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Beiträge veröffentlicht in “Wilhelmshaven”

Finanzierung des Strandumbaus hängt am Kohlestrukturfonds

Hooksiel (15. 7. 2026) – Im Herbst dürfte Klarheit darüber bestehen, ob die Gemeinde Wangerland den geplanten Umbau des Badestrandes in Hooksiel auf den Weg bringen kann. Wie der Hochseile Ratsherr Dieter Schäfermeister (Pro Wangerland) am Montagabend vor der Männerrunde der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland um Herbert Ulfers sagte, werde im September das Vergabegremium für die Mittel aus dem Kohlestrukturfonds tagen. Falls das Strandprojekt berücksichtig werden sollte, dürfe die Finanzierung des rund 16 Millionen Euro teuern Vorhabens gesichert sein.

Zusätzlichen Buhnen und eine kleinw Seebrücke sollen dabei helfen, den Sand am Hooksieler Badestrand dauerhaft zu sichern. Foto: hol

Der Hooksieler Badestrand verliert in Höhe des Strandhauses 1 seit Jahren an Tiefe. Durch den Abtrag durch Strömung und Sturmfluten habe sich allein seit 2012 die Tiefe des Strandes um rund 200 Meter verringert. Um den Strand dauerhaft zu sichern, soll nach den Worten von Schäfermeier ein massives, 680 Meter hohes Deckwerk gebaut werden.

Promenade auf dem Bollwerk

Das im Erdreich verankerte Bauwerk aus vergossenen Wasserbausteinen soll sich vom Standhaus 1 in einem Bogen um Strandhaus 2 herum erstrecken. Auf dem Bauwerk soll eine Promenade zum Flanieren einladen. Treppendurchlässe würden den Weg zum Wasser und zum Watt auch weiterhin barrierefrei ermöglichen.

Das Bollwerk gegen die Fluten könnte nach Überzeugung von Fachleuten den dahinter liegenden Sand schützen. Zwischen Deichverteidigungsweg und Deckwerk sollen 250.00 Kubikmeter Sand aus der Jade auf eine Höhe von 3,70 Meter aufgespült werden. Die geschützte Fläche könne dann für Gastronomie und Erholung sowie für Freizeit und Sport genutzt werden. Unter anderem soll eine Veranstaltungsbühne installiert werden.

Touristische Infrastruktur sichern

Aktuell laufen die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren, das vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit Unterstützung der Gemeinde Wangerland vorangetrieben wird. Dem liege die Überzeugung zugrunde, so Schäfermeier, dass der Strandumbau realisierbar ist und dass die neu geschaffene Infrastruktur den Tourismus in Hooksiel und der gesamten Region nützen würde.

„Allein an den Stränden in Hooksiel zählt die Wangerland Touristik rund 25.000 Auto im Jahr mit WHV-Kennzeichen“, sagte Schäfermeier. Damit sei der Nachweis erbracht, dass der Hooksieler Strand auch als Naherholungsgebiet von Wilhelmshavener Bürgern genutzt wird.

Der vom Bund mit 152 Millionen Euro gespeiste Kohlestrukturfonds soll Infrastruktur-Projekte ermöglichen, die die wirtschaftlichen Nachteile der Region ausgleichen, die durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung entstehen. Die Gemeinde Wangerland selbst fehlt das Geld, das Vorhaben zu realisieren. Aktuell stünden lediglich 3,5 Millionen Euro aus der Tourismus-Förderung des Landes bereit, so Schäfermeier. „Ohne Mittel aus dem Strukturfonds hat sich das Thema für uns erledigt.“

Wilhelmshaven Versorgungshafen für Offshore-Windparks

Wilhelmshaven (15. 7. 2026) – Seit Anfang Juli werden vom Seehafen Wilhelmshaven aus regelmäßig Offshore-Windparks versorgt. Im Auftrag deds Energiekonzerns Vattenfall übernimmt die Jade Dienst GmbH ab sofort im 14-tägigen Rhythmus die Verladung und Einlagerung von Ersatzteilen und Versorgungsgütern sowie weiterem Material, das für den Betrieb der Windparks benötigt wird. Darauf weist die Marketinggesellschaft „Seaports of Niedersachsen“ in.

