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Mit eingeschalteter Nebelschlussleuchte nur maximal Tempo 50 erlaubt

Hooksiel (20. 3. 2025) – Dichter Nebel über Hooksiel und dem gesamten Wangerland. Schlechte Sicht für Autofahrer. Wohl dem, der ein gut bestücktes Fahrzeug fährt: Nebelscheinwerfer an, die Sicht wird klarer. Dazu die Nebelschlussleuchte. „Jetzt fährt hoffentlich niemand mehr auf. Weiter geht’s.“

Aber Vorsicht. Fast jedes Auto hat heute entsprechende Zusatzscheinwerfer, aber kaum jemand erinnert sich noch daran, wann Nebelscheinwerfer eingeschaltet werden dürfen – und wann nicht. Zwar sind Verkehrskontrollen bei dichtem Nebel eher unwahrscheinlich. Aber wer mit der falschen Beleuchtung erwischt wird, riskiert ein Verwarngeld.

Der ADAC weist darauf hin, dass Nebelscheinwerfer immer eingeschaltet werden dürfen (und müssen), wenn die Sicht „erheblich behindert“ ist. Etwa durch Nebel, aber auch bei Schneefall oder starkem Regen. Die Nebelscheinwerfer strahlen nach vorn und leuchten dien Straße besser aus als das Abblendlicht. Bessert sich die Sicht, sind die Zusatzscheinwerfer wieder abzuschalten.

Strenger sind die Regeln für den Einsatz von Nebelschlussleuchten. Sie sollen den nachfolgenden Verkehr warnen. Damit ist aber die Gefahr verbunden, dass Verkehrsteilnehmer geblendet werden. Auch deshalb besagen die Vorschriften, dass Nebelschlussleuchten nur bei einer Sicht von weniger als 50 Metern angeschaltet werden dürfen. Zur Orientierung: 50 Meter ist auf Landstraßen und Autobahnen der Abstand zwischen den Leitpfosten am Straßenrand. 

Gut, auch hier ist die Kontrolle schwierig. Mal gibt es Nebelschwaden mit einer Sicht von nur wenigen Metern. Kurze Zeit später reißt das Nebelfeld auf, so dass kurzzeitig etwas bessere Sicht herrscht. Wer will da den korrekten Einsatz der Nebelschlussleuchte kontrollieren? 

Dafür ist eine zweite Vorgabe besser geeignete, die – nimmt man den Verkehrsfluss in diesen Tagen im Wangerland zum Maßstab – offenbar kaum ein Autofahrer kennt. „Wer seine Nebelschlussleuchte einschaltet, darf nur noch maximal 50 Stundenkilometer schnell fahren.“ Bei Verstößen gegen die Regel droht auch hier ein Verwarngeld zwischen 20 und 35 Euro.

Notfallseelsorger fordern Gleichstellung mit Feuerwehr und THW

MdL Jensen beim DRK Schortens
Dieter Becker (DRK Fachbereichsleiter Notfallseelsorge) informiert die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen über die Aufgaben und die Wünsche der ehrenamtlichen Helfer. Foto: CDU
 

Wangerland/Hannover (16. 1. 2025) – De Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (CDU) fordert eine gesetzliche Verankerung der Gleichstellung aller Blaulichtdienste. Die Wangerländerin hat sich bei der DRK Bereitschaft Schortens über aktuelle Herausforderungen informiert und deren Ausrüstung begutachtet. 

Seit 1998 existiert die Psychosoziale Notfallversorgung des DRK Jeverland. Gegründet wurde sie in Zusammenarbeit mit den Kirchen, dem DRK, Feuerwehr und der Polizei. Die Erstausstattung habe vor 27 Jahren aus einem Funkempfänger, einem Helm und  einem Rucksack für Decke, Kerze und Malbuch beinhaltet. Erst im  Sommer 2024 sei ein neues Fahrzeug für die Notfallseelsorge hinzugekommen, das für Gespräche mit Betroffenen am Einsatzort geeignet sei. Es hat zum Beispiel getönte Scheiben und einen Tisch. Finanziert werden das DRK und seine Notfallseelsorger über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Die Materialausstattung wird zum Teil im Rahmen des Katastrophenschutzes vom Landkreis unterstützt. 

„Wir Notfallseelsorger arbeiten alle ehrenamtlich“, so der Fachbereichsleiter Dieter Becker. Nach einer siebenmonatigen Ausbildung und einer mehrmonatigen Hospitationsphase werden die Helfer bei Bedarf über die Rettungsleitstelle angefordert. Die Entscheidung darüber liegt bei der jeweiligen Einsatzleitung. 

