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Beiträge veröffentlicht in “Wilhelmshaven”

Verwaltungsgericht stoppt schnellen Bau von LNG-Terminal

Wilhelmshaven/Lüneburg (21. 5. 2026) – Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat am Donnerstag einem Eilantrag von Natur- und Umweltschutzverbänden stattgegeben. Danach wird der vom Rat der Stadt Wilhelmshaven beschlossene Bebauungsplan Nr. 225 vorerst auf Eis gelegt. Der Bebauungsplan darf danach erst umgesetzt werden, wenn das OVG seine Entscheidung im Normenkontrollverfahren gefasst hat.

Umweltschützer haben auch in Hooksiel gegen das geplante LNG-Terminal auf dem Voslapper Groden demonstriert. Archiv-Foto: ho

Das „Schutzbündnis“, bestehend aus Nabu, Deutsche Umwelthilfe (DUH) und BUND, hatte am 18. Februar Klage eingereicht, um die „Zerschlagung“ des Natur- und EU-Vogelschutzgebietes Voslapper Groden Nord in Wilhelmshaven zu verhindern. Der Bebauungsplan wäre Voraussetzung für die Pläne der Deutschen Grüngas und Energieversorgung GmbH (DGGEV), auf dem Voslapper Groden Nord ein LNG-Terminal und weitere fossile Energieimport-Infrastruktur zu bauen. Das Bündnis hält den Bebauungsplan für unrechtmäßig.

Vogelschutzgebiet darf nicht entwertet werden

„Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg für den Natur- und Vogelschutz in Niedersachsen“, sagte Holger Buschmann, Landesvorsitzender NABU Niedersachsen. „Das Oberverwaltungsgericht hat verhindert, dass im Voslapper Groden Nord Fakten geschaffen werden, bevor die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans geprüft ist. Genau das war unser Ziel. Ein europäisches Vogelschutzgebiet darf nicht erst trockengelegt, gerodet und entwertet werden, während noch offen ist, ob dieser massive Eingriff überhaupt zulässig ist.“ 

Ähnlich auch Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg im Eilverfahren ist ein richtiger und wichtiger Schritt für den Schutz wertvoller und einzigartiger Natur vor den Interessen eines fossilen Konzerns. Das von der DGGEV geplante fossile Großprojekt bleibt nun bis zur Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans auf Eis.“ Die Entscheidung sei ein ermutigendes Signal für das noch ausstehende Hauptverfahren, so Susanne Gerstner, Vorsitzende des BUND Niedersachsen.

Stadt sieht im Beschlusss einen Erfolg

Aber auch die Stadt Wilhelmshaven kann der Entscheidung des OVG gute Seiten abgewinnen. „Das ist noch kein Urteil, sondern ein Beschluss, der eine vorläufige Aussage trifft“, heißt es in einer ersten Stellungnahme aus dem Rathaus. Zwar sei der Bebauungsplan 225 in seiner Vollziehbarkeit gestoppt worden und es könnten bis auf Weiteres auf dieser Grundlage keine Genehmigungen erstellt werden. „Aber trotz dieser vermeintlichen Niederlage ist der Beschluss für die Stadt ein Erfolg“, so Stadtbaurat Niksa Marusic. „Schließlich hat das OVG die vollständige Entwertung des Vogelschutzgebietes für den Energiepark bestätigt und anerkannt, dass ein überwiegendes öffentliches Interesse vorliegt und es keine zumutbare Alternativ zum Standort Voslapper Groden Nord gibt.“

In seinem Beschluss hat das OVG aus Sicht von Marusic zwei Punkte angeführt, die zur vorläufigen Außervollzugsetzung des Bebauungsplanes geführt hätten. Zum einen sei unsicher, ob die Maßnahmen zum Ausgleich des Schutzgebietes tatsächlich ausreichend zeitnah umgesetzt werden können. Dieser Punkt könne aber schnell geheilt werden, ist die Stadt überzeugt. 

Der zweite Punkt betreffe eine fehlende konkrete Frist für den Umstieg von der Verarbeitung von Flüssigerdgas (LNG) auf Wasserstoff und Wasserstoff-Derivate. Auch hier weise das OVG auf eine Regelungsmöglichkeit hin und gebe entsprechende Hinweise.

22-Jähriger liefert der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd

Friesland/Wilhelmshaven (18. 5. 2026) – Eine filmreife Verfolgungsjagd liefere sich ein junger Mann in der Nacht zum Sonntag mit der Polizei. Der wesentliche Schauplatz: die Autobahn 29.

Der Wagen war einer Streifenwagenbesatzung des Polizeikommissariats Jever gegen 4 Uhr im Bereich Sande aufgefallen. Der Fahrer sei mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und gefährdender Fahrweise unterwegs gewesen. Unter anderem habe er die Vorfahrt des Polizeiwagens missachtet, wodurch es beinahe zu einem Zusammenstoß gekommen wäre.

Straßensperre umfahren

Wie es im Polizeibericht weiter heißt, habe der junge Mann sich danach mit hoher Geschwindigkeit, zum Teil in Schlangenlinien fahrend, entfernt. Dabei habe er Anhaltesignale, Martinshorn und Blaulicht der Verfolger missachtet und eine Straßensperre umfahren. 

