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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Verwaltungsgericht weist Klage gegen Parkgebühren ab

Hooksiel/Oldenburg (20. 3. 2026) – Gegen die Parkgebühren am Strand von Hooksiel ist aus rechtlicher Sicht nichts einzuwenden. Das zumindest ist die Einschätzung der 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Oldenburg. Die Juristen haben sich in dieser Woche mit der Klage von Janto Just auseinandergesetzt. Nach Ansicht des Kreistagsabgeordneten aus Schortens handelt es sich bei den Parkentgelten eigentlich um einen verkappten Strandeintritt, durch den der freie Zugang zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer eingeschränkt wird. Die Kommerzialisierung des Strandzuganges in der Gemeinde Wangerland hatte das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) aber bereits 2017 für unzulässig erklärt.

Freier Strandzugang gewährleistet

Die Kammer folgte der Argumentation von Just nicht und wies die Klage ab. Die Erhebung von Parkentgelten auf den strandnahen Parkflächen durch die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) schränke das Recht auf freien Zugang zum Strand nicht ein. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Kläger kann beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg die Zulassung der Berufung beantragen.

Hooksielerin Strand
Der Hooksieler Strand ist auch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Bus zu erreichen. Besucher müssten nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Oldenburg nicht zwingend Parkgebühren zahlen, wenn sie Erholung suchen. Archiv-Foto: hol

Wie Just gegenüber „Hooksiel-life“ ankündigte, werde er zunächst einmal die schriftliche Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichtes abwarten. Danach werde er voraussichtlich die Berufung beantragen. Er sei unverändert der Ansicht, dass die Gemeinde mit der Abschaffung des Strandeintritts bei gleichzeitigen Einführung von Parkentgelten lediglich ihr Finanzierungsmodell geändert habe.

Die Parkgebühren stehen nach Ansicht der 6. Kammer am Verwaltungsgericht „rechtlich und faktisch neben dem geschützten Betretungsrecht“. Dadurch werde freier Zugang zum Strand weder unmöglich gemacht noch unzumutbar erschwert. Die Parkplätze würden für die Erreichbarkeit der Strände nicht zwingend benötigt. So könnten Erholungsuchende die Strände auch mit Bussen, dem Fahrrad oder auf andere Weise aufsuchten. Das im Bundesnaturschutzgesetz geregelte Betretungsrecht der freien Landschaft umfasse nicht die kostenlose Inanspruchnahme einer dem frei zugänglichen Strand vorgelagerten Infrastruktur.

Parkentgelt kein verkappter Strandeintritt

Auch den Umstand, dass die Parkentgelte im zeitlichen Zusammenhang mit der Abschaffung des bis zur Strandsaison 2023 in den Strandbädern im Wangerland geltenden Strandeintritts eingeführt wurden, erachtet die Kammer als rechtmäßig. Die von Just angeprangerte erneute großflächige Kommerzialisierung des Strandzugangs sei hierin nicht zu erkennen. „Eine erneute Einführung von Strandgebühren durch einen Wechsel des Finanzierungsmodells in Form der Erhebung von Parkentgelten liegt nach Auffassung der Kammer nicht vor“, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts. „Vielmehr werden die Parkentgelte als Gegenleistung für die Zurverfügungstellung von Parkraum erhoben.“

Anmerkung: Der Artikel wurde im Laufe des Tages ergänzt.

Kein Ende der Insolvenz in Sicht: Alle WTG-Immobilen auf dem Prüfstand

Hooksiel (19. 3. 2026) – Die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) wird definitiv das Hallenwellenbad in Hooksiel nicht mehr wieder eröffnen und betreiben. WTG-Geschäftsführer Torsten Riedel verwies auf der Jahreshauptversammlung des Seebadevereins Hooksiel auf entsprechende Beschlüsse des Gläubigerausschusses und des mit kommunalen Ratsmitgliedern besetzten Lenkungsausschusses des Unternehmens.

Die WTG ist faktisch pleite. Das Unternehmen befindet sich seit Mitte vergangenen Jahres in einer Insolvenz in Eigenverwaltung. Bei allen Entscheidungen stünden seither die Interessen der Gläubiger an erster Stelle. Es gehe darum, so Riedel (Foto), die Verbindlichkeiten des Unternehmen zu 100 Prozent zu befriedigen. 

