten Ausschreibung schon bei 12,7 Millionen Euro lag.

Der Weg zu den tatsächlichen Kosten von am Ende mindestens 23 Millionen bezeichnete Schäfermeier als Folge einer „Nicht-Ahnung von Bau“. Die Politik habe Kostensteigerungen zugestimmt, allerdings ohne vollständige Informationen. Den allgemeinen Vorwurf, der Rat als Gesellschafterversammlung der gemeindeeigene WTG habe nicht aufgepasst, hält Schäfermeier nur für bedingt zutreffend. „Das war auch extrem schwierig. Was ist dem Rat nur vorwerfen kann ist, dass er Pro Wangerland so lange ausgebremst hat.“

Extrawünsche und Sprachlosigkeit

Die Unabhängigen waren mit Forderungen nach Prüfung der Wirtschaftlichkeit und Kontrolle des Baufortschritts mehrfach gescheitert. Erst ab Anfang 2024 durfte Schäfermeier als Ratsvertreter und zur Verschwiegenheit verpflichtet an einer Baubesprechung teilnehmen. 67 weitere folgten. Auf seinen Rat hin wurden externe Sachverständige und Gutachter hinzugezogen. Dank der Initiative des SPD-Fraktionssprechers Holger Ulfers sei zudem eine „Lenkungsgruppe“ als Quasi-Aufsichtsrat der WTG installiert worden.

Rechtsanwälte der Gemeinde hätten dazu geraten, das kürzlich vorgelegte Ergebnis eines Gutachtens mit Blick auf laufende Ermittlungen nicht öffentlich zu machen. Dennoch vermittelte Schäfermeier der Runde einen Einblick. Ein Großteil der Mehrkosten gehe auf nachträgliche Wünsche der WTG zur Ausstattung des TMS zurück: andere Klinker, teurere Fliesen, hochwertigeres Holz für den Tresen und so weiter. Auf der Baustelle habe es nach seinem Eindruck so gut wie keine Kommunikation zwischen Projektleitung, Architekten und Handwerksbetrieben der unterschiedlichen Gewerke gegeben. Das habe zu Verzögerungen, Mehrarbeit und Chaos auf der Baustelle geführt.

Thalasso-Kur für Kassenpatienten?

Was die nachträgliche Aufarbeitung erschwere sei, dass es keine Dokumentation gebe. Ein Bautagebuch gibt es nicht. So sei es auch nur schwer nachvollziehbar, welche Rechnung für welche Leistung angemessen war und ist. Die von Dr. Christian Kaufmann, Insolvenz-Rechtsbeistand der WTG-Geschäftsführung, genannten 37 Millionen Euro als mögliche Gesamtkosten für das Projekt hält Schäfermeier dennoch für überzogen. „Ganz so dick kommt es nicht.“

Er halte 23 Millionen weiter für realistisch. Die noch ausstehenden Gläubigerforderungen aus dem Baugewerbe in Höhe von 14 Millionen Euro seien nicht nachvollziehbar. Die drohende Rückzahlung von 8,5 Millionen Euro Fördergelder entfalle, da man das TMS ja als Thalasso weiter betreiben werde. Wirtschaftlich sinnvoller wäre es aus Sicht von Schäfermeier aber, dass Gebäude für Kuren von Kassenpatienten zu öffnen. Er rate dem Insolvenzverwalter, entsprechende Verhandlungen mit den Krankenkassen aufzunehmen.

Saal für Horumersiel erhalten

Unterstützen will die WPW Bemühungen aus Horumersiel, zumindest den Kursaal als öffentlich nutzbaren Veranstaltungsort zu erhalten. Allerdings: Aktuell läuft eine europaweite Ausschreibung, mit der die WTG einen Käufer für das Gesamtensemble sucht. Durch die Erlöse soll ein Teil der Forderungen gedeckt werden. Zudem könnte ein Hotelbetreiber das Thalasso mit nutzen. 