Der Flüchtige fuhr auf die A 29 in Richtung Oldenburg auf. In Höhe Jaderberg hatte die Polizei eine Sperrvorrichtung, einen so genannten „Stop-Stick“, ausgelegt. Auch den überfuhr der Raser. Allerdings seien dabei beide Vorderreifen des Wagens beschädigt worden. „Der Fahrer setzte die Flucht zunächst fort, verlor kurze Zeit später jedoch die Kontrolle über das Fahrzeug und kam bei Rastede im Grünbereich neben der Fahrbahn zum Stehen“, schildert die Polizei. Dabei seien mehrere Bäume beschädigt worden.

Hubschrauber und Spürhund im Einsatz

Der Fahrzeugführer, nach Darstellung der Polizei zweifelsfrei ein 22-Jähriger aus Wilhelmshaven, habe seine Flucht danach zu Fuß fortgesetzt. Die Fahndung nach ihm sei trotz des Einsatzes eines Polizeihubschraubers und eines Diensthundes zunächst erfolglos geblieben. Im Fluchtwagen, einem noch nicht zugelassenen Neuwagen, habe es stark nach Alkohol gerochen.

Im Laufe des Sonntagvormittags wurde in Bockhorn der Diebstahl eines Mercedes angezeigt. Der Dieb, möglicherweise der 22-Jährige, hatte am Tatort ein Motorrad ohne Kennzeichen zurückgelassen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Maschine im Bereich Wapeldorf aus einer Scheune entwendet wurde. 

In Wilhelmshaven gestellt

Der gestohlene Mercedes, so die Polizei, wurde später auf einem Parkplatz in Wilhelmshaven gefunden. Der Beschuldigte sei dort in der Nähe von zivilen Einsatzkräften entdeckt worden. „Nach kurzer Flucht gelang die vorläufige Festnahme des Mannes“, so die Polizei. Ein freiwillig durchgeführter Atemalkoholtest habe 0,0 Promille ergeben. Aber ein Drogen-Vortest habe positiv auf Kokain und Amphetamine reagiert. 

Gegen den 22-Jährigen wurden unter anderem Ermittlungsverfahren wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens, Urkundenfälschung, Fahrzeugdiebstahls sowie weiterer Verkehrsdelikte eingeleitet.

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Zoll im Einsatz gegen Schmuggel und Schwarzarbeit

Oldenburg/Wilhelmshaven/Friesland (16. 5. 2026) – Die Überwachung der Grenzen sowie Kontrollen in Seehäfen bilden einen Aufgabenschwerpunkt des Hauptzollamts Oldenburg. Steigende Bedeutung hat hierbei der Kokainschmuggel. „Durch die Vergrößerung des Überwachungsdrucks in den klassischen Einfallshäfen wie beispielsweise Antwerpen und Rotterdam müssen wir damit rechnen, dass auch die niedersächsischen Seehäfen zunehmend in den Fokus international agierender Tätergruppierungen gelangen“, sagte Regierungsdirektorin Stephanie Grotheer, Leiterin des Hauptzollamts Oldenburg, bei der Vorstellung des Jahresberichtes für 2025 der Behörde, zu der auch das Zollamt Wilhelmshaven gehört. 

Im vergangenen Jahr wurde mit dem Zollschiff „Emden“ das erste Einwachenschiff des Zolls mit alternativem LNG-Antrieb für das Einsatzgebiet der Nordsee in Dienst gestellt. Foto: Zoll

Zwar gäbe es keine belastbaren Erkenntnisse, das niedersächsische Seehäfen bereits als alternative Schmuggel-Routen genutzt werden. Aber zwei Großfunde von Drogen in Brake und Wilhelmshaven würden zeigen, dass damit durchaus zu rechnen sei.

Kampf gegen Drogen-Import

Der Zoll kontrolliert auf dem Wasser, in den Häfen und im ganzen Land. „Unsere Zollkontrollen sind erfolgreich und wichtig. Sie schützen die Bevölkerung vor verbotenen Schmuggelwaren, die wir aus dem Verkehr ziehen“, führt Grotheer aus. „Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr 44.700 Fahrzeuge und Einzelpersonen kontrolliert. Dabei bleibt der Kampf gegen den Drogenschmuggel im Grenzraum zu den Niederlanden ein Kontrollschwerpunkt.“ 

In 3.419 Fällen sei es zu Beanstandungen gekommen, davon standen 745 Fälle im Zusammenhang mit Rauschgift-Schmuggel. Insgesamt seien über 300 Kilogramm Betäubungsmittel sichergestellt und damit dem Schwarzmarkt entzogen worden. Den größten Anteil habe dabei Kokain ausgemacht. Aber auch die unerlaubte Einfuhr von Cannabis-Produkten insbesondere aus den Niederlanden sei ein Dauerthema. Trotz der Teillegalisierung durch das Konsumcannabis-Gesetz ist sowohl die Ein- und Durchfuhr von Cannabis aus dem Ausland als auch die Ausfuhr in das Ausland nach wie vor verboten. 

Über drei Milliarden Euro Einnahmen

Der Zoll schützt nach eigenem Verständnis die Menschen in unserem Land – und die heimische Wirtschaft. Grotheer: „Das Hauptzollamt Oldenburg steht im nordwestlichen Niedersachsen für eine reibungslose Abfertigung des regulären internationalen Warenverkehrs, schützt Bürger und Umwelt vor schädlichen oder gefährlichen Schmuggelgütern, erhebt Steuern für die Handlungsfähigkeit des Staates und setzt sich mit der Bekämpfung von illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit für einen fairen Wettbewerb ein.“

Die rund 700 Zöllnerinnen und Zöllner im Weser-Ems-Bereich hätten 2025 über drei Milliarden Euro Steuergelder eingenommen. Auf den klassischen Zoll, die Steuer für die Einfuhr von Waren aus Ländern außerhalb der EU, seien davon rund 201,8 Millionen Euro entfallen. Die in diesem Zusammenhang zu erhebende Einfuhrumsatzsteuer betrug rund 2,3 Milliarden Euro. Weitere Einnahmequellen sind Verbrauchsteuern (418,6 Mio. Euro) wie Energie-, Strom-, Tabak, Alkohol- und Biersteuer und die Verkehrsteuern einschließlich der Kraftfahrzeugsteuer (96,3 Mio. Euro).