Ob Verkehrsunfälle, Todesfälle oder belastende Einsätze für Rettungskräfte – die Notfallseelsorger stehen parat, um die schlimmste Last oder traumatische Folgen mit aufzuarbeiten. Da die Einsatzleitungen angesichts der Hektik am Einsatzort die Alarmierung der Notfallseelsorge gelegentlich vergesse, wünschen sich die Ehrenamtlichen eine grundsätzlich festgelegte Alarmierung bei schwerwiegenden Szenarien. Becker: „Wir kommen gern einmal zu viel als zu wenig.“ 

Was für die Ehrenamtlichen beim DRK völlig unverständlich ist und einer Rekrutierung von Interessierten immer wieder im Weg steht, ist der fehlende Anspruch auf Freistellung und Lohnfortzahlung gegenüber dem Arbeitgeber wie er für Feuerwehrleute und THWler gesetzlich verankert ist. Das DRK fordert seit Jahren, dass ehrenamtliche Helfer bundesweit in Hilfsorganisationen wie dem DRK rechtlich mit den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk gleichgestellt werden. 

Jensen unterstützt diese Forderung „Wir haben im Niedersächsischen Landtag bereits im Januar 2024 eine Gesetzesänderung für eine faire Behandlung ehrenamtlicher Helfer initiiert.“ Die CDU-Fraktion habe einen Gesetzentwurf zur Änderung sowohl des Niedersächsischen Katastrophenschutzgesetzes (NKatSG) als auch des Niedersächsischen Rettungsdienstgesetzes (NRettDG) vorgelegt. Damit soll eine wesentliche Verbesserung der Freistellungs- und Erstattungsansprüche für ehrenamtliche Helfer in Katastrophenschutz, Rettungsdienst und bei freiwilligen Hilfsorganisationen erreicht werden.

Auch Erstattungsansprüche auf Aus- und Fortbildungsveranstaltungen, die von den Hilfsorganisationen selbst organisiert werden, sollen mit aufgenommen werden. Mit dem sogenannten „Helfergleichstellungsgesetz“ wolle man Ungleich-Behandlungen beseitigen und die Anerkennung sowie Unterstützung für die ehrenamtliche Arbeit signifikant erhöhen. 

Andere Bundesländer wie Schleswig-Holstein und Bayern hätten bereits entsprechende Gesetze, so Jensen. Niedersachsen sollte diesem Beispiel folgen. 

Ampel sichert Weg ins Neubaugebiet

neue Ampel an der Bäderstraße
An der Bäderstraße wird eine Ampel installiert. Sie soll den Weg ins Neubaugebiet sichern. Foto: hol

Hooksiel (8. 12. 2024) – Noch sind zwar einige Grundstücke im Hooksieler Neubaugebiet am Hohe Weg unbebaut. Aber die Erschließung des Areals nähert sich dem Ende. Die Arbeiten an der Ver- und Entsorgung sind abgeschlossen, die Plastersteine gelegt, die Bordsteine gesetzt.

Aktuell wird an der Einmündung der Hinrike-Lichtenfeld-Straße in die Bäderstraße eine Fußgängerampel installiert. Darauf haben sich nach den Worten von Bauamtsleiter Torsten Meuer die Gemeinde Wangerland und die Grundstücks-, Erschließungs- und Vermarktungsgesellschaft (GEV), eine Tochter der Volksbank Jever, geeinigt. Eine sichere Querungsmöglichkeit über die Bäderstraße sei schon deshalb notwendig, da die Durchfahrtsstraße zum Badestrand nur einseiig einen Geh- und Radweg hat. 

„Außerdem glauben wir“, so Meuer, „dass der Fußweg von der Bäderstraße durchs Neubaugebiet und über einen kleinen Verbindungsweg zur Bremer bzw. Hamburger Straße eine attraktive Alternative für Fußgänger sein kann, die in Richtung Gästehaus oder Ortskern unterwegs sind.“ Derzeit überlege man im Rathaus, inwieweit der kleine Weg zusätzlich befestigt werden soll.

Damit die Ampel an der Bäderstraße aufgestellt werden kann, mussten der Bordstein abgesenkt und Fuß- und Radweg leicht verschwenkt werden. Dadurch entsteht am Übergang ein kleiner Aufstellraum für Fußgänger und Radler. 

