Wangerland (1. 1. 2026) – Trecker, Mini-Bagger, Kran, Bus und weitere Zugmaschinen. Alle mindestens 30 Jahre alt, etliche mit deutlich mehr Jahren auf der Uhr. BeimTreffen der Trecker-Oldtimer-Freunde zum Jahresausklang auf dem Gelände des Ferienhofs Thiele an der Landesstraße 810 zwischen Hooksiel und Horumersiel gab es insgesamt 28 historische Fahrzeuge zu bewundern. Dazu heiße und kühle Getränke, eine Bratwurst und viele nette Gespräche.
Beim traditionelle Treckerfreunde-Treffen auf dem Ferienhof Thiele waren etliche historische Fahrzeuge zu bewundern. Auf dem Bild: Friedhelm Thiele (rechts) und Holger Janßen. Foto: hol
„Diese Treffen zum Jahresende finden schon seit gut zehn Jahren statt“, sagt Friedhelm Thiele, der in diesem Jahr zusammen mit seiner Frau Brigitte die Oldtimer-Freunde aus dem gesamten Wangerland und Umgebung, zu sich eingeladen hatte. Hinzu gesellten sich Nachbarn, Freunden und Schaulustige. Ihr erster Blick fiel auf einen großen Linienbus aus dem ehemaligen Bestand des Hooksieler Abschlepp- und Omnibusbetriebes Mewes, den Thiele zu einer Mischung aus Wohnmobil und Partybus umgebaut hat – inklusive Schlafgelegenheit und Tresen. „Ich glaube, dass das für unsere Gäste eine nette Sache ist.“
Gleich nebenan parkten insgesamt 28 historische Fahrzeuge, viele davon aus dem Bestand der Mitglieder des Treckerclubs Minsen: Deutz, Mercedes, Fahr, Porsche, Hanomag, teils restauriert und aufpoliert, teilweise mit einer gehörigen Patina. So etwa der Lanz Bulldogg von Franke Thaden, Baujahr 1951.
Franke Thaden demonstriert, wie man seinen Lanz Bulldogg, Baujahr 1951, anwirft. Fotos: hol
„Der ist schon seit gut 50 Jahren im Familienbesitz“, schildert der Wangerländer. Der 35 PS starke Ackerschlepper mit einem Zweitakt-Glühkopfmotor habe seinem Vater schon gute Dienste erwiesen. Eine Besonderheit: Zum Starten benötigt man eine Petroleumlampe, mit der zunächst der Glühkopf angewärmt wird. Danach wirft der Fahrer mit Hilfe des Lenkrades als Schwunghilfe den Motor mit Muskelkraft an. Thaden hat für diesen Zweck ein zweites Lenkrad an Bord. Und auch, wenn das eine oder andere Scharnier sich nur noch ein „bisschen stur“ bewegen lässt, springt der Motor tadellos an.
Aus dem Arbeitsgerät ist längst ein Liebhaberstück geworden, das Thaden weitgehend im Originalzustand belassen möchte. Neue Lackierung? Einbau von Ersatzteilen? Kommt für ihn nicht in Frage. „Man muss bloß aufpassen, dass der Rost sich nicht fortfrisst. Dann hält der Lanz noch etliche Jahre.“
Hooksiel (31. 12. 2025) – Das alte Jahr ist um, es lebe das neue Jahr! „Hooksiel-Life“ wünscht allen Nutzern des Portals einen guten Rutsch! Natürlich muss man zum Jahreswechsel einmal kurz Luft holen und sich besinnen. 2025, war das ein gutes oder ein schlechtes Jahr? Was erwartet uns 2026?
Wie diese historische Postkarte beweise, war Hooksiel schon einmal „Nordseebad“. In 2025 hat das Land dem Ort das Zertifikat erneut verliehen. Reprint: Werner Doyen
So viel ist schon einmal klar. Mit Beginn des neuen Jahres wird sich für Hooksiel einiges ändern, Der Campingplatz Hooksiel, über Jahrzehnte eines der Aushängeschilder der Wangerland Touristik GmH, geht zum 1. Januar in private Hände über. Perspektive ungewiss. Veränderungen gibt es auch bei der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Mit Jahresbeginn schließen sich die bislang noch selbstständigen Gemeinden Minsen und Wiarden dem Verbund an. Die Konzentration von ehemals neun auf künftig nur noch eine Kirchengemeinde fürs gesamte Wangerland ist dann abgeschlossen.
Kirchengemeinde komplett
Wann die seit Anfang Dezember vakante Pastorenstelle wieder besetzt wird, steht auf einem anderen Blatt. Klar ist: Mit dem Wechsel des Hooksieler Pastors Stefan Grünefeld nach Oldenburg könnten die Zeiten vorbei sein, in denen ein hauptamtlicher Geistlicher seinen Dienstsitz im Ort hatte. Das Zentrum der neuen Gemeinde ist Hohenkirchen.
Das ablaufende Jahr eher ruhig an. Die Alters- und Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr weihte Mitte Januar ihre „Hafenpütt“ am neuen Standort ein. Auf ihrem alten Platz auf dem ehemaligen Feuerwehrareal am Alten Hafen konnte sie nicht stehen bleiben, da die Gemeinde das Grundstück zügig verkaufen wollte – was bis zum Jahresende dann aber nicht gelang. Sicher ein Thema für 2026.