Illegale Beschäftigung im Visier

Zu den Aufgaben des Zolls zählt die Bekämpfung der Schwarzarbeit.„Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber schädigen alle: Sie betrügen die Sozialversicherung, hinterziehen Steuern und gefährden Arbeitsplätze“, so Grotheer. Andererseits würden aber auch Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber von der staatlichen und sozialen Infrastruktur profitieren, die von Steuergeldern finanziert wird. 

2025 seien annähernd 450 Arbeitgeber überprüft und rund 7.500 Arbeitnehmer am Arbeitsplatz zu ihren Beschäftigungsverhältnissen befragt worden. Der dabei festgestellte finanzielle Schaden lag bei rund 18 Millionen Euro. In der Folge seien 1.319 Strafverfahren und über 600 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. Darin enthalten sind Verfahren, die wegen Verstößen gegen das Mindestlohngesetz angeschoben wurden. Insgesamt seien auf Grundlage der Ermittlungen des FKS 665.000 Euro an Geldstrafen sowie 526.000 Euro an Buß- und Verwarngeldern verhängt und 182 Monate an Freiheitsstrafen festgesetzt worden. 

Teil der Küstenwache

Der Zoll ist auch Teil der deutschen Küstenwache. Er nimmt mit anderen Behörden die Grenzaufsicht an den Wassergrenzen, insbesondere der Seeküste wahr. Dazu gehöre auch die Überwachung der Umweltschutz-Vorschriften auf See und der so genannten kritischen maritimen Infrastruktur. Für das Hauptzollamt Oldenburg sind zwei Zollschiffe und zwei Zollboote mit Liegeplätzen in Emden und Wilhelmshaven im Einsatz.

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Madsack contra NOZ: Beben in der Zeitungslandschaft an der Jade

Von Gerd Abeldt

Jever/Wangerland (15. 5. 2025) – Die Zeitungslandschaft im Landkreis Friesland verändert sich. Der Journalist Helmut Burlager (69), langjähriger Redaktionsleiter und Chefredakteur des „Jeverschen Wochenblatt“, erwartet nach der in dieser Woche angekündigten Mehrheitsbeteiligung der NOZ/mh:n Medien („Neue Osnabrücker Zeitung“) am Medienhaus BruneMettcker GmbH mehr Wettbewerb in der Region.

Almuth Thomßen von den Grünen bedankte sich bei Referent Helmut Burlager. Foto: Reiner Tammen

Burlager, seit 2020 Ruheständler mit Wohnsitz in Frankreich, war zu Gast beim politischen Stammtisch der Grünen/Bündnis 90 in Jever. Neben Mitgliedern und Anhängern der Partei waren weitere Journalisten vor Ort. In einem gut zweistündigen Austausch wurden die Gründe, die Chancen und Risiken der sich abzeichnenden Entwicklung diskutiert.

Neuer Partner für BruneMettcker Medienhaus

Zum Hintergrund: Das BruneMettcker Medienhaus gibt das „Jeversche Wochenblatt“ und die „Wilhelmshavener Zeitung“ heraus. Mit der NWZ-Ausgabe „Jeverlandbote“ erscheint im nördlichen Landkreis Friesland eine weitere, personell aber sehr dünn aufgestellte Zeitung. Im Südkreis ist die „Nordwest-Zeitung“ mit Sitz in Oldenburg ohnehin führendes Zeitungshaus. Die NWZ war auch seit Jahrzehnten so genannter Mantelpartner der Lokalzeitungen in der Region, lieferte also die überregionalen Nachricht etwa aus Politik und Sport.

Nach den ursprünglichen Überlegungen hätte diese Kooperation weiter vertieft werden sollen. Das BruneMettcker Medienhaus besteht in seiner aktuellen Form seit 2021. Hervorgegangen ist es aus der 1999 gegründeten Brune-Mettcker Druck- und Verlags GmbH, die zu jeweils 50 Prozent den Verlegerfamilien Brune/Adrian (Wilhelmshaven) und Allmers (Jever) gehörte. Nach dem Tod des WZ-Verlegers Manfred Adrian übernahm die Familie Allmers dessen Anteile und verkaufte dafür den bis dahin ebenfalls zum Unternehmen gehörenden „Anzeiger für Harlingerland“ (Wittmund) an die NWZ.

Veto vom Bundeskartellamt

In der Folge ging der Druck der Zeitungen nach Oldenburg. Anzeigengeschäft, Vertrieb und Internetauftritt wurden mit Blick auf eine geplante Verzahnung der Unternehmen und allgemein sinkenden Auflagenzahlen weitgehend von der NWZ organisiert. Doch aus der Fusion wurde nichts. Das Bundeskartellamt der NWZ untersagte die Übernahme des Mittbewerbers in Friesland. Dadurch sei die Medienvielfalt in der Region in Gefahr.

