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Alle Beiträge zum Thema “Soziales”

Veranstaltungen rund um den Weltfrauentag

Friesland (22. 2. 2026) – Rund um den Internationalen Weltfrauentag am 8. März wird es im Landkreis Friesland und der Stadt Wilhelmshaven informativ und inspirierend: Die Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten Friesland/Wilhelmshaven hat mit Partnerinnen und Partnern einen Veranstaltungskalender erarbeitet. Der Kalender mit allen Terminen und Informationen ist online unter www.friesland.de/weltfrauentag zu finden.

Von Frauenkino über Frauenfrühstück bis zu Vorträgen zu verschiedenen Themen wie Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Finanzen, das Angebot ist vielseitig und lädt zum Austausch ein. Kreative und praktische Workshops runden das Programm ab. Im Wangerland finden keine Veranstaltungen statt.

Ein Angebot in der Nähe: Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen lädt zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung am Freitag, 6. März, um 14.30 Uhr in das „LOK Kulturzentrum“ Jever. Unter dem Motto „Ein Mann ist keine Altersvorsorge – warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist“ gibt es einen Vortrag von Betriebswirtin Helma Sick

Der Internationale Frauentag wird seit über 100 Jahren begangen. Seine Wurzeln hat der Weltfrauentag in der Arbeiterinnenbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. 1910 schlug die deutsche Frauenrechtlerin Clara Zetkin auf der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz die Einführung eines internationalen Frauentages vor. Seit 1911 wird dieser in vielen Ländern begangen.

Heute steht der 8. März weltweit für den Einsatz für Gleichberechtigung, faire Arbeitsbedingungen, gleiche Bezahlung, politische Teilhabe sowie den Schutz vor Diskriminierung und Gewalt. Der Tag wird genutzt, um auf Fortschritte aufmerksam zu machen und auch auf die Herausforderungen, die nach wie vor bestehen.

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Elternkino und Ratschläge zu sexualisierter Gewalt

Wangerland (21. 2. 2026) – Das  Familien- und Kinderservicebüro (FamKi) des Landkreises Friesland lädt für Dienstag 24. Februar, zum Elternkino ein. Im Stephanushaus in Hohenkirchen, An der Kirche 1, wird ab 19.30 Uhr der Dokumentarfilm „Liebe, Wut & Geschwisterbande“ gezeigt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erwünscht und möglich per E-Mail an fruehehilfen@friesland.de.

Der Film aus dem Jahr 2025 von Domenik Schuster behandelt die Frage, warum Geschwisterstreit Eltern an den Rand des Wahnsinns treiben kann und wie ein friedliches Miteinander möglich ist. Dabei wird insbesondere die Rolle der Eltern beim Schlichten des Streits hinterfragt. 

Ein Elternabend zur Frage „Wie kann ich mein Kind vor sexueller Gewalt schützen und es stärken?“ folgt am Donnerstag, 5. März. Beginn ist um 19 Uhr im Sitzungssaal des Kreisamtes, Lindenallee 1, in Jever. Die Teilnahme ist auch hier kostenfrei. Um Anmeldung bis Montag, 2. März, wird gebeten. Teilnehmende erhalten unter anderem Ratschläge, wie sie behutsam mit Kindern über das Thema sexualisierte Gewalt sprechen können und wie sie Kinder im Umgang mit dem Thema stärken. 

Treffen für Angehörige von psychisch Erkrankten

Jever/Wangerland (12. 2. 2026) – Erkrankungen wie Depression, Angststörung oder Demenz verändern das Leben. Nicht nur die Patientinnen und Patienten müssen lernen, damit umzugehen. Auch Angehörige können unter den Folgen der psychischen Erkrankungen leiden. 