Auch spezielle Kräne für den Einsatz auf Offshore-Windenergieanlagen wurden in Wilhelmshaven auf MV Acta Auriga verladen. Foto: Seaports 

Versorgt werden die Offshore-Windparks DanTysk (rund 70 Kilometer westlich von Sylt) und Sandbank (rund 90 Kilometer westlich von Sylt). Neben der Materiallogistik erfolgen in Wilhelmshaven künftig auch die Besatzungswechsel der Techniker sowie der Schiffscrew. 

Offshore-Windparks sind längst ein wichtiger Bestandteil für die Energiewende. Durch die Windkraft, die auf See stärker und gleichmäßiger ist als an Land, liefern sie große Mengen an erneuerbarem Strom. Mit Wilhelmshaven als Versorgungsstandort wächst die Relevanz des Seehafens als Hub für nachhaltige Energien weiter. 

Den Auftakt bildete am 1. Juli der Erstanlauf des „MV Acta Auriga“. Das 2018 gebaute, 93,4 Meter lange Spezialschiff wurde an den Anlagen der Jade Dienst GmbH im Inneren Hafen Wilhelmshaven in wenigen Stunden gelöscht und wieder beladen und damit für seinen Einsatz in den Offshore Windparks ausgerüstet. 

Drei Schwerverletzte bei Unfall unmittelbar vor Hooksiel

Hooksiel/Wilhelmshaven (12. 7. 2026) – Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Landesstraße 810 kurz vor Hooksiel sind am heutigen Sonntagmorgen drei Menschen schwer verletz worden. Nach Darstellung der Polizei fuhr ein 21-jähriger Wilhelmshavener mit einem VW Caddy in Richtung Wilhelmshaven. Aus bislang ungeklärter Ursache sei er gegen 8.25 Uhr auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal mit einem entgegenkommenden Range Rover zusammengeprallt.

Die am Unfall beteiligen Autos wurden komplett zerstört. Die drei Beteiligten wurden in Krankenhäuser gebracht. Foto: Polizei

Der Unfall ereignete sich auf der Hooksieler Landstraße in der Nähe der Einmündung „Klein Buschhausen“. Durch die Wucht des Aufpralls schleuderte der Range Rover gegen einen Baum und kam halb im Straßengraben zum Stillstand. Der Wagen wurde von einem 58-jährigen Mann aus Gütersloh gelenkt. Mit ihm im Auto befanden sich seine 59-jährige Ehefrau, die auf dem Beifahrersitz saß, und ein Hund, der den Unfall unverletzt überstand.

Feuerwehr befreit Insassen

Die beiden Insassen konnten das stark deformierte Fahrzeug nicht eigenständig verlassen. Einsatzkräfte der Feuerwehr befreiten sie mit technischem Gerät. „Alle drei Unfallbeteiligten erlitten schwere, nach ersten Erkenntnissen jedoch nicht lebensgefährliche Verletzungen“, so die Polizei. Rettungskräfte versorgten die Opfer zunächst an der Unfallstelle und brachten sie anschließend in umliegende Krankenhäuser. Die 59-jährige Beifahrerin musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik transportiert werden.

L 810 zwei Stunden lang gesperrt

An beiden Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden. Abschleppunternehmen bargen die völlig zerstörten Wagen. Die Freiwillige Feuerwehr Hooksiel unterstützte bei der Absicherung der Einsatzstelle. Während der Unfallaufnahme und der Bergungsarbeiten sperrte die Polizei die Hooksieler Landstraße für rund zwei Stunden vollständig. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.

Ausdrücklich lobt die Polizei die Ersthelfer, die sich unmittelbar nach dem Zusammenstoß um die Verletzten kümmerten und bis zum Eintreffen der Rettungskräfte vorbildlich Unterstützung leisteten.

