Hooksiel (5. 5. 2025) – Segeln, surfen, Wasserski- und Tretboot fahren – das Hooksmeer gehört schon jetzt zur touristischen Marke Hooksiel. Eine Gruppe vom Studenten im Masterstudiengang der Jade Hochschule will jetzt erkunden, wie groß das Entwicklungspotenzial des vor an die 50 Jahren künstlich angelegten Gewässers ist.
Student Jonas zu Jeddeloh hofft, dass sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an der wissenschaftlichen Umfrage zum Hooksmeer beteiligten. Unter anderem geht es darum, wie sich das touristische Potenzial weiter entwickeln lässt. Foto: hol
Kern der Untersuchung ist eine Umfrage, an der alle Frauen und Männer ab 18 Jahren teilnehmen dürfen. Der Link zur wissenschaftlichen Erhebung: https://ww2.unipark.de/uc/Hooksmeer_Jade_Hochschule/ . Teilnehmen können Hooksieler ebenso wie Urlauber, Menschen aus der hiesigen Region ebenso wie potenzielle Nordseeurlauber, die bislang von dem „Hooksmeer in Hooksiel“ noch nie etwas gehört haben.
Ideen der Nutzer sind gefragt
Bekanntlich wurde das Hooksmeer im Zuge der Industrialisierung in den 1970er Jahren angelegt. Es verbindet den historischen Sielhafen Hooksiel über eine Außenschleuse mit der Jade. Das umliegende Freizeitgelände ist schon heute ein beliebtes Naherholungsgebiet.
Abgefragt werden im Rahmen der Untersuchung unter anderem die Kenntnisse über das Gewässer und das umliegende Freizeitgelände, das nach Überzeugung von Touristikern ebenfalls jede Menge Entwicklungspotenzial hat. Wie wird der bisherige Zustand des Areals bewertet? Gibt es Mängel? Verbesserungsvorschläge? Wünsche an künftige Entwicklungen?
„Ziel der Befragung ist es, mehr darüber zu erfahren, wie bekannt das Hooksmeer ist, wie es genutzt und wahrgenommen wird und welche Wünsche oder Verbesserungsvorschläge Besucher und auch Noch-Nicht-Besucher haben“, erläutert Studentin Julia Liedke. „Die Ergebnisse der Umfrage sollen dazu beitragen, Ansätze zur Weiterentwicklung des Hooksmeeres als Freizeit- und Erholungsstandort abzuleiten.“
Umfrage läuft bis zum 10. Mai
Die Studierenden sollen im Rahmen des Projektes vor allem das wissenschaftliche Arbeiten, das Erstellen von Umfragen und Methoden zu deren Auswertung erlernen, sagt Jonas zu Jeddeloh. Aber natürlich gehe es nicht nur um die Form, sondern auch um die Inhalte. So werde man zum Thema Hooksmeer auch mehrere Experten-Gespräche führen, so etwa mit einem Vertreter der Grundeigentümerin, der landeseigenen Hafengesellschaft NPorts, die sich ganz aktuell auf die Fahne geschrieben hat, das Freizeitgelände am Hooksmeer weiter zu entwickeln.
An dem studentischen Projekt sind neben Julia Liedke und Jonas zu Jeddeloh, Mariam Mohseni und Rabiya Sungur beteiligt. Der Fragebogen steht noch bis Sonntag, 10. Mai, online. Die Beantwortung dauert rund acht bis zehn Minuten. Und, so versichern die Studierenden: „Alle Angaben werden anonym erhoben und ausschließlich im Rahmen dieses Projekts verwendet.“
Wilhelmshaven (4. 5. 2026) – Hoffnung für die insolvente Vynova Wilhelmshaven GmbH. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH heute mitteilte, hat der börsennotierte US-Chemiekonzern Westlake Corporation eine Absichtserklärung (Letter of Intent) über den Erwerb des Produktionsstandorts für Polyvinylchlorid und Vinylchloridmonomer in Wilhelmshaven unterzeichnet.