Da der Gemeinderat über die Bauleitplanung durchaus Einfluss auf die Pläne eines Investors habe, werde man zumindest darauf achten, dass ein Projekt welcher Art auch immer zu Horumersiel passe und einen öffentlichen Versammlungsraum beinhalte, versicherten die WPW-Vertreter. 

Pro Wangerland sucht Kandidaten für die Kommunalwahl

Wangerland/Horumersiel (18. 5. 2026) – Die Wählergemeinschaft Pro-Wangerland (WPW) lädt für Dienstag, 19. Mai, alle interessierten Bürger zu einer öffentlichen Veranstaltung nach Horumersiel ein. Ab 19 Uhr wollen die fünf WPW-Ratsmitglieder im kleinen Kursaal im Gästehaus eine Bilanz über ihre Ratstätigkeit in den zurückliegenden fünf Jahren ziehen. 

Ziel der Veranstaltung sei es auch, neue Mitglieder zu gewinnen. Deshalb seien insbesondere alle herzlich eingeladen, die in der nächsten Wahlperiode für Pro-Wangerland über die Liste in den Gemeinderat einziehen wollen. Die Aufstellungsversammlung, auf der die Liste mit den Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl am 13. September beschlossen werden soll, findet am Donnerstag, 28. Mai, statt.

22-Jähriger liefert der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd

Friesland/Wilhelmshaven (18. 5. 2026) – Eine filmreife Verfolgungsjagd liefere sich ein junger Mann in der Nacht zum Sonntag mit der Polizei. Der wesentliche Schauplatz: die Autobahn 29.

Der Wagen war einer Streifenwagenbesatzung des Polizeikommissariats Jever gegen 4 Uhr im Bereich Sande aufgefallen. Der Fahrer sei mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und gefährdender Fahrweise unterwegs gewesen. Unter anderem habe er die Vorfahrt des Polizeiwagens missachtet, wodurch es beinahe zu einem Zusammenstoß gekommen wäre.

Straßensperre umfahren

Wie es im Polizeibericht weiter heißt, habe der junge Mann sich danach mit hoher Geschwindigkeit, zum Teil in Schlangenlinien fahrend, entfernt. Dabei habe er Anhaltesignale, Martinshorn und Blaulicht der Verfolger missachtet und eine Straßensperre umfahren. 

Der Flüchtige fuhr auf die A 29 in Richtung Oldenburg auf. In Höhe Jaderberg hatte die Polizei eine Sperrvorrichtung, einen so genannten „Stop-Stick“, ausgelegt. Auch den überfuhr der Raser. Allerdings seien dabei beide Vorderreifen des Wagens beschädigt worden. „Der Fahrer setzte die Flucht zunächst fort, verlor kurze Zeit später jedoch die Kontrolle über das Fahrzeug und kam bei Rastede im Grünbereich neben der Fahrbahn zum Stehen“, schildert die Polizei. Dabei seien mehrere Bäume beschädigt worden.

Hubschrauber und Spürhund im Einsatz

Der Fahrzeugführer, nach Darstellung der Polizei zweifelsfrei ein 22-Jähriger aus Wilhelmshaven, habe seine Flucht danach zu Fuß fortgesetzt. Die Fahndung nach ihm sei trotz des Einsatzes eines Polizeihubschraubers und eines Diensthundes zunächst erfolglos geblieben. Im Fluchtwagen, einem noch nicht zugelassenen Neuwagen, habe es stark nach Alkohol gerochen.

Im Laufe des Sonntagvormittags wurde in Bockhorn der Diebstahl eines Mercedes angezeigt. Der Dieb, möglicherweise der 22-Jährige, hatte am Tatort ein Motorrad ohne Kennzeichen zurückgelassen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Maschine im Bereich Wapeldorf aus einer Scheune entwendet wurde. 