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Müllfahrzeug von der Landesstraße 810 abgekommen

Wilhelmshaven (8. 7. 2026) – Aufgrund eines medizinischen Notfalls des Fahrers ist am Dienstag gegen 15.40 Uhr eine Müllwagen von der Hooksieler Landstraße abgekommen. Dabei habe sich der Fahrzeugführer leicht verletzt, so die Polizei. Der 56-jährige Mann aus Wilhelmshaven sei mit dem Müllfahrzeug auf der Landesstraße 810 aus Richtung Wilhelmshaven kommend in Richtung Hooksiel unterwegs.

Aufgrund des Notfalls geriet der Fahrer im Bereich der Ausfahrt Fedderwardergroden in den Gegenverkehr. Anschließend kam der Wagen nach links von der Fahrbahn ab. Das Müllfahrzeug geriet auf die Berme und beschädigte diese sowie die dortige Leitplanke auf einer Länge von rund 50 Metern. Zu einer Kollision mit anderen Fahrzeugen kam es nicht.

Der 56-Jährige wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Er wurde durch den Rettungsdienst zur weiteren medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Das Müllfahrzeug wurde bei dem Unfall beschädigt und wurde durch die Betreiberfirma aus der Berme geborgen und abgeschleppt.

Die Höhe des Schadens könne noch nicht beziffert werden, so die Polizei. Für die Dauer der Unfallaufnahme war die Hooksieler Landstraße im Bereich der Unfallstelle in beide Fahrtrichtungen für etwa zwei Stunden voll gesperrt. Unter anderem mussten auslaufender Betriebsstoffe beseitigt werden.

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Experten begeistert von Mooshummel und Strandwinde

Wangerland/Wilhelmshaven (6. 7. 2026) – Seit 20 Jahren durchkämmen Artenkenner am „Nationalpark-Tag der Artenvielfalt“ in einem jährlich wechselnden Teilgebiet des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer die Naturlandschaft. In diesem Jahr haben 35 Expertinnen und Experten Lebensräume vor Schillig im Wangerland ins Visier genommen und eine große Biodiversität vorgefunden. „Dass wir hier auf dem Festland unmittelbar neben touristisch stark genutzten Bereichen eine hohe Zahl an verschiedenen Arten nachweisen konnten, ist ein großartiges Zeichen: „Nationalpark wirkt!“, erklärte Benedikt Wiggering, Dezernent für Biodiversität, Forschung und Monitoring der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. 

Über 20 Jahre hat sich ein Netzwerk von Expertinnen und Experten entwickelt, das die Artenvielfalt dokumentiert. Foto: Michael Räder/NLPV

Der Küstenort bietet eine für das friesländische Festland eher untypische Lebensraumvielfalt. Der Grund: Durch die ursprünglich künstlich geschaffenen Sandvorspülungen grenzen hier auf kleinstem Raum am Festland Salzwiesen, Dünen, Sandstrand, kleine Waldgebiete und die Watten direkt aneinander. Viele Übergänge und Grenzlebensräume bedeuten eine Fülle ökologischer Nischen für die unterschiedlichsten Lebensformen.

Sechsstündige Suche rund um Schillig

Am Treffpunkt begrüßte Wiggering die Teilnehmenden. Gruppen aus Spezialisten für bestimmte Tier- und Pflanzenarten schwärmten in verschiedene Bereiche des Schutzgebietes aus. Ihre sechsstündige Suche im Watt und an Land brachte zahlreiche spannende Nachweise zutage. Die Ausbeute wurde anschließend in der Jugendherberge Schillig zusammengetragen.

Aus der Gesamtliste von über 600 Arten stechen einige Funde hervor: Pflanzenkundler dokumentierten knapp 160 Gefäßpflanzen- und vier Moosarten. Neben typischen Küstengewächsen wie Stranddistel oder Dorniger Hauhechel sorgte ein Fund für besondere Begeisterung: Die Experten stießen auf die Strandwinde und konnten das größte Vorkommen dieser Art am Festland bestätigen.

Erstnachweis für Niedersachsen

Pilzkundler Jörg Albers kartierte beachtliche 32 Arten. In den feuchteren Bereichen des nahegelegenen Waldstücks stieß er unter anderem auf den Natternstieligen Schleimfuß. Für den Höhepunkt des Tages sorgte jedoch ein anderer Fund: Mit der Entdeckung eines Graskernlings (ein pflanzenparasitischer Pilz) gelang ein Erstnachweis für ganz Niedersachsen – möglicherweise, denn die genaue Bestimmung dieser Pilzart muss noch bestätigt werden.