Um das zu erreichen, habe man sich von Geschäftsbereichen getrennt und stelle sämtliche Immobilien auf den Prüfstand. Der Campinglatz in Hooksiel ist bereits verkauft, die Investorensuche für den Platz in Schillig laufe mit der Bitte an Investoren, sich auch Gedanken über den Betrieb der „Friesland-Therme“ in Horumersiel zu machen. Auch das Hallenwellenbad in Hooksiel mit den umliegenden Grundstücken steht zum Verkauf.

Investor fürs Hallenbad-Gelände?

„Ich habe die Hoffnung, dass wir bald einen Investor haben“, sagte Riedel. Hilfreich bei den Bemühungen sei der Beschluss des Gemeinderates gewesen, mit einem Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplanes Verhandlungsbereitschaft über die Gestaltung des Baurechtes und damit über verschiedenste Nutzungen zu signalisieren – sei es ein Hotel, ein Freizeitpark oder vielleicht doch wieder ein Schwimmbad. 

Wie Riedel ankündigte, werde die WTG in Kürze auch eine europaweite Ausschreibung für den Verkauf des Areals Am Hafen 3 in Horumersiel auf den Weg bringen. Auf dem Gelände befindet sich unter anderem die WTG-Zentrale samt Kursaal und benachbartem Thalasso-Zentrum. „Entgegen allen Unkenrufen betreiben wir das Thalasso Meeres Spa aber weiter.“ Zur Zukunft des Gästehauses in Hooksiel äußerte sich der WTG-Geschäftsführer nicht konkret. Aber wie alle anderen Immobilien der WTG stehe auch dieses Gebäude auf dem Prüfstand.

Übernachtungszahlen stabil

Mit Verweis auf die Übernachtungszahlen in der Gemeinde Wangerland, die 2025 ähnlich wie im Vorjahr bei 1,9 Millionen lagen, vertrat Riedel die Ansicht, dass die Urlauber bislang noch gar nichts davon mitbekommen hätten, dass die WTG insolvent ist. Das liege seiner Ansicht nach auch an der engagierten Arbeit der verbliebenen Mitarbeiter.

Parkuhr-Außenhafen
Ein Arbeitsgruppe prüft, wie die Parkgebühren im Wangerland neu gestaltet werden können. Das Ziel: Eine nur einmal zu zahlende Gebühr für alle Parkplätze, egal ob am Strand, am Hafen oder in einer der Ortschaften. Archiv-Foto: hol

Nicht alle Mitglieder des Seebadevereins teilten diese Einschätzung. Nach der bundesweit negativen Berichterstattung über die Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa sei der Ruf des Wangerlandes ruiniert. Insbesondere würden Gäste bedauern, dass das seit Oktober 2025 geschlossene Hallenwellenbad Hooksiel nicht mehr genutzt werden könne.

Licht am Ende des Tunnels

Den größten Unmut bei den Urlaubern würden allerdings immer noch die Parkgebühren am Strand auslösen. Eine Einschatzung, die durch die hohe Zahl an Beschwerden bei der WTG bestätigt wird, so Riedel. Auch deshalb sei eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der WTG und der Gemeinde Wangerland gebildet worden, die über Nachbesserungen bei der Parkgebühren-Praxis nachdenken soll. Das erklärte Ziel: Eine Parkgebühr, für die man dann auf allen Parkplätzen im Gemeindegebiet seinen Wagen abstellen kann – egal ob am Strand oder in einer der Ortschaften. 

Am Ende des Insolvenzverfahrens werde die WTG ein anderes Unternehmen sein als zuvor, sagte Riedel. Wann das sein wird, wisse auch er nicht. „Wir sehen inzwischen Licht am Ende des Tunnels. Aber wir wissen nicht, wie lang der Tunnel ist.“ 

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Premiere im Kursaal mit Kinofilm „Der Schimmmelreiter“

Horumersiel (17. 3. 2026) – Premiere in Horumersiel. Am Samstag, 28. März, wird der große Kursaal im Gästehaus zum Kino. Ab 19.30 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) gibt es dann auf der Leinwand „Der Schimmelreiter“ zu sehen, eine aktuelle Verfilmung (2024/25) des Literaturklassikers von Theodor Storm. Die Szenen für den Kinofilm – Kinostart war übrigens am 5. Februar – mit Max Hubacher, Olga von Luckwald und Anette Frier in den Hauptrollen wurden unter anderem im Wangerland gedreht. 