Hoffnung für Vynova. Der US-Konzern Westlake Vinnolit will das Werk mit allen 350 Mitarbeitern übernehmen. Foto: Vynova
Die Westlake Vinnolit GmbH & Co. KG (Westlake Vinnolit), eine deutsche Tochtergesellschaft der Westlake Corporation, beabsichtige die Übernahme des Geschäftsbetriebs sowie aller rund 350 Mitarbeiter der Vynova Wilhelmshaven. „Die geplante Übernahme wurde bei den zuständigen Behörden zur Freigabe angemeldet“, so Kaufmann.
Behördliche Prüfung der Transaktion läuft
Der Abschluss des Kaufvertrags und der Vollzug der Transaktion sollen danach unmittelbar nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens sowie der Erteilung der erforderlichen regulatorischen Freigaben erfolgen. Bis zu der angestrebten Übernahme bleibe die Vynova Wilhelmshaven GmbH operativ in die Vynova-Gruppe eingebunden.
Im Verfahren seien einige Herausforderungen zu meistern gewesen. Aber der Geschäftsbetrieb habe erfolgreich stabilisiert und die Produktion der PVC-Produkte weitergeführt werden können, so Kaufmann: „In den vergangenen Wochen haben wir gute Gespräche mit Westlake geführt und ich freue mich, dass dieser strategische Investor den Betrieb übernehmen will.“
Lob für Moral der Mitarbeiter
Ausdrücklich bedankte der Sanierungsfachmann bei den Vynova-Mitarbeitern, die seit der Insolvenzanmeldung im Dezember 2025 trotz aller Unsicherheiten immer vollen Einsatz gezeigt hätten. Der strukturierte Investorenprozess wurde begleitet von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Das Pluta-Team geht davon aus, nach der regulatorischen Freigaben die Transaktion noch im Juni vollziehen zu können. Der Geschäftsbetrieb von Vynova Wilhelmshaven gehe nahtlos weiter und die Produktion werde auch im Mai und Juni vollumfänglich fortgeführt.
Während des bisherigen Verfahrens habe man im engen Austausch mit der niedersächsischen Landesregierung gestanden, heißt es in der Pluta-Mitteilung. Zudem sei ein Massekredit der Nord/LB und der Volksbank Wilhelmshaven eG ein wesentlicher Baustein gewesen, um die weitere Betriebsfortführung zu ermöglichen.
Das Vynova Werk liegt an der Stadtgrenze zu Hooksiel. Es gehört zur Vynova Gruppe mit Hauptsitz in Belgien. Vynova Wilhelmshaven betreibt seit 1981 eines der größten europäischen Werke für die Produktion von Suspensions-PVC (S-PVC), ein hochwertiges Material, das in zahlreichen Produkten des täglichen Gebrauchs verarbeitet wird. Darüber hinaus produziert das Unternehmen Vinylchlorid-Monomer (VCM), ein wesentlicher Baustein zur Herstellung von PVC.
Weltweit tätiger Konzern
Westlake Vinnolit ist ein führender europäischer Hersteller von PVC und wichtiger Partner für Natronlauge. Die Kunden des Unternehmens kommen unter anderem aus dem Bausektor, der Automobilindustrie, dem Gesundheitswesen oder der Zellstoff- und Papierindustrie. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland rund 1.400 Mitarbeiter in der Zentrale in Ismaning bei München sowie an seinen vier Produktionsstandorten in Bayern und Nordrhein-Westfalen.
Westlake Vinnolit ist Mitglied der Westlake Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Housten sowie Betrieben in Asien, Europa und Nordamerika. Der 1986 gegründete Konzern beschäftigt weltweit rund 14.600 Mitarbeiter.
Wilhelmshaven/Wangerland (26. 4. 2026) – Mit einer realitätsnahen Großübung hat die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) von Donnerstag bis Samstag die Einsatzbereitschaft ihrer Besatzungen unter Beweis gestellt. Bei der „SAREx Wilhelmshaven 2026“ (Search and Rescue Exercise) trainierten rund 140 Seenotretter und weitere Einsatzkräfte die Rettung von Menschen aus Seenot unter anspruchsvollen Bedingungen.
