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Beiträge veröffentlicht in “Hooksiel”

Polizei lobt Hooksielerin: Telefonat nach Zweifeln sofort beendet

Wangerland (8. 4. 2026) – Erneut haben mutmaßliche Betrüger versucht, per Telefonanruf an die Wertgegenstände älterer Bürger in der Gemeinde Wangerland zu gelangen. Wie die Polizei mitteilt, habe es am heutigen Mittwoch und am gestrigen Dienstag zahlreiche Anrufe gegeben, bei denen sich bislang unbekannte Täter am Telefon als Polizeibeamte ausgaben. 

Betrüger als Polizisten getarnt

Die Anrufer hätten von angeblichen Festnahmen im Nahbereich der Wohnanschriften der Angerufenen berichtet. Im weiteren Verlauf der Gespräche, so die Polizei, hätten die Täter versucht, an Informationen zu Wertgegenständen in den Wohnungen oder Häusern zu gelangen. „Teilweise wurden gezielt persönliche Informationen, wie etwa verstorbene Ehepartner, in die Gespräche eingebunden, um den Eindruck einer echten polizeilichen Kontaktaufnahme zu verstärken“, so die Polizei. 

In mehreren Fällen, so loben die Ermittler, hätten die Angerufenen umsichtig reagiert und die Gespräche beendet. So habe eine 88-jährige Frau aus Hooksiel Zweifel an der Echtheit des Anrufers geäußert und den Telefonhörer aufgelegt. Eine 57-jährige Frau aus Tettens habe den Anrufer darauf hingewiesen, dass es keinen entsprechenden Polizeibeamten gebe. Auch sie beendete das Telefonat. 

Ermittler geben Tipps

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Zeugen oder weitere Geschädigte werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Die Ermittler weisen ausdrücklich darauf hin, dass echte Polizeibeamte am Telefon niemals nach Wertgegenständen oder Bargeld fragen würden. 

Die Polizei rät: „Seien Sie misstrauisch bei unerwarteten Anrufen, insbesondere wenn Druck aufgebaut wird. Geben Sie am Telefon keine persönlichen Daten oder Informationen zu Vermögenswerten preis. Beenden Sie verdächtige Gespräche sofort und legen Sie auf.“ Bei Zweifeln sollten Betroffene selbstständig ihre örtliche Polizeidienststelle unter der ihnen bekannten Rufnummer anrufen. 

„Hooksiel sicher“: Auch an unscheinbaren Straßen gilt Rechts-vor-Links

Hooksiel (8. 4. 2026) – Die Situation kommt fast täglich vor. In großer Zahl rollen von der Landesstraße 810 kommenden Autos über den Sengwarder Anteil in Richtung Hooksieler Ortskern. Ein Teil der Fahrer hält sich an die Tempo-30-Vorgabe, ein Teil nicht. Aber kaum jemand hat die unscheinbare Straßen im Blick, die nach rechts auf einen Parkplatz führt.

Gefährliche Ecke am Sengwarder Anteil. Bei der unscheinbaren Zufahrt zum Parkplatz handelt es sich um eine Straße. Die Konsequenz: Der von rechts kommende weiße Wagen hat Vorfahrt, wenn er in den Sengwarder Anteil einbiegen möchte. Foto: hol

Das kann im Ernstfall teuer werden. Denn an dieser Einmündung gilt die Vorfahrtsregel: „Rechts vor Links“. Heißt konkret: Die vom Parkplatz über die kurze Verbindungsstraße kommenden Wagen haben Vorfahrt. Die in Richtung Alter Hafen fahrenden Verkehrsteilnehmer müssen anhalten. 

Wer „Spielstraßen“ verlässt, muss warten

Das so einfach anmutende Vorfahrts-Prinzip „Rechts vor Links“ gilt an allen Kreuzungen und Einmündungen, an denen die Vorfahrt nicht durch Verkehrszeichen, Ampeln oder die Anweisungen der Polizei geregelt wird. Allerdings: Die Regel gilt nicht für unbefestigte Feld- und Waldwege, an Ausfahrten aus verkehrsberuhigten Bereichen oder an Einmündungen zu privaten Grundstücken. Aber Vorsicht: Privatstraßen sind verkehrsrechtlich trotzdem Straßen.

