Horumersiel (11. 6. 2025) – Horumersiel lädt zur Sielortfete. Von Freitag, 20. Juni, bis Sonntag, 23. Juni, wird in dem Nordseeheilbad gefeiert. Auf dem Programm stehen Party, Straßenkünstler, Kunsthandwerker, Fahrgeschäfte, wechselnde Ausstellungen, Comedians, Folklore, Flohmarkt und ein buntes Rahmenprogramm. Dazu gehören eine Ausstellung der Bundeswehr und die Besichtigungsmöglichkeit für das „Küstenwachboot 19“ der Marinekameradschaft Horumersiel.
Die Wurzeln der Sielortfete reichen bis ins Jahr 1981 zurück. Damals wurde ein Straßenfest für die Goldstraße aus der Taufe gehoben – als Attraktion für die Urlaubsgäste in der Vorsaison. Die Idee: Eine Feier mit maritimem Charakter in angenehmer Atmosphäre. Dabei ist geblieben.
Schon am Donnerstag, 19. Juni, beginnt der Betrieb der Schausteller auf der Festwiese. Am Freitag um 15 Uhr folgt die offizielle Eröffnung mit Grußworten, Freibier und Darbietungen des örtlichen Kindergartens. Ab 17 Uhr gibt es zunächst Musik vom Plattenteller. Ab 20 Uhr tritt die „Feten Company“ auf.
Das Samstag startet um 11 Uhr mit einem Frühschoppen. Für 15 Uhr ist eine Neptun-Taufe auf dem Dorfplatz geplant. Ab 18 Uhr wird wieder Party gefeiert, unter anderem mit der Hamburger Band „Das Fiasko“. Am Sonntag tritt nach dem ökumenischen Gottesdienst (10 Uhr) der Shantychor Bockhorn auf. Ab 13.30 Uhr spielen „De Platters“ handgemachte Musik von der Küste.
Hooksiel (10. 6. 2025) – Die Hooksieler Schleuse ist das maritime Nadelöhr für Hooksiel. Alle Segler, sonstige Sportbootfahrer oder Kunden der Hooksieler Werft müssen das über 50 Jahre alte Bauwerk passieren, wenn sie aus der Jade ins Hooksmeer wollen. Wächter der Anlage sind vier Schleusenwärter in Diensten der Wangerland Touristik GmbH (WTG).
Arne Stoll ist einer von vier Schleusenwärtern das Wangerland Touristik. Auch sein Arbeitsplatz wird sich im Zuge der Rund-um-Sanierung des Schleusenbauwerkes komplett verändern. Foto: hol
Einen Arbeitsplatz mit schönerer Aussicht kann es kaum geben. Von der Schaltzentrale im Schleusenturm hat Arne Stoll einen freien Blick auf die Jade, auf den Hooksieler Strand und aufs Hooksmeer. Am Horizont tuckern ein paar Sportboote, im Hafen selbst liegen der Rettungskreuzer der DGzRS, ein Fischkutter und ein Arbeitsboot. Davor am Wilhelmshavener LNG-Terminal 1 die „Höegh Esperanza“.
Vier Schleusenwärter
Sportbootfahrer sind nicht in Sicht. Vornehmlich für sie werden die Tore zur 70 Meter langen und 8 Meter breiten Schleusenkammer nach einem festen Plan geöffnet. In Hooksiel sind allein drei Segelverein beheimatet, der Wassersportverein (WSV), der Wilhelmshavener Segelclub (WSC) und der Verein Lollipop, der für seine Mitglieder in der Marina der WTG zwei Stege gemietet hat. Hinzu kommen Gäste, die Hooksiel nur kurzfristig mit ihren Booten einen Besuch abstatten.
Viele der heimischen Skipper kennen Arne Stoll und seine Kollegen persönlich. Zumindest ihre Boote sind vom Turm aus erkennbar. Die Vereinsmitglieder zahlen anders als die Tagesgäste eine Saisonpauschale, müssen also nicht bei jeder Schleusung eine Gebühr entrichten, die zum Beispiel für ein Gastliegerboot ab zwölf Metern Länge bei 24 Euro liegt. Historische Fahrzeuge können übrigens die Schleuse kostenlos nutzen.
Bald digitale Bezahlmöglichkeit
Bislang muss die Gebühr noch händisch einkassiert werden. In Kürze, so WTG-Marketingleiterin Larissa Strangmann, werde die WTG für die Schleusennutzer eine digitale Bezahlmöglichkeit einrichten.