62 Euro im Monat für Wärme, Strom, Warmwasser und zwei E-Autos

Schwere vor effizienzhaus in Hohenkirchen
Thomas Schweers und Stefan Schweers (rechts) stellten dem „Grünen Stammtisch“ ihr Effizenz-Haus vor, in dem sie am Wangermeer in Hohenkirchen leben. Foto: Schweers

Wangerland/Jever (7. 12. 2024) – Der „Grüne Stammtisch“ des Ortsverbandes Jeverland von Bündnis 90/Die Grünen ist ein und Diskussionsort für aktuelle und auch kontroverse Themen. Unter Leitung von Ratsfrau Almuth Thomßen (Jever) besuchte die Runde am Wangermeer in Hohenkirchen ein praktisches Beispiel für die Energiewende – das KfW-40-Haus der Grünen-Mitglieder Stefan und Thomas Schweers

KfW-40 bedeutet, dass der Primärenergiebedarf dieses Effizienz-Hauses bei 40 Prozent eines konventionellen Neubaus liegt. Thomas und Stefan Schweers nahmen die Besucher mit in die Planungspase für ihr Haus. „Die Wahl fiel schnell auf einen Hersteller für Holzhäuser aus Schleswig-Holstein. Die vielen kleinen Details die Energieeffizienz zu verbessern und die Qualität der einzelnen Materialien haben uns dann restlos überzeugt.“ 

Keine Fußbodenheizung

Eine Fußbodenheizung wollten die beiden nicht, da sie eine lange Vorlaufzeit braucht, bis der Raum warm ist. „Wir haben uns für eine Infrarot-Scheibenheizung entschieden. Der Preisvorteil gegenüber einer Wärmepumpe mit Fußbodenheizung lag zur Bauzeit in 2022 bei rund 20.000 Euro.“ Das eingesparte Geld haben die beiden Männer dann in die Vergrößerung ihrer PV-Anlage auf 20 kWp investiert. 

Von Geld versteht besonders Thomas Schweers eine Menge. Er ist als Teamleiter für Baufinanzierung bei einer regionalen Bank tätig. Bei den technischen Herausforderungen konnte Stefan Schweers als Elektriker seine Kompetenz einbringen: „Ganz ohne Wärmepumpe ging es schließlich doch nicht, denn wir benötigen warmes Wasser für den Haushalt und zum Duschen.“ Diese kleine Wärmepumpe, nicht viel größer als ein Aktenkoffer, sitzt im Technikraum direkt auf dem Warmwasserspeicher. 

Klimaschutz-Studie

Inzwischen wohnen die beiden mehr als zwei Jahre in ihrem Holzhaus und können sagen: „Wir haben alles richtig gemacht. Alle Überlegungen wie die Ausrichtung der PV-Anlage nach Ost und West, das Heizsystem und die intelligente Nutzung der PV-Energie waren goldrichtig.“ Stefan und Thomas Schweers nehmen mit ihrem Haus an einer vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Studie teil und können durch die zusätzlich verbauten Zähler immer ganz genau nachvollziehen, wieviel Energie das jeweilige System verbraucht. 

So haben die beiden im Jahr 2023 für das Heizen ihres 100 Quadratmeter großen Holzhauses nur 1.863 kWh und für die Brauchwasserwärmepumpe 604 kWh benötigt. Die PV-Anlage hat mehr als 17.300 kWh erzeugt und rund 11.800 kWh ins Stromnetz eingespeist. Die restliche Energie haben die beiden entweder direkt verbraucht oder in ihren 10,2 kWh Speicher zwischengeparkt, um sie später zu nutzen. 

Von April bis Oktober fast autark

Im Carport von Stefan und Thomas Schweers stehen zwei E-Autos. Die Fahrzeuge, mit denen sie insgesamt 28.000 Kilometer im Jahr fahren, sind die größten Verbraucher. „Trotzdem konnten wir eine Autarkiequote von über 95 Prozent von April bis Oktober erreichen“, sagen Thomas und Stefan Schweers. „In 2023 hatten wir monatliche Energiekosten in Höhe von 62 Euro, inklusive Heizen, Warmwasser, Haushaltsstrom und zwei E-Autos.“ Für 2024 konnten die beiden den Betrag durch einen Wechsel des Stromanbieters und die Umstellung auf dynamisches PV-Überschussladen die Rechnung noch einmal drücken, auf jetzt rund 40 Euro im Monat. 

Die Runde um Almuth Thomßen war begeistert: „Das Beispiel zeigt, dass nachhaltiges Bauen und die Nutzung von Erneuerbaren Energien eine ausgezeichnete Investition in die Zukunft sind.“  Beim letzten Treffen des „Politischen Stammtisch“ von Bündnis 90/Die Grünen in diesem Jahr am Mittwoch, 11. Dezember, im „Parkhotel“ in Jever werden Stefan und Thomas Schweers auch dabei sein und Fragen rund um ihr Energiesparhaus beantworten. Beginn ist um 19 Uhr.