Was in diesen Situationen helfen kann, ist der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erleben. Diesen Menschen möchte der Sozialpsychiatrische Dienst des Landkreises Friesland (SpDi) das Zusammenfinden erleichtern. Der SpDi lädt Angehörige von Menschen mit psychischen Erkrankungen regelmäßig zu Treffen ein, um Informationen, Umgangsstrategien und Hilfsmöglichkeiten zu entsprechenden Krankheitsbildern zu erhalten und sich hierüber auszutauschen. 

Eine entsprechende Gruppe trifft sich jeden ersten Donnerstag im Monat in Jever und zwar von 16 bis 18 Uhr in der Feuerwehrtechnische Zentrale in der Wangerländischen Straße 40. Das nächste Treffen der Gruppe findet außer der Reihe am Donnerstag, 26. Februar, statt. Um Anmeldung unter den Telefonnummern 04451/953 492 und 04451/493 491 oder per Mail spdi@friesland.de wird gebeten.

Spendenaktion für Amilia auf dem Weihnachtsmarkt

Hooksiel (3. 12. 2025) – Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe. Das nimmt die Wangerländerin Waltraud Reich wörtlich. Mit einer Spendenaktion will sie der Familie der kleinen Amilia helfen. Das sechsjährige Mädchen aus Hooksiel ist 2024 an einer seltenen Art von Knochenkrebs erkrankt. 

„Auf dem Weihnachtsmarkt in Hooksiel am kommenden Wochenende (6. und 7. Dezember) werde ich mit einem Stand vertreten sein“, schildert Waltraud Reich. „Meine Tochter und ich haben bunte Armbänder, Zopfbänder und Schlüsselanhänger gefertigt und werden die für zwei Euro das Stück verkaufen.“ Der Erlös gehe zu 100 Prozent an die Familie von Amilia. 

Die intensive Behandlung des kleinen Mädchens in der Kinderklinik Oldenburg und im Klinikum Essen, verbunden mit zum Teil langen Aufenthalten vor Ort, habe die Familie finanziell und emotional an ihre Grenzen gebracht. Waltraud Reich: „Wir wollen mit den Spendengeldern dafür sorgen, dass Amilia und ihre Familie sich einen besonderen Wunsch erfüllen können.“

Die Spendenaktion sei bereits gut angelaufen. Der Weihnachtsmarkt vom Bürgerverein Minsen war aus Sicht der Initiatorin ein großer Erfolg. Eine Spardose sei reichlich gefüllt worden. Der Kindergarten „Küstenkinder“ in Hooksiel und eine Physio-Praxis im Ort würden ebenfalls Bänder zum Verkauf anbieten. 

Jugendpflege der Gemeinde sucht Verstärkung

Wangerland (8. 11. 2025) – Vier Jahre lange musste die Jugendpflege der Gemeinde Wangerland mit einem Provisorium leben. Das örtliche Jugendzentrum war in die Räume der Diakonie ausgelagert. Jetzt sind die Renovierungsarbeiten im Dorfgemeinschaftshaus Hohenkirchen abgeschlossen. Und, so freute sich Jugendpflegerin Imke Gerdes, sofort hätten sich dort zum Jugendtreff wieder gut 30 Jugendliche eingefunden. 

Die Sozialpädagogen Imke Gerdes und Jörg Westphal sind Ansprechpartner für Jugendliche im Wangerland. Archiv-Foto: hol

Bürgermeister steht am Grill

Damit alle Bürger einen Eindruck von der Renovierung des Gebäudes gewinnen können, lädt die Gemeinde Wangerland für Freitag, 14. November, zum Tag der offenen Tür ins Dorfgemeinschaftshaus am Alma-Rogge-Weg in Hohenkirchen ein. Von 15 bis 17 Uhr besteht die Gelegenheit, die Einrichtung für Jugendliche und Senioren zu besichtigen und bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen. Bürgermeister Mario Szlezak persönlich stehe am Grill und die Jugendpflege versorge die Interessierten mit frischen Waffeln und Punsch, heißt es in der Einladung. 