Eine echte Arbeitserleichterung für Stoll und seine Kollegen. Aber mit Blick auf die laufende Rund-um-Sanierung des Schleusenbauwerks eine eher kleine. Eigentümer der Schleuse ist die landeseigene Hafengesellschaft NPorts. Im Zuge der Millionen-Investition werden bis 2027 sämtliche Schleusentore sowie die komplette Steuerungstechnik für die hydraulisch bewegten Teile – etwa auch die Straßenbrücke über die Schleuse – erneuert.
Gewaltige Maschinen sorgen für die Kraft, die Schleusentore und die Straßenbrücke hydraulisch zu bewegen. Foto: hol
Die Schleusenwärter überwachen das Festmachen der Boote in der Schleusenkammer. Dabei gebe es dann auch schon mal „Schleusenkino“ zu bewundern, so Stoll. Soll heißen: Nicht immer sind sich die Hobbysegler an Bord einig. Da falle dann auch schon mal das eine oder andere laute Wort.
Fester Schleusenplan
Der Schleusenplan sieht an den Wochenenden in der Hauptsaison stündliche Schleusungen vor. An Wochentagen und außerhalb der Saison ist der Plan etwas ausgedünnt. Durch das Anheben bzw. Senken des Wasserstandes in der Schleusenkammer werden die Fahrzeuge auf das jeweilige Höhenniveau im tideunabhängige Hooksmeer und im Außenhafen gebracht. Zu den Aufgaben der Schleusenwärter gehört neben der Überwachung des Schleusvorgangs auch die technische Wartung der Antriebs- und Steuerungstechnik der Schleuse. Dazu gehören auch gewaltige Motoren im Schleusenturm.
Eine Zusatzaufgabe: Die Schleusenwärter betreuen auch noch die Hooksieler Marina mit, sind also Ansprechpartner für die Sportbootfahrer an den Stegen der WTG. „Aber der Schleusenplan hat Vorrang“, sagt Arne Stoll. „Wenn in der Marina eine Glühbirne ausgetauscht werden muss, muss das im Zweifelsfall mal warten.“
Hooksiel (10. 6. 2025) – „Wir sind mit zwei blauen Augen davon gekommen.“ In seiner Abschlussbilanz für die „Hooksieler Heringstage“ betonte Marco Knodel, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, eine Fülle von positiven Aspekten bei den Festtagen. Trotz des schlechten Wetters sei die Stimmung bei der viertägigen Veranstaltung durchweg gut gewesen.
Zwischen den zahlreichen Schauern war der Festplatz am Alten Hafen über Pfingsten stets gut besucht. Foto: hol
Der Freitag und der Samstag seien sehr gut gelaufen. Vor allem am und um den Altern Hafen überwogen Jahrmarkts- und Partystimmung. Aufgrund mäßiger Wetterprognosen und infolge von Erkrankungen hatten einige der für die Lange Straße vorgesehenen Schausteller kurzfristig abgesagt. Aber auch am Sonntag und Montag sei noch ordentlich Lauf auf der Festmeile gewesen. „Hooksiel war voll und die Leute wollen einfach raus“, so Knodel. Und während der Schauer hätten sich die Besucher halt untergestellt oder seien irgendwo eingekehrt.
Witterungsbedingt konnte der Wiesenparkplatz am Sengwarden Anteil nicht genutzt werden. Auch der geplante Open-Air-Gottesdienst musste kurzfristig ins Walter-Spitta-Haus verlegt werden. Aber die übrigen Angebote seien auf großes Interesse gestoßen, so Knodel.
Dazu gehörten unter anderem Rundfahrten mit dem Traditionskutter „Lulu Meiners“, die Präsentation der Ortsgruppe Horumersiel der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die mit ihrem Boot „Wolfgang Paul Lorenz“ eine Rettungsübung „Mann über Bord“ präsentierte, und der Krabbenverkauf von Bord des Kutters „Trotz“.
Die Ortsgruppe Horumersiel der DGzRS präsentierte sich bei den Heringstagen unter anderem mit einer Rettungsübung. Foto: Sabine Greiff
Die Jugendinitiative „Weil wir Hooksieler sind“ verkaufte mit Unterstützung zahlreicher Hooksieler jede Menge Kuchen, der Förderverein für das Kinder- und Jugendhospiz „Joshuas Engelreich“ warb mit Bindfaden-Spielen um neue Mitglieder und die Dorfgemeinschaft selbst verkaufte Lose für eine gut bestückte Tombola. Dazwischen etliche Schausteller mit Fahrgeschäften, Spiel-, Ess- und Getränke-Ständen.