Gemeinde will den Wildwuchs an Ferienwohnungen eindämmen

Wangerland (27. 11. 2024) – Die Bauleitplanung für Horumersiel kommt in eine entscheidende Phase. Am Dienstag Abend hat der Ratsausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung die so genannte „frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung“ für den neuen Bebauungsplans Nr. II/1 b „Horumersiel Nord-Ost“ empfohlen.

Der Plan definiert das Baurecht für die Ortsteile nördlich des Horumer Tiefs. Hier sind in der Vergangenheit mehr oder weniger ungeordnet zahlreiche Ferienwohnungen entstanden. Im Zuge der Gemeindeentwicklungs-Planung ist es das erklärte Ziel, den „Wildwuchs“ einzudämmen und die Bausubtanz rechtlich abzusichern.

Drei Wohnungen je Gebäude

Ein Knackpunkt: Die Zahl der zulässigen Wohnungen je Gebäude soll in weiten Teilen des Gebiets auf drei begrenzt werden. „Was machen die Vermieter, die derzeit vier oder fünf Wohnungen in ihrem Gebäude haben?“ wollte Heiko Manott wissen, der als beratendes Mitglied der Dorfgemeinschaft Horumersiel im Ausschuss vertreten ist.

Die Antwort der Verwaltung dürfte nicht allen Betroffenen gefallen. „Genehmigte Wohnungen haben Bestandsschutz.“ Und: Wer nicht nicht-genehmigte Ferienwohnungen betreibt, solle die Nutzungsänderung jetzt schnell auf den Weg bringen. In einer Areal aber, in dem Zweitwohnungen künftig nicht mehr zulässig sind, werde man künftig eine bislang als Zweitwohnsitz genutzte Wohnung nicht mehr als Zweitwohnung verkaufen können. Obwohl die Gemeinde sich vorgenommen hat, die vorhandenen Strukturen im Zuge der Bauleitplanung weitgehend zu legalisieren, sei schon jetzt absehbar: „Wir können nicht alle retten.“

Beteiligung der Öffentlichkeit

Konkret heißt das: Ein Teil der bislang ohne Genehmigung betriebenen Ferienwohnungen wird anders genutzt werden müssen. Obwohl, wie Manott sagte, diese Wohnungen maßgeblich mit zur touristischen Wertschöpfung in Horumersiel beigetragen haben. Betroffene haben jetzt im Rahmen es Verfahrens Gelegenheit, ihre Bedenken zu äußern.

Für eine noch intensivere Debatte in der gut besuchten Ausschusssitzung im Rathaus in Hohenkirchen die Windkraft-Planung. Die Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW) hatte einen Antrag eingebracht, wonach die Genehmigung für den Bau eines weiteren Windparks zwischen Tettens und Jever vorangetrieben werden sollte. Während Reiner Tammen (Grüne) den Antrag auch mit Blick auf die Finanzlage der Gemeinde Wangerland verteidigte, lehnten Holger Ulfers (SPD) und Immo Müller (ZUW) es ab, die Genehmigungsfähigkeit des Projektes durch den Landkreis Friesland vorab prüfen zu lassen. 

Debatte um neue Windparks

Bürgermeister Mario Szlezak (SPD): „Im Kern geht es um die Entscheidung, ob wir mehr oder weniger Windkraftwerke in der Gemeinde haben wollen.“ Auch vor dem Hintergrund, dass Windkraftanlagen eine gute Einnahmequelle für die Gemeinde sind. Tammen: „Wir brauchen das Geld.“

Szlezak erinnerte daran, dass aktuell zwei Windparks im Gemeindegebiet im Bau seien. Zudem habe der Gesetzgeber den Betreibern von Altanlagen das privilegierte Recht eingeräumt, ihre Anlagen zu „repowern“ – also durch neue, deutlich größere Anlagen zu ersetzen. Nach der bisherigen Beschlusslage will die Gemeinde zunächst abwarten, wie viele der rund 40 Altanlagen tatsächlich erneuert werden sollen und wie sich das aufs Landschaftsbild auswirkt.

Müller verwies darauf, dass es noch eine weitere Planung für einen Windpark gebe. Bevor man die unterschiedlichen Pläne städtebaulich bewerten könne, müsse man sich diese Projekt auch vorstellen lassen. Zum Unmut einiger Grundeigentümer, auf deren Flächen der Windpark entstehen soll, folgte der Ausschuss mehrheitlich den Vorstellungen von SPD und UWW.

Mühlena träumt von einem Deutschen Open-Air-Ankermuseum in Hooksiel

Björn Mühlena präsentiert den Patentanker, der einst mit der Fregatte „Rheinland-Pfalz“ gehörte. Das am ZOB liegende Exponat ist Teil des Hooksieler Ankerpfads. Foto: hol

Hooksiel (11. 9. 2024) – Anker sind mehr als Stabilitätsfaktoren für Schiffe. Sie stehen als Symbol für Sicherheit, Verlässlichkeit, Vertrauen und auch für den christlichen Glauben. „Der Begriff Anker ist durchweg positiv besetzt“, sagt Björn Mühlena. 

Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Wangerland steht als 1. Vorsitzender an der Spitze des Hooksieler Fördervereins Kunst- und Erlebnispfad e.V., der sich unter anderem um die Präsentation von Kunst im öffentlichen Raum kümmert. Sein Traum: Ein deutsches Open-Air-Ankermuseum in Hooksiel.

In Hooksiel findet man schon jetzt viele Anker. Rund 30, zum Teil mehrere Tonnen schwere Exponate hat der Verein erfasst. Ein besonders schönes Exemplar, ein so genannter Patent-Anker, ziert eine kleine Grünfläche am Busbahnhof. Es versah einst als Bug-Anker der Fregatte „Rheinland-Pfalz“ seinen Dienst bei der Deutschen Marine – bis zu einer Havarie am 8. März 2006 im Geiranger-Fjord in Norwegen. 

Datenbank mit Informationen im Netz

Der Patent-Anker, der sich durch besonders breite Pflugen auszeichnet, die sich im Bedarfsfall tief im Meeresgrund verkeilen, wurde im Mai 2008 in Hooksiel aufgestellt, samt einer kleinen Infotafel. Deutlich tiefer gehende Informationen zu Funktionsweise, historischem Hintergrund, Bezug zu Hooksiel und mehr können Interessierte inzwischen dem Internet entnehmen.

„Unser Vereinsmitglied Henning Giesecke, der Hooksiel leider kürzlich verlassen hat, hat über Jahre Informationen über die Anker im Ort gesammelt. Vieles ist noch unbekannt. Aber das, was wir wissen, haben wir zu einer Datenbank zusammengetragen, die auf der Homepage der Wangerland Touristik GmbH (www.wangerland.de) hinterlegt ist“, schildert Mühlena.

Anker am Langengrodener Weg in Hooskiel
Am Langengrodener Weg findet sich der ehemalige Anker der Fregatte „Köln“. Foto: hol

Der Verein Kunst- und Erlebnispfad ist aktuell dabei, an den Ankern kleine Stelen mit Infotafeln in einheitlichem Design aufzustellen. QR-Codes, die man mit seinem Smartphone aktivieren kann, weisen den direkten Weg zu weitergehenden Informationen im Internet. Drei Anker hat der Verein bereits mit Unterstützung der Arbeitsgruppe Hooksiel und der Wangerland Touristik entsprechend ausgestattet. Weitere sollen folgen.

Hilfe bei Recherchen erbeten

Vom ZOB geht es in die Lange Straße. Auf einem Grünstreifen liegt dort ein gut erhaltener Stock-Anker, den der inzwischen verstorbene Admiral Schrade 2013 dem Ort gestiftet hat. Nicht weit davon entfernt ein arg angerosteter Anker ähnlicher Bauart. Einige Meter weiter ein so genannter Draggen, der sich durch vier gebogene Flunken auszeichnet.

„Von vielen Ankern wissen wir nicht, zu welchem Schiff sie einst gehört haben oder wie sie nach Hooksiel gekommen sind“, sagt Mühlena, der hofft, durch Hinweise von Betrachtern nach und nach die Datenbank um solch spannende Fakten erweitern zu können. Unterstützung bei Recherchen habe auch eine Hamburger Großwerft angeboten, die dem Verein bei Bedarf Zugang zu ihrem Unternehmensarchiv einräumen will.

Einige Anker sind Geschenke an die Dorfgemeinschaft oder den Seebadeverein, zum Teil wurden sie vom Marinearsenal oder anderen Behörden erworben oder gestiftet. Über Kennnummern lassen sich gerade Anker von Behördenschiffen noch einigermaßen zurückverfolgen. Andere Anker gehörten Privatleuten oder Fischern, die sie mit ihren Netzen aus der See gezogen haben. Das jüngste Exemplar im Bestand hat der Verein Kunst- und Erlebnispfad vom Wilhelmshavener Rosarium übernommen. 

Eines der schönsten Exponate ist am alten Hafen aufgestellt. Es handelt sich um einen Pilz-Anker Baujahr 1907 der „Norderney“, die später als Restaurant- und Museumsschiff „Feuerschiff Weser“ in der Jadestadt festgemacht hat. Der Pilzanker hat kürzlich mit Unterstützung der Arbeitsgruppe Hooksiel seinen neuen Liegeplatz im hinteren Teil des Alten Hafens erhalten. Die Arbeitsgruppe unterstützt den Förderverein tatkräftig bei der Pflege der Exponate. 

