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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Umfrage zeigt Handlungsbedarf: Viel Kritik an Parkgebühren

Hooksiel (8. 12. 2025) – Die Haupturlaubsorte im Wangerland – Hooksiel, Horumersiel und Schillig – stehen bei den Urlaubern für Natur, Ruhe, Strand und „Nordsee-Feeling“. Das ist eines der Ergebnisse der Online-Umfrage, die der Hooksieler Matthias Suckert, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins Wangerland und Inhaber einer Vermietungsagentur, in den vergangenen Wochen vorgenommen hat. 

Ein Bad sollte erhalten bleiben

Sehr häufig haben Einheimische und Gäste den Wunsch geäußert, dass zumindest ein Schwimmbad erhalten bleiben möge. Ebenso auffällig: Die Forderung nach einem vereinfachtem Parksystem, mit Tages- und Wochentickets, die sowohl für die Parkplätze der Wangerland Touristik GmbH (WTG) an den Ständen wie für die der Gemeinde in den Orten gültig sein sollten. Weitere Wünsche: Mehr öffentliche Toiletten, zusätzliche Lademöglichkeiten für Elektro-Autos und E-Bikes sowie bessere Geh- und Radwege.

Die Urlauber lieben am Wangerland vor allem die Ruhe, die Natur und die Weite des Wattenmeeres. Archiv-Foto: hol

Insgesamt haben sich an der Umfrage nach Angaben von Suckert 390 Menschen beteiligt. Zum Teil mit umfangreichen Einlassungen. Hintergrund der Aktion ist die Neuausrichtung der WTG nach der Insolvenz des gemeindeeigenen Unternehmens. Unter anderem sind aktuell beide WTG-Hallenbäder in Hooksiel und Horumersiel geschlossen. 

Wunsch nach „bezahlbarer Küche“

Insgesamt zeigten sich die Teilnehmer an der Umfrage mit den Angeboten im Bereich Einzelhandel und Gastronomie im Wangerland weitgehend zufrieden. Einige wünschten sich einen weiteren Supermarkt sowie eine größere Vielfalt im Bereich „bezahlbare Küche“, andere vermissen mehr vegetarische Gerichte.

In Hooksiel gebe es im Vergleich zu Horumersiel und Schillig in der Hauptsaison zu wenig Veranstaltungen. Insgesamt sollten auch mehr Aktivitäten außerhalb der Hauptsaison stattfinden. Mehr Mülleimer wären aus Sicht einiger Teilnehmer ratsam – und die Anleinpflicht für Hunde sollte strenger kontrolliert werden,

Suckert zeigte zufrieden sich mit der Zahl der Rückmeldungen und der Vielfalt der Anregungen. „Wir nehmen das Feedback mit und bleiben dran.“

Jetzt doch „Health-Care-Appartements“ statt eines Hotels am Hafen?

Wangerland (4. 12. 2025) – Der Gästebeitrag, den erwachsene Urlauber im Wangerland zu entrichten haben, soll in Hooksiel, Horumersiel und Schillig von aktuell 3,80 Euro pro Übernachtung in der Hauptsaison ab 2026 auf 3,20 Euro gesenkt werden. So zumindest sieht es der Vorschlag der Gemeindeverwaltung vor, über den der Rat auf seiner Sitzung am Dienstag, 9. Dezember, abstimmen soll. 

Gästebeitrag soll auf 3,20 Euro sinken

Der Vorschlag basiert auf einer Analyse der Kommuna Treuhand. Berücksichtigt wurde dabei, dass im Zuge der Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) eine Reihe von touristisch relevanten Einrichtungen geschlossen wurden – unter anderem die Bäder in Hooksiel und Horumersiel –, die somit von Urlaubern nicht mehr genutzt werden können. Durch den Gästebeitrag sollen laut kommunaler Satzung 32 Prozent der Kosten für touristische Einrichtungen und Veranstaltungen gedeckt werden. 

