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Beiträge veröffentlicht in “Hooksiel”

Insolvenzverwalter zuversichtlich: Mehrere Angebote für Vynova-Werk

Wilhelmshaven/Hooksiel (3. 2. 2026) – Die Chancen stehen offenbar nicht schlecht, dass die Produktion am Standort der Insolventen Vynova Wilhelmshaven GmbH gerettet werden kann. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH am heutigen Dienstag mitteilte, gebe es mehrere Interessenten, die eine Vertraulichkeitserklärung abgegeben haben. „Es liegen auch schon erste unverbindliche Angebote vor.“ Auf Basis der Angebote werde man weiter gehende Verhandlungen führen. 

Insolvenzverwalter Dr. Kaufmann ist zuversichtlich, bis März einen Käufer für das insolvente Vynova-Werk in Wilhelmshaven finden zu können. Archiv-Foto: Vynova

Der strukturierte Investorenprozess wird begleitet von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft um Dr. Stefan Weniger und Merlin Smeenk. Das Amtsgericht Wilhelmshaven hatte am 12. Dezember 2025 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Gesellschaft angeordnet. Das Pluta-Team führte in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche, um die weitere Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen.

Produktion läuft stabil

„Trotz einiger Herausforderungen haben wir den Geschäftsbetrieb stabilisiert und die Produktion der PVC-Produkte läuft derzeit planmäßig weiter“, so Rechtsanwalt Kaufmann: „Die Belegschaft arbeitet sehr engagiert und motiviert. Wir fokussieren uns nun auf den Investorenprozess und streben möglichst bis März eine Lösung an. Aufgrund der Entwicklung des Verkaufs-Prozesses bin ich sehr zuversichtlich, dass dies gelingt.“

Das der Vynova Wilhelmshaven GmbH gehörende Chemie-Werk mit gut 350 Mitarbeitern in Sichtweite von Hooksiel gehört zur Vynova Gruppe mit Hauptsitz in Belgien. Die seit 1981 bestehende Produktionsstätte gilt als eines der größten europäischen Werke für die Produktion von Suspensions-PVC (S-PVC), ein hochwertiges Material, das in zahlreichen Produkten des täglichen Gebrauchs verarbeitet wird. Darüber hinaus produziert das Unternehmen Vinylchlorid-Monomer (VCM), ein wesentlicher Baustein zur Herstellung von PVC. 

Winterwetter verzögert Bauarbeiten an der Schleuse

Hooksiel (3. 2. 2026) – Aufgrund des winterlichen Wetters werden sich die Arbeiten an der Hooksieler Außenschleuse voraussichtlich verzögern. In einer Mitteilung weist die Niedersächsische Hafengesellschaft NPorts die im Hooksmeer beheimateten Segelvereine auf mögliche Auswirkungen auf den Saisonbeginn hin.

Schleuse Hooksiel Foto NPorts
Die Hooksieler Außenschleuse wird saniert und modernisiert. Das Winterwetter beeinträchtigt die Arbeiten. Archiv-Foto: NPorts

„Die Arbeiten in der Schleusenkammer schreiten derzeit leider nicht wie geplant voran“, heißt es in der Information. „Aus diesem Grund können wir aktuell nicht ausschließen, dass sich der ursprünglich vorgesehene Termin zur Fertigstellung des aktuellen Sanierungsabschnitts Ende April 2026 auf das Ende KW 21 verschiebt.“

Die 21. Kalenderwoche endet am Sonntag 24. Mai. Bereits am Mittwoch, 20. Mai, – so die Planung der Segelvereine – sollte die erste „HookSail“ Feierabend-Regatta auf der Jade gestartet werden. Die Jade können die Hooksieler Segler aber nur durch die Außenschleuse erreichen. Aber vielleicht klappt es ja noch. „Wir setzen alles daran, den entstandenen Zeitverlust zu kompensieren und den Terminplan bestmöglich einzuhalten“, verspricht NPorts.

Gruppenbild mit Dame: Neuer Vorstand der Arbeitsgruppe

Hooksiel (2. 2. 2026) – Der Mitte Januar neu formierte Vorstand der Arbeitsgruppe Hooksiel hat sich erstmals komplett getroffen. Gelegenheit für ein Gruppenbild: Das Foto zeigt den neuen Vorsitzenden Bodo Zeiger (2. von links) mit seinen Mitstreitern (von links)  Sabine Greiff (Beisitzerin), Tobias Stahl (2. Vorsitzender), Bernd Tscherney (Schatzmeister) und René Klaus (Schriftführer).