Anker positive Symbole für Hooksiel

Am Alten Hafen finden sich eine Reihe weiterer sehenswerter Anker. Am Binnentief etwa, gegenüber vom „Schwarzen Bären“, liegt ein Platten-Anker der Fregatte „Köln“, den das Schiff bei einem Manöver im Mai 2001 in Dänemark verlor. Auf der Südseite des Hafens, zwischen Mudderboot und Boje, findet man mächtige Stock-Anker aus der Zeit der Kaiserlichen Marine. Ein mächtiges Exemplar eines Patent-Ankers liegt noch auf dem Gelände des alten Feuerwehrgerätehauses. Er befindet sich aber in Privatbesitz. Mühlena: „Für den hätten wir sicher auch noch ein schönes Plätzchen.“

Die Punkte, an denen in Hooksiel Anker zu finden sind, sind in einer Karte verzeichnet, eine Art Wegweiser für Interessierte, ein „Ankerpfad“. „Und wer mag, kann als Urlauber aus Hooksiel natürlich auch gern einen Anker mit nach Hause nehmen“, sagt Mühlena und schmunzelt. „Zumindest als Tätowierung auf dem Arm oder als Motiv auf einem T-Shirt oder Pullover.“ 

Neuer Muschelkalk soll Kirche zu Pakens vor Feuchtigkeit schützen

Kirche zu Pkens wird saniert
Die Kirche zu Pakens ist aktuell eingerüstet. Die Außenfassade wird saniert. Foto: hol

Hooksiel/Pakens (13. 9. 2024) – Die Kirche für die evangelisch-lutherischen Christen in Hooksiel ist deutlich älter als der Ort selbst. Während der Sielort erst nach der Gründung des Hook-Siels vor rund 480 Jahren aufblühte, geht die Geschichte der Kirche zum Heiligen Kreuz auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Das Gotteshaus im Zentrum der Ortschaft Pakens, die heute am Rande von Hooksiel liegt, ist mithin rund 750 Jahre alt.

Dafür hat sich das weitgehend aus Granitquadern errichtete Gotteshaus sehr gut gehalten. Die anderthalb Meter dicken, mit Muschelkalk verfugten Mauern, die von innen verputzt wurden, umschließen den spätromanischen Einraum samt halbrunder Apsis. Allerdings: Seit geraumer Zeit dringt Feuchtigkeit durch die Fugen. Aktuell ist die Kirche deshalb eingerüstet. Handwerker kratzen lose und undichte Fugen aus dem Mauerwerk. Im Anschluss werden die Wände neu verfugt, zum Teil wieder mit Muchelkalkmörtel.

Bis Ende Oktober sollen die Arbeiten an der Außenfassade abgeschlossen sein, bestätigt Pastor Stefan Grünefeld. Dazu gehöre dann auch die Sanierung der Fensterrahmen und deren Anker. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 150.000 Euro. Geld das die Kirchengemeinde selbst, unterstützt vom Oberkirchenrat in Oldenburg und einigen Spendern, aufgebracht hat.

Für die Sanierung des Innenraums, in dem die Feuchtigkeit zum Teil zu riechen, zum Teil an bröckeligem Putz und Schimmelstellen zu sehen ist, reicht das Geld aber nicht. Es könne durchaus noch einige Jahre dauern, bis die auch hier notwendige Sanierung angepackt werden könne, so Grünefeld. Ein Trost: „Eine Gesundheitsgefährdung geht vom Pilzbefall nicht aus“, so der Pastor. Das Gotteshaus ist übrigens auch während der Bauarbeiten weiter geöffnet.

Straße wird gesperrt: Sanierung der Schleuse am Außenhafen beginnt

Hooksieler schleuse
Die Sanierung der Schleuse am Hooksieler Außenhafen beginnt. Die über das Bauwerk verlaufende Bäderstraße wird für rund anderthalb Wochen gesperrt werden. Archiv-Foto: hol

Hooksiel (11. 9. 2024) – Im Bereich der Schleuse am Außenhafen Hooksiel wird voraussichtlich zwischen Montag, 16, bis Mittwoch, 25. September, die Fahrbahn komplett gesperrt. Der Grund dafür sind nach Mitteilung der niedersächsischen Hafenbehörde (Sports) Modernisierungsmaßnahmen.

In diesem Monat werden an der Schleuse Hooksiel Bauarbeiten durchgeführt. Infolgedessen komme es nach aktuellem Stand zu einer eineinhalb-wöchigen Vollsperrung der Fahrbahn. Betroffen sein werde die „Bäderstraße“ als Verbindung zwischen Hooksiel und Wilhelmshaven. 

