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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Naturschutz im Watt bringt Existenzen von Fischern in Gefahr

Wangerland (24. 2. 2026) – Die Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (Wangerland), fischereipolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Landtag, wirkt für einen echten Dialog zwischen Landesregierung, Naturschützern und Fischern. Die aktuellen Pläne zum Schutz des Wattenmeeres könnten andernfalls die Existenz vieler Betriebe bedeuten. 

Mindestens zehn Prozent der Meeresfläche vor Niedersachsens Küste sollen streng geschützt werden. Fischerei wäre dann in weiten Teilen des Nationalparks Wattenmeer nicht mehr möglich. Archiv-Foto: hol

„Naturschutz im Wattenmeer ist wichtig und richtig“, so Jensen. Aber der Zeitpunkt und die Grundlage der aktuellen Planungen seien hochproblematisch. Künftig sollen zehn Prozent des Wattenmeers streng geschützt werden. Das bedeute noch weniger Fläche für die Küstenfischer. „Da die Flächenkonkurrenz vor unserer Küste bereits heute sehr groß ist, ist das inzwischen eine Existenzfrage“, so die CDU-Politikerin.

Verbände beziehen Position

Das Umwelt- und das Agrarministerium in Hannover würden mir ihrer Planung Vorgaben aus der EU-Biodiversitätsstrategie umsetzen. Danach müssen bis 2030 mindestens 30 Prozent der Meeresflächen geschützt und davon mindestens zehn Prozent streng geschützt werden. Derzeit läuft die Verbandsbeteiligung, das Konzept soll schon im März vorgelegt werden. 

Die Umweltschutz-Organisation WWF fordert mit Blick auf den ökologischen Zustand der Küstengewässer sogar einen Fischereistopp für rund die Hälfte der derzeit noch befischten Gebiete im Bereich des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Damit würden die Fanggründe der Krabbenfischer nach Ansicht des WWF lediglich um 35 Prozent verkleinert. Gerade die Krabbenfischer würden aufgrund ihrer hohen Beifangrate die Natur erheblich schädigen. Der WWF verweist auf ein staatlich gefördertes Abwrackprogramm, mit dem die Flotte der Krabbenfischer um 30 Prozent verkleinert werden soll.

Auch der Verband der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei im Landes-Fischereiverband Weser-Ems verweist auf den laufenden Prozess der Kapazitäts-Anpassung in der Fischereiflotte. Dieser Prozess und seine Auswirkung auf die Fangmengen sollten zunächst abgewartet werden. Kritik übt der Verband unter anderem an den Vorschlägen zum Zuschnitt der Schutzgebiete. Die Sperrung von Prielsystemen und Buchten könnte dazu führen, dass ganze Häfen ihre Fanggebiet verlieren – mit entsprechenden Folgen für die lokale Hafenwirtschaft und den Tourismus. Besonders problematisch seien die Pläne unter anderem für die Jade. 

Muschelfischer Hooksiel Foto: Bökhaus
Die Boote der Krabben- und Muschelfischer gehören noch zum Bild in den Häfen in Niedersachsen. Wird die Flotte verkleinert, könnte das auch Auswirkungen auf den Tourismus haben. Foto: Bökhaus

Wie Katharina Jensen ausführt, definierte ein vorliegendes Fachkonzept zunächst einen Suchraum innerhalb bestehender Schutzgebiete. In einem zweiten Schritt sollen daraus konkrete Teilflächen festgelegt werden. „Insgesamt sollen rund 54.710 Hektar als fischereifrei ausgewiesen werden“, so die Abgeordnete. „Für diese Flächen wird ein vollständiger, ganzjähriger Ausschluss der Fischerei zugrunde gelegt.“

Auch der Jadebusen wäre betroffen

Die betroffenen Gebiete würden der gewerblichen Nutzung damit dauerhaft nicht mehr zur Verfügung. Nach den vorliegenden Karten betreffen die vorgesehenen Teilflächen unter anderem Bereiche im Jadebusen sowie vor Wangerooge. Betroffen wären mithin auch die Fischer, die in Hooksiel, Dangast und Horumersiel beheimatet sind. 