Was sich in der Theorie einfach anhört, ist in der Praxis häufig nur schwer zu erkennen. Ein Beispiel: Verkehrsberuhigter Bereich. Wer einen verkehrsberuhigten Bereich („Spielstraße“) verlässt, hat nie Vorfahrt – auch wenn er von rechts kommt. Dieser Verkehrsteilnehmer muss sich so verhalten, wie etwa ein Autofahrer, der sich von seinem Grundstück kommend in den fließenden Verkehr einfädelt. 

In der Regel signalisiert ein Schild, dass ein verkehrsberuhigter Bereich endet. Für (vorfahrtsberechtigte) Autofahrer, die an einer „Spielstraßen“-Ausfahrt vorbeifahren, ist die Lage nicht immer so leicht ersichtlich. Allerdings: Die Unsicherheit hier hat meist keine Folgen. Im Zweifelsfall halten beide Autofahrer an, weil sie der Ansicht sind, der jeweils andere habe Vorfahrt. 

Sicheres Indiz: Abgesenkter Bordstein

Anders an Einmündungen, deren Charakter nicht sofort erkannt wird. Ist das eine Straße, die da von rechts einmündet? Oder ist das nicht eine Parkplatz-Einfahrt oder eine gut ausgebaute Zufahrt zu einem privaten Grundstück? Im einen Fall gilt Rechts-vor-Links, im anderen muss der Einbieger stets warten.

Worauf sollte man achten: An Straßen stehen häufig Schilder mit Straßennamen oder Verkehrsschilder. Ein sicheres Indiz ist auch ein abgesenkter Bordstein. Daran lässt sich in der Regel eine private Grundstückszufahrt von einer Straße unterscheiden. Grundsätzlich lässt sich sagen: Wer einen abgesenkten Bordstein überfährt, muss den anderen Verkehrsteilnehmern Vorfahrt gewähren – auch wenn er selbst von rechts kommt.

Gegenseitige Rücksichtnahme

In Zweifelsfällen gilt, was die Straßenverkehrsordnung ohnehin als generelle Haltung empfiehlt: Gegenseitige Rücksichtnahme. Die wechselseitige Verständigung von Autofahrern wird zum Beispiel auch dann erwartet, wenn mehrere Fahrzeuge an einer Kreuzung stehen, die aufgrund der „Rechts vor links“-Regel wechselseitig alle vorfahrtsberechtigt sind.

Übrigens: Wer die „Rechts-vor-Links-Regelung“ nicht beachtet, muss mit einem Bußgeld von 25 Euro rechnen. Kommt es dadurch zu einer Gefährdung oder gar einer Sachbeschädigung, wird ein Bußgeld von 100 bzw. 120 Euro plus ein Punkt in Flensburg fällig.

Anmerkung: Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Anregungen für die Artikel-Serie „Hooksiel sicher“ oder Fragen zu Verkehrsregelungen in Hooksiel haben, auf irreführende oder überflüssige Verkehrsschilder hinweisen möchten oder selbst schon in gefährliche Situationen geraten sind, melden Sie sich bitte per Email unter infos@hooksiel-life.de – Stichwort: „Hooksiel sicher“.

Die für diese Woche geplanten Helgoland-Fahrten fallen aus

Hooksiel/Wilhelmshaven (7. 4. 2026) – Die für Donnerstag und Freitag dieser Woche, 9. und 10. April, geplanten Ausflugsfahrten mit dem „Adler Cat“ von Wilhelmshaven und Hooksiel fallen aus. Das hat heute die Reederei „Adler & Eils“ mitgeteilt. Man sei leider aufgrund technischer Probleme gezwungen, die für diese Woche geplanten Fahrten abzusagen. 