Im Zentrum der Handlung steht Deichgraf Hauke Haien, der sich mit seinen neuen Ansätzen für den Küstenschutz nicht nur Freunde verschafft. Mit Blick auf den Klimawandel ist der Stoff der Novelle heute so aktuell wie 1888, dem Jahr ihrer Erstveröffentlichung. Grundlage für den Film ist ein Drehbuch, das Léonie-Claire Breinersdorfer erarbeitet hat.

Zum Filmteam gehörten neben den professionellen Schauspielern auch an die 20 Komparsen, darunter eine Reihe von Wangerländern. Zu den Unterstützern für die Dreharbeiten am Elisabethaußengroden und am Strand in Schillig gehörten unter anderem aber auch die Landjugend, die beim Transport von Sandsäcken half, die Jägerschaft und Feuerwehrleute, die für das richtige Wetter sorgten – für Sturm und Regen am bedrohten Deich. 

Die Vorführung des Films in Horumersiel ist auch ein Dankeschön an die Unterstützer vor Ort während der Dreharbeiten. Der Eintritt kostet lediglich 6 Euro. Karten sind im Internet unter  www.wangerland.de und im Kiosk „Sonneneck“ in Hohenkirchen erhältlich.

Neue Chefin für den zentralen Kriminaldienst der Polizei

Wilhelmshaven/Friesland (19. 3. 2026) – Der Zentrale Kriminaldienst (ZKD) der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland hat ein neue Chefin: Der Polizeivizepräsident der Polizeidirektion Oldenburg, Arne Schmidt, hat zusammen mit Inspektionsleiter Jörg Beensen Polizeirätin Jantje Zimmermann-Gäde in ihr neues Amt eingeführt. Die 35-Jährige tritt die Nachfolge des Ersten Kriminalhauptkommissars Rolf Cramer an, der in den Behördenstab der Direktion zurückkehrt.

Polizeirätin Jantje Zimmermann-Gäde ist die neue Leiterin des ZKD in der vom Leitenden Polizeidirektor Jörg Beensen geführten Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, die für die Stadt Wilhelmshaven und den gesamten Landkreis Friesland zuständig ist. Foto: Polizei

Die Polizeirätin übernimmt innerhalb der Inspektion die Verantwortung für rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im ZKD wird die gesamte Bandbreite der Kriminalität bearbeitet – von der Beleidigung bis zum Tötungsdelikt, vom einfachen Diebstahl über den Wohnungseinbruch bis hin zum Raub.

Zurück in der dienstlichen Heimat

Jantje Zimmermann-Gäde ist sei 2010 im Polizeidienst. Nach einem dreijährigen Studium an der Polizeiakademie Niedersachsen sammelte sie Erfahrungen im Einsatz- und Streifendienst des Polizeikommissariats Nordenham, bevor sie über mehrere Jahre in der PI Wilhelmshaven/Friesland und im Kommissariat Varel verschiedene Funktionen übernahm. Unter anderem war sie ab Oktober 2019 Dienstschichtleiterin zunächst im Einsatz- und Streifendienst in der PI Wilhelmshaven/Friesland, danach in der PI Oldenburg-Stadt/Ammerland. Hieran schlossen sich Verwendungen auf Stabsebene an. 

Nach Abschluss eines zweijährigen Masterstudiums an der Deutschen Hochschule der Polizei kehrt sie jetzt nach Wilhelmshaven zurück. „Die Inspektion Wilhelmshaven/Friesland ist meine dienstliche Heimat. Daher freue ich mich sehr über die Rückkehr und das mir entgegengebrachte Vertrauen“, sagte Jantje Zimmermann-Gäde.

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Kreisausschuss wehrt sich gegen Verschwörungstheorien

Friesland (19. 3. 2026) – Der Kreisausschuss des Landkreis Friesland wehrt sich gegen Unterstellungen, die Freistellung eines Chefarztes der „Friesland Kliniken“ sei Teil einer Schmutzkampagne gegen den Mediziner und habe eigentlich das Ziel, den Klinik-Standort Varel abzuwickeln. Entsprechende Vorwürfe hatte zuletzt der ehemaliger Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe des St.-Johannes-Hospitals, Dr. Jürgen Knak, öffentlich erhoben. 

Anzeige Teil einer Schmutzkampagne?