Feuerwehrgerätehaus zum Verkauf
Kehrtwende beim Verkauf‘ des ehemaligne Feuerwehrareals am Alten Hafen in Hooksiel. Im Gemeinderat wachsen die Zweifel, ob sich ein Investor für einen Hotelbau findet. Archiv-Foto: hol

In der Nebensaison (von November bis zu Beginn der Osterferien) müssen Urlauber in der so genannten Zone 1 lediglich noch 1,30 Euro (statt 1,50) je Übernachtung entrichten. In Zone 2, dem übrigen Gemeindegebiet, sollen künftig in der Hauptsaison 1,60 Euro (statt 1,90) und in der Nebensaison 0,65 Euro (statt 0,75) erhoben werden. Für Kinder und Jugendliche gelten geminderte Sätze. Kinder bis 3 Jahren sind frei. 

GfW will Ratsvorsitzenden abberufen

Die Ratssitz beginnt um 18 Uhr im Ratsaal in Hohenkirchen. Die Ratsvertreter werden sich mit einer Fülle verschiedener Themen beschäftigen. Ein überraschend hinzu gekommener Punkt: Ein Antrag der Gruppe „Gemeinsam für Wangerland“ (CDU, Grüne, FDP) zur Abberufung des Ratsvorsitzenden JohannWilhelm Peters (SPD). Peters habe in diversen Sitzungen wiederholt gegen die Geschäftsordnung verstoßen, heißt es in der Begründung.

Ein wichtiger Punkt für Hooksiel: Die Beratung über das weitere Vorgehen beim geplanten Verkauf des ehemaligen Feuerwehr-Areals am Alten Hafen. Viele Ratsvertreter sehen Handlungsbedarf, da es dem mit einem Hotelbau betrauten Planungsbüro aus dem Emsland immer noch nicht gelungen ist, einen Investor und einen Betreiber vorzustellen. 

Moss sucht nach Investor

Gegenüber „Hooksiel-life“ hatte Michael Moss vor wenigen Tagen beteuert, an dem Projekt unverändert interessiert zu sei. Er habe noch in dieser Woche ein weiteres Gespräch mit einem potenziellen Investor. Ob sich der Rat mit diesem Zwischenstand zufrieden gibt, ist fraglich.

Dem Vernehmen nach mehren sich in der Politik die Stimmen, die einen neuen Anlauf für den Grundstücksverkauf fordern. Was das bedeutet, ist unklar. Einige wollen das Grundstück an der Schnittstelle zwischen Ortskern und Alten Hafen jetzt ohne weitere Debatte der Bremer Specht-Gruppe an die Hand geben, die Anfang des Jahres ebenfalls ihr Interesse bekundet hatte. Allerdings für den Bau eines so genannten „Health-Care-Gebäudes“ mit 15 Appartement-Wohnungen, in denen vornehmlich Familien mit sehr betagten oder anderweitig beeinträchtigten Angehörigen Urlaub machen sollen.

Angst vor weiteren Ferienwohnungen

In Hooksiel selbst war dieser Vorschlag seinerzeit auf wenig Gegenliebe gestoßen. Eine Reihe von Vereinen und Verbänden hatten sich ausdrücklich dagegen ausgesprochen. Ein Grund: Sollte das Health-Care-Konzept nicht aufgehen, würden die Appartements sehr schnell zu Ferienwohnungen. 

Andere Stimmen in der Politik raten dazu, ein neuerliches Interessen-Bekundungsverfahren für das gut 400.000 Euro teure Grundstück auf den Weg zu bringen – eingeschränkt auf Investoren, die ein Hotel bauen möchten. 

Bund: Autobahn-Abschnitt Jaderberg-Westerstede ist baureif

Friesland ( 12. 2025) – Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat heute in Berlin neben anderen Projekten den Bau des neuen Autobahnabschnittes der A 20 zwischen Westerstede und Jaderberg für „baureif“ erklärt. Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD): „Das ist ein gutes Signal für Niedersachsen und ganz Norddeutschland. Die A 20 erhöht die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger, erleichtert den Austausch von Waren, löst logistische Herausforderungen und befördert den Tourismus.“

Dem Beginn des Baus der „Küstenautobahn A 20“ steht nichts mehr im Wege. Das Teilstück zwischen Weserstede und Jaderberg ist „baureif“.

