Hooksiel (30. 10. 2026) – In Hooksiel werden nicht nur Ortseingangsschilder entwendet. Auch am Dietrichsberg im Freizeitgelände haben Unbekannte unschöne Spuren hinterlassen. Wer sich in das dortige Gästebuch eintragen möchte, wird enttäuscht sein. Wie die Arbeitsgruppe Hooksiel mitteilt, wurde das Gästebuch mit gesamten Inventar wie Stempel und Stempelkissen aus dem Kasten gestohlen.
Die von der Arbeitsgruppe Hooksiel betreute Seehund-Skulptur „Jantje“ wurde jetzt ins Winterquartier gebracht. Foto: Arbeitsgruppe
Die Arbeitsgruppe kümmert sich seit Jahren ehrenamtlich um den Dietrichsberg, der als besonders interessanter Punkt im Bereich Hooksiel ausgewiesen ist. Auf dem rund 15,5 Meter hohen „Gipfel“ des Berges können sich Gäste mit einem Spruch in einem Buch verewigen und einen Stempel in ihren Nordsee-Reisepass eintragen. Wie originell die Einträge zum Teil sin, können Interessierte im Gästehaus Hooksiel nachlesen, wo die vollen Gästebücher einzusehen sind.
„Wahrscheinlich brauchte jemand das Inventar für sich eine Vorlage für einen Berg in den Alpen“, scherzt Arbeitsgruppen-Sprecher Bodo Zeiger. Dennoch: Der Vorfall ist ärgerlich. „Das war schon der zweite Schaden, im Frühjahr wurde die Klappe aus der Halterung vom Holzkasten herausgebrochen.“
Für die Arbeitsgruppe bedeute es, dass man einen neuen Stempel mit Stempelkissen und ein neues Gästebuch bestellen müsse. Die Kosten von rund 50 Euro sind zwar überschaubar, müssen aber aus der Vereinskasse ausgelegt werden. Zeiger: „Uns ist aber wichtig, dass, der Dietrichsberg weiterhin ein Anziehungspunkt für unsere Gäste bleibt.“
Die gute Botschaft: Die Sorge, dass auch „Jantje“ aus ihrem Beet an der Lange Straße entführt worden sein könnte, ist unbegründet. Die von der Arbeitsgruppe liebevoll betreute Seehund-Skulptur sei auch nicht in die Nordsee verschwunden, versichert Zeiger: „Wir haben Jantje bei unserem letzten Arbeitsdienst in zur Restaurierung in eine Scheune gebracht, damit sie im Frühjahr wieder in neuem Glanz auftauchen kann.“
Wangerland/Hooksiel (28. 10. 2026) – In regelmäßigen Abständen müssen die Schmutzwasserkanäle gereinigt werden, damit die Abwasserentsorgung weiterhin zuverlässig funktioniert. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) lässt ab Freitag, 30. Oktober, in der Gemeinde Wangerland Schmutzwasserkanäle mit einer Gesamtlänge von 31 Kilometern reinigen.
In Hooksiel sind etliche Gullydeckel markiert. In den entsprechenden Schächten befinden sich Rattenfallen. Foto: hol
Mit den Arbeiten, die ungefähr fünf Wochen dauern werden, ist die Firma Hilker (Friesoythe) beauftragt worden. Der OOWV rät seinen Kunden, ihre Hausinstallation auf Funktionalität prüfen, damit keine Kanalluft in die Wohnräume eindringt und kein Abwasser aus den Abläufen spritzt.
Bei Störungen Notfallnummer wählen
Anzeichen für Störungen könnten beispielsweise sein: ein langsamer Abfluss trotz gereinigtem Siphon, ein kurzzeitig übler Geruch nach Spülvorgängen oder auch ein Gluckern im Abfluss, wenn an anderer Stelle Wasser läuft.
„Verschlossene oder defekte Be- und Entlüftungseinrichtungen können für die Beeinträchtigungen die Ursache sein“, so der OOWV. Die Hausanschlussleitung sollte nicht verstopft, der Hausanschlussschacht frei zugänglich und die Dachentlüftung ordnungsgemäß angeschlossen sein. Sollte es zu den beschriebenen Ereignissen kommen, können sich Kundinnen und Kunden des OOWV an die Notfallnummer (04401 6006) wenden.
