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Beiträge veröffentlicht in “Wilhelmshaven”

Verdreckte Küchen, abgelaufene Lebensmittel und defekte Kühlungen

Friesland/Wangerland (13. 2. 2026) – Der Verbraucherschutz gehört zu den Kernaufgaben der Veterinärämter. Allein im Zeckverbandsgebietes des Veterinäramtes Jade Weser (Friesland, Wilhelmshaven, Wittmund, Wesermarsch) sind etwa 4.600 Betriebe im Lebensmittelbereich überwachungspflichtig. Wie aus dem Jahresbericht des Amtes hervorgeht, wurden 2025 insgesamt 2012 Kontrollen durchgeführt. 

Jahresbericht des Veterinäramtes

Dabei gab es eine Fülle von Beanstandungen. Bemerkenswert sind insbesondere Verstöße wegen unzureichender Einhaltung der Basishygiene und Mängeln bei der Reinigung und Desinfektion der Betriebe. „Dies führte im Jahr 2025 zu insgesamt 14 vorübergehenden Betriebsschließungen, die in manchen Fällen über mehrere Tage und mehrere Nachkontrollen aufrechterhalten werden mussten“, heißt es im Bericht.

Von den 14 Betreiben, die zumindest zeitweise schließen mussten, lagen nach Angaben des Amtes sieben in Wilhelmshaven, drei in der Wesermarsch, einer in Wittmund und drei im Landkreis Friesland; davon einer in Jever und zwei im Wangerland. Auch ein Hooksieler Betrieb musste zeitweise schließen.

Beschwerden von Kunden

Grund für Kontrollen sind häufig Beschwerden von Kunden. Bei einer Inspektion in einer Speisegaststätte etwa seien zahlreiche gravierende Hygienemängel festgestellt worden, die umgehend behoben werden mussten. Die Fußböden waren mit angetrockneten Rückständen behaftet, die Küchenräume sowie die Arbeitsflächen extrem verunreinigt. In den Kühlschränken lagerten nicht abgedeckte Lebensmittel, die teilweise bereits angetrocknet waren. Besonders besorgniserregend sei der Zustand einer Wandfläche sowie der Bierkühlung gewesen, die schimmelähnlich verunreinigt waren, berichtet das Veterinäramt. 

Der Betreiber der Gaststätte habe sich entschlossen, eine zum Zeitpunkt der Kontrolle laufende Feier aufzulösen und die Gasstätte freiwillig für eine gründliche Reinigung zu schließen. Schon am Folgetag habe er sein Restaurant nach Abnahme durch die Überwachungsbehörde wieder öffnen können. 

Nach Grundreinigung wieder geöffnet

Etwa vier Wochen dauerten die nötigen Reinigungs- und Renovierungsarbeiten in einer Pizzeria. Hier war die Lebensmittel-Überwachung auf erhebliche Hygienemängel nach einem Brand aufmerksam geworden. Arbeitsflächen, Fußböden, die verwendete Geräte und insbesondere auch die Kühl- und Tiefkühleinrichtungen seien stark verunreinigt und die Decke mit dunkelbraunen Rückständen bedeckt gewesen. Zudem habe man abgelaufene und teilweise schimmelige Lebensmittel gefunden. Die Warmwasserzufuhr zum Abwaschen des Geschirrs habe nicht funktioniert und auch die sanitäre Einrichtung wies erhebliche Mängel auf. 

Eine Teilschließung des Betriebes und ein hohes Bußgeld verhängten die Kontrolleure gegen einen Fleischereibetrieb. Dem Veterinäramt waren Bilder von einem privaten Pkw zugespielt worden, in dessen Kofferraum eine große Menge Fleisch unverpackt und ungekühlt transportiert worden war. „Neben dem unhygienischen Transport konnte auch die Herkunft des Fleisches nicht vollständig geklärt werden. Somit musste dieses Fleisch unschädlich entsorgt werden“, berichten die Kontrolleure. 