Auch die Wirtschaftsverbände in Wilhelmshaven und Friesland erhoffen sich von der A 20 wesentliche Impulse. Die neue Autobahn soll Niedersachen besser mit Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verbinden. Mit dem Abschnitt zwischen Westerstede und Jaderberg könne jetzt ein weiteres Puzzleteil gebaut werden, so Tonne. „Niedersachsen hat seine Hausaufgaben bei der Planfeststellung längst erledigt.“ Er begrüße, dass jetzt auch der Bund Nägel mit Köpfen mache und die Bagger tatsächlich rollen werden. 

Der Baufreigabe-Bescheid wurde an die Autobahn GmbH überreicht, die umgehend mit der Planung und der Vorbereitung der Bauarbeiten beginnen soll. Der Abschnitt der A 20 verbindet künftig Westerstede mit Jaderberg: das ist eine wichtige Verkehrsachse für Pendler, Wirtschaft und den Güterverkehr. Als Bestandteil des transeuropäischen Straßennetzes überwindet die Nordwestumfahrung von Hamburg die Trennung zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein. 

Windkraft weht Gewerbesteuern in die Gemeindekasse

Wangerland (2. 12. 12025) – Trotz der insgesamt angespannten Finanzlage der Gemeinde Wangerland, ein gute Botschaft aus der Kämmerei. Die Gewerbesteuer-Einnahmen werden im laufenden Jahr deutlich höher ausfallen als veranschlagt. Wie Kämmerei-Mitarbeiter Arno Hinrichs vor dem Finanzausschuss des Rates vortrug, sind bereits 6,27 Millionen Euro Gewerbesteuern bei der Gemeinde eingegangen. Veranschlagt worden waren für 2025 lediglich 5,2 Millionen Euro.

Bescheide vom Finanzamt fehlen

Ganz grundsätzlich sind Gemeinden gehalten, potenzielle Einnahmen eher konservativ zu schätzen. Damit allein lässt sich das Plus von über einer Millionen Euro allerdings nicht erklären. Die Höhe der Gewerbesteuer spiegle die gute wirtschaftliche Lage einiger Branchen wider, so Hinrichs. Dazu gehöre auch die Windenergie.

Während der Einnahmen aus der Grundsteuer B für private Grundstücke und Immobilien mit 2,5 Millionen fast genau den Erwartungen entsprechen, wartet die Gemeinde noch auf einen erheblichen Teil der Grundsteuer A. Grundsteuer A müssen Besitzer von landwirtschaftlichen Betrieben zahlen. Statt der kalkulierten 440.000 Euro seien bislang erst gut 320.000 Euro eingegangen, so Hinrichs. 

Verantwortlich dafür seien aber nicht die betroffenen rund 250 Landwirte, sondern das Finanzamt. „Das Finanzamt hat es noch nicht geschafft, die Messbescheide an uns zu übermitteln“, so Hinrichs. Der dort ausgewiesene Betrag wird mit dem Hebesatz der Gemeinde multipliziert und dann als Steuerbescheid an die Zahlungspflichtigen verschickt.

Weniger Vergnügungssteuern

Deutlich hinter den Erwartungen zurück ist auch die Vergnügungssteuer. Hier stehen 20.800 Euro den erhofften 36.800 Euro gegenüber. Bei allen anderen Einnahmeposten liegen die Ist-Einnahmen in veranschlagter Höhe. So etwa bei der Zweitwohnungssteuer (1,3 Mio. Euro), der Hundesteuer (98.000 Euro), dem Einkommensteueranteil der Gemeinde (4,4 Mio. Euro) und den Schlüsselzuweisungen vom Land (1,8 Mio. Euro). Hinrichs zeigte sich zudem zuversichtlich, dass auch die Parkgebühren – anders als im Vorjahr – die erwartete Höhe von 385.000 Euro erreichen werden. 