Für Bauarbeiten an der Schleuse gliedern sich in drei Phasen:Vorbereitungsmaßnahmen zum Ausbau der Torlinie 1, Ausbau der Torlinie 1 und den Rückbau der Kranfläche. In dieser Zeit sei keine Zufahrt für Auto- und Radverkehr möglich.Auch Fußgänger können die Schleuse nicht überqueren. „Der Weg bis zur Schleuse ist frei, allerdings gibt es keine Wendemöglichkeit“, so NPorts. Des Weiteren werde die Schleuse während des Ausbaus der Torlinie 1, voraussichtlich am Montag und Dienstag, 23./24. September, für den Schiffsverkehr gesperrt.

NPorts hatte 2023 das Bauwerk an der Hooksieler Schleuse eingehend überprüfen lassen. Danach habe man die erforderlichen Maßnahmen zur Instandsetzung und Modernisierung der Schleuse eingeleitet, so die Hafengesellschaft. Jetzt stünden die ersten baulichen Schritte zur Modernisierung der Schleuse an, so etwa der Ausbau der Torlinie 1. 

Mit „Torlinie“ bezeichnet NPorts den Tortyp „Stemmtor“, eine aus meist zwei Flügeln bestehende Konstruktion. Die Schleuse hat insgesamt fünf Stemmtorpaare, also fünf Torlinien, die in den nächsten Jahren saniert werden sollen. Bis 2027 werde die Schleuse nach und nach auf den neusten Stand der Technik gebracht, verspricht NPorts.

Die Hafengesellschaft bittet um Verständnis dafür, dass es während der notwendigen Modernisierungs- und Instandhaltungsarbeiten an der Schleuse in den kommenden Jahren immer wieder mal zu temporären Einschränkungen für den Auto-, Rad- und Fußverkehr sowie den Schiffsverkehr kommen wird.

Vynova möchte auch Feuerwehrleute aus der Region vor Ort ausbilden

CDU-Abgeordnete bei Vynova
CDU-Landtagsabgeordnete aus dem Oldenburger Land besuchten die Werksfeuerwehr des PVC-Werkes Vynova auf dem Voslapper Groden. Von links: Christian Calderone, Björn Margowski (Werkfeuerwehr), Dr. Benno Krüger (Vynova), Jens Nacke, Stephan Jürgens (Leiter der Werkfeuerwehr), Christoph Eilers, Katharina Jensen und Lukas Reinken, Petra Tjardes (Vynova) sowie aus dem Landtag Saskia Buschmann und Ulf Thiele. Foto: privat
 

Wilhelmshaven/Hooksiel (4. 8. 2024) – Vor dem Außenhafen von Hooksiel liegt die „Höegh Esperanza“, das LNG-Speicher- und Verdampfungsschiff. Das Schiff trägt von Wilhelmshaven aus zur Energieversorgung Deutschlands bei, weitere Schiffe und Terminals für den Import von flüssigen Gasen sollen folgen. 

Sollte es auf dem Schiffsanleger einen Notfall geben, dann käme die Werkfeuerwehr des Wilhelmshavener Industrieunternehmens Vynova zum Einsatz. Dabei steht Vynova als energieintensives Unternehmen selbst vor großen Herausfordernden. Das wurde jetzt bei einem Besuch der CDU-Landtagsabgeordneten aus dem Oldenburger Land deutlich, der von der CDU-Landtagsabgeordneten Katharina Jensen (Wangerland), zuständig für den Wahlkreis Friesland/Jade, organisiert wurde.

„Grüne Energie“ soll Erdgas ersetzen

Vynova produziert PVC Granulat für die Herstellung unterschiedlichster Produkte, sichere 360 Arbeitsplätze und sei zeitgleich bei der Energiebeschaffung mit hohen und schwankenden Energiepreisen konfrontiert, so Dr. Benno Krüger. Der Werksleiter beschrieb die wirtschaftliche Lage für Vynova als „schwierig“. Die Anlagen werde mit Erdgas betrieben. Damit sei Vynova einer der größten Erdgasverbraucher der Region. „Künftig ist der Einsatz grüner Energien geplant, wir streben daher einen Klimaschutzvertrag an“, sagte Krüger. Zudem leidet das Unternehmen unter der hohen Inflation und der Flaute in der Bauwirtschaft.