Rattenfallen in Hooksiel ausgelegt
Nichts mit den Reinigungsarbeiten zu tun haben die Markierungen, die seit einigen Tagen auf etlichen Gullydeckeln in Hooksiel zu sehen sind. Grund hierfür seien Schädlingsbekämpfungs-Maßnahmen, hieß es auf Rückfrage von „Hooskiel-Life“.
Konkret geht um Ratten. Die Markierungen signalisieren, dass in diesem Schacht Fallen aufgestellt wurden. Von einer Rattenplage in Hooksiel könne aber nicht die Rede sein, beteuert Markus Gellert, Ordnungsamtleiter bei der Gemeinde Wangerland. „Es handelt es sich um vorbeugende Maßnahmen, damit es zu einer Plage gar nicht erst kommt.“
Hooksiel (28. 10. 2026) – Die Polizei hat am gestrigen Mittwoch einen 63-jährigen Mann aus dem Keller eines Hauses in einer Wohnstraße befreit. Eine besorgte Person hatte gegen 14 Uhr die Polizei über die offenbar hilflose Person informiert. Der Mann habe aufgrund einer starken Alkoholisierung das Haus nicht mehr eigenständig verlassen können. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 3,41 Promille. Der Mann sei durch den Rettungsdienst zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht worden, so die Polizei.
Hooksiel (28. 10. 2026) – Die Gemeinde Wangerland benötigt nach Ansicht von Wolfgang Ademes unbedingt einen Plan. Am Dienstagabend stellte der Vorsitzende des Hooksieler Seebadevereins im Rahmen der Veranstaltung „Gäste- und Bürgersnak“ die Idee vom „Masterplan Wangerland 2045“ vor. 2045? „Wir sollten 20 Jahre in den Blick nehmen und uns jetzt die Frage stellen, wo will das Wangerland 2045 stehen.“
Der Plan solle, so Ademes (Foto), eine „positive Vision“ aufspannen, an dessen Verwirklichung sich danach alle Beteiligen zu halten hätten. Erarbeitet werden soll das Papier gemeinsam von Bürgern, Gästen, Vereinen sowie Gemeindeverwaltung und Rat.
Dafür müssten zunächst Gedanken und Ideen gesammelt, Stärken und Schwächen analysiert sowie Chancen und Risiken abgewogen werden – und zwar für das gesamte Wangerland und für eine Vielzahl von Themen. Von Tourismus über Wohnen bis zur Jugendarbeit. Von Veranstaltungen über öffentlichen Personennahverkehr bis zu sozialen Fragen etwa im Bereich Jugend und Senioren.
Rückendeckung aus dem Rathaus
Den wesentlichen Teil der vorbereitenden Arbeit, so die Vision von Ademes, sollten dabei – mit Rückendeckung der Gemeinde – ehrenamtlich engagierte Bürger aus den Dörfern und Vereinen leisten. Entscheiden über konkrete Projekte und Zwischenschritte müsste am Ende stets der Gemeinderat. Einer gewissen Rückendeckung habe sich der Seebadeverein bereits in einem Gespräch mit dem designierten neuen Bürgermeister Thies Fischer (CDU), dem Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), Torsten Riedel, und dem Hooksieler Ratsherrn Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) versichert. Fischer und Schäfermeister waren beim Bürgersnak dabei und signalisierten Unterstützung.
Bestandsaufnahme
Fischer will als ersten Schritt eine Bestandsaufnahme aller im Rathaus bereits laufender Planungen machen. Dazu dürfte die Umsetzung der „Gemeindeentwicklungs-Planung“ ebenso gehören wie der „Leitbildprozess 2017“. Im Rahmen des Gemeindeentwicklungs-Planung wird aktuell die Bauleitplanung für einzelne Orte überarbeit, um die verschiedenen Wohnformen wie Dauer-, Zweit- und Ferienwohnungen neu zu ordnen. Der seinerzeit von de WTG angestoßene „Leitbildprozess 2017“ enthält über 50 Projekte, mit denen auch der Tourismus vorangebracht werden sollte. „Aber nur die wenigsten davon wurden umgesetzt“, so Ademes. Eines der realisierten Vorhaben: der Bau des Thalasso Meeres Spa in Horumersiel.