In Schillig konnte die Strandwinde in der höchsten bekannten Bestandsdichte nachgewiesen werden. Foto: Benedikt Wiggering/NLPV

Das Team im Watt habe rund 30 Arten dokumentieren können, darunter verschiedene Algen und Arten des Wattbodens. Die Ergebnisse dieser Gruppe zeigten, wie dynamisch sich der Lebensraum verändert: Bei rund 20 Prozent der kartierten Arten handelte es sich um Neobiota (nicht-heimische Arten). Dazu zählten etwa die etablierte Pazifische Auster oder die Manila-Teppichmuschel, die erst vor zwei Jahren in Schillig erstmalig nachgewiesen werden konnte.

16 Wildbienenarten

Auch bei den Fluginsekten erwies sich Schillig als artenreich. Die Entomologie-Gruppe kartierte neben drei Libellenarten und einer Florfliege rund 70 Fliegen- sowie bis zu 16 Wildbienenarten. Den herausragende Fund in dieser Gruppe entdeckte Jana Deierling: Sie konnte ein Exemplar der in Deutschland stark gefährdeten Mooshummel nachweisen – ein Fund, der für große Freude sorgte und die Bedeutung intakter, vielfältiger Lebensräume unterstreicht.

Der Nationalpark ist reich an Insekten. Die Artenkenner kartierten elf Heuschrecken-, rund 50 Wanzen und mehr als 40 Zikadenarten. Auch die Käfer-Spezialist kamen mit etwa 60 unterschiedlichen Arten voll auf ihre Kosten. Seltener sind in Schillig die Schmetterlinge. Das Team verzeichnete 13 verschiedene Tagfalter-, darunter den bekannten Admiral, sowie elf Nachtfalterarten wie das auffällige Taubenschwänzchen.

Raubseeschwalbe auf Durchreise

Auch ein vielfältiges Bild zeigte sich bei den Wirbeltieren. Neben zehn Säugetier- und einer Amphibienart konnte die Gruppe der Ornithologen 75 verschiedene Vogelarten nachweisen. Für den Höhepunkt sorgte dabei die Sichtung einer Raubseeschwalbe – ein seltener Durchzügler auf dem Weg zwischen Brutgebieten an der Ostsee und Überwinterungsgebieten am Mittelmeer und in Afrika.

Zahl der Kegelrobben im Wattenmeer deutlich angestiegen

Wilhelmshaven/Wangerland (3. 7. 2026) – Der Bestand der Kegelrobben im Wattenmeer und auf Helgoland nimmt weiter zu. Während der Erhebungen 2025-2026 zählten Forschende 12.497 Kegelrobben und 3.385 Jungtiere, was ein weiteres Populationswachstum bestätigt. Das teilt das Trilaterale Wattenmeer-Sekretariat mit Sitz in Wilhelmshaven mit. 

Fühlen sich offenkundig wohl: Zwei Kegelrobben auf einer Sandbank. Foto: Jessica Schop 

Die Zahl der gesichteten Jungtiere sei im Vergleich zum Vorjahr um elfProzent gestiegen. In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl der Jungtiere jährlich um durchschnittlich zwölf Prozent erhöht. Wie in den Vorjahren wurden die meisten Jungtiere im niederländischen Teil des Wattenmeers (1.731) gefunden, gefolgt von Helgoland (1.077) und Niedersachsen (575), wo ein deutlicher Anstieg beobachtet wurde. 

Viele Gründe für Schwankungen

Während des Fellwechsels 2026 wurden mit 3,6 Prozent mehr Kegelrobben gezählt als im Jahr zuvor. Von den insgesamt 12.497 Tieren wurden in Niedersachsen (1.222) gesichtet, was hier einen Rückgang bedeutet. „Jährliche Schwankungen können durch Wetter, Störungen und andere Faktoren hervorgerufen werden, weshalb die langfristigen Trends im Wattenmeer der zuverlässigere Indikator sind“, so die Forschenden.

