Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Beiträge veröffentlicht in “Hooksiel”

EWE entschädigt Kunden für Wartezeit

Hooksiel/Oldenburg (18. 10. 2023) – Der Oldenburger Energie- und Telekommunikationsdienstleister EWE wird eine einmalige „Entschuldigungszahlung“ an Kunden leisten, die lange auf die Auszahlung eines Guthabens aus ihrer Jahresrechnung für Strom, Erdgas oder Wärme warten mussten. Die EWE ist unter anderem Grundversorger für den Lankreis Friesland und damit auch für Hooksiel.

„Wir haben unsere Kundinnen und Kunden im vergangenen Spätsommer dazu aufgerufen, in der Energiekrise möglichst viel Energie zu sparen und die Monatsabschläge an die seinerzeit stark gestiegenen Preise anzupassen“, erläutert EWE-Marktvorstand Dr. Christian Friege die Entscheidung. „Wenig später hat die energiewirtschaftliche Sondersituation der vergangenen Monate zu großen Herausforderungen im Kundenservice beigetragen, in deren Folge wir bei der Erstellung von Rechnungen in Verzug geraten sind. Dabei haben wir es nicht gut genug geschafft, unsere Systeme und Prozesse anzupassen. Wir finden, dass dies nicht zum Nachteil derjenigen sein darf, die unserem Aufruf gefolgt sind und aus ihrer Jahresrechnung ein Guthaben erwarten. Bei ihnen bitten wir um Entschuldigung und glauben, eine sichtbare und pragmatische Lösung gefunden zu haben“, so Friege. 

Parallel arbeite EWE weiter intensiv daran, auch die letzten noch ausstehenden Jahresrechnungen so schnell wie möglich zu ihren Kunden zu bringen. Voraussetzung für die Zahlung sei, dass nach wie vor ein aktives Kundenverhältnis besteht, die Jahresrechnung ein Guthaben von mindestens 100 Euro aufweist und dass länger als sechs Wochen nach Ablauf der kundenindividuellen Verbrauchsperiode noch keine Jahresabrechnung vorliegt.

Die Höhe der Zahlung berücksichtige die Höhe des Guthabens und die Dauer der Wartezeit, so die EWE. Die betreffenden Kundinnen und Kunden würden nach Erhalt ihrer Jahresrechnung in einem gesonderten Schreiben über die Höhe ihrer Entschuldigungszahlung informiert. 

Mehrfache gesetzliche und regulatorische Eingriffe zur Entlastung der Bürger in der Energiekrise machten weitreichende Systemanpassungen auf Seiten der Energieversorgungsunternehmen notwendig. Die kurzfristige Umsetzung von Maßnahmen wie der Umsatzsteuersenkung, Einmalzahlungen im Dezember und Preisbremsen im Frühjahr sei komplex gewesen und habe bei vielen Energieversorgungsunternehmen zu einer Überlastung geführt. 

Tankstelle und Postfiliale geschlossen

Tankstelle Hooksiel
Die Tankstelle Hooksiel bleibt für sechs Wochen geschlossen. Die Technik wird erneuert. Foto: hol

Hooksiel (17. 10. 2023) – Die Hooksieler Tankstelle bleibt ab dem morgigen Mittwoch, 18. Oktober, für voraussichtlich sechs Wochen geschlossen. In diesem Zeitraum soll die komplette Tanktechnik überprüft und gegebenenfalls erneuert werden. Das bestätigte ein Sprecher der Heinrich Albers OHG (Surwold) auf Anfrage von „Hooksiel-life“.

Zu den im Detail geplanten Arbeiten machte der Sprecher keine Angaben. Zum Teil würde der Handlungsbedarf von dem Ergebnis der Überprüfungen abhängen. Neben der Tankstelle und dem Verkaufsraum der Tankshop TS Hooksiel GmbH sind von der Schließung auch die Waschstraße und die Postfiliale im Tankshop betroffen. Die benachbarte Bäckerei der Firma Ulfers-Eden bleibt geöffnet.

