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Beiträge veröffentlicht in “Wilhelmshaven”

Zahl der Kegelrobben im Wattenmeer deutlich angestiegen

Wilhelmshaven/Wangerland (3. 7. 2026) – Der Bestand der Kegelrobben im Wattenmeer und auf Helgoland nimmt weiter zu. Während der Erhebungen 2025-2026 zählten Forschende 12.497 Kegelrobben und 3.385 Jungtiere, was ein weiteres Populationswachstum bestätigt. Das teilt das Trilaterale Wattenmeer-Sekretariat mit Sitz in Wilhelmshaven mit. 

Fühlen sich offenkundig wohl: Zwei Kegelrobben auf einer Sandbank. Foto: Jessica Schop 

Die Zahl der gesichteten Jungtiere sei im Vergleich zum Vorjahr um elfProzent gestiegen. In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl der Jungtiere jährlich um durchschnittlich zwölf Prozent erhöht. Wie in den Vorjahren wurden die meisten Jungtiere im niederländischen Teil des Wattenmeers (1.731) gefunden, gefolgt von Helgoland (1.077) und Niedersachsen (575), wo ein deutlicher Anstieg beobachtet wurde. 

Viele Gründe für Schwankungen

Während des Fellwechsels 2026 wurden mit 3,6 Prozent mehr Kegelrobben gezählt als im Jahr zuvor. Von den insgesamt 12.497 Tieren wurden in Niedersachsen (1.222) gesichtet, was hier einen Rückgang bedeutet. „Jährliche Schwankungen können durch Wetter, Störungen und andere Faktoren hervorgerufen werden, weshalb die langfristigen Trends im Wattenmeer der zuverlässigere Indikator sind“, so die Forschenden.

Nach Angaben der trilateralen Expertengruppe für Meeressäuger mit Mitgliedern aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden bestätigen die Zahlen die fortlaufende Ausbreitung der Kegelrobben im Wattenmeer in Richtung Osten. Gleichzeitig komme der Nachwuchs oft in benachbarten Ländern zur Welt. Der spätere Zeitpunkt der Geburten im östlichen Wattenmeer deute darauf hin, dass sich die dortigen Kolonien noch in der Entwicklung befinden.

Gesamte Wattenregion im Blick

„Kegelrobben der Nordsee bewegen sich frei und ausgiebig, daher erfassen unsere Zählungen nicht nur lokale Kegelrobben, sondern auch Besucher aus anderen Regionen“, sagt Jessica Schop von Wageningen Marine Research, Hauptautorin des Forschungsberichts. „Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, die Populationsdynamik in einem größeren Maßstab zu betrachten und Beobachtungen aus benachbarten Kolonien in die jährliche Bewertung der Populationstrends einzubeziehen.“ 

Kegelrobben sind die größten Raubtiere an der Wattenmeerküste und eine der symbolträchtigsten Arten der Region. Ihr Bestand wird jährlich im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit zwischen Dänemark, Deutschland und den Niederlanden gezählt.

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Glosse: Vorsicht, wenn das Heilung verflucht teuer wird!

Von Gerd Abeldt

Wilhelmshaven (2. 7. 2026) – Seien Sie froh, wenn Sie kein Russisch können. Sie leben dann möglicherweise sicherer. Und das hat nichts mit neuen Einreisebestimmungen in die USA oder automatisierten Abhörmethoden des CIA zu tun.

Ohne Russisch-Kenntnisse, so die Hoffnung, geraten Sie nicht ins Visier einer vermeintlichen Wunderheilerin, die zuletzt in Wilhelmshaven ihre Dienste angeboten hat. Wie die Polizei berichtet, hat dort am vergangenen Donnerstag eine 74-jährige Seniorin die Dienste der Anfang 40-jährigen Frau mit kräftiger Statur und blonden, zusammengesteckten Haaren in Anspruch genommen. 

Gegen 10 Uhr sei die Rentnerin im Wendehammer der Otto-Meentz-Straße, Ecke Bismarckstraße, von zwei bislang unbekannten Täterinnen angesprochen worden. Eine dieser Frauen offenbarte der 74-Jährigen, dass sie verflucht sei – auf Russisch, was auch das Opfer bestens beherrscht.