Teil der Großübung SAREx 2026 auf der Jade: Retter übergeben einen „Verletzten“ auf einen Seenotrettungskreuzer. Foto: Die Seenotretter
Auf der Jade vor Wilhelmshaven spielte die DGzRS mehrere simulierte Notfallszenarien durch: Schwerverletzte auf havarierten Schiffen, vermisste Personen im Wasser und sinkende Boote stellten die Besatzungen vor komplexe Herausforderungen. Beteiligt waren sieben Seenotrettungskreuzer und -boote der DGzRS – darunter die Seenotrettungsboote „Peter Habig“ (Wilhelmshaven) und „Wolfgang Paul Lorenz“ (Horumersiel) – ,Rettungshubschrauber der Marineflieger und von NHC Northern Helicopter, Behördenschiffe wie die „WSP 5“ der Wasserschutzpolizei Niedersachsen sowie als Havaristendarsteller der Schlepper „Fairplay 34“ und die Barkasse „Seebär“.
„Schiffbrüchige“ geborgen
Die SAREx wurde außerdem unterstützt durch Verletztendarsteller. Im Hafen übernahm die Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven die weitere Versorgung der „Schiffbrüchigen“ und brachte sie in ein am Stationsgebäude der DGzRS eigens errichtetes Zelt, fachlich als Patientenablage bezeichnet.
„Wir bringen unsere Besatzungen bei diesen Übungen bewusst an ihre Grenzen“, sage Jan Lutz, Leiter des Rettungsdienstes der DGzRS. „Denn nur so können wir sicherstellen, dass sie im Ernstfall bestmöglich vorbereitet sind. Wir danken allen beteiligten Partnern für das große Engagement, das uns diese realitätsnahen Übungen ermöglicht.“
Freiwillige Retter beeindruckt
„Glücklicherweise erleben wir selten Einsätze mit Schwerverletzten. Aber in dieser großen Übung mussten wir auch das bewältigen, zum Beispiel in einem engen Schiff entscheiden, wer zuerst Hilfe braucht. Das war so realistisch, dass wir völlig vergessen haben, dass es eine Übung war“, sagt Stephan von Wecheln, Vormann der DGzRS-Freiwilligenstation Wilhelmshaven. Sie war zum sechsten Mal Gastgeber einer SAREx.
Wilhelmshaven/Friesland (22. 4. 2026) – Die allermeisten Unternehmen (97 Prozent) in der Jade-Region kämpfen mit steigenden Kosten. Als Konsequenz wollen über 40 Prozent der im Rahmen der „Wirtschaftsumfrage Frühjahr 2026“ befragten Unternehmen ihre eigenen Preise anpassen. Aber längst nicht alle gehen davon aus, dass sie ihre Umsätze steigern können. Als Unsicherheitsfaktor wird zudem die weltpolitische Lage wahrgenommen.
Im Durchschnitt verzeichneten die Unternehmen bei den Energiekosten eine Zunahme von 8,43 Prozent. Auch in anderen Bereichen sei der Kostendruck hoch. Die Materialkosten lagen im Schnitt um 7,64 Prozent über dem Vorjahresniveau, während sich die Lohnkosten durchschnittlich um 7,95 Prozent erhöht hätten.
Kostendruck gefährdet Investitionen
„Die Folgen der Kostensteigerungen zeigen sich bereits deutlich: Sinkende Margen und Erträge führen in einigen Fällen zu negativen Gewinnsituationen“, befürchtet Tom Nietiedt, Präsident des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade (AWV): „Viele Unternehmen verfügen nur über begrenzte Möglichkeiten, ihre Preise anzupassen, was langfristig dazu führen kann, dass sie notwendige Investitionen aufschieben. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerbs- und Preisdruck im Vergleich zum europäischen Ausland hoch.“
Die Daten gehen aus der Wirtschaftsumfrage hervor, deren Ergebnisse jetzt vom AWV, vom Wirtschaftsförderkreis Harlingerland und dem Netzwerk Wirtschaft Varel vorgestellt wurden. An der Umfrage beteiligten sich 166 Unternehmen mit insgesamt über 33.265 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus der Stadt Wilhelmshaven, dem Landkreis Wittmund und dem Landkreis Friesland.