An der niedersächsischen Nordseeküste sind insgesamt 114 Fischereifahrzeuge registriert. Diese werden von 317 Beschäftigten bewirtschaftet. Darunter befinden sich 88 Krabbenkutter sowie fünf Fahrzeuge der Muschelfischerei in insgesamt 17 Fischereihäfen. 

Jensen kritisiert Verfahren

Jensen bezweifelt ebenso wie der Verband der Küstenfischer, ob die Datengrundlage für die sozioökonomische Bewertung von 18 analysierten Teilflächen ausreichend ist. Dafür wurden unter anderem Logbücher, Anlandungen und Schiffsregisterdaten aus den Jahren 2021 bis 2023 verwendet. 

„Für jede Teilfläche wurden Erlöse, Schiffe und sogenannte ,Stresslevel‘ berechnet. Anpassungen oder Ausweichverhalten der Betriebe wurden dabei nicht berücksichtigt. Schiffe unter zwölf Metern Länge wurden in die Analyse überhaupt nicht einbezogen“, kritisiert Jensen. „Gerade diese kleineren Schiffe sind jedoch ein relevanter Bestandteil der niedersächsischen Küstenfischerei.“

Die CDU-Politikerin spricht sich für eine differenzierte Betrachtung aller Flottensegmente aus. Schon in den vergangenen Jahren seien durch den Ausbau der Offshore-Windkraft, durch Infrastrukturmaßnahmen sowie durch Kabeltrassen und deren Schutzkorridore Einschränkungen für die Fischerei entstanden. „Viele Betriebe stehen vor strukturellen Entscheidungen.“ 

Vor diesem Hintergrund müssten die wirtschaftlichen Auswirkungen des Schutzprogrammes vollständig und realistisch bewertet werden. Aus Sicht der Fischer gehört dazu auch eine Härtefallregelung für existenziell betroffene Betriebe. Jensen: „Wer tragfähige Lösungen will, braucht vollständige Datengrundlagen und einen transparenten Dialog.“ 

Gebote für Campingplatz Schillig bis zum 10. März möglich

Wangerland (23. 2. 2026) – Der geplante Verkauf des Campingplatzes in Schillig wird die Qualität der angebotenen Leistungen sowie das Wohlbefinden der Gäste in der Saison 2026 in keiner Weise beeinträchtigen. Das versichert der Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), Torsten Riedel, in einer heute verbreiteten Pressemitteilung.

Betreiber für Friesland-Therme

Wie „Hooksiel-Life“ bereits am Wochenende berichtet hatte, sucht die WTG im Rahmen eines Interessenbekundungs-Verfahrens potenzielle Investoren, die den Groß-Campingplatz übernehmen und betreiben möchten. Optional können Interessenten zusätzlich den Betrieb der benachbarten „Friesland-Therme“ in Horumersiel übernehmen. „Wir begrüßen es sehr, wenn ein Investor für den Campingplatz auch eine verbundene Betreiberlösung für die Friesland-Therme anbietet. Unser Ziel ist es weiterhin, den touristischen Betrieb dauerhaft zu sichern und zukunftsfähig aufzustellen“, so Riedel.

Interessenten können ihre Gebote und Konzepte bis zum 10. März einreichen. Mit der Unterzeichnung eines Kauf- und Nutzungsverträgen rechnet man bei der WTG frühestens im Mai. Mit der Abwicklung der Verhandlungen hat die insolvente WTG die Immobiliengesellschaft GLC AG (Hamburg) beauftragt. Die Rahmenbedingungen für das strukturierte Bieterverfahren findet man unter anderem im elektronischen Amtsblatt der Gemeinde Wangerland (www.wangerland.org).