Der überparteilich zusammengesetzte Kreisausschuss weist den Vorwurf entschieden zurück. Man verbitte sich „Drohungen und Unterstellungen gegenüber Klinikleitung, Aufsichtsrat und Kreistag sowie Verschwörungstheorien, die beinhalten, dass die Situation genutzt bzw. herbeigeführt worden sein soll, um den Standort Varel zu schließen“, heißt es in einer Stellungnahme. 

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt nach einer Strafanzeige gegen den fachlich hoch anerkannten Mediziner wegen des Vorwurfs der „sexuellen Nötigung“. Die Ereignisse, die sich im November vergangenen Jahres zugetragen haben sollen, müssten „rechtlich und neutral aufgearbeitet werden“, betont Kreisausschuss. Man bedauere in diesem Zusammenhang, dass eine in den sozialen Netzwerken veröffentlichte Solidaritätsbekundung von Mitarbeitern des Beschuldigten die angezeigte Person identifizierbar gemacht habe. 

Es gilt die Unschuldsvermutung

Während der laufenden Ermittlungen gelte die Unschuldsvermutung, aber auch der Schutz der anzeigenden Person. „In unserem demokratischen Rechtsstaat müssen solche Situationen ohne Vorverurteilung ernst genommen werden.“ Der Kreisausschuss appelliert daran, in der öffentlichen Diskussion zu mehr Sachlichkeit zurückzukehren und abzuwarten, bis Ermittlungsergebnisse vorliegen.

Zum Vorwurf, dass Geschäftsleitung und Landkreis im Zuge der Zentralisierung der „Friesland Kliniken“ den Standort Varel schließen wollen, verweist der Kreisausschuss auf das im Oktober vergangenen Jahres verabschiedete Eckpunktepapier. Danach soll aus dem St.-Johannes-Hospital ein Gesundheitszentrum werden, in dem unter anderem eine Fachklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe ausdrücklich erhalten werden soll. 

Polizei zufrieden: Weniger Straftaten, hohe Aufklärungsquote

Jeverland/Wangerland (18. 3. 2026) – Im vergangenen Jahr ist die Zahl der registrierten Straftaten im Bereich der Gemeinde Wangerland zurückgegangen. Nach der heute vom Polizeikommissariat (PK) Jever vorgelegten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für 2025 wurden im Wangerland insgesamt 347 Fälle registriert. Im Vorjahr waren es noch 362.

2338 Delikte im Jeverland

Die Entwicklung deckt sich mit dem Trend im gesamten Jeverland. Hier erfasste die Polizei 2338 Delikte. Das entspricht einem Minus von 152 Fällen gegenüber dem Vorjahr (2024: 2490 Fälle). Damit habe man den zweitniedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre erreicht, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Gleichzeitig liege die Aufklärungsquote bei fast 70 Prozent weiter auf sehr hohem Niveau.

Polizei Prävention
Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Jeverland 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Foto: Polizei-Prävention

Die Statistik des PK Jever bildet die bekannt gewordenen Straftaten, das so genannte „Hellfeld“, der Städte Jever und Schortens sowie der Gemeinden Sande, Wangerland und Wangerooge ab. Die tatsächliche Kriminalitätslage zeigt sie nicht, da niemand weiß, wie hoch die Zahl der nicht gemeldeten Taten („Dunkelfeld“) ist. 

In Schortens wurden 780 Straftaten (- 65 gegenüber 2024), in Jever 681 (- 772), in Sande 439 (+ 3) und auf Wangerooge 91 (+ 16) gemeldet. Die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner sank im Jeverland damit auf 4285 (Vorjahr: 4531). Zum Vergleich: Im Bereich der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland liegt dieser Wert bei 6831. 

Effektive Polizeiarbeit

Die aktuellen Zahlen, so die Polizei, würden das weiterhin vergleichsweise niedrige Kriminalitätsniveau in der Region bestätigen. Die hohe Aufklärungsquote bei 69,38 Prozent (1622 Fälle) unterstreiche die hohe Effektivität der Arbeit des Polizeikommissariats Jever. Kommissariatsleiter Markus Wallenhorst dankte den Bürgern der Region, die die Polizei häufig durch wertvolle Hinweise unterstützen und damit einen Beitrag zur Aufklärung von Straftaten leisten.