Bodo Zeiger hatte die Nachfolge von Bruno Bölts angetreten, der seit 2019 an der Spitze der ehrenamtlich arbeitenden Arbeitsgruppe stand. Bölts hatte sich nicht mehr zur Wiederwahl gestellt.

Entspannungsraum an der Grundschule eingeweiht

Hooksiel (2. 2. 2026) – Die Grundschule Hooksiel hat einen „Snoezelraum“. Der Entspanungs- und Sinnesraum wurde am letzten Schultag vor den Zeugnisferien feierlich eröffnet. Dazu trafen sich alle Klassensprecherinnen und Klassensprecher der ersten bis vierten Klassen mit Schulleiter Peter Nussbaum sowie den Lehrkräften Marvin Alker und Myriam Giersdorf.

Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule weihten zusammen mit Lehrkräften den neuen „Snoezelraum“ ein. Foto: Schule

Ein besonderer Höhepunkt war das Durchschneiden der Eröffnungsschleife durch Kete aus Klasse 1a, die stellvertretend für alle Beteiligten diesen symbolischen Moment übernahm. Im Anschluss gab es für alle Kinder einen kleinen Empfang mit alkoholfreien Getränken, bei dem die Freude über den neuen Raum deutlich spürbar war.

Nun kann der Snoezelraum genutzt werden. DieVorfreude bei den Schülerinnen und Schülern sei riesig, schildert Myriam Giersdorf. „Bevor es losgeht, wird der Schülerrat gemeinsam Verhaltensregeln für den Raum erarbeiten und festlegen, damit sich dort alle wohl und sicher fühlen können und der Raum so schön erhalten bleibt.“

Die Schulleitung dankte allen, die an der Gestaltung und Umsetzung dieses Projekts beteiligt waren, insbesondere Hausmeister Manfred Janßen, den weiteren Mitarbeitern der Gemeinde und den beteiligten Lehrkräften.

Souveräner Sieg für Hooksieler Tennisspieler

Hooksiel (1. 2. 2026) – 6:0 gegen Schweewarden. Die ü 50-Tennisspieler des FC Nordsee Hooksiel sind ihrer Favoritenrolle im Heimspiel gerecht geworden. Alle vier Einzel sowie die beiden Doppel wurden am Sonntag im Heimspiel in der Halle in Varel gewonnen. Mit nunmehr 2:2 Punkten rücken die Hooksieler auf Rang drei der Tabelle.

An Position 1 gewann Thomas Otte ungefährdet 6:1, 6:3. Ebenso souverän an Position 3 Mirko Ortmanns (6:0, 6:0) und an Position 6 Helmut Petermann (6:2, 6:3). Eng wurde es lediglich für Thorsten Csikos an Postion 2. Nach 6:2 im ersten Satz ging der zweite mit 4:6 verloren. Aber im Matchtiebreak hatte dann der Hooksieler die besseren Nerven (10:7).

Beim Zwischenstand von 4:0 hatten die Doppel nur noch statistische Bedeutung. Aber auch hier blieben Otte/Csikos mit (6:1/6:2) und Ortmanns/Torsten Riedel (6:4/6:2) konzentriert.

Gemeinde geht das Salz aus: Nebenstraßen spiegelglatt

Hooksiel (30. 1. 2026) – Der Winter zeigt sich hartnäckig. Mit seinen schönen, aber auch seinen gefährlichen Seiten. Während die Gemeinden, Städte und Straßenmeistereien die Hauptstraßen inzwischen weitgehend eis- und schneefrei halten, haben sich viele Nebenstraßen – und auch einige Fußwege – zu spiegelplatten Einspisten entwickelt.