Bei der Abfrage, die vor dem Ausbruch des Iran-Krieges stattfand, ging es um aktuelle politische Themen, die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage, der Prognose für die kommenden sechs Monate und die Bewertung der Standort-Rahmenbedingungen in der Jade Wirtschaftsregion.
Knapp ein Drittel der Betriebe unzufrieden
Als gut bezeichnen 37 Prozent (39 %) der Unternehmen die aktuelle wirtschaftliche Lage – damit ähnlich viele wie im letzten Jahr. 43 Prozent (32 %) empfinden die Situation als befriedigend. 20 Prozent (29%) beschreiben ihre Lage als unbefriedigend bzw. schlecht.
25 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihren Auftragsbestand als „relativ hoch“. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wert damit auf einem ähnlichen Niveau. 54 Prozent (52 %) bewerteten ihren derzeitigen Auftragsbestand als ausreichend, 21Prozent (25 %) als zu gering. Der Auftragsbestand reicht bei den Unternehmen durchschnittlich für die nächsten 10 Monate (12 Monate).
Für die kommenden sechs Monate gehen 9,9 Prozent (10,3 %) der Unternehmen von einem deutlichen Umsatzanstieg von mehr als zehn Prozent aus. Weitere 34,2 Prozent (41,6 %) rechnen mit einer positiven Umsatzentwicklung zwischen drei bis zehn Prozent. Der größte Anteil (39,6 %) erwartet hingegen keine nennenswerten Veränderungen. 16,2 Prozent (11,7 %) gehen davon aus, dass sich ihre Umsätze negativ entwickeln.
Zurückhaltung bei Investitionen
Mit Blick auf die steigenden Kosten gaben 40,6 Prozent (37,8 %) der Befragten an, ihre Preise erhöhen zu wollen. Gleichzeitig rechnet fast die Hälfte der Unternehmen damit, ihre Verkaufspreise stabil halten zu können. Preissenkungen planen lediglich 2,8 Prozent der Antwortenden.
Bei den Investitionen zeigt sich die Wirtschaft weiter zurückhaltend. Nur 26,8 Prozent (24,7 %) der Befragten planen, ihr Investitionsbudget in der kommenden Zeit auszuweiten. Die Mehrheit der Betriebe beabsichtigt, ihr derzeitiges Investitionsniveau beizubehalten. Mit 14.3 Prozent deutlich geringer als im Vorjahr fällt der Anteil der Unternehmen aus, die ihre Investitionen zurückfahren wollen. 2025 waren es noch 25 Prozent.
Schlechte Noten für Bundesregierung
Kritisch sehen die Unternehmen die Arbeit der Bundesregierung. Nur ein Befragter bewertete die bisherige Arbeit der Koalition aus CDU und SPD als sehr gut, lediglich acht Prozent als gut. Weit über die Hälfte stellte den politisch Verantwortlichen ein befriedigendes oder nur ausreichendes Zeugnis aus (75,2 %). 16 Prozent der Unternehmen bewerteten den bisherigen Kurs der Bundesregierung sogar als mangelhaft.
Der Bedarf an politischer Unterstützung und spürbaren Entlastungen wird von den Unternehmen weiterhin als sehr hoch eingeschätzt. Mit großem Abstand an erster Stelle steht dabei wie im Vorjahr der Wunsch nach einem konsequenten Bürokratieabbau (91,1 %). Deutlich dahinter folgen Forderungen nach einer Senkung der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung (48,8 %), Verbesserungen im Bildungssystem (33,1 %) sowie eine Reform der Unternehmensbesteuerung (32,2 %). Darüber hinaus wünschen sich 30,6 % der Unternehmen stärkere politische Impulse zur Förderung der Digitalisierung.
Unternehmen erwarten Unterstützung
Weitere Themen, bei denen viele Unternehmen Unterstützung erwarten, sind Maßnahmen gegen den Arbeitskräftemangel (29,8 %), eine stärkere Förderung von Investitionen (29%) sowie Verbesserungen bei der Verkehrsinfrastruktur (28,2 %). Gefragt nach den wirksamsten Impulsen zur Belebung der Wirtschaft setzen die Unternehmen vor allem auf steuerliche Entlastungen.
Im Vergleich zur Bundesregierung schneidet die niedersächsische SPD/Grüne-Landesregierung besser ab. Knapp über 20 Prozent bewerten ihre Arbeit mit gut bis sehr gut und über die Hälfte der Unternehmen vergibt die Note drei. Lediglich 6,5 Prozent schätzen die Leistungen der Landesregierung als „mangelhaft“ ein.
Unsicherheiten durch Trump
Allgemeine Planungsunsicherheit befürchten viele Unternehmen von den Entscheidungen des US-Präsidenten Donald Trump. Seine Zollpolitik könne sich auf den Handel insgesamt und auf die Lieferketten und die Rohstoffpreise auswirken. Auch die Stärkung der Verteidigungsausgaben/Rüstung wirke sich aus.
Die Bewertung der Standortattraktivität der Jade Wirtschaftsregion fällt überwiegend stabil aus. Drei Viertel der befragten Unternehmen (75,2 %) sehen derzeit keine Veränderungen. 18,1 Prozent (29,2 %) der Unternehmen nehmen hingegen eine positive Entwicklung wahr und sind der Ansicht, dass sich die Attraktivität des Standorts in letzter Zeit verbessert habe – auch für ansiedlungsinteressierte Betriebe.
Hooksiel/Wilhelmshaven (21. 4. 2026) – Er war das Symbol militärischer Stärke – und zugleich wurde er zum Botschafter für verlässliche Bündnispolitik und transatlantische Freundschaft. Der amerikanische Flugzeugträger „USS Nimitz“ war zuletzt vor knapp 40 Jahren, im September 1986, zu Gast in Wilhelmshaven.
Christa Klostermann präsentiert eine „Nimitz“-Kappe, die an den Besuch von US-Navy-Soldaten 1978 in Hooksiel erinnert. Foto: hol
Wie bei den Besuchen zuvor in den Jahren 1975, 1978 und 1980 zog das 333 Meter lange Kriegsschiff Tausende Schaulustige an. Zeitzeugen berichten, dass der Deich voller Menschen stand, um das Einlaufen des mit Nuklearreaktoren angetriebenen Flugzeugträgers und seiner über 5000-köpfigen Besatzung zu verfolgen. Interessierte aus ganz Deutschland nutzten die Gelegenheit, sich beim „Open Ship“ oder bei kleinen Bootstouren auf der Jade einen Eindruck von dem Meeresgiganten zu verschaffen.
Während der Besuche der Besatzungsmitglieder an Land kam es dann zu unzähligen Begegnungen und Gesprächen von Menschen – von Deutschen und Amerikanern, aus denen auch dauerhafte Freundschaften bis hin zu Ehen entstanden. Viele Erinnerungen daran sind bis zum heutigen Tag lebendig. Deutlich wird das in einer aktuellen Artikelserie der „Wilhelmshavener Zeitung“, in der Leser zu Wort kommen, die erzählen, wie sie die „Nimitz“-Besuche erlebt haben.