„Wegen der aktuellen weltpolitischen Lage verzögert sich die Lieferung eines Ersatzteils, das für den sicheren Betrieb zwingend erforderlich ist“, heißt es in der Mitteilung. Bereits gekaufte Tickets können kostenfrei bei den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden. Online gekaufte Tickets erstattet die Reederei automatisch auf das bei der Buchung genutzte Zahlungsmittel.

Individuelle Tipps für junge Dressurreiterinnen

Hooksiel (6. 4. 2026) – Ein intensives Trainingswochenende voller neuer Impulse: Beim Reit- und Fahrverein Hooksiel fand erneut ein Dressurlehrgang mit Ausbilderin Ricarda Claasen statt.

Das Bild zeigt (von links) die Reiterinnen Ella Haschen, Ida Mennen, Lale Scharfenberger mit Baron Baco Ma, Lehrgangsleiterin Ricarda Claasen, Organisatorin Rieke Scherf und Simone Gehm mit Pretty Valerie. Foto: Elsbeth Noatzsch

Bereits im Januar hatte der erste Lehrgang großen Anklang gefunden – umso mehr freute sich Organisatorin Rieke Scherf, Claasen für eine weitere Einheit gewinnen zu können.

Insgesamt 15 Reiterinnen nutzten an zwei Tagen die Gelegenheit, gezielt an ihrer Ausbildung zu arbeiten. Ricarda Claasen, die seit vielen Jahren erfolgreich bis zur Klasse S ausbildet und bereits als Juniorin dem Bundeskader angehörte, knüpfte direkt an die Inhalte des ersten Lehrgangs an. 

Im Fokus standen die feine Abstimmung zwischen Reiter und Pferd sowie die gezielte Vorbereitung auf die kommende Turniersaison. Besonders wertvoll: Die individuellen Tipps, die jede Teilnehmerin für sich mitnehmen konnte. So gingen alle mit neuen Ideen, mehr Sicherheit und viel Motivation in die nächsten Trainingswochen.

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Auftakt nach Maß: Gut 600 Oldtimerfans im Automuseum

Hooksiel (5. 4. 2026) – Der erste Schritt ist getan. Hooksiel bekommt eine neue Attraktion. Am heutigen Ostersonntag hat Max Cornelius seine Anhänger zu einer ersten Besichtigung seines „Automuseums“ an der Bäderstraße eingeladen. 600 Oldtimerfreunde aus Nah und Fern folgten dem Ruf, viele von ihnen selbst mit historischen Automobilen unterwegs.

Max Cornelius ist mit seinem Automobilmuseum jetzt von Friedeburg nach Hooksiel umgezogen. Foto: hol

Ihr Weg hat sich gelohnt. Schon auf dem Parkplatz des Tankstellengeländes am Hooksieler Kreisel waren etliche Schmuckstücke auf vier Rädern der verschiedensten Marken zu bewundern. In der ehemaligen Autowerkstatt und Lackiererei dann der private Fundus von Cornelius, der vor wenigen Monaten in Schmidtshörn die ehemalige KFZ-Werkstatt Mewes übernommen hat und dort seither einen Autohandel samt Werkstatt betreibt. 

Jetzt ist Cornelius auch mit seinem bislang in Friedeburg beheimaten „Gurkenmuseum“ nach Hooksiel umgezogen. „Gurken“, das sich die überwiegend mehrere Jahrzehnte alten Autos, die nicht nur ein Stück Zeitgeschichte erzählen, sondern bei vielen Besuchern auch ganz persönliche Erinnerungen wecken. „So einen hatte ich früher auch mal …“. Von Manta über Corsa und Käfer bis zum Trabbi, von Landrover über BMW und Mercedes bis zum Triumph Spitfire. 

Neues Leben in der lange leer stehenden KFZ-Halle an der Bäderstraße. Ostersonntag war die Ausstellung erstmals zu sehen.. Foto: hol

Cornelius ist in der Oldtimer-Szene eine Größe. Bekannt ist er durch seine DMAX-Serie „Max Carshop“ und seine über Youtube verbreiteten Videos („Max Speedshop“), die sich um die 77.000 Menschen mehr oder weniger regelmäßig anschauen. Das Automuseum des gebürtigen Wilhelmshaveners könnte – für die Prognose braucht man kein Tourismus-Fachmann zu sein – zu einem echten Besucher-Magneten für Hooksiel werden. 