Vynova wolle dennoch die hauseigene Feuerwehr stärken und weiter ausbauen, damit Feuerwehreinsätze jederzeit professionell durchgeführt werden können. Unter anderem haben man in zwei neue Löschfahrzeuge investiert. Eine Feuerwehr-Drohne kann zur Überwachung der landabgewandten Seite der „Höegh Esperanza“ eingesetzt werden. Weitere Investitionen in Anlagen und Gebäude seien geplant. Neben den Löschfahrzeugen, mit einer Spezialausstattung angepasst an die speziellen Anforderungen eines Chemiebetriebes, gibt es auch einen eigenen Rettungswagen für medizinische Notfälle.

Drohne bei Werksfeuerwehr
Eine Feuerwehr-Drohne kann zur Überwachung der landabgewandten Seite des LNG-Terminals samt der „Höegh Esperanza“ eingesetzt werden. Foto: privat

Die Werkfeuerwehr besteht aus etwa 150 Mitarbeitern, wovon 28 hauptamtlich bei der Feuerwehreinheit tätig sind. Sie betreuen und überwachen sämtliche Anlagen des Chemiewerkes einschließlich des Schiffsanlegers und zwar rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche. Die 24-Stunden-Schichten der Werkfeuerwehr werden dabei von mindestens sieben Personen aus dem Personal abgedeckt. 

2023 habe man 110 Einsätze registriert, in diesem Jahr komme man bislang auf 67 Einsätze. Überwiegend wird die Feuerwehr zu technischen Hilfeleistungen, Brandmeldealarmen und medizinischen Einsätzen gerufen. Es besteht daher ein großer Bedarf an Fortbildungen, die auch von den knapp 120 nebenberuflichen Feuerwehrleuten geleistet werden müssen, ohne dass die Produktion im Unternehmen zu sehr leidet.

Jensen kritisiert lange Bearbeitungszeit

Sorgen bereiten der Werkfeuerwehr allerdings die fehlenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten: Derzeit müssen die Lehrgänge neben den Feuerwehrschulen in Loy oder Celle auf kommunaler Ebene absolviert werden. Bereits 2019 hat das Unternehmen einen ersten Antrag beim Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) auf Genehmigung einer hauseigenen Ausbildungsstätte gestellt. Ein Nachantrag erfolgte 2023. Über beide Anträge sei bis heute aber nicht entschieden worden. Das Konzept sieht dabei auch ein Angebot für die umliegenden Kommunen vor, deren Feuerwehrleute im Vynova-Werk mit auszubilden. Bereits bestehende Kooperationen anderer Landkreise könnten so unbürokratisch übernommen werden. 

„Dass das NLBK seit fünf Jahren nicht in der Lage ist, über das vorgelegte Konzept von Vynova zu entscheiden, ist nicht hinnehmbar“, so Katharina Jensen. „Zumal die Kommunen der Region, die ebenfalls oft Probleme bei der Ausbildung ihrer Feuerwehrleute haben, hier eine sehr gute wohnortnahe Möglichkeit zur Ausbildung erhalten würden. Es ist unverständlich, dass sich das Land hier so viel Zeit lässt, wo es die Ausbildung in der Fläche als neuen Standard doch überall präferiert.“

Neue Ausstellung im Künstlerhaus

Hooksiel (31. 7. 2024) – Die nächste Ausstellung „Wachsen“ im Künstlerhaus wird am kommenden Sonntag, 4. August, eröffnet. Die Künstlerin Akkela Dienstbier aus Bremen hat bereits 2018 als Stipendiatin der Gemeinde Wangerland in Hooksiel gelebt und viele ihrer damaligen Eindrücke aus dem Küstenort künstlerisch umgesetzt. Ein Schwerpunkt: Natur und Umwelt. 

Für ihre Werke verwendet Akkela Dienstbier fast ausschließlich reine Naturmaterialien. Intensiv beschäftigt sie sich mit der Umsetzung der dreidimensionalen Objekte in zweidimensionale Druckwerke. Ein Baustein ihrer Überzeugung: Mensch und Natur stehen sich nicht gegenüber, sondern durchdringen und beeinflussen sich gegenseitig, im besten Fall bilden sie über Netzwerke Möglichkeiten von Verbindungen, Austausch und gegenseitige Unterstützung. 

In ihren Arbeiten werden verschiedene künstlerische Ausdrucksmittel eingesetzt. Akkela Dienstbiers Kunst regt eine Reflexion über Natur und Umwelt an, indem auch sinnliche, gesammelte Naturmaterialien die künstlerischen Gestaltungen bestimmen. Die Künstlerin: „Was der Mensch liebt, schützt er auch!“ 

In der Ausstellung „Wachsen“ sind Objekte, Druckgrafiken und Bilder von Akkela Dienstbier zu sehen. Die Vernissage beginnt am Sonntag um 11.15 Uhr. Die Ausstellung ist dann bis zum 15. September im Künstlerhaus Hooksiel in der Langen Straße 16 zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.