Neue Berechnungsformel für Zweitwohnungs-Steuer

Wangerland (29. 11. 2025) – Die Gemeinde Wangerland ändert ihre Satzung zur Erhebung von Zweitwohnungssteuern im Gemeindegebiet. Hintergrund sind mehrere Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg gegen bereits erlassene Zweitwohnungssteuer-Bescheide.

Künftig, so erläuterte Thomas Hayen aus der Gemeindeverwaltung vor dem Finanzausschuss des Rates, werde bei der Berechnung der Steuerhöhe der so genannte „Einheitswert“ der Immobilie keine Rolle mehr spielen. Das Verwaltungsgericht meldete mit Blick auf ein entsprechendes Urteil des Bundesverfassungsgerichtes Zweifel an, ob dieser auf das Jahr 1964 zurückgehende Wert für heutige Immobilien noch aussagekräftig ist.

Als Grundlage für die Ermittlung der Steuer soll jetzt ein „Wohnwert“ ermittelt werden, der sich aus vier Faktoren zusammensetzt: der Wohnfläche, der Lage der Immobilie, deren Baujahr und der Gebäudeart. Wie Hayen sagte, werde die Umstellung für die Gemeinde aufkommensneutral erfolgen. Man rechne weiterhin mit Einnahmen aus der Zweitwohnungssteuer in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro. Für die einzelnen Steuerpflichtigen könnten sich durch die Neufassung der Satzung aber im geringen Umfang Veränderungen der Steuerlast in die eine oder andere Richtung ergeben. 

Jensen will mehr Offshore-Steuern für Küstengemeinden

Wangerland/Wilhelmshaven (28. 11. 2025) – Die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (Wangerland) setzt sich für eine gerechtere Beteiligung der Küstenkommunen an den Gewerbesteuereinnahmen aus Offshore-Windparks ein. Hintergrund ist der Entwurf der Landesregierung, nach dem ausschließlich die Stadt Wilhelmshaven hebeberechtigt sein soll.

110 Millionen Euro für Wilhelmshaven

Wilhelmshaven könnte nach Berechnungen des Landes durch eine Änderung der Verordnung über die Erhebung der Gewerbe- und der Grundsteuer in gemeindefreien Gebieten, vornehmlich von Windparks, mit Mehreinnahmen in Höhe von rund 110 Millionen Euro jährlich rechnen. Davon würden über den Kommunalen Finanzausgleich rund 65 Millionen Euro auf andere niedersächsische Kommunen umverteilt werden, so die Pläne der Landesregierung. Das Land Niedersachsen und der Bund würden gemeinsam über die Gewerbesteuerumlage rund 9 Millionen Euro erhalten. Insgesamt könnten also rund 36 Millionen Euro im Haushalt der Stadt Wilhelmshaven bleiben.

Jensen betont ausdrücklich, dass die Bedeutung Wilhelmshavens für die Energie- und Hafeninfrastruktur unstrittig sei. Sie weist aber darauf hin, dass auch andere Gemeinden im Küstenraum erhebliche Belastungen durch Kabeltrassen, Baustellen, Leitungsinfrastruktur und Konverterstationen tragen. 

„Die Energiewende wird entlang der gesamten Küste umgesetzt. Deshalb ist es sinnvoll zu prüfen, wie die Landesregierung die Belastungen der übrigen betroffenen Gemeinden bewertet und welche Beteiligungsmodelle denkbar sind“, so Jensen. Über eine Kleine Anfrage will sie jetzt Klarheit darüber gewinnen, welche fachlichen und wirtschaftlichen Kriterien zur geplanten zentralen Hebeberechtigung geführt haben, wie die Situation der Trassen- und Anlandungskommunen eingeordnet wird und ob Ausgleichsmechanismen für diese Regionen geprüft werden. 