Bis es soweit ist, können aber noch ein paar Wochen ins Land gehen. Hier und dort müssen noch behördliche Auflagen erfüllt werden. Bis die abgearbeitet sind, will Cornelius seine Ausstellung nur jeden zweiten Sonntag für Oldtimer-Freunden („Community-Treffen“) öffnen. Später, so der Plan, wird soll das Museum mit täglichen Öffnungszeiten für jedermann zugänglich sein.

Hunderte Kinder auf den Spuren des Osterhasens

Hooksiel (5. 4. 2026) – Lodernde Flammen überall. Um die 100 Brauchtumsfeuer wurden am Ostersamstag allein im Wangerland entzündet. Einige davon auch rund um Hooksiel. 

Großer Auflauf beim Osterfeuer in Horumersiel. Die Veranstalter zählten über tausend Besucher. Foto: FE

Bei Osterfeuern handelt es sich grundsätzlich um öffentliche Veranstaltungen. Häufig feiern Familien mit ihren Freunden und Nachbarn das Ende des Winters. An einigen Orten wurden daraus auch größere Feste mit Musik, Leckereien vom Grill und warmen und kalten Getränken. 

Die Osterfeuer rundeten einen rundum schönen Tag ab. So spazierten bei strahlender Sonne und angenehmen Temperaturen tagsüber zahllose Kinder mit ihren Eltern quer durch Hooksiel – immer auf der Suche nach Plätzen, an denen die Jugendinitiative „Weil wir Hooksieler sind“ 1200 bunte Ostereier versteckt hatte. Oder, wie der als Osterhase verkleidete Nico Müller präziser formulierte: „Der Osterhase versteckt nichts, der verliert hier und da mal ein Ei.“

Den Kindern war das egal. Die meisten von ihnen wurden in den sechs Suchzonen im Ort fündig. Die Belohnung: Eine Tüte mit Süßigkeiten. Darüber hinaus gingen von örtlichen Gewerbetreibenden gespendete Gutscheine an die Finder einiger „goldener“ Eier.

Osterhase Nico Müller hab den Kindern kleine Tipps, wo er eine seiner Eier verloren haben könnte. Foto: hol

Rundum gute Stimmung auch am Alten Hafen. Kinderkarussell, Bälle werfen, ein Fischbrötchen oder eine Wurst vom Grill. Dazu ein regionales Kaltgetränk, nette Gespräche und ein Blick auf das Hafenambiente. Die von Klaus-Dieter Langenscheidt im Auftrag der Hooksieler Dorfgemeinschaft zusammengestellte Schaustellerrunde war ebenso zufrieden wie ihre Kunden. „Die meiste Schausteller hier sind Stammgäste in Hooksiel. Nach dem Frühlingsfest in Wilhelmshaven steht der Ostermarkt für sie fest im Kalender“, sagte Langenscheidt, der selbst das Karussell betreut.

Nach Irritationen darüber, ob die Beschicker bereits am Karfreitag ihre Buden öffnen durften oder nicht, ist eines klar: Der Markt ist noch bis Ostermontag geöffnet. 

Anmerkung: Der Artikel wurde aktualisiert.