Sie ahnen schon, wie die Geschichte weiter ging? Die Helferin bot ihre Dienste gegen den Fluch an. Eine zweite Frau – etwa 50, dunkelbraune Haare, ebenfalls mit akzentfreiem Russisch – kam hinzu und bestätigte die Fähigkeiten der Heilerin. Na dann …

Die 74-Jährige wurde nach Darstellung der Polizei von der vermeintlichen Heilerin über mehrere Stunden in ein Gespräch verwickelt. Dabei erklärte sie, dass sie für die Heilung neben Lebensmitteln auch das Bargeld der Verfluchten benötige.

Das eigentliche Heilungsritual wurde in der Bismarckstraße im Bereich der Bushaltestelle „Stettiner Straße“ in der Nähe eines Friseursalons vollzogen. Dabei wurde das Geld in ein Tuch gewickelt. Die Heilerin übergab das Bündel an die Seniorin, die es für eine bestimmte Zeit unter ihre Matratze legen solle, um den Fluch zu brechen.

Es kam wie es kommen musste: Die Geschädigte offenbarte sich ihren Angehörigen. Eine Nachschau ergab, dass sich in dem Beutel anstelle des Geldes lediglich Papier befand. Wie viel Geld die Seniorin für ihre „Heilung“ eingebüßt hat, berichtet die Polizei nicht.

Sie können kein Russisch? Na dann seien Sie trotzdem vorsichtig. Schon wegen der Ähnlichkeiten des Vorfalls zu den Praktiken selbst ernannter Heiler mit deutschen Wurzeln. Am Anfang steht eine Diagnose. Es folgt ein Heilungsversprechen. Dann wird es teuer. Und oft genug ist in Nachgang unklar, ob die Heilung gewirkt hat. Vielleicht, so die Hoffnung, wurde ja die 74-Jährige auch tatsächlich von ihrem Fluch befreit …

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13-jährigen Schüler bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt

Friesland/Wangerland (18. 6. 2026) – Nachdem es an einer Schule in der Region zu einem so genannten „Choking-Game“-Vorfall gekommen ist, warnt die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland vor dieser Art von gefährlichen Mutproben, die insbesondere über soziale Medien verbreitet werden. Ziel ist es, durch das Zudrücken des Halses oder andere Methoden die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn bewusst einzuschränken, um einen kurzen Rauschzustand oder eine Bewusstseinsveränderung herbeizuführen. Die Handlungen werden dabei häufig gefilmt und anschließend in sozialen Netzwerken geteilt.

Polizei warnt vor gefährlichen Mutproben

In der vergangenen Woche habe ein 13-jähriger Schüler einen Mitschüler von hinten bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Gegen den Jugendlichen werde jetzt d wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, teilte die Polizei heute mit.

Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass diese vermeintliche Mutprobe erhebliche gesundheitliche Risiken birgt. Bereits nach kurzer Zeit kann Sauerstoffmangel zu Bewusstlosigkeit, schweren Verletzungen, dauerhaften gesundheitlichen Schäden oder sogar zum Tod führen, „Kein Trend, keine Challenge und kein Video sind es wert, die eigene Gesundheit oder das eigene Leben aufs Spiel zu setzen.“

Eltern sollten mit ihren Kindern sprechen

Darüber hinaus können auch rechtliche Konsequenzen drohen, warnt die Polizei. Wer andere zu solchen Handlungen auffordert, diese unterstützt oder entsprechende Inhalte verbreitet, mache sich unter Umständen strafbar. Die Polizei appelliert insbesondere an Eltern und Erziehungsberechtigte, das Gespräch mit Kindern und Jugendlichen zu suchen und sie über die erheblichen Gefahren solcher Mutproben aufzuklären. „Ein offener Austausch kann dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gefährliche Nachahmungen zu verhindern.“

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Zoll tauft neues Wachschiff auf den Namen „Friesland“

Wilhelmshaven (17. 6. 2026) – Der Zoll hat heute mit einem feierlichen Festakt am Marinestützpunkt in Wilhelmshaven sein neues LNG-Einwachenschiff „Friesland“ getauft und in Dienst gestellt. Taufpatin war die Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller (SPD) aus Varel. Sie wünschte dem Schiff im Beisein des Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Dennis Rohde, „allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“. 

