Wangerooge/Hooksiel (11. 9. 2026) – Seenotretter haben in der Nacht zu Donnerstag die Besatzung einer Segelyacht aus einer bedrohlichen Lage befreit. An Bord der Yacht, die nordwestlich von Wangerooge in einem Großschifffahrtsweg befand, war die komplette Elektrik ausgefallen und die Segel waren stark beschädigt.
Die Seenotretter der Freiwilligenstation Wangerooge haben am Donnerstag, 10. September 2026, ein Baggerschiff mit Maschinenschaden eingeschleppt. Dieses befand sich fast unmittelbar vor der Hafeneinfahrt der Nordseeinsel. Foto: DGzRS
Gegen 0.15 Uhr empfing die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) einen schwachen „Mayday“-Ruf der Segelyacht, das Signal für unmittelbare Lebensgefahr. Die beiden Männer an Bord meldeten mit einem Handfunkgerät zerfetzte Segel sowie einen Ausfall fast aller Systeme an Bord, darunter auch die Positionsleuchten.
Aufgrund dessen hatten die Segler, ein Franzose und ein Belgier, rund zehn Kilometer nordwestlich von Wangerooge im Fahrwasser „Neue Weser“ die Orientierung verloren. Die in der Dunkelheit unsichtbare Segelyacht stellte nach Einschätzung der DGzRS in dem dicht befahrenen Schifffahrtsweg ein erhebliches Kollisionsrisiko dar
Segler nach Hooksiel gebracht
Die Rettungsleitstelle See der DGzRS in Bremen alarmierte die Stationen Hooksiel, Wangerooge und Helgoland. Als erstes trafen die Freiwilligen der Station Wangerooge mit dem Seenotrettungsboot „Fritz Thieme“ vor Ort ein, wenig später auch der Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“. Mittlerweile war es den beiden Männern gelungen, mit Navigationshilfe von Lotsen mit Motorkraft ein Stück in Richtung Süden zu fahren. Sie befanden sich jetzt zwischen den Tonnen 6 und 8 des Jadefahrwassers. Bei schwerem Seegang mit Wellen bis zu drei Metern lotsten die Seenotretter die rund zehn Meter lange Segelyacht weiter aus dem Schifffahrtsweg.
Nachdem die Kollisionsgefahr gebannt war, geleitet die „Bernhard Gruben“ die Segelyacht auf möglichst sicherem Kurs durch die schwere See. Gegen 7 Uhr traf der Verband mit den stark erschöpften Seglern im Hafen von Hooksiel ein.
Baggerschiff manövrierunfähig
Bei einem weiteren Einsatz am Donnerstag halfen die freiwilligen Seenotretter von Wangerooge einem manövrierunfähigem Baggerschiff. Das Schiff hatte vor der Hafeneinfahrt von Wangerooge Maschinenschaden erlitten. Es benötigte dringend Hilfe, um mit dem starken Ebbstrom nicht zu vertreiben und aufzulaufen.
Die nur zehn Meter lange „FritzThieme“ nahm das fast fünf Mal so lange Baggerschiff auf den Haken. Mit ihren 380 PS gelang es, die rund 550 Tonnen schwere „Anke“ in den Hafen zu schleppen und an die Pier zu legen.
Hooksiel (11. 9. 2026) – Zu dem Wochenende der „Offenen Ateliers und Werkstätten“ laden für Samstag und Sonntag, 12. und 13. September, 23 Künstlerinnen, Künstler und Kunsthandwerkende jeweils zwischen 11 und 18 Uhr ein. Mit dabei ist die Hooksieler Künstlerin Brigitte Barten, deren Galerie EinMalig.Anders am Alten Hafen zu finden ist.
Die Hooksieler Künstlerin Brigitte Barten lädt für dieses Wochenende in ihr Atelier am Alten Hafen ein. Archiv-Foto: hol
Ihr Schaffen umfasst Wandobjekte, Keramik und spannende, reliefartige Bilder. Spannend ist dabei ihr Umgang mit den verschiedenen Werkstoffen, wenn sie ungewöhnliche Materialien einsetzt, um die Wandobjekte zu gestalten. Sie versucht dabei ungewöhnliche Raumeindrücke zu erzeugen.