Gesamtkonzept wichtig

Der Außendeich-Campingplatz Schillig hat rund 1.500  Stellplätze, moderne Sanitär- und Serviceeinrichtungen sowie eine direkte Strandanbindung. Wie Riedel betont, werde die Bewertung der Angebote nicht nur von der Höhe des gebotenen Kaufpreises abhängen. Wichtig seien auch die Qualität und die Nachhaltigkeit des Konzeptes, geplante Investitionen sowie die Übernahme von Beschäftigten. Einem möglichen Verkauf müssen dann neben der WTG auch der Gläubigerausschuss und der im Zuge der Insolvenz in Eigenregie bestellte Sachwalter zustimmen. 

Wangerland Touristik verkauft auch zweiten Campingplatz

Wangerland/Hooksiel (21. 2. 2026) – Nach dem Verkauf des Campingplatzes Hooksiel sucht die insolvente Wangerland Touristik GmbH jetzt auch einen Investor für ihren Campingplatz in Schillig. Das offizielle Bieterverfahren dafür ist eröffnet.

Die Campingplätze direkt an der Jade gehörten über Jahrzehnte zu den Profitcentern der Wangerland Touristik GmbH. Jetzt steht nach dem Verkauf des Areals in Hooksiel auch der Großcampingplatz in Schillig zum Verkauf. Archiv-Foto: hol

Es wird ein Käufer gesucht, der den Campingplatz mit seinen 1500 Stellplätzen mit der kompletten Infrastruktur und Ausstattung übernimmt und den Platz weiter betreibt. Ausdrücklich begrüßen würde es die WTG, wenn Bieter auch Angebote für ein Betreibermodell für die „Friesland-Therme“ in Horumersiel machen würden. Das kombinierte Hallen-Freibad mit Saunalandschaft war im vergangenen Jahr nach einem Defekt in der Heizungsanlage geschlossen worden.

Betreiber für „Friesland-Therme“ gesucht

Der Campingplatz liegt vor dem Deich unmittelbar an der Jade. Das rund 420.000 Quadratmeter große Grundstück ist vom Land Niedersachsen gepachtet. Im vergangenen Jahr verbuchte die WTG auf dem Platz 284.541 Übernachtungen. Zu dem Areal gehören mehrere Betriebs- und Sanitärgebäude. Für die Betreuung des Campingplatzes waren bei der WTG 18 Mitarbeiter beschäftigt, davon vier in Vollzeit. Zwei weitere Arbeitsplätze hängen an der „Friesland-Therme“.

In der Bekanntmachung zum Bieterverfahren weist die WTG ausdrücklich darauf hin, dass der Verkauf des Campingplatzes unter dem Vorbehalt steht, dass der Gläubigerausschuss und der Sachwalter des Insolvenzverfahrens dem zustimmen. Die Interessenbekundung ist unverbindlich. Neben der Höhe des gebotenen Kaufpreises werde der Zuschlag unter anderem auch vom touristischen Konzept des Bewerbers, von geplanten Folgeinvestitionen, der Übernahme der Mitarbeiter und einem schlüssigen Betreiberkonzept für die „Friesland-Therme“ abhängen. 

Millionen-Erlös erwartet

Mit dem erwarteten Millionen-Erlös aus dem Verkauf des Campingplatzes will die WTG ihrer finanzielle Lage aufbessern und einen Weg raus aus der laufenden Insolvenz in Eigenregie bahnen. Maßgebliche Ursache für die Schieflage des gemeindeeigenen Unternehmens war die Kostenexplosion beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ in Horumersiel. Der Baupreis stieg von zunächst veranschlagten 4,8 Millionen Euro auf zuletzt erwartete 23 Millionen Euro. Eine Abschlussrechnung liegt bislang ebenso wenig vor wie eine detaillierte Aufarbeitung der Ursachen für die Kostenentwicklung. 