Die Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller tauft das neue Schiff des Zolls in Wilhelmshaven auf den Namen „Friesland“. Foto: Zoll

Das über 55 Meter lange und zehn Meter breite Einsatzschiff wird künftig von Wilhelmshaven aus in der Nordsee eingesetzt. Zu den zentralen Aufgaben der zehnköpfigen Besatzung, darunter zwei Kontrollbeamte, gehören die Überwachung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs sowie die Durchsetzung der Zollvorschriften bis in die ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ).

Emissionsarmer Antrieb

Die 25,5 Knoten schnelle „Friesland“ wurde auf der Peene-Werft in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) gebaut und verfügt über einen emissionsarmen LNG-Antrieb (LNG, liquefied natural gas), der, anders als die herkömmlichen Dieselantriebe, nahezu keine Schwefeldioxide sowie deutlich weniger Stickoxide und Feinstaub ausstößt. Auch die Emission von Kohlenstoffdioxid liegt um bis zu 20 Prozent niedriger.

Das neue Zollschiff ist mit modernster Kontroll- und Überwachungstechnik ausgestattet. An Bord befindet sich zudem Festrumpf-Schlauchboot mit dem Namen „Klaas“ ein als Tochterboot, das
insbesondere bei Kontrollen und Boarding-Manövern zusätzliche Einsatzmöglichkeiten eröffnet.

Überwachung des Seeeraumes

„Die ,Friesland‘ zeigt sehr anschaulich, wie wir in moderne und nachhaltige Einsatzmittel in der Seeraumüberwachung investieren – und damit in Schutz und Ordnung auf See“, sagte Dennis Rohde. „Die an Bord eingesetzten Zöllnerinnen und Zöllner sorgen für Gerechtigkeit und für Sicherheit hier an ihrem Einsatzort auf dem Jadebusen, auf dem Küstenmeer der ostfriesischen Inseln bis in die Ausschließliche Wirtschaftszone.“

Die Leiterin des Hauptzollamts Oldenburg, Regierungsdirektorin Stephanie Grotheer: „Ich freue mich sehr, dass uns mit der Indienststellung der ,Friesland’ nunmehr auch am Standort Wilhelmshaven ein hochmodernes maritimes Einsatzmittel zur Verfügung steht.“ Der Kapitän des Zollschiffs, Marlon Unnold, bedankte sich bei der Taufpatin, den Gästen und bei der Werft.

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Segeltour gegen die Industrialisierung des Wattenmeeres

Hooksiel/Wilhelmshaven (17. 6. 2026) – Ein besonderes Segelboot hat am Dienstagnachmittag Hooksiel in Richtung Wilhelmshaven passiert – die „Malizia Explorer“. Mit der Tour „Segel setzen für den Meeresschutz“ will die Deutsche Umwelthilfe (DUH) auf die industrielle Übernutzung der deutschen Nordsee aufmerksam machen. Mit an Bord: Bekannte Umwelt- und Klimaschutzaktivisten wie Luisa Neubauer und Nathan Goldblat sowie Meeresschutz- und Energieexperten.

Die „Malizia Explorer“, ein Segelschiff mit Forschern und Umweltschutzaktivisten an Bord, passierte auf ihre Protestfahrt gegen die Industrialisierung der Nordsee nach Wilhelmshaven den Außenhafen von Hooksiel, in dessen Sichtweite sich die LNG-Terminals befinden.

Ihre Botschaft: „Die Nordsee darf nicht weiter zur Industriezone für fossile Projekte und zerstörerische Nutzung gemacht werden. Klima- und Meeresschutz müssen Vorrang haben – besonders in Schutzgebieten.“

Von Borkum bis Brunsbüttel

Die Umweltschützer warnen vor neuen Gasbohrungen vor Borkum in unmittelbarer Nähe zum Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer. Ein Dorn im Auge sind ihnen auch die zunehmende Zahl an LNG-Terminals. Obwohl der Gasverbrauch sinke und bestehende Terminals nur gering ausgelastet sind, würden weitere LNG-Kapazitäten geplant – etwa in Stade. „Damit drohen fossile Überkapazitäten, neue Abhängigkeiten und zusätzliche Belastungen für Küstenökosysteme.“