Bewegung in die Angelegenheit kam Anfang dieses Jahres. Die Madsack Mediengruppe (Hannover), einer der größten Regionalmedienverlage Deutschlands, übernahm die NWZ – offenbar ein schwerer Schlag für die Kooperation zwischen Oldenburg und Jever. Jedenfalls dürfte das das Signal für die Annäherung von BruneMettcker und NOZ gewesen sein. 

NWZ stockt Redaktionen auf

Seit Mitte April liefert die NOZ, die schon mehrere Titel in Ostfriesland erworben hat, den Mantel für WZ und Wochenblatt. Vor wenigen Tagen wurde die geplante Übernahme von 50,01 Prozent, und damit der Mehrheit, der Anteile am BruneMettcker Medienhaus durch die NOZ verkündet – vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes, die aber in diesem Fall als reine Formsache eingestuft wird.

Schließlich, so nicht nur die Einschätzung von Burlager, dürfte die Fusion den Wettbewerb in der Medienlandschaft in Wilhelmshaven und Friesland eher beleben. Die Konstellation: Die von Hannover aus gesteuerte NWZ gegen die dann zu Osnabrück gehörenden Lokalzeitungen WZ und Wochenblatt. Dafür spricht, dass die NWZ offenbar bereits dabei ist, ihre Redaktionen in Jever und Wilhelmshaven personell zu stärken.

Erhebliche Veränderungen

Abzuwarten bleibt, wie die Entflechtung der übrigen Geschäftsfelder zwischen NWZ und BruneMettcker abläuft. Wie sieht der künftige Internetauftritt der hiesigen Zeitungen aus? Wo erscheinen künftig welche Todesanzeigen? Wer organisiert die Verteilung der Print-Zeitungen vor Ort?

Schwierige, aber aus Sicht von Burlager lösbare Aufgaben. Ungewiss ist allerdings, wie die Leser auf das veränderte Angebot regieren werden.  Klar dürfte aber sein: Kurz- und mittelfristig läuft die Region nicht Gefahr, zu einem „Ein-Zeitungs-Kreis“ zu werden. Das wäre ganz im Sinne der Kartellbehörden. Pressevielfalt gilt als ein wichtige Voraussetzung für demokratische Meinungs- und Willensbildung. 

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Zwischenruf: Lokaljournalismus ist wichtig für die demokratischen Strukturen

Von Gerd Abeldt

Hooksiel (5. 5. 2026) – Gedenktage richtet man häufig für Dinge ein, um die man sich Sorgen macht. Die Tage für Gleichberechtigung, für Menschenrechte, fürs Wassers und für die Pressefreiheit sind Beispiele dafür. Der heutige 5. Mai gilt als „Tag des Lokaljournalismus“. 

Müssen wir uns um den Lokaljournalismus Sorgen machen? Ja, müssen wir. International, national und auch direkt vor Ort. Das hat auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Gesprächsrunde mit Journalistinnen und Journalisten im Schloss Bellevue unterstrichen. 

Printmedien im Überlebenskampf

Der morgendliche Griff zur Lokalzeitung sei für ihn über Jahre mehr als ein Ritual gewesen, „es war Teil des Ankommens im neuen Tag“. Aber: Heute gebe es in vielen Regionen schon keine klassische Lokalzeitung mehr. Die Printmedien stünden unter wirtschaftlichem Druck. Ein Überlebenskampf, der nach Überzeugung von Steinmeier nicht nur für Verlage, sondern auch für die Demokratie wichtig ist.

„Ohne Lokaljournalismus gibt es kein gemeinsames Fundament vor Ort, das die Demokratie braucht; gibt es kein Bewusstsein, dass es Menschen sind, die vor Ort in der Gemeinde, in der Kleinstadt das Leben lebenswert halten, Tradition bewahren und für die Zukunft vorsorgen. Dass Demokratie vom Machen und Mitmachen lebt, vom gemeinsamen Engagement, nicht von allfälliger Empörung.“ 

Wahrheitsgehalt überprüfbar

Und, so der Bundespräsident weiter: „In Zeiten erodierenden Vertrauens in Politik, Medien, Kirchen und Institutionen hat die Lokalzeitung etwas Besonderes: Sie bewahrt Überschaubarkeit im Nahraum, der die eigentliche Befindlichkeit noch mehr prägt als die so genannte große Politik. Lokalzeitung ist im besten Sinne ein Stück Heimat – mit einem besonderen Verhältnis zu ihren Leserinnen und Lesern. Was die Lokalzeitung berichtet, lässt sich fast immer an Ort und Stelle auf seinen Wahrheitsgehalt überprüfen. Reporter und Redakteure, die zu haltlosen Übertreibungen neigen, müssen damit rechnen, schon am nächsten Morgen beim Bäcker zur Rede gestellt zu werden. Dieses Vertrauen ist ein hohes Gut. Mehr: Das Lokale ist – weil leicht und von vielen überprüfbar – eine kleine, aber wichtige Bastion gegen das Postfaktische.“

Demokratische Strukturen stärken

In diesem Sinne versucht auch die Netzzeitung „Hooksiel-life“ den Lokaljournalismus zu stärken – auch wenn sie ganz ohne Papier auskommt. Sogar ohne Verlag und Abogebühren. Aber, was gerade am „Tag des Lokaljournalismus“ wichtig ist zu betonen: „Hooksiel-life“ versteht sich als Ergänzung zur kommerziellen Lokalpresse – auch und gerade um die Kommunikation vor Ort zu stärken und damit demokratische Strukturen zu schützen.