Die Albers OHG verweist Autofahrer auf ihre Tankstellen in Hohenkirchen und Schortens. Weitere nahe gelegene Tankmöglichkeiten gibt es in Horumersiel, Jever und in Fedderwardergroden.

Schaden an Abwasser-Druckrohrleitung

Hooksiel (16. 10. 2023) – Ein reger Pendelverkehr von Saugfahrzeugen im Bereich von Friesenstraße und Nee Straat ist einigen Hooksielern am Wochenende aufgefallen. Offenbar wurde im Bereich des Busbahnhofes Flüssigkeit aus dem Abwasserkanal aufgenommen und weggefahren. Dafür seien mindestens zwei Fahrzeuge im Pendelverkehr unterwegs gewesen.

Den Grund für die Aktivitäten erläuterte heute der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) auf Anfrage von „Hooksiel-Life“: Ein Schaden an einer Abwasser-Druckrohrleitung. „Die Saugfahrzeuge wurden eingesetzt, um das Abwasser zur nächsten Beförderungsstelle zu bringen“, teilte der OOWV mit. „So sind wir unserer Entsorgungspflicht vor Ort nachgekommen.“

Der Schaden an der Druckrohrleitung sei inzwischen behoben, das System arbeite wieder problemlos und entsprechend seien auch die Saugwagen abgerückt.

Bäume als lebende Individuen sehen

Dieter Schoof-Wetzig
Dieter Schoof-Wetzig stellt im Künstlerhaus Hooksiel Baumfotografien aus. Foto: hol

Hooksiel (16. 10. 2023) – Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, sagt der Volksmund. Aber umgekehrt gilt: Wer nur den Wald im Blick hat, übersieht die Schönheit einzelner Bäume. Genau die hält der Fotograf Dieter Schoof-Wetzig seit über zwei Jahrzehnten mit seiner Kamera fest. 24 der dabei entstandenen Fotos sind jetzt unter dem Titel „Baumlese“ im Künstlerhaus Hooksiel zu bewundern.

Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann begrüßte zur Vernissage an die 40 Interessierte, darunter die stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Wangerland, Alice Brandenburg-Bienek und den stellvertretenden Landrat Reiner Tammen, der darauf hinwies, dass er politisch wie beruflich eine besondere Beziehung zu Bäumen habe. „Holz ist mein Thema“, sagte der Grünen-Abgeordnete. Als Tischler seien die Bäume allerdings eher zu ihm gekommen – und zwar scheibchenweise.

In Leben und Werk des Künstlers führte der Journalist Christoph Hinz ein. Schoof-Wetzig, Jahrgang 1946, ist in Jever geboren und in Middoge (Wangerland) aufgewachsen. Er besuchte das Mariengymnasium, wo er sein Talent in einer Foto AG entdeckte. Nach dem Studium (Psychologie und Pädagogik) arbeitete der heute in Hannover lebende Fotograf in der Lehrerfortbildung. 

Zu Hooksiel habe er aber immer eine besondere Beziehung gehabe, sagte Schoof-Wetzig. Hier, am Kreuzhamm, habe „Oma-Hooksiel“ gewohnt. Besuche bei ihr waren gleichzusetzen mit dem Besuch der Nordsee. 

Betrachter sollten sich die Fotografien im Künstlerhaus ganz genau ansehen, riet Hinz. Den wohl 1000 Jahre alten Olivenbaum aus Andalusien, dessen Außenhaut geradezu filigrane Strukturen aufweist, die jeversche Blutbuche oder den Mammutbaum aus dem Schlosspark in Jever.

Hier der abgebrochene Ast, der an den Spagat eines Turners erinnert, dort ein entwurzelter Baum, eine Verletzung der Rinde oder eine skurrile Einlagerung, in der man einen Akt zu erkennen glaubt. Der Fotograf sei auf der Suche nach Leben, was die Dynamik des Verfalls einer bestimmten Lebensform einschließt, so Hinz. Sein besonderes Augenmerk gelte Strukturen und Reflexionen, die bei Betrachtern – anders als bei eindeutigen „Baumgesichtern“ – ganz unterschiedliche Assoziationen auslösen sollen. Geprägt vom Baum als Individuum, und vom Individuum des Betrachters.