Befragung von 2000 Gästen
Schäfermeier stellte die Idee „Zukunftsplan Wangerland 2035“ vor, mit dem die Wählergemeinschaft Pro Wangerland die Diskussion über die Neuorganisation der Tourismusförderung in der Gemeinde nach dem Ende der Insolvenz der gemeindeeigenen WTG anschieben will. Unter anderem stünde hier die Gründung eines „Tourismus-Rates“ und eine Befragung von 2000 Urlaubsgäste auf der Agenda. Weitere Entwürfe gibt es für einen „Notfall-Plan“ für die Vorbereitung auf Krisen und Katastrophen aller Art sowie für einen „Hitzeschutz-Plan“.
Als Einstieg in die verschiedenen Planungen regte Schäfermeier die Gründung eines Arbeitskreises Masterplan durch den Gemeinderat an. In dem Gremium könnten dann Kommunalpolitiker, Verwaltung und kompetente Bürger weiter an den Themen arbeiten.
Hooksiel (27. 10. 2026) – Wer zurzeit von der Pakenser Straße kommend nach Hooksiel hereinkommt, der wundert sich. Das Ortseingangschild fehlt. Gut 100 Meter vor der Straße Am Südring steht nur noch der leere Schilderrahmen.
An der Pakenser Straße fehlt das Hooksiel-Schild. Hinweise darauf, wer es abmontiert hat, gibt es bislang nicht. Foto: hol
Anwohner sind überzeugt: „Das hat bestimmt ein Urlauber abmontiert, um es als Erinnerung in seinem Partykeller aufzuhängen.“ Reine Spekulation? Ja, aber nicht unrealistisch. Auch Markus Gellert, Leiter des Ordnungsamtes im Rathaus in Hohenkirchen, hält ein solches Szenario für möglich. Aber nachweisen lasse sich das natürlich nicht.
Immer wieder würden im Gemeindegebiet Ortsschilder verschwinden. „Wir habe im Schnitt zwei bis drei vergleichbare Fälle im Jahr“, sagte Gellert. Die Gemeinde müsse dann neue Schilder bestellen, die jeweils um die 250 Euro kosten.
Hooksiel (25. 10. 2026) – Sturmflutwarnung für die niedersächsische Nordseeküste. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geht davon aus, dass in der Nacht von Sonntag auf Montag auch im Bereich der Gemeinde Wangerland die Strände, das sonstige Deichvorland und Hafenflächen überflutet werden können. Alle Bürger werden aufgefordert, sich mit Blick auf die zu erwartende leichte Sturmflut nicht in den bedrohten Gebieten aufzuhalten und insbesondere dort auch keine Fahrzeuge abzustellen.
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor orkanartigen Böen im gesamten Nordwesten. Für den Bereich der Gemeinde Wangerland werden für Sonntagabend Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometern erwartet.
Aufgrund der Wetterlage hat die Deutsche Bahn ihren Fährverkehr zur Insel Wangerooge für den heutigen Sonntag angepasst. „Am Montag erfolgt gar kein Fährverkehr von und nach Wangerooge“, teilt die DB mit. Das betreffe auch die Frachtbeförderung.
Hooksiel (24. 10. 2026) – Meine Oma Irmgard Gaedcke, geb. Biesenthal, wurde am 1. März 1913 geboren und starb am 24. Februar 1998. In ihren Lebenserinnerungen von 1917 bis 1960 schreibt sie auch viel über ihre geliebten Großeltern Tjart und Margerete Wilters aus Hooksiel.
Lebenserinnerungen der Oma
Meine Oma verbrachte vor allem als Kind viel Zeit bei ihren Großeltern, auch wenn sie eigentlich mit ihren Eltern und ihrer Schwester in Wilhelmshaven wohnte. Ein Grund dafür war die schwere Behinderung ihrer Schwester, die die Aufmerksamkeit der Eltern in Anspruch nahm. In den aufgezeichneten Erinnerungen meiner Oma wird ihre Schwester eher wenig erwähnt.
So oder ähnlich mag es ausgesehen haben, wenn Kapitän Tjart Wilters mit seinem Frachtschiff „Marie“ im historischen Hafen von Hooksiel festgemacht hat, um Holz aus Skandinavien für die Firma Brader (am oberen Bildrand) zu liefern. Archiv-Foto: Agentur am Meer
Aus Erzählungen meiner Oma wussten wir aber bereits, was durch Nachforschungen dazu im Jahr 2025 traurige Gewissheit wurde: Meine Großtante Wilma kam aufgrund ihrer Behinderung 1942 in die sogenannte „Heil- und Pflegeanstalt Wehnen“, wo sie – nach der Befreiung – am 12. Mai 1945 in Folge der Hungereuthanasie der Nazis starb.