Wenn Fakten beliebig würden, zwischen schnellem Like und lauter Empörung kein Raum mehr bliebe für Zwischentöne; wenn die Suche nach dem täglichen Skandal den Blick auf das Wichtige vernebelte, dann, so Frank-Walter Steinmeier, dann drohe ein Kommunikationsinfarkt. Dann gerate in Gefahr, was jede Demokratie brauche: die Fähigkeit zum Kompromiss.

„In einer Gesellschaft der Verschiedenen können wir nicht alle einer Meinung sein. Aber umso wichtiger ist dieses gemeinsame Fundament, das eine gemeinsame Wahrnehmung der Wirklichkeit voraussetzt. Und diese gemeinsame Wahrnehmung entsteht nicht durch Klicks, sondern durch unabhängige Information. Dafür stehen viele Journalistinnen und Journalisten in vielen Medien in unserem Land.“ Wir als „Hooksiel-life“ sind stolz darauf, seit fast vier Jahren dazuzugehören.

Umfrage von Studenten: Welches Potenzial hat das Hooksmeer?

Hooksiel (5. 5. 2025) – Segeln, surfen, Wasserski- und Tretboot fahren – das Hooksmeer gehört schon jetzt zur touristischen Marke Hooksiel. Eine Gruppe vom Studenten im Masterstudiengang der Jade Hochschule will jetzt erkunden, wie groß das Entwicklungspotenzial des vor an die 50 Jahren künstlich angelegten Gewässers ist. 

Student Jonas zu Jeddeloh hofft, dass sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an der wissenschaftlichen Umfrage zum Hooksmeer beteiligten. Unter anderem geht es darum, wie sich das touristische Potenzial weiter entwickeln lässt. Foto: hol

Kern der Untersuchung ist eine Umfrage, an der alle Frauen und Männer ab 18 Jahren teilnehmen dürfen. Der Link zur wissenschaftlichen Erhebung:  https://ww2.unipark.de/uc/Hooksmeer_Jade_Hochschule/ . Teilnehmen können Hooksieler ebenso wie Urlauber, Menschen aus der hiesigen Region ebenso wie potenzielle Nordseeurlauber, die bislang von dem „Hooksmeer in Hooksiel“ noch nie etwas gehört haben.

Ideen der Nutzer sind gefragt

Bekanntlich wurde das Hooksmeer im Zuge der Industrialisierung in den 1970er Jahren angelegt. Es verbindet den historischen Sielhafen Hooksiel über eine Außenschleuse mit der Jade. Das umliegende Freizeitgelände ist schon heute ein beliebtes Naherholungsgebiet. 

Abgefragt werden im Rahmen der Untersuchung unter anderem die Kenntnisse über das Gewässer und das umliegende Freizeitgelände, das nach Überzeugung von Touristikern ebenfalls jede Menge Entwicklungspotenzial hat. Wie wird der bisherige Zustand des Areals bewertet? Gibt es Mängel? Verbesserungsvorschläge? Wünsche an künftige Entwicklungen? 

„Ziel der Befragung ist es, mehr darüber zu erfahren, wie bekannt das Hooksmeer ist, wie es genutzt und wahrgenommen wird und welche Wünsche oder Verbesserungsvorschläge Besucher und auch Noch-Nicht-Besucher haben“, erläutert Studentin Julia Liedke. „Die Ergebnisse der Umfrage sollen dazu beitragen, Ansätze zur Weiterentwicklung des Hooksmeeres als Freizeit- und Erholungsstandort abzuleiten.“

Umfrage läuft bis zum 10. Mai

Die Studierenden sollen im Rahmen des Projektes vor allem das wissenschaftliche Arbeiten, das Erstellen von Umfragen und Methoden zu deren Auswertung erlernen, sagt Jonas zu Jeddeloh. Aber natürlich gehe es nicht nur um die Form, sondern auch um die Inhalte. So werde man zum Thema Hooksmeer auch mehrere Experten-Gespräche führen, so etwa mit einem Vertreter der Grundeigentümerin, der landeseigenen Hafengesellschaft NPorts, die sich ganz aktuell auf die Fahne geschrieben hat, das Freizeitgelände am Hooksmeer weiter zu entwickeln.

An dem studentischen Projekt sind neben Julia Liedke und Jonas zu Jeddeloh, Mariam Mohseni und Rabiya Sungur beteiligt. Der Fragebogen steht noch bis Sonntag, 10. Mai, online. Die Beantwortung dauert rund acht bis zehn Minuten. Und, so versichern die Studierenden: „Alle Angaben werden anonym erhoben und ausschließlich im Rahmen dieses Projekts verwendet.“

US-Konzern will insolventen PVC-Hersteller Vynova übernehmen

Wilhelmshaven (4. 5. 2026) – Hoffnung für die insolvente Vynova Wilhelmshaven GmbH. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH heute mitteilte, hat der börsennotierte US-Chemiekonzern Westlake Corporation eine Absichtserklärung (Letter of Intent) über den Erwerb des Produktionsstandorts für Polyvinylchlorid und Vinylchloridmonomer in Wilhelmshaven unterzeichnet.

Hoffnung für Vynova. Der US-Konzern Westlake Vinnolit will das Werk mit allen 350 Mitarbeitern übernehmen. Foto: Vynova

Die Westlake Vinnolit GmbH & Co. KG (Westlake Vinnolit), eine deutsche Tochtergesellschaft der Westlake Corporation, beabsichtige die Übernahme des Geschäftsbetriebs sowie aller rund 350 Mitarbeiter der Vynova Wilhelmshaven. „Die geplante Übernahme wurde bei den zuständigen Behörden zur Freigabe angemeldet“, so Kaufmann. 