Der Rückgang bei den Straftaten spiegelt sich bei verschiedenen Delikten wieder. So wurden 2025 „nur“ 580 Diebstähle registriert, 52 weniger als im Vorjahr. Rückläufig sei insbesondere die Zahl der Diebstähle nach Wohnungseinbrüchen gewesen. Als erfreulich wertet es die Polizei, dass mehr als ein Drittel der registrierten Einbrüche im Versuchsstadium scheiterte. „Das deutet auf verbesserte Sicherungsmaßnahmen und einen erhöhten technischen Einbruchsschutz hin.“

24 Attacken mit einem Messer

Bei den so genannten Rohheitsdelikten (Raub, Körperverletzung, Straftaten gegen die persönliche Freiheit) habe es nur einen leichten Rückgang gegeben. Insgesamt wurden 495 Straftaten registriert, 39 Fälle weniger als im Vorjahr. Erfasst wurden unter anderem 337 Körperverletzungen, wobei es sich in 257 Fällen um einfache Körperverletzungen gehandelt habe.

Bei 24 Straftaten (2024: 36) hätten die Täter Messer eingesetzt. Von diesen Fällen konnten nach Angaben der Polizei 20 aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 83,3 Prozent entspricht.

1386 Tatverdächtige

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1386 Tatverdächtige ermittelt (2024:1328), davon 1110 mit deutscher Staatsangehörigkeit. 276 Verdächtige besaßen keinen deutschen Pass (2024: 232). Darüber hinaus hätten 54 Tatverdächtige einen Aufenthaltsstatus (68) besessen.

Der Großteil der Straftaten sei von Erwachsenen ab dem 21 Lebensjahr (77,4 %) begangen worden. Kinder (bis 14) gehörten mit 5,4 %, Jugendliche (14 bis 17 Jahre) mit 10,25 % und Heranwachsende (18 bis 20 Jahre) mit 6,9 % zum Kreis der Verdächtigen. 

Mehr Fälle von Kinderpornografie

Einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr weist die Statistik für den Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte aus, zu denen insbesondere Betrugsstraftaten zählen. Für 2025 wurden 441 Betrugsfälle registriert, was einem Anstieg um 29 Fälle entspricht. Deutlich zugenommen habe die Zahl der „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“. Hier seien 96 Fälle angezeigt worden, ein Zuwachs von 25 Taten. Mit in diesem Bereich erfasst werden unter anderem Straftaten im Zusammenhang mit der Herstellung, Verbreitung sowie dem Erwerb und Besitz von kinderpornografischen Inhalten.

Dem Feld der „häuslichen Gewalt“, zu der alle Formen körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt in familiären und partnerschaftlichen Beziehungen gehören, wurden im Polizeikommissariat Jever 151 Taten zugeordnet, sechs weniger als im Vorjahr. Hierbei ging es vornehmlich um Körperverletzungen. Die Zahl der Fälle von „Widerstand und tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte“ bewege sich im Jahr 2025 mit 21 auf Vorjahresniveau (19). 

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Gemeinde treibt Pläne für Sicherung des Badestrandes voran

Wangerland (18. 3. 2025) – Die Finanzlage der Gemeinde Wangerland ist angespannt. Die Schulden steigen. Dennoch verabschiedete der Rat am Dienstag einstimmig den Haushaltsansatz für 2026. Mehr noch: Sprecher von SPD, GfW (CDU, Grüne, FDP) und ZUW (Unabhängige) bedankten sich ausdrücklich bei der Verwaltung für deren gute Arbeit und die erhellende Klausurtagung, zu der sich alle drei politischen Lager vor einigen Tagen getroffen hatten.

Der Rat der Gemeinde Wangerland will die Planung für die Sicherung des Hooksieler Badestrandes vorantreiben. Für das nötige Verfahren stellt die Gemeinde 500.000 Euro bereit. Grafik: Planungsbüro

Die Finanzverwaltung geht für das laufende Jahr von Erträgen in Höhe von 26,4 Millionen Euro aus. Dem werden voraussichtlich Aufwendungen in Höhe von 27,6 Millionen Euro gegenüber stehen. Der Finanzhaushalt weist unter anderem Investitionen in Höhe von 8,1 Millionen Euro aus, die zum Teil durch neue Kredite finanziert werden müssen. 

Drei weitere Buhnen

Damit entsprach die Vorlage für den Rat dem vom Finanzausschuss empfohlenen Zahlenwerk. Mit einer Ausnahmen. Das Kommunalparlament bewilligte einvernehmlich auf Antrag der ZUW weitere 0,5 Millionen Euro. Wie ZUW-Sprecher Dieter Schäfermeier erläuterte, werde das Geld für die Finanzierung des Planfeststellungsverfahrens benötigt, das den Weg für die Sicherung des Hooksieler Badestrandes freimachen soll.