CDU wählt Thies Fischer zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten

Wangerland (28. 11. 2025) – Die CDU Wangerland hat einen neuen Vorstand. Auf einer Mitgliederversammlung wählten die Mitglieder Christian Burchardt (48) aus Hohenkirchen, Verwaltungsfachangestellter in der Bundeswehrverwaltung, als Nachfolger von Thies Fischer (24) zum neuen Vorsitzenden. Fischer hatte das Amt wie angekündigt mit Blick auf seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt abgegeben.

Die CDU Wangerland hat Thies Fischer (links) zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten gewählt. Neuer Ortsvereinsverbands-Vorsitzender ist Christian Burchhardt. Foto: CDU

Dem neuen Vorstand gehören neben Burchardt als stellvertretende Vorsitzende Beate Wedermann und Andy Strümpel, als Schriftführer Heiko Menkens sowie als Beisitzer Kurt Brandenburg, Petra Euken, Theo Hakvoort, Theo Lauts, Tobias Geisen und Claus Harms an.

Einstimmiges Votum

Zuvor hatten die Mitglieder des CDU Gemeindeverbandes Fischer einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2026 gewählt. Der 24-jährige Diplom-Finanzwirt ist seit mehreren Jahren kommunalpolitisch aktiv und begleitet sowohl Fraktions- als auch Vorstandsarbeit auf Gemeinde- und Kreisebene. 

In seiner Bewerbungsrede vertrat Fischer die Ansicht, dass zentrale Projekte der vergangenen Jahre unvollendet seien und eine strukturelle Neuausrichtung erforderlich sei. Die derzeitige Haushaltslage der Gemeinde sei kritisch. Er warnte vor einer Fortführung kurzfristiger Einnahmenpolitik. Steigende Steuer-Hebesätze würden Bürger und Unternehmen übermäßig belasteten, ohne dass dadurch strukturelle Verbesserungen erzielt würden. „Uns fehlt eine Strategie, wie wir die Einnahmenseite langfristig verbessern können. Stattdessen greifen wir reflexartig an die Hebesätze – das ist langfristig eine Sackgasse.“ Ziel der Finanzpolitik müsse es sein, Handlungsspielräume zurückgewinnen, ohne kontinuierlich die Belastung für bestehende Steuerzahler zu erhöhen. 

Ansiedlung von Gewerbe

Fehlende Gewerbeflächen, Abwanderung von Betrieben und ein hoher Gewerbesteuerhebesatz würden die Standortattraktivität mindern, so Fischer. „Der Kauf und die Erschließung neuer Gewerbeflächen kostet Geld – ja. Aber es ist eine Investition, die sich auszahlt. Durch Flächenverkäufe, durch Gewerbesteuer-Einnahmen und das bei gleichbleibenden Hebesätzen.“ 

Ausführlich ging Fischer auf die Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) ein. Er bezeichnete den Umgang der vergangenen Jahrzehnte – insbesondere den Bau des Thalasso Meeres Spa – als wesentliche Ursache für die aktuelle finanzielle Belastung. Vertrauen sei durch Planung, Kostenentwicklung und Insolvenz verloren gegangen. 

Vollständige Aufklärung

Fischer forderte vollständige Aufklärung. „Wenn sich schuldhaftes Verhalten bestätigt, muss dieses ohne Verzögerung an die zuständigen Ermittlungsbehörden weitergeleitet werden.“ Darüber hinaus müsse geprüft werden, ob zivilrechtliche Schritte, darunter mögliche Regressforderungen, notwendig und rechtlich durchsetzbar sind. 

Für die Zukunft skizzierte Fischer einen Neubeginn: Er spricht sich – vorbehaltlich des Gutachtens und der weiteren Entwicklung des Insolvenzverfahren – für eine konsequente Abwicklung der bestehenden Struktur und den Aufbau einer neuen, kleineren Organisation aus. Diese soll nach Vorstellung Fischers gemeinsam mit touristischen Leistungsträgern entwickelt werden, um wirtschaftliche Tragfähigkeit und Vertrauen dauerhaft herzustellen.