Jugendtreff in der Turnhalle

Auch in Tettens habe sich ein guter Platz für einen Jugendraum gefunden, sagte im Imke Gerdes vor dem Jugendausschuss. Der neue Treff soll mit Unterstützung des Bauhofs der Gemeinde im Obergeschoss der örtlichen Turnhalle eingerichtet werden. Gut angenommen werde die Jugendbetreuung aktuell auch in Hooksiel, Waddewarden und Minsen.

Größtes Problem der Jugendpflege ist die Personalnot. Gerdes: „Eine 30-Stunden-Stelle für die Betreuung in Tettens und Wiefels ist ausgeschrieben. Wer eine geeignete Erzieherin oder einen Erzieher kennt, soll sich bitte melden.“

Gesetz soll Frauen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen

Hooksiel (4. 11. 2025) – „Gleichberechtigung ist kein Thema nur für Frauen – sie ist eine gemeinsame Aufgabe für uns alle“, betont die Landtagsabgeordnete der Grünen, Ina Beckmann (Jever) in einer Stellungnahme zur Frage, ob das Niedersächsische Gleichstellungsgesetz (NGG) noch zeitgemäß ist. Aber, so die Abgeordnete: „Solange Frauen in vielen Bereichen noch strukturell benachteiligt sind, ist es richtig, dass Frauen als Gleichstellungsbeauftragte tätig sind.“ 

Gleichstellungs-Pivileg soll Nachteile ausgleichen

Das Gesetz sieht vor, dass im öffentlichen Dienst nur Frauen Gleichstellungsbeauftragte werden können. „Hooksiel life“ hatte darüber berichtet, dass die Bewerbung des Hooksieler Lehrers Jan Gerjets für den Posten eines von zwei Gleichstellungsbeauftragten an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wilhelmshaven mit der Begründung abgelehnt worden war, dass er ein Mann ist.

Landtagsabgeordnete Sina Beckmann (Grüne) aus Jever

„Trotz vieler Fortschritte sind wir von echter Gleichstellung noch ein gutes Stück entfernt“, stellt Beckmann (Foto) fest. Frauen würden in Deutschland im Schnitt rund 16 Prozent weniger als Männer verdienen, 44 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit leisten und im Alter rund ein Viertel weniger Rente bekommen. „Und auch wenn wir immer mehr Frauen in Führungspositionen sehen, liegt ihr Anteil in den Vorständen großer Unternehmen bei unter 20 Prozent.“


Ursache für diese Unterschiede sind nach Überzeugung der Abgeordneten Strukturen, die über Generationen gewachsen sind. Auch im öffentlichen Dienst sei das so – obwohl dort vieles tariflich geregelt sei. Frauen würden seltener verbeamtet, deutlich häufiger in Teilzeit arbeiten und fast alle Beurlaubungen – etwa für Kinder oder Pflege – übernehmen. Mit jeder höheren Laufbahngruppe sinke der Frauenanteil spürbar. „Das bremst Karrieren und wirkt sich am Ende auch auf Einkommen und Rente aus.“

Ausschluss von Männern bewusste Maßnahme

Genau hier setze das NGG an, das vorsieht, dass die Funktion der Gleichstellungsbeauftragten von Frauen wahrgenommen werden soll, so Beckmann, „so lange diese strukturellen Nachteile bestehen“. Das sei kein Ausschluss von Männern, sondern eine bewusste Maßnahme, um Benachteiligungen auszugleichen.

Die Landesregierung wolle die Gleichstellungsarbeit modernisieren und stärken. Arbeitsplätze sollen nach den Worten der Grünen-Politikerin bei Unterrepräsentanz von Frauen öffentlich ausgeschrieben werden, Gleichstellungsbeauftragte ein Klagerecht erhalten und Gremien künftig paritätisch besetzt werden. Zudem solle eine Gleichstellungsstatistik eingeführt werden, um Fortschritte messbar zu machen. Beckmann: „Das ist ein wichtiger Schritt hin zu echter Chancengleichheit – unabhängig vom Geschlecht.“

Geschlecht sollte keine Rolle mehr spielen

Gleichberechtigung könne nur gemeinsam gelingen. „Männer sind ausdrücklich gefragt, sich in der Care-Arbeit, in Familien und Führungspositionen stärker einzubringen“, so Beckmann. „Gleichzeitig sollten Frauen ermutigt werden, Verantwortung zu übernehmen und sichtbar zu werden – in Politik, Beruf und Ehrenamt. Nur wenn beide Seiten mitziehen, können wir die Lücken schließen.“ Ziel sei eine Gesellschaft, in der das Geschlecht keine Rolle mehr spielt – weder bei der Bezahlung, noch bei der Karriere oder im Alltag. 

Hilfe beim Ordnen von kompliziertem Papierkram

Hooksiel (31. 10. 2025) – Das ist eine Erfahrung, die vermutlich viel Menschen schon einmal gemacht haben. Der Postkasten ist voll. Briefe vom Vermieter, von der Gemeinde, vom Jobcenter – dazu eine Mahnung für eine Rechnung, die doch eigentlich längst bezahlt ist und die Bestätigung eines Online-Abonnements, das man nie haben wollte. Alles lange Schreiben. Zum Teil in einem Deutsch verfasst, das beim besten Willen kein Normalbürger verstehen kann. 

Monika Paludetti (rechts) berät Menschen wie Annette Joseph, denen es manchmal schwer fällt, mit bürokratischen Formeln vollgestopfte Behörden-Schreiben zu verstehen. Foto: hol

Kündigungen, Fristsetzungen, Informationen – oder doch nur Werbeschreiben? Dazu die Dokumente der letzten sechs Monate, die sich aufgrund von Erkrankung oder Ortsabwesenheit noch mehr oder weniger unbearbeitet auf dem Schreibtisch türmen. Da kann man schon mal den Überblick verlieren.

Beratung kann Menschen entlasten

Die Hooksielerin Monika Paludetti will helfen, dass Menschen in den Bergen von Papier und Bürokratie nicht untergehen. Die Inhaberin des Unternehmens „Dokumentenliebe“ bietet seit einigen Wochen jeden ersten und dritten Dienstag eines Monats von 14 bis 16 Uhr kostenlose Beratung an. „Mein Anliegen ist es, Menschen zu entlasten, die vor dem manchmal komplizierten Papierkram zurückschrecken – weil ich weiß, wie viel Ruhe es schenkt, wenn Ordnung einkehrt.“

Die 69-Jähriger lebt seit 2017 in Hooksiel. Früher war sie unter anderem als Assistenz für Führungskräfte in verschiedenen TV-Sendern sowie im Bereich Persönlichkeitsentwicklung tätig. „Die Grundlage meiner Arbeit ist eine verlässliche und strukturierte Dokumentenorganisation. Vertrauen, Loyalität und Vertraulichkeit sind dabei wesentliche Bestandteile.“ 

Mit kleinen Tipps Probleme lösen

Ihre Erstberatung im Walter-Spitta-Haus sieht Monika Paludetti als ehrenamtliches Engagement. Dazu gehört zum Beispiel die Sichtung schwer verständlicher Dokumente oder die Beratung für ein weiteres Vorgehen. „Ich mache ausdrücklich keine anwaltliche Beratung“, sagt die Hooksielerin. „Aber manchmal hilft den Menschen schon ein kleiner Tipp.“ Das Know-how der Beraterin: Probleme erkennen, die man dann auch lösen kann.