Belastung durch Lärm, Licht und Biozide

Die Segeltour mit dem 26 Meter langen Expeditionsschiff führt die Aktivisten von Borkum über die LNG-Anleger in der Jade weiter zur Ölförder-Plattform Mittelplate vor Friedrichskoog bis zum LNG-Terminal in Brunsbüttel. Vor der Hafeneinfahrt nach Wilhelmshaven wurden sie von Aktivisten des Bündnisses von Klima- und Umweltschutzverbänden „Netzwerk Energiedrehscheibe“ begrüßt. Wilhelmshaven mit seinen zwei Flüssigerdgas-Regasifizierungsschiffen stehe exemplarisch für den massiven Ausbau von LNG-Infrastruktur an der deutschen Küste. Zudem ist ein weiteres landseitiges Terminal in Planung.

Belastungen für das sensible Küstenökosystemen und den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sehen die Naturschützer unter anderem durch Schiffsverkehr, Lärm, Licht, Schadstoffe, Biozide sowie neue Hafen- und Pipelineinfrastruktur. Aus Sicht der DUH zeigt Wilhelmshaven, wie fossile Überkapazitäten geschaffen und langfristige Gasabhängigkeiten zementiert werden.

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Westlake übernimmt PVC-Werk: 350 Arbeitsplätze gesichert

Wilhelmshaven (16. 6. 2026) – Der Verkauf der Vynova Wilhelmshaven GmbH an die Westlake Vinnolit GmbH & Co. KG ist vollzogen. Das teilte Dr. Christian Kaufmann mit. Damit sei „ein wichtiger Meilenstein erreicht“. Zuvor hatte die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags stattgefunden.  „Mit dem Vollzug der Transaktion haben wir eine tragfähige und zukunftsorientierte Lösung für den Standort Wilhelmshaven erreicht. Der Einstieg eines strategischen Investors sichert die Fortführung der Produktion und eröffnet dem Werk langfristige Perspektiven“, so der Insolvenzverwalter. 

Der US-Konzern Westlake Vinnolit lobt insbesondere die gute Infrastruktur und die Lage am tiefen Fahrwasser des Vynova-Werkes in Wilhelmshaven. Foto: Vynova

Das Amtsgericht Wilhelmshaven hatte am Montag das Insolvenzverfahren eröffnet und Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH zum Insolvenzverwalter ernannt. Er war bereits seit der Anordnung der vorläufigen Verwaltung als vorläufiger Insolvenzverwalter tätig. Mit dem Kauf übernimmt die deutsche Westlake-Tochter den Geschäftsbetrieb des Chemiewerke in Wilhelmshaven sowie sämtliche rund 350 Arbeitsplätze. Damit sei die Grundlage für eine nachhaltige Fortführung des Betriebs geschaffen, so Kaufmann. 

Dank an Banken und Landesregierung

„Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie wichtig die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ist. Mein besonderer Dank gilt den Mitarbeitern, die den Betrieb trotz der mit einer Insolvenz verbundenen Unsicherheit mit großem Engagement unterstützt haben, insbesondere auch der Leitungsebene um den Geschäftsführer Dr. Peter Prinz“, so Kaufmann weiter. „Eine solche Transaktion erfordert eine intensive Zusammenarbeit verschiedener Teams.“

Strategischer Investor

Kaufmann dankte unter anderem auch den beteiligten Banken, der Nord/LB und der Volksbank Wilhelmshaven eG, für den gewährten Massekredit sowie der Landesregierung um Ministerpräsident Olaf Lies und Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne und den Mitarbeitern des Wirtschaftsministeriums für die Unterstützung, nicht zuletzt durch eine Landesbürgschaft.