Viel passiert ist 2025 in Hooksiel. Und dabei wurde auch gefeiert. Die Bilder: Die Übergabe des Neubaugebietes, der Leuchtturm „Roter Sand“, die Tempo-30-Zone und das Schollenbraten am Strand von Hooksiel. Archiv-Fotos: hol
Ende Januar beschlossen die Mitglieder der drei Sportvereine FC Nordsee Hooksiel, Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland einstimmig (!) ihren Zusammenschluss zum Sport-Club (SC) Wangerland. Die Eintragung ins Vereinsregister zog sich dann aber doch noch bis zum November hin. Der FCN Hooksiel ist Geschichte – aber das FCN-Hafenfest soll auch künftig gefeiert werden.
Deicherhöhung abgeschlossen
Sichtbare Veränderungen gibt es an der Wasserseite. Nach drei Jahren wurden die Arbeiten an der Deicherhöhung entlang der Bäderstraße abgeschlossen. Parallel dazu nahmen Überlegungen Fahrt auf, den Badestrand dauerhaft zu sichern. Anfang 2026 soll das Konzept vorgestellt werden. Ob künftig der historische Leuchtturm „Roter Sand“ Touristen an den Außenhafen ziehen wird, ist zur Jahreswende nicht zu sagen. Vorerst liegt die Bewerbung der Gemeinde nach Bedenken das Wasser- und Schifffahrtsverwaltung auf Eis.
Unglücklich gelaufen ist die Helgoland-Saison. Nach technischen Problemen mit dem Seebäderschiff „Fair Lady“ gab es in 2025 nur sehr wenige Fahrten von Hooksiel aus zur Roten Insel. Viel Geld investiert die landeseigene Hafengesellschaft NPorts, damit der Zugang zum Hooksmeer und zum Alten Hafen erhalten bleibt. Mehrere Bauabschnitte der Sanierung der Seeschleuse konnten erledigt werden, weitere folgen 2026.
Zertifikat ohne Feier
Die gute Botschaft des Frühjahrs: Hooksiel ist nach Jahren wieder offiziell als „Nordseebad“ eingestuft. Wer eine große Feier erwartet hatte, wurde enttäuscht. Keine Feier, kein Festakt, nicht einmal die Ortsschilder weisen bislang das touristisch wertvolle Zertifikat aus.
Der Grund dafür könnten die schwarzen Wolken sein, die sich da schon über der Gemeinde zusammenzogen: Die Wangerland Touristik GmbH musste im Juni Insolvenz anmelden. Zu den konkreten Folgen gehören neben dem Verkauf des Campingplatzes Hooksiel die Schließung der Hallenbäder in Horumersiel und Hooksiel sowie die Entlassung einer ganzen Reihe von Mitarbeitern. Was aus dem Meerwasser-Hallenwellenbad und dem Gästehaus Hooksiel werden soll, ist ungewiss.
Neubaugebiet übergeben
Im Ortsbild gab es einige Veränderungen. Das Neubaugebiet am Hohe Weg ist fast vollständig bebaut. Auf der Trasse Pakenser Altendeich/Lange Straße vom Kreisel in den Ort wurde eine Tempo-30-Zone eingerichtet. Die „Alte Schneiderei“ ist um ein Teestübchen, das „Gruseleum“ um ein Café erweitert worden. Im Alten Hafen liegen historische Schiffe. Der Hooksieler Ankerpfad wird immer länger.
Und natürlich wurde auch viel gefeiert: Hafenfest, Krabben- und Heringstage, Herbstleuchten, Weihnachtsmarkt. Langweilig war das Jahr 2025 in Hooksiel jedenfalls nicht. Und auch 2026, so die Prognose von „Hooksiel-Life“ wird spannend. Dafür sorgt unter anderem die Kommunalwahl im September. Schon jetzt gibt es mit Thies Fischer, Bernd Abrahams und Christian Fuchs drei Bewerber, die den amtierenden Bürgermeister Mario Szlezak beerben möchten.
Gutachten zum Thalasso-Desaster
Mit Spannung erwartet werden darf auch das für Anfang des Jahres angekündigte Gutachten zu den Ursachen für die Kostenexplosion beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ in Horumersiel von 8,7 auf zuletzt geschätzte 23 Millionen Euro. Welche Verantwortung dafür trugen WTG-Geschäftsführung und Architekt? Hätten Bürgermeister und Gemeinderat das Desaster nicht verhindern können – oder gar müssen? Die politische Verantwortlichen im Rathaus haben über alle Parteigrenzen hinweg für die Aufklärung der Vorgänge absolute Transparenz versprochen. Das wird der Maßstab sein, an dem sie gemessen werden.
Hooksiel (30. 12. 2025) – Marina Doyen erfüllt sich einen Lebenswunsch. Die Hooksielerin orientiert sich beruflich um. Die medizinische Fachangestellte wechselt aus der Hausarztpraxis im Ort zur Bundeswehr und absolviert ab dem 7. Januar in Feldkirchen bei Straubing eine dreimonatige Grundausbildung. Danach, so der Plan, geht es zum Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“ in Leer.
„Eigentlich dachte ich, ich wäre für den Schritt schon zu alt“, schildert die 40-Jährige (Foto) gegenüber „Hooksiel-Life“. Aber in einem Gespräch habe eine Soldatin ihr Mut gemacht, sich zu bewerben. „Fachkräfte wie du werden mit Kusshand genommen …“. Genau so kam es.
Die Bundeswehr sucht dringend zusätzliches Personal. Um 80.000 Soldatinnen und Soldaten sollen die Streitkräfte in den nächsten Jahren aufwachsen, um in der Lage zu sein, Deutschland und seine Verbündeten verlässlich verteidigen zu können.
Einstellungstest
Nach einem ersten Einstellungstest wurde die Hooksielerin zu Gesprächen ins Karrierecenter der Bundeswehr in Wilhelmshaven eingeladen. An zwei Tagen werden hier Bewerber auf Herz und Nieren geprüft – im medizinischen Sinne, aber auch hinsichtlich ihrer Motivation, Qualifikation, ihres Wissens und logischen Denkvermögens, ihrer Fitness und so weiter.
Am Ende steht die Einstufung für einen möglichen Karriereweg. Bei Marina Doyen war es die Feldwebel-Laufbahn. „Für ein Offizierslaufbahn war ich dann doch schon zu alt“, sagt die verheiratete Mutter eines 16-jährigen Sohnes, die stolz auf „ihre beiden Männer“ zu Hause ist, die ihr den Rücken für die ungewöhnliche Weichenstellung gestärkt haben. „Wenn das dein Traum ist, dann musst du es machen.“
Lebenswunsch geht in Erfüllung
Schon mit Anfang 20 habe sie eigentliche zur Bundeswehr gehen wollen, schildert Marina Doyen. Damals habe sie sich umentschieden, weil sie schwanger wurde. Es folgte eine Ausbildung in einer Kinderarztpraxis in Wilhelmshaven und vor einigen Jahren der Wechsel in die Hausarztpraxis in Hooksiel. Obwohl ihr auch diese Arbeit Spaß gemacht habe, sei der Wunsch Bundeswehr geblieben.
Ein Uniform zu tragen, ist für die angehende Sanitäts-Soldatin kein Problem. Auch den körperlichen Anforderungen in der Grundausbildung samt Exerzier- und Schießübungen sieht sich die sportliche Frau gewachsen. Danach warten auf sie eine Fülle von Lehrgängen, bei denen ihr ihre medizinischen Vorkenntnisse zum Teil angerechnet werden.
Einsätze im Ausland
Marina Doyen ist klar, dass ein Sanitätseinsatz in einem Krisen- oder Konfliktfall anders aussehen kann, als ein Impfeinsatz in Hooksiel. Auch Auslandsverwendungen sind für Sanitäter keine Ausnahme. „Ich gehe schon davon aus, dass ich meine Dienstzeit nicht ausschließlich in der Kaserne verbringen werde“, sagt die Hooksielerin. „Aber ich habe mal meinen Beruf gewählt, weil ich helfen will, wo Hilfe benötigt wird.“ Hinzu komme, dass diese Hilfe beim Bund besser bezahlt wird als in Arztpraxen.
Für 15 Jahre verpflichtet
Aktuell packt Marine Doyen ihre Sachen für den dreimonatigen Kasernenaufenthalt in Bayern, lernt Dienstgrade und Nato-Alphabet auswendig und schmöckert im „Reiber“, einem Handbuch mit zahllosen Tipps für deutsche Soldaten. Für ihre Feldwebel-Laufbahn hat sie sich als Soldatin auf Zeit für 15 Jahre verpflichtet. „Ich kann sogar noch Berufssoldatin werden“, sagt Marina Doyen, die sich auf die Herausforderungen spürbar freut. Und was, wenn der Dienst beim Bund ihren Erwartungen doch nicht entsprecht? „Auch kein Problem. Ich habe eine halbjährige Probezeit.“
Varel/Wangerland (29. 12. 2025) – Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN) hält nichts von Überlegungen, mit Blick auf den Anstieg des Meeresspiegels Lebensräume im Binnenland aufzugeben. Der 1973 gegründete Umweltschutz-Dachverband mit Sitz in Varel engagiert sich partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum. Er versteht sich als Sprachrohr für rund 200 Kommunen, Landkreise, Naturschutzvereine, Institute, Verbände und Einzelmitglieder.
Landunter bei Sturmfluten. Dennoch gibt es nach Überzeugung der Umweltschutzorganisation SDN trotz eines weiter ansteigenden Meeresspiegels keinen Grund, tiefer gelegene Gebiete in Küstennähe aufzugeben. Archiv-Foto: hol
Die SDN reagiert mit ihrer Erklärung auf eine Forderung beiden Berliner Institutionen DMG (Deutsche Meteorologische Gesellschaft) und DPG (Deutsche Physikalische Gesellschaft), die angeregt hatten, darüber nachzudenken, angesichts der „eskalierenden Klimakrise“ tiefer liegende Küstenregionen an Nord- und Ostsee aufzugeben.
Moderne Deiche sind wehrhaft
Angesichts der modernen Deiche, die auch bei schweren Sturmfluten wehrhaft seien, gebe es keinen Grund dafür, dass der Mensch sich aus „tiefer liegenden Küstenregionen“ vollständig zurückziehen muss, stellt der 2. Vorsitzende der SDN, Ulrich Birstein, fest. „Die Gefahr kommt heute eher durch Binnenhochwässer und die mangelnde Bereitschaft, in Schöpfwerke an den Auslaufbauwerken in der Deichlinie zu investieren“, ergänzt Bauingenieur und SDN-Vorstandsmitglied Marcus Rudolph.
Nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren sei der Meeresspiegel weltweit innerhalb von 2000 Jahren um etwa 65 Meter angestiegen. Damals sei langsam das heutige Nordseebecken entstanden. Vor rund 1000 Jahren habe der Mensch damit begonnen, die Küsten der Nordsee dauerhaft zu besiedeln, indem er mit dem systematischen Deichbau begann. Dieses Bemühen seien jedoch immer wieder von verheerenden Sturmfluten gestört worden.
Immer wieder Flutkatastrophen
Als „beispielhaft“ verweisen die SDN-Fachleute auf „Weihnachtsflut“ in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 1717, bei der über 11.000 Menschen und abertausende Tiere ertranken sowie über 4000 Häusern zerstört wurden. Aber, so Rudolph: „Die Menschen haben dazugelernt. Die modernen Deichlinien des ,Goldenen Ringes‘ sind wehrhaft auch gegenüber schweren Sturmfluten.“
Selbst bei den schweren Sturmfluten 1976 und 2013, bei denen das Wasser deutlich höher aufgelaufen sei als bei der Julianenflut 1962, habe es an den Deichlinien nur vergleichsweise geringe Schäden gegeben. Das sei ein Verdienst der Arbeit der Ehrenamtlichen und der staatlichen Stellen in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig Holstein, die sich um die Deichsicherung kümmern. „Heute ist das Leben hinter den Deichen so sicher wie nie in der Vergangenheit“, so Rudolph.
Über zweite Deichlinie nachdenken
Dennoch müsse der Meeresspiegel-Anstieg, der laut Forschungsstelle Küste im NLWKN, durchschnittlich 2,5 Millimeter pro Jahr betrage, im Blick behalten werden. Nach Ansicht des SDN sollte zügig damit begonnen werden, die Deichlinien weiter zu verstärken, Kleilagerstätten für zukünftige Deichbaumaßnahmen vorzuhalten und an besonders gefährdeten Deichabschnitten über eine zweiter Deichlinie nachzudenken.
Hooksiel (28. 12. 2025) – Samstag gegen 22 Uhr. Speelbaas Jan Gerjets steht auf der Bühne des Gästehauses und bedankt sich beim „besten Publikum an diesem Abend“ für den reichhaltigen Applaus. Und er bedankt sich bei den Schauspielern der Theatergruppe Hooksiel, die zuvor eine wunderbare Premiere gezeigt haben.
Nach einer durchzechten Liebesnacht muss sich Berti Balz (rechts) gegenüber Gerda Essig erklären. Foto: hol
Das Stück „Aasgeier över Hooksiel“ hat den Geschmack des Publikums genau getroffen. Humor in Dauerschleife, ohne Klamauk. Dafür aber jede Menge Witz und deftige Anspielungen, die so nur in plattdeutscher Sprache möglich und erträglich sind.
Erotik und viel Alkohol
Das köstliche Ehegezänk zwischen der Landfrauen-Vorsitzenden Gerda (Bettina Onnen) und ihrem Mann, dem Gemeindearbeiter Walter Essig (Werner Funke) etwa, die Alkohol-Eskapaden von Walter Essig und Pastor Alois Brunn (Frank Langenhorst) oder die erotischen Annäherungen von Verona La Belle (Kerstin Eilers) an die Hooksieler Männer, von denen sie Informationen für ihren Chef, den Spekulanten und Finanzhai A. A. S. Geier (Thomas Ulfers), ergattern soll, der es auf die werthaltigen Grundstücke in Hooksiel abgesehen hat.
Und das alles mitten in Hooksiel. Auf der Bühne im Gästehaus steht ein ortstypischer Kandelaber, dahinter der Blick auf den Alten Hafen, gegenüber die Kneipe „Zum Anker“, die mit „frischen Muscheln“ wirbt – aber alle wollen immer nur Jever-Bier und Schluck.
Der Hooksieler Pastor Alois Brunn (links) und Gemeindearbeiter Walter Essig haben einen gemeinsamen Freund: den Alkohol. Spekulant A. S. S. Geier (rechts) macht sich an Selma van Wietweg (Mitte) ran, um sich Profite im Ort zu sichern. Gerda Essig hält dagegen. Fotos: hol
Die Geschichte des Stücks ist schnell erzählt. Die Forscherin Käthe Steen (Sarah Janßen) hat im Ort ein bislang unbekanntes Mineral entdeckt, von dem sich verschiedene Akteure Profite versprechen. Nicht nur A. A. S. Geier und Verona La Belle. Auch Marketing-Fachmann Florian Sommer (Wilfried Nowatzki) kehrt nach Hooksiel zurück, um mit dem Mineral die Werbetrommel für den Ort rühren zu können. Auch die Dreifach-Witwe Selma von Wietweg (Andrea Westerman), wittert in ihrer alten Heimat gute Geschäfte als Maklerin – und hofft, in A. S. S. Geier einen neuen Ehemann gefunden zu haben.
Mineralienfund bringt Unruhe ins Dorf
Die „Eingeborenen“ um Bauernverbandschef Berti Balz (Joachim Janßen), Schulleiterin Anna Gröön (Karin Ortmanns) und Gerda Essig haben unterdessen längst erkannt: „Der Fund bringt nur Unruhe ins Dorf.“ Als dann das offizielle Mineralien-Gutachten auf dem Tisch liegt und die Hooksiel-Fraktion weitere Verstärkung erhält, steuert die Geschichte auf ihren humorvollen Höhepunkt zu, der hier natürlich nicht verraten werden soll.
Nur noch wenige Restkarten
Speelbaas Gerjets hatte allen Grund, sich über die guten Leistungen seiner Darsteller und der Unterstützer hinter und vor der Bühne zu freuen. Hervorzuheben in dem ingesamt sehr überzeugenden Team auf der Bühne sind Kerstin Eilers, die erstmals auf der Bühne stand, Joachim Janßen, der mehrere Gemüts-Schwankungen glaubhaft abbildete, und Werner Funke, dessen Plattdeutsch sich mehr und mehr wie das eines „echten Hooksielers“ anhört.
Die schlechte Nachricht des Abends: Für die verbleibenden Vorstellungen gibt es kaum noch Eintrittskarten. Lediglich für den 14. und 16. Januar sind noch einige Plätze frei.
Wilhelmshaven/Friesland (27. 12. 2025) – Das Fieber steigt! Die Halsschmerzen nehmen! Der Blutdruck schwankt bedenklich! Und das ausgerechnet am Wochenende. Ein Blick in die Zeitung: Welche Praxis hat Notdienst? Rein ins Auto, hin zur Arztpraxis. Und, mit ein bisschen Glück, ist das ungute Gefühl nach einem kurzen Gespräch beseitigt.
Jeverländer, die an Wochenende oder nach Feierabend der ärztlichen Praxen medizinischen Rat benötigen, müssen sich künftig an die zentrale Bereitschaftsdienst-Praxis am Klinikum Wilhelmshaven wenden. Archiv-Foto: hol
Was über Jahrzehnte gängige Praxis in weiten Teilen Frieslands war, ändert sich jetzt. Ab Januar gibt es keine niedergelassenen Bereitschaftsdiensts-Praxen im Landkreis mehr. Wie die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mitteilt, müssen Patientinnen und Patienten aus ganz Friesland künftig – wie bislang schon die Wilhelmshavener und Sander – außerhalb der Praxen-Öffnungszeiten die zentrale Bereitsschaftsdienst-Praxis am Klinikum Wilhelmshaven aufsuchen.
Versorgung auf hohem Niveau
„Für auftretende Beschwerden in den Abendstunden sowie an Wochenenden und an Feiertagen ist die Bereitschaftsdienst-Praxis am Klinikum Wilhelmshaven als fester Anlaufpunkt für die Patienten etabliert und bietet eine zuverlässige Versorgung auf hohem Niveau“, sagt Matthias Abelmann, Bezirksausschuss-Vorsitzender der KVN-Bezirksstelle Wilhelmshaven. „Damit entfällt die Suche nach der geöffneten Arztpraxis am Wochenende.“
Die Suche nach Ärzten, die Bereitschaftsdienste anbieten, wurde ohnehin zunehmend problematischer. Wie Klaus-Peter Schaps, niedergelassener Facharzt in Wilhelmshaven und Vorsitzender des Ärzteverein Wilhelmshaven-Friesland der Ärztekammer Niedersachsen gegenüber „Hooksiel-life“ schildert, werde es immer schwieriger, Mediziner für die Bereitschaftsdienste zu begeistern.
Ärzteschaft ganz glücklich
„Insgesamt ist die Ärzteschaft ganz glücklich mit der Änderung der Bereitschaftsdienst-Ordnung“, ist Schaps überzeugt. „Es war ohnehin nur noch einem Hand voll Kollegen, die diese Dienste gemacht haben. Die Ärzte fühlen sich entlastet. Und das ist wichtig. Der Fachkräftemangel schlägt inzwischen auch bei den Hausärzten durch. Nachfolger für eine Praxis findet man aufgrund der Arbeitsdichte und der hohen Bürokratielast so gut wir gar nicht mehr.“
Finanzielle Einbußen müssten die Mediziner durch die Reform nicht fürchten. Wer gern als niedergelassener Arzt weiter Nebendienste machen möchte, könnte sich bei den Johannitern einstellen lassen. Die Johanniter organisieren für die KVN den zentralen Bereitschaftsdienst. „Auch die Patienten haben die Regelung inzwischen weitgehend akzeptiert“, so Schaps. „Wir hatten mit deutlich mehr Gegenwehr gerechnet.“
Lies: „Nicht hinnehmbar“
Gegenwehr kommt aber aus der Politik. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), zugleich direkt gewählter Landtagsabgeordneter im Landkreis Friesland, kritisiert die KVN-Reform der Bereitschaftsdienstes als „nicht hinnehmbar“. Die Entscheidung sei „über die Köpfe der Menschen hinweg“ gefallen
Lies wirft der KVN vor, die Reform ohne ausreichende Einbindung der politischen Entscheidungsträger und betroffenen Kommunen vorangetrieben zu haben: „Eine so grundlegende Veränderung der regionalen medizinischen Versorgung darf nicht im Alleingang beschlossen werden.“ Mit der Schließung der bisherigen Bereitschaftsdienst-Praxen im Bereich Varel-Jade-Friesische Wehde sowie dem Wegfall der dezentralen Dienste in Jever, Schortens und dem Wangerland werden nach Ansicht von Lies viele Menschen künftig deutlich längere Wege in Kauf nehmen müssen.
Lies (Foto) bemängelt zudem, dass die Entscheidung ohne Abstimmung mit den regionalen Krankenhäusern gefallen sei. Die KVN müsse zurück an den Tisch. „Wir brauchen Transparenz, Mitbestimmung und Lösungen, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren.“
Unterstützt wird Lies von Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD). „Die KVN hat vor der Verkündung der Reform keinen Kontakt zum Landkreis Friesland gesucht. Bei einem so wichtigen Aspekt der gesundheitlichen Versorgung in der Region sollte es im Vorfeld gemeinsame Gespräche geben, bevor einseitige Entscheidungen verkündet werden.“
Krankschreibung vom Telearzt
Die Bereitschaftsdiensts-Praxis am Klinikum Wilhelmshaven ist künftig Anlaufpunkt für die Einwohner der Städte Wilhelmshaven, Varel, Schortens und Jever und den Gemeinden Sande, Wangerland, Zetel, Bockhorn und Jade. Die Praxis wird montags bis freitags von 20 bis 21 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 12 sowie von 20 bis 22 Uhr geöffnet haben.
Unter der zentralen Rufnummer 116 117 ist der Bereitschaftsdienst telefonisch erreichbar, wenn die Arztpraxen geschlossen sind.
Dies gilt montags, dienstags und donnerstags ab 19 Uhr, am Mittwoch und Freitagnachmittag ab 15 Uhr und samstags, sonntags und feiertags ab 8 Uhr bis jeweils 7 Uhr des folgenden Tages.
„Patientinnen und Patienten, bei denen eine zeitnahe Behandlung notwendig ist und keine Weiterleitung in eine KVN-Bereitschaftsdienst-Praxis möglich erscheint, werden künftig obligatorisch telemedizinisch durch eine Ärztin oder Arzt betreut“, erläutert Abelmann. Dies geschehe telefonisch oder per Videostream innerhalb von 30 Minuten nach dem Anruf bei der 116 117. Die Telemediziner könnten auch ein elektronisches Rezept und eine elektronische Arbeitsunfähigkeit-Bescheinigung ausstellen. „Auch der medizinische Fahrdienst bleibt erhalten, wird aber gezielter und ausschließlich auf ärztliche Anordnung durch die Teleärztin oder den Telearzt ausgelöst“, so der KVN-Bezirksvorsitzende.
KVN vertritt Ärzteschaft
Die KVN ist die Interessenvertretung der rund 14.700 niedergelassenen Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten in Niedersachsen. Sie sichert die flächendeckende medizinische Versorgung für die rund acht Millionen Einwohner in Niedersachsen rund um die Uhr, kontrolliert die Qualität der medizinischen Leistungen und legt gemeinsam mit den Krankenkassen das Leistungsspektrum und die Honorierung der Vertragsärzte fest.
Wangerland (26. 12. 2025) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) lädt für die Silvesternacht zum „4. Wangerländer Deichleuchten“ ein. Ziel ist es, Gästen wie Einheimischen nach der witterungsbedingten Absage im Vorjahr einen entschleunigten, naturverbundenen Jahreswechsel am Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer zu ermöglichen.
Silvesternacht ohne Böller und Raketen
Fackeln statt Böller und Raketen. Das Wangerländer Deichleuchten lädt zum Entschleunigen ein. Archiv-Foto: hol
Gäste und Einheimische aufgerufen, sich kurz vor Mitternacht an der rund 30 Kilometer langen Deichlinie des Wangerlandes zu versammeln und um Punkt 0 Uhr ihre mitgebrachten Leuchtmittel zu entzünden – ob Öllampe, Wachsfackel oder akkubetriebene Lichterkette. Im Fokus stehe, den besonderen Moment an der Nordsee gemeinsam zu erleben. Das Entzünden von Böllern und das Abschießen von Raketen ist in Deichnähe im Wangerland verboten.
Heiße Getränke am Deich
Einheimische Deichpaten begleiten die Gäste des Wangerländer Deichleuchtens an bestimmten Treffpunkten in Horumersiel, Schillig und Hooksiel. „Mit heißen Getränken schaffen sie eine gemütliche Atmosphäre und führen mit einem Countdown gemeinsam ins neue Jahr“, so die WTG. In Hooksiel erwarten die Deichpaten ihre Gäste an der „Camper Scheune“ am Campingplatz und am Strandhaus 1.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenfrei. Von der WTG und dem Gewerbeverein Horumersiel-Schillig werden kostenfrei 1.000 Fackeln ausgegeben. Sie sind von Samstag, 27., bis Dienstag, 30. Dezember, im Nationalpark-Haus Wangerland in Minsen sowie am Montag und Dienstag, 29./30. Dezember, in den Tourist-Informationen Horumersiel und Hooksiel gegen Vorlage einer gültigen Gästekarte oder für Einheimische gegen Vorlage des Personalausweises erhältlich. Des Weiteren können Fackeln in allen teilnehmenden Geschäften erworben werden.
Partys in Horumersiel und Hooksiel
Wer den Jahreswechsel darüber in einem festlichen Rahmen erleben will, ist herzlich zur Silvesterparty im Gästehaus Horumersiel eingeladen. Ab 21 Uhr öffnet der große Kursaal seine Türen und bietet einen stimmungsvollen Abend mit Musik vom DJ, kleinen Snacks, Getränken und Tanz. Tickets für die Silvesterparty sind in den Tourist-Informationen inHorumersiel und Hooksiel sowie online erhältlich. Zu einer öffentlichen Silvesterparty lädt auch die Camper-Scheune in Hooksiel ein.
Hooksiel (25. 12. 2025) – „Wenn man zusammen etwas anpackt, kann man einiges auf die Beine stellen.“ Diese Feststellung von Pastor Stefan Grünefeld unterstrichen an Heiligabend in der voll besetzten Kirche zu Pakens gut 200 Christinnen und Christen mit donnerndem Applaus.
Mit einem Krippenspiel wurden die Christen in Hooksiel in der Kirche zu Pakens auf das Weihnachtsfest eingestimmt. Foto: hol
Zuvor hatten der von Barbara Köster geleitete Kinderchor sowie eine große Gruppe von Krippenspielerinnen und Krippenspieler ihr Publikum mit nach Bethlehem genommen, direkt in den Stall, in dem vor über 2000 Jahren Jesus Christus geboren worden ist. Maria und Josef, Hirten und Heilige, natürlich auch Engel wurden lebendig. Toll gesungene Lieder, rührend vorgetragene Texte – Weihnachtsstimmung pur.
Während der Kinderchor regelmäßig probt, hatten sich die Krippenspieler eigens für den Weihnachtsgottesdienst zusammengefunden. Unter Anleitung von Frauke Janßen-Effertz, Sandra Müller und Stefanie Seiler übten die Mädchen und Jungen im Alter von drei bis zehn Jahren ihre Rollen seit den Herbstferien.
Insgesamt neun Mal trafen sich die kleinen Darsteller dafür in der Kirche zu Pakens – Texte lernen, vortragen, singen, Übergänge abgstimmen und Kostüme anprobieren. Die Kostüm stammten teils aus dem Fundus der Kirche, teils wurden sie aber auch von Eltern neu kreiert. Zum Erfolg der Aufführung maßgeblich mit beigetragen haben Martha und Greta aus dem Konfirmanden-Team, die mit ihren Texten den roten Pfaden der Weihnachtsgeschichte spannen.
Der Hooksieler Kinderchor sang zum Fest wunderschöne Lieder. Foto: hol
Es ist wieder so weit. Weihnachten. Erneut kein Schnee. Aber immerhin ist es kalt. Und am Abend irgendwann soll der Weihnachtsmann kommen. Mit Bescherungen.
Auch das noch. Bescherungen. Hatten wir davon im ablaufenden Jahr nicht schon genug? Die Welt brennt. Krieg, Gewalt, Hunger und Armut überall. Selbst unsere Wohlstandsblase Deutschland scheint bedroht. Auch das Wangerland ist betroffen, sogar Hooksiel.
Unsicherheiten und Ängste
Die schlechte Nachricht des Jahres: Die Wangerland Touristik GmbH ist insolvent. Die Versuche, das gemeindeeigene Unternehmen in Eigenregie zu retten, werden Spuren hinterlassen. Der Campingplatz in Hooksiel ist an private Investoren verkauft. Das Ende des Meerwasser-Hallenwellenbades scheint besiegelt. Und was aus dem Gästehaus wird, steht in den Sternen …
Vieles bei der kommunalen Tourismus-Tochter wird sich verändern. Ob für Gemeinde, Bürger und Gäste zum Besseren oder zum Schlechteren muss sich erweisen. Betroffen sind auf jeden Fall eine ganze Reihe von Beschäftigten der WTG, denen bereits gekündigt wurde. Obwohl sie einen guten Job gemacht haben, zum Teil über Jahrzehnte. Das löst Unsicherheiten aus, auch Ängste. Schöne Bescherung.
Wir wünschen uns allen gegenseitig „Frohe Weihnachten“. Es ist schwer, sich über Weihnachten zu freuen, wenn man nicht weiß, wie der Alltag danach aussieht.
Wunder sind möglich
Und dennoch: Weihnachten ist das Fest der Hoffnung. Die Christenheit glaubt an das Wunder der jungfräulichen Geburt, an die Versöhnung der Mächtigen an der Krippe von Jesus. Lasst uns die Zuversicht behalten, dass am Ende alles gut werden kann. Auch wenn es dazu ab und zu mal Wunder braucht.
Zumindest wir in Hooksiel haben Grund dazu. Wir leben in einem schönen Ort, in dem auch viele andere gern leben möchten; zumindest zeitweise. Wir haben eine gute Infrastruktur – Schule, Kindergarten, Arztpraxen, Apotheke, Geschäfte, Tankstelle, Gastronomie, Sport- und Freizeitangebote. Ebenso wichtig: Viele Hooksieler engagieren sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl, bei den Kirchen und sozialen Institutionen, in Vereinen, in Arbeitsgruppen. Es gibt einen guten Zusammenhalt, kaum Gewalttätigkeiten und einen offenen Diskurs über den richtigen Weg in die Zukunft. Gut so!