Kostenpflichtig werden dann „Großaufträge“. Das Sortieren ganzer Büroräume oder die Sichtung von umfangreichen Nachlässen etwa. Die Fachfrau füllt für ihre Kunden Formulare aus, stellt notwendige Unterlagen etwa für Bewerbungen zusammen oder begleitet Bürgern bei Behördengängen. „Einigen Menschen hilft das, allein schon, um ihnen die Angst zu nehmen.“ 

Soldaten sammeln Geld für Völkerverständigung und Kriegsgräber

Jever/Wangerland (28. 10. 2025) – Soldatinnen und Soldaten des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“ in Upjever sammeln auch in diesem Jahr Geld für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Von Montag, 3. November, bis Mittwoch, 19. November, werden die Sammler für den guten Zweck unterwegs sein. Heute ist der symbolische Start der Aktion in Jever.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten ist die Arbeit für den Frieden dringlicher denn je. Besonders in diesem Jahr, in dem des Endes des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren gedacht wird, gewinnt das Motto „Versöhnung über den Gräbern“ eine tiefere Bedeutung. Wenige Tage vor dem Volkstrauertag am 16. November ruft die Sammlung dazu auf, sich der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu erinnern und sich aktiv für eine friedliche Zukunft einzusetzen.

Um eine sichere Sammlung zu gewährleisten, können sich die Sammler zusätzlich zu ihrem Truppenausweis auch mit einem Sammelausweis des Volksbundes legitimieren. Spenden fließen nicht nur in die Pflege der Kriegsgräber, sondern leisten auch einen Beitrag zur historisch-politischen Bildungs- und Jugendarbeit. Diese Arbeit soll zur Völkerverständigung beitragen und künftigen Generationen Lehren aus der Vergangenheit vermitteln.

Gleichberechtigung in Niedersachsen nur Frauensache?

Hooksiel (21. 10. 2025) – Sollten in Niedersachsen nicht auch Männer Gleichstellungsberauftragte werden können? Über dieser Thema hat sich „Hooksiel-Life“ mit dem Hooksieler Jan Gerjets (Foto) unterhalten.

Er ist seit über 30 Jahren als Lehrer für Holztechnik, Mathematik und Spanisch an den Berufsbildenden Schulen in Wilhelmshaven tätig. Die BBS beschäftigt für rund 170 Lehrkräfte und etwa 20 weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Peronal gehören zwei Gleichstellungsbeauftragte. 

Hooksiel-Life: Herr Gerjets, im nächsten Jahr werden Sie 67 Jahre alt und könnten in Ruhestand gehen. Aber das wollen Sie nicht. Warum?
Jan Gerjets: Ja, ich möchte gerne noch etwas länger arbeiten, der Beruf macht mir einfach Spaß, das Unterrichten macht einfach Spaß. 

Hooksiel-Life: Jetzt wollten Sie neben ihrer Lehrtätigkeit noch eine zusätzliche Aufgabe übernehmen. Sie haben sich um einen Posten als Gleichstellungsbeauftragter der Schule beworben. Sind sie genommen worden?
Gerjets: Leider nicht. Ich hätte die Aufgabe gern übernommen … Aber wie mir von der Landesschulbehörde mitgeteilt wurde, ist das aus rechtlichen Gründen nicht möglich. In Niedersachsen dürfen nur Frauen Gleichstellungsbeauftragte werden.

Hooksiel-Life: Gleichstellung meint doch die Gleichstellung von Frau und Mann. Warum solle sich nicht auch ein Mann um dieses wichtig Thema kümmern können?
Gerjets: Das versteht ich auch nicht. Vermutlich rührt das daher, dass irgendwann einmal aus der Frauenbeauftragten die Gleichstellungsbeauftragte geworden ist …

Hooksiel-Life: Halten Sie das für angemessen?
Gerjets: Meines Erachtens ist das nicht mehr zeitgemäß. Natürlich stimmt es, dass in vielen Bereichen immer noch Frauen stärker unter ungleichen Bedingungen leiden als Männer. Zum Beispiel verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation im Durchschnitt immer noch weniger. Und auch von sexueller Gewalt oder Stalking am Arbeitsplatz sind Frauen mit Sicherheit stärker betroffen als Männer …