Der Produktionsstandort für Polyvinylchlorid (PVC) und Vinylchloridmonomer (VCM) zählt zu den bedeutenden Anlagen seiner Art in Europa. Mit der Übernahme stärkt Westlake Vinnolit seine Marktposition und erweitert seine Produktionskapazitäten. „Diese Akquisition stärkt unser Geschäft, indem sie unsere globale Chlorvinyl-Produktionsbasis erweitert und unsere bestehenden Chlorvinyl-Produktionsanlagen in Europa und Nordamerika ergänzt“, so Jean-Marc Gilson, Präsident und Chief Executive Officer von Westlake. Das Werk in Wilhelmshaven profitiere von einer vorteilhaften logistischen Infrastruktur, einschließlich eines Tiefwasserhafens, der eine effiziente Versorgung mit Rohstoffen ermögliche. Gilson: „Wir freuen uns darauf, die Mitarbeiter des Standorts in der Westlake-Familie willkommen zu heißen.“

Hauptsitz in Houston

Westlake Vinnolit ist ein Mitglied der Westlake Unternehmensgruppe. Die Westlake Corporation ist an der New York Stock Exchange gelistet und hat seinen Hauptsitz in Houston sowie Betriebe in Asien, Europa und Nordamerika. Westlake wurde 1986 gegründet und beschäftigt weltweit rund 14.600 Mitarbeiter.

Als ein führender europäischer Hersteller von PVC und wichtiger Partner für Natronlauge bietet Westlake Vinnolit maßgeschneiderte Lösungen für Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland rund 1.400 Mitarbeiter in der Zentrale in Ismaning bei München sowie an seinen vier Produktionsstandorten in Bayern und Nordrhein-Westfalen. 

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Unbedingt gehörigen Abstand zu Robben im Watt halten

Wilhelmshaven/Wangerland (16. 6. 2026) – Jedes Jahr werden im deutschen Wattenmeer mehr als 7.000 Seehunde geboren. Die Hauptgeburtszeit liegt zwischen Anfang Juni und Mitte Juli. 
Immer wieder werden so genannte „Heuler“ aufgefunden, also Seehunde im Alter von bis zu sechs Wochen, die von ihrer Mutter getrennt sind. 

Nicht jeder einsame Seehund am Strand ist ein hilfsbedürftiger „Heuler“. Robben ruhen sich auch einfach nur aus. Foto: Martin Stock / LKN.SH 

Wichtig, so die Nationalpark-Verwaltung: „Nicht jede allein liegende Robbe ist ein hilfsbedürftiger Heuler. Ob ein Seehundjunges tatsächlich Unterstützung braucht, können nur erfahrene Fachleute beurteilen.“ Wer ein Jungtier entdeckt, sollte unbedingt Abstand halten, es nicht anfassen und auf keinen Fall aufnehmen.

Kontakt mit Menschen gefährlich

Schon der einfache Kontakt mit Menschen könne dazu führen, dass die Seehund-Mutter nicht mehr zurückkehrt und das Junge in Obhut genommen werden muss. „Außerdem können Robben beißen und Krankheiten übertragen, auch wenn sie gesund wirken“, warnen Seehund-Fachleute. 

Die Nationalparkverwaltung rät bei der Sichtung eines „Heulers“: Weiträumig Abstand halten (nach Möglichkeit 300 Meter), den Weg zum Wasser nicht versperren, ruhig bleiben, Hunde anleinen und von dem Tier fernhalten. „Das Jungtier soll unbedingt am Fundort belassen werden, damit die Mutter es gegebenenfalls wiederfinden kann.“

Ansprechpartner Seehundstation

Wer einen Heuler oder eine hilfsbedürftige Robbe findet, sollte den Fundort möglichst genau melden. Erster Ansprechpartner in Niedersachsen ist die Seehundstation Nationalpark-Haus Norddeich (Tel. 04931 97333-0).

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Hooksieler Planungsbüro unterstützt Projekte zur Energiewende

Hooksiel (11. 6. 2026) – Das Leben von Tobias Geisen ist voller Energie. Beruflich und privat. Als Unternehmer setzt der Hooksieler auf Projekte im Zusammenhang mit der Energiewende. Privat will er Hooksiel in Schwung bringen – sei es als Vorsitzender des örtlichen Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe, im Vorstand von Dorfgemeinschaft und Förderverein der Grundschule oder auch als Initiator des Projekts „Hooksmeer 2.0“.