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Konzept fürs „Wangerland Resort“ geht offenbar auf

Wangerland (21. 2. 2026) – Das „Wangerland Resort“ will seine Infrastruktur für die Vereine in der Region öffnen. Das war die Botschaft eines Treffens mit Vereinsvertretern mit der Geschäftsführung der Urlaubsdestination in Hohenkirchen. Wie Geschäftsführer Bernd Niemeyer, zugleich Mitinhaber des Party- und Gruppenreise-Veranstalters Müller Touristik, gegenüber „Hooksiel-life“ sagte, bekenne man sich zu dem Gedanken, die Angebote des Hauses auch für Einheimische und Urlauber zu öffnen, die in anderen Quartieren abgestiegen sind. „Damit erzeugen wir einen echten Mehrwert für alle.“ 

Bernd Niemeyer im Resort Wangerland
Bernd Niemeyer ist mit dem ersten Jahr des „Wangerland Resort“ sehr zufrieden. Archiv-Foto: ol

Das „Wangerland Resort“ ist offiziell zum 1. Juni 2025 eröffnet worden. Die ersten Gäste übernachteten in der Hotelanlage aber bereits ab April. Damals waren die Umbauarbeiten in der ehemaligen Kaserne (bis 2003), die zwischenzeitlich als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, noch voll in Gang. Und auch derzeit würden noch Rest- und Feinarbeiten erledigt, so Niemeyer. So etwa in einigen der 231 Zimmern. Und vor allem in der „Spielstadt“.

Spielstadt wird überholt

Die „Spielstadt“ ist ein beliebtes Kinder-Spielparadies in einer der ehemaligen Bundeswehrhallen. Sie war bereits fester Bestandteil vom „Dorf Wangerland“, das der Niederländer Henny van der Most bis 2022 in Hohenkirchen betrieben hat. Allerdings: Auch dieser Teil der Anlage war in die Jahre gekommen. Eltern beschwerten sich zunehmend.

„Unser Fokus hat zunächst nicht auf der Spielstadt gelegen“, räumt Niemeyer ein. Aktuell laufen allerdings Sanierungsarbeiten. Die „Spielstadt“ ist zurzeit geschlossen. Unter anderem erhält die Halle eine komplett neue Heizung. Nach den Worten von Niemeyer werden sämtliche Karussells auseinander genommen und neu aufgebaut. Zudem habe man eine ganze Reihe von Kettcars für den Außenbereich angeschafft. Voraussichtlich im März soll die „Spielstadt“ wieder an den Start gehen.

Gruppen und Einzelurlauber

Nach der offiziellen Statistik wurden im vergangenen Jahr im „Wangerland Resort“ rund zehn Prozent aller Übernachtungen im Gemeindegebiet gebucht. Es habe sich gezeigt, so Niemeyer, dass das Konzept aufgeht. Schwerpunkt außerhalb der Ferienzeiten ist die Vermietung der Quartiere für Klassenfahren. In 2025 waren bereits über 10.000 Schülerinnen und Schüler in Hohenkirchen.

Zielgruppe innerhalb der Ferien sind Party-Gruppen, Familien und Einzelreisende, die die Unterkünfte über den Reiseanbieter Tui buchen können. Ein drittes wirtschaftliches Standbein sollen Tagungen, Fortbildungen und Konferenzen werden.

Vielfältiges Angebot

Das „Wangerland Resort“, direkt am Wangermeer gelegen, punktet dabei bei seinen Gästen mit dem vielfältigen Angebot in der 16 Hektar großen, von Wasserwegen durchzogenen Anlage, zu der neben mehreren Restaurants und einer Eventhalle auch verschiedenste Sport- und Wellnessangebote samt Pool, Tretboot- und Kanufahrten, Bowlingbahn, Fitnessräume mit Kletterwänden und Großtrampolin sowie eine Skaterbahn gehören.