Umgehend schließen und eine umfangreiche Grundreinigung vornehmen musste ein gut besuchter Fischimbiss. Auch hier sei eine Beschwerde eines Kunden der Auslöser für eine Kontrolle gewesen. „In den sehr beengten Räumlichkeiten war eine ordnungsgemäße Herstellung von Fischerzeugnissen aufgrund der Hygienemängel und Fehler im Herstellungsprozess nicht möglich gewesen.“ 

Strafanzeige gegen Imbiss-Betreiber

Ein besonders uneinsichtiger Wiederholungstäter, so die Lebensmittel-Kontrolleure, sei erneut auf einem Wochenmarkt angetroffen worden. Er habe trotz bestehender Ordnungsverfügung wiederholt kühlpflichtige Lebensmittel ungekühlt verkauft. Die Lebensmittel wurden beschlagnahmt, Proben zur Untersuchung an ein Labor geschickt und ein Bußgeldverfahren eröffnet. 

Aufgrund massiver hygienischen Mängel vorübergehend geschlossen worden sei auch ein kleiner asiatischer Imbiss. Hier seien bei Proben des benutzten Frittieröls wiederholt starke Mängel festgestellt worden. Bei Untersuchungen wurden in den den Ölen immer wieder potenziell gesundheitsschädliche Stoffe festgestellt. Das Veterinäramt habe gegen den Betreiber Strafanzeige erstattet. Gegen ihn sei in der Folge ein Strafbefehl ergangen. Der  Betrieb wurde nicht wieder eröffnet.

Wildschweine aus Voslapp auf dem Weg nach Hooksiel?

Wilhelmshaven/Hooksiel (13. 2. 2026) – Spaziergänger rund um Hooksiel sollten aufpassen. Möglicherweise treffen sie im Hooksieler Wäldchen am Hooksmeer auf das ein oder andere Wildschwein. Konkret ist die Gefahr nicht. Aber auszuschließen ist es auch nicht, dass Schwarzkittel auf ihrer Flucht vom Voslapper Groden in Wilhelmshöhen den Weg ist die sicherere Nachbarkommune gesucht haben. 

Der Voslapper Groden Süd ist nach Überzeugung der Stadt Wilhelmshaven jetzt schwarzwildfrei. Nicht auszuschließen ist aber, dass einigen der Wildschweine die Flucht in Richtung Hooksiel gelungen ist. Archiv-Foto: hol

Über Jahre haben die einst im Voslapper Groden ausgesetzten Wildschweine Jäger, Natur- und Umweltschützer in Wilhelmshaven beschäftigt. In diesem Donnerstag hat die Stadtverwaltung Entwarnung gegeben und Vollzug gemeldet: Das Gebiet sei endlich wieder frei von Schwarzwild.

Rund 90 Tiere geschossen

Zwischen Ende Dezember 2025 und Anfang Februar 2026 habe eine von der Stadt Wilhelmshaven beauftragte Fachfirma die letzten 19 Wildschweine geschossen. Damit sei die so genannte „Totalentnahme“ erfolgreich beendet worden. Schon zuvor hatten die Jäger in dem unwegsamen Gelände rund 70 Schwarzkittel aufgespürt und geschossen.

Ein wildschweinfreier Voslapper Groden Süd ist nach Darstellung der Stadt eine wichtige Voraussetzung zum Erhalt des Natur- und Vogelschutzgebietes im Norden der Stadt. Jenes Vogelschutzgebietes wohl gemerkt, dass zumindest im Voslapper Groden Nord aktuell wegen der geplanten Ansiedlung eines Energieunternehmens aufgehoben werden soll.

Schutz für Pflanzen, Vögel und Hafen

Wie dem auch sei: Die Jagd auf die Wildschweine soll auch eine Präventionsmaßnahme gegen die immer weiter fortschreitende Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest sein. Dadurch wollte man auch möglichen negativen wirtschaftlichen Folgen für den JadeWeserPort vorbeugen, so die Stadt.

Die Wildschweine waren vor gut zehn Jahren auf den Grodenflächen illegal ausgesetzt und möglicherweise auch mit Hausschweinen gekreuzt und gefüttert worden. Sie vermehrten sich rasant und pflügten das Gebiet um – zum Schaden seltener Pflanzen und auf dem Boden brütender Vögel. Selbst der Deich blieb von den Wühltätigkeiten der Wildtiere nicht verschont. Zeitweise hatten sich die Wildschweine sogar bis ins angrenzende Wohngebiet vorgewagt, weswegen die Stadt im Herbst 2023 aus Sicherheitsgründen einen Spazierweg sperrte und Zäune setzte. 

