Vollbremsung mit dem Auto lernen: Verkehrstraining für junge Leute

Friesland (7. 3. 2025) – Der nächste Termin des Verkehrssicherheits-Programms „Junge Autofahrer und Autofahrerinnen“ für Personen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, das der Landkreis Friesland gemeinsam mit Partnern anbietet, findet am Samstag, 22. März, statt. Los geht es um 12.15 Uhr. Das Training dauert bis etwa 17.30 Uhr. Anmeldungen sind online unter www.friesland.de/fahrsicherheitstraining möglich. 

Ziel des Programms ist es, jungen Fahrerinnen und Fahrer Wissenswertes über Sicherheit im Straßenverkehr zu vermitteln und die Möglichkeit zu bieten, in sicherem Rahmen Erfahrungen mit schwierigen Verkehrssituationen zu sammeln. In Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, der Verkehrswacht Jever, dem Bundeswehr-Fliegerhorst Upjever, dem Fahrlehrerverband sowie dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Jeverland e.V. wird ein abwechslungsreiches Programm geboten.

Neben theoretischen Inhalten zu Themen wie „Wirkung von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“, „Wirkung von ABS und ESP“ sowie „Auswirkungen von Stress und Ablenkung auf das Reaktionsvermögen“ können die Teilnehmer praktisches Wissen beim Fahrsicherheitstraining mit dem eigenen Fahrzeug erwerben. Unter anderem werden verschiedene Bremsmethoden getestet, die „Fliehkräfte“ beim Kurvenfahren erkundet und Gegenmaßnahmen bei Über- und Untersteuern des Fahrzeugs erprobt.

Das Training findet auf dem Gelände des Fliegerhorstes Upjever statt und kostet 15 Euro. Die Teilnehmer benötigen mindestens eine Fahrerfahrung von sechs Monaten und müssen ein verkehrssicheres Fahrzeug mitbringen. Weitere Informationen, die Möglichkeit zur Anmeldung sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen finden sich unter www.friesland.de/fahrsicherheitstraining.

Vorstoß für Klima und Sicherheit: Ganz Hooksiel eine Tempo-30-Zone

Hooksiel (13. 2. 2025) – Nachdem der Rat der Gemeinde Wangerland der Ausweisung einer Tempo-30-Zone für die Ortseinfahrt über die Straßen Pakenser Altendeich/Lange Straße zugestimmt hat, hält es der Hooksieler Bernhard Köster für geboten, den gesamten Ort zu einem „Shared-Space“ zu entwickeln. In einem Schreiben an die Gemeinde schlägt er vor, alle Straßen im Ort als 30er-, beziehungsweise 20er-Zone oder als so genannte „Spielstraße“ auszuweisen. 

Das Konzept „Shared Space“ sieht einen von allen Verkehrsteilnehmern gemeinsam genutzten Straßenraum vor. Im Zuge dessen wäre es nach Ansicht von Köster sinnvoll, eine einheitliche Verkehrsregelung für ganz Hooksiel einzuführen. Als Vorfahrtregel sollte dann durchgängig „Rechts vor Links“ gelten.

Tempo 30 Hooksiel
Wenn für ganz Hooksiel Tempo 30 gelten würde, wären zahlreiche Verkehrsschilder überflüssig.Foto: hol

Derzeit ist in Hooksiel lediglich noch auf der Straße Middeldiek, in Teilen der Nee Straat, im Gewerbegebiet und auf dem Abschnitt der Landesstraße 810 zwischen Kreisel und Schmidtshörn Tempo 50 erlaubt. Bei einer Änderung müssten an allen fünf Ortseingängen Schilder darauf hinweisen, dass für den gesamten Ort eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern gilt. Ob man dann überhaupt noch verkehrsberuhigte Bereiche („Spielstraßen mit 7 bis 10 Km/h) und die Tempo-20-Zone in der Ortsmitte bräuchte, könnte man diskutieren. 