Schnee und Eis in der Hamburger Straße. Die Gemeinde Wangerland sieht sich nicht in der Lage, die spiegelglatten Nebenstraßen zu räumen oder mit Salz abzustreuen. Foto: Tobias Geisen

Die Ursache liegt auf dem Pflaster: Der Schnee wird festgefahren, taut oberflächlich an und wird dann bei den nächsten Minusgraden zur Eisbahn. Das gilt auch für die Hamburger Straße in Hooksiel, an der Tobias Geisen wohnt. Geisen sieht die Gemeinde in der Pflicht. „Ich verstehe, wenn Hauptstraßen nach Schneefällen Priorität haben und in den Nebenstraße dann ein oder zwei Tage lang nichts passiert. Aber auf unserer Straße ist diesen Winter noch überhaupt nichts passiert.“

Neben der Hamburger Straße sind auch viele andere Wohnstraßen in Hooksiel und im übrigen Wangerland spiegelglatt. Dabei habe es zuletzt am vergangenen Sonntag so richtig geschneit, so Geisen. Aber während die allermeisten Anwohner ihrer Schnee-Räumpflicht nachgekommen seien und die Gehwege geräumt hätten, sei von Seiten der Gemeinde nichts passiert.

Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak bestätigt hat die Darstellung der Situation, bitte aber um Verständnis dafür, dass die Gemeinde in den allermeisten Nebenstraßen keinen Winterdienst macht. „Das hat ökologische, aber auch ökonomische Gründe“, sagte der Bürgermeister gegenüber „Hooksiel-Life“. 

Ähnlich wie in den anderen Kommunen der Region seien die Salzvorräte weitgehend aufgebraucht. Schon von daher könne man die Nebenstraßen nicht streuen. Schon vor dem Winter größere Salzvorräte anzulegen, sei logistisch schwierig und auch mit Blick auf die Kosten nur schwer vertretbar. Szlezak weist zudem auf die Umweltbelastungen hin, die mit dem Salzeinsatz in wenig befahrenen Nebenstraßen einhergehen würden. Der Bürgermeister bittet um Verständnis – und m Vorsicht auf den glatten Straßen. 

Wunschkonzert ohne Grenzen – und ohne Preisschilder

Von Gerd Abeldt

Hooksiel (29. 1. 2026) – Stellen wir uns vor, es ist Weihnachten. Der Weihnachtsmann kommt und fragt die Kinder: „Was wünscht Ihr euch? Ihr habt freie Auswahl. Macht euch keine Gedanken darüber, was das Geschenk kosten könnte. Wer weiß, vielleicht finden eure Eltern ja jemanden mit viel Geld …“. Wie groß ist da wohl die Wahrscheinlichkeit, dass die Wünsche dem Geldbeutel der Eltern entsprechen? 

Thomas Leimkühler vom Seebadeverein moderierte die Iden-Suche für das ehemalige Feuerwehrgelände am Alten Hafen. Foto: hol

An einen solchen Festakt erinnerte die Erhebung eines Stimmungsbildes zur Zukunft des Areals des ehemaligen Feuerwehrhauses am Alten Hafen beim Hooksieler Seebadeverein. Thomas Leimkühler als Moderator des sechsten „Gäste- und Bürgersnak“ forderte die rund 80 Anwesenden auf, Ideen zu entwickeln, wie der Dorfkern an dieser Stelle attraktiver werden könnte. Schließlich habe Bürgermeister Mario Szlezak, der als Zuhörer im Gästehaus saß, auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde dazu aufgefordert, das Thema ganz neu zu denken. 

Hotelprojekt gescheitert

Bekanntlich war im alten Jahr das Planungsbüro, das für das Filetgrundstück ein Hotel entworfen hatte, mit dem Versuch gescheitert, dafür einen Investor zu finden. Also: Alles zurück auf Null. Zurück zur Frage, die gerade im aufziehenden Kommunalwahlkampf an Bedeutung gewinnt: „Was wollen die Hooksieler eigentlich?“

Leimkühler nannte den Vereinsmitgliedern einige Rahmenbedingungen: Das Ensemble mit den benachbarten Packhäusern steht unter Denkmalschutz. Die Hafenmauer schützt vor Hochwasser. Der Hafenplatz sollte als Fest- und Dorfplatz erhalten bleiben. Das öffentliche WC ist wichtig, auch für Segler. 

Markthalle oder Geschäftspassage

Die Forderung des Grundeigentümers, der Gemeinde Wangerland, der für das Grundstück 420.000 Euro haben möchte, kam nicht zur Sprache. Geld spiele erstmal keine Rolle. Vielleicht gibt es ja Fördertöpfe, von denen bislang noch niemand etwas weiß …

Also Feuer frei für das Ideen-Feuerwerk. In kleinen Gruppen entwickelten die Besucher des „Gäste- und Bürgersnaks“ Vorschläge, für die im Nachgang Stimmen abgegeben werden konnten. Die Favoriten: Eine Markthalle oder Passage mit kleinen Geschäften und einem Café. Und das „Projekt-Rothert“.