Das alterst Kriegsschiff der US-Navy, der Flugzeugträger „Nimtz“, soll 2027 außer Dienst gestellt werden. Das gigantische Schiff war vier Mal zu Besuch in Wilhelmshaven, zuletzt vor knapp 40 Jahren. Foto: privat
Zeugnisse des Truppenbesuchs von 1978 kann man auch in der Hooksieler Gaststätte „Zum schwarzen Bären“ bewundern. Stolz zeigt Christa Klostermann an eine Wand mit Analen, an der ein Blechschild mit dem Schriftzug „Nimitz“ verewigt ist – eingerahmt von den Flaggen der USA und dem Rüstringer Friesen aus Wilhelmshaven. Daneben hängt die Kappe eines Besatzungsmitglieds. „Bei uns war damals eine Gruppe von Offizieren de US-Navy zum Essen zu Gast. Ich glaube, die haben sich ganz wohl gefühlt“, erinnert sich die Gastronomin.
Die Tage der 1975 in Dienst gestellten „Nimitz“ sind inzwischen gezählt. Das Kriegsschiff soll im nächsten Jahr ausrangiert werden.
Hooksiel/Wilhelmshaven (20. 4. 2026) – Der Start in die Helgoland-Saison steht aus Hooksieler Sicht unter einem schlechten Stern. Auch für diese Woche hat die Rederei Adler & Eils (Büsum) alle geplanten Fahrten von Hooksiel und Wilhelmshaven aus zur „roten Insel“ abgesagt.
Als Begründung verweist die Reederei auf die „aktuelle weltpolitische Lage“. Dadurch würde sich die Lieferung eines Ersatzteils verzögern, das für den sicheren Betrieb des Katamarans „Adler Cat“ zwingend erforderlich sei. Angaben dazu, wann das Ersatzteil voraussichtlich eintreffen wird und ab wann Interessierte einen Helgoland-Ausflug sicher planen können, macht das Unternehmen nicht.
„Bereits gekaufte Tickets können kostenfrei bei den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden“, teilt die Reederei mit. Online gekaufte Tickets würden automatisch auf das bei der Buchung genutzte Zahlungsmittel erstattet.
Wilhelmshaven/Hooksiel (20. 4. 2026) – Schiffbrüchige suchen und retten, Verletzte versorgen und Havaristen schleppen: Das sind einige der Herausforderungen für die Seenotretter bei der „SAREx Wilhelmshaven 2026“. Die Abkürzung SAREx steht dabei für =Search and Rescue Exercise, Such- und Rettungsübung.
Trainingsszenarien wie am „Havaristen“ längsseits gehen erwarten die Seenotretter bei der Großübung „SAREx Wilhelmshaven“. In der Luft darüber ein NH90-Rettungshubschrauber der Deutschen Marine. Foto: DGzRS/Alexander Krüger
Ausrichter der Übung, die von Mittwoch bis Sonntag, 22. bis 26. April, auf der Jade stattfinden wird, ist die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Sieben Rettungseinheiten der DGzRS sowie einige externe Schiffe und Hubschrauber nehmen daran teil.
Während der Übung trainieren die Seenotretter vor allem die Koordinierung gemeinsamer Einsätze. Die genauen Szenarien werden den beteiligten Besatzungen erst mit der jeweiligen „Alarmierung“ mitgeteilt, um möglichst realistische Situationen zu erzeugen. Auch die medizinische Erstversorgung und der Verletztentransport sind Bestandteile der geplanten Trainings an den Kernübungstagen Donnerstag, Freitag und Samstag.
Am Donnerstag- und Freitagmorgen trainieren die Besatzungen im Wechsel wichtige Handgriffe und Fertigkeiten im Hafen an Bord und an Land, darunter die Übergabe Schiffbrüchiger von Schiff zu Schiff, die Rettung aus engen Schiffsinnenräumen, international einheitliche SAR-Einsatzverfahren wie Suchmuster und Führungsaufgaben sowie technische Navigation.
Die jahrzehntelange Erfahrung der Seenotretter zeigt: Ständiges Training ist entscheidend für den erfolgreichen Einsatz. Größere Übungen dieser Art fanden in den vergangenen Jahren auch in der Lübecker Bucht, in der Eckernförder Bucht, vor Büsum und im Greifswalder Bodden statt. Wilhelmshaven ist in diesem Jahr zum insgesamt sechsten Mal Gastgeber der SAREx.