Köster hofft, dass sein Vorschlag demnächst in den kommunalen Gremien beraten wird.Die Vorteile einer Neuordnung liegen für ihn auf der Hand: Das Miteinander der drei Mobilitätsformen – Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer – würde deutlich einfacher. Rund 20 Verkehrsschilder, so schätzt der Familienvater aus Hooksieler, wären überflüssig und könnten abgebaut werden. Das würde das Ortsbild verschönern und zudem bei der Gemeinde Kosten einsparen.

Ein weiterer nicht unwichtiger Aspekt: Mit Blick auf den drohenden Klimawandels ließe sich der touristisch geprägte Ort als umweltfreundlich positiv vermarkten. „Grundsätzlich könnte sich Hooksiel ohne großen Aufwand zu einem „Shared Space“ entwickeln, wodurch unser Dorf Modellcharakter für Niedersachen und Deutschland erlangen würde und nahezu alle Verkehrszeichen abgeschafft werden könnten“, so Köster.

Ergänzung: Und was passiert, wenn man dabei erwischt wird, wenn man sich nicht an Tempo 30 hält? Dazu geht es hier zu einer informativen Beraterseite.

Mit eingeschalteter Nebelschlussleuchte nur maximal Tempo 50 erlaubt

Hooksiel (20. 3. 2025) – Dichter Nebel über Hooksiel und dem gesamten Wangerland. Schlechte Sicht für Autofahrer. Wohl dem, der ein gut bestücktes Fahrzeug fährt: Nebelscheinwerfer an, die Sicht wird klarer. Dazu die Nebelschlussleuchte. „Jetzt fährt hoffentlich niemand mehr auf. Weiter geht’s.“

Aber Vorsicht. Fast jedes Auto hat heute entsprechende Zusatzscheinwerfer, aber kaum jemand erinnert sich noch daran, wann Nebelscheinwerfer eingeschaltet werden dürfen – und wann nicht. Zwar sind Verkehrskontrollen bei dichtem Nebel eher unwahrscheinlich. Aber wer mit der falschen Beleuchtung erwischt wird, riskiert ein Verwarngeld.

Der ADAC weist darauf hin, dass Nebelscheinwerfer immer eingeschaltet werden dürfen (und müssen), wenn die Sicht „erheblich behindert“ ist. Etwa durch Nebel, aber auch bei Schneefall oder starkem Regen. Die Nebelscheinwerfer strahlen nach vorn und leuchten dien Straße besser aus als das Abblendlicht. Bessert sich die Sicht, sind die Zusatzscheinwerfer wieder abzuschalten.

Strenger sind die Regeln für den Einsatz von Nebelschlussleuchten. Sie sollen den nachfolgenden Verkehr warnen. Damit ist aber die Gefahr verbunden, dass Verkehrsteilnehmer geblendet werden. Auch deshalb besagen die Vorschriften, dass Nebelschlussleuchten nur bei einer Sicht von weniger als 50 Metern angeschaltet werden dürfen. Zur Orientierung: 50 Meter ist auf Landstraßen und Autobahnen der Abstand zwischen den Leitpfosten am Straßenrand. 

Gut, auch hier ist die Kontrolle schwierig. Mal gibt es Nebelschwaden mit einer Sicht von nur wenigen Metern. Kurze Zeit später reißt das Nebelfeld auf, so dass kurzzeitig etwas bessere Sicht herrscht. Wer will da den korrekten Einsatz der Nebelschlussleuchte kontrollieren? 

Dafür ist eine zweite Vorgabe besser geeignete, die – nimmt man den Verkehrsfluss in diesen Tagen im Wangerland zum Maßstab – offenbar kaum ein Autofahrer kennt. „Wer seine Nebelschlussleuchte einschaltet, darf nur noch maximal 50 Stundenkilometer schnell fahren.“ Bei Verstößen gegen die Regel droht auch hier ein Verwarngeld zwischen 20 und 35 Euro.