Bauplan für Alten Hafen
So sahen die Pläne aus, die Bauunternehmer Bodo Rothert 2022 für den Alten Hafen erarbeitet hatte. Archiv-Foto: hol

Bodo Rothert, Bauunternehmer mit familiären Wurzeln in Hooksiel, hatte 2022 die Idee entwickelt, zwischen Lange Straße und Hafen ein zum Hafen geöffnetes Restaurant mit einigen Hotel-Zimmern in die vorhandene Bebauung am Hafen einzubetten. Nachdem bis 2024 die Gemeinde daran kein Interesse gezeigt hatte, verabschiedete Rothert sich von dem Projekt, nahm nicht mehr an dem offiziellen Interessen-Bekundungsverfahren teil und baute stattdessen unter anderem an der Nee Straat ein Mehrfamilienhaus.

Gegen Ferienwohnungen und Appartements

Einzelne Bürger wünschten sich ein Kulturzentrum oder eine kleine Tourist-Info. Für einen klassischen Hotelbau können sich offenbar nur wenige begeistern. Gar keine Befürworter gab es im Kreise der Seebadevereins-Mitglieder für Ferienwohnungen oder eine Health-Care-Appartementanlage.

Entsprechende Pläne hatte die Bremer Specht-Gruppe im Interessen-Bekundungsverfahren präsentiert. Die Hooksieler halten davon – zumindest für das Hafengrundstück – offenbar wenig. Bleibt abzuwarten, wieviel dem Gemeinderat das Stimmungsbild im Ort tatsächlich wert ist. Die Specht-Gruppe jedenfalls war bereit, den geforderten Preis für das Grundstück zu zahlen.

Die Hoffnung: Es sollte nicht bis zum nächsten Weihnachtsfest dauern, bis die Hooksieler wissen, über welches Geschenk sie sich freuen dürfen. Wer es bezahlt und wer es wie betreiben möchte. Andernfalls könnte es schon vorher die Bescherung geben. Bei der Kommunalwahl.

Skiterrassen
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Sicherung des Badestrandes soll bis zu 17 Millionen Euro kosten

Hooksiel (28. 1. 2026) – Der Plan steht. Der Hooksieler Ratsherr Dieter Schäfermeier stellte beim „Gäste- und Bürgersnak“ des Seebadevereins am Dienstagabend die im Dezember fertiggestellte Machbarkeitsstudie für die geplante Sicherung des Hooksieler Badestrandes vor. Das von mehreren Ingenieur- und Planungsbüros erstellte Konzept ist die Grundlage für Förderanträge, über die die Gemeinde Wangerland das Bauvorhaben finanzieren will. 

So sieht die Machbarkeitsstudie aus: In die Jade hinausragende Buhnen sowie ein massives, 700 Meter langes Deckwerk (grau Linie), das sich um die Strandhäuser schmiegt, sollen den Hooksieler Strand für die nächsten 30 Jahre sichern. Grafik: Planungsbüros

Kern des Projektes sind der Bau von Buhnen und eines 700 Meter langen Deckwerks, mit dem die vorhandenen Strandhäuser und der Sand am Badestrand gesichert werden soll. Das massive Bauwerk würde fest im Untergrund verankert und bekäme die Höhe des derzeitigen Deichverteidigungsweges, so dass selbst bei Sturmfluten das Wasser aus der Jade nicht am Strand nagen könnte. Zwischen 2012 und 2024, so erläuterte Schäfermeier das Problem, habe die See im Bereich zwischen Strandhaus 1 und Hauptbadestrand rund 200 Meter Strandtiefe weggespült. Oder genauer: Der Sand hat sich in Richtung Hunde- und FKK-Strand verlagert. 

Deckwerk wird Flaniermeile

Das Deckwerk selbst soll zu einer Flaniermeile werden. Den Weg zum Wasser beziehungsweise ins Wattenmeer ermöglichen drei Treppenanlagen. Wichtiger Baustein für das Gesamtprojekt ist Barrierefreiheit. Davon würden auch die Fördermittel abhängen, so Schäfermeier. Damit auch Menschen mit Beeinträchtigungen die See erreichen können, sind mehrere Übergänge über das Deckwerk und auch über den Deich entlang der Bäderstraße vorgesehen. So soll vom oberen Parkplatz am Außenhafen eine entsprechende Rampe bis hin zum Strandhaus 1 gebaut werden.