An der „SAREx Wilhelmshaven 2026“ teilnehmen werden die Seenotrettungskreuzer „Hans Hackmann“, „Eugen“ (Station Norderney) und „Pider Lüng“ (List) sowie die Seenotrettungsboote „Peter Habig“ (Wilhelmshaven), „Wolfgang Paul Lorenz“ (Horumersiel), „Secretarius“ (Langeoog) und „Paul Nesse“ (Eiderdamm).
Außerdem werden das Zollschiff „Friesland“ sowie drei Rettungshubschrauber erwartet. Für realistische Szenarien stehen mehrere Schiffe als Havaristen-Darsteller zur Verfügung, darunter der Schlepper „Fairplay 34“ der Fairplay Towage Group.
Wilhelmshaven (17. 4. 2026) – Das Wilhelmshavener Unternehmen Turbotechnik profitiert von der geplanten Modernisiert der Marine. Wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller mitteilt, haben der Verteidigungs- und der Haushaltsausschuss des Bundestages grünes Licht für einen Auftrag „in Höhe vieler Millionen Euro“ gegeben.
Die Fregatten der Klasse F 124 gehören zu den modernsten Kampfschiffen der Marine. Das Bild zeig die „Sachsen“. Foto: Bundeswehr/Falk Plankenhorn
Konkret geht es um Anpassungen der Fregatten der Klasse F124, mit denen die Integration des neuen Bordhubschraubers NH 90 Sea Tiger ermöglicht werden soll. „Durch Projekte wie dieses sichern wir langfristig Arbeitsplätze in der maritimen Wirtschaft, bauen Know-How auf und aus und können den Fachkräften hochwertige Industriearbeitsplätze bei uns an der Küste bieten“, so Möller.
Die auf die Luftverteidigung spezialisierten Fregatten der Klasse F124 sollen in den nächsten Jahren modernisiert werden. Ziel dabei sei es, so die Abgeordnete, die Werftliegezeit zu minimieren und Modernisierungs-Maßnahmen im Rahmen von regulären Instandsetzungsmaßnahmen durchzuführen.
Der Auftrag für Unternehmen Turbotechnik beziehe sich auf das Flugdeck am Heck der Fregatte. Hier sei für die Integration der neuen Bordhubschrauber NH 90 Sea Tiger ein umfassender Umbau erforderlich. „Das Unternehmen leistet damit einen entscheidenden Beitrag zu Deutschlands Anteil an den Nato-Fähigkeitszielen“, so Möller.
Wilhelmshaven (16. 4. 2026) – Zum 1. Mai übernimmt Holger Banik zusätzlich die Geschäftsführung der landeseigenen Container Terminal Wilhelmshaven JadeWeserPort-Marketing GmbH & Co. KG (JWP-M). Er tritt damit die Nachfolge von Marc-Oliver Hauswald an, der die Geschicke der Gesellschaft seit August 2023 geleitet hat.
Banik (Foto: NPorts) ist gebürtiger Bremer. Bereits seit Anfang 2014 ist er Geschäftsführer der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG sowie der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG (NPorts). Der 58-Jährige absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zum Industriekaufmann und studierte im Anschluss an die Bundeswehrzeit Betriebswirtschaft in Marburg und Gießen.
Zwischen 1996 und 2007 sammelte er Führungserfahrungen im Schienengüterverkehr der Deutschen Bahn AG. Danach wechselte Banik zur Hafenmanagement-Gesellschaft bremenports GmbH & Co. KG, wo er 2011 die kaufmännische Geschäftsführung übernahm. Am Jade-Weser-Port ist Banik künftig verantwortlich für die Vermarktung des Hafens, das Ansiedlungsmanagement und die Entwicklung der Flächen im Güterverkehrszentrum in der Logistikzone des Containerhafens.