Trassen wie etwa die für die Gaspipeline von Hooksiel nach Etzel wollen genau geplant sein. Die Hooksieler Nojalu Infrastruktur GmbH unterstützt dabei die Investoren. Foto: Nojalu

Geisen (47) ist in der Eifel in der Nähe von Koblenz geboren. Nach der Schule hat er an der Technischen Universität Clausthal im Harz Bergbau mit den Schwerpunkten Tiefbau und Bohrtechnik studiert und im Anschluss ab 2005 als Bergbau-Ingenieur gearbeitet. „Als Steiger im Schichtdienst in K+S-Bergwerken in Neuhof bei Fulda und Zielitz bei Magdeburg“, erinnert sich Geisen. Sechs Jahre lang habe er danach im Salzbergwerk Bernburg an der Saale sein Geld verdient, zuletzt als stellvertretender Produktionsleiter.

Als Steiger in Bergwerken gearbeitet

Danach ging es nach Kanada, wo der Kasseler K+S-Konzern ein neues Kali-Bergwerk aus dem Boden stampfen wollte. Ein Milliarden-Projekt mitten in der Prärie, an dessen Planung und Bau Geisen beteiligt war. Nach Fertigstellung des untertägigen Bereichs im neuen Solfeld kehrte der Ingenieur aber mit Frau und dem ersten Kind im Gepäck 2015 nach Deutschland zurück und arbeite hier noch bis 2018 für den K+S-Konzern.

Der Weg in die Selbstständigkeit begann 2018 mit dem Einstieg als Geschäftsführer und Mitgesellschafter in ein Planungsunternehmen in Esens. Die Familie Geisen mit damals zwei Kindern zog nach Hooksiel. Das Unternehmen wuchs schnell von zehn auf 45 Mitarbeiter. „Zu schnell“, sagt Geisen aus heutiger Sicht. Es gab Unstimmigkeiten zwischen den Gesellschaftern. Man trennte sich 2021. Und Tobias Geisen gründete mit der Nojalu Infrastruktur GmbH sein eigenes Planungs- und Ingenieurbüro. Nojalu steht übrigens für die ersten Buchstaben der mittlerweile drei Söhne von Familie Geisen.

Planung von Trassen für Kabel und Pipelines

Die acht bis neun Mitarbeiter des Unternehmens begleiten heute in ganz Deutschland Vorhaben, vornehmlich Infrastrukturplanungen wie etwa für die Verlegung von Erdkabeln oder den Bau von Rohrleitungen und Pipelines für Strom, Gas oder Wasser. Von Windrädern auf See gewonnener Strom muss per Kabel an Land gebracht, per Schiff importiertes Flüssigerdgas (LNG) zu Kavernen gepumpt werden. Hier kreuzen andere Kabel, dort müssen Straßen- oder Bahngleise passiert werden.

Zur Planung gehört viel technisches Wissen, aber auch die Begleitung von Genehmigungsverfahren oder Gespräche mit Kommunen und betroffenen Grundeigentümern. „Meist verstärken wir die Teams der Investoren. Wir sind die Antwort auf den Fachkräftemangel“, so Geisen. „Über einen Mangel an Aufträgen brauchen wir uns die nächsten 20 Jahre keine Sorgen machen.“

Großprojekte in ganz Deutschland

Zur Expertise des Unternehmens gehören auch Planungen im Bereich der Geothermie, also der Nutzung der im Erdinneren erzeugten Wärme. Geschäftsführer Geisen selbst arbeitet mit an den Planungen für den „Suedlink“, eine der gewaltigen Stromleitungen, über die in einigen Jahren Windstrom aus dem Norden in den Süden der Republik transportiert werden soll. Eingebunden sei sein Unternehmen auch in die Planung eines Infrastruktur-Tunnels in Berlin. Hinzu kommen Investitionen im Bereich der „Energiedrehscheibe“ Wilhelmshaven wie etwa das NeuConnect-Projekt. Ziel ist es, die Stromnetze Großbritanniens und Deutschlands mit einem Seekabel zu verbinden. Dafür müssen aber auch landseitig geeignete Kabeltrassen gefunden werden.

Geisen ist überzeugt davon, dass die zahlreichen Energieprojekte im Raum Wilhelmshaven die Region verändern. Dabei sieht er auch Chancen für das benachbarte Hooksiel. Etwa für Gastronomie und Hotellerie oder für die Ansiedlung von Unternehmen. „Es werden viele Firmen in die Region kommen, auch kleinere. Die benötigen sofort Büroräume – und später vielleicht auch ein Grundstück in einem Gewerbegebiet.“

Bedarf an „Co-Working-Büros“

Gerade in der Startphase seien da so genannte „Co-Working-Büros“ interessant, also voll ausgestattete Büroräume, die die Unternehmen für eine bestimmte Zeit mieten. Nach den Vorstellungen von Geisen könnten einige davon in einem Mehrzweckgebäude am Hooksieler Außenhafen untergebracht werden – mit Blick auf die Jade und den Voslapper Groden.