Hooksiel-Life: Also ist es doch ganz gut, dass der Job der Gleichstellungsbeauftragten Frauen vorbehalten ist?
Gerjets: Nein, das sehe ich nicht so. Ich glaube, ich kann mich als aufgeklärter Mann ebenso gut für die Belange meiner Kolleginnen einsetzen. Besonders am Herzen liegt mir die Förderung einer offenen und respektvollen Schulkultur, in der alle Mitglieder der Schulgemeinschaft unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder anderen Merkmalen gleichwertig behandelt werden. Ich bin überzeugt, dass eine vielfältige und inklusive Umgebung nicht nur das Lernen fördert, sondern auch die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen unterstützt.

Hooksiel-Life: Was muss sich Ihrer Ansicht nach ändern?
Gerjets: Meiner Meinung nach hängt es nicht vom Geschlecht ab, ob jemand erfolgreich gegen Ungerechtigkeiten vorgehen kann, sondern vom Engagement und der Qualifikation des Bewerbers. Ich halte es für an der Zeit, dass der Gesetzgeber den entsprechenden Passus im Gesetz zeitnah ändert. Es hat schon einen Hauch von Diskriminierung, wenn Männern pauschal unterstellt wird, sie würden sich nicht für die Belange ihrer weiblichen Kollegen einsetzen können. Und was passiert, wenn es einmal um die Belange eines Mannes geht? Wie sieht denn da der Umkehrschluss aus?

Gute Tat in zehn Minuten: Der Bedarf an Blutspenden steigt

Hooksiel (16. 10. 2025) – Eine Tasse Kaffee trinken, dazu ein Stück Kuchen oder ein mit Ei oder Lachs belegtes Brötchen. Das allein ist vielleicht noch kein Grund, ins Walter-Spitta-Haus zu kommen. Vielleicht aber doch, wenn sich dazu das Gefühl gesellt, eine kleine gute Tat getan zu haben – für die Allgemeinheit und für sich selbst.

Blut kann Leben retten: Wilfried de Buhr (re. ) freut sich über die gute Beteiligung beim DRK-Blutspendetermin im Walter-Spitta-Haus. Foto: hol

Dreimal im Jahr, immer in den Ferienzeiten, ist der DRK-Blutspendedienst NSTOB (Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg, Bremen) zu Gast in dem Gemeindehaus der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland in Hooksiel. Seit Jahrzehnten. Und voraussichtlich auch in Zukunft. Denn, so bestätigt Wilfried de Buhr vom Blutspendedienst, Blutspenden sind für die medizinische Versorgung wichtiger als je zuvor. Mehr noch. „Der Bedarf wird voraussichtlich weiter steigen“, so de Buhr. Ein Grund: Die Menschen werden älter. Ältere Menschen sind häufiger krank. Folglich fallen in den Krankenhäusern mehr Operationen an. Im laufenden Jahr etwa sei der Bedarf an Blutkonserven im Vergleich zu 2024 um 48.000 gestiegen.

Hoher Blutbedarf für Krebstherapien

Bei Blutspende denkt man zunächst an Unfall-Opfer mit hohem Blutverlust, denen schnell geholfen werden muss. Der größte Teil der aus dem Blut gewonnenen Präparate werde aber für Krebstherapien benötigt, sagte de Buhr im Gespräch mit „Hooksiel-life“. Dieser Anteil mache rund 19 bis 20 Prozent aus. Im Bereich der Unfall- und Patientenversorgung sei die Nachfrage in den Kliniken im Jahresverlauf schwankend. „Planbare Operationen werden nur selten in der Vorweihnachtszeit angesetzt. Dafür haben wir dann im Januar und Februar einen erhöhten Bedarf.“

Die an die 50 Blutspenderinnen und Blutspender, die in dieser Woche in Hooksiel zur Ader gelassen wurden, tragen mit dazu bei, diesen Bedarf zu decken. Ihr Blut wird tiefgekühlt zunächst nach Rastede und von dort weiter zur Verarbeitung ins Institut nach Springe bei Hannover gebracht. Am Ende entstehen daraus unter anderem Konzentrate aus roten Blutkörperchen, Blutplättchen oder Plasma, die allesamt in der Medizin dringend benötigt werden, aber auch eine verschiedene Haltbarkeit haben.