Die Ausstellung im Künstlerhaus ist bis zum 2. Januar zu sehen. Bis Ende Oktober dienstags bis sonntags 14 bis 18 Uhr, danach samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Lichter überstrahlen den Regen

Herbstleuchten Hooksiel
Herbstleuchten am Alten Hafen von Hooksiel. Gute Stimmung bei farbigem Licht. Foto: hol

Hooksiel (15. 10. 2023) – Regenschauer. Immer wieder Regenschauer. Dazu teils heftige Windböen. Viel schlechter hätte das Wetter am Samstag nicht sein können. Dennoch: Das vom Verein „De Hooksieler“ ausgerichtete 12. Herbstleuchten fand statt. Die Festmeile um den Alten Hafen war gut gefüllt, die Stimmung unter den Besuchern gut. Cheforganisatorin Anke Müller: „In Anbetracht der schwierigen äußeren Bedingungen waren wir sehr zufrieden.“

Urlaubsgäste und Einheimische standen während der Regengüsse dicht gedrängt in den Zelten oder unter den Vordächern der Verkaufsstände. Dazu der Duft von warmem Calvados, selbstgebackenem Kuchen und Kartoffelpuffer mit Matjes. Für Speis und Trank – darunter frisch gepresster Apfelsaft aus heimischen Äpfeln – sorgten zumeist ehrenamtliche Helfer aus Hooksieler Vereinen. Und die hatten jede Menge zu tun. 

Zur entspannten Atmosphäre trugen sicherlich auch die irischen und schottischen Klänge der Wilhelmshavener Folkband „Beltane“ bei – und natürlich das Herbstleuchten selbst. Mit einbrechender Dämmerung erstrahlten die Packhäuser am Hafen und die im Hafen liegenden Boote in farbigem Licht. Am Deich tanzte Jana von der Pütten als illuminierter Schmetterling gegen Wind und Regen an. Und Rüdiger Krüger erzeugte als Feuerspucker zumindest eine Illusion von Wärme.

Viel Applaus ernteten zudem Kinder vom Turnverein MTV Hooksiel, die ein kleines musikalisch-tänzerisches Gastspiel gaben. Am Nachmittag stand bereits mit Benny Köster ein begabter Hooksiler Nachwuchsmusiker auf der Bühne. Gut angenommen auch die Rundfahrten mit einer von Gerd Kelterborn gefahrenen Friesenkutsche durchs Dorf. Anke Müller, am Sonntag nach dem Abbau aller Fest-Utensilien am Hafen: „Es war anstrengend, aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht.“

Ast drohte auf die Straße zu fallen

Feuerwehr kappt Baum
Feuerwehreinsatz in der Pakenser Straße: Ein dicker Ast drohte auf die Straße zu fallen. Foto: Feuerwehr

Hooksiel (15. 10. 2023) – Die Sturmböen in der Nacht zum Samstag haben in Hooksiel Wirkung gezeigt. Unter anderem wurden mehrere Bäume in Mitleidenschaft gezogen. 

„Baum auf der Straße“ stand am Samstag vormittag auf den Meldeempfängen der freiwilligen Feuerwehr Hooksiel. In der Pakenser Straße drohte ein dicker Ast aus acht Metern Höhe auf die Fahrbahn zu fallen.

Mit Unterstützung durch die Drehleiter der freiwilligen Feuerwehr Jever gelang es den Hooksieler Feuerwehrleuten, den Gefahrenherd zu beseitigen. Aus dem Korb der Drehleiter heraus wurde der Ast per Kettensäge gekappt. An dem Einsatz unter Leitung von Gruppenführer Dr. Thomas Große waren 14 Einsatzkräfte aus Hooksiel mit drei Fahrzeugen sowie drei Feuerwehrleute aus Jever mit der Drehleiter beteiligt.

Im Anschluss meldete ein Bürger aus dem Langengrodener Weg, die Zufahrt zu seinem Grundstück werde durch eine durch den Sturm angerissene Baumkrone versperrte. Auch dieses Problem habe innerhalb von einer Stunde beseitigt werden können, berichtet die Feuerwehr Hooksiel. 

Ein Stück Urlaub für den eigenen Garten

Strandkorb-Verkauf
Torsten Schönigt hat sich gleich zwei gebrauchte Strandkörbe gesichert. Foto: hol

Hooksiel (14. 10. 2023) – Ein Stück Nordsee mit nach Hause nehmen. Das war die Absicht vieler Interessenten, die heute am Campingplatz Hooksiel gebrauchte Strandkörbe in Augenschein nahmen. Eine von ihnen war Torsten Schönigt, der gleich zwei der von der Wangerland Touristik GmbH ausrangierten Strandmöbel, auf seinem Anhänger verstaute. 

Für die Schnäppchen hat der Wangerland-Urlauber aus Cloppenburg 80 beziehungsweise 100 Euro bezahlt. Sie sollen im heimischen Garten und am Pool ihren Platz finden. Dass die Sitzmöbel schon einige Gebrauchsspuren aufweisen, stört Schönigt nicht. „Das ist doch gerade das, was den Charme der Nordsee ausmacht.“

Insgesamt hatten Campingplatzleiter Dieter Luikenga und seine Mitarbeiter 55 Strandkörbe für den Verkauf bereit gestellt. „Die Körbe sind noch okay, müssten aber aufbereitet werden.“ Für die WTG selbst rechnet sich das nicht, für den handwerklich geschickten Privatmann könne das aber eine lukrative Sache sein – zumal die WTG einen Fundus von Ersatzteilen aus wirklich abgängigen Strandkörben bereit hielt.

Witzig auch die ausrangierten Strand-Beschilderungen für den Hunde- oder FKK-Bereich, die der ein oder andere Hooksiel-Fan für seinen Garten (?) mit nach Hause nahm.  Dem guten Zweck sollte die Versteigerung eines bereits handwerklich aufgewerteten Strandkorbs dienen. „Ein Unikat“, wie Luikenga schildert. „Auf keinem Strandkorb war die laufende Nummer so schief aufgemalt.“

Jeder Besucher der Verkaufsaktion konnte ein Gebot abgeben. Stolzer neuer Eigentümer ist Sven Arnemann. Den Erlös in Höhe von 220 Euro will die WTG an das Ehrenamt im Wangerland spenden. An diesen Wochenende endet die Camping-Saison in Hooksiel. Am Sonntag muss der vor dem Deich liegende Stellplatz geräumt sein. Ein Wiedersehen gibt es ab Ende März 2024.

Bürgerinitiative enttäuscht: Mitglieder sollen künftigen Kurs vorgeben

Hooksiel (12. 10. 2023) – Die Bürgerinitiative Hooksiel ist enttäuscht. Die drei Sprecher Günter Schmöckel, Dietrich Gabbey und Uwe Diekmann blicken stolz auf ihre großen Erfolge zurück: Den erfolgreichen Bürgerentscheid gegen den Verkauf des Gästehauses im Februar 2021 und den Ratsbeschluss zum Weiterbetrieb des Meerwasser-Hallenwellenbades. Seither aber, so ihr Eindruck, werde die im Dezember 2018 gegründete Initiative von der Politik im Rathaus und von der Wangerland Touristik GmbH mehr oder weniger links liegen gelassen.

Man sei froh, dass das Hallenbad inzwischen wieder geöffnet sei und sehr gut angenommen werde. Aber eine langfristige Perspektiv für das Bad fehle ebenso wie eine Lösung für das immer noch geschlossene Restaurant. Auf Vorschläge der Bürgerinitiative werde von Seiten des Rates und der WTG nicht geantwortet, zugesagte Gespräche nicht eingehalten, die Expertise von BI-Mitgliedern nicht genutzt. „Es läuft alles so etwas von zähflüssig …“, beklagt Günter Schmöckel. „Das ist wirklich enttäuschend.“

Bürgerinitiative Hooksiel
Sind enttäuscht, wie die Politik im Rat und die WTG mit ihnen umgehen: Die Sprecher der Bürgerinitiative Hooksiel (v. l.) Uwe Diekmann, Dietrich Gabbey und Günter Schmöckel. Archiv-Foto: hol

Für die BI-Sprecher stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, wie es mit der Bürgerinitiative weiter gehen soll. Vor einer Entscheidung sollen die Mitglieder befragt werden. Am Freitag, 20. Oktober, ab 19 Uhr findet im Gästehaus Hooksiel eine BI-Vollversammlung statt, zu der alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind – „natürlich auch der Bürgermeister, die Ratsmitglieder und die WTG-Vertreter“, so Schmöckel. Aber eine Extra-Einladung bekomme niemand.

Die BI-Sprecher treibt die Sorge um, dass man im Rat bewusst auf Zeit spielt. Nach zwei Jahren hat ein Bürgerentscheid keine bindende Wirkung mehr. Bemühungen, das leer stehende Hallenbad-Restaurant so schnell wie möglich wieder zu beleben, seien ebenso wenig erkennbar wie ein Konzept für den dauerhaften Erhalt des Bades oder das Ringen um eine Strategie, wie der Urlaubsort Hooksiel vor dem Hintergrund der expandierenden Industrie in unmittelbarer Nachbarschaft zukünftig aufgestellt werden soll. 

„Wir brauchen jetzt dringend ein Mandat unserer Mitglieder, wie es weiter gehen soll“, sagte Gabbey im Pressegespräch. Die Hoffnung, dass sich durch die Wahl des ehemaligen Mit-BI-Sprechers Dieter Schäfermeier (WPW) das Miteinander zwischen BI und Rat verbessern würde, hätten sich leider nicht erfüllt. Uwe Diekmann ist skeptisch: „So wie jetzt kommen wir jedenfalls nicht weiter.“ 

Erst Alarmübung im Schwimmbad – dann Ernstfall in der Viethstraße

Feuerwehr-Übung1
Feueralarm im Meerwasser-Hallenwellenbad: Die Großübung lief reibungslos – einschließlich der Evakuierung der Badegäste. Foto: hol

Hooksiel (12. 10. 2023) – Mittwoch Abend, kurz nach 18 Uhr. Martinshorn und Blaulicht aus allen Richtungen. Feueralarm im Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel. Saunabrand. Die Freiwilligen Feuerwehren Hooksiel, Wadderwaden und Hohenkirchen sind wenig später vor Ort und sehen, wie zahlreiche Schaulustige: eine Großübung.

„Nach 12,5 Minuten war der erste Trupp mit Wasser in der Sauna“, schildert Hooksiels Ortsbrandmeister Jörg Nöchel den Ablauf der Alarm- und Rettungsübung. Bei einem Alarm in einem Sonderobjekt wie dem Hallenbad rücken laut Einsatzplanung standardmäßig drei Wehren aus. Insgesamt waren rund 60 Feuerwehrleute vor Ort. 

Im Schwimmbad selbst war zu der Zeit reger Betreib. Rund 50 Badegäste wurden von dem Alarm überrascht, darunter auch Mädchen und Jungen von zwei Jugendfeuerwehren, die den Einsatz live miterleben konnten. „Die Schwimmbad-Leitung war in die Pläne für die Übung eingeweiht “, schildert Nöchel. Auch hier habe der Wunsch bestanden, dass der Ablauf so realistisch wie möglich geprobt werden soll. Flackerlampen simulierten das Feuer in der Sauna, eine Nebelmaschine sorgte für schlechte Sicht. Feuerwehrleute verlegen Schläuche, rücken unter Atemschutz zu dem Brandherd vor. Unterdessen evakuiert das Schwimmbad-Personal die Badegäste. Das vermeintliche Feuer ist schnell gelöscht. 