Nach Angaben der trilateralen Expertengruppe für Meeressäuger mit Mitgliedern aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden bestätigen die Zahlen die fortlaufende Ausbreitung der Kegelrobben im Wattenmeer in Richtung Osten. Gleichzeitig komme der Nachwuchs oft in benachbarten Ländern zur Welt. Der spätere Zeitpunkt der Geburten im östlichen Wattenmeer deute darauf hin, dass sich die dortigen Kolonien noch in der Entwicklung befinden.

Gesamte Wattenregion im Blick

„Kegelrobben der Nordsee bewegen sich frei und ausgiebig, daher erfassen unsere Zählungen nicht nur lokale Kegelrobben, sondern auch Besucher aus anderen Regionen“, sagt Jessica Schop von Wageningen Marine Research, Hauptautorin des Forschungsberichts. „Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, die Populationsdynamik in einem größeren Maßstab zu betrachten und Beobachtungen aus benachbarten Kolonien in die jährliche Bewertung der Populationstrends einzubeziehen.“ 

Kegelrobben sind die größten Raubtiere an der Wattenmeerküste und eine der symbolträchtigsten Arten der Region. Ihr Bestand wird jährlich im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit zwischen Dänemark, Deutschland und den Niederlanden gezählt.

Wangerland Touristik Thalassa
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Glosse: Vorsicht, wenn das Heilung verflucht teuer wird!

Von Gerd Abeldt

Wilhelmshaven (2. 7. 2026) – Seien Sie froh, wenn Sie kein Russisch können. Sie leben dann möglicherweise sicherer. Und das hat nichts mit neuen Einreisebestimmungen in die USA oder automatisierten Abhörmethoden des CIA zu tun.

Ohne Russisch-Kenntnisse, so die Hoffnung, geraten Sie nicht ins Visier einer vermeintlichen Wunderheilerin, die zuletzt in Wilhelmshaven ihre Dienste angeboten hat. Wie die Polizei berichtet, hat dort am vergangenen Donnerstag eine 74-jährige Seniorin die Dienste der Anfang 40-jährigen Frau mit kräftiger Statur und blonden, zusammengesteckten Haaren in Anspruch genommen. 

Gegen 10 Uhr sei die Rentnerin im Wendehammer der Otto-Meentz-Straße, Ecke Bismarckstraße, von zwei bislang unbekannten Täterinnen angesprochen worden. Eine dieser Frauen offenbarte der 74-Jährigen, dass sie verflucht sei – auf Russisch, was auch das Opfer bestens beherrscht.

Sie ahnen schon, wie die Geschichte weiter ging? Die Helferin bot ihre Dienste gegen den Fluch an. Eine zweite Frau – etwa 50, dunkelbraune Haare, ebenfalls mit akzentfreiem Russisch – kam hinzu und bestätigte die Fähigkeiten der Heilerin. Na dann …

Die 74-Jährige wurde nach Darstellung der Polizei von der vermeintlichen Heilerin über mehrere Stunden in ein Gespräch verwickelt. Dabei erklärte sie, dass sie für die Heilung neben Lebensmitteln auch das Bargeld der Verfluchten benötige.

Das eigentliche Heilungsritual wurde in der Bismarckstraße im Bereich der Bushaltestelle „Stettiner Straße“ in der Nähe eines Friseursalons vollzogen. Dabei wurde das Geld in ein Tuch gewickelt. Die Heilerin übergab das Bündel an die Seniorin, die es für eine bestimmte Zeit unter ihre Matratze legen solle, um den Fluch zu brechen.

Es kam wie es kommen musste: Die Geschädigte offenbarte sich ihren Angehörigen. Eine Nachschau ergab, dass sich in dem Beutel anstelle des Geldes lediglich Papier befand. Wie viel Geld die Seniorin für ihre „Heilung“ eingebüßt hat, berichtet die Polizei nicht.