Wende im Gemeinderat

Der neue Vorsitzende Burchhardt forderte, dass das Wangerland für Gewerbe, Landwirtschaft, Tourismus und nicht an letzter Stelle für die Bürger einladend, attraktiv und lebenswert bleiben müsse. Dafür sei eine Wende im Gemeinderat bei der Kommunalwahl imSeptember 2026 zwingend erforderlich. 

Für geschlossene Bäder kann kein Gästebeitrag erhoben werden

Wangerland/Hooksiel (28. 11. 2025) – Die einen sagen: „Gott sei dank!“. Die anderen: „Leider“. Im Zuge der Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) wird der Gästebeitrag sinken. Um wie viel steht noch nicht fest. Klar dürfte aber sein: Urlaubsgäste, die 2026 im Wangerland übernachten, werden dafür weniger an die Kommune zahlen müssen. Damit geht einher, dass weniger Geld von Auswärtigen in die Infrastruktur vor Ort fließt, die ja auch von Einheimischen mitgenutzt wird.

Gästehaus Hooksiel
Der Gästebeitrag, den Urlauber im Wangerland zahlen müssen, wird für 2026 vermutlich sinken. Aus den Einnahmen werden unter anderem auch Anteile der Kosten gedeckt, die der Betrieb des Gästehauses Hooksiel verursacht. Archiv-Foto: hol

Stefan Plaumann, Steuerberater in Diensten der Kommuna Treuhand GmbH, hat am Mittwochabend vor dem Finanzausschuss des Rates die Rechtslage erläutert. Keine einfache Materie auch deshalb, weil es nicht allzu häufig vorkommt, dass kommunale Touristikunternehmen in finanzielle Schieflage geraten und Hals über Kopf Einrichtungen geschlossen werden, die dann den Urlaubern schlichtweg nicht mehr zur Verfügung stehen. 

Rat entscheidet über Höhe der Gebühr

Nach dem niedersächsischen Kommunalabgabengesetz (NKAG) können anerkannte Urlaubsorte für Ausgaben für die Herstellung, Anschaffung, Erweiterung, Verbesserung, Betrieb und Unterhaltung von touristischen Einrichtungen sowie für Veranstaltungen Gästebeiträge erheben. Welche Ausgaben dabei in welcher Höhe zugrunde gelegt werden können, ist genau geregelt. So müssen von den Kosten etwa Eintrittsgelder wieder abgezogen werden. Zudem ist ein „Eigenanteil“ für einheimische Nutzer zu berücksichtigen.

Die Höhe des Gästebeitrags, der aktuell für die Haupturlaubsorte Hooksiel, Horumersiel und Schillig (Zone 1) für Erwachsene bei 3,80 Euro je Übernachtung liegt (in Zone 2: 1,90 Euro), legt der Gemeinderat per Beschluss fest. Grundlage dafür ist nach den Worten von Plaumann eine Kostenkalkulation für die Jahre 2024 bis 2026. Mit der aktuellen Schließung der Schwimmbäder , dem Verkauf des Campingplatzes in Hooksiel und möglicherweise weiterer Einrichtungen sind die ursprünglichen Zahlen für 2026 aber Makulatur.

Urlauber müssen weniger zahlen

Klar ist aus Sicht des Steuerberaters, dass man für Einrichtungen, die überhaupt nicht mehr genutzt werden können, keine Gästebeiträge erheben kann – auch wenn diese Einrichtungen immer noch im gewissen Umfang Kosten verursachen. Plaumann erläuterte in der Sitzung die Eckpunkte seiner Empfehlung für eine zeitnahe Anpassung des Gästebeitrages fürs kommende Jahr.