Der Weihnachtsmarkt im „Wangerland Resort“ wurde bis weit ins neue Jahr hinein gebucht. Foto: WR

Noch stärker für das regionale Publikum öffnen möchten die Macher der Anlage auch ihr Veranstaltungsprogramm in der „Wangerland Halle“. Hier haben schon im vergangenen Jahr eine Reihe von Konzerten, Partyabenden und Weihnachtsfeiern stattgefunden. „Wir hatten einen eigenen Weihnachtsmarkt aufgebaut“, schildert Niemeyer. „Der wurde noch bis Ende Januar zum Beispiel für Firmenfeiern gebucht.“

Gastspiel von Ross Antony

Auch für das laufende Jahr hat der Partymanager bereits eine ganze Reihe von Attraktionen auf dem Zettel. Die Weihnachtsshow „Christmas Moments“ soll auch 2026 wieder in Hohenkirchen erlebbar sein. Fest gebucht sind zudem Gastspiele von „De Höhner“ (im Herbst), dem Lets-Dance-Star und Entertainer Ross Antony (6. März) und der Neue-Deutsche-Welle Kultband „Extrabreit“ (14. März).

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AWV: Zentralklinikum braucht Standort mit Perspektive

Friesland/Wilhelmshaven (20. 2. 2026) – Der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e.V. (AWV) drängt auf eine möglichst schnelle Entscheidung über den Standort des geplanten Zentralklinikums für die Region. Der Beschluss des Kreistags des Landkreises Friesland und des Rates der Stadt Wilhelmshaven, gemeinsam die nächsten Schritte bei der Suche gehen zu wollen, sei zu begrüßen. 

Nun gelte es, das Verfahren voranzubringen, um zeitnah eine zukunftsfeste Gesundheitsversorgung für die Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen. Das sei um so wichtiger, da man von einem Realisierungszeitraum von rund zehn Jahren ausgehen müsse. 

Hinsichtlich der Standort-Kriterien sei, so der AWV, die Zukunftsfähigkeit der Jade Wirtschaftsregion entscheidend. Deshalb sollte ein Standort mit Entwicklungsperspektiven gewählt werden. „Wir brauchen ein leistungsfähiges Krankenhaus, das langfristig die Menschen der Region versorgen kann und Entwicklungsspielräume für kommende Generationen berücksichtigt“, heißt es in einer Erklärung.

Sollte es den Krankenhausträgern in Wilhelmshaven und Friesland nicht gelingen, eine Einigung herbeizuführen, erwarte der Verband, dass das Land Niedersachsen moderierend eingreife und Verantwortung übernehme, um eine zeitnahe Entscheidung sicherzustellen.

Falscher Polizist hatte es auf Wertsachen von Hooksieler abgesehen

Friesland/Wangerland (20. 2. 2026) – Die Polizei warnt vor Betrügern, die derzeit im Landkreis Friesland ihr Unwesen treiben. Die Unbekannten rufen ihre Opfer an und geben sich als Polizeibeamte aus. Dabei haben sie es offenbar auf deren Wertgegenstände abgesehen.

Allein am Dienstag dieser Woche waren nach Polizeiangaben im Raum Zetel sieben derartige Fälle bekannt geworden. Inzwischen habe es auch mehrere Betrugsversuche mit Amtsanmaßung im Jeverland gegeben. 

Bekannte Betrugsmasche

So rief ein männlicher Täter am späten Donnerstagabend bei einem Landwirt aus Hooksiel an. Er gab sich als Polizist aus und erzählte, dass es drei Festnahmen gegeben habe. Zwei Verdächtige seien aber noch flüchtig. Man habe eine Liste mit möglichen Einbruchszielen sicher gestellt, auf der auch der Name des Hooksielers stehe. Dann wollten die vermeintlichen Beamten wissen, ob der Angerufene in seinem Haus Wertsachen habe …

Dem Hooksieler kam das suspekt vor. Er wimmelte die Anrufer mit dem Hinweis ab, dass er ohnehin keine wertvollen Dinge habe und informierte heute früh die Polizei. Wie das Polizeikommissariat Jever gegenüber „Hooksiel-life“ bestätigte, habe es mehrere entsprechende Anrufe in Kommunen im Jeverland gegeben. Bislang ist aber wohl noch kein Fall bekannt, bei dem die falschen Polizisten erfolgreich waren.

Polizei mahnt zur Vorsicht

Die Polizei geht davon aus, dass es das Ziel des Anrufers ist, durch den Verweis auf angebliche Gefahrenlagen oder Ermittlungen von den Opfern Informationen über Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände zu erlangen. Diese Betrugsmasche sei seit längerem bekannt. 

Bei unerwarteten Anrufen sei stets Misstrauen ratsam, so die Polizei. „Geben Sie am Telefon keine Auskünfte über persönliche oder finanzielle Verhältnisse.“ Betroffene sollten das Gespräch umgehend beenden und die ihnen bekannte Rufnummer ihrer örtlichen Polizeidienststelle anrufen. Erfreulich sei mit Blick auf die aktuellen Fälle, dass offenbar die Präventionsarbeit der Vergangenheit Wirkung zeige. Schließlich hätten sich alle Betroffenen richtig verhalten.

Landfrauenverein Hohenkirchen öffnet sich für Hooksieler Frauen

Wangerland/Hooksiel (20. 2. 2026) – Der LandFrauenverein Hohenkirchen hat einen neuen Vorstand. Auf der Jahreshauptversammlung im „Schützenhof“ in Jever bestätigten die rund 45 anwesenden Mitglieder Anneliese Leiner und Anke Eden-Jürgens im Amt. Neu hinzugewählt wurden Petra Janssen, Stefanie Reiland, Petra Hauer und Sabine Greiff.

Das Vorstandsteam des LandFrauenvereines Hohenkirchen: (von links) Petra Hauer, Petra Janssen, Sabine Greiff, Anke Eden-Jürgens, Stefanie Weiland und Anneliese Leiner. Foto: Landfrauen

Die Wahl der Hooksielerin Sabine Greiff steht dabei auch für das Angebot, das Wirken des Verein in Richtung Hooksiel auszuweiten. Bekanntlich hatte der eigenständige Landfrauenverein Hooksiel Ende 2025 seine Auflösung beschlossen. 

Christina Harms-Janssen, Marion Wragge, Insa Becker und Heike Haschenbger hatten nicht wieder für den Vorstand kandidiert. Sie wurden geehrt und für ihr Engagement gewürdigt.

Verein hat 174 Mitglieder

Zuvor hatte das bisherige Vorstandsteam über die positive Entwicklung des Vereins berichtet. „Bei uns im LandFrauenverein läuft es einfach“, lautete das Fazit. Mit derzeit 174 Mitgliedern zählt der Verein zu den größten im KreislandFrauenverband Friesland-Wilhelmshaven.

In den vergangenen vier Jahren habe die Mitgliederzahl deutlich gesteigert werden können. Das Jahresprogramm umfasst kreative Workshops, Vorträge zu aktuellen Themen sowie Tagesfahrten mit dem Fahrrad oder dem Bus. Höhepunkt des vergangenen Jahres war eine zehntägige Rundreise per Bus und Schiff ins Baltikum, die den Teilnehmerinnen in besonderer Erinnerung geblieben ist.

Abwechslungsreiches Programm

Das neue Vorstandsteam zeigt sich hoch motiviert auch künftig ein abwechslungsreiches Programm für Frauen aus dem ländlichen Raum anzubieten. Der Termin für die erste große Veranstaltung steht bereits fest: Für Samstag, 7. März, lädt der LFV Hohenkirchen anlässlich des Internationalen Frauentages unter dem Motto „Auf uns – Landfrauen säen Zukunft“ zu einem Frauenfrühstück in den „Deichgrafen“ nach Förrienerloog (Wangerland) ein. Als Gäste werden Katja Laghusemann, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Wangerland, sowie Olga Lauts erwartet, die einen Reisebericht über ihr Heimatland Kasachstan vortragen wird.

Verbindliche Anmeldungen werden unter Telefon 04425/2010429 bis zum 1. März angenommen. Weitere Infos zum aktuellen LandFrauen Programm unter www.landfrauen-friesland-wilhelmshaven.de.

Fischer: Auch bei Investorenmodell bleiben finanzielle Belastungen

Wangerland (19. 2. 2026) – Der CDU-Bürgermeisterkandidat Thies Fischer sieht in der in Erwägung gezogenen Finanzierung des Schulbaus in Hohenkirchen durch einen privaten Investor eine „sinnvolle Alternative“. Er begrüß den Vorschlag der CDU im Gemeinderat ausdrücklich. Es sei eine Möglichkeit, zeitnah zu einer Lösung zu kommen und dem Anspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule gerecht zu werden, verkündet Fischer in einer Pressemitteilung.

Neubau von Grundschule nötig

Die Grundschule am Alma-Rogge-Weg sei zu klein, um hier den ab August gesetzlich vorgesehenen Ganztagsbetrieb umsetzen zu können. Ein zweigeschossiger Neubau an der August-Hinrichs-Straße hingegen würde Platz für rund 120 Schülerinnen und Schüler samt Fachräumen, Mensa und Multifunktionsraum schaffen. „Ordentliche Unterrichtsräume sind für die Entwicklung unserer Kinder unabdingbar“, so Fischer. „Wenn wir den Ganztagsanspruch ernst nehmen, müssen wir auch die baulichen Grundlagen dafür schaffen.“

Die Empfehlung, einen privaten Investor einzubinden, bewertet Fischer grundsätzlich positiv. Man müsse aber die finanziellen Auswirkungen nüchtern betrachten. „Wir dürfen uns nichts vormachen: Das Problem wird durch ein Investorenmodell nicht gelöst, sondern zunächst verlagert. Eine Pacht ist ebenfalls zu zahlen. Die finanzielle Belastung bleibt – sie verteilt sich lediglich anders.“ 

Gemeinde braucht mehr Einnahmen

Das strukturelle Problem der Gemeinde bleibe. „Uns fehlen zunehmend die notwendigen finanziellen Mittel, um unsere Pflichtaufgaben und die Ertüchtigung unserer kommunalen Infrastruktur aus eigener Kraft zu bewältigen. Das betrifft nicht nur die Schule, sondern viele Bereiche.“ 

Um dem entgegen zu wirken, müsse die Gemeinde ihre Einnahmen stärken und die Ausgaben konsequent prüfen. Konkret fordert Fischer die Erschließung neuer Gewerbeflächen. „Wir müssen unseren Unternehmen vor Ort ermöglichen, sich zu erweitern, und gleichzeitig auswärtigen Betrieben die Ansiedlung im Wangerland attraktiv machen. Neue Gewerbegebiete kosten zunächst Geld und brauchen Zeit, bis sie sich rechnen. Aber langfristig sind sie ein entscheidender Baustein, um unsere finanzielle Handlungsfähigkeit zu sichern.“ 

Debatte um automatische Anpassung der Krippengebühren

Wangerland (19. 2. 2026) – Der Begriff klingt sperrig: Krippenbenutzungs- und Verpflegungsgebührensatzung. Im Kern geht es darum, wie viel Geld Eltern dafür an die Gemeinde Wangerland zahlen müssen, dass ihr Kind in einer Krippe betreut und in der Kindertagesstätte oder der Grundschule mit Mittagessen versorgt wird. 

Zuletzt wurden diese je nach Einkommen der Eltern gestaffelten Gebühren im Sommer 2025 angehoben – nachdem sie zuvor über Jahre stabil gehalten worden waren. Künftig, so der Vorschlag der Gemeindeverwaltung, soll die Anpassung mehr oder weniger automatisch von Jahr zu Jahr erfolgen. Der Vorschlag, die Gebühren an die vom Bundesamt für Statistik im Frühjahr ermittelte Preissteigerung zu koppeln, wurde jetzt im Sozialausschuss des Gemeinderates diskutiert. 