Einsatzleiter Nöchel ist zufrieden und bittet um Verständnis – bei den betroffenen Badegästen, aber auch bei seinen Feuerwehrkameraden, die aus dem Feierabend gerissen wurden. „Solche Übungen sind nun einmal wichtig, wenn die Abläufe auch im Ernstfall klappen sollen“, so Nöchel. „Wer nicht übt, der hat auch keinen Erfolg.“

feuerwehr in der Viethstraße
Wenige Stunden nach der Übung der Ernstfall: Die Feuerwehr Hooksiel pumpt mit Unterstützung des THW Varel Wasser aus dem Graben an der Viethstraße ab. Foto: Feuerwehr

Ernst wurde es dann für die Hooksieler Feuerwehrleute schon wenig später. Gegen 22 Uhr wurde die Wehr alarmiert, weil im Bereich Viethstraße/Altendeich aufgrund des Starkregens ein Ferienhaus voll Wasser zu laufen drohte. Durch den Einsatz von zwei Abwassertauchpumpen habe der Schaden abgewendet werden können.

Aber: Sämtliche Gräben in dem Bereich waren bereits übergelaufen. Mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks Varel pumpte die Feuerwehr Unmengen Wasser aus den Gräben über den Deich ins Hooksmeer, um Wasserschäden auf den Grundstücken zu verhindern.

Baustelle am Seedeich ist winterfest

Hooksiel (11.10. 2023) – Die Deiche im Bereich des III. Oldenburgischen Deichbandes sind sicher. Davon überzeugten sich jetzt im Rahmen der Herbstdeichschau Vertreter der Oberen und der Unteren Deichbehörde sowie die Deichgeschworenen. Besonderes Augenmerk legten die Fachleute bei ihrer Bereisung in Friesland und Wilhelmshaven auf die laufenden Baumaßnahmen.

Bagger am Hooksieler Seedeich
Die Arbeiten an der Erhöhung des Hooksieler Seedeichs sind in diesem Sommer gut gelaufen. Das Bild aus dem August zeigt, wie ein Bagger die Steine eines Überweges aufnimmt. Archiv-Foto: hol

Bekanntlich wird der Hooksieler Seedeich entlang der Bäderstraße erhöht. Auf einer Gesamtlänge von 2,3 Kilometern werden bis Ende 2024 rund 44.000 Kubikmeter Klei verbaut, um Minderhöhen von 60 bis 80 Zentimeter auszugleichen und den Deich durchgehend auf gut 8,10 Meter zu erhöhen. 

In den vergangenen Monaten wurde der erste Teilabschnitt vom Campingplatz bis in Höhe Hundestrand weitgehend fertiggestellt. Probleme habe es dabei nicht gegeben, sagte Gert Bartels, Geschäftsführer der Wasser- und Bodenverbände in Jever, im Gespräch mit „Hooksiel life“. 

Der Deichabschnitt liege jetzt „schwarz“, sagte Bartels. Soll heißen: Auf die Ansaat von Gras habe man im Herbst verzichtet. Der frisch aufgetragene Klei solle sich erst setzten und im nächsten Jahr noch einmal feinprofiliert werden. „Die Sicherheit des Deiches ist trotzdem gegeben“, ist Bartels überzeugt. 

Die Baufirmen hätten trotz des regnerischen Sommers zügig gearbeitet. Beschwerden von Urlaubern und sonstigen Strandbesuchern über Lärm- oder Staubbelastungen habe es kaum gegeben. Im kommenden Frühjahr sollen die Arbeiten an dem Millionenprojekt in Richtung Strandhaus 1 fortgesetzt werden.

Auch am Voslapper Seedeich in Wilhelmshaven komme man gut voran. Die Erneuerung der Böschung zwischen dem LNG-Terminal und der Raffinerie-Brücke hätten abgeschlossen werde können. Für 2024 sei der Abschnitt bis zum Containerhafen Jade-Weser-Port geplant. In Augenschein nahmen die Fachleute auch die LNG-Import-Pipeline, die in Höhe des künftigen Betriebsgeländes der Firma TES über den Deich hinweg geführt wurde. Der Grund dafür, so Bartels: „Die Pipeline soll nur fünf Jahre lang genutzt werden.“ Ein Durchstich durch den Deich würde sich da nicht lohnen.