Der zugrunde liegende touristische Gesamtaufwand lag 2024 bei 13,2 Millionen und 2025 bei 14,4 Millionen Euro. In 2026 werde der Wert voraussichtlich auf 9,9 Millionen Euro fallen. Umlagefähig wären davon 4,3 (2024), 5,2 (2025) und etwa 3,9 (2026) Millionen Euro. Daraus ergebe sich ein Durchschnittswert von 4,5 Millionen Euro pro Jahr, von dem man aber für 2026 über 0,5 Millionen Euro für den Ausfall der Bäder in Horumersiel und Hooksiel abziehen müsse. 

Ungereimtheiten wurden deutlich

Die Berechnung, zu welchem Gästebeitrag ein kalkulatorischer Aufwand von rund vier Millionen Euro dann führen würde, ist noch nicht ganz abgeschlossen. Hierbei spielt auch die zu erwartende Gästezahl eine Rolle. Plaumann geht davon aus, dass eine gewisse Senkung des Gästebeitrages für 2026 ein erster Schritt wäre. Ein weiterer könnte mit der Kalkulation für 2027 folgen.

In der Diskussion mit den Ratsvertretern wurden mehrere Ungereimtheiten um die Berechnung des Gästebeitrages deutlich. Auf Nachfrage des Ausschuss-Vorsitzenden Lübbo Meppen (FDP) bestätigte Plaumann, dass die Sinnhaftigkeit eines touristischen Angebots keine Rolle spielt. Würde man theoretisch aus einem der Bäder „ein Museum“ machen, ließen sich die Kosten dafür weiter von der Urlaubsgästen eintreiben. Ähnlich verhält es sich mit den laufenden Kosten (Abschreibung, Zinsen etc.) für das Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel. Sie fließen in die Kalkulation ein, obwohl der touristische Nutzen des Gesundheitstempels (noch) überschaubar sein dürfte. 

Der Erwartung einiger touristischer Leistungs-Anbieter, dass eine Senkung des Gästebeitrages die Zahl der Urlauber im Wangerland deutlich nach oben treiben wird, teilt Plaumann nicht. „Überall wo ich bislang tätig war, hat sich eine Veränderung des Gästebeitrages kaum auf die Gästezahlen ausgewirkt.“

Hooksieler Strand
Die Kosten für die Werbung für einen Urlaub im Wangerland werden zu einem gewissen Teil vom Tourismusbeitrag gedeckt. Archiv-Foto: hol

Tourismusbeitrag ist gedeckelt

Ebenfalls auf dem Prüfstand steht die Höhe des „Tourismusbeitrages“, den alle Unternehmen zu entrichten haben, die direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr im Wangerland profitieren. Mit diesen Einnahmen sollen unter anderem die Kosten für Werbung und Marketing für die Urlaubsgemeinde auf die umgelegt werden, die davon am meisten profitieren. 

Laut Kommuna Treuhand liegt der umlagefähige Aufwand bei rund 800.000 Euro. Aufgrund eines politischen Beschlusses des Gemeinderates ist die Summe, die über den Tourismusbeitrag eingetrieben werden soll, aber auf maximal 350.000 Euro gedeckelt. Die fehlenden 450.000 Euro seien eine Art „freiwillige Leistung“ der Gemeinde, wie die Kämmerei auf Nachfrage von SPD-Fraktionschef Holger Ulfers bestätigte. Offen blieb die Frage, inwieweit sich das Wangerland diesen Verzicht auf Einnahmen auch künftig leisten kann. 

Beschlüsse zu den Hebesätzen werden voraussichtlich in der nächsten Ratssitzung gefällt. Die Sitzung im Rathaus in Hohenkirchen ist für Dienstag, 9. Dezember, 18 Uhr, angesetzt. 

OOWV: Abwasserbeseitigung wird 2026 günstiger

Wangerland/Hooksiel (27. 11. 2025) – Gute Nachrichten für die Wangerländer. Im nächsten Jahr sinkt der Preis für die Entsorgung des Schmutzwassers. Wie Vertreter des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) am Mittwoch Abend vor dem Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Energie ankündigten, fällt der Preis je Kubikmeter Abwasser um 31 Cent von 3,99 Euro auf 3,68 Euro. Der Preis für die Entsorgung des Niederschlagswassers soll mit 44 Cent stabil bleiben.