Sie können kein Russisch? Na dann seien Sie trotzdem vorsichtig. Schon wegen der Ähnlichkeiten des Vorfalls zu den Praktiken selbst ernannter Heiler mit deutschen Wurzeln. Am Anfang steht eine Diagnose. Es folgt ein Heilungsversprechen. Dann wird es teuer. Und oft genug ist in Nachgang unklar, ob die Heilung gewirkt hat. Vielleicht, so die Hoffnung, wurde ja die 74-Jährige auch tatsächlich von ihrem Fluch befreit …

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13-jährigen Schüler bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt

Friesland/Wangerland (18. 6. 2026) – Nachdem es an einer Schule in der Region zu einem so genannten „Choking-Game“-Vorfall gekommen ist, warnt die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland vor dieser Art von gefährlichen Mutproben, die insbesondere über soziale Medien verbreitet werden. Ziel ist es, durch das Zudrücken des Halses oder andere Methoden die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn bewusst einzuschränken, um einen kurzen Rauschzustand oder eine Bewusstseinsveränderung herbeizuführen. Die Handlungen werden dabei häufig gefilmt und anschließend in sozialen Netzwerken geteilt.

Polizei warnt vor gefährlichen Mutproben

In der vergangenen Woche habe ein 13-jähriger Schüler einen Mitschüler von hinten bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Gegen den Jugendlichen werde jetzt d wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, teilte die Polizei heute mit.

Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass diese vermeintliche Mutprobe erhebliche gesundheitliche Risiken birgt. Bereits nach kurzer Zeit kann Sauerstoffmangel zu Bewusstlosigkeit, schweren Verletzungen, dauerhaften gesundheitlichen Schäden oder sogar zum Tod führen, „Kein Trend, keine Challenge und kein Video sind es wert, die eigene Gesundheit oder das eigene Leben aufs Spiel zu setzen.“

Eltern sollten mit ihren Kindern sprechen

Darüber hinaus können auch rechtliche Konsequenzen drohen, warnt die Polizei. Wer andere zu solchen Handlungen auffordert, diese unterstützt oder entsprechende Inhalte verbreitet, mache sich unter Umständen strafbar. Die Polizei appelliert insbesondere an Eltern und Erziehungsberechtigte, das Gespräch mit Kindern und Jugendlichen zu suchen und sie über die erheblichen Gefahren solcher Mutproben aufzuklären. „Ein offener Austausch kann dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gefährliche Nachahmungen zu verhindern.“

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Zoll tauft neues Wachschiff auf den Namen „Friesland“

Wilhelmshaven (17. 6. 2026) – Der Zoll hat heute mit einem feierlichen Festakt am Marinestützpunkt in Wilhelmshaven sein neues LNG-Einwachenschiff „Friesland“ getauft und in Dienst gestellt. Taufpatin war die Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller (SPD) aus Varel. Sie wünschte dem Schiff im Beisein des Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Dennis Rohde, „allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“. 

Die Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller tauft das neue Schiff des Zolls in Wilhelmshaven auf den Namen „Friesland“. Foto: Zoll

Das über 55 Meter lange und zehn Meter breite Einsatzschiff wird künftig von Wilhelmshaven aus in der Nordsee eingesetzt. Zu den zentralen Aufgaben der zehnköpfigen Besatzung, darunter zwei Kontrollbeamte, gehören die Überwachung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs sowie die Durchsetzung der Zollvorschriften bis in die ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ).

Emissionsarmer Antrieb

Die 25,5 Knoten schnelle „Friesland“ wurde auf der Peene-Werft in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) gebaut und verfügt über einen emissionsarmen LNG-Antrieb (LNG, liquefied natural gas), der, anders als die herkömmlichen Dieselantriebe, nahezu keine Schwefeldioxide sowie deutlich weniger Stickoxide und Feinstaub ausstößt. Auch die Emission von Kohlenstoffdioxid liegt um bis zu 20 Prozent niedriger.

Das neue Zollschiff ist mit modernster Kontroll- und Überwachungstechnik ausgestattet. An Bord befindet sich zudem Festrumpf-Schlauchboot mit dem Namen „Klaas“ ein als Tochterboot, das
insbesondere bei Kontrollen und Boarding-Manövern zusätzliche Einsatzmöglichkeiten eröffnet.