Nach der Sanierung der Fahrbahndecke kommt die „Tempo-30-Zone“

Sanierung Pakenser Altendeich
Eine Firma füllt die Risse und Löcher in der Straße Pakener Altendeich mit Asphalt auf. Foto: hol

Hooksiel (5. 11. 2024) – Die Straßenschäden im Straßenverlauf Pakenser Altendeich/Lange Straße werden beseitigt. Seit Montag bessert im Auftrag der Gemeinde Wangerland eine Fachfirma die Risse und aufgeplatzten Stellen im Asphalt des 600 Meter langen Straßenstücks zwischen dem Ortskern und dem Kreisverkehr aus. Dafür werde zunächst Asphalt auf die schadhaften Stellen aufgetragen, der im Anschluss dann versiegelt werde, sagte Markus Gellert, im Rathaus für Ordnungs- und Verkehrsangelegenheiten zuständiger Abteilungsleiter, gegenüber „Hooksiel-life“.

Sobald die Straßenschäden beseitigt sind, will die Gemeinde ihr kürzlich beschlossenes Verkehrskonzept umsetzen. Danach wird die Straße bis zum Kreisverkehr als Tempo-30-Zone ausgewiesen. Seit Ende Juli gilt dort zwar schon eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern, allerdings nur aufgrund der Straßenschäden.

Die Reduzierung der Geschwindigkeit auf einer der Hauptzufahrten in den Ort geht auf die Anregung eines Hooksieler Bürgers zurück. Sie war zeitweise umstritten. In den vergangenen Monaten hat die Regelung aber an Akzeptanz gewonnen. Ein wesentlicher Vorteil: Radfahrer können weitgehend gefahrlos ebenfalls auf der Hauptfahrbahn fahren. Bislang mussten sie (formal in Schrittgeschwindigkeit) den recht schmalen und buckeligen Gehweg mitbenutzen, der einseitig an der Straße verläuft.

Nach der Ausweisung der Tempo-30-Zone gelten neue Vorfahrtsregelungen. Innerhalb von Tempo-30-Zonen gilt grundsätzlich Rechts vor Links. 

Rat einstimmig für Tempo-30-Zone

Tempo 30 Hooksiel
Die Tempo-30-Zone in Hooksiel wird vom Ortskern bis zum Verkehrskreisel ausgeweitet. Archiv-Foto: hol

Hooksiel (25. 9. 2024) – Die Tempo-30-Zone in Hooksiel wird von der Ortsmitte bis zum Verkehrskreisel an der Tankstelle erweitert. Der Rat der Gemeinde Wangerland verabschiedete am Dienstag Abend einstimmig das aktualisierte Verkehrskonzept der Gemeinde. Darin ist für den Bereich Lange Straße/Pakenser Altendeich dauerhaft eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern vorgesehen.

Die Vorlage war im Vorfeld umstritten. Vor allem die Gruppe der Unabhängigen im Rat (ZUW) hatte Bedenken angemeldet. ZUW-Gruppensprecher Dieter Schäfermeier begründete sein Umdenken mit der derzeitigen Tempo-30-Regelung, die allerdings nur aufgrund des schlechten Zustands des Straßenbelags erlassen wurde. Man müsse jetzt ja auch schon 30 fahren, sagte Schäfermeier, und ergänzte: „Man gewöhnt sich dran.“

SPD-Fraktionssprecher Holger Ulfers hatte sich für die Neuregelung ausgesprochen, auch wenn er selbst auf der Straße noch keine Raser erlebt habe. Für die 600 Meter lange Strecke benötige man mit Tempo 30 lediglich etwas mehr als eine Minute zusätzlich. Und: „Aus dem Dorf gibt es keinen Widerspruch zu der Regelung.“

Das Verkehrskonzept wird jetzt dem Landkreis Friesland als Genehmigungsbehörde vorgelegt. Nach der Sanierung der Straße kann dann voraussichtlich die Tempo-30-Zone ausgeschildert werden. Dazu gehört dann auch, so sieht es die Straßenverkehrsordnung vor, dass alle Vorfahrtregelungen innerhalb der Zone auf rechts vor links umgestellt werden. 

