Hooksiel/Wangerland (4. 7. 2026) – Die Arbeiten an einem Generalentwässerungsplan (GEP) für die Gemeinde Wangelrand haben in der vergangenen Woche begonnen. Wie der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) auf Anfrage von „Hooksiel life“ mitteilt, habe der Verband ein externes Ingenieurbüro mit der Studie beauftragt. „Der GEP soll die bestehenden Entwässerungsstrukturen systematisch erfassen und eine Grundlage für notwendige Maßnahmen schaffen, so OOWV-Sprecher Heiko Poppen.
Immer wieder müssen Feuerwehr und THW nach Starkregenfällen ausrücken, um das Wasser aus Gräben wie hier an der Viethstraße, Kellern und von überfluteten Grundstücken abzupumpen. Foto: hol
Die Starkregenereignisse der vergangenen Tage hätten erneut gezeigt, vor welchen Herausforderungen Entwässerungssysteme angesichts immer häufiger auftretender Extremniederschläge stehen. Selbst leistungsfähige Entwässerungssysteme könnten dabei an ihre Belastungsgrenzen stoßen, so der OOWV. Die Überflutungsvorsorge im Starkregenfall erfordere ein abgestimmtes Zusammenwirken aller an den Entwässerungssystemen beteiligten Akteure.
Klärendes Gespräch mit der Gemeinde
Nach den großflächigen Überflutungen in Hooksiel am vergangenen Wochenende hatte es auch Kritik am OOWV gegeben. Unter anderem hatte der SPD-Ratsherr Holger Ulfers dem Verband Untätigkeit vorgeworfen. Die Gemeinde Wangerland hat die Oberflächenentwässerung an den Verband übertragen. Offenbar gibt es aber immer noch Unstimmigkeiten über die Aufgabenverteilung, insbesondere bei der Aufreinigung von offenen Gräben.
„Richtig ist, dass es derzeit in einzelnen Punkten noch Abstimmungsbedarf zwischen der Gemeinde Wangerland und dem OOWV hinsichtlich der Zuständigkeiten und Aufgabenverteilung gibt“, räumt der Verband ein. Dazu sei für Anfang August ein gemeinsames Gespräch vereinbart worden. „Ziel ist es, offene Fragen zu klären und die weitere Zusammenarbeit verbindlich abzustimmen. Auch die Frage, welche Anlagen im Einzelfall in die Unterhaltungspflicht des OOWV fallen, ist Gegenstand dieser Abstimmungen.“
Analyse der Schwachstellen
Für den Bereich Hooksiel müssten die konkreten Ursachen der Überflutungen sorgfältig ausgewertet werden. Dabei sind nach Ansicht des OOWV verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: etwa die Leistungsfähigkeit einzelner Entwässerungsanlagen, die örtlichen Gegebenheiten sowie die außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen. Poppen: „Auf dieser Grundlage werden wir gemeinsam bewerten, an welchen Stellen Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen sinnvoll sind.“
Grundsätzlich weise der OOWV seit Jahren mit Partnern wie dem Landkreis, den Gemeinden und weiteren Akteuren darauf hin, dass sich private Grundeigentümer angesichts zunehmender Starkregenereignisse mit dem Schutz ihrer Gebäude vor möglichen Überflutungen beschäftigen sollten. So empfiehlt der Verband Hauseigentümern unter anderem, sich grundsätzlich gegen Rückstau absichern, wenn sie einen Keller haben oder Räume im Gebäude ganz oder teilweise unterhalb der Straßenoberkante liegen.
Tipps für Hauseigentümer
Zum Schutz vor eindringendem Oberflächenwasser könnten Barrieren wie Schwellen oder Aufkantungen sinnvoll sein. „Auch Sandsäcke vor Kellerlichtschächten oder tieferliegenden Eingängen können im Ernstfall helfen“, so der OOWV. Darüber hinaus könnten Vordächer über Kellerzugängen sowie wasserdichte Fenster und Türen dazu beitragen, Gebäude besser vor eindringendem Wasser zu schützen.
Hooksiel (3. 7. 2026) – Mit diesem Ende des Schuljahrs ist an der Grundschule Hooksiel eine kleine Ära zu Ende gegangen. Die kommissarische Schulleitung und das Lehrerkollegium verabschiedeten mit Maike Donker eine langjährige pädagogische Mitarbeiterin in den Ruhestand.