In Wilhelmshaven gestellt

Der gestohlene Mercedes, so die Polizei, wurde später auf einem Parkplatz in Wilhelmshaven gefunden. Der Beschuldigte sei dort in der Nähe von zivilen Einsatzkräften entdeckt worden. „Nach kurzer Flucht gelang die vorläufige Festnahme des Mannes“, so die Polizei. Ein freiwillig durchgeführter Atemalkoholtest habe 0,0 Promille ergeben. Aber ein Drogen-Vortest habe positiv auf Kokain und Amphetamine reagiert. 

Gegen den 22-Jährigen wurden unter anderem Ermittlungsverfahren wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens, Urkundenfälschung, Fahrzeugdiebstahls sowie weiterer Verkehrsdelikte eingeleitet.

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Training für sicheres Fahren für junge Autofahrer

Wangerland/Upjever (18. 5. 2026) – Der nächste Termin des Verkehrssicherheitsprogramms „Junge Autofahrer und Autofahrerinnen“ für Personen zwischen 18 und 25 Jahre, das der Landkreis Friesland anbietet, findet am Samstag, 27. Juni, von 12.15 bis etwa 17.30 Uhr statt. Anmeldungen sind online unter www.friesland.de/fahrsicherheitstrainingmöglich. 

Ziel ist es, jungen Fahrern Wissenswertes über Sicherheit im Straßenverkehr zu vermitteln und die Möglichkeit zu bieten, in sicherem Rahmen Erfahrungen mit schwierigen Verkehrssituationen zu sammeln. Weitere Termine sind für Samstag, 15. August, sowie Samstag, 12. September, geplant.

In Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, der Verkehrswacht Jever, dem Bundeswehr-Fliegerhorst Upjever, dem Fahrlehrerverband sowie dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Jeverland e.V. wird ein abwechslungsreiches Programm geboten. Neben Theoriefragen zu Alkohol, Drogen, Bremssystemen, Stress und Reaktionsvermögen soll den Teilnehmern beim Fahrtraining auch praktisches Wissen vermittelt werden. Mit dem eigenen Fahrzeug können unter anderem verschiedene Bremsmethoden getestet und die Fliehkräfte bei Kurvenfahrten ausgelotet werden. 

Das Training findet auf dem Gelände des Fliegerhorstes Upjever statt und kostet 15 Euro. Teilnehmer sollten über eine Fahrerfahrung von mindestens sechs Monaten verfügen und müssen ein verkehrssicheres Fahrzeug mitbringen. 

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Zoll im Einsatz gegen Schmuggel und Schwarzarbeit

Oldenburg/Wilhelmshaven/Friesland (16. 5. 2026) – Die Überwachung der Grenzen sowie Kontrollen in Seehäfen bilden einen Aufgabenschwerpunkt des Hauptzollamts Oldenburg. Steigende Bedeutung hat hierbei der Kokainschmuggel. „Durch die Vergrößerung des Überwachungsdrucks in den klassischen Einfallshäfen wie beispielsweise Antwerpen und Rotterdam müssen wir damit rechnen, dass auch die niedersächsischen Seehäfen zunehmend in den Fokus international agierender Tätergruppierungen gelangen“, sagte Regierungsdirektorin Stephanie Grotheer, Leiterin des Hauptzollamts Oldenburg, bei der Vorstellung des Jahresberichtes für 2025 der Behörde, zu der auch das Zollamt Wilhelmshaven gehört. 

Im vergangenen Jahr wurde mit dem Zollschiff „Emden“ das erste Einwachenschiff des Zolls mit alternativem LNG-Antrieb für das Einsatzgebiet der Nordsee in Dienst gestellt. Foto: Zoll

Zwar gäbe es keine belastbaren Erkenntnisse, das niedersächsische Seehäfen bereits als alternative Schmuggel-Routen genutzt werden. Aber zwei Großfunde von Drogen in Brake und Wilhelmshaven würden zeigen, dass damit durchaus zu rechnen sei.