Ohne ehrenamtliche Helferrinnen vor Ort sind die Blutsendetermine kaum darstellbar. Foto: hol

Um den Lebenssaft zu gewinnen, schickt der Blutspendedienst des DRK von Rastede aus elf professionelle Blutspende-Teams durch halb Niedersachsen, die vor Ort von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt werden. In Hooksiel von Frauen aus der Kirchengemeinde, andernorts etwa durch DRK Ortsvereine, Feuerwehrleute oder die Landjugend.

Sicherheit oberstes Gebot

Der Spender wird registriert (Personalausweis nicht vergessen!) und muss einen umfangreichen Fragebogen zu Gesundheitszustand, Vorerkrankungen, Medikamenten-Gebrauch und auch dem sexuellen Background ausfüllen. „Wir wollen weder den Spender durch die Blutspende gefährden, noch die Menschen, die auf eine Blutspende angewiesen sind“, sagt de Buhr. „Deshalb ist Sicherheit oberstes Gebot.“ 

Am Laborplatz wird dann noch der so genannte HB-Wert gemessen. Abschließend führt der Spender das Gespräch mit dem Teamarzt. Dieser misst Temperatur und Blutdruck und entscheidet final über die Spendezulassung. Danach geht es in den Spenderaum. Einverständnis-Erklärung unterschreiben, auf einen freien Stuhl setzen, und los geht es. Ein Mitarbeiter des Blutspendedienstes legt eine Kanüle in die Armvene – und schon läuft das Blut. In maximal zehn Minuten ist alles vorbei. Fast alles. Ist der Spender wohlauf, kann er sich in den Verpflegungsraum begeben, sich ausruhen und stärken.

Altersgrenze aufgehoben

Altersbegrenzungen gibt es für Spender seit November 2023 übrigens nicht mehr. Entscheidend sind allein die gesundheitliche Verfassung sowie das Erfüllen der Zulassungskriterien. Gerade zur Früherkennung gesundheitlicher Probleme kann die Blutspende beitragen. „Sollten sich bei der späteren Untersuchung des Blutes irgendwelche Hinweise auf gesundheitliche Erkrankungen oder Auffälligkeiten ergeben, bekommt der Spender sofort eine Rückmeldung“, versichert de Buhr.

Gesunde Männer dürfen bis zu sechs Mal in einem Zeitfenster von zwölf Monaten Blut spenden. Frauen maximal viermal. Gerade Vielspender sind für das DRK wichtig, sie werden umworben, und erhalten immer wieder mal kleine Präsente im Rahmen eines Ehrungskonzeptes.

DRK umwirbt Blutspender

44 Prozent der deutschen Bevölkerung würden die Zulassungsvoraussetzungen grundsätzlich erfüllen. „Wenn nur 5 Prozent aller Bürger zur Blutspende gehen würden, hätten wir in Deutschland kein Versorgungsproblem“, schildert de Buhr. Faktisch würden aber nur 3,6 Prozent der Bürger zu den Terminen kommen.

Marketingaktivitäten sollen das ändern. Zu dem Gesamtpaket gehört auch eine Blutspende-App, über die das DRK Kontakt zu den Spenden hält, man sich für Aktionen registrieren kann, und für die nächsten Blutspendetermine in der Region wirbt. Damit die Vorfreunde auf die nächste Tasse Kaffee mit leckeren Schnittchen wächst.