Ausdrücklich unterstützt er die Pläne der Hafengesellschaft NPorts, den Außenhafen durch ein Mehrzweckgebäude aufzuwerten. Da NPorts selbst nicht als Investor auftreten will, hatte Geisen kürzlich im Gemeindeentwicklungs-Ausschuss seine Idee vorgetragen, das Gebäude mit Hilfe von Fördermitteln des Bundes durch eine noch zu gründende gemeinnützige GmbH zu errichten. Im ersten Anlauf verfing der Vorschlag bei den Politkern noch nicht. Ob es einen zweiten Vorstoß geben wird, bleibt abzuwarten. 

Eigener Hund wies den Weg in die Selbstständigkeit

Hooksiel (9. 6. 2026) – Ihr Start-Up „Bellari“ gilt als Musterbeispiel für eine Unternehmensgründung. Ihre Liebe zu Hunden kennt keine Grenzen. Vier Mal war die in Hooksiel lebende Unternehmerin Ann-Christin Schubert inzwischen mit einer Hilfsorganisation in der Ukraine, um Menschen und Vierbeinern in dem vom Krieg geschundenen Land zu helfen, teilweise nur wenige Hundert Meter hinter der Frontlinie.

Die Hooksieler Jungunternehmerin Ann-Christin Schubert schildert ihren Weg in die Selbstständigkeit in einem Podcast der „Gezeitengänger“.

Jetzt hat die 32-Jährige eine weitere Herausforderung gemeistert. Sie wurde von Jens Koch und Christopher Groß nach Bad Zwischenahn zum Format „Gezeitengänger“ eingeladen und hat sich fast eine Stunde lang einem Interview gestellt, das jetzt als Podcast kostenlos abgerufen werden kann (open.spotify.com). 

Nachgezeichnet wird in dem Gespräch der Weg und die Motivation der in Wilhelmshaven geborenen jungen Frau in die Selbstständigkeit – und zwar schon während ihres Wirtschaftsstudiums an der Jade-Hochschule. Wegweiser dafür waren ihr eigener Hund und die Idee, dass man aus alten Feuerwehrschläuchen besonders strapazierfähiges Hundespielzeug herstellen können müsste. 

Wo bekommt man die Schläuche her? Wie entsteht ein erster Prototyp? Wie kann eine Produktionslinie aussehen? Und wie findet man letztlich Käufer für das neue Produkt? Fragen über Fragen. Als Herzstück ihres Unternehmens hat Ann-Katrin Schubert 2021 den Online-Shop „bellarie.de“ aufgebaut. Ein Jahr später wurde sie mit dem „Gründerpreis Nordwest“ ausgezeichnet. Inzwischen haben auch verschiedene Ladengeschäfte ihre Produkte im Angebot. 

Wer im Internet bei den „Gezeitengängern“ vorbeischaut, hat zudem die Chance, – neben Produkten von anderen Gesprächspartnern – von Ann-Christin Schubert entwickelte Futterdummys für Hunde (Markenname: „Herr Schrödinger“) zu ersteigern. Die Erlöse der Benefizaktion sollen der NCL-Stiftung zugute kommen, die an Kinderdemenz erkrankte Kinder und deren Familien sowie die Forschung zu diesem Thema unterstützt. 

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Jade-Weser-Port: Acht Tonnen Kokain in Container entdeckt

Wilhelmshaven (3. 6. 2026) – Es war eines der größten Drogenfunde des deutschen Zolls überhaupt. Über acht Tonnen Kokain haben Einsatzkräfte des Hauptzollamts Oldenburg bereits am 9. Februar dieses Jahres im Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven beschlagnahmt. Aus ermittlungstaktischen Gründen verkündeten die Staatsanwaltschaft Aurich und der Zoll ihren Erfolg erst heute.