Die Route erstreckt sich von Hooksiel im Wangerland über die Landkreise Wittmund, Aurich und Leer, bis nach Emden und in die Krummhörn. In den einzelnen Ateliers können verschiedene Gewerke erkundet werden, von Textil, Drechslerei, bis zu Grafik und Objektkunst. In einigen Werkstätten können die Besucherinnen und Besucher selbst Hand anlegen, in anderen Ateliers ist live-Musik zu hören und ein Autor liest aus seinen Büchern.
Der Eintritt zu den Ateliers und Werkstätten ist frei. Weiter Informationen unter www.kultino.de, oder direkt unter www.atelierroute.de.
Wangerland/Hooksiel (10. 9. 2026) – Wer seinen Stimmzettel für die Kommunalwahl per Post in auf den Weg bringen will, der muss sich beeilen. Spätestens am heutigen Donnerstag sollte der Briefwahl-Umschlag in den Postkasten gehen. Da das Bundesunternehmen mit Blick auf den Wahltermin 13. September auch an diesem Samstag Briefe zustellt, sollten die Stimmzettel noch rechtzeitig im Rathaus in Hohenkirchen ankommen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann seinen Briefwahl-Umschlag natürlich auch persönlich beim Rathaus vorbeibringen. „Alle Stimmzettel, die bis Sonntag, 18 Uhr, in unserem Briefkasten liegen, werden gezählt“, versichert Thomas Hayen (Foto), stellvertretender Gemeindewahlleiter im Wangerland.
Am Sonntag sind 8274 Wangerländer Bürger aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Zum einen jeweils eine Stimme für die Direktwahl von Bürgermeister und Landrat, zum anderen jeweils bis zu drei Stimmen für die Zusammensetzung des Gemeinderates und des friesländischen Kreistages.
Bereits 2024 Briefwähler
Bis Donnerstag früh hatten bereits 2024 Briefwähler aus dem Wangerland gewählt. Ihre Stimmen werden aber auch erst am Sonntag ab 18 Uhr ausgezählt. Dafür werden im Rathaus zwei Briefwahlbezirke eingerichtet. Hinzu kommen die Ergebnisse aus den sechs Wahllokalen im Gemeindegebiet, – unter anderem in der Grundschule Hooksiel -, in denen die Bürger von 8 bis 18 Uhr ihre Stimmen abgeben können.
Für den ordnungsgemäßen Ablauf in den Wahllokalen werden insgesamt 64 Wahlhelfer sorgen, so Hayen. Zudem stehen einige Gemeindemitarbeiter in Bereitschaft, falls hier oder dort ein Wahlhelfer ausfallen sollte.
Direktwahlen gehen vor
Sie interessiert am meisten, ob ihr Nachbar in den Gemeinderat einzieht oder nicht? Dann werden sie sich etwas gedulden müssen. Für die Reihenfolge der Auszählung der Stimmzettel gibt es strikte Vorgaben. „Direktwahlen gehen vor“, so Hayen. „Und der Landkreis kommt vor der Gemeinde.“
Konkret heißt das: Zunächst werden die Wahlhelfer die Stimmen für die Landratswahl auszählen und ins Kreishaus nach Jever übermitteln. Danach folgt die Bürgermeisterwahl. Damit dürfe am frühen Abend feststehen, ob sich einer der drei Bewerber im Wangerland – Mario Szlezak (SPD), Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) – bereits im erste Wahlgang durchsetzen konnte. Das wäre dann der Fall, wenn er mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen erhält. Andernfalls müssten die beiden Bestplatzierten in zwei Wochen, am Sonntag, 27. September, zu einer Stichwahl antreten.
Anspruchsvolle Auszählung
Nach den Direktwahlen geht ans Auszählen der Verhältniswahlen. Erst werden die Stimmen für den Kreistag und danach die für die Zusammensetzung des nächsten Gemeinderats ermittelt. Und das ist nicht ohne. Bei den Verhältniswahlen hat jede Wählerinnen und jeder Wähler drei Stimmen, die er nach Belieben auf die Listen der Parteien und Wählergruppen oder auf einzelne Kandidaten verteilen kann. „Da muss man sich beim Auswerten schon gehörig konzentrieren“, schildert Hayen.
Danach werden alle einer Partei oder Wählergruppe zuzuordnenden Stimmen nach dem so genannten Hare/Niemeyer-Verfahren ins Verhältnis gesetzt. „Wer zum Beispiel ein Drittel der Stimmen erhält, soll auch ein Drittel der Sitze im künftigen Rat haben“, erläutert Hayen. Da der Wangerländer Rat – neben dem hauptamtlichen Bürgermeister – 24 Sitze hat, wären das für eine 33-Prozent-Partei acht Sitze.
Besetzung der Sitze
Und welche acht Kandidaten der Partei bekommen die Sitze? Hier wird es kompliziert, da es sich bei der Kommunalwahl nicht nur um eine Verhältnis- sondern auch um eine Persönlichkeitswahl handelt. Zunächst werden die Stimmen für die Parteiliste oder für einzelne Kandidaten ins Verhältnis gesetzt. Gehen wir für unsere Beispiel-Rechnung von 50:50 aus, würden die ersten vier Sitze der Partei durch die Kandidaten mit den meisten persönlichen Stimmen besetzt. Die vier weiteren Sitze gehen an weitere Kandidaten in der Reihenfolge ihrer Nominierung in der Parteiliste.
Dieses System ermöglicht durchaus beliebten Kandidatinnen und Kandidaten den Einzug in die Kommunalparlamente, die ganz hinten auf der jeweiligen Parteiliste zu finden sind. Umgekehrt können aber auch Bewerber mit sehr wenig persönlichen Stimmen in Rat und Kreistag einziehen, wenn sie auf einem vorderen Listenplatz stehen.
Zu wenige Bewerber?
Spannend könne es bei der Kommunalwahl im Wangerland aber noch aus einem anderen Grund werden. In Paragraf 36 des Niedersächsisches Kommunalwahlgesetzes heißt es: „Ergibt die Berechnung … mehr Sitze für einen Wahlvorschlag, als er Bewerberinnen und Bewerber aufweist, so bleiben die übrigen Sitze bis zum Ablauf der Wahlperiode unbesetzt.“
Was heißt das das Wangerland? Sollte etwa die FDP – was zugegebenermaßen recht unwahrscheinlich ist – 50 Prozent der Stimmen holen, hätte sie Anspruch auf zwölf Sitze im Rat. Da der Wahlvorschlag der Partei nur zwei Personen nennen, blieben zehn Sitze im Rat unbesetzt. Gleiches würde auch für die AfD gelten – mit dem Unterschied, dass diese Partei nur eine Kandidatin benannt hat. Prognosen gegen davon aus, das die AfD im landesweiten Durchschnitt auf 20 Prozent kommen könnte.
Hooksiel/Friesland (9. 9. 2026) – Für Donnerstag ist ein bundesweiter Warntag angesetzt. Um 11 Uhr werden überall die Handys schrillen und die Sirenen heulen – erstmals auch in Hooksiel. Die Sirenen am Feuerwehrgerätehaus an der Nee Straat und am Hooksieler Außenhafen wurden erst in den vergangenen Monaten als Teil des kreisweiten Sirenennetzes installiert.
Die neue Sirene am Feuerwehrgerätehaus erlebt an diesem Donnerstag ihre Premiere. Archiv-Foto: hol
Insgesamt sollen künftig im Landkreis Friesland 65 Sirenen die Menschen schnell und zuverlässig vor drohenden Katastrophen warnen. Nach Angaben des Landkreises hat der Aufbau des Netzes rund 2,2 Millionen Euro gekostet. Die Gemeinde Wangerland hatte sich nach anfänglichen Bedenken letztlich doch dazu entschlossen, sich an dem System (und seinen Kosten) zu beteiligen.
Die neuen Sirenen sind mit Solarmodulen ausgestattet und funktionieren auch dann, wenn sie keine externe Stromversorgung mehr haben. Als Warnung vor Gefahren wie Großbrände, Chemieunfällen und Unwetter werden die Sirenen eine Minute lang mit einem auf- und abschwellendem Heulton zu hören sein. Gegen 11.45 Uhr soll das Signal „Entwarnung“ gesendet werden.
Hooksiel (9. 9. 2026) – Es war das letzte direkte Aufeinandertreffen der drei Bürgermeisterkandidaten vor der Wahl am kommenden Sonntag. Zwei Stunden lang plauderten und argumentierten Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und seine Herausforderer Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) am Dienstagabend vor rund Hundert Interessierten im Gästehaus Hooksiel.
Enges Rennen ums Bürgermeisteramt
Ob sie dabei den Wahlausgang entscheidend beeinflussen konnten, ist ungewiss. Auf die Frage von Moderator Sebastian Urbanczyk, wer denn durch den Verlauf der Debatte seine Wahlentscheidung noch einmal überdacht habe, meldeten sich lediglich fünf Personen. Das Fazit des Journalisten: „Einer von Ihnen hat vielleicht eine Stimme dazu gewonnen. Wer weiß, wofür das gut ist.“
Sorgten zwei Stunden lang im Gästehaus Hooksiel für kurzweilige Unterhaltung: (von links) Moderator Sebastian Urbanczyk sowie die Bürgermeisterkandidaten Bernd Abrahams, Thies Fischer und Mario Szlezak. Foto: hol
Wer weiß. Das Rennen um das Bürgermeisteramt gilt als offen. Allen drei Bewerbern wird zugetraut, die Stichwahl der beiden Bestplatzierten zu erreichen, zu der es am Sonntag, 27. September, kommen würde, wenn keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält.
Zu den Gewinnern der vom Seebadeverein Hooksiel veranstalteten Debatte gehörte auf jeden Fall das Publikum, das zwei Stunden lang gut unterhalten wurde. Weniger durch die zumeist schon bekannten politischen Positionen der Bewerber als vielmehr durch eine amüsante Gesprächsführung. Überraschende Fragen brachten Einblick in Spontanität und Kreativität der drei Herren auf dem Podium.
Launige Fragen
„Was war die Entscheidung, die Sie auf keinen Fall so wieder treffen würden?“ – Szlezak: „Meine Zustimmung zum Bau des Thalasso Meeres Spa.“ – Abrahams: „Dass ich meinen Wahlkampf vor fünf Jahren zu spät begonnen habe. Sonst wäre ich Bürgermeister geworden und wir hätten das Problem mit dem TMS nie bekommen.“
„Was schätzen Sie an ihren Mitbewerbern am meisten?“ Szlezak über Fischer: „Seine jugendliche Agilität.“ Fischer über Abrahams: „Dass er es wirklich geschafft hat, persönlich seine Wahlflyer zu jedem Haus im Wangerland zu bringen.“ Abrahams über Szlezak: „Seine Hemdsärmeligkeit.“
Vier Hotels für Hooksiel?
Inhaltlich drehte sich die Debatte um die Zukunft der insolventen Wangerland Touristik GmbH, die angespannte Finanzlage der Gemeinde, um Handlungsbedarfe am Alten Hafen von Hooksiel, um die Entwicklung des Freizeitgeländes und den Bau von möglicherweise bis zu vier Hotels im Ort. Fischer würde sich ein kleines, schickes Hotel auf dem ehemaligen Feuerwehrareal am Alten Hafen wünschen. Szlezak zeige sich zuversichtlich, dass auf dem Grund und Boden des geschlossenen Hallenwellenbades ein Hotelbau entstehen kann. Auf einem Grundstück gegenüber ist ohnehin ein Hotel geplant.
Vierter Standort könnte die Trabrennbahn sein, die alle drei Bewerber für ein attraktives Investitionsprojekt opfern würden. Frage aus dem Publikum: „Braucht Hooksiel wirklich vier Hotels?“ Während Szlezak und Fischer sich bedeckt hielten, auf notwenige Planungen und Marktmechanismen verwiesen, beleuchtete Abrahams die Frage von der anderen Seite. „Wenn wir Pech haben und keinen Investor finden, kommt überhaupt kein Hotel.“
Szlezak: Netto-Markt kommt
Szlezak war zu verdanken, dass dann auch noch einige Neuigkeiten bekannt wurden. So soll der Investor, der für den Discounter Netto einen Markt im Hooksieler Gewerbegebiet bauen will, das Grundstück inzwischen erworben haben. „Netto kommt. Die Frage ist nur, wann.“ Neu war auch, dass die Gemeindeverwaltung davon abrät, den geplanten Neubau einer Grundschule in Hohenkirchen – der ebenso wie geplante Feuerwehrbauten von allen drei Kandidaten mitgetragen wird – durch private Investoren bauen zu lassen.
Stichwort Investoren: Einigkeit in der Runde herrschte darüber, dass die Gemeinde Wangerland in der Zukunft pfleglicher mit potenziellen Investoren umgehen muss. Hier sei die Verwaltung durch schnelles und professionelles Handeln etwa in der Bauleitplanung gefordert. Aber auch in den politischen Gremien sei mehr Verbindlichkeit nötig. Fischer: „Da müssen wir besser werden.“
Hoffnung auf Hallenbad
Sehr zuversichtlich zeigte sich der Bürgermeister, dass das Wangerland bald wieder ein Hallenbad haben wird. Im Zuge des WTG-Insolvenzverfahrens gebe es vielversprechende Gespräche mit möglichen Käufern des Campingplatzes Schillig, die sich auch in der „Friesland-Therme“ in Horumersiel engagieren wollen. „Wir als Tourismusgemeinde brauchen auf jeden Fall ein Bad“, stellte Szlezak im Einvernehmen mit Fischer fest.
Eine gewisse Unterstützung durch die Gemeinde und aus dem Gästebeitrag wäre dafür vertretbar, da der Transport von Schulkindern zu anderen Schwimmbädern auch Geld koste. Zudem sollten die Urlauber in der Gemeinde gehalten werden. Kritischer Einwurf von Abrahams: „Aber der DLRG ist mit der Öffnung der Friesland-Therme nicht geholfen …“
Friesland/Hooksiel (8. 9. 2026) – Immer häufiger berichtet die Polizei von Unfällen, bei denen Pedelec-Fahrer und auch E-Scooter-Fahrer beteiligt sind. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Beteiligten die geltenden Verkehrsregeln nicht kennen.
Auf einem Gehweg mit dem Zusatzschild „Radverkehr frei“ dürfen Radler nur Schittgeschwindigkeit fahren und E-Scooter-Fahrer haben hier überhaupt nichts verloren. Archiv-Foto: hol
Ein klassiches Beispiel aus den vergangenen Tagen im Jeverland: Nach einer Begegnung mit einem E-Scooter-Fahrer stürzt eine Pedele-Fahrerin und verletzt sich dabei. Die Frau befuhr einen Gehweg, der durch das Zusatzzeichen „Radverkehr frei“ für den Radverkehr freigegeben ist. In einem durch Sträucher verengten Bereich kommt ihr ein E-Scooter-Fahrer entgegen. Zu einer direkten Kollision kommt es nicht, aber die Radfahrerin verliert das Gleichgewicht.
Besondere Rücksichtnahme nötig
„Gerade die unterschiedlichen Regelungen für Fahrräder und E-Scooter sorgen im Alltag immer wieder für Unsicherheiten“, so die Polizei. Grundsätzlich gilt: Ein Gehweg ist dem Fußverkehr vorbehalten. Ist ein Gehweg – wie in Hooksiel die Regel – durch das Zusatzzeichen „Radverkehr frei“ zusätzlich für Fahrräder freigegeben, dürfen Radfahrende diesen benutzen – sie müssen es jedoch nicht.
Wer dort mit dem Fahrrad fährt, ist gegenüber Fußgängerinnen und Fußgängern zu besonderer Rücksichtnahme verpflichtet. Der Fußverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Radfahrende dürfen nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren und müssen erforderlichenfalls warten. „Ist ein gefahrloses Vorbeifahren nicht möglich, muss gegebenenfalls abgestiegen und das Fahrrad geschoben werden“, so die Polizei.
Für E-Scooter gilt eine andere Rechtslage: Ein Gehweg mit der alleinigen Freigabe „Radverkehr frei“ darf mit einem E-Scooter grundsätzlich nicht befahren werden. Eine für Fahrräder ausgesprochene Freigabe gilt nicht automatisch auch für Elektro-Kleinstfahrzeuge. Eine Nutzung wäre nur zulässig, wenn dies durch eine entsprechende Beschilderung ausdrücklich auch für Elektro-Kleinstfahrzeuge freigegeben wurde.
Rechtslage oft unbekannt
Anders ist die Rechtslage auf gemeinsamen Geh- und Radwege, die durch das Verkehrszeichen 240 gekennzeichnet sind. Solche Wege müssen von Fahrrädern und E-Scootern genutzt werden. Auch hier haben Fußgängerinnen und Fußgänger besonderen Schutz: Sie dürfen weder gefährdet noch behindert werden und die Geschwindigkeit muss erforderlichenfalls angepasst werden.
Die Polizei appelliert insbesondere an E-Scooter-Fahrende, sich vor Fahrtantritt mit den geltenden Regelungen vertraut zu machen. „Gehwege dienen in erster Linie dem Schutz des Fußverkehrs. Besonders Kinder, ältere Menschen und Personen mit Mobilitäts-Einschränkungen müssen sich dort sicher bewegen können“, betont die Polizei. „Rücksichtnahme und angepasste Geschwindigkeit sind entscheidend: Wo verschiedene Verkehrsarten aufeinandertreffen, sollte im Zweifel Geschwindigkeit herausgenommen, ausreichend Abstand gehalten und bei einer Engstelle gewartet werden. Ein vermeintlicher Zeitgewinn rechtfertigt keine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmender.“
Anmerkung: Liebe Leserinnen und Leser, wer die bereits erschienen Artikel im Rahmen der Serie „Hooksiel sicher“ lesen möchte, sollte im Suchfeld (oben links auf der Startseite) einfach „Hooksiel sicher“ eingeben. Anregungen, Hinweise oder Fragen zu Verkehrsregelungen in Hooksiel haben, melden Sie sich bitte per Email unter infos@hooksiel-life.de – Stichwort: „Hooksiel sicher“.
Wangerland (7. 9. 2026) – Die Wählergemeinschaft Pro Wangerland bereitet sich intensiv auf die nächste Wahlperiode im Rat der Gemeinde Wangerland vor. Pro-Wangerland-Vorsitzender Dieter Schäfermeier präsentierte jetzt einen„Zukunftsplan Wangerland 2035“, der am Montag, 14. September, dem Tag nach der Kommunalwahl, allen Ratsmitgliedern zugeschickt werden soll.
Über die Zukunft des Thalasso Meeres Spa sollte auf Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse entschieden werden. Archiv-Foto: hol
Der Hintergrund: Die Wählergemeinschaft wolle verhindern, dass ihr Masterplan zur künftigen Entwicklung im Tourismus von den politischen Mitbewerbern noch für den Kommunalwahlkampf ausgeschlachtet wird. „Das Papier soll eine Diskussionsgrundlage für eine wichtige Debatte werden, die wir im Rat gemeinsam führen sollten. Unsere Positionen sind dabei keineswegs in Stein gemeißelt“, so Schäfermeier.
Masterplan für den Tourismus
Das Papier setzt sich mit der Frage auseinander, wie es mit der Tourismusförderung in der Gemeinde Wangerland nach dem Ende der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) weitergehen soll. Pro Wangerland sieht das Modell gescheitert, nach dem die WTG gleichzeitig Tourismusorganisation, Immobiliengesellschaft und Bauherr sowie Betreiber vor Großprojekten sein sollte.
„Die WTG soll zu ihren eigentlichen Aufgaben zurückkehren und sich auf Tourismus, Marketing und das Wohl der Gäste kümmern“, so Schäfermeier. Dazu gehöre neben dem Gästeservice und der Organisation von Veranstaltungen die Zusammenarbeit mit den Gastgebern und die die Entwicklung von neuen Angeboten für die Vor- und Nachsaison. Pro Wangerland warnt vor einem planlosen Ausverkauf von WTG-Immobilen. Strategisch wichtige Flächen müssten für die öffentliche Hand gesichert werden.
Die WTG soll auch künftig für ein attraktives Veranstaltungsprogramm sorgen – vor allem in der Vor- und Nachsaison. Archiv-Foto: hol
Über die Zukunft des Thalasso Meeres Spa (TMS) müsse auf Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse für die nächsten 20 Jahre nüchtern entschieden werden. Private Investoren dürften nicht mit „Tafelsilbe“ dafür belohnt werden, dass sie der WTG langfristig unwirtschaftliche Verpflichtungen abnehmen.
Wertschöpfung je Gast erhöhen
Im Fokus der touristischen Bemühungen der WTG sollten die Stammgäste stehen. „Wir brauchen nicht unbedingt immer mehr Gäste“, so Schäfermeier. Ziel müsse es sein, die in der Gemeinde verbleibende Wertschöpfung je Gast zu erhöhen. „ Wenn jeder Urlauber am Tag fünf Euro mehr im Wangerland ausgäbe, würde sich die Wertschöpfung bei 2,1 Millionen Übernachtungen um 10,5 Millionen Euro im Jahr erhöhen.“
Besonders wichtig sei es, die Nebensaison etwa durch Themen wie Gesundheit (Thalasso), Radfahren, Natur und Veranstaltungen zu stärken. Gute Radwege, saubere Toiletten, attraktive Strandzugänge und gepflegte Orte seien wichtiger als ein weiteres Millionenprojekt.
Vertrauen durch Transparenz schaffen
Nach dem Desaster bei Bau des TMS sei es künftig besonders wichtig, verloren gegangenes Vertrauen durch Transparenz zurückzugewinnen. Dafür sollte die WTG einmal jährlich öffentlich darlegen, wie sich der Tourismus aus Sicht des Unternehmens entwickelt, wie die wirtschaftliche Lage der WTG ist und inwieweit angestrebte Ziele erreicht wurden.
„Alles behalten und dauerhaft Verluste bezahlen, ist keine Lösung“, ist man bei Pro Wangerland überzeugt. Aber: „Alles verkaufen, um die Probleme der Vergangenheit zu bezahlen, ebenso wenig.“ Der richtige Weg, den man mit dem Rat und der WTG entwickeln wolle, liege irgendwo dazwischen.
Hooksiel (7. 9. 2026) – Ein Spektakel im Sand haben sie versprochen. Und sie haben ihr Versprechen gehalten. Vier American-Football-Teams haben am Samstag und Sonntag den Hooksieler Badestrand in eine Sportarena verwandelt – und dabei gehörig Spaß gehabt. Insofern verwundert die Ankündigung der BeachBowl-Vorsitzenden Melanie Hoppe und der Aktiven nach dem Finalspiel am Sonntag nicht. „Im nächsten Jahr sind wird wieder da!“
Packende Spielszenen vor der maritimen Kulisse am Hooksieler Badestrand. Dafür steht BeachBowl. Foto: hol
Der BeachBowl wird seit 1998 ausgetragen. In diesem Jahr erlebten die Zuschauer die 25. Auflage. Mannschaften mit jeweils acht Spielern treten – geschützt durch Polsterungen und Schutzhelme – gegeneinander an. Kraft, Schnelligkeit, Geschick und eine gutes Auge der Werfer sind gefragt, um den eierförmigen Football möglichst mit einem Touchdown im gegnerischen Spielfeld abzulegen.