Der Niedersächsische Wirtschaftsminister und Vorsitzende des Aufsichtsrats der JWP-M, Grant Hendrik Tonne zeigte sich überzeugt, dass sich der JadeWeserPort weiterhin positiv entwickeln wird. Im Fokus stünden jetzt die Ansiedlungsflächen im Güterverkehrszentrum und weitere im Eigentum der Gesellschaft stehende Flächen auf dem Voslapper Groden sowie Planungen für einen bedarfsgerechten Ausbau des Hafens. „Ich wünsche Holger Banik für seine neue Aufgabe viel Erfolg.“
Wilhelmshaven (15. 4. 2026) – Wilhelmshaven kann einen wesentlichen Beitrag zur deutschen Versorgungssicherheit leisten – vorausgesetzt, die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Der Unternehmens-Zusammenschluss „Energy Hub Wilhelmshaven“ fordert von der Bundesregierung zügige und verbindliche Entscheidungen, um den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft abzusichern.
Investitionen in Elektrolyse
„Wir stehen an einem kritischen Punkt“, betonte Maximilian Graf von Wedel, 2. Sprecher des Energy Hub auf der Hannover Messe. „Wenn jetzt keine klaren Entscheidungen getroffen werden, wandern Investitionen ab. Wenn wir jedoch handeln, kann Wilhelmshaven zu einem zentralen Baustein eines effizienten, resilienten und bezahlbaren Energiesystems werden.“
Nach den Vorstellungen des Energy Hub Wilhelmshaven können bis 2032 aus dem Jade-Raum rund 45 Prozent des deutschen Wasserstoff-Bedarfs gedeckt werden. Voraussetzung dafür sind aber die richtigen Rahmenbedingungen für die geplanten Investitionen. Grafik: EH
„Die Projekte sind da, die Technologie ist verfügbar und privates Kapital steht bereit – was fehlt, sind verlässliche politische Instrumente zur Absicherung der bestehenden Risiken“, erläutert Energy-Hub-Sprecher Uwe Oppitz. Ohne zusätzliche Investitions-Entscheidungen werde die installierte Elektrolyse-Leistung in Deutschland ab 2027 stagnieren, obwohl bis zu acht Gigawatt bis 2030 realisierbar wären .
Wilhelmshaven mit seinen leistungsfähigen Häfen, einer guten Energieinfrastruktur, seiner Nähe zu Offshore-Windparks sowie der Einbindung ins geplante Wasserstoff-Kernnetz sei als Standort prädestiniert für große, systemdienliche Elektrolyseprojekte die Stromüberschüsse aufnehmen und Netze entlasten könnten.
Wichtig für das Gesamtsystem
„Elektrolyse kann mehr als Wasserstoff produzieren – sie stabilisiert das Gesamtsystem“, so Oppitz. Allein im Jahr 2024 hätten über neun Terrawattstunden (TWh) erneuerbarer Strom abgeregelt werden müssen, obwohl dieser vergütet wurde. Die Kosten für die Eingriffe in Energie-Erzeugungsanlagen zur Stabilisierung des Netzes beliefen sich auf mindestens 2,8 Milliarden Euro. „Diese volkswirtschaftlichen Verluste zeigen: Nicht zu handeln ist teurer als zu investieren.“
Ziel des Gesetzgebers sei es, überschüssigen Strom systemdienlich zu nutzen statt ihn abzuregeln. In der jetzigen Ausgestaltung reiche der Mechanismus jedoch nicht aus, um Investitionen auszulösen, so Oppitz. „Fehlende Planbarkeit bei Strommengen, Preisen und regulatorischen Rahmenbedingungen verhindert den Markthochlauf.“
Der Energy Hub fordert einen zielgerichteten Absicherungsmechanismus der regulatorische Risiken wirksam auffange, Projekte über 10 bis 20 Jahre finanzierbar mache, wettbewerblich ausgestaltet sei, volkswirtschaftliche Einsparungen fair verteile und private Investitionen in Deutschland mobilisiere. Richtig ausgestaltet könne systemdienliche Elektrolyse nicht nur Versorgungssicherheit stärken, sondern Netzkosten senken, den Bundeshaushalt entlasten und industrielle Wertschöpfung in Deutschland sichern.