Vandalismus auf Sportplatz: SCW erstattet Anzeige

Hooksiel (4. 4. 2026) – Vandalismus auf dem Sportplatz in Hooksiel. Unbekannte habe Mitte der Woche auf dem Fußballplatz An der Jaderennbahn unter anderem ein Rollrad eines Jugend-Fußballtoren zerstört. „Irgendwann reicht es“, sagt Christian Doyen, Sprecher des Vorstandes des SC Wangerland. „Der SCW stellt Strafanzeige wegen Sachbeschädigung.“

Unbekannte haben mutmaßlich mit Vorsatz Felgen und Räder an einem Jugend-Fußballtor zerstört. Foto: SCW

Bereits in der jüngeren Vergangenheit seien mehrfach Flaschen und Stühle an und auf die Blockhütte an dem Platz geworfen und dadurch zerstört worden. Die mutwillige Beschädigung des Jugendtores sei aber eine andere Nummer. Da gehöre schon Vorsatz dazu, so Doyen. Felge und Räder seien mutwillig zerstört, die Einzelteile durch die Gegend geworfen worden. Zerbrochene Glasflaschen ließen zudem den Verdacht aufkommen, dass an der Blockhütte eine „Party“ stattgefunden habe.

Darüber, wer für den Vandalismus verantwortlich ist, will Doyen aber nicht spekulieren. Trotz verschlossenen Haupteingangs sei es nicht sonderlich schwierig, auf den Rasenplatz zu gelangen. Der Verein habe bislang auch gar kein Interesse daran gehabt, das Areal systematisch abzuriegeln. „Wir freuen uns, wenn der Platz sachgerecht genutzt wird, wenn Kinder und Jugendliche ‚kicken‘ gehen. Leider schaffen es einige wenige Chaoten mal wieder, die Freude zu nehmen.“

Durch die Strafanzeige, so Doyen, wolle man – unabhängig vm materiellen Schaden für den Verein – in erster Linie die Täter und mögliche Mitwisser dafür sensibilisieren, dass es so nicht weiter gehen kann.

Kinder sind zum Ostereier-Suchen eingeladen

Hooksiel/Hohenkirchen (2. 4. 2026) – Die Wetterprognosen sind gut. Das große Ostereier-Suchen kann beginnen. Na gut, noch nicht sofort. Erst am Ostersamstag, 4. April – in Hooksiel und in Hohenkirchen.

In Hooksiel versteckt die Jugendinitiative „Weil wir Hooksieler sind“ an sechs verschiedenen Plätzen (Walter-Spitta-Haus, Gästehaus, Garten der Generationen, rund um die „Die Muschel“, Skateranlage, Schulhof) insgesamt 1000 in sechs unterschiedlichen Farben gefärbte Eier. Kinder von Einheimischen oder von Urlaubern, die an den Ort jeweils ein Holzei in der passenden Farbe finden, werden mit einer kleinen Überraschung belohnt. 

Die Aktion beginnt am Ostersamstag um 10 Uhr und endet um 16 Uhr. Die Überraschungen können im Kiosk Dekena und am Alten Hafen abgeholt werden.

In Hohenkirchen lädt die SPD Wangerland am Samstag im Zeitraum von 10.30 bis 11.30 Uhr Kinder bis 10 Jahre zum Ostereier-Suchen zum Schulhof der örtlichen Oberschule ein. Während die Kinder mit der Eiersuche beschäftig sind, können sich deren Eltern mit Kaffee, Tee und Kuchen die Zeit vertreiben.

„Wir brauchen bei der Suche nach den Gründen für die WTG-Insolvenz größtmögliche Transparenz“

Hooksiel (2. 4. 2026) – Manfred Meppen ist Hooksieler. Bis 2007 arbeitet der Pensionär bei de Gemeinde Wangerland. Seit 1999 war er Erster Gemeinderat und damit Vertreter des Bürgermeisters. Entsprechend liegen ihm die Geschicke der Gemeinde der Gemeindeverwaltung besonders am Herzen.

Hooksiel-Life: Moin, Herr Meppen. Sie haben Anfang Februar unter anderem auf „Hooksiel-life“ einen Leserbrief zur im Herbst anstehenden Kommunal-/Bürgermeisterwahl veröffentlicht. Wie waren die Reaktionen darauf?

Manfred Meppen: Ich von von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern darauf angesprochen worden. In diesen Gesprächen wurden unterschiedliche Aspekte erörtert. 

HoL: Sie hatten unter anderem die Qualifikation der seinerzeit noch vier Bürgermeister-Kandidaten bemängelt. Warum eigentlich? Ist der Job des Bürgermisters in einer vergleichsweise kleinen Gemeinde wirklich so schwer?