Erhebung zu versiegelten Flächen

Die Höhe der Regenwasser-Gebühren hängt davon ab, wie groß die versiegelte Fläche auf dem jeweiligen Grundstück ist. Aktuell bereit der OOWV eine Befragung aller Bürger vor, mit der die Daten zu den versiegelten Flächen aktualisiert werden sollen. 

Das Entwässerungssystem kommt auf den Prüfstand: Nur durch den Einsatz der Hooksieler Feuerwehr konnte Anfang August verhindert werden, dass im Bereich der Viethstraße Regenwasser in Wohnhäuser eindringt. Foto: Feuerwehr

Der OOWV ist in der Gemeinde Wangerland für die Entwässerung und die Schmutzwasserbeseitigung zuständig. Unter anderem betreibt der Zweckverband dafür drei Kläranlagen in Hooksiel, Schillig und Hohenkirchen. Wie OOWV-Regionaleiter Bernd Janssen sagte, habe der Neubau der Kläranlage in Schillig begonnen. Hier soll künftig auch das im Raum Hooksiel anfallende Schmutzwasser mit geklärt werden. Dennoch habe man in der Anlage in Hooksiel in diesem Jahr noch die Belüftung erneuert.

Entwässerung auf dem Prüfstand

Im kommenden Jahr will der Verband einen Generalentwässerungsplan für die acht Ortschaften im Gemeindegebiet erstellen. Mit Hilfe von hydraulischen Messungen und Berechnungen soll dabei ermittelt werden, welche Wassermassen wo zu erwarten sind und ob die Entwässerungssysteme und Gräben leistungsfähig genug sind, das Wasser abzuführen. Der OOWV ist dabei allerdings nur für die gemeindeeigenen Gräben zuständig und nicht für Gräben, deren Unterhaltungspflicht bei Verbänden oder privaten Grundeigentümern liegt.

Wie notwendig ein solcher Plan gerade auch für Hooksiel ist, unterstrich SPD-Ratsherr Holger Ulfers. Er wies den OOWV darauf hin, dass Anfang August im Bereich Viethstraße die Hooksieler Feuerwehr große Mengen Wasser aus dem Graben ins Hooksmeer pumpen musste, um zu verhindern, dass das Wasser in die Wohnhäuser läuft. 

Advent op Platt: Humorvolle Erzählungen mit PfIff

Hooksiel/Horumersiel (26. 11. 2025) – Auch in diesem Jahr lädt die Wangerland Touristik am zweiten und dritten Advent zur plattdeutschen Lesung „Advent op Platt“ ein. Einheimische und Gästen dürfen sich auf besinnliche und heitere Vorweihnachtsstunden freuen. In gemütlicher Atmosphäre werden die Wangerländer Urgesteine Wieland Rosenboom (Foto) und Kurt Brandenburg Geschichten auf Plattdeutsch vorlesen und das Publikum mit humorvollen und nachdenklichen Erzählungen verschiedener Autoren begeistern. 

Angesetzt sind die Lesungen für Sonntag, 7. Dezember, in der Bücherei in Horumersiel und für Sonntag, 14. Dezember, im Saal des Gästehauses in Hooksiel. Die Vorstellungen beginnen um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, jedoch freut sich die Wangerland Touristik über eine großzügige Spende. In diesem Jahr sollen die Einnahmen an das Friedel-Orth-Hospiz in Jever gehen.

Die Spenden, sowie die Erträge aus dem Glühwein- und Punschverkauf kommen vollständig in den Spendentopf. 

Der Besuch der Veranstaltung ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Aufgrund der hohen Beliebtheit der Veranstaltung ist schnelles Handeln gefragt. Kostenfreie Eintrittskarten sind erhältlich in den Tourist-Informationen in Horumersiel und Hooksiel oder online unter wangerland.de. 

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