Ebenfalls einstimmig stimmte der Rat der Umbenennung des Aktionsplatze am ZOB in Hans-Ney-Platz um. Damit soll der verstorbene Hooksieler Heimatfreund gewürdigt werden, der in diesem Jahr 100 geworden wäre. Ulfers, der Ney noch persönlich gekannt hat: „Wenn jemand die Würdigung verdient hat, dann Hans.“

Tempo 30 auf dem Pakenser Altendeich soll Sicherheit von Radfahrern erhöhen

Hooksiel/Wangerland (23. 9. 2024) – Am Dienstag dieser Woche tagt der Rat der Gemeinde Wangerland im neuen Feuerwehrgerätehaus am Hohe Weg in Hooksiel. Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 18 Uhr. Auf der Tagesordnung sehen eine Reihe von wichtigen Punkten, so etwa die Anpassung der Krippenentgelte in der Gemeinde und der Verpflegungsentgelte an Kitas und Grundschulen sowie die Aktualisierung des Gemeindeverkehrskonzeptes.

Im Verkehrskonzept werden unter anderem die Tempo-30-Zonen im Gemeindegebiet sowie die verkehrsberuhigten Bereiche festgelegt. Knackpunkt bei den Beratungen war bislang die geplante Erweiterung der Tempo-30-Zone im Zuge der Ortsdurchfahrt durch Hooksiel im Verlauf der Lange Straße/Pakenser Altendeich.

Auf dem Straßenzug gilt schon seit einigen Wochen Tempo 30. Grund für diese Anordnung des Landkreises Friesland als Straßenverkehrsbehörde war allerdings nur der baulich schlechte Zustand der Straße. Die Sanierung soll demnächst erfolgen. Eine ganze Reihe von Hooksielern und bislang auch eine Mehrheit im Rat stehen hinter dem Antrag eines Bürgers, der auf der viel befahrenen Straße dauerhaft Tempo 30 gefordert hatte – vor allem um die Sicherheit von Radfahrern zu erhöhen.

kein echter Radweg

Wie Verkehrszählungen ergeben hatten, gehört der Pakenser Altendeich zu den am stärksten befahrenen Straßen in Hooksiel. Viele Autofahrer hielten sich in der Vergangenheit noch nicht einmal an die Tempo-50-Vorgabe. Dabei gibt es an der Straße reichlich Gefahrenpotenzial: eine Fülle von Einmündungen auf private Grundstücke, eine Bushaltestelle, nur einen einseitigen, sehr schmalen Gehweg und Einrichtungen wie das Gruseleum oder ein Blumengeschäft, die Bürger nur erreichen, wenn sie die Straße überqueren.

Im Wegeausschuss hatten Vertreter der Gruppe der Unabhängigen (ZUW) im Rat kritisiert, dass Tempo 30 auf dem 600 Meter langen, gut ausgebauten Straßenstück zwischen Verkehrskreisel und Ortsmitte unnötig wäre, zumal es dort bislang kaum zu echten Gefahrensituationen gekommen sei. Zudem geben es entlang der Straße einen Geh- und Radweg.

Faktisch trifft das nicht zu. Auf einem Geh- und Radweg wären Fußgänger und Radfahrer gleichberechtigt. Entlang von Lange Straße/Pakenser Altendeich gibt es lediglich einen einseitigen Gehweg mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“ (siehe Foto). Der Unterscheid: Radfahrer dürfen den Weg in Schrittgeschwindigkeit befahren, wenn sie keine Fußgänger gefährden.

Die Realität auf dem schmalen, zudem in Teilen sehr holprigen Weg sieht vor allem in den Sommermonaten anders aus. Immer mehr Einheimische und Urlauber sind auf Fahrrädern unterwegs, viele davon mit E-Bikes oder kleinen Anhängern. Von Schrittgeschwindigkeit kann keine Rede sein. Eine Tempo-30-Zone, so argumentieren die Befürworter, würde dazu führen, dass die Radfahrer die Hauptfahrbahn der Straße mitnutzen könnten, was bei Tempo 50 ein gefährliches Unterfangen wäre.