Zäume haben Lücken

In einem langwierigen Rechtsstreit konnte die Stadt erreichen, dass der Wildschweinbestand auf null gesetzt werden soll und darf – was jetzt geschehen ist. Allerdings: Der Zaun um das Areal habe etliche Schäden aufgewiesen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Tiere in umliegende Gebiete abgewandert sind, warnt die Stadt. Also: Vorsicht im Hooksieler Wäldchen. 

Giftige Flüssigkeit aus Gefahrgut-Container ausgelaufen

Wilhelmshaven (13. 2. 2026) – Am Container-Terminal JadeWeserPort ist am Donnerstag aus einem Gefahrgutcontainer eine unbekannte Flüssigkeit ausgetreten. Wie die Polizei mitteilt, seien bei den ersten Versuchen, das Problem zu bekämpfen, drei Personen leicht verletzt worden, die mit dem Stoff in Berührung gekommen waren. Die Betroffenen wurden in Krankenhäuser gebracht, wo sie medizinisch versorgt wurden.

Die aus dem Ventil eines Tank-Containers an der Straße „Ozean Pier“ auslaufende, giftige Flüssigkeit war gegen 16.18 Uhr entdeckt worden. Wobei es sich bei der Flüssigkeit gehandelt hat, lasse sich bislang nicht näher beschreiben, so die Polizei. Es seien umgehend entsprechende Sicherungs- und Gefahrenabwehrmaßnahmen eingeleitet worden. Damit habe ein weiteres Auslaufen des Stoffes verhindert werden können.

Nach Mitteilung der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven waren über 40 Feuerwehrleute vor Ort, darunter auch Kräfte der freiwilligen Feuerwehren. Der Einsatz habe rund vier Stunden gedauert. Unter anderem wurde der offenbar beschädigte Container auf einen speziell für derartige Situationen vorgesehenen Sicherheitsplatz gebracht.

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Landtagswahl: Wangerland bleibt wohl beim Landkreis Friesland

Wangerland (13. 2. 2026) – Der Vorschlag des Landeswahlleiters, die Gemeinde Wangerland für künftige Landtagswahlen der Stadt Wilhelmshaven zuzuordnen, ist offenbar vom Tisch. Laut Medienberichten aus Hannover hat die rot-grüne Regierungsfraktion sich offenbar entschieden, den Wahlkreis 69 (Wilhelmshaven) unverändert zu lassen, auch wenn dort eigentlich zu wenig Wahlberechtigte leben. 

Nicht verfassungskonform

Zum Hintergrund: Ende 2024 hat der Niedersächsische Staatsgerichtshof entschieden, dass der Zuschnitt der Landtagswahl-Wahlkreise nicht mehr verfassungskonform ist. Er verletze den Grundsatz der Wahlgleichheit, da die Zahl der Wahlberechtigten in einigen Kreisen über und in anderen unter einem Toleranzbereich von 15 Prozent um den Mittelwert liegt. Dadurch, so die Juristen, erhielten einzelne Wählerstimmen unterschiedliches Gewicht.

Der Vorschlag des Landeswahlleiters: Dem Wahlkreis 69 (- 16,5 Prozent) sollten die Gemeinden Wangerland und Wangerooge zugeordnet werden, da im Wahlkreis 70 (Landkreis Friesland/Gemeinde Jade) ohnehin zu viele Wählerinnen und Wähler leben würden ( + 24,8 Prozent). 

Unterschiede zu Wilhelmshaven

In Wangerland und Wangerooge war der Vorschlag auf massive Kritik gestoßen. Die ländlich geprägten Kommunen befürchten unter anderen, dass ihre Interessen in einem insgesamt dann eher städtisch geprägten Wahlkreis nur noch bedingt berücksichtigt werden würden. Dem folgen SPD und Grüne in ihrem Änderungsvorschlag: „Die ländlich geprägten Wangerland und Wangerooge unterscheiden sich erheblich von der kreisfreien Stadt Wilhelmshaven.“

Der aktuelle Vorschlag der Regierungskoalition sieht vor, den Wahlkreis Wilhelmshaven als „Sonderfall“ unbehelligt zu lassen. Das Ungleichgewicht der Wählerstimmen insgesamt im Land könnte durch drei neue Wahlkreise gemildert werden. Neu entstehen soll unter anderm ein Wahlkreis Rastede/Varel, zu dem künftig Teile der Landkreise Friesland (Stadt Varel), der Wesermarsch (Jade, Oevelgönne) und des Ammerlandes (Rastede, Wiefelstede) gehören würden. 