Meppen: Die Gemeinde Wangerland ist mit ihrer 100-pozentigen Tochtergesellschaft WTG ein besonderer Akteur. Das wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass hier circa zwei Millionen Übernachtungen zu verzeichnen sind und die WTG zuletzt und 180 Mitarbeiter hatte.

Die Gemeinde wurde seit ihrer Gründung 1972 über nahezu fünf Jahrzehnte – bis zur Wahl von Bürgermeister Mario Szlezak im Jahr 2021 – durchgehend von Bürgermeistern und Allgemeinen Vertretern mit verwaltungsfachlicher Ausbildung geführt. Diese Beamten des gehobenen Dienstes verfügten in der Regel über einen Fachhochschulabschluss als Diplom-Verwaltungswirt (FH) mit ausgeprägten juristischen Ausbildungsanteilen.

Ich möchte meinen Aufruf, sich für das Bürgermeisteramt im Wangerland zu bewerben, ausdrücklich auch auf Juristen und Verwaltungsfachkräfte mit entsprechender Qualifikation – zum Beispiel Verwaltungslehrgang II – ausdehnen.

HoL: Okay, aber vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist das nicht ….

Meppen: Nein, aber der Bürgermeister ist als Hauptverwaltungsbeamter das alleinige Exekutivorgan der Gemeinde und vertritt sie eigenverantwortlich nach außen. Er trägt die rechtliche Verantwortung für das Verwaltungshandeln und die Umsetzung der Beschlüsse der kommunalen Gremien. Der Bürgermeister leitet und beaufsichtigt die Verwaltung eigenverantwortlich. Dabei ist er rechtlich verpflichtet, rechtswidrigen Beschlüssen des Rates oder des Verwaltungsausschusses zu widersprechen und deren Umsetzung zu verhindern.

HoL: Das klingt gewaltig. In der Praxis hat ein Bürgermeister aber doch auch viele andere Aufgaben. Etwa als Repräsentant der Gemeinde oder im Umgang mit Parteien und Bürgern.

Meppen: Ja, natürlich. Aber ein Blick in die Region unterstreicht die Bedeutung fachlicher Qualifikation: Führungsfunktionen in Verwaltung und Kommunen werden nicht selten von Personen mit juristischer Ausbildung wahrgenommen. Etwa beim Landkreis Friesland oder in der Stadt Jever. Und auch die Besoldung spiegelt die Verantwortung wieder: Der Bürgermeister der Gemeinde Wangerland wird nach Besoldungsgruppe B1 vergütet, was in der Wertigkeit der Einstiegsbesoldung eines Richters (R1) entspricht.

HoL: Können sie nachvollziehen, dass Kandidaten, die keine Juristen sind, ihre Bewertung als Totschlag-Argument gegen sich selbst empfinden?

Meppen: Nein. Mir erscheint es durchaus sachgerecht, im Wahlkampf neben politischen Programmen auch das Rollenverständnis und die fachlichen Anforderungen an das Amt des Hauptverwaltungsbeamten offen zu thematisieren. Ich behaupt ja nicht, dass es einen unmittelbar ursächlichen Zusammenhang zwischen Qualifikation und konkreten Entwicklungen in der Gemeinde Wangerland gibt.

HoL: Nehmen wir ein Beispiel: Wäre es zur Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH im Sommer 2025 auch mit einem Juristen oder einem Verwaltungsprofi an Spitze der Gemeindeverwaltung gekommen?

Meppen: Das kann man so nicht beantworten. Das Ereignis selbst ist dramatisch. Neben den wirtschaftlichen Folgen für die Gemeinde Wangerland verdienen auch die persönlichen Auswirkungen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WTG sowie deren Familien besondere Beachtung. Schon deshalb erscheint mir eine umfassende und transparente Aufarbeitung der Ereignisse unerlässlich. 

HoL: Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen ja bereis aufgenommen.