Entspannung, Spiele und Natur

Der Hooksieler Strand soll drei Nutzungszonen erhalten. Rund ums Strandhaus1 gilt das Motto „Genuss und Entspannung“. Im weiteren durch das Deckwerk geschützten Bereich sollen Erholungs- und Spielflächen sowie eine Veranstaltungsbühne entstehen. Hinter dem Deckwerk in Richtung FKK-Strand und Campingplatz dominiert die Natur. Hier sollen zusätzliche Sanddünen angelegt werden. Als Sanddepot für den ungeschützten Badestrand zwischen Standhaus 1 und Außenhafen, aber auch als Schutz für den Nacktbadebereich.

Ein Knackpunkt bei dem Projekt: die Kosten. Nach den Worten von Schäfermeier gehen die Planer von Maximalkosten in Höhe von 16,8 Millionen Euro aus. Noch im Herbst hatte der Ratsherr von voraussichtlichen Kosten zwischen 8 und 9 Millionen Euro gesprochen. Dennoch sei er zuversichtlich, dass das Projekt realisiert werden kann, zumal es neben der Sicherung des Strandes für die nächsten 30 Jahre auch um Küstenschutz gehe.

Hoffnung: Kohlestrukturfonds

Bei der Finanzierung hoffe man vor allem auf den Kohlestrukturfonds, mit dem der Bund Projekte in Regionen finanziert, die vom Ausstieg aus der Kohleverstromung betroffen sind. Zudem hat die Gemeinde nach den Worten von Schäfermeier bereits eine Zusage über drei Millionen Euro aus der Tourismusförderung des Landes. Er sei überzeugt, dass auch Ministerpräsident Olaf Lies hinter dem Projekt stehe.

Das notwendige Planfeststellungsverfahren soll vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) durchgeführt werden. Wenn das in einem beschleunigen Verfahren gelinge, könnten die Bauarbeiten 2027/2028 vorgenommen werden. Allerdings nicht während der Haupturlaubssaison. Gearbeitet werden könnte jeweils von Februar bis April sowie von September bis November. 

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Campingplatz Hooksiel: Überland wirft Werbetrommel an

Hooksiel (28. 1. 2026) – Noch halten sich die neuen Eigentümer des „Nordsee Campingplatzes Hooksiel“ zu ihren Plänen bedeckt. Die Überland-Geschäftsführung hatte vor einigen Wochen angekündigt, sich und ihr finales Konzept erst zum Saisonbeginn 2026 vorstellen zu wollen.

Erholung pur direkt am Wasser. Der Nordsee Campingplatz Hooksiel zieht Jahr für Jahr Tausende Urlauber an. Archiv-Foto: hol

Dennoch: Aktuell läuft die Werbemaschine für die kommende Campingsaison in Hooksiel an: Direkt vor dem Deich, am Unesco Weltnaturerbe Wattenmeer. „Salzige Luft, endlose Weite, Schilf und Dünen, und in wenigen Minuten steht ihr mitten im Watt“, heißt es in einem Filmchen, das im Internet verbreitet wird. Wahre Botschaften und schöne Bilder mit nur einem Nachteil, wie einige küstenerfahrene Wangerländer anmerken. „Die Leuchttürme, die in dem Film zu sehen sind, stehen in Schleswig-Holstein.“ 

Spielplatz mit Leuchtturm

Schwamm drüber. Wichtiger ist das, was sich unmittelbar auf dem derzeit noch mit Schnee bedeckten Stellplatz tun soll. Die Überland Services GmbH setzt auf Aktivurlauber und familienfreundliche Angebote. Geplant sei ein neuer Abenteuerspielplatz mit Leuchtturm und Kletterwelt. Wo bislang die Partyscheune stand, soll ein Indoorspielplatz entstehen. Auch eine Hüpfburg und eine neue Minigolf-Anlage sind laut Werbefilm geplant. Hinzu kommen ein „Agility Parcours“ für Hunde sowie eine neue „Beach Bar“. Auf dem Programm steht zudem die Modernisierung der Sanitäranlagen.