Behördliche Prüfung der Transaktion läuft

Der Abschluss des Kaufvertrags und der Vollzug der Transaktion sollen danach unmittelbar nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens sowie der Erteilung der erforderlichen regulatorischen Freigaben erfolgen. Bis zu der angestrebten Übernahme bleibe die Vynova Wilhelmshaven GmbH operativ in die Vynova-Gruppe eingebunden.

Im Verfahren seien einige Herausforderungen zu meistern gewesen. Aber der Geschäftsbetrieb habe erfolgreich stabilisiert und die Produktion der PVC-Produkte weitergeführt werden können, so Kaufmann: „In den vergangenen Wochen haben wir gute Gespräche mit Westlake geführt und ich freue mich, dass dieser strategische Investor den Betrieb übernehmen will.“

Lob für Moral der Mitarbeiter

Ausdrücklich bedankte der Sanierungsfachmann bei den Vynova-Mitarbeitern, die seit der Insolvenzanmeldung im Dezember 2025 trotz aller Unsicherheiten immer vollen Einsatz gezeigt hätten. Der strukturierte Investorenprozess wurde begleitet von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Das Pluta-Team geht davon aus, nach der regulatorischen Freigaben die Transaktion noch im Juni vollziehen zu können. Der Geschäftsbetrieb von Vynova Wilhelmshaven gehe nahtlos weiter und die Produktion werde auch im Mai und Juni vollumfänglich fortgeführt.

Während des bisherigen Verfahrens habe man im engen Austausch mit der niedersächsischen Landesregierung gestanden, heißt es in der Pluta-Mitteilung. Zudem sei ein Massekredit der Nord/LB und der Volksbank Wilhelmshaven eG ein wesentlicher Baustein gewesen, um die weitere Betriebsfortführung zu ermöglichen.

Das Vynova Werk liegt an der Stadtgrenze zu Hooksiel. Es gehört zur Vynova Gruppe mit Hauptsitz in Belgien. Vynova Wilhelmshaven betreibt seit 1981 eines der größten europäischen Werke für die Produktion von Suspensions-PVC (S-PVC), ein hochwertiges Material, das in zahlreichen Produkten des täglichen Gebrauchs verarbeitet wird. Darüber hinaus produziert das Unternehmen Vinylchlorid-Monomer (VCM), ein wesentlicher Baustein zur Herstellung von PVC. 

Weltweit tätiger Konzern

Westlake Vinnolit ist ein führender europäischer Hersteller von PVC und wichtiger Partner für Natronlauge. Die Kunden des Unternehmens kommen unter anderem aus dem Bausektor, der Automobilindustrie, dem Gesundheitswesen oder der Zellstoff- und Papierindustrie. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland rund 1.400 Mitarbeiter in der Zentrale in Ismaning bei München sowie an seinen vier Produktionsstandorten in Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Westlake Vinnolit ist Mitglied der Westlake Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Housten sowie Betrieben in Asien, Europa und Nordamerika. Der 1986 gegründete Konzern beschäftigt weltweit rund 14.600 Mitarbeiter.

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Realitätsnahe Übung bringt Retter an ihre Grenzen

Wilhelmshaven/Wangerland (26. 4. 2026) – Mit einer realitätsnahen Großübung hat die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) von Donnerstag bis Samstag die Einsatzbereitschaft ihrer Besatzungen unter Beweis gestellt. Bei der „SAREx Wilhelmshaven 2026“ (Search and Rescue Exercise) trainierten rund 140 Seenotretter und weitere Einsatzkräfte die Rettung von Menschen aus Seenot unter anspruchsvollen Bedingungen.

Teil der Großübung SAREx 2026 auf der Jade: Retter übergeben einen „Verletzten“ auf einen Seenotrettungskreuzer. Foto: Die Seenotretter

Auf der Jade vor Wilhelmshaven spielte die DGzRS mehrere simulierte Notfallszenarien durch: Schwerverletzte auf havarierten Schiffen, vermisste Personen im Wasser und sinkende Boote stellten die Besatzungen vor komplexe Herausforderungen. Beteiligt waren sieben Seenotrettungskreuzer und -boote der DGzRS – darunter die Seenotrettungsboote „Peter Habig“ (Wilhelmshaven) und „Wolfgang Paul Lorenz“ (Horumersiel) – ,Rettungshubschrauber der Marineflieger und von NHC Northern Helicopter, Behördenschiffe wie die „WSP 5“ der Wasserschutzpolizei Niedersachsen sowie als Havaristendarsteller der Schlepper „Fairplay 34“ und die Barkasse „Seebär“.

„Schiffbrüchige“ geborgen

Die SAREx wurde außerdem unterstützt durch Verletztendarsteller. Im Hafen übernahm die Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven die weitere Versorgung der „Schiffbrüchigen“ und brachte sie in ein am Stationsgebäude der DGzRS eigens errichtetes Zelt, fachlich als Patientenablage bezeichnet.