„Das Projekt Strandumbau wird nach wie vor sehr positiv bewertet“, versicherte Schäfermeier, der das Gemeinschaftsprojekt mit verschiedenen Landes- und Bundesbehörden seit über einem Jahr im Auftrag der Gemeinde begleitet. Die Nationalparkverwaltung habe grundsätzlich zugestimmt, drei weitere Buhnen zur Sicherung des Sandes zu bauen, wenn dadurch das Wattenmeer keinen Schaden nehme. 

Hoffnungen ruhen auf Kohlestrukturfonds

Grundlage für das Planfeststellungsverfahren, das im Auftrag der Gemeinde vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) betrieben werden soll, wird eine Machbarkeitsstudie sein, die Fachbüros im vergangenen Jahr erarbeitet haben. Für die Finanzierung des bis zu 20 Millionen Euro teuren Vorhabens setzt die Gemeinde Wangerland auf den Kohlestrukturfonds, mit dem der Bund Regionen unterstützt, in denen Kohlekraftwerke stillgelegt wurden. Aus diesem Topf sollen später auch die Planungskosten rückerstattet werden.

Die steigende Verschuldung der Gemeinde sei nicht vermeidbar, sagte Bürgermeister Mario Szlezak. Das habe strukturelle Gründe. Zum einen gebe es in der Gemeinde auch als Folge des Entschuldungsvertrages mit dem Land (2012 bis 2022) erheblichen Nachholbedarf beim Unterhalt der Infrastruktur. Zum anderen stünden mit dem Bau eines Feuerwehrhauses und einer Grundschule in Hohenkirchen unvermeidbare Ausgaben im Bereich der Pflichtaufgaben der Gemeinde an. 

Zusätzliche Einnahmen aus Windenergie?

Dennoch sei nach seiner Überzeugung die Gemeinde Wangerland „finanziell grundsätzlich solide“ aufgestellt. Mit Blick in die Zukunft müsse aber auch die Einnahmeseite des Haushalts gestärkt werden. Dabei komme der Weiterentwicklung der Nutzung der Windenergie eine besondere Rolle zu. Bekanntlich gibt es mehrere Interessenten, die weitere Windparks bauen wollen. Es werde darauf ankommen, so Szlezak, die wirtschaftlichen Chancen zu nutzen und gleichzeitig den Schutz des Landschaftsbildes angemessen zu berücksichtigen.

Feuerwehrhaus und Grundschule

Um Platz für das Baufeld für das Feuerwehrgerätehaus zu bekommen, sollen im April die vorhandenen Gebäude auf dem Grundstück im Gewerbegebiet abgerissen werden. Geplant ist der Bau einer „Bunten Wache“, in der neben der Feuerwehr als Mieter auch die Polizei einquartiert werden soll. Der Neubau sei unverzichtbar und auch nicht von der Höhe möglicher Fördermittel abhängig zu machen, betonte der Bürgermeister. Das vorhandene Gerätehaus entspreche nicht mehr den Vorgaben der Feuerwehr-Unfallkasse, der Betrieb dort werde nur noch geduldet.

Einvernehmlich stellte der Rat sich auch hinter den geplanten Bau einer neuen Grundschule in der Nähe des Sportplatzes am Schulzentrum. Im Altbau am Alma-Rogge-Weg gebe es gerade mit Blick auf einen künftigen Ganztags-Schulbetrieb zu wenig Platz. Vor diesem Hintergrund lobte SPD-Fraktionssprecher Holger Ulfers ausdrücklich die Neubaulösung. Nur sie biete die Möglichkeit, auf künftige Bedarfe zu reagieren. Soll heißen: Steigt die Kinderzahl in Hohenkirchen in 10 oder 15 Jahren, könnte man den Neubau problemlos erweitern. 

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Zwischenbericht zum Thalasso-Desaster nach Ostern erwartet

Wangerland (18. 3. 2026) – Wie konnten die Kosten für den Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) so explodieren? Wer hat nicht aufgepasst? Wer hat welche Entscheidungen getroffen? Das sind die Fragen, die spätestens seit der dadurch verursachten Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) ganz oben auf der Agenda stehen.

Thalasso metres Spa Logo

„Nach den Osterferien“, so verkündete Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak während der Ratssitzung am Dienstagabend, werde der damit beauftragte Gutachter einen „vorläufigen Bericht“ vorlegen.