Über den künftigen Zuschnitt der Wahlkreise soll der niedersächsische Landtag Anfang März abstimmen.

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„job4u Messe“ Schaufenster für Ausbildung in der Region

Wilhelmshaven/Friesland (12. 2. 2026) – Gute Berufsorientierung ist ein wichtiger Baustein für die die Bekämpfung des Fachkräftemangels von Morgen. Einen Betrag dazu leistet die „job4u Messe Wilhelmshaven-Friesland 2026“ die Freitag und Samstag, 13./14. Februar, in den Sporthallen am Mühlenweg (Mühlenweg 69) in Wilhelmshaven für die ganze Region stattfindet. 

Landkreis zeigt Einstiegsmöglichkeiten

Auch der Landkreis Friesland wird auf der Messe, die bereits zum 15. Mal stattfindet, präsent sein. Schülerinnen und Schüler sowie junge Erwachsene, die sich für eine Ausbildung, ein Duales Studium oder ein Praktikum interessieren, können sich über die Einstiegsmöglichkeiten in die Kreisverwaltung informieren. 

Am Stand des Landkreises erhalten Interessierte Einblicke in verschiedene Ausbildungsberufe, darunter die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten, zur Kreissekretärin sowie zum Fachinformatiker für Systemintegration. Darüber hinaus stellt der Landkreis die Dualen Studiengänge zur Kreisinspektorin sowie Soziale Arbeit (Bachelor of Arts) vor. Auch Informationen zu Praktikumsmöglichkeiten gehören zum Angebot. 

Mehr als 85 Aussteller

Neben dem Landkreis Friesland präsentieren sich auf der „job4u“ mehr als 85 Aussteller, die insgesamt über 200 Ausbildungsberufe sowie rund 100 klassische und/oder duale Studiengänge vorstellen. Ebenfalls vor Ort ist die Jugendberufsagentur Friesland, in der die Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, das Jugendamt und das Jobcenter des Landkreises Friesland gemeinsam Jugendliche und junge Erwachsene beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen.

Am Freitag ist die Messe von 9 bis 14 Uhr, am Samstag von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zur Messe sowie den Lageplan gibt es unter www.job4u-ev.de.

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Weg frei für Bau des Wattenmeer-Partnerschaftszentrms

Wilhelmshaven/Wangerland (7. 2. 2026) – Nach jahrelangem Vorlauf könnte jetzt der finale Knoten für den Bau des Trilateralen Weltnaturerbe-Wattenmeer-Partnerschaftszentrum (TWWP) am Banter See in Wilhelmshaven durchschlagen worden sein. Am Rande des Festaktes zum 40-jährigen Bestehens des Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer am Freitag haben Petra Burmeister und Tim Menke vom städtischen Eigenbetrieb GGS, Peter Südbeck von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und Sascha Klöpper vom Gemeinsamen Wattenmeersekretariat die ersten Mietverträge unterschrieben.

Bei der Unterzeichnung der Mietverträge (von links): Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist, Umweltminister Christian Meyer, Exekutivsekretär Sascha Klöpper, Nationalpark-Leiter Peter Südbeck, GGS-Betriebsleiterin Petra Burmeister, Stadtbaurat Niksa Marusic, GGS-Betriebsleiter Tim Menke und Nationalpark-Dezernatsleiter Normann Grabow. Foto: Stadt Wilhelmshaven

„Das war ein wichtiger Beschluss des Rates, um das Projekt trotz der Kostensteigerung umzusetzen. Zuvor war es uns gemeinsam gelungen, 14 Millionen Euro Förderung durch den Bund und rund 5 Millionen Euro Städtebauförderung zu erhalten“, sagte Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos) im Beisein von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne). „Durch die Mietvorverträge haben wir als Bauherrin die Sicherheit und Verbindlichkeit, dass das Gebäude nach der Fertigstellung mit Leben gefüllt und im wahrsten Sinne des Wortes die erste Adresse des Weltnaturerbe Wattenmeer wird.“

Baubeginn voraussichtlich im Sommer

Der städtische Eigenbetrieb GGS hat nach Auskunft der Stadt die Vorarbeiten soweit abgeschlossen, dass nun die erste größere Ausschreibung für die Baumaßnahmen auf dem Bunker-Grundstück veröffentlicht werden könne. Mit einem tatsächlichen Baustart könne im Sommer dieses Jahres gerechnet werden. Neben der Nationalparkverwaltung und dem Gemeinsamen Wattenmeersekretariat wird dann auch die Tourismusagentur Nordsee (Tano) Büroräume in dem neuen Gebäude am Banter See beziehen. 