Und das alles in einer wundervollen Umgebung mit einer Surfbucht vor der Tür, mit Wasserskianlage, Wander- und Radwegen in unmittelbarer Nähe, direkt hinter dem Deich „Schafe inklusive“. Auf der Internetseite www.ueberland-camping.de/hooksiel können Interessierte bereits Plätze buchen.

Skepsis bei Dauercampern

Soweit der Werbeblock. Überland hat bekanntlich den Nordsee-Campingplatz Hooksiel von der insolventen, gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH erworben und zum 1. Januar übernommen. Aktuell können lediglich Reisemobilisten die so genannte Ostdüne als Areal nutzen. Der vor dem Deich liegende Hauptplatz mit bis zu 1700 Stellplätzen darf erst nach der Stumflutsaison ab Ende März wieder belegt werden.

Während viele Hooksieler in der Neuausrichtung des Campingplatzes Chancen für den Ort und die Attraktivität des Angebotes sehen, verfolgen vor allem Dauercamper die Privatisierung des Platzes mit einer gewissen Skepsis. Sie befürchten steigende Preise, nicht nur aufgrund der geplanten Investitionen. 

Rentables Investment

Zur Überland-Gruppe gehören insgesamt sieben Campingplätze. Das Betreiben von Stellplätzen für Zelte, Campingwagen und Wohnmobile in Deutschland gilt als attraktives Investment, auch für internationale Kapitalgeber. So soll laut Medienberichten hinter Überland eine amerikanische Investment-Gesellschaft und ein Immobilienfonds mit stattlichen Rendite-Erwartungen stecken. Fraglich sei zudem, ob die Geldgeber an einem langfristigem Engagement vor Ort interessiert sind.

Wie dem auch sei. Auf dem Überland-Buchungsportal findet man die Preistabelle für den Campingplatz Hooksiel für 2026. Auf den ersten Blick bewegen sich Preise und Gebühren in einem für vergleichbare Destinationen an der Nordsee üblichen Rahmen. 

Goldenes Leuchtfeuer: Touristiker zeichnen innovative Ideen aus

Wangerland/Wilhelmshaven (27. 1. 2026) – Die Tourismus-Agentur Nordsee GmbH (Tano) gibt den Startschuss für das Online-Voting des Tourismus-Awards „Goldenes Leuchtfeuer 2026“. Ab dem 30. Januar haben Tourismusexperten die Möglichkeit, ihren Favoriten für den Publikumspreis zu wählen. Die Abstimmung läuft bis zum 9. Februar 2026. Mit dem „Goldenen Leuchtfeuer“ werden herausragende Projekte und Initiativen im Nordsee-Tourismus auszeichnet. Der Preis wird in den Kategorien Publikumspreis und Jurypreis vergeben. 

Darum geht es: den Tourismus-Award „Goldenes Leuchtfeuer“. Foto: Tano

Die eingereichten Projekte stammen aus der gesamten niedersächsischen Nordsee-Region und aus Bremerhaven. Insgesamt wurden 17 Projekte eingereicht, davon 11 für den Publikumspreis und 6 für den Jurypreis. Die Projekte sind auf der Webseite www.goldenesleuchtfeuer.de dargestellt und zeigen die Vielfalt und Innovationskraft des Nordsee-Tourismus.

17 kreative Projekte

„Der Award ist ein Schaufenster und eine Anerkennung für die kreative und angebotsorientierte Arbeit aller Tourismusakteure in der Region“, sagt Mario Schiefelbein, Geschäftsführer der Tano. „Er zeigt, welches Potenzial in der Region vorhanden ist. Zudem soll der Award und die dargestellten Projekte andere Akteure inspirieren“. 

Abstimmungsberechtigt sind alle Empfänger des „Tano-B2B-Newsletters“. Die Anmeldung zum Newsletter ist bis zum Beginn der Abstimmungphase möglich. 

KI-Postkarten aus Hooksiel

Die Projekte für den Publikumspreis zeigen die große Bandbreite moderner touristischer Kommunikation an der Nordsee. Eingereicht wurden unter anderem kreative Formate, wie die „Persönliche KI-Postkarte“ („Agentur am Meer“ aus Hooksiel), die Gäste nach ihrem Aufenthalt mit personalisierten Grußkarten erreicht, sowie das nachhaltige Kulinarik-Event „Bad Zwischenahn is(s)t leckerGRÜN“ (Bad Zwischenahner Touristik GmbH), das pflanzliche Ernährung und regionale Gastronomie verbindet. 