Bürgermeister für Tempo 30 in Hooksiel: „Ausschuss ist kein türkischer Basar“

Tempo 30 Hooksiel
Die „Tempo-30-Zone“ im Bereich der Ortsdurchfahrt Hooksiel soll vom Ortskern bis zum Verkehrskreisel über Lange Straße und Pakenser Altendeich ausgedehnt werden. Archiv-Foto: hol

Hooksiel (12. 9. 2024) – Der Rat der Gemeinde Wangerland wird auf seiner nächsten Sitzung über das erweiterte Verkehrskonzept für das Gemeindegebiet abstimmen. Der Ausschuss des Rates für Umwelt, Landwirtschaft, Feuerschutz und Wegebau lehnte am Mittwochabend einen Antrag der Gruppe der Unabhängigen (ZUW) mehrheitlich ab, das Thema ein weiteres Mal zu verschieben. Strittig ist vor allem die Ausweisung der Hooksieler Ortsdurchfahrt im Verlauf der Lange Straße/Pakenser Altendeich als „Tempo-30-Zone“.

Der Rat tagt am Dienstag, 24. September, in Hooksiel. Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 18 Uhr im neuen Feuerwehrgerätehaus am Hohe Weg. Das Verkehrskonzept enthält einer Liste aller Tempo-30-Zonen und verkehrsberuhigten Bereiche (Spielstraßen) im Wangerland. In Hooksiel sollen auch die Irma-Cornelßen-Straße und die Hinrike-Lichterfeld-Straße, beide im Neubaugebiet zwischen Hohe Weg und Bäderstraße, verkehrsberuhigte Bereiche werden, ebenso die Wilma-Teppe-Straße in Hohenkirchen. Neu ist auch Tempo 30 für die Seedeichstraße in Friederikensiel.

Die Gemeindeverwaltung legte dem Ausschuss das aktualisierte Konzept vor. Sollte der Rat zustimmen, müsste es noch vom Straßenverkehrsamt beim Landkreis Friesland genehmigt werden. Ordnungsamtsleiter Markus Gellert wies darauf hin, dass am Pakenser Altendeich schon jetzt nur noch 30 Stundenkilometer schnell gefahren werden darf. Grund dafür seien Schäden am Straßenbelag, die in Kürze beseitigt werden sollen.

ZUW-Ratsherr Immo Müller forderte, die Entscheidung über das Verkehrskonzept noch einmal zu verschieben. Die Ausweisung einer Tempo-30-Zone am Pakenser Altendeich sei für seine Gruppe „nicht nachvollziehbar“. Die Straße sei gut ausgebaut und habe an einer Seite einen kombinierten Geh- und Radweg. Selbst die minimalen Risse im Asphalt seien für ihn kein Grund von Tempo 50 auf 30 zu gehen. „Vielleicht wäre Tempo 40 ein Kompromiss?“ fragte Müller und rief damit Bürgermeister Mario Szlezak auf den Plan. „Wir sind hier doch nicht auf einem türkischen Basar.“ 

Es gebe aus seiner Sicht keinen einzigen Grund gegen Tempo 30, sagte Szlezak. Die Straße sei stark befahren, der Radweg sehr schmal und auf dem Fußweg seien viele ältere Menschen unterwegs, die zum Teil die Straße queren müssten, um zu ihren Häusern zu kommen. Viele Anwohner müssten zudem mit ihren Wagen von den Grundstücken rückwärts direkt auf die Straße fahren.

Gellert ergänzte, dass künftig im Bereich der gesamten Hooksieler Ortsdurchfahrt vom Sengwarder Anteil über Nee Straße, Lange Straße und Pakenser Altendeich Tempo 30 beziehungsweise stellenweise Tempo 20 gelte. „Das ist ein schlüssiges Konzept.“ In der künftigen Tempo-30-Zone gilt als Vorfahrtsregelung grundsätzlich „Rechts vor Links“. Das Parken von Autos ist überall erlaubt, wo niemand behindert wird. Der Ausschuss empfahl dem Rat mit vier (SPD, GfW) gegen zwei Stimmen (ZUW), das Konzept anzunehmen.