Von Wangerooge nach Hooksiel
Aber zurück zu schöneren Erinnerungen, zurück nach Hooksiel und zu meinem Ururopa. Tjart Wilters wurde am 11. September 1851 auf Wangerooge geboren, seine Familie gehörte vermutlich seit mehreren Generationen zur Seefahrerschaft der Insel – älteste Erwähnungen des Familiennamens reichen bis 1772 zurück.
Nach der Zerstörung Wangerooges während der großen Sturmflut 1854/55 siedelte die Familie nach Hooksiel über – nach den Erinnerungen meiner Oma war Tjart 9 Jahre alt, was dann 1860 gewesen wäre. Noch zu Lebzeiten meiner Oma lebte die Mutter von Tjart bei der Familie, zu seinem Vater ist zu der Zeit nichts überliefert.
Tjart heiratete, wahrscheinlich 1885, Margarete Wilhelmine Marie Wilts. Diese wurde am 31. Oktober 1864 geboren. Die beiden bekamen vier Töchter: Else Wilhelmine Theodore, geboren etwa 1887/88 – die Mutter meiner Oma; Clara Mathilde Sophie, ca. 1889; Henny Johanne Marie, ca. 1892 und Käthe Olga Margarethe, ca. 1894.
Ab 1892 wird Tjart im „Jeverschen Wochenblatt“ als Schiffskapitän, in Kirchbüchern als Schiffseigner geführt. Tjart fuhr mit seinem Schiff „Marie“, einer Galiot, nach Norwegen und England. Meine Oma schreibt, er habe „14 Mann“ an Bord gehabt – bei jeder Rückkehr nach Hooksiel wurden die Kinder des Ortes von diesen an Bord mit „Schiffskeksen und Kakao bewirtet“. Zwischen 1900 und 1907 sind Fahrten der „Marie“ historisch belegt.
Schiff „Marie“ vor Helgoland verloren
Was unklar bleibt: Tjart erzählte meiner Oma mehrfach, wie er sein Schiff bei Helgoland verlor. Sie weiß das Jahr nicht mehr, widerspricht aber ausdrücklich einer Darstellung im Buch „450 Jahre Hooksiel“ des Hooksieler Heimatforschers Hans Ney. Dort wird ein anderer Kapitän beziehungsweise ein Schiff namens „Maria“ genannt.
Meine Oma besteht in ihren Erinnerungen darauf, dass Tjarts Schiff „Marie“ hieß – was auch zeitgenössische Quellen belegen. Wann und unter welchen Umständen die Marie verloren ging, ist bislang ungeklärt. Auch wissen wir nicht, ob alle Besatzungsmitglieder gerettet wurden.
Onkel gründet Navigationsgeschäft
Anschaulich hat meine Oma immer davon berichtet, wie ehrfürchtig die Kinder im Ort die „hohen Herren“ begrüßten, den Paster, den Oberlehrer, Gendarm – und eben Kaptein, ihren Opa. Soziales Prestige bedeutete damals aber keine wirtschaftliche Stärke. Sie schreibt davon, dass ihr Opa regelmäßig sagte „Wie möt jo förs Oller spoarn.“ Das war also auch damals schon ein wichtiges Thema!
Glück hatte mein Ururopa in dieser Hinsicht aber mit seinem Cousin Tanne Cassens. Der wurde nicht nur als toller „Onkel“ für die Kinder beschrieben, sondern gründete ein Navigationsgeschäft, ganz offensichtlich das heute noch in Bremerhaven bestehende Cassens & Plath im Jahr 1902. Er kam zu einigem Wohlstand und schenkte meinen Ahnen sein bisheriges Hooksieler Haus, das diese dann vermieten konnten.
An Käpt’n Wilters erinnert eine Straße im Ort, die um 1980 herum nach dem Hooksieler Seefahrer benannt wurde. Foto: hol
Die Hooksieler Kinder nahmen meine Oma zunächst nicht mit offenen Armen auf, denn: „De snackt keen Platt.“ Sie erinnert sich aber, das Hooksieler Platt in wenigen Tagen gelernt zu haben. Und zudem habe der Sohn von Holzhandlung Brader gesagt „Irmgard Wilters gehört dotou.“ Und damit war alles geregelt. Wenn es noch Braders in Hooksiel und umzu gibt: Danke für diese Geste!