Insgesamt eine positive Bilanz für das ehrenamtliche Organisationsteam, das sich jetzt schon auf das nächste Fest vorbereitet: die Hooksieler Krabbentage, die von Freitag bis Sonntag, 1. bis 3. August gefeiert werden.
Hooksiel (9. 6. 2025) – Zwischen Freitag gegen 16.25 Uhr und Samstag, 0.15 Uhr, ist ein Unbekannter in ein Einfamilienhaus in der Hegemannstraße in Hooksiel eingebrochen. Wie die Polizei mitteilt, verschaffte sich der Täter über ein auf Kipp stehendes Fenster auf der Rückseite Zutritt zu dem Gebäude.
Anschließend habe er mehrere Räume durchsucht und durchwühlt. „Es wurde Diebesgut im sechsstelligen Bereich entwendet“, so die Ermittler. Nach der Tat entfernte sich der Täter unerkannt vom Tatort. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter Telefon 04461/7449-0 mit der Polizei in Jever in Verbindung zu setzen.
Hooksiel/Wilhelmshaven (9. 6. 2025) – Die Helgoland-Fahrten mit der „Fair Lady“ fallen die nächsten Wochen aus. Wie die Reederei „Adler & Eils“ (Büsum) auf ihrer Internetseite verkündet, ist das Seebäderschiff in Reparatur. „Leider sind wir gezwungen, alle Fahrten von und nach Helgoland ab Wilhelmshaven und ab Hooksiel mit MS ,Fair Lady‘ wegen Reparaturarbeiten bis vorerst Ende Juli 2025 abzusagen.“
Die MS „Fair Lady“ ist defekt und fällt voraussichtlich bis Ende Juli aus. Ab Hooksiel gibt es nur eine Ersatzfahrt am 20. Juni. Foto: hol
Die allermeisten der bis Ende Juli bereits gelösten Tickets werden storniert. Die Reederei bittet ihre Kunden, sich für die Erstattung des Fahrpreises an die Verkaufsstelle zu wenden, die das jeweilige Ticket verkauft hat. Das Geld für Online gekaufte Fahrkarten werde automatisch auf das bei der Buchung genutzte Zahlungsmittel zurücküberwiesen.
Die Reederei weist darauf hin, dass es einige Ersatzfahrten aus der Region nach Helgoland gibt. Und zwar jeweils freitags. Am 20. Juni (Abfahrt 9.30 Uhr) fährt ab Hooksiel der Katamaran „Adler Cat“. Alle bereits gebuchten Tickets für den 20. Juni seien jetzt für den Katamaran gültig und müssen nicht extra umgebucht werden.
Ab Freitag, 27. Juni, bis vorerst Ende Juli verweist die Reederei auf einen Sonderfahrplan für Ersatzfahrten mit dem Katamaran. Die „Adler Cat“ sticht dann jeweils ab Wilhelmshaven (Abfahrt 9.30 Uhr) in See und macht sich ohne Zwischenhalt in Hooksiel auf den Weg nach Helgoland
Hooksiel (8. 6. 2025) – Die „Hooksieler Heringstage“ sind trotz des wechselhaften Pfingstwetters gut angelaufen. Dazu trug vor allem bei, dass am Samstagabend pünktlich um 19.30 Uhr der Regen aussetzte. In der Folge füllte sich der Festplatz am Alten Hafen schnell. Maßgeblich zur guten Stimmung trug die tolle Musik der Band „4 live“ bei.
Soll niemand sagen, dass es auf den „Hooksieler Heringstagen“ gar keine Heringe gegeben hätte. Foto: hol
Der Startschuss für das Festwochenende war am Freitag gefallen. Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak und die Landtagsabgeordnete Katharina Jensen eröffneten zusammen mit dem Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft Hooksiel, Marco Knodel, die Veranstaltung. Dazu gab es eine Runde Freibier.
„Was hier auf die Beine gestellt wurde, ist wirklich beeindruckend“, sagte Szlezak. In der Organisation, bei der Gestaltung des Bühnenprogramms und der gesamten Logistik stecke jede Menge Herzblut und ehrenamtliche Power. Gemeinsam stellten Jensen und Szlezak fest: So ein Engagