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Beiträge veröffentlicht in “Hooksiel”

Ururenkel von Käpt’n Wilters auf der Suche nach Spuren seiner Vorfahren

Von Henning Schmidt

Hooksiel (24. 10. 2026) – Meine Oma Irmgard Gaedcke, geb. Biesenthal, wurde am 1. März 1913 geboren und starb am 24. Februar 1998. In ihren Lebenserinnerungen von 1917 bis 1960 schreibt sie auch viel über ihre geliebten Großeltern Tjart und Margerete Wilters aus Hooksiel. 

Lebenserinnerungen der Oma

Meine Oma verbrachte vor allem als Kind viel Zeit bei ihren Großeltern, auch wenn sie eigentlich mit ihren Eltern und ihrer Schwester in Wilhelmshaven wohnte. Ein Grund dafür war die schwere Behinderung ihrer Schwester, die die Aufmerksamkeit der Eltern in Anspruch nahm. In den aufgezeichneten Erinnerungen meiner Oma wird ihre Schwester eher wenig erwähnt.

So oder ähnlich mag es ausgesehen haben, wenn Kapitän Tjart Wilters mit seinem Frachtschiff „Marie“ im historischen Hafen von Hooksiel festgemacht hat, um Holz aus Skandinavien für die Firma Brader (am oberen Bildrand) zu liefern. Archiv-Foto: Agentur am Meer

Aus Erzählungen meiner Oma wussten wir aber bereits, was durch Nachforschungen dazu im Jahr 2025 traurige Gewissheit wurde: Meine Großtante Wilma kam aufgrund ihrer Behinderung 1942 in die sogenannte „Heil- und Pflegeanstalt Wehnen“, wo sie – nach der Befreiung – am 12. Mai 1945 in Folge der Hungereuthanasie der Nazis starb. 

Von Wangerooge nach Hooksiel

Aber zurück zu schöneren Erinnerungen, zurück nach Hooksiel und zu meinem Ururopa. Tjart Wilters wurde am 11. September 1851 auf Wangerooge geboren, seine Familie gehörte vermutlich seit mehreren Generationen zur Seefahrerschaft der Insel – älteste Erwähnungen des Familiennamens reichen bis 1772 zurück. 

Nach der Zerstörung Wangerooges während der großen Sturmflut 1854/55 siedelte die Familie nach Hooksiel über – nach den Erinnerungen meiner Oma war Tjart 9 Jahre alt, was dann 1860 gewesen wäre. Noch zu Lebzeiten meiner Oma lebte die Mutter von Tjart bei der Familie, zu seinem Vater ist zu der Zeit nichts überliefert. 

Tjart heiratete, wahrscheinlich 1885, Margarete Wilhelmine Marie Wilts. Diese wurde am 31. Oktober 1864 geboren. Die beiden bekamen vier Töchter: Else Wilhelmine Theodore, geboren etwa 1887/88 – die Mutter meiner Oma; Clara Mathilde Sophie, ca. 1889; Henny Johanne Marie, ca. 1892 und Käthe Olga Margarethe, ca. 1894.

Ab 1892 wird Tjart im „Jeverschen Wochenblatt“ als Schiffskapitän, in Kirchbüchern als Schiffseigner geführt. Tjart fuhr mit seinem Schiff „Marie“, einer Galiot, nach Norwegen und England. Meine Oma schreibt, er habe „14 Mann“ an Bord gehabt – bei jeder Rückkehr nach Hooksiel wurden die Kinder des Ortes von diesen an Bord mit „Schiffskeksen und Kakao bewirtet“. Zwischen 1900 und 1907 sind Fahrten der „Marie“ historisch belegt. 

Schiff „Marie“ vor Helgoland verloren

Was unklar bleibt: Tjart erzählte meiner Oma mehrfach, wie er sein Schiff bei Helgoland verlor. Sie weiß das Jahr nicht mehr, widerspricht aber ausdrücklich einer Darstellung im Buch „450 Jahre Hooksiel“ des Hooksieler Heimatforschers Hans Ney. Dort wird ein anderer Kapitän beziehungsweise ein Schiff namens „Maria“ genannt.

Meine Oma besteht in ihren Erinnerungen darauf, dass Tjarts Schiff „Marie“ hieß – was auch zeitgenössische Quellen belegen. Wann und unter welchen Umständen die Marie verloren ging, ist bislang ungeklärt. Auch wissen wir nicht, ob alle Besatzungsmitglieder gerettet wurden.

Onkel gründet Navigationsgeschäft

Anschaulich hat meine Oma immer davon berichtet, wie ehrfürchtig die Kinder im Ort die „hohen Herren“ begrüßten, den Paster, den Oberlehrer, Gendarm – und eben Kaptein, ihren Opa. Soziales Prestige bedeutete damals aber keine wirtschaftliche Stärke. Sie schreibt davon, dass ihr Opa regelmäßig sagte „Wie möt jo förs Oller spoarn.“ Das war also auch damals schon ein wichtiges Thema!


Glück hatte mein Ururopa in dieser Hinsicht aber mit seinem Cousin Tanne Cassens. Der wurde nicht nur als toller „Onkel“ für die Kinder beschrieben, sondern gründete ein Navigationsgeschäft, ganz offensichtlich das heute noch in Bremerhaven bestehende Cassens & Plath im Jahr 1902. Er kam zu einigem Wohlstand und schenkte meinen Ahnen sein bisheriges Hooksieler Haus, das diese dann vermieten konnten. 

An Käpt’n Wilters erinnert eine Straße im Ort, die um 1980 herum nach dem Hooksieler Seefahrer benannt wurde. Foto: hol

Die Hooksieler Kinder nahmen meine Oma zunächst nicht mit offenen Armen auf, denn: „De snackt keen Platt.“ Sie erinnert sich aber, das Hooksieler Platt in wenigen Tagen gelernt zu haben. Und zudem habe der Sohn von Holzhandlung Brader gesagt „Irmgard Wilters gehört dotou.“ Und damit war alles geregelt. Wenn es noch Braders in Hooksiel und umzu gibt: Danke für diese Geste! 

Fast beim Spielen im Siel ertrunken

Fast aber hätte es gar keine Erinnerungen und keine Familiengeschichte gegeben: Im Alter von wahrscheinlich fünf Jahren stürzte meine Oma beim Spielen ins Siel – während der Sielmeister drauf und dran war, die Sieltore zu öffnen, was meine Oma und einen mitgerissenen Jungen in die Jade gezogen hätte. Glücklicherweise warnten andere Kinder den Sielmeister und er zog mit einem Haken beide aus dem Wasser und rettete so ihre Leben.

Ich sehe heute noch die weit aufgerissenen Augen meiner Oma vor mir, wenn sie Jahrzehnte später davon berichtete. Seitdem war ihr Wasser wenig geheuer – und sie hat, soweit ich mich erinnere, niemals Fisch gegessen. Zum Glück hat sich das nicht vererbt! 

Noch mit 80 Jahren Ersatz-Lotse

Noch einmal zurück zu Tjart: Meine Oma beschreibt ihn als sehr rüstig, mal habe er mit Mitte 70 zu Fuß die Kinder in Wilhelmshaven besucht, zudem sei er noch mit dem Ruderboot auf die Jade gefahren zum Angeln und habe noch mit 80 als Ersatz-Lotse auf der Jade gearbeitet, wenn Bedarf war. 

Ebenfalls schreibt sie davon, dass er zu den Hooksieler Seenotrettern gehörte, die bei Sturmflut mit „12 Mann“ im Ruderboot in die Jade stachen, um Seeleuten zu helfen. Meine Ururoma habe dann immer eine Kerze ins Fenster gestellt, bis er wohlbehalten wieder zurück war. 

Wer kennt Familie Wilts?

So reich und lebendig der Schatz der Erinnerungen meiner Oma ist, so treibt mich doch die Neugier. Wer war die Familie Wilts, also die meiner Ururgroßmutter? Gibt es noch Nachfahren in Hooksiel? Was ist über sein Schiff bekannt, gibt es vielleicht gar noch irgendwo ein Bild? Wo haben meine Ururgroßeltern gewohnt? Und gibt es Aufzeichnungen zur Seenotrettung in Hooksiel? 

Sollten sich dazu Erinnerungen finden, wäre ich sehr erfreut. 


Anmerkung: Der Autor des Artikels, der Ur-Ur-Enkel von Tjart und Margerete Wilters, lebt in Oldenburg. Wer Ihn bei seinen Recherchen zu seiner Familiengeschichte unterstützen kann und möchte, kann sich gern an „Hooksiel-life“ (Email: infos@hooksiel-life.de) wenden. Je nach Wunsch werden die Informationen weitergeleitet oder ein Kontakt zum Autor hergestellt.

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Charmante Rezepte und neue Geschichten der Seenotretter

Von Theo Kruse

Hooksiel (23. 10. 20226) – Henning Janssen zählt zur Stammbesatzung des Seenotkreuzers „Bernhard Gruben“, der im Außenhafen Hooksiel auf seiner Einsatzposition liegt. Während er auf seiner zweiwöchigen Wache an Bord lebt, übernimmt er in den meisten Fällen die Kombüse. Wenn er und seine Kollegen vom kräftezehrenden Einsatz auf der Nordsee zurückkehren, muss ein gutes Essen auf den Tisch.

Seenotretter Henning Janssen kocht in der Kombüse des Seenotrettungskreuzers „Bernhard Gruben“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbruechiger (DGzRS). Foto: Foto: Silke Arends

Für die fünfte Auflage des Seenotretter-Kochbuchs hat Autorin Silke Arends wieder in Kochtöpfe und Kombüsen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) geschaut, unter anderem in Hooksiel. Auf den Stationen hat sie originelle, aber zugleich einfache Rezepte gesammelt und Spannendes aus dem Bordalltag mitgebracht.

Einblicke in den Bordalltag

Orientiert an Veränderungen innerhalb der Rettungsflotte, hat Silke Arends für die neue, inzwischen fünfte Auflage des erfolgreichen Kochbuches einige DGzRS-Stationen erneut besucht. Dabei hat sie sowohl neue Rezepte als auch neue Geschichten zusammengetragen. Das Buch vereint alle 18 der insgesamt 53 DGzRS-Stationen, auf denen fest angestellte Besatzungen rund um die Uhr mit den größeren Seenotrettungskreuzern einsatzbereit sind – also ständig nicht weit von Kochtopf und Kombüse leben und arbeiten.

„Seit das erste Seenotretter-Kochbuch vor mehr als 15 Jahren entstanden ist, sind viele jüngere Seenotretter auf die Stationen gekommen. Sie kochen nach anderen Rezepten und haben mir von fordernden und bewegenden Einsätzen berichtet. Mir hat die Zusammenarbeit mit den Männern sehr viel Freude gemacht“, sagt Silke Arends. Das Ergebnis ihrer Bordbesuche zwischen Borkum und der Greifswalder Oie ist ein Kochbuch mit charmanten kulinarischen Kuriositäten, die gerade deshalb so besonders sind, weil sie mit wenig Aufwand und einfachen Hilfsmitteln zubereitet werden können.

Zwei Gerichte je Station

Die Gerichte sind den verschiedenen Stationen zugeordnet. Jede Station wird mit Informationen zur Mannschaft und zu besonderen Einsätzen vorgestellt. Es folgen je zwei bis vier – eigens von der jeweiligen Besatzung ausgewählte – Rezepte. Darunter sind originelle Kombüsen-Kreationen wie „Lulus Bohnentopf“ von Norderney oder „Kassler mit Schlagseite“ vom Darßer Ort.

Die Schiffe, Stationen und Gerichte sind mit authentischen Fotografien bebildert. Im Preis ist eine Spende für die DGzRS enthalten. Das 144 Seiten starke Buch ist bei Koehler-Verlag Hamburg erschienen. Es kostet 24,95 Euro (ISBN 978-3-7822-1591-6).

Neue Mehrheitsgruppe im Wangerländer Gemeinderat steht

Wangerland (22. 10. 2026) – Der künftige Rat der Gemeinde Wangerland hat eine Mehrheitsgruppe. Die Fraktionen von SPD (6 Sitze), Pro Wangerland (4) und Bündnis 90/die Grünen (2) haben sich auf eine Gruppenbildung verständigt. Die Gruppe hat insgesamt zwölf Sitze und damit rechnerisch eine absolute Mehrheit im 23-köpfigen Gemeinderat.

Wollen im künftigen Gemeinderat als Gruppe eng zusammenarbeiten, ohne die anderen Ratsmitglieder auszuschließen: (von links) Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland), Gaby Szlezak (Bündnis 90/Die Grünen) und Holger Ulfers (SPD). Foto: hol

Als Sprecher der Gruppe wird Holger Ulfers (SPD) fungieren. Seine Stellvertreter sind Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) und Gaby Szlezak (Grüne). Wie das Trio heute gegenüber „Hooksiel-Life“ betonte, solle sich an der Kommunikations-Kultur im Rat aber nichts ändern. „Wir sind immer offen für die Meinungen und Vorschläge der anderen Ratsmitglieder“, so Ulfers.

Guten Umgangsstil erhalten

Zweitstärkste Kraft im Rat, der sich am 3. November konstituieren wird, ist die neunköpfige Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ aus CDU (8) und FDP (1). Mit einem Sitz ist zudem die AfD in dem Kommunalparlament vertreten. Hinzu kommt der neue hauptamtliche Bürgermeister Thies Fischer (CDU).

„Der Umgangsstil soll so bleiben, wie wir ihn in der Vergangenheit schon in der Gruppe SPD/Pro Wangerland gepflegt haben“, sagte Ulfers. Man werde gemeinsam tagen und beraten, um Fragestellungen aus möglichst vielen Perspektiven zu beleuchten. Wenn aber eine Fraktion am Ende zu einer anderen Erkenntnis kommt als die Gruppe insgesamt und möglicherweise im Rat mit der CDU stimme, dann sei das auch okay. „Das nennt man dann Demokratie.“

Mehrheit in Ausschüssen

Die Gruppenbildung hat ganz pragmatische Vorteile. Die niedersächsische Kommunalverfassung garantiert, dass die Mehrheitsgruppe im Rat auch in jedem Fachausschuss des Rates etwa für Soziales, Bauen oder Finanzen die Mehrheit der Sitze bekommt.

Man habe in der Gruppe keine Kernthemen festgelegt, in denen man auf jeden Fall eine gemeinsame Position durchdrücken wolle, so die Sprecher. Verständigt habe man sich aber auf einen ganzen Katalog von Aufgabenfeldern, die man im neuen Rat angehen wolle und müsse. Keinen Aufschub erlauben nach Ansicht von Schäfermeier die baurechtlichen Fragen, die sich aus der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) ergeben.

Viele Baurechtsfragen

Bekanntlich will die gemeindeeigene WTG für ihre Sanierung große Teile ihres Immobilienvermögens (Areal Zum Hafen 3 in Horumersiel, Campingplatz Schillig und den Komplex des ehemaligen Meerwasser-Hallenwellenbades Hooksiel) an Investoren verkaufen. Für die Planungen der neuen Eigentümer müsste dann gegebenenfalls durch den Rat neues Baurecht geschaffen werden.

Zunächst aber müssten die neuen Ratsmitglieder im Rathaus ankommen und mit den Themen vertraut werden, unterstrichen Ulfers, Schäfermeier und Szlezak. Als Gruppe werde man sich möglichst schnell mit dem neuen Bürgermeister zusammensetzen, um das Miteinander und die Schnittstellen von Verwaltung und Politik zu besprechen. Darüber hinaus müssten eine Reihe von Themen aus dem alten Rat fortgeführt werden. Dazu gehöre der Bau des neuen Feuerwehrhauses und der Grundschule Hohenkirchen, die Planung für das ehemalige Feuerwehrareal am Alten Hafen in Hooksiel sowie die Gemeindeentwicklungs-Planung mit der Entzerrung von Dauerwohn-, Zweitwohn- und Ferienwohngebieten.

Neue Wohngebiete

Mit dem absehbaren Umzug der Feuerwehr in Hohenkirchen aus dem Ortskern ins Gewerbegebiet stelle sich zudem die Frage, so Gaby Szlezak, wie das Zentrum von Hohenkirchen gestärkt werden kann. Aus Sicht von Ulfers müsse der komplette Flächennutzungsplan für die Gemeinde überarbeitet werden. Dazu gehörten dann auch Überlegungen zu neuen Wohn- und Gewerbegebieten – darunter auch zu neuen Bauplätzen in Hooksiel oder einem Platz für einen Netto-Markt im Ort.

Auf Initiative der Wählergruppe Pro Wangerland soll sich der neue Rat verstärkt das Thema „Bevölkerungsschutz“ in den Blick nehmen. Dazu gehörten neben der Umsetzung des Feuerwehrbedarfs-Planes und eines Generalentwässerungs-Planes auch Vorkehrungen für unterschiedlichste Katastrophen-Szenarien.

Priorität bei Gemeindefinanzen

Höchste Priorität für die Gruppe habe aber die Konsolidierung der Gemeindefinanzen. „Wenn wir unsere Finanzen nicht in den Griff bekommen, ist mittelfristig die Selbstständigkeit der Gemeinde Wangerland in Gefahr“, befürchtet Gruppensprecher Ulfers. Ein wichtiger Schritt dabei wäre es, wenn die Einwohnerzahl über die 10.000er-Marke klettert.

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Acht Stimmen für die Jugend im Landkreis Friesland

Friesland/Wangerland (22. 10. 2026) – Acht junge Menschen, viele Ideen und ein gemeinsames Ziel: Die Interessen junger Menschen in Friesland vertreten. Das neue Jugendparlament Friesland (JuPa) steht. Alle acht Kandidatinnen und Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt hatten, wurden gewählt. Karina Pik (Varel) und Niklas Doyen (Wangerland) bilden das Vorstandsteam. 

Das neue Jugendparlament: (von links) Malak Mamo, Niklas Doyen, Karina Pik, Noah Tuchen, Rania Aoibheal Wichner, Oskar Lehmann undFranziska Endrulli. Auf dem Bild fehlt Neele Hedemann. Foto: Landkreis Friesland

Neben Karina Pik und Niklas Doyen gehören Noah Tuchen (Jever), Franziska Endrullis (Schortens), Malak Mamo (Sande), Oskar Lehmann (Varel), Neele Hedemann (Sande) und Rania Aoibheal Wichner (Zetel) dem neuen Jugendparlament an. Gemeinsam möchten sie eigene Themen einbringen, Ideen entwickeln und die Zukunft Frieslands aktiv mitgestalten.

Das Jugendparlament Friesland gibt es seit 2017. Es vertritt die Interessen junger Menschen gegenüber Politik und Verwaltung und beschäftigt sich mit Themen, die ihren Alltag unmittelbar betreffen. Dazu gehören beispielsweise die Situation an Schulen, Freizeitangebote, Busverbindungen und Treffpunkte für Jugendliche. Mit dem JuPa haben junge Menschen in Friesland eine Stimme, um ihre Perspektiven einzubringen und die Entwicklung des Landkreises mitzugestalten.

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Regine Kölpin stellt Historien-Roman über Wangerooge vor

Hooksiel (19. 10. 2026) – Regine Kölpin stellt am Freitag, 30. Oktober, ab 19 Uhr im Gästehaus Hooksiel ihren neuen historischen Roman über Wangerooge, Aufbruch und Freundschaft vor. Der Titel: „Das Seebad am Nordseestrand“. Inhaltlich geht es um Ehrgeiz, Freundschaft und den Preis des Aufstiegs. 

In dem Ende Juli dieses Jahres erschienenen Roman entführt die Autorin aus Neustadtgödens nach Wangerooge im Jahr 1829. In eine Zeit, in der aus einem bescheidenen Seebad ein Ort von Glanz und Ansehen werden soll. Im Mittelpunkt steht Bernhardine Westing, die, als ihr Mann zum Badekommissar ernannt wird, das Unmögliche wagt und mit rigoroser Entschlossenheit den Aufstieg des Seebads vorantreibt, nicht zur Freude aller Wangerooger.

Beeke Tammen, eine Insulanerin aus einfachen Verhältnissen, findet in Bernhardines Küche nicht nur Arbeit, sondern ihre Berufung und wird der unnahbaren Frau zur engsten Vertrauten. Doch dann wird ihre aufblühende Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. 

Mit historischer Genauigkeit und viel Gespür für ihre Figuren erzählt Regine Kölpin von Ehrgeiz und Zusammenhalt, von gesellschaftlichen Umbrüchen und der Frage, was Freundschaft aushalten kann, und zeichnet zugleich ein lebendiges Bild der Anfänge des Seebäderwesens an der Nordsee. 

Alle Nordseefans können sich auf einen unterhaltsamen Abend mit der Autorin freuen, der mit einer Signierstunde endet. Einlass ins Gästehaus ist ab 18.30 Uhr. Tickets sind ab 10 Euro in den Tourist-Informationen oder online unter wangerland.de erhältlich. 

Neue Pfarrerin lässt sich von schwieriger Lage nicht abschrecken

Hooksiel (21. 10. 2026) – Hooksiel bekommt einen neue Pfarrerin. Im Wangerland ist Vera Rosin schon seit dem 1. September angekommen. Voraussichtlich im November wird sie dann aus einer Ferienwohnung in Schillig in ein Häuschen in der Friesenstraße umzuziehen. Endlich, so sagte die 60-Jährige bei ihrer Vorstellung vor dem Männerkreis der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde im Walter-Spitta-Haus, werde dann das Leben aus Koffernein Ende haben.

Strahl Zuversicht und Tatkraft aus: die neue Pfarrerin der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland: Vera Rosin. Foto: hol

Vera Rosin ist Nachfolgerin von Stefan Grünefeld, der Hooksiel in Richtung Oldenburg verlassen hat. Auf Anraten ihres Sohnes habe sie sich auf die freie Stelle an der niedersächsischen Küste beworben und dafür ihre Pastoren-Stellung im westfälischen Herten verlassen. Damit geht ein Lebenswunsch etwas frühe als geplant in Erfüllung.

Der Hektik im Ruhrgebiet entflohen

Wie die gebürtige Dortmunderin schilderte, hätten sie und ihr Ehemann stets vorgehabt, mit dem Eintritt in den Ruhestand in ihren Urlaubsort Wangerland umzuziehen, um sich der Hektik und der Feinstaub-Belastung im Ruhrgebiet zu entziehen. Ihr Mann sei inzwischen Rentner. Die freie Stelle im Wangerland habe dem Paar die Chance eröffnet, die geplanten Umzug um fünf Jahre vorzuziehen.

Ein Glücksfall für beide Seiten, wie Kirchenältester Heinz Martin unterstrich. Auf die erste bundesweite Ausschreibung hätte sich nur ein Interessent gemeldet, dessen Bewerbung aber an arbeitsrechtlichen Fragen gescheitert sei. In der zweiten Runde habe sich dann Vera Rosin gemeldet. Künftig, so die Gefahr, würden viele frei werdende Stellen vakant bleiben. Martin: „Es gibt aktuell so gut wie eine Studierenden der evangelischen Theologie und damit keinen Pastoren-Nachwuchs.“ 

Sorgenkind Walter-Spitta-Haus

15 Männer um Männerkreis-Sprecher Herbert Ulfers nutzten am Dienstagabend die Gelegenheit, die neue Pfarrerin kennenzulernen und einige Themen aus dem aktuellen Gemeindeleben anzusprechen. Davon gibt es genug, sie sich zeigte. Die Fusion von ehemals acht selbstständigen Gemeinde zur Kirchengemeinte Wangerland ist erst vor wenigen Monaten abgeschlossen worden.

Die Organisationsstruktur sieht nur noch zweieinhalb Stellen für Geistliche vor. Dafür gibt es im Gemeindegebiet aber zehn unter Denkmalschutz stehende Kirchen, ebenso viele Friedhöfe und Gemeindehäuser, von denen mittelfristig die meisten aufgegeben werden sollen. Auch das Walter-Spitta-Haus in Hooksiel. Männerkreis-Mitglied Dietrich Gabbey forderte Vera Rosin auf, sich mit dafür einzusetzen, dass die Kirche mit ihren Mitgliedern über die Zukunft des Gebäudes ins Gespräch kommt. Es wäre ein schwerer Verlust für Kirche und Ort, wenn dieser soziale Treffpunkt verloren ginge.

„Es gibt immer eine Lösung“

Vera Rosin ließ sich von den Problemlagen nicht schrecken. Sie vermittelte den Eindruck, für pragmatische Lösungen zu stehen. Ihr Lebensmotto, was sie von ihrem Vater, einem Bergmann, übernommen habe: „Es gibt immer eine Lösung. Und wenn etwas nicht passt, dann wird es passend gemacht.“

Das künftige Theologen-Team, zu dem noch Hanja Harke und Fredo Eilts gehören, ist jeweils für das gesamte Wangerland zuständig. Gottesdienste, Taufen, Konfirmationen, Trauungen, Beerdigungen. Ihren persönlichen Schwerpunkt sehe sie bei Trauerfeiern, sagte Vera Rosin. „Hier schlägt mein seelsorgerisches Herz.“ Sie werde sich Zeit nehmen für Gespräche, um den Angehörigen beim Trauergottesdienst die Gelegenheit zu geben, sich von den Verstorbenen zu verabschieden. Einen zweiten Schwerpunkt ihrer Arbeit im Wangerland soll die Urlauberseelsorge bilden. 

Blutspende: Leckereien versüßen den Umzug zur Feuerwehr

Hooksiel (20. 10. 2026) – Keinen Personalausweis dabei? Kein Blutspende! Da kennt der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kein Pardon. Selbst der auf dem Handy hinterlegte digitale Ausweise erlaubt keine Ausnahme. Also zurück nach Hause. Neuer Anlauf.

Haben sich über Jahre um das leibliche Wohl der Blutspender im Walter-Spitta-Haus gekümmert: (von links) Annegrete Neumann, Marianne Bruns, Kerstin Woitak, Dora Claasen, Sieglinde Schandinat und Rosi Engelbrecht. Foto: Schriever

Registrieren lassen. Fragebogen zu Gesundheitszustand, Impfungen und Sexualpraktiken ausfüllen. Eisenwert im Blut und Blutdruck überprüfen lassen. Noch einmal den Personalausweis vorzeigen. Schon sitzt man auf dem Spenderplatz im großen Saal des Walter-Spitta-Hauses.

Stärkung nach der guten Tat

„Name und Geburtsdatum?“ Natürlich. Auf jeden Fall muss vermieden werden, dass die Blutspende einer falschen Person zugeordnet wird. Ein kurzer Piks in die Armbeute und das Blut läuft. Tropfen für Tropfen steigt das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Anderen Menschen möglicherweise zu helfen.

Der Spendenbeutel ist voll. Kanüle raus, Pflaster auf die Einstichstelle und ab in den Nebenraum. Hier wartet ein reichlich gefülltes Büfett zur Stärkung. Kaffee und Kuchen, leckere belegte Brote, Suppen und sogar Schokoküsse. Was isst man nicht alles gern, um wieder zu Kräften zu kommen?

Für die Leckereien verantwortlich ist ein Kreis von Helferinnen der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wangerland. Seit Jahren. Die Frauen backen und Kochen dreimal jährliche für die Blutspender. Von Anfang an, seit genau 14 Jahren, dabei war die Hooksielerin Sieglinde Schandinat, die auch die Registrierung der Spender im Gemeindehaus der Kirchengemeinde übernommen hat.

Damit ist jetzt Schluss. Der Blutspendedienst zieht zum nächsten Jahr um ins Feuerwehrgerätehaus am Hohe Weg. Dann übernimmt die Freiwillige Feuerwehr Hooksiel die Organisation der Termine und die Beköstigung der Spender.

Dankeschön an Helferinnen

Kirchenälteste Bettina Schriever dankte an diesem Montag allen Helferinnen aus der Kirchengemeinde für ihre Engagement in den vergangenen Jahren und überreichte ihnen eine kleine Aufmerksamkeit.

Zum Blutspendeteam gehörten neben Sieglinde Schandinat, Rosi Engelbrecht, Marianne Bruns, Annegrete Neumann, Dora Claasen und Kerstin Woitak. Mit Ausnahme von Kerstin Woitak ziehen sich die Damen mit dem Umzug zur Feuerwehr aus dem Blutspende-Dienst zurück. Ein Dankeschön überbrachte Bettina Schriever auch an Eike Frerichs und Fred Jacobi für deren logistische Unterstützung bei der Ausrichtung der Blutspenetermine. 

Überland will jetzt Stromnetz und Wasserleitungen ausbauen

Hooksiel (19. 10. 2026) – Die erste Saison auf dem Nordsee-Campingplatz Hooksiel unter der Führung von „Überland Camping“ ist beendet. Auf der Agenda des privaten Betreibers, der den Platz zu Jahresbeginn von der insolventen Wangerland Touristik GmbH übernommen hatte, standen unter anderem Investitionen in die Infrastruktur, die Neuordnung der Stellplätze nach Dauercampern und Saisoncampern und das Ende des FKK-Campings ab 2027. „Hooksiel-life“ hat vor diesem Hintergrund einige Fragen an „Überland Camping“ gestellt.

Die Saison 2026 auf dem Nordsee-Campingplatz ist beendet. Am Wochenende reisten die letzten Camper ab. Bekanntlich muss der vor dem Deich direkt am Wattenmeer liegende Platz mit Beginn der Sturflutsaison geräumt werden. Foto: hol

Betreiber mit Campingsaison zufrieden

Frage: Wie ist Überland Camping mit dem Saisonverlauf in Hooksiel zufrieden? Welche der zu Saisonbeginn geplanten Investitionen und Verbesserungen auf dem Platz konnten umgesetzt werden?Überland Camping: Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Campingsaison 2026 am Nordsee Campingplatz Hooksiel und konnten viele unserer geplanten Neuerungen erfolgreich umsetzen. Ein neuer Abenteuerspielplatz mit Leuchtturm und Kletterwelt, ein großes Hüpfkissen sowie ein Indoorspielplatz sorgen ab sofort für noch mehr Abwechslung bei unseren jungen Gästen. Zudem wurden ein Sanitärgebäude modernisiert, eine Minigolfanlage realisiert und eine neue Sommerlounge geschaffen.

Frage: Hält die Überland-Gruppe an den konzeptionellen Neuerungen – zum Beispiel dem FKK-Aus ab der nächsten Saison – fest?
Überland Camping: Ja, an der Ausrichtung und den Plänen für die Saison 2027 hat sich nichts geändert. Wir halten wie geplant an der konzeptionellen Neuausrichtung fest, die sehr positiv von unseren Gästen aufgenommen wird. Das zeigt sich in Rückmeldungen vor Ort wie auch im Netz.

Verbundenheit mit dem Standort

Frage: Konnten bisherige FKK-Camper als Textilcamper gewonnen werden?
Überland Camping: Ja, von den bisherigen FKK-Saisoncampen konnten wir eine Vielzahl überzeugen, auch im kommenden Jahr als Textilcamper bei uns zu bleiben. Das freut uns sehr und zeigt die hohe Verbundenheit mit dem Standort Hooksiel und unserem Nordsee Campingplatz Hooksiel.

Ein Abenteuerspielplatz mit Leuchtturm und Kletterwelt gehört zu den gelungenen Neuerungen auf dem Nordsee Campingplatz. Foto: hol

Frage: Wie läuft die Neuverteilung der Stellplätze für Dauercamper? Stellenweise soll es zu Doppelvergaben gekommen sein.
Überland Camping: Die Neuvergabe der Saisonplätze ist weit fortgeschritten. Wir freuen uns aber weiterhin über neue Camper. In einigen wenigen Fällen kam es systembedingt zu Doppelvergaben. Diese haben wir gemeinsam mit allen Beteiligten einvernehmlich gelöst.

Frage: Überland Camping wirbt derzeit um Dauercamper. Lag die Zahl der Saisoncamper unter den Erwartungen?
Überland Camping: Nein, die gezielte Bewerbung sowohl von touristischen Plätzen als auch von Saisonplätzen gehört zu unserem regulären Vorgehen. Der Herbst und der Winter sind ideal geeignet, um das Thema Saisoncamping rechtzeitig vor der neuen Saison bei Interessierten zu platzieren und Plätze vorausschauend zu vergeben.

2027 „Kids Club“ und Kettcar-Bahn

Frage: Was ist mit Blick auf die Saison 2027 an Investitionen geplant? Sind für 2027 sonstige Neuerungen vorgesehen?
Überland Camping: In diesem Winter steht die Modernisierung der Infrastruktur im Mittelpunkt:
Strom: Wir modernisieren das Stromnetz, damit künftig 16 Ampere an den Stellplätzen zur Verfügung stehen. Leitungen: Die Wasser-, Abwasser- und Regenwasserleitungen werden instandgesetzt bzw. ausgebaut. Wohnmobilhafen: Der Wohnmobilhafen an der Ostdüne wird modernisiert und digitalisiert.

Auch für Spiel und Spaß ist gesorgt. Ab der kommenden Saison gibt es einen „Kids Club“ und eine Kettcar-Bahn. Die Kettcars können schon jetzt an der Rezeption ausgeliehen werden.

Frage: Stehen die Preise für 2027 bereits fest?
Überland Camping: Ja, die Preislisten für die Saison 2027 stehen bereits fest. Die Tarife und Konditionen sind seit mehreren Wochen transparent auf unserer Website einsehbar.

Unbekannte haben auf Parkplatz KFZ-Kennzeichen gestohlen

Hooksiel (18. 10. 2026) –  Unbekannte haben auf dem Parkplatz in Höhe des FKK-Strandes an der Bäderstraße die Kennzeichen eines geparkten Pkw entwendet. Der  Diebstahl soll sich am Samstag, 17. Oktober, im Zeitraum von 10.30 Uhr bis 15 Uhr  ereignet haben. Die Polizei bittet  Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, sich unter  Telefon 04461/7449-0 mit der Polizei Jever in Verbindung zu setzen. 

Abschied vom FKK-Camping mit Tränen in den Augen

Hooksiel (18. 10. 2026) – An diesem Sonntag endet vor den Deichen des Wangerlandes nicht nur eine Saison. Es endet eine Ära. Auf dem Nordsee Campingplatz in Hooksiel gibt es künftig keinen FKK-Bereich mehr. Der letzte Nudisten-Campingbereich an der Nordseeküste schließt seine Tore.

In Hooksiel endet eine Ära

Klaus Fischer, langjähriger 2. Vorsitzender des Naturistenbundes Wilhelmshaven-Friesland (NBWF), ist immer noch enttäuscht über die Entscheidung der Überland-Gruppe, die Anfang 2026 den Platz von der insolventen Wangerland Touristik GmbH (WTG) übernommen hat: „Hier gehen Lebensträume kaputt – und das ohne Not.“

Die Wahl-Hooksieler Christa Batke und Klaus Fischer sind enttäuscht. Aus ihrer Sicht hätte der FKK-Bereich auf dem Nordsee Campingplatz Hooksiel auf verringerter Fläche gut weiterbetrieben werden können. Foto: hol

Die Überland-Gruppe hatte ihre Entscheidung mit betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Überlegungen für den Großcampingplatz mit insgesamt 1500 Stellplätzen begründet. Bislang waren 412 Stellplätze den Nudisten vorbehalten. Davon waren aber zuletzt nur noch gut 120 Plätze von Saisoncampern belegt.

Kein Kompromiss möglich

Fischer (73) und seine Lebenspartnerin Christa Batke beklagen die mangelnde Kompromissbereitschaft der Platzbetreiber. „Man hätten den FFK-Teil einvernehmlich deutlich verkleinern können“, sagt Fischer. Und Christa Batke, Schriftführerin im NBWF, ergänzt: „Unsere Mitglieder wären auch bereit gewesen, angekleidet ins Waschhaus zu gehen.“ Aber bei Überland habe man davon nichts hören wollen. Selbst eine Petition mit über 1000 Unterschriften gegen die Schließung des FFK-Campingplatzes habe keine Wirkung gezeigt.

„Die Geschäftsführung hat uns schon im Frühjahr gesagt: Die Entscheidung steht!“ Das war aus Sicht von Batke und Fischer zu wenig, auch wenn Überland den Betroffenen neue Dauer-Stellplätze angeboten habe. „Für viele unserer Mitglieder war Hooksiel über Jahrzehnte so etwas wie die zweite Heimat“, so Fischer. Ein Großteil orientiere sich jetzt um, beispielsweise zu FKK-Stellplätzen im Binnenland. 

Vegetarier und Nichtraucher

Die Geschichte des 1952 gegründeten Naturistenbundes ist untrennbar mit Hooksiel verbunden. In dem Sielort sollen sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts Menschen ohne Badeanzüge auf einsamen Wiesen am Watt getummelt haben. Wie Heimatkundler Hans Ney einst berichtete, soll es sich bei den Naturisten der ersten Stunden überwiegend um Vegetarier und Nichtraucher gehandelt haben. In den 1950/60er Jahren gab es einen Nacktbadestrand in Höhe der heutigen Trabrennbahn. Dort, in der Nähe der „Muschel“, hätten sich seinerzeit zehn FKK-Anhänger getroffen und den Naturistenbund Wilhelmshaven-Friesland gegründet.

Der Bund mit seinen rund 250 Mitgliedern habe auch nach Inbetriebnahme des Nordsee-Campingplatzes vor dem Deich Mitte der 1970er Jahre eng und durchweg gut mit der Wangerland Touristik zusammengearbeitet. Der Campingplatz wurde zum Vereinsgelände. In einem der Servicegebäude befand sich Räume für Zusammenkünfte und eine Werkstatt für Gerätschaften aller Art. Zuletzt wehte die FKK-Flagge auf dem Platz auf Halbmast (Foto: NBWF).

„Die Naturisten haben sich in Absprache mit der WTG intensiv mit in die Platzpflege eingebracht“, so Fischer, der dem NBWF schon seit 45 Jahren angehört. Im Gegenzug erhielten die Mitglieder Vergünstigungen. Hinzu kamen Vereinsaktivitäten etwa beim Platzaufbau, bei Oster- und Pfingstfesten oder auch gemeinsame Essen oder Ringtennis-Spiele. Ziel sei die Stärkung des sozialen Miteinanders gewesen. 

Spenden für DLRG und DGzRS

Der Beschluss zur Auflösung des Vereins fiel bereits Anfang September. Entschieden werden musste auch, wie das Vereinsvermögen verwendet wird. Nach den Worten von Fischer finanziert der NBWF für all seine Mitglieder einen Ausweis für 2027 beim Deutschen Verband für Freikörperkultur (DFK) – eine Art Eintrittskarte für andere FKK-Campingplätze. Das Restguthaben soll der DLRG Ortsgruppe Wangerland und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gespendet werden. 

Der Naturistenbund Wilhelmshaven-Friesland ist Geschichte. Die Mitglieder haben ihr Vereinsschild am Campingplatz abgesägt. Foto: NBWF

Zuletzt trafen sich gut 70 Mitglieder des NBWF zu einer Abschiedsfeier in den Vereinsräumen auf dem Campingplatz. Es gab Pizza und die Band „Hey Brothers“ machte Musik. Die Stimmung sei – unabhängig vom traurigen Anlass – hervorragend gewesen, berichtet Christa Batke. „Bei der Abschiedsrede von Klaus ist dann die eine oder andere Träne geflossen.“

Auch Christa Batke und Klaus Fischer haben sich schweren Herzens entschieden, Hooksiel ade zu sagen. 2027 will das Paar ausgiebig durch Deutschland reisen und sich andere Campingplätze anschauen. Ihrem Stellplatz direkt am Rande des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer werden sie sicher noch eine Weile nachtrauern. Allerdings: „Wenn wir hier geblieben wären, hätten wir im nächsten Jahr 600 Euro mehr zahlen sollen“, so Klaus Fischer. „Das sehe ich gar nicht ein. Überland sieht uns nie wieder.“