Myriam Giersdorf (rechts) aus der kommissarischen Grundschulleitung verabschiedete Maike Donker in den Ruhestand. Foto: Schule
Maike Donkerwar seit 2001 für die so genannte „Randstunden-Betreuung“ der Kinder der ersten und zweiten Klassen zuständig. Dieses Betreuungsangebot war Baustein der Anerkennung der Schule als „Verlässliche Grundschule“. Durch den Einsatz von pädagogischen Mitarbeitern wurde sicher gestellt, dass die Kinder jeden Tag bis 12.30 Uhr, dem Ende der fünften Unterrichtsstunde, betreut wurden.
Bei schönem Wetter spielten die Kinder dabei meist unter Aufsicht auf dem Schulhof. Bei schlechter Witterung konnten sie unter Anleitung der Betreuungskräfte im Schulgebäude malen, basteln, spielen oder auch lesen. Zum Abschied erhielt Maike Donker von ihren Kolleginnen und Kollegen einen Präsentkorb – und von den Kindern eine große Sammlung von gemalten und geschriebenen Abschiedsgrüßen. „Das war schon bewegend.“
Wilhelmshaven/Wangerland (3. 7. 2026) – Der Bestand der Kegelrobben im Wattenmeer und auf Helgoland nimmt weiter zu. Während der Erhebungen 2025-2026 zählten Forschende 12.497 Kegelrobben und 3.385 Jungtiere, was ein weiteres Populationswachstum bestätigt. Das teilt das Trilaterale Wattenmeer-Sekretariat mit Sitz in Wilhelmshaven mit.
Fühlen sich offenkundig wohl: Zwei Kegelrobben auf einer Sandbank. Foto: Jessica Schop
Die Zahl der gesichteten Jungtiere sei im Vergleich zum Vorjahr um elfProzent gestiegen. In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl der Jungtiere jährlich um durchschnittlich zwölf Prozent erhöht. Wie in den Vorjahren wurden die meisten Jungtiere im niederländischen Teil des Wattenmeers (1.731) gefunden, gefolgt von Helgoland (1.077) und Niedersachsen (575), wo ein deutlicher Anstieg beobachtet wurde.
Viele Gründe für Schwankungen
Während des Fellwechsels 2026 wurden mit 3,6 Prozent mehr Kegelrobben gezählt als im Jahr zuvor. Von den insgesamt 12.497 Tieren wurden in Niedersachsen (1.222) gesichtet, was hier einen Rückgang bedeutet. „Jährliche Schwankungen können durch Wetter, Störungen und andere Faktoren hervorgerufen werden, weshalb die langfristigen Trends im Wattenmeer der zuverlässigere Indikator sind“, so die Forschenden.
Nach Angaben der trilateralen Expertengruppe für Meeressäuger mit Mitgliedern aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden bestätigen die Zahlen die fortlaufende Ausbreitung der Kegelrobben im Wattenmeer in Richtung Osten. Gleichzeitig komme der Nachwuchs oft in benachbarten Ländern zur Welt. Der spätere Zeitpunkt der Geburten im östlichen Wattenmeer deute darauf hin, dass sich die dortigen Kolonien noch in der Entwicklung befinden.
Gesamte Wattenregion im Blick
„Kegelrobben der Nordsee bewegen sich frei und ausgiebig, daher erfassen unsere Zählungen nicht nur lokale Kegelrobben, sondern auch Besucher aus anderen Regionen“, sagt Jessica Schop von Wageningen Marine Research, Hauptautorin des Forschungsberichts. „Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, die Populationsdynamik in einem größeren Maßstab zu betrachten und Beobachtungen aus benachbarten Kolonien in die jährliche Bewertung der Populationstrends einzubeziehen.“
Kegelrobben sind die größten Raubtiere an der Wattenmeerküste und eine der symbolträchtigsten Arten der Region. Ihr Bestand wird jährlich im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit zwischen Dänemark, Deutschland und den Niederlanden gezählt.
Hooksiel/Schillig (2. 7. 2026) – An der Marina Hooksiel lädt der „Green Tiny Sauna Space“ ab sofort zu einer besonderen Auszeit direkt am Wasser ein. „Die autarke Sauna verbindet nachhaltiges Wellness-Erlebnis mit maritimem Ambiente“, verspricht die Wangerland Touristik GmbH (WTG). „Mit diesen Konzepten möchten wir sowohl Erholungssuchende als auch moderne, ortsunabhängige Berufstätige ansprechen und das touristische Angebot in der Region weiter bereichern“, so Eske Gobes vom WTG-Marketing.