Bekenntnis zum Nationalpark

Beim Festakt zum 40-jährigen Bestehen des Nationalparks würdige Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) den damaligen Mut, ein 240.000 Hektar großes Areal zum Nationalpark auszuweisen – im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Fischerei. Als entscheidender Wegbereiter im Jahr 1986 gilt der damalige Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU). 

Würdigten zum 40-jährigen Bestehen die Bedeutung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer (von links) Ministerpräsident Olaf Lies, der Leiter der Nationalparkverwaltung Peter Südbeck und Umweltminister Christian Meyer. Foto: Umweltministerium

Umweltminister Meyer unterstrich die zentrale Bedeutung des Wattenmeeres als natürlicher Klimaregulator. „Zugleich steht der Lebensraum vor großen Herausforderungen – von steigendem Meeresspiegel, massiven Seegrasverlusten, Plastikmüll, Rohstoffabbau, russischen Schattenöltankern bis hin zu zunehmenden Nutzungsansprüchen.“ Niedersachsen stehe zum Weltnaturerbe und werde es durch die Biosphärenregion und Umwelt-, Naturschutz- und Klimaschutzprojekte stärken.

Der Leiter der Nationalparkverwaltung Peter Südbeck stellte im Rückblick auf vier Jahrzehnte fest: „Nationalpark wirkt!“ Die Naturlandschaft werde erhalten, die Artenvielfalt könne sich entfaltend. Zudem sei das gemeinsame Handeln für den Schutz von Natur und Küste wegweisend für eine sinnstiftende Zusammenarbeit in der Region und über Grenzen hinweg.

Klebearsch-Gemeinschaft trotzt Schnee und Eis

Hooksiel (5. 2. 2026) – Die Strecke war anspruchsvoll. Auf dem von Eis und Schnee eingesäumten Deichverteidigungsweg zwischen dem Hooksieler Außenhafen und dem Campingplatz benötigen die Boßler der Friesischen Stiftung Goldener Klebearsch (FSGKS) auch ein wenig Glück, um weite Würfe zu erzielen – und dabei nicht auszurutschen.

Gingen trotz Schnee und Eis auf ihre traditionelle Boßeltour: die Mitglieder der „Friesischen Stiftung Goldener Klebearsch“. Foto: FSGKS

Die jährliche Boßeltour ist traditioneller Bestandteil des Jahresprogramms der FSGKS, deren Wurzeln bis Ende der 1980-er Jahre zurückreichen. Die Keimzelle war eine Boßelgruppe der Firma „ICI Wilhelmshaven“. Im Laufe der folgenden Jahre kamen Mitarbeiter von verbandelten Firmen sowie Akteure der Hafenwirtschaft hinzu. Anfang 2004 wurde die „Friesische Stiftung Goldener Klebearsch“ gegründet, die bis heute als selbstständiger Verein existiert.

Beim jetzigen Treffen mit Boßeltour und anschließendem Grünkohl-Essen im Restaurant „Zur Brücke“ erinnerte die Cheforganisatorin Angela Homuth an kürzlich verstorbene Mitglieder, darunter den Gründungspräsidenten Hans-Peter Kramer, der über viele Jahre hinweg mit launigen Ansprachen und Ideen die Klebearsch-Tradition gepflegt hat. Der Name der Stiftung steht übrigens für „hartnäckiges Sitzfleisch“, das der Wilhelmshavener Künstler Hartmut Wiesner in einer Skulptur anschaulich gemacht hat. 

Klaus Stock wurde wegen seiner ständigen Präsenz seit Gründung des Vereins mit einem „Arschkarten-T-Shirt“ nebst A-Karte bedacht. Sieger beim Kampf um den Goldenen Klebearsch wurde Eckart Klasing, Kohlkönig Harald Naraschewski. Zur Interims-Präsidenten ernannte die Runde die Hooksielerin Angela Homuth. Neuwahlen sind für die Sommerveranstaltung im September geplant.

Glatteis-Alarm: Am Mittwoch fällt die Schule aus!