Meppen: Unabhängig vom Ausgang möglicher strafrechtlicher Ermittlungen kann im Einzelfall auch eine zivilrechtliche Verantwortung in Betracht kommen, sofern entsprechende Pflichtverletzungen nachweisbar sind. Dies zu prüfen, wäre gegebenenfalls Aufgabe zukünftiger kommunaler Gremien. Darüber hinaus sollten auch solche organisatorischen und politischen Entscheidungen betrachtet werden, die sich im Nachhinein als problematisch erwiesen haben, ohne notwendigerweise rechtliche Konsequenzen nach sich zu ziehen.

HoL: Haben Sie den Eindruck, dass man bei der Gemeinde mit Nachdruck an der Aufklärung der Umstände und der Entscheidungen arbeitet, die zur Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa und damit letztlich zur Insolvenz der WTG geführt haben? 

Meppen: Der Bürgermeister hat angekündigt, dass ein beauftragtes Gutachten „nach Ostern“ zunächst in vorläufiger Form vorgelegt werden soll. Die Ergebnisse sollen anschließend verwaltungsintern ausgewertet und zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich dargestellt werden. Für eine glaubwürdige Aufarbeitung wird es meines Erachtens entscheidend darauf ankommen, größtmögliche Transparenz herzustellen. Dazu gehört auch eine Betrachtung der Rollen der kommunalen Gremien sowie der Kommunalaufsicht.

HoL: Aber was bringt das noch? Das Kind ist ja bereits in den Brunnen gefallen …

Meppen: Ja, aber nur durch eine umfassende, nachvollziehbare Aufarbeitung der WTG-Insolvenz können strukturelle Konsequenzen gezogen und vergleichbare Entwicklungen künftig vermieden werden. Das ist meiner Ansicht nach ein zentraler Prüfstein für Transparenz, Verantwortungsbewusstsein und Führungsqualität in der Gemeinde – auch im Hinblick auf die Kommunalwahl am 13. September 2026.


Preußische Kanone schützt Hooksieler Hafenzufahrt

Hooksiel (1. 4. 2026) – Die Hooksieler können wieder sicher schlafen. Die historische Kanone steht wieder auf dem Deich vor dem Alten Hafen und sorgt dafür, dass Kaperfahrer oder sonstige Plünderer zumindest auf dem Seeweg nicht in den Ort kommen können. Mitglieder des Seebadevereins um den Vorsitzenden Wolfgang Ademes haben das Schmuckstück am Dienstagabend quer durch den Ort zu seinem Sommer-Stammplatz gebracht.

Die Hooksieler Kanone steht wieder an ihrem Platz auf dem Deich an der Viethstraße. Dort montiert wurde sie von (von links) Wolfram Heibeck, Uwe Gaudian, Erwin Abels, Stefan Mampilly, Ulrich Hellkuhl, Thomas Leimkühler und Wolfgang Ademes. Foto: hol

Die erst vor wenigen Jahren runderneuerte Kanone war über der Winter in der Bootswerft von Wolfram Heibeck im Hooksieler Gewerbegebiet eingemottet. Dort hatte sie in den vergangenen Tagen auch noch einen frischen Anstrich erhalten. Gezogen von einer kleinen Zugmaschine rollte die Kanone auf ihren eigenen Rädern zunächst bis zum Alten Hafen und von dort über einen schmalen Weg den Deich an der Viethstraße hinauf. Unmittelbar neben dem historischen Ausguck-Hochsitz wurde das beliebte Fotomotiv diebstahlsicher verankert.

Das Stück historische Wehrtechnik soll nach Recherchen des Seebadevereins zusammen mit einer Schwester-Kanone von den Preußen um 1860 aufgestellt worden sein, um den Umschlagplatz Hooksiel und mittelbar auch Preußens damals im Aufbau befindlichen Kriegshafen Wilhelmshaven zu schützen. Die Kanonen wirkten offenbar abschreckend. Jedenfalls gibt es keine Überlieferungen, die besagen, dass sie jemals abgefeuert worden wären.