In einem für Spanien bestimmten Container entdeckten Zollbeamte bereits im Februar acht Tonnen Kakain. Foto: Zoll

Die Belohnung: Nach erfolgreicher Zusammenarbeit des Zollfahndungsamts Hannover mit den spanischen Zollbehörden unter Einbindung des Zollkriminalamts nahmen spanische Ermittlungskräfte Mitte Mai zwei Beschuldigte in Spanien fest. Das sichergestellte Kokain hatte einen Straßenverkaufswert von circa 500 Millionen Euro. 

Verkaufswert von 500 Mio. Euro

Zur Vorgeschichte: Im Februar 2026 war nach einer entsprechender Risikoanalyse im Jade-Weser-Port ein Seecontainer kontrolliert worden, der mit einem Frachtschiff aus Westafrika nach Wilhelmshaven gebracht worden war. Laut Frachtpapieren sollte der Container mit Kakaobohnen in Säcken beladen sein, die für Spanien bestimmt waren.

Beim Röntgen des Containers sei der Kontrolleinheit des Hauptzollamts Oldenburg mehrere Unregelmäßigkeiten aufgefallen, die eine intensivere Kontrolle auslösten. „Statt der angemeldeten Kakaobohnen konnten insgesamt über 400 mit schwarzer Folie umwickelte Pakete festgestellt werden. In jedem dieser Pakete befanden sich rund 20 hartgepresste Kokainblöcke“, heißt es in einer Erklärung von Staatsanwaltschaft und Zoll. Das Gesamtgewicht der illegalen Fracht habe rund acht Tonnen betragen. Damit handelte es sich um eine der größten Kokain-Sicherstellungen in Deutschland der vergangenen Jahre.

Das Zollfahndungsamt Hannover führte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Aurich (Zentralstelle zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität) die Ermittlungen. Da der Container mit dem Kokain für Spanien bestimmt war, wurden weitere Ermittlungsmaßnahmen durch die spanischen Zollbehörde unter Einbindung eines deutschen Zollverbindungsbeamten veranlasst.

Festnahmen in Spanien

Die Kokainpakete wurden durch die Täter mit GPS-Sendern versehen, um jederzeit den Standort der illegalen Fracht zu kennen. „Vor dem Weitertransport des Containers nach Barcelona wurde die illegale Ladung in Deutschland unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen vernichtet“, erläuterte Oberstaatsanwalt Jan Wilken von der Staatsanwaltschaft Aurich. „Wir nehmen so den Kriminellen die Möglichkeit, sich gewaltsam das beschlagnahmte Kokain zu einem späteren Zeitpunkt zurückzuholen.“

Im Rahmen der Folgeermittlungen in Spanien wurden unter anderem zwei Drahtzieher identifiziert werden, die verdächtig sind, den Schmuggel der acht Tonnen Kokain nach Europa organisiert zu haben. Nach umfangreichen kriminaltaktischen Maßnahmen in Barcelona konnten die Beschuldigten schließlich Mitte Mai 2026 im Rahmen einer Übergabe des Containers in einem Gewerbegebiet bei El Ejido in der Provinz Almería festgenommen werden.

Das beschlagnahmte Rauschgift wurde von den Ermittlern vernichtet. Foto: Zoll

Einer der Beschuldigten, der Geschäftsführer eines Importunternehmens, wird zudem vom spanischen Zoll mit einer früheren Kokainlieferung auf dem Seeweg in Verbindung gebracht. Für die beiden Festgenommenen wurde Untersuchungshaft angeordnet. Ihnen drohen in Spanien mehrjährige Haftstrafen.

International Zusammenarbeit

„Die Sicherstellung von acht Tonnen Kokain und der sich anschließende Ermittlungserfolg verdeutlichen erneut die Schlagkraft des deutschen Zolls“, betont Dr. Tino Igelmann vom Zollkrimanalamt. „Dieses Ermittlungsverfahren des Zollfahndungsamts Hannover unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Aurich erforderte höchste Professionalität und Konspirativität.“

Grundlage für den Erfolg sei die fachliche und operative Expertise sowie die Beharrlichkeit der deutschen und spanischen Zollbehörden gewesen. Damit habe die Logistikschiene zerschlagen werden können. Igelmann: „Die Bekämpfung des international organisierten Rauschgiftschmuggels ist nur durch eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit möglich.“