Überwachung des Seeeraumes

„Die ,Friesland‘ zeigt sehr anschaulich, wie wir in moderne und nachhaltige Einsatzmittel in der Seeraumüberwachung investieren – und damit in Schutz und Ordnung auf See“, sagte Dennis Rohde. „Die an Bord eingesetzten Zöllnerinnen und Zöllner sorgen für Gerechtigkeit und für Sicherheit hier an ihrem Einsatzort auf dem Jadebusen, auf dem Küstenmeer der ostfriesischen Inseln bis in die Ausschließliche Wirtschaftszone.“

Die Leiterin des Hauptzollamts Oldenburg, Regierungsdirektorin Stephanie Grotheer: „Ich freue mich sehr, dass uns mit der Indienststellung der ,Friesland’ nunmehr auch am Standort Wilhelmshaven ein hochmodernes maritimes Einsatzmittel zur Verfügung steht.“ Der Kapitän des Zollschiffs, Marlon Unnold, bedankte sich bei der Taufpatin, den Gästen und bei der Werft.

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Segeltour gegen die Industrialisierung des Wattenmeeres

Hooksiel/Wilhelmshaven (17. 6. 2026) – Ein besonderes Segelboot hat am Dienstagnachmittag Hooksiel in Richtung Wilhelmshaven passiert – die „Malizia Explorer“. Mit der Tour „Segel setzen für den Meeresschutz“ will die Deutsche Umwelthilfe (DUH) auf die industrielle Übernutzung der deutschen Nordsee aufmerksam machen. Mit an Bord: Bekannte Umwelt- und Klimaschutzaktivisten wie Luisa Neubauer und Nathan Goldblat sowie Meeresschutz- und Energieexperten.

Die „Malizia Explorer“, ein Segelschiff mit Forschern und Umweltschutzaktivisten an Bord, passierte auf ihre Protestfahrt gegen die Industrialisierung der Nordsee nach Wilhelmshaven den Außenhafen von Hooksiel, in dessen Sichtweite sich die LNG-Terminals befinden.

Ihre Botschaft: „Die Nordsee darf nicht weiter zur Industriezone für fossile Projekte und zerstörerische Nutzung gemacht werden. Klima- und Meeresschutz müssen Vorrang haben – besonders in Schutzgebieten.“

Von Borkum bis Brunsbüttel

Die Umweltschützer warnen vor neuen Gasbohrungen vor Borkum in unmittelbarer Nähe zum Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer. Ein Dorn im Auge sind ihnen auch die zunehmende Zahl an LNG-Terminals. Obwohl der Gasverbrauch sinke und bestehende Terminals nur gering ausgelastet sind, würden weitere LNG-Kapazitäten geplant – etwa in Stade. „Damit drohen fossile Überkapazitäten, neue Abhängigkeiten und zusätzliche Belastungen für Küstenökosysteme.“

Belastung durch Lärm, Licht und Biozide

Die Segeltour mit dem 26 Meter langen Expeditionsschiff führt die Aktivisten von Borkum über die LNG-Anleger in der Jade weiter zur Ölförder-Plattform Mittelplate vor Friedrichskoog bis zum LNG-Terminal in Brunsbüttel. Vor der Hafeneinfahrt nach Wilhelmshaven wurden sie von Aktivisten des Bündnisses von Klima- und Umweltschutzverbänden „Netzwerk Energiedrehscheibe“ begrüßt. Wilhelmshaven mit seinen zwei Flüssigerdgas-Regasifizierungsschiffen stehe exemplarisch für den massiven Ausbau von LNG-Infrastruktur an der deutschen Küste. Zudem ist ein weiteres landseitiges Terminal in Planung.

Belastungen für das sensible Küstenökosystemen und den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sehen die Naturschützer unter anderem durch Schiffsverkehr, Lärm, Licht, Schadstoffe, Biozide sowie neue Hafen- und Pipelineinfrastruktur. Aus Sicht der DUH zeigt Wilhelmshaven, wie fossile Überkapazitäten geschaffen und langfristige Gasabhängigkeiten zementiert werden.

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