Kampf gegen Drogen-Import

Der Zoll kontrolliert auf dem Wasser, in den Häfen und im ganzen Land. „Unsere Zollkontrollen sind erfolgreich und wichtig. Sie schützen die Bevölkerung vor verbotenen Schmuggelwaren, die wir aus dem Verkehr ziehen“, führt Grotheer aus. „Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr 44.700 Fahrzeuge und Einzelpersonen kontrolliert. Dabei bleibt der Kampf gegen den Drogenschmuggel im Grenzraum zu den Niederlanden ein Kontrollschwerpunkt.“ 

In 3.419 Fällen sei es zu Beanstandungen gekommen, davon standen 745 Fälle im Zusammenhang mit Rauschgift-Schmuggel. Insgesamt seien über 300 Kilogramm Betäubungsmittel sichergestellt und damit dem Schwarzmarkt entzogen worden. Den größten Anteil habe dabei Kokain ausgemacht. Aber auch die unerlaubte Einfuhr von Cannabis-Produkten insbesondere aus den Niederlanden sei ein Dauerthema. Trotz der Teillegalisierung durch das Konsumcannabis-Gesetz ist sowohl die Ein- und Durchfuhr von Cannabis aus dem Ausland als auch die Ausfuhr in das Ausland nach wie vor verboten. 

Über drei Milliarden Euro Einnahmen

Der Zoll schützt nach eigenem Verständnis die Menschen in unserem Land – und die heimische Wirtschaft. Grotheer: „Das Hauptzollamt Oldenburg steht im nordwestlichen Niedersachsen für eine reibungslose Abfertigung des regulären internationalen Warenverkehrs, schützt Bürger und Umwelt vor schädlichen oder gefährlichen Schmuggelgütern, erhebt Steuern für die Handlungsfähigkeit des Staates und setzt sich mit der Bekämpfung von illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit für einen fairen Wettbewerb ein.“

Die rund 700 Zöllnerinnen und Zöllner im Weser-Ems-Bereich hätten 2025 über drei Milliarden Euro Steuergelder eingenommen. Auf den klassischen Zoll, die Steuer für die Einfuhr von Waren aus Ländern außerhalb der EU, seien davon rund 201,8 Millionen Euro entfallen. Die in diesem Zusammenhang zu erhebende Einfuhrumsatzsteuer betrug rund 2,3 Milliarden Euro. Weitere Einnahmequellen sind Verbrauchsteuern (418,6 Mio. Euro) wie Energie-, Strom-, Tabak, Alkohol- und Biersteuer und die Verkehrsteuern einschließlich der Kraftfahrzeugsteuer (96,3 Mio. Euro).

Illegale Beschäftigung im Visier

Zu den Aufgaben des Zolls zählt die Bekämpfung der Schwarzarbeit.„Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber schädigen alle: Sie betrügen die Sozialversicherung, hinterziehen Steuern und gefährden Arbeitsplätze“, so Grotheer. Andererseits würden aber auch Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber von der staatlichen und sozialen Infrastruktur profitieren, die von Steuergeldern finanziert wird. 

2025 seien annähernd 450 Arbeitgeber überprüft und rund 7.500 Arbeitnehmer am Arbeitsplatz zu ihren Beschäftigungsverhältnissen befragt worden. Der dabei festgestellte finanzielle Schaden lag bei rund 18 Millionen Euro. In der Folge seien 1.319 Strafverfahren und über 600 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. Darin enthalten sind Verfahren, die wegen Verstößen gegen das Mindestlohngesetz angeschoben wurden. Insgesamt seien auf Grundlage der Ermittlungen des FKS 665.000 Euro an Geldstrafen sowie 526.000 Euro an Buß- und Verwarngeldern verhängt und 182 Monate an Freiheitsstrafen festgesetzt worden. 