Hooksiel/Friesland (3. 2. 2026) – Glatteisalarm für Friesland, Wilhelmshaven und Wittmund. Nach entsprechenden Warnmeldungen der Wetterdienste haben die Landkreise und die Stadt heute den Schulunterricht an den allgemein bildenden Schulen abgesagt. Ein sicherer Schulbusverkehr sei nicht zu gewährleisten. Damit verlängern sich die Zeugnisferien um einen Tag. 

Ab Mitternacht Eisregen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am späten Nachmittag für die Nacht zum Mittwoch eine Unwetterwarnung herausgegeben. Ab 0 Uhr bis voraussichtlich 10 Uhr am Mittwoch bestehe Gefahr für Leib und Leben. Bei anhaltendem Dauerfrost wird Regen beziehungsweise Eisregen erwartet, der die Straßen und Fußwege in Eisbahnen verwandeln könnte.

Der Winter hat viele schöne Seiten. Doch Eisregen ist gefährlich. Deshalb fällt am Mittwoch der Schuluntericht aus. Foto: hol

Das Winterwetter mit Dauerfrost von bis zu minus 4 Grad soll bis Donnerstagabend anhalten. Zum Wochenende hin werden die Temperaturen nach Einschätzung der Meteorologen bis in den Plus-Bereich steigen. In der kommenden Woche, so die Prognose, dürfte das Thermometer um die 0-Grad-Marke pendeln. Niederschläge werden insbesondere für morgen, Freitag und für Sonntag erwartet.

Sand statt Streusalz

Die Sicherheitslage auf den Straßen und Fußwegen ist angespannt. Während Hauptstraßen weitgehend geräumt sind, hat sich der festgefahrene Schnee in den Nebenstraßen vielerorts in Eisplatten verwandelt. Vor diesem Hintergrund hat die Gemeinde Wangerland ihre Räumtaktik geändert. Während man sich im Rathaus zunächst nur auf die Hauptstraßen sowie auf Zuwegungen zu Kindergärten und Schulen konzentrieren wollte – auch um den Salzeinsatz aus wirtschaftlichen und ökologischen Grünen gering zu halten –, sind seit Montag Streudienste mit Sand unterwegs. Damit sollen die Eisplatten abgestumpft werden. 

Insolvenzverwalter zuversichtlich: Mehrere Angebote für Vynova-Werk

Wilhelmshaven/Hooksiel (3. 2. 2026) – Die Chancen stehen offenbar nicht schlecht, dass die Produktion am Standort der Insolventen Vynova Wilhelmshaven GmbH gerettet werden kann. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH am heutigen Dienstag mitteilte, gebe es mehrere Interessenten, die eine Vertraulichkeitserklärung abgegeben haben. „Es liegen auch schon erste unverbindliche Angebote vor.“ Auf Basis der Angebote werde man weiter gehende Verhandlungen führen. 

Insolvenzverwalter Dr. Kaufmann ist zuversichtlich, bis März einen Käufer für das insolvente Vynova-Werk in Wilhelmshaven finden zu können. Archiv-Foto: Vynova

Der strukturierte Investorenprozess wird begleitet von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft um Dr. Stefan Weniger und Merlin Smeenk. Das Amtsgericht Wilhelmshaven hatte am 12. Dezember 2025 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Gesellschaft angeordnet. Das Pluta-Team führte in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche, um die weitere Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen.

Produktion läuft stabil

„Trotz einiger Herausforderungen haben wir den Geschäftsbetrieb stabilisiert und die Produktion der PVC-Produkte läuft derzeit planmäßig weiter“, so Rechtsanwalt Kaufmann: „Die Belegschaft arbeitet sehr engagiert und motiviert. Wir fokussieren uns nun auf den Investorenprozess und streben möglichst bis März eine Lösung an. Aufgrund der Entwicklung des Verkaufs-Prozesses bin ich sehr zuversichtlich, dass dies gelingt.“

Das der Vynova Wilhelmshaven GmbH gehörende Chemie-Werk mit gut 350 Mitarbeitern in Sichtweite von Hooksiel gehört zur Vynova Gruppe mit Hauptsitz in Belgien. Die seit 1981 bestehende Produktionsstätte gilt als eines der größten europäischen Werke für die Produktion von Suspensions-PVC (S-PVC), ein hochwertiges Material, das in zahlreichen Produkten des täglichen Gebrauchs verarbeitet wird. Darüber hinaus produziert das Unternehmen Vinylchlorid-Monomer (VCM), ein wesentlicher Baustein zur Herstellung von PVC. 

Kliniken rücken zusammen: Brustkrebs-OPs in Wilhelmshaven

Wilhelmshaven/Friesland (31. 1. 2026) – Das „Klinikum Wilhelmshaven“ und die „Friesland Kliniken“ rücken medizinisch zusammen. Während die politischen Gremien von Stadt und Landkreis vor einer zentralen Weichenstellung für den Bau eines gemeinsamen Zentralklinikums stehen, haben die Geschäftsführungen beider Krankenhäuser verkündet, dass sie im Bereich der Behandlung von Brustkrebs ab sofort enger zusammenarbeiten.

Die „Friesland Kliniken“ und das „Klinikum Wilhelmshaven“ arbeiten bei der Brustkrebs-Behandlung zusammen. Operationen finden nur noch in Wilhelmshaven statt. Foto: Archiv-hol

Grünes Licht für die Kooperation beider Häuser haben die Aufsichtsräte der beiden kommunalen Kliniken bereits Ende vergangenen Jahres gegeben. „Damit sichern wir die regionale Versorgung bei Brustkrebsoperationen und damit der Behandlung der häufigsten Krebserkrankung von Frauen“, sagt die Geschäftsführerin der „Friesland Kliniken“, Petra Hohmann. Ihr Pendant im „Klinikum Wilhelmshaven“, Norman Schaaf: „Die Kooperation optimiert die Versorgung unserer Patientinnen und stärkt beide Standorte. Zudem ist es ein weiteres starkes Signal des Zusammenwachsens auf dem Weg zum geplanten Zentralklinikum.“

Kompetenzen gebündelt

Die Häuser bündeln ihre Kompetenzen im medizinischen Fachbereich der Senologie und damit der Behandlung von Brustkrebs (Mammakarzinome). Mit dieser Kooperation werde die zu beantragende Leistungsgruppe gesichert, heißt es. Gemeinsam würden beide Häuser die dafür geforderte Auflage von mindestens 100 Brustkrebsoperationen jährlich erfüllen. Damit werde die medizinische Versorgung in der Region in diesem Fachbereich erhalten.

Der Kern der Kooperation: Die chirurgischen Eingriffe werden in Wilhelmshaven konzentriert. Die Brustkrebspatienten der „Friesland Kliniken“ werden aber weiterhin durch Operateure der Geburtshilfe und Frauenheilkunde des St.-Johannes-Hospitals in Varel betreut, die des „Klinikums Wilhelmshaven“ durch deren Operateure. Sprechstunden, Behandlungen, Diagnostik und Therapie im Bereich der Senologie sollen wie gewohnt sowohl in Wilhelmshaven als auch in Varel stattfinden.

Leitende Ärzte zufrieden

Maßgeblich mit ausgehandelt hatten Vereinbarung die Leitenden Oberärzte Dr. Christoph Messner („Friesland Kliniken“) und Bert Hendrik Holmer („Klinikum Wilhelmshaven“). „Aus unserer Sicht ist das eine sehr gute Lösung, die sowohl die Gynäkologie im Klinikum Wilhelmshaven als auch in den Friesland Kliniken stärkt.“ 

Zum Hintergrund: Nach dem Krankenhausstrukturgesetz müssen sich Krankenhäuser für so genannte Leistungsgruppen bewerben. Davon gibt es 65. Die Leistungsgruppe 41 beinhaltet die Senologie. Durch die Bündelung der Kräfte und Kapazitäten des „Klinikums Wilhelmshaven“ und der „Friesland Kliniken“ am Standort St. Johannes-Hospital Varel werden die geforderten Mindestfallzahlen von 100 Brustkrebsoperationen erfüllt. Für diese Leistungsgruppe habe das Klinikum Wilhelmshaven einen entsprechenden Antrag gestellt. Diesen Antrag habe der Landesverband der Krankenkassen jetzt genehmigt. 

Wichtige Weichenstellung

Für Mittwoch, 18. Februar, wird eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft beider Kliniken erwartet. Der Rat der Stadt Wilhelmshaven und der Kreistag des Landkreises Friesland wollen in einer gemeinsamen Sitzung die Modalitäten für die Suche nach einem Standort für ein neu zu bauendes Zentralklinikum verabschieden. 

Der Allgemeine Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade (AWV) hat in dies Tagen darauf gepocht, den Beschluss nicht auf die lange Bank zu schieben. „Die Entscheidung ist überfällig und alternativlos-„