Fast beim Spielen im Siel ertrunken
Fast aber hätte es gar keine Erinnerungen und keine Familiengeschichte gegeben: Im Alter von wahrscheinlich fünf Jahren stürzte meine Oma beim Spielen ins Siel – während der Sielmeister drauf und dran war, die Sieltore zu öffnen, was meine Oma und einen mitgerissenen Jungen in die Jade gezogen hätte. Glücklicherweise warnten andere Kinder den Sielmeister und er zog mit einem Haken beide aus dem Wasser und rettete so ihre Leben.
Ich sehe heute noch die weit aufgerissenen Augen meiner Oma vor mir, wenn sie Jahrzehnte später davon berichtete. Seitdem war ihr Wasser wenig geheuer – und sie hat, soweit ich mich erinnere, niemals Fisch gegessen. Zum Glück hat sich das nicht vererbt!
Noch mit 80 Jahren Ersatz-Lotse
Noch einmal zurück zu Tjart: Meine Oma beschreibt ihn als sehr rüstig, mal habe er mit Mitte 70 zu Fuß die Kinder in Wilhelmshaven besucht, zudem sei er noch mit dem Ruderboot auf die Jade gefahren zum Angeln und habe noch mit 80 als Ersatz-Lotse auf der Jade gearbeitet, wenn Bedarf war.
Ebenfalls schreibt sie davon, dass er zu den Hooksieler Seenotrettern gehörte, die bei Sturmflut mit „12 Mann“ im Ruderboot in die Jade stachen, um Seeleuten zu helfen. Meine Ururoma habe dann immer eine Kerze ins Fenster gestellt, bis er wohlbehalten wieder zurück war.
Wer kennt Familie Wilts?
So reich und lebendig der Schatz der Erinnerungen meiner Oma ist, so treibt mich doch die Neugier. Wer war die Familie Wilts, also die meiner Ururgroßmutter? Gibt es noch Nachfahren in Hooksiel? Was ist über sein Schiff bekannt, gibt es vielleicht gar noch irgendwo ein Bild? Wo haben meine Ururgroßeltern gewohnt? Und gibt es Aufzeichnungen zur Seenotrettung in Hooksiel?
Sollten sich dazu Erinnerungen finden, wäre ich sehr erfreut.
Anmerkung:Der Autor des Artikels, der Ur-Ur-Enkel von Tjart und Margerete Wilters, lebt in Oldenburg. Wer Ihn bei seinen Recherchen zu seiner Familiengeschichte unterstützen kann und möchte, kann sich gern an „Hooksiel-life“ (Email: infos@hooksiel-life.de) wenden. Je nach Wunsch werden die Informationen weitergeleitet oder ein Kontakt zum Autor hergestellt.
Hooksiel (23. 10. 20226) – Henning Janssen zählt zur Stammbesatzung des Seenotkreuzers „Bernhard Gruben“, der im Außenhafen Hooksiel auf seiner Einsatzposition liegt. Während er auf seiner zweiwöchigen Wache an Bord lebt, übernimmt er in den meisten Fällen die Kombüse. Wenn er und seine Kollegen vom kräftezehrenden Einsatz auf der Nordsee zurückkehren, muss ein gutes Essen auf den Tisch.
Seenotretter Henning Janssen kocht in der Kombüse des Seenotrettungskreuzers „Bernhard Gruben“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbruechiger (DGzRS). Foto: Foto: Silke Arends
Für die fünfte Auflage des Seenotretter-Kochbuchs hat Autorin Silke Arends wieder in Kochtöpfe und Kombüsen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) geschaut, unter anderem in Hooksiel. Auf den Stationen hat sie originelle, aber zugleich einfache Rezepte gesammelt und Spannendes aus dem Bordalltag mitgebracht.
Einblicke in den Bordalltag
Orientiert an Veränderungen innerhalb der Rettungsflotte, hat Silke Arends für die neue, inzwischen fünfte Auflage des erfolgreichen Kochbuches einige DGzRS-Stationen erneut besucht. Dabei hat sie sowohl neue Rezepte als auch neue Geschichten zusammengetragen. Das Buch vereint alle 18 der insgesamt 53 DGzRS-Stationen, auf denen fest angestellte Besatzungen rund um die Uhr mit den größeren Seenotrettungskreuzern einsatzbereit sind – also ständig nicht weit von Kochtopf und Kombüse leben und arbeiten.
„Seit das erste Seenotretter-Kochbuch vor mehr als 15 Jahren entstanden ist, sind viele jüngere Seenotretter auf die Stationen gekommen. Sie kochen nach anderen Rezepten und haben mir von fordernden und bewegenden Einsätzen berichtet. Mir hat die Zusammenarbeit mit den Männern sehr viel Freude gemacht“, sagt Silke Arends. Das Ergebnis ihrer Bordbesuche zwischen Borkum und der Greifswalder Oie ist ein Kochbuch mit charmanten kulinarischen Kuriositäten, die gerade deshalb so besonders sind, weil sie mit wenig Aufwand und einfachen Hilfsmitteln zubereitet werden können.
Zwei Gerichte je Station
Die Gerichte sind den verschiedenen Stationen zugeordnet. Jede Station wird mit Informationen zur Mannschaft und zu besonderen Einsätzen vorgestellt. Es folgen je zwei bis vier – eigens von der jeweiligen Besatzung ausgewählte – Rezepte. Darunter sind originelle Kombüsen-Kreationen wie „Lulus Bohnentopf“ von Norderney oder „Kassler mit Schlagseite“ vom Darßer Ort.
Die Schiffe, Stationen und Gerichte sind mit authentischen Fotografien bebildert. Im Preis ist eine Spende für die DGzRS enthalten. Das 144 Seiten starke Buch ist bei Koehler-Verlag Hamburg erschienen. Es kostet 24,95 Euro (ISBN 978-3-7822-1591-6).
Wangerland (22. 10. 2026) – Der künftige Rat der Gemeinde Wangerland hat eine Mehrheitsgruppe. Die Fraktionen von SPD (6 Sitze), Pro Wangerland (4) und Bündnis 90/die Grünen (2) haben sich auf eine Gruppenbildung verständigt. Die Gruppe hat insgesamt zwölf Sitze und damit rechnerisch eine absolute Mehrheit im 23-köpfigen Gemeinderat.
Wollen im künftigen Gemeinderat als Gruppe eng zusammenarbeiten, ohne die anderen Ratsmitglieder auszuschließen: (von links) Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland), Gaby Szlezak (Bündnis 90/Die Grünen) und Holger Ulfers (SPD). Foto: hol
Als Sprecher der Gruppe wird Holger Ulfers (SPD) fungieren. Seine Stellvertreter sind Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) und Gaby Szlezak (Grüne). Wie das Trio heute gegenüber „Hooksiel-Life“ betonte, solle sich an der Kommunikations-Kultur im Rat aber nichts ändern. „Wir sind immer offen für die Meinungen und Vorschläge der anderen Ratsmitglieder“, so Ulfers.
Guten Umgangsstil erhalten
Zweitstärkste Kraft im Rat, der sich am 3. November konstituieren wird, ist die neunköpfige Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ aus CDU (8) und FDP (1). Mit einem Sitz ist zudem die AfD in dem Kommunalparlament vertreten. Hinzu kommt der neue hauptamtliche Bürgermeister Thies Fischer (CDU).
„Der Umgangsstil soll so bleiben, wie wir ihn in der Vergangenheit schon in der Gruppe SPD/Pro Wangerland gepflegt haben“, sagte Ulfers. Man werde gemeinsam tagen und beraten, um Fragestellungen aus möglichst vielen Perspektiven zu beleuchten. Wenn aber eine Fraktion am Ende zu einer anderen Erkenntnis kommt als die Gruppe insgesamt und möglicherweise im Rat mit der CDU stimme, dann sei das auch okay. „Das nennt man dann Demokratie.“
Mehrheit in Ausschüssen
Die Gruppenbildung hat ganz pragmatische Vorteile. Die niedersächsische Kommunalverfassung garantiert, dass die Mehrheitsgruppe im Rat auch in jedem Fachausschuss des Rates etwa für Soziales, Bauen oder Finanzen die Mehrheit der Sitze bekommt.
Man habe in der Gruppe keine Kernthemen festgelegt, in denen man auf jeden Fall eine gemeinsame Position durchdrücken wolle, so die Sprecher. Verständigt habe man sich aber auf einen ganzen Katalog von Aufgabenfeldern, die man im neuen Rat angehen wolle und müsse. Keinen Aufschub erlauben nach Ansicht von Schäfermeier die baurechtlichen Fragen, die sich aus der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) ergeben.