Während die Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (CDU, Grüne, FDP) mit Blick auf den Haushalt der Gemeinde der Beschlussvorlage zustimmte, lehnten die SPD-Vertreter die eigentlich schon 2025 vereinbarte Systemänderung mit dem Hinweis ab, dass viele Familien ohnehin schon finanziell stark belastet seien. Die in der ZUW zusammengeschlossenen Unabhängigen enthielten sich. Wie die Politik letztlich entscheidet, wird sich damit erst in der Ratssitzung zeigen.

Dabei geht es eher ums Prinzip. Die nach dem aktuellen Preisindex für August 2026 geplanten Anpassungen sind überschaubar. Danach würde die Krippennutzungsgebühr um 1,50 Euro im Monat auf 132,50 Euro steigen. Der Preis für die Verpflegung an den Grundschulen steigt zum Teil um 0,50 Euro im Monat.

Schwerverletzte in „Friesland-Kliniken“ gut aufgehoben

Sande/Wangerland (19. 2. 2026) – Die „Friesland Kliniken“ am Standort Sanderbusch sind erneut von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) als regionales Traumazentrum (RTZ) zertifiziert worden. Damit nehmen sie in dem seit 2008 bestehenden Traumanetzwerk der Region Oldenburg-Ostfriesland als eines von vier RTZ weiter eine herausgehobene Stellung bei der Versorgung Schwerverletzter ein. 

Freut sich über die Anerkennung seiner Arbeit: Der Leitende Arzt des Regionalen Traumazentrums Egbert Stepanek. Foto: Friesland-Kliniken
 

Geschäftsführerin Petra Hohmann dankte dem Team der Unfallchirurgie und Orthopädie um Chefarzt Dr. Peter Bichmann und dem Leitenden Arzt Egbert Stepanek als Leiter des RTZ sowie den weiteren beteiligten Abteilungen. „Bei unseren fachlichen, technischen und strukturellen Voraussetzungen befinden wir uns in der Traumaversorgung auf einem sehr hohen Niveau und sind erstklassig auf die Behandlung von schweren und komplexen Verletzungen eingestellt“, betont Stepanek. Jährlich werden nach Klinikangaben im RTZ rund 70 schwerverletzte Patienten behandelt.

Kooperation mit Wilhelmshaven

Die Re-Zertifizierung war mit hohem Arbeitsaufwand verbunden. Dabei wurde unter anderem auch eine Kooperation im Bereich der Gefäßchirurgie mit dem „Klinikum Wilhelmshaven“ sowie der Aufbau einer radiologisch gestützten endovaskulären Gefäßversorgung umgesetzt, die vor allem bei Schlaganfällen eine wichtige Rolle spielt. 

Die externen Gutachter bescheinigen den „Friesland-Kliniken“ eine hohe Kompetenz und Qualität bei der Versorgung von Traumapatienten, die mit durch äußere Gewalt verursachten schweren Verletzungen eingeliefert werden. Zu komplexen Verletzungen zählen beispielsweise schwere Schädel-Hirn-Traumata, komplizierte Frakturen an Becken, Wirbelsäule, Armen oder Beinen, die operiert werden müssen, sowie Gefäßverletzungen oder schwere Verletzungen des Brustkorbs (Thorax). Auch Patientinnen und Patienten mit Polytrauma, also mit mehreren Verletzungen gleichzeitig, werden im Traumazentrum versorgt. 

Rund um die Uhr im Einsatz

Ein RTZ muss eine 24/7-Notfallversorgung von Schwerverletzten gewährleisten, einen Hubschrauberlandeplatz, bestimmte Fallzahlen sowie Spezialabteilungen inklusive entsprechender bildgebender Technik, hochwertig ausgestattete OP-Säle und Eingriffsräume sowie einen Schockraum mit umfassender und modernster Technik vorweisen können. Zudem spielt die personelle Ausstattung und Qualifikation und damit die kontinuierliche Fortbildung der Mediziner und Pflegekräfte eine wichtige Rolle.