Frische Ideen
Mich würde es nicht wundern, wenn sich Vieles im neuen Jahr zum Besseren wendet. Private Investoren müssen nicht die Vorboten für den Untergang des Wangerlandes sein. Im Gegenteil. Sie bringen möglicherweise frische Ideen, schaffen neue Arbeitsplätze und damit Wohlstand.
Wir selbst sind aber auch gefordert. Bei der Aufklärung des Desasters rund um den Bau des Thalasso-Zentrums in Horumersiel etwa oder bei der Auswahl unseres künftigen politischen Führungspersonals. Im nächsten Herbst sind Kommunalwahlen. Wir sollten schon jetzt wirklich engagierten Mitbürgern Mut machen, sich als Kandidatinnen oder Kandidaten aufstellen zu lassen – damit wir die Wahl (und nicht die Qual) haben, einen guten Gemeinderat zu nominieren.
Den Zusammenhalt in den Ort müssen wir uns aber weiterhin selbst bescheren. Dazu gehört eine gute und offene Kommunikation. Als „Hooksiel-Life“ werden wir uns auch 2026 darum bemühen, unseren Teil dazu beizutragen. In diesem Sinne: „Frohe Weihnacht Hooksiel, frohe Weihnacht Wangerland!“
Wilhelmshaven/Hooksiel (23. 12. 2025) – Das Team des Insolvenzverwalters der Vynova Wilhelmshaven GmbH sucht nach einem Käufer für das Wilhelmshavener PVC-Werk. Man führe erste Gespräche mit Interessenten, die sich bezüglich der Übernahme des Unternehmens von sich aus gemeldet hätten, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaumann von der Pluta Rechtsanwalt GmbH heute mit. Das Amtsgericht Wilhelmshaven hatte am 12. Dezember die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Gesellschaft angeordnet.
Banken sichern Massekredit
Die gute Nachricht: Der energieintensive und damit kostenintensive Geschäftsbetrieb konnte vorerst stabilisiert werden. Dafür habe Pluta-Team in den vergangenen Tagen zahlreiche Gespräche mit Banken, dem Land Niedersachsen sowie weiteren Lieferanten und Dienstleistern sowie den anderen Gesellschaften der Vynova-Gruppe geführt. Ein Massekredit der Nord/LB und der Volksbank Wilhelmshaven eG sichere den Weiterbetrieb der Anlagen. Bei Vynova in Wilhelmshöhen sind rund 360 Menschen beschäftigt.
Der Insolvenzverwalter sucht nach einem Käufer für das Vynova-Werk. Die Produktion ist vorläufig durch einen Massekredit gesichert. Archiv-Foto: Vynova GmbH
„Ich bin sehr dankbar, dass die Nord/LB und die Volksbank Wilhelmshaven bereit sind, das Verfahren durch einen Massekredit zu unterstützen“, wird Kaufmann in der Mitteilung zitiert. „Damit sind wir in der Lage, die erheblichen Vorkasseforderungen der Strom- und Gaslieferanten zu erfüllen und so den Geschäftsbetrieb aufrechtzuhalten. Damit können wir auch den Schutz von Mensch, Umwelt und Anlagen zunächst gewährleisten.“ Neben Kaufmann arbeiten im Pluta-Team die Rechtsanwälte Ingo Thurm, Dr. Oliver Liersch, André Gildehaus sowie die Betriebswirte Nicole Neumerkel und Vivien Doll.
Lösung bis März angestrebt
Die Gespräche mit den potenziellen Interessenten für eine Übernahme werden von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft um Dr. Stefan Weniger begleitet. Die offizielle Marktansprache ist für Anfang Januar vorgesehen. Kaufmann: „Unser Ziel ist es, möglichst bis März eine tragfähige Lösung zu finden. Ich bin guter Dinge, dass dies gelingt. Die Anlage ist in einem guten Zustand, die Belegschaft trotz der schwierigen Situation sehr engagiert.“
Bausteine für PVC-Produktion
Die Vynova Wilhelmshaven GmbH gehört zur Vynova Gruppe mit Hauptsitz in Belgien. Vynova Wilhelmshaven betreibt seit 1981 eines der größten europäischen Werke für die Produktion von Suspensions-PVC (S-PVC), ein hochwertiges Material, das in zahlreichen Produkten des täglichen Gebrauchs verarbeitet wird.
Darüber hinaus produziert das Unternehmen Vinylchlorid-Monomer (VCM), ein wesentlicher Baustein zur Herstellung von PVC. Ein weitere Pfund: Der Standort Wilhelmshaven, der in direkter Nachbarschaft zu Hooksiel liegt, hat direkten Zugang zum einzigen Tiefwasserhafen Deutschlands.
Die Pluta Restrukturierungsgesellschaft, die unter anderem auch die Insolvenz in Eigenregie der Wangerland Touristik GmbH begleitet, berät in Schwierigkeiten geratne Unternehmen rechtlich und betriebswirtschaftlich in Sanierungs- und Insolvenzsituationen. Das Unternehmen hat rund 500 Mitarbeiter, darunter mehr als 290 Kaufleute, Betriebswirte, Rechtsanwälte, Wirtschaftsjuristen, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer, Ökonomen und Ingenieure.