Die Schilder hängen: Auf dem Pakenser Altendeich gilt ab sofort Tempo 30

Tempo 30 in Hooksiel
Nach langer Wartezeit hängen jetzt Tempo-30-Schilder am Pakener Altendeich. Aktuell aber nur wegen der Schäden auf dem Fahrbahnbelag. Foto: hol

Hooksiel (22. 7. 2024) – Die Schilder hängen! Am Montag hat der Bauhof der Gemeinde Wangerland die seit Wochen erwarteten Tempo-30-Schilder an der Hauptzufahrt vom Kreisverkehr in den Ort installiert. Auf dem 600 Meter langen Teilstück im Verlauf von Pakenser Altendeich/Lange Straße ist ab sofort aufgrund von Straßenschäden die Höchstgeschwindigkeit reduziert.

Die jetzige Tempo-30-Regelung ist eine Übergangsregelung. Sie setzt voraus, dass die Straßenschäden in absehbarer Zeit beseitigt werden. Bis dahin, so die Botschaft aus dem Rathaus der Gemeinde Wangerland, soll ein Gesamtkonzept für alle Orte im Wangerland vorliegen, unter bestimmten Voraussetzungen Tempo-30-Zonen auszuweisen.

Einer Tempo-30-Zonein Hooksiel hatte der Landkreis Friesland als Verkehrsbehörde bereits vor etlichen Monaten zugestimmt. Im Rat sprach man sich allerdings mehrheitlich gegen eine Einzellösung für Hooksiel aus. Der Unterschied zwischen Tempo-Zone und Geschwindigkeitsbeschränkungen auf einer bestimmten Strecke: In Tempo-30-Zonen würde automatisch die Vorfahrtsregel Rechts-vor-Links gelten. Das ist am Pakenser Altendeich aktuell nicht der Fall. Der Straßenzug gilt weiterhin als Vorfahrtsstraße.

Viele Hooksieler Bürger hatten mit Blick auf zu schnell fahrende Autos, aber auch mit Hinweise auf den viel zu schmalen, nur einseitigen Geh- und Radweg für ein Tempolimit plädiert. Mit der jetzigen Regelung dürften Radler tatsächlich auf der Straße fahren, sie können aber auch weiter den Gehweg mitnutzen. 

Schlechter Straßenbelag ebnet Weg für Tempo 30 am Pakenser Altendeich

Tempo-20-Hooksiel
Auf dem Pakenser Altendeich zwischen dem Verkehrskreisel und der Tempo-20-Zone im Ortskern (Bild) soll künftig eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h gelten. Archiv-Foto: hol

Hooksiel (6. 6. 2024) – Die zulässige Geschwindigkeit am Pakenser Altendeich in Hooksiel wird zeitnah auf Tempo 30 reduziert. Das versicherte der für Ordnungsdinge zuständige Abteilungsleiter der Gemeinde Wangerland, Markus Gellert, auf der Sitzung des Wegeausschusses am Mittwoch Abend. Bis zur September-Ratssitzung soll dann ein Verkehrskonzept erarbeitet werden, auf dessen Grundlage gegebenenfalls in allen vergleichbaren Innerortsstraßen im Gemeindegebiet Tempo-30-Zonen eingeführt werden können.

Werner Doyen als Anwohner hatte vor rund einem Jahr den Antrag auf Tempo 30 für den Pakenser Altendeich gestellt. Daraufhin hatte der Landkreis an dem Straßenabschnitt vom Hooksieler Verkehrskreisel bis zum Beginn der vorhandenen Tempo-20-Zone im Ortskern unter anderem Verkehrsmessungen veranlasst. Trotz des starken Verkehrsaufkommens konnte die Verkehrsbehörde keine besondere Gefährdungslage feststellen, riet aber dennoch zu Tempo 30 – nämlich in Form der Erweiterung der Tempo-20-Zone. Dafür wäre die Gemeinde Wangerland selbst verantwortlich. Die Verkehrsbehörde habe dagegen keine Bedenken.