Mit „Hafenplauderei – der Cuxhaven Podcast“ (Berger Touristik) und „Wie klingt Juist?“ (Kurverwaltung Juist) wurden gleich zwei Audio-Formate eingereicht, die über persönliche Geschichten eine emotionale Bindung zur Destination aufbauen. Die 360°-Panoramakamera auf Langlütjen I (Erlebnis Bremerhaven GmbH) ermöglicht digitale Einblicke in Stadt und Hafen und unterstützt die Reiseplanung. 

Barrierefreie Stadtführung

Die „Entdeckertage Cuxhaven“ (Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH) öffnen gezielt Orte und Institutionen, die sonst nicht touristisch zugänglich sind. „Mit Stadtführung mal anders!“ (Stadt Jever/Tourist-Information) wurde ein barrierefreies Indoor-Format entwickelt, das Geschichte als Schauspiel erlebbar macht. 

Das Projekt „Geisternetze“ (bessergrün GmbH) verbindet aktiven Meeresschutz mit touristischer Kommunikation und ermöglichte erstmals die direkte Beteiligung von Urlaubsgästen. Ergänzt wird das Spektrum durch den Bildband „Wanderungen durch Geestland und Umgebung“ (Verschönerungs-Verein Bad Bederkesa), der über 300 Kilometer Wanderwege vorstellt.

Verbindung von Stadt und Tourismus

Das Fliegerdeich Hotel & Restaurant in Wilhelmshaven präsentiert mit seinen „Community Building Events“ monatliche kreative Workshops, bei denen Touristen, Hotelgäste und Einheimische zusammenkommen. Wechselnde Formate wie Make-up & Drinks, Art Nights oder Gin-Tastings öffnen das Boutique-Hotel für die lokale Community und stärken die Verbindung zwischen Tourismus und Stadtgesellschaft. 

Mit 175 Jahre Nordseeheilbad Borkum (Nordseeheilbad Borkum GmbH) wurde ein Jubiläum als ganzjähriges Erlebnis gestaltet. Täglich wurden historische Fakten sichtbar gemacht, begleitet von einem Festabend mit Film über die Inselgeschichte, einer Jubiläumsbroschüre und einer digitalen Rallye. 

Jurypreis für Qualitätsentwicklung

Die Jurypreis-Projekte setzen ihren Schwerpunkt auf nachhaltige Struktur- und Qualitätsentwicklung. Mit dem Standesamt Borkum (Nordseeheilbad Borkum GmbH und Stadt Borkum) wurde ein neues standesamtliches Angebot direkt am Strand geschaffen. „Neywork– Tiny Workspaces (Staatsbad Norderney GmbH) erweitert das touristische Angebot um mobile Arbeitsräume. Das Gesundheits- und Veranstaltungsformat „Lücht un Lü“ (Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel GmbH) stärkt gezielt die Nebensaison durch qualitative Angebote rund um Licht, Kultur und Thalasso. 

Die CRM-gestützte „User Journey“ (Berger Touristik aus Cuxhaven) zeigt, wie digitale Prozesse, Servicequalität und Gästebetreuung durch eine durchgängige Systemlösung strukturell weiterentwickelt werden können. Die Nordseebad Spiekeroog GmbH setzt mit dem Nachhaltigen Strandkorb ein Zeichen für Umweltschutz. Die „grünen Strandkörbe“ bestehen aus heimischen Hölzern, verzichten auf chemischen Holzschutz und nutzen recyceltes Material. 

Wandern durch Kultur und Natur

Das Projekt „Wandern, pilgern, Spuren finden“ (Kunsthalle Wilhelmshaven) verbindet bestehende Wege mit Kultur- und Naturorten sowie künstlerischen Beiträgen. Der von Wilhelmshaven über Jever und Aurich bis nach Emden geplante Weg wird von einem interaktiven Wanderbuch mit Stempelstationen begleitet. 

Jeweils drei Nominierten in beiden Kategorien werden vor der Verleihung auf der Website bekannt gegeben. Die feierliche Preisvergabe findet auf dem „NordseeTourismusTag 2026“ in Leer statt. Gewinnen wird pro Kategorie ein Projekt.