Der solle dann zunächst von Gemeindeverwaltung und WTG auswertet und eingeordnet werden. „Im Anschluss ist vorgesehen, die Ergebnisse transparent darzustellen.“

Gesamtkosten noch unklar

Das im Herbst 2024 eröffnete TMS hatte statt der kalkulierten 8,8 Millionen Euro zuletzt geschätzte 23 Millionen Euro gekostet. Vielleicht auch mehr. Genaues dazu kann auch der Gutachter trotz monatelanger Recherche im Moment noch nicht sagen. Die Zahlen seien noch nicht abschließend geprüft und ausgewertet, so Szlezak.

Rechnungen ohne Leistungen?

Wie kann das angehen? Dem Vernehmen nach gibt es eine Fülle von Rechnungen, bei denen unklar ist, wer die entsprechenden Leistungen beauftragt hat oder – noch krasser – ob die in Rechnung gestellten Leistungen überhaupt jemals erbracht worden sind. Durchgesickert ist allerdings bereits, dass die externen Preistreiber wie die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg nur für einen Bruchteil der Kostensteigerung verantwortlich waren. Da die Prüfungen Teil des nicht-öffentlichen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung sind, sind Details aber noch nicht bekannt. 

Umfassende Aufarbeitung

Aber die Konsequenzen sind offenkundig: Die WTG muss ihr Tafelsilber wie etwa die Campingplätze in Hooksiel und Schillig verkaufen und ihre Bäder in Horumersiel und Hooksiel schließen, um ihre Verbindlichkeiten zahlen zu können und das Debakel als Unternehmen zu überleben.

Auch wenn der Gutachter nach Ostern noch keine finalen Zahlen liefen werde, so der Bürgermeister, werde sein Bericht „bereits belastbare Erkenntnisse zum Ablauf des Verfahrens sowie zu den Hintergründen liefern“, ist der Bürgermeister überzeugt. Klares Ziel sei es, die Vorgänge umfassend aufzuarbeiten, um daraus die notwendigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

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Neuer Großverein will sein Gewicht in der Gemeinde einbringen

Wangerland /Hooksiel (17. 3. 2026) – Die schlechte Nachricht aus Hooksieler Sicht vorweg: 2026 wird es kein „FCN-Hafenfest“ geben. Diese Entscheidung verkündete der Sprecher des Vorstandes des Sportclub Wangerland, Christian Doyen, am Montag am Ende der ersten ordentlichen Jahreshauptversammlung des Großvereins.

De SC Wangerland will weiterhin Traditionen pflegen: Auf der ersten Jahreshauptversammlung des Vereins wurden eine Reihe langjähriger Mitglieder vom FC Nordsee Hooksiel, Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland geehrt. Foto: hol

Der SC Wangerland ist aus der Verschmelzung der drei Traditionsvereine Rot-Weiß Tettens, Eintracht Wangerland und FC Nordsee Hooksiel hervorgegangen. Mit der Eintragung ins Vereinsregister im November 2025 war ein vierjähriger Prozess der Annäherung zu Ende gegangen.

880 Mitglieder in 14 Abteilungen

Doyen erinnerte an eine Vielzahl von Gesprächen zwischen den Vereinsvertretern, Beratungen mit dem Landessportbund und dem begleitenden Notar sowie Beschlüsse in den Einzelvereinen. Mitgliederlisten mussten aktualisiert, Satzungen neu geschrieben, Buchhaltungen und Beiträge harmonisiert, Sportverbände informiert und bürokratische Hemmnisse überwunden werden.

Ein Großteil der Arbeit ist erledigt. Entstanden ist der mit gut 880 Mitgliedern wohl größte Verein im Wangerland, der Gewicht habe und das im Sinne seiner Mitglieder auch einbringen wolle, so Doyen. 

Wie Vorstandsmitglied Dieter Gerken vor 40 Anwesenden im Tettenser „Hof von Wangerland“ ausführte, gehören dem SCW aktuell 330 Fußballer, 147 Breitensportler, 121 Kampfsportler, 55 Tennisspieler sowie 227 nicht-aktive Mitglieder an. Zum Verein gehören insgesamt 14 Abteilungen und Sparten. Angeboten werden neben Fußball – von der G-Jugend bis zum Geh-Fußball für Senioren –, Kampfsport und Tennis Tischtennis, Handball, Volleyball, Tanzen, Fitness, Show-Dance, Hip-Hop, Freizeitsport und Kinderturnen. 