Teil der Küstenwache

Der Zoll ist auch Teil der deutschen Küstenwache. Er nimmt mit anderen Behörden die Grenzaufsicht an den Wassergrenzen, insbesondere der Seeküste wahr. Dazu gehöre auch die Überwachung der Umweltschutz-Vorschriften auf See und der so genannten kritischen maritimen Infrastruktur. Für das Hauptzollamt Oldenburg sind zwei Zollschiffe und zwei Zollboote mit Liegeplätzen in Emden und Wilhelmshaven im Einsatz.

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Freier Blick auf packende Tennisspiele in Hohenkirchen

Wangerland (15. 5. 2026) – Einen ganz anderen Blick haben Tennisfreunde seit dieser Woche auf die Platzanlage des MTV Hohenkirchen. In ehrenamtlicher Arbeit haben Aktive um den Abteilungsvorsitzenden Robert Meints eine Sitztribüne aufgebaut, die es den Zuschauerinnen und Zuschauern ermöglicht, über die Platzeinfassungen hinweg die Ballwechsel auf den beiden Plätzen zu verfolgen.

Verfolgten die Spiele beim Vatertags-Doppeltunier des MTV Hohenkirchen von der neuen Tribüne aus: (Von links) Hannes Sommer, Harald Fischer, Helmut Petermann, Alexander Scholz und Robert Meints. Foto: hol

Die Tribüne hat beim fast schon traditionelle Vatertags-Doppelturnier für Herren ihre Bewährungsprobe bestanden. Insgesamt zwölf Doppel traten dabei in den Altersklassen ü40 und ü50 an. Jedes Duo hatte dabei zwei Spiele zu absolvieren, meist gegen ein als etwas stärker und ein als etwas schwächer eingestuftes Team. Die Turnerleitung lag in den Händen von Nina Tjarks und Britta Taddigs, die mit den durchweg fairen Partien keine Probleme hatten. 

Gewinner waren am Ende alle Teilnehmer der Veranstaltung, die aus dem Wangerland, aus Jever, Wilhelmshaven, Varel und Friedeburg angereist waren. Bei sehr gutem Tenniswetter konnten die Aktiven im Erfolgsfall ihre Leistungsklasse verbessern, zumindest aber Erfahrungen sammeln und sich im Anschluss beim gemeinsamen Essen austauschen.

In der Herren-ü50-Konkurrenz trafen die Wangerländer Doppel Alexander Scholz/Robert Meints und Mirko Ortmanns/Jörg Kase gleich zum Turnierauftakt aufeinander. Scholz/Meints gewannen 6:1/6:3, verloren ihr zweites Spiel gegen Carsten Biskupek/Rainer Dörnath dann aber mit 2:6/2:6. Ortmanns/Kase verpasste im Anschluss gegen das favorisierte Wangerländer Doppel Helmut Petermann/Harald Fischer eine Überraschung nur knapp (6:2, 1:6, 4:10). 

Das Hooksieler Doppel Thorsten Csikos (links) und Thomas Otte blieb trotz guten Spiels ohne Erfolg. Foto: hol

Auch ohne Sieg zeigte das Hooksieler Doppel Thomas Otte/Thorsten Csikos gutes Tennis. Gegen das Friedeburger Duo Carsten Viehweger-Sick/Youssef El-Zein reichte es aber nur zu einem 2:6/4:6. Im zweiten Spiel unterlag man knapp mit 3:6/6:1/8:10 geben die Jeveraner Andreas Struß und Christian Horn, die zuvor Petermann/Fischer mit 6:1/6:1 geschlagen hatten. Alle Spielergebnisse des Turniers lassen sich im Internet unter www.tennis.de finden. 

Das nächste Doppeltunier auf der Platzanlage des MTV Hohenkirchen ist für Samstag, 1. August, angesetzt. Dann werden Damen-Doppel der Altersklassen ü30 bis ü70 auf dem Platz stehen. Anmeldungen sind noch möglich. 

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