„Wir bringen unsere Besatzungen bei diesen Übungen bewusst an ihre Grenzen“, sage Jan Lutz, Leiter des Rettungsdienstes der DGzRS. „Denn nur so können wir sicherstellen, dass sie im Ernstfall bestmöglich vorbereitet sind. Wir danken allen beteiligten Partnern für das große Engagement, das uns diese realitätsnahen Übungen ermöglicht.“

Freiwillige Retter beeindruckt

„Glücklicherweise erleben wir selten Einsätze mit Schwerverletzten. Aber in dieser großen Übung mussten wir auch das bewältigen, zum Beispiel in einem engen Schiff entscheiden, wer zuerst Hilfe braucht. Das war so realistisch, dass wir völlig vergessen haben, dass es eine Übung war“, sagt Stephan von Wecheln, Vormann der DGzRS-Freiwilligenstation Wilhelmshaven. Sie war zum sechsten Mal Gastgeber einer SAREx.

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Unternehmen fordern dringend konsequenten Bürokratie-Abbau

Wilhelmshaven/Friesland (22. 4. 2026) – Die allermeisten Unternehmen (97 Prozent) in der Jade-Region kämpfen mit steigenden Kosten. Als Konsequenz wollen über 40 Prozent der im Rahmen der „Wirtschaftsumfrage Frühjahr 2026“ befragten Unternehmen ihre eigenen Preise anpassen. Aber längst nicht alle gehen davon aus, dass sie ihre Umsätze steigern können. Als Unsicherheitsfaktor wird zudem die weltpolitische Lage wahrgenommen. 

Im Durchschnitt verzeichneten die Unternehmen bei den Energiekosten eine Zunahme von 8,43 Prozent. Auch in anderen Bereichen sei der Kostendruck hoch. Die Materialkosten lagen im Schnitt um 7,64 Prozent über dem Vorjahresniveau, während sich die Lohnkosten durchschnittlich um 7,95 Prozent erhöht hätten. 

Kostendruck gefährdet Investitionen

„Die Folgen der Kostensteigerungen zeigen sich bereits deutlich: Sinkende Margen und Erträge führen in einigen Fällen zu negativen Gewinnsituationen“, befürchtet Tom Nietiedt, Präsident des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade (AWV): „Viele Unternehmen verfügen nur über begrenzte Möglichkeiten, ihre Preise anzupassen, was langfristig dazu führen kann, dass sie notwendige Investitionen aufschieben. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerbs- und Preisdruck im Vergleich zum europäischen Ausland hoch.“ 

Die Daten gehen aus der Wirtschaftsumfrage hervor, deren Ergebnisse jetzt vom AWV, vom Wirtschaftsförderkreis Harlingerland und dem Netzwerk Wirtschaft Varel vorgestellt wurden. An der Umfrage beteiligten sich 166 Unternehmen mit insgesamt über 33.265 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus der Stadt Wilhelmshaven, dem Landkreis Wittmund und dem Landkreis Friesland. 

Bei der Abfrage, die vor dem Ausbruch des Iran-Krieges stattfand, ging es um aktuelle politische Themen, die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage, der Prognose für die kommenden sechs Monate und die Bewertung der Standort-Rahmenbedingungen in der Jade Wirtschaftsregion. 

Knapp ein Drittel der Betriebe unzufrieden

Als gut bezeichnen 37 Prozent (39 %) der Unternehmen die aktuelle wirtschaftliche Lage – damit ähnlich viele wie im letzten Jahr. 43 Prozent (32 %) empfinden die Situation als befriedigend. 20 Prozent (29%) beschreiben ihre Lage als unbefriedigend bzw. schlecht.

25 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihren Auftragsbestand als „relativ hoch“. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wert damit auf einem ähnlichen Niveau. 54 Prozent (52 %) bewerteten ihren derzeitigen Auftragsbestand als ausreichend, 21Prozent (25 %) als zu gering. Der Auftragsbestand reicht bei den Unternehmen durchschnittlich für die nächsten 10 Monate (12 Monate). 

Für die kommenden sechs Monate gehen 9,9 Prozent (10,3 %) der Unternehmen von einem deutlichen Umsatzanstieg von mehr als zehn Prozent aus. Weitere 34,2 Prozent (41,6 %) rechnen mit einer positiven Umsatzentwicklung zwischen drei bis zehn Prozent. Der größte Anteil (39,6 %) erwartet hingegen keine nennenswerten Veränderungen. 16,2 Prozent (11,7 %) gehen davon aus, dass sich ihre Umsätze negativ entwickeln.

Zurückhaltung bei Investitionen

Mit Blick auf die steigenden Kosten gaben 40,6 Prozent (37,8 %) der Befragten an, ihre Preise erhöhen zu wollen. Gleichzeitig rechnet fast die Hälfte der Unternehmen damit, ihre Verkaufspreise stabil halten zu können. Preissenkungen planen lediglich 2,8 Prozent der Antwortenden.

Bei den Investitionen zeigt sich die Wirtschaft weiter zurückhaltend. Nur 26,8 Prozent (24,7 %) der Befragten planen, ihr Investitionsbudget in der kommenden Zeit auszuweiten. Die Mehrheit der Betriebe beabsichtigt, ihr derzeitiges Investitionsniveau beizubehalten. Mit 14.3 Prozent deutlich geringer als im Vorjahr fällt der Anteil der Unternehmen aus, die ihre Investitionen zurückfahren wollen. 2025 waren es noch 25 Prozent. 

Schlechte Noten für Bundesregierung

Kritisch sehen die Unternehmen die Arbeit der Bundesregierung. Nur ein Befragter bewertete die bisherige Arbeit der Koalition aus CDU und SPD als sehr gut, lediglich acht Prozent als gut. Weit über die Hälfte stellte den politisch Verantwortlichen ein befriedigendes oder nur ausreichendes Zeugnis aus (75,2 %). 16 Prozent der Unternehmen bewerteten den bisherigen Kurs der Bundesregierung sogar als mangelhaft. 