Die neue Sauna in unmittelbarer Nähe der Marina der Wangerland Touristik im Hooksieler Freizeitgelände. Foto: WTG
Beheizt wird die von bis zu vier Personen gleichzeitig nutzbare Sauna mit einem skandinavischen Holzofen, der eine sanfte Slow-Sauna ebenso ermögliche wie klassisch-finnische Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius. Je nach Holzmenge lasse sich die Wärme individuell regulieren. „Das Knistern des Feuers und der Blick auf die Marina sorgen für eine entspannte, naturnahe Atmosphäre“, verspricht die WTG.
Im Buchungspreis von 39 Euro sind acht bis zehn Holzscheite für den ersten Saunagang enthalten. Zusätzliches Holz sowie Saunatücher können bei Bedarf hinzugebucht werden. Parkmöglichkeiten und ein Sanitärgebäude befinden sich in unmittelbarer Nähe an der Marina im Freizeitgelände.
Workspace in Schillig
Mit der Aussicht auf „Arbeiten mit freiem Blick auf die Nordsee“ wirbt ein weiteres neues Angebot in Schillig. Dort ist ab sofort ein „Green Tiny Work Space“ buchbar. Gemeinsam mit der Firma „Green Tiny Management“ sei es gelungen, einen inspirierenden Arbeitsplatz an der Küste für mobiles Arbeiten und kreative Auszeiten zu schaffen.
Mit dem neuen Angebot greife das Wangerland den wachsenden Trend zum ortsunabhängigen Arbeiten auf, so die WTG. Buchbar ist der Workspace halbtags oder ganztags. Kostenfreies WLAN, Stromanschlüsse direkt am Arbeitsplatz, ein ergonomischer Stuhl sowie Ablageflächen sorgen für eine funktionale Ausstattung. Ventilator und Heizlüfter ermöglichen eine individuelle Klimaregulierung zu jeder Jahreszeit. Ein kostenloser Parkplatz auf dem Campingplatz Schillig ist inklusive.
Weitere Informationen und Buchungsmöglichkeiten unter wangerland.de/entspannen/green-tiny-sauna oder unter wangerland.de/nordseeurlaub/workation
Wangerland (1. 7. 2026) – Die Marktbeschicker dürfen sich freuen. Der Rat der Gemeinde Wangerland hat am Dienstagabend beschlossen, die Standgebühren auf Wochenmärkten abzuschaffen. Die entsprechende Satzung wurde einvernehmlich aufgehoben.
Der Hooksieler Marktvogt Jens Dekana (links) braucht künftig keine Standgebühren mehr von den Marktbeschickern kassieren. Archiv-Foto: hol
Die Politik folgte mit dem Beschluss einem Vorschlag der Gemeindeverwaltung. Ziel ist es dabei, die Wochenmärkte für die Marktbeschicker und damit letztlich auch für die Kunden – Einheimische wie Urlauber – attraktiver zu machen.
Märkte sollen attraktiver werden
Aktuell gibt es regelmäßig Wochenmärkte in Hooksiel, Horumersiel und Hohenkirchen. Bislang mussten die Beschicke eine Standgebühr von 1,20 Euro je laufenden Meter für ihre Verkaufsstände, mindestens aber 6 Euro, zahlen. In der Summe beliefen sich die Einnahmen bei der Gemeinde im Jahr auf rund 4000 Euro.
Die Verwaltung hatte argumentiert, dass der Einnahmeausfall verkraftbar sei, da ja auch der Aufwand vom Einkassieren bis zum Verbuchen des Geldes entfalle. Die Marktvögte, die die Märkte betreuen, sollen auf auch weiterhin als Ansprechpartner vor Ort bleiben, beteuerte Markus Gellert aus der Verwaltung.
Die Empfehlung aus dem Landwirtschafts-Ausschuss, wonach die Marktbeschicker künftig zumindest noch eine Pauschale für ihren Stromverbrauch vor Ort zahlen sollten, hatte im Vorfeld der Ratssitzung bereits der Verwaltungsausschuss einvernehmlich verworfen. Der Verbrauch sei so gering, dass die Kosten dafür vernachlässigenswert seien.
Baurecht für Supermarkt
In zwei weiteren Beschlüssen befasste sich der Rat mit der Bauleitplanung. Zum einen wurden Bebauungspläne an der Hooksieler Bäderstraße so geändert, dass der dortige Supermarkt um acht Meter verlängert werden darf. Zum anderen verabschiedete der Rat einvernehmlich die nicht unumstrittene Änderung von Flächenutzngs- und Bebauungsplan für den Bereich „Horumersiel Zentrum“ (Goldstraße, Pommernweg, Am Tief). Hier ging es vor allem darum, im Rahmen der Gemeindeentwickluungsplanung den über Jahrzehnte entstandenen Wildwuchs an Ferien- und Zweitwohnungen zu ordnen und das Dauerwohnen zu sichern.
Weniger Ferienwohnungen
Ziel sei es gewesen, so Bürgermeister Mario Szlezak, den aktuellen Bestand zu legalisieren. „Aber wir konnten nicht alle retten.“ Ratsherr Carsten Ihnken hatte auf gefühlte Ungerechtigkeiten hingewiesen. Im Pommernweg etwa, eine Wohnstraße, seien von 16 Häusern nur drei Dauerwohnungen. Zudem sei die Zahl der künftig zulässigen Ferienwohnungen je Grundstücken stark.
SPD-Fraktionssprecher Holger Ulfers hielt dem entgegen, dass es zu den Kernaufgaben eines Gemeinderates gehöre, negative Entwicklungen in einem Ort zu erkennen und diese möglichst umzukehren. Wie die Verwaltung ergänzte, gelte für derzeit genehmigte Zweit- und Ferienwohnungen Bestandsschutz. Die neuen Regelungen würden erst bei Umbauten oder dem Verkauf der Immobilien greifen.
Hooksiel (1. 7. 2026) – Der Rat der Gemeinde Wangerland steht einmütig hinter dem Projekt „Strandumbau“ Hooksiel. Einstimmig fassten die Ratsmitglieder am Dienstag Abend den Grundsatzbeschluss für das auf 16 Millionen Euro veranschlagte Großprojekt zur Sicherung des Hooksieler Badestrandes.
Der Hooksieler Badestrand soll durch ein Deckwerk gesichert werden. Foto: hol
Der Beschluss hat zwei konkrete Folgen. Zum einen kann jetzt das Planfeststellungsverfahren beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) anlaufen, in dem Bürger und Behörden aller Art ihre Vorbehalte gegen das Projekt vorbringen können. Zum anderem eröffnet der Beschluss die Aussicht auf Fördergelder aus dem so genannten „Kohlestrukturfonds“, mit dem der Bund die wirtschaftlichen Nachteils in Folge des Ausstieges aus der Kohleverstromung für die Region ausgleichen will. In Aussicht gestellt ist eine Übernahme von 90 Prozent der Kosten. Das zuständige Vergabegremium tagt im September.
Wangerland setzt auf Fördermittel
Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens, das nach Einschätzung von Ratsherr Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) mindestens ein Jahr lang dauern dürfte, müssen weitere Modelle und Studien zu möglichen Auswirkungen des Projektes auf Natur und Umwelt erstellt werden. Der Rat gab dafür bis zu 500.000 Euro frei, die aber auch durch Fördermittel abgedeckt werden, wenn das Projekt am Ende genehmig wird. Falls nicht, könnte die Gemeinde auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben.
Das „finanzielle Restrisiko“ habe in der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW) Bauchschmerzen ausgelöst, sagte Gruppensprecherin Alice Brandenburg-Bienek (CDU). Dennoch stehe man zu dem Projekt, auch weil bereits in eine Machbarkeitsstudie Geld geflossen sei. Holger Ulfers (SPD) bekundete für seine Fraktion volle Zustimmung, „ohne jegliche Bauchschmerzen“. Ausdrücklich dankte er Schäfermeier, der das Vorhaben seit 2022 maßgeblich vorangetrieben habe. Für ihn, so Ulfers, sei der Umbau des Badestrandes nicht nur von touristische Bedeutung. Die Sicherung des Standkörpers im Umfeld des Strandhauses 1 verbessere auch den Küstenschutz für Hooksiel.
Massives Bauwerk soll Sand sichern
Schäfermeier hatte vor der Abstimmung noch einmal die Eckpunkte des Strandumbaus umrissen. Vom Strandhaus 1 würde in einem Bogen ein 650 Meter langes Deckwerk aus Schüttsteinen und Beton gebaut. Der 3,70 Meter Damm, der den Strand 30 bis 50 Jahre sichern soll, sei vergleichbar mit der aktuell laufenden Sicherung des Deichfußes zwischen dem LNG-Terminal und dem Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven.
Die Fläche zwischen dem mit einer Deckwerk und dem Deich werde mit 250.000 Kubikmeer Sand auf Höhe des Deichsicherungsweges aufgefüllt. In der Beschlussvorlage war noch von 100.000 Kubikmetern die Rede. Auf dem Sand entstehen Flächen für Gastronomie und Erholung sowie für Sport und Freizeit.
Der Strandzugang werde barrierefrei möglich sein. Dafür werde ein Weg vom Parkplatz am Außenhafen bis zum Strandhaus 1 gebaut. Im Deckwerk sind entsprechende Durchlässe vorgesehen. Ein ursprünglich vom Strandhaus 3 durch den naturbelassenen Strandbereich bis zum Standhaus 1 geplanten Holzsteg werde verkürzt, das Holz durch Kunststoff-Bohlen ersetzt. Dadurch sollen Kosten und Unterhaltungsaufwand deutlich verringert werden.
Wichtig für die Sicherung des Sandes am Badestrand sind nach den Worten von Schäfermeister Anfang der 1990er Jahre angelegte Buhnen. Die vier ins Watt ragenden Bauwerke sollen um zwei ergänzt und möglicherweise etwas verlängert werden. Schäfermeier zeigte sich zuversichtlich, dass die Mittel aus dem Kohlestrukturfonds bewilligt werde. Das Projekt habe regional Bedeutung und sei auch für Wilhelmshaven wichtig.
Wangerland/Hannover (1. 7. 2026) – Das niedersächsische Umwelt- sowie das Landwirtschaftsministerium haben heute ihren Vorschlag für fischereifreie Zonen im küstennahen Gebiet vorgelegt. Die Karte mit den Gebietsvorschlägen soll mit Verbänden und Organisationen des „Fischereidialogs“ am 21. Juli erörtert werden und die Grundlage für den Abschluss des „Niedersächsischen Fischereidialog“ bilden, heißt es in einer Mitteilung aus Hannover.
Der Vorschlag für den „Fischereidialog“: In den dunkelgelb unterlegten Flächen etwa vor dem Wangerland und im Jadebusen soll künftig die Küstenfischerei verboten werden.
Die Wangerländer Fischer reagierten auf den Vorschlag mit einem „Hilferuf“. In einem heute veröffentlichen „Offenen Brief“ stellen Nils Schröder („Trotz“/Hooksiel), Klaas Peters („Aggi“/Hooksiel) und Sven Kaiser („Odin“ und „Achat“/Hooksiel und Horumersiel) fest, dass der Vorschlag ihre wirtschaftliche Existenz und das maritime Erbe der Region unmittelbar bedrohe.
Karte als finalen Vorschlag vorgelegt
In einer von den Ministerien vorgelegten Karte werden Gebiete ausgewiesen, in denen in nach den Vorgaben der EU-Biodiversitätsstrategie in Zukunft die Krabbenfischerin verboten werden soll. Insgesamt sollen danach zehn Prozent des niedersächsischen Küstemeeres nicht mehr befischt werden.
Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) sieht in dem vorliegenden Flächenkonzept „einen ausgewogener Vorschlag, der auch die Interessen der Küstenfischerei und Küstenkommunen maßgeblich berücksichtigt“. Kutter gehörten zu Niedersachsen und das solle auch so bleiben. Dazu sollen Strukturanpassungen beitragen, zu denen auch Fördermöglichkeiten für Betreibe gehören, die ihre Fangtätigkeit einstellen.
Ausgewogener Vorschlag?
„Wir wollen einen Ausgleich zwischen Meeresnaturschutz und eine dauerhaft nachhaltige Perspektive der Krabben- und Muschelfischerei im Nationalpark Wattenmeer und dem Naturschutzgebiet Borkum Riff“, so Umweltminister Christian Meyer (Grüne). Die Gebietsauswahl sei so getroffen worden, dass eine Umsetzung der fischereifreien strengen Schutzgebiete weder die Existenz einzelner Betriebe noch der Hafenstandorte in Frage stelle.
Für die Wangerländer Fischereibetriebe könnte die Ausweisung von fischereifreien Zonen direkt vor den Häfen Hooksiel und Horumersiel zum wirschaftlichen Aus führen. Auf dem Archiv-Bild (von links): Jörg Peters, Sven Kaiser, Nils Schröder und Sebastian Dreyer. Foto: hol
Das sehen die Wangerländer Fischer ganz anders. Während in einer ersten Präsentationen des Fischereidialogs Suchgebiete für fischereifreie Zonen vorgestellt worden seien, die für die hiesigen Betriebe zwar Einschnitte bedeutet hätten, aber unter Schmerzen tragbar erschienen, ziehe die nun vorliegende finale Fassung ihnen „sprichwörtlich den Boden unter den Füßen weg“.
Sperrgebiet direkt vor dem Wangerland
Das geplante Sperrgebiet umfasse in der finalen Fassung das komplette Fanggebiet direkt vor den hiesigen Häfen Hooksiel und Horumersiel bis hin zur Insel Minsener Oog. Schröder, Peters und Kaiser empfinden die Auswahl als ungerecht. „Auffällig ist, dass an keiner anderen Stelle der niedersächsischen Küste Häfen und die direkt vorgelagerten, küstennahen Fanggebiete derart radikal gesperrt werden. Es trifft im gesamten Untersuchungsraum exklusiv und gezielt die Fanggebiete der Wangerländer Kutter. Während andere Regionen ihre küstennahen Korridore behalten, wird uns jegliche Lebensgrundlage entzogen.“
Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, käme das einem „Berufsverbot“ gleich. „Unsere kleinen, traditionsreichen Kutter sind nicht für die Hochseefischerei gebaut; wir sind auf die küstennahenFanggründe angewiesen. Fällt dieses Gebiet weg, sind unsere Betriebe am Ende.“
Fischer keine Naturzerstörer
Die radikalen Sperrungen seien weder verhältnismäßig noch ergäben sie einen ökologischen Sinn. „Alle unsere Betriebe arbeiten streng nachhaltig und richten sich nach den anspruchsvollen Statuten des MSC-Siegels (Marine Stewardship Council). Wir fischen ausschließlich mit leichten Netzen, wie sie für die traditionelle Krabben- und Küstenfischerei in unserer Region typisch sind. Der Meeresboden wird hierdurch nachweislich geschont“, betonen die Wangerländer Fischer.
Durch den konsequenten Einsatz moderner Selektivnetze werde schon jetzt unerwünschter Beifang auf ein Minimum reduziert und effektiv vermieden. „Wir Fischer sind keine Naturzerstörer – wir leben mit und von der Natur und haben das größte Eigeninteresse an gesunden Beständen und einem intakten Ökosystem. Dass man uns nun ausgerechnet die letzten verbliebenen Gebiete nimmt, die wir seit Generationen nachhaltig bewirtschaften, ist für uns nicht nachvollziehbar und entbehrt jeder fachlichen Grundlage.“
Hilfe von Politik erhofft
Mit der Vernichtung der Betriebe würde nicht nur ein Berufsstand sterben. Es gehe auch ein Stück Identität und Kultur des Wangerlandes und des Landkreises Friesland verloren, das Touristen anziehe und die Häfen von Hooksiel und Horumersiel lebendig mache. Die Fischer fordern die politischen Vertreter des Wangerlandes und des Landkreises auf, sich für die Existenz der hiesigen Fischerbetriebe einzusetzen.
Hooksiel (30. 6. 2026) – Man sieht ihn zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch auf einem Motorroller. Mit dabei immer ein Paket Flyer mit Informationen. Bernd Abrahams, Bürgermeisterkandidat der Wählergruppe Pro Wangerland, ist im Wahlkampfmodus. Seine Paradedisziplin: der Nahkampf.
Bernd Abrahams (links) will im zweien Anlauf den Sprung auf den Bürgermeistersessel im Wangerland schaffen. Unterstützt wird er von Dieter Schäfermeier und der Wählergemeinschaft Pro Wangerland. Foto: hol
Seit einigen Tagen zieht der 57-Jährige im gesamten Wangerland Haustür zu Haustür. „Ich möchte möglichst viele Menschen persönlich kennen lernen“, sagt Abrahams, der vermutet, dass seine Mitbewerber ihm auf großen Bühnen oder in öffentlichen Redeschlachten überlegen sein könnten. Auch deshalb hofft er, dass er bei den Haustür-Besuchen die Wähler von sich überzeugen kann.
Abrahams besucht Bürger
Seine ersten Eindrücke seien positiv, sagte Abrahams im Gespräch mit „Hooksiel-Life“. Viele Bürgerinnen und Bürger würden ihn noch aus seinem ersten Anlauf aufs Bürgermeisteramt vor fünf Jahren kennen. 2021 hatte er als unabhängiger Kandidat mehr oder weniger aus dem Stand den Sprung in die Stichwahl geschafft, in der er dann dem heutigen Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) knapp unterlag.
Allerdings: Die Vorkenntnisse der Bürger seien extrem unterschiedlich. „Die einen winken einem schon zu, wenn man kommt, und freuen sich auf ein Gespräch mit einem Kandidaten. Andere hingegen haben von der Kommunalwahl im September noch gar nichts gehört und kennen nicht mal den Namen des Bürgermeisters.“
Hauptthema: Das Thalasso-Desaster
Bei vielen von denen, die kommunalpolitisch interessiert sind, gebe es ein Hauptthema: Die Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG). „Viele Menschen sind sauer und enttäuscht“, so der Eindruck von Abrahams, der einräumt, dass er sich ohne eigenen Zugang zu den vertraulichen Details der Affäre noch kein abschließendes Bild über Schuld und Verantwortung für den Ausverkauf bei der Tochtergesellschaft der Gemeinde habe machen können. „Ich bin nur froh, dass Pro Wangerland erst seit 2021 im Rat ist …“. Die Entscheidung für das finanziell völlig aus dem Ruder gelaufene Bauprojekt „Thalasso Meeres Spa“ war da bereits gefallen.