Kampfsportler ziehen um

Wie Sabrina Perl als zuständige Abteilungsleiterin ankündige, werden die Kampfsportler des Vereins zum 1. April vom Alma-Rogge-Weg in ihr neues Domizil im „Welthus“ umziehen. Als weitere Großprojekte plant der Verein ab 2027 den Bau einer Flutlichtanlage auf dem Sportplatz Tettens und eines neuen Umkleidegebäudes am Sportplatz Hooksiel.

Zu den Höhepunkten der Versammlung gehörte die Ehrung zahlreicher langjähriger Mitglieder. Dieter Gerken überreichte Präsente für 20-, 30-, 40-, 50- und 60-jährige Treue. 

FCN Hafenfest erst wieder 2027

Die Bindung des SCW an die Traditionen der drei Alt-Vereine unterstrich auch Christian Doyen. Der Vorstand gehe nach Rücksprache mit dem Organisationsteam des FCN-Hafenfestes fest davon aus, dass das Fest im August 2027 wieder gefeiert werden kann. So hätten sich eine Reihe von Ehrenamtliche gemeldet, die helfen wollen, die Lücken im Orga-Team zu schließen. Ein Schnellschuss für 2026 wäre aber nicht ratsam und auch nicht fair gegenüber den neuen Mitstreitern gewesen, so Doyen. 

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Offshore-Windparks verändern die Strömung in der Nordsee

Friesland/Varel (16. 3. 2026) – Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN) warnt vor einer übermäßigen Windkraft-Ausbeute auf See. „Schon früh haben wir vor diesem extremen Industrie-Ausbau in unserer Nordsee gewarnt“, so SDN-Vorsitzender Gerd-Christian Wagner, Bürgermeister der Stadt Varel. „Nun zeigt sich in einer Studie zur Gesamtwirkung der riesigen Offshore-Windparks auf die Meeres- und Luftströmungen, wie berechtigt unsere Forderungen waren und sind.“

Der Wind auf der Nordsee gilt als umweltfreundliche Energiequelle. Das Bild zeigt den Offshore-Windpark Riffgat. Foto: Matthias Ibeler/EWE

Die wissenschaftliche Studie, auf die sich die SDN bezieht, wurde Mitte Februar im Nature-Fachjournal „Communications Earth & Environment“ vorgestellt. Sie zeige, dass die Rotoren dem Wind Energie entziehen und dadurch die Oberflächenströmungen in der Nordsee um bis zu 20 Prozent verlangsamt werden. Zudem würden die Turbinenpfeiler unter Wasser Hindernisse bilden, die die Gezeitenströmungen und -frequenzen verändern. In der Summe der Effekte könne es zu großräumigen Veränderungen im Sedimenttransport und der Durchmischung des Meerwassers kommen.

Risiken lassen sich begrenzen

Die Studie gebe aber auch erste Hinweise darauf, wie sich strömungsbedingte Risiken für die Meeresumwelt begrenzen ließen. Nach den vorliegenden Modellsimulationen, so die SDN, spielen vor allem der Abstand der Turbinen, die Standortwahl der Windparks sowie die lokalen Gezeitenbedingungen eine zentrale Rolle dafür, wie stark sich Strömungen, Temperaturverhältnisse und die Durchmischung des Wassers verändern.

SDN warnt vor Industrialisierung

„Diese Ergebnisse sind wenig überraschend“, so der 2. SDN-Vorsitzende, Kapitän Ulrich Birstein. „Wer die Energiewende auf See vorantreibt, muss auch die Folgen für Strömungen, Sedimenttransport und Ökosysteme ehrlich benennen.“ Birstein warnt davor, die Auswirkungen einzelner Projekte isoliert zu betrachten. „Die Industrialisierung der Nordsee schreitet in vielen Bereichen gleichzeitig voran. Offshore-Windparks sind dabei nur ein Teil des Problems.“ Hinzu kämen unter anderem noch Unterwasserlärm, Müllbelastungen, Öl- und Gasförderung, Schlickverklappungen sowie der Ausbau von Rohrleitungen und Kabeltrassen durch die Nordsee und das Wattenmeer.


Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) ist ein überregionaler Umweltschutz-Dachverband, der 1973 aufgrund umfassender Verschmutzungen der Nordsee ins Leben gerufen 
wurde. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr in die Öffentlichkeit. 

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