Der Bedarf an politischer Unterstützung und spürbaren Entlastungen wird von den Unternehmen weiterhin als sehr hoch eingeschätzt. Mit großem Abstand an erster Stelle steht dabei wie im Vorjahr der Wunsch nach einem konsequenten Bürokratieabbau (91,1 %). Deutlich dahinter folgen Forderungen nach einer Senkung der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung (48,8 %), Verbesserungen im Bildungssystem (33,1 %) sowie eine Reform der Unternehmensbesteuerung (32,2 %). Darüber hinaus wünschen sich 30,6 % der Unternehmen stärkere politische Impulse zur Förderung der Digitalisierung. 

Unternehmen erwarten Unterstützung

Weitere Themen, bei denen viele Unternehmen Unterstützung erwarten, sind Maßnahmen gegen den Arbeitskräftemangel (29,8 %), eine stärkere Förderung von Investitionen (29%) sowie Verbesserungen bei der Verkehrsinfrastruktur (28,2 %). Gefragt nach den wirksamsten Impulsen zur Belebung der Wirtschaft setzen die Unternehmen vor allem auf steuerliche Entlastungen. 

Im Vergleich zur Bundesregierung schneidet die niedersächsische SPD/Grüne-Landesregierung besser ab. Knapp über 20 Prozent bewerten ihre Arbeit mit gut bis sehr gut und über die Hälfte der Unternehmen vergibt die Note drei. Lediglich 6,5 Prozent schätzen die Leistungen der Landesregierung als „mangelhaft“ ein.

Unsicherheiten durch Trump

Allgemeine Planungsunsicherheit befürchten viele Unternehmen von den Entscheidungen des US-Präsidenten Donald Trump. Seine Zollpolitik könne sich auf den Handel insgesamt und auf die Lieferketten und die Rohstoffpreise auswirken. Auch die Stärkung der Verteidigungsausgaben/Rüstung wirke sich aus.

Die Bewertung der Standortattraktivität der Jade Wirtschaftsregion fällt überwiegend stabil aus. Drei Viertel der befragten Unternehmen (75,2 %) sehen derzeit keine Veränderungen. 18,1 Prozent (29,2 %) der Unternehmen nehmen hingegen eine positive Entwicklung wahr und sind der Ansicht, dass sich die Attraktivität des Standorts in letzter Zeit verbessert habe – auch für ansiedlungsinteressierte Betriebe. 

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Ein Flugzeugträger als Symbol für Völkerverständigung

Hooksiel/Wilhelmshaven (21. 4. 2026) – Er war das Symbol militärischer Stärke – und zugleich wurde er zum Botschafter für verlässliche Bündnispolitik und transatlantische Freundschaft. Der amerikanische Flugzeugträger „USS Nimitz“ war zuletzt vor knapp 40 Jahren, im September 1986, zu Gast in Wilhelmshaven. 

Christa Klostermann präsentiert eine „Nimitz“-Kappe, die an den Besuch von US-Navy-Soldaten 1978 in Hooksiel erinnert. Foto: hol

Wie bei den Besuchen zuvor in den Jahren 1975, 1978 und 1980 zog das 333 Meter lange Kriegsschiff Tausende Schaulustige an. Zeitzeugen berichten, dass der Deich voller Menschen stand, um das Einlaufen des mit Nuklearreaktoren angetriebenen Flugzeugträgers und seiner über 5000-köpfigen Besatzung zu verfolgen. Interessierte aus ganz Deutschland nutzten die Gelegenheit, sich beim „Open Ship“ oder bei kleinen Bootstouren auf der Jade einen Eindruck von dem Meeresgiganten zu verschaffen.

Während der Besuche der Besatzungsmitglieder an Land kam es dann zu unzähligen Begegnungen und Gesprächen von Menschen – von Deutschen und Amerikanern, aus denen auch dauerhafte Freundschaften bis hin zu Ehen entstanden. Viele Erinnerungen daran sind bis zum heutigen Tag lebendig. Deutlich wird das in einer aktuellen Artikelserie der „Wilhelmshavener Zeitung“, in der Leser zu Wort kommen, die erzählen, wie sie die „Nimitz“-Besuche erlebt haben.

Das alterst Kriegsschiff der US-Navy, der Flugzeugträger „Nimtz“, soll 2027 außer Dienst gestellt werden. Das gigantische Schiff war vier Mal zu Besuch in Wilhelmshaven, zuletzt vor knapp 40 Jahren. Foto: privat

Zeugnisse des Truppenbesuchs von 1978 kann man auch in der Hooksieler Gaststätte „Zum schwarzen Bären“ bewundern. Stolz zeigt Christa Klostermann an eine Wand mit Analen, an der ein Blechschild mit dem Schriftzug „Nimitz“ verewigt ist – eingerahmt von den Flaggen der USA und dem Rüstringer Friesen aus Wilhelmshaven. Daneben hängt die Kappe eines Besatzungsmitglieds. „Bei uns war damals eine Gruppe von Offizieren de US-Navy zum Essen zu Gast. Ich glaube, die haben sich ganz wohl gefühlt“, erinnert sich die Gastronomin.

Die Tage der 1975 in Dienst gestellten „Nimitz“ sind inzwischen gezählt. Das Kriegsschiff soll im nächsten Jahr ausrangiert werden.

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