Für Abrahams seht fest: Schon die Strategie, die hinter dem Bau des Thalasso-Zentrums stand, nämlich das Werben um neue, wohlhabendere Zielgruppen, war ein Fehler. „Wir sollten uns bei unserer Tourismusförderung in ersten Linie auf die Menschen konzentrieren, die schon bislang zu unserem Stammpublikum gehören.“ Dafür wäre es ratsam, wenn die Gemeinde und eine auf Marketing und Veranstaltungs-Management reduzierte WTG („Mit Immobilienverwaltung sollte die lieber nichts mehr zu tun haben“) den engen Schulterschluss mit den touristischen Leistungsträgern wie Hoteliers, Vermietern und Gastronomen suchen. Ein gutes Beispiel für eine gelungene private Initiative war aus seiner Sicht die Strandparty „Wave & Sand“ am vergangenen Wochenende in Hooksiel.
Expertise im Bauingenieurwesen
Abrahams, gebürtiger Wangerländer, lebt seit der Rückkehr in die Gemeinde seit drei Jahren in Hooksiel. Der Vater von zwei erwachsenen Töchtern (24 und 27 Jahre alt) hat nach Schule, abgeschlossener landwirtschaftlicher Lehre und Bundeswehrzeit bei der Luftwaffe Bauingenieurwesen studiert. Seit 1996 habe er für verschiedene Ingenieurbüros, Baufirmen und Kommunen gearbeitet und habe dabei ausgewiesene Kenntnisse unter anderem im Bauvertrags- und Vergaberecht erworben. Heute ist er bei der niedersächsischen Hafengesellschaft NPorts beschäftigt.
Unter anderem durch seine Tätigkeit bei der Volkswagen AG habe er gelernt, Projekte sicher und im Rahmen des geplanten Budgets umzusetzen, so der Kandidat. „Das kann der Gemeinde zugute kommen. Immerhin habe wir ja noch den Bau einer Grundschule und von drei Feuerwehren vor der Brust.“
„Ein Bürgermeister muss zuhören können“
Verwaltungserfahrung habe er unter anderm durch seine siebenjährige Tätigkeit bei der Samtgemeinde Gellersen als Leiter vom Bauhof und Hausmeisterdienst. Aber auch durch Erfahrungen aus der Stadt Lübeck und NPorts. Sein Eindruck mit Blick auf das Rathaus in Hohenkirchen: „Die Abläufe müssen effizienter werden.“ Möglicherweise könnten Entscheidungswege verkürzt, Organisationsformern verändert und die Software des interne Kommunikationssystems optimiert werden.
Ein Erfolgsrezept, das er von VW-Sanierer Jose Lopez gelernt habe: „Jeder Mitarbeiter sollte möglichst das machen, was er am liebsten macht – und dafür dann die nötigen Mittel bekommen.“ Wichtig für einen Verwaltungschef im Umgang mit den Mitarbeitern sei dabei eine Tugend, die Abrahams für sich selbst reklamiert: „Man muss zuhören können.“
Lebensqualität erhöhen
Inhaltlich ist das mit Pro Wangerland abgestimmte Wahlprogramm überschaubar. Den Tourismus maßvoll weiterentwickeln, vorhandene Fördermittel stärker nutzen, durch kleine Projekte wie etwa die Absenkung von Bordsteinen, die Sanierung von Gehwegen sowie mehr Mülleimer und zusätzliche Sitzgelegenheiten die Lebensqualität erhöhen. Neue Windparks jenseits dem Ersatz von Altanlage durch moderne Konverter (Repowering) lehnt man ab. Und: Vor der Ausweisung neuer Gewerbegebiete, sollte zunächst einmal der tatsächlich Bedarf geprüft werden.
Das gelte auch für Hooksiel. Abrahams und Pro Wangerland wollen die derzeit noch landwirtschaftlichen Flächen zwischen Bäderstraße und Altendeich bedarfsgerecht entwickeln – für Wohnzwecke, aber teilweise vielleicht auch für „stilles“ Gewerbe, sagte Pro-Wangerland-Vorsitzender Dieter Schäfermeier. Skeptisch sei man, ob sich die Markthallen-Pläne auf dem Areal des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses am Alten Hafen wirtschaftlich umsetzen lassen. Der ursprünglich geplante Hotelbau sei aber wohl ebenso schwierig.