Gespielt wird nach den originären Verbandsregeln. Da dabei ordentlich zugepackt werden darf, werden die Spiele von jeweils vier Schiedsrichtern überwacht. Im Finale standen sich die Neckar Hammers aus Villingen (Schwarzwald) und ein Team aus Lohne gegenüber, in dem auch ein Frau mitspielte. Die Villinger setzten sich mit 40:36 Punkten durch und konnten dafür neben jeder Menge Sand in ihren Trikots einen großen Pokal mit nach Hause nehmen.
Hooksiel (6. 9. 2026) – Auf der Reitanlage in Oesterdieken laufen die Vorbereitungen für das große Dressur- und Springturnier des RuF Hooksiel auf Hochtouren. Für Samstag und Sonntag (12./13. September, werden zahlreiche Reiterinnen und Reiter sowie viele Zuschauer für eine abwechslungsreiche Reitsport-Veranstaltung erwartet.
Der Reit- und Fahrverein Hooksiel lädt zu seinem zweitägigen Dressur- und Springturnier ein. Das Bild zeigt die Hooksieler Reiterin Edda Backhaus mit „Charly the Fox“ . Foto: Elsbeth Noatzsch
Auf dem Programm stehen Springprüfungen bis zur Klasse M* sowie Dressurprüfungen bis zur Klasse S*. Die Prüfungen beginnen am Samstag um 8 Uhr sowie am Sonntag um 9 Uhr. Ein besonderer Programmpunkt am Sonntagnachmittag ist der Führzügelwettbewerb, bei dem die jüngsten Reiterinnen und Reiter ihr Können unter Beweis stellen dürfen.
Kreismeisterschaften
Am Samstag wird die Kreismeisterschaft in der Kombinierten Wertung der Klasse E ausgetragen. Der Wettbewerb setzt sich aus einer E-Dressur und einem E-Stilspringen mit erlaubter Zeit zusammen. Für Spannung sorgt außerdem die Kreismeisterschaft im Einzelspringen der Klasse A. Hier fließen die Ergebnisse des Stilspringens der Klasse A* am Samstag und des Fehler-/Zeitspringens der Klasse A** am Sonntag in die Wertung mit ein.
Ein besonderes Highlight erwartet die Zuschauer am Samstagabend: Die Mannschafts-Springprüfung der Klasse A* soll unter Flutlicht ausgetragen werden und verspricht Reitsport-Atmosphäre bis in die Abendstunden.
Jump and Drive
Für Unterhaltung abseits der klassischen Prüfungen sorgt der beliebte Wettbewerb „Jump and Drive“. Dabei müssen Pferd und Reiter zunächst sechs Hindernisse überwinden. Anschließend geht es für den Reiter direkt ins bereitstehende Auto. Gemeinsam mit dem Fahrer gilt es, den anschließenden Parcours möglichst schnell und fehlerfrei zu bewältigen. Der spektakuläre Wettbewerb ist traditionell ein besonderer Publikumsmagnet.
Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Teilnehmer und Gäste erwartet eine reichhaltige Auswahl an Speisen und Getränken. Der Eintritt für die Veranstaltung des RuF Hooksiel ist an beiden Tagen frei.
Wangerland (6. 9. 2026) – Die Polizei meldet für das Wochenende zwei Vorfälle. Bei einem Verkehrsunfall am am Samstagnachmittag wurde dabei ein mann leicht verletzt.
Ein Autofahrer befuhr die Landesstraße 810 in Richtung Horumersiel. Im Kurvenbereich übersah er den Wagen einerverkehrsbedingt halten Frau und fuhr auf. An beiden Fahrzeugen entsteht leichter Sachschaden.
In der Nacht zu Sonntag entwenden zwei Männer in der Wilma-Teppe-Straße in Hohenkirchen drei Verkehrszeichen. Die Beschuldigten flüchten nach Darstellung der Polizei zunächst mit einem Pkw, konnten aber im Rahmen einer Fahndung kontrolliert werden. Bei der Kontrolle stellt sich heraus, dass der Fahrzeugführer unter dem Einfluss von alkoholischen Getränken stand.
Die Polizeibeamten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen des Diebstahls der Verkehrszeichen sowie ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren wegen des Führens eines Pkw unter dem Einfluss alkoholischer Getränke ein.