Viele Baurechtsfragen
Bekanntlich will die gemeindeeigene WTG für ihre Sanierung große Teile ihres Immobilienvermögens (Areal Zum Hafen 3 in Horumersiel, Campingplatz Schillig und den Komplex des ehemaligen Meerwasser-Hallenwellenbades Hooksiel) an Investoren verkaufen. Für die Planungen der neuen Eigentümer müsste dann gegebenenfalls durch den Rat neues Baurecht geschaffen werden.
Zunächst aber müssten die neuen Ratsmitglieder im Rathaus ankommen und mit den Themen vertraut werden, unterstrichen Ulfers, Schäfermeier und Szlezak. Als Gruppe werde man sich möglichst schnell mit dem neuen Bürgermeister zusammensetzen, um das Miteinander und die Schnittstellen von Verwaltung und Politik zu besprechen. Darüber hinaus müssten eine Reihe von Themen aus dem alten Rat fortgeführt werden. Dazu gehöre der Bau des neuen Feuerwehrhauses und der Grundschule Hohenkirchen, die Planung für das ehemalige Feuerwehrareal am Alten Hafen in Hooksiel sowie die Gemeindeentwicklungs-Planung mit der Entzerrung von Dauerwohn-, Zweitwohn- und Ferienwohngebieten.
Neue Wohngebiete
Mit dem absehbaren Umzug der Feuerwehr in Hohenkirchen aus dem Ortskern ins Gewerbegebiet stelle sich zudem die Frage, so Gaby Szlezak, wie das Zentrum von Hohenkirchen gestärkt werden kann. Aus Sicht von Ulfers müsse der komplette Flächennutzungsplan für die Gemeinde überarbeitet werden. Dazu gehörten dann auch Überlegungen zu neuen Wohn- und Gewerbegebieten – darunter auch zu neuen Bauplätzen in Hooksiel oder einem Platz für einen Netto-Markt im Ort.
Auf Initiative der Wählergruppe Pro Wangerland soll sich der neue Rat verstärkt das Thema „Bevölkerungsschutz“ in den Blick nehmen. Dazu gehörten neben der Umsetzung des Feuerwehrbedarfs-Planes und eines Generalentwässerungs-Planes auch Vorkehrungen für unterschiedlichste Katastrophen-Szenarien.
Priorität bei Gemeindefinanzen
Höchste Priorität für die Gruppe habe aber die Konsolidierung der Gemeindefinanzen. „Wenn wir unsere Finanzen nicht in den Griff bekommen, ist mittelfristig die Selbstständigkeit der Gemeinde Wangerland in Gefahr“, befürchtet Gruppensprecher Ulfers. Ein wichtiger Schritt dabei wäre es, wenn die Einwohnerzahl über die 10.000er-Marke klettert.
Friesland/Wangerland (22. 10. 2026) – Acht junge Menschen, viele Ideen und ein gemeinsames Ziel: Die Interessen junger Menschen in Friesland vertreten. Das neue Jugendparlament Friesland (JuPa) steht. Alle acht Kandidatinnen und Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt hatten, wurden gewählt. Karina Pik (Varel) und Niklas Doyen (Wangerland) bilden das Vorstandsteam.
Das neue Jugendparlament: (von links) Malak Mamo, Niklas Doyen, Karina Pik, Noah Tuchen, Rania Aoibheal Wichner, Oskar Lehmann undFranziska Endrulli. Auf dem Bild fehlt Neele Hedemann. Foto: Landkreis Friesland
Neben Karina Pik und Niklas Doyen gehören Noah Tuchen (Jever), Franziska Endrullis (Schortens), Malak Mamo (Sande), Oskar Lehmann (Varel), Neele Hedemann (Sande) und Rania Aoibheal Wichner (Zetel) dem neuen Jugendparlament an. Gemeinsam möchten sie eigene Themen einbringen, Ideen entwickeln und die Zukunft Frieslands aktiv mitgestalten.
Das Jugendparlament Friesland gibt es seit 2017. Es vertritt die Interessen junger Menschen gegenüber Politik und Verwaltung und beschäftigt sich mit Themen, die ihren Alltag unmittelbar betreffen. Dazu gehören beispielsweise die Situation an Schulen, Freizeitangebote, Busverbindungen und Treffpunkte für Jugendliche. Mit dem JuPa haben junge Menschen in Friesland eine Stimme, um ihre Perspektiven einzubringen und die Entwicklung des Landkreises mitzugestalten.