Suche nach Maßnahmen gegen Schießlärm
Persönlich kümmert sich Abrahams seit Wochen um das Thema „Schießlärm“, der von der Wurftaubenschießanlage aus Wilhelmshaven ins Wangerland schallt und viele Bürger nervt. Einfache Lösungen werde es aber auch hier nicht geben, räumt der Bürgermeister-Kandidat ein. Rechtlich sei die Anlage aus seiner Sicht nicht anfechtbar. Einschränkungen im Schießbetrieb wolle und könne der Betreiberverein nicht hinnehmen.
Leisere Munition gebe es zwar, die sei aber auch langsamer und für Sportschützen deshalb nicht akzeptabel. Ein Erdwall? „Der schützt den Bereich unmittelbar dahinter, aber nicht Hooksiel“, ist Abrahams überzeugt. Seine letzte Hoffnung: Schalldämmende Maßnahmen. Dazu müsste aus seiner Sicht ein Schlallschutzexperte gehört werden.
Was dabei herauskommt, dürften die Bürgerinnen und Bürger für den Fall, dass Abrahams im September zum neuen Bürgermeister gewählt wird, auf jeden Fall schnell erfahren. Sein Versprechen: Die Ratsarbeit wird transparent sein. „Alles was rechtlich möglich ist, soll auch öffentlich beraten werden.“
Hooksiel (29. 6. 2026) – Die christliche Gemeinschaft ist am Sonntag um 29 Personen angewachsen. Im Rahmen einer imposanten „Tauffeier am Meer“ tauften bei herrlichem Sommerwetter Pastorin Hanja Harke, Diakon Fredo Eilts, Pastorin Sophia Ihnen und Pastor Thorsten Harland vor dem Hooksieler Badestand 29 Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Gottesdienst als Event: Zahlreiche Menschen verfolgen am Sonntag am Hooskieler Badestrand die Taufe am Meer. Foto: hol
Dabei standen die Geistlichen knietief im Wasser der Jade. Umringt von den Täuflingen, deren Eltern und Paten, die die Verantwortung für die christliche Erziehung beteuerten. Die Täuflinge wurden mit Salzwasser gesegnet, die Angehörigen pusteten dazu Seifenblasen in den Himmel. Auf dem am Strand aufgebauten Altar wurden Taufkerzen entzündet.
Diakon Frede Eilts gehörte zu den Geistlichen, die die insgesamt 29 Täuflinge segneten. Foto: hol
Zu denen, die sich bei dem Taufakt der christlichen Gemeinschaft anschlossen, gehörten neben Menschen aus dem Wangerland und Jever auch einige Urlaubsgäste. Eingebunden war die Massentaufe der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Wangerland und Jever in einen stilvollen Gottesdienst, der musikalisch von Chor „Free Voices“ und dem Bläserkreis der Kirchengemeinden begleitet wurde. Die organisatorische Leitung lag in den Händen von Jugenddiakonin Veronika Breuer. Für die Sicherheit sorgten Angehörige der DLRG-Ortsgruppe Wangerland.
Hooksiel (29. 6. 2026) – Die Tennis-A-Junioren des SC Wangerland haben in einer Hitzeschlacht in Leer einen Auswärtssieg nur knapp verpasst. Die Hooksieler Lorenz Kramer, Mateo Doyen, Nikolas Doyen und Lenonard Köster mussten sich beim Post-SV Leer mit einem 3:3 Unentschieden begnügen.
Dabei wäre mit etwas Glück mehr drin gewesen. Kramer (6:1/6:3) und Mateo Doyen (6:2/6:1) hatten ihr Team schnell in Führung gebracht. Und auch Niklas Doyen hatte seinen Gegner lange im Griff. Dann aber raubten ihm die Temperaturen von bis zu 30 Grad und vielleicht auch einige unsportliche Einmischungen aus dem Umfeld der Heimmannschaft ins Spielgeschehen die Nerven. Das Spiel kippte und ging 6:0/0:6/4:10 verloren.
Nachdem auch Leonard Köster sein Spiel mit 3:6/3:6 abgeben musste, kam es auf die Doppel an. Im ersten Doppel setzen sich Niklas und Mateo Doyen klar durch (3:6/3:6). Kramer und Köster aber mussten sich am Ende knapp im Match-Tiebreak geschlagen geben (6:4/4:6/6:10).
Die Saison der A-Junioren ist damit abgeschlossen. Mit nunmehr 5:5 Punkten belegt der SCW in der Regionsliga Platz 3.