Der bereits für Anfang des Jahres erwartete Beschluss des Gemeinderates kam dann überraschend nicht zustande, da eine Ratsfraktion mit Blick auf vergleichbare Situationen in anderen Ortsteilen im Wangerland noch Beratungsbedarf angemeldet hatte. Der soll jetzt bis zum Herbst abgearbeitet werden. Die jetzt angekündigten Tempo-30-Schilder aufgrund des schlechten Zustandes des Straßenbelages am Pakenser Altendeich wären mithin eine Art Übergangslösung bis zur Verabschiedung eines gemeindeweiten Verkehrskonzeptes.

Kommentar: Tempo-30-Zonen statt gefährliche Schmalspur-Buckelpisten

Von Gerd Abeldt

Raus aus dem Auto, rauf aufs Fahrrad. Das ist eine der zentralen Forderungen der Verkehrswende in Deutschland. Die Stärkung des Radverkehrs erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr, stärkt die Gesundheit, entlastet das Klima und könnte auch gut für den Tourismus im Wangerland sein.

Das Wangerland ist ein Autoland. Viel Fläche, weite Wege und ein nur mäßig ausgebauter ÖPNV machen das Auto in vielen Lebenslagen unentbehrlich. Aber etliche Urlauber, und natürlich auch Einheimische, sehen inzwischen im Fahrrad eine echte Alternative. Für Erholung an der frischen Luft ohnehin, aber auch für Pflicht-Fahrten etwa zum Arbeitsplatz oder zum Einkaufen quer durchs Wangerland.

Dieser Trend dürfte dank der steigenden Zahl von E-Bikes weiter zunehmen. Um so wichtiger wird es für die öffentliche Hand dafür zu sorgen, dass das Fahrradfahren gefahrlos möglich ist. Der Landkreise Friesland hat ein millionenschweres Radwegekonzept aufgelegt, um in den nächsten Jahren die Radwege entlang von Kreisstraße zu ertüchtigen. Ein ähnliches Konzept der Gemeinde Wangerland für die Gemeindestraßen wäre sinnvoll, würde aber auch sehr viel Geld verschlingen; Geld, das die Gemeinde faktisch nicht hat. So weit, so schlecht. 

Also muss es bei den Buckelpisten für Zweiradfahrer bleiben? Bei einem gefährlichen Neben- und Gegeneinander auf weniger als zwei Meter breiten Gehwegen von Fußgängern, Kinderwagen und Radlern, von denen viele mit E-Bike, Kinderanhänger oder Lastenrad unterwegs sind? Ob diese Zustände schwere Unfälle provozieren, sei dahin gestellt. Klar sein dürfe aber, dass die Lust aufs Fahrradfahrer damit gedrosselt wird. Bei Einheimischen und bei Urlaubern.

Gerade vor diesem Hintergrund sollten der Gemeinderat die Chance erkennen, die flächige Tempo-30-Zonen in geschlossenen Ortschaften bieten. Bei gedrosselter Höchstgeschwindigkeit könnten Radfahrer die Hauptfahrbahnen mitnutzen. Und zwar weitgehend gefahrlos, da das Tempo von Rädern und Autos auf einem Niveau läge. Und: Die Fußgänger hätten die Gehwege wieder für sich. 

Kann das funktionieren? Bei uns im Wangerland? Natürlich. Letzte Zweifel könnten mit einer Tempo-Reduzierung für den Straßenzug Lange Straße/Pakenser Altendeich in Hooksiel ausgeräumt werden. Insofern wäre eine zügige Entscheidung für Temp 30 hier ein gutes Signal für eine Verkehrswende im gesamten Wangerland. 

Sie haben auch eine Meinung zu dem Thema? Schreiben Sie uns gern eine Email an die Adresse infos@hooksiel-life.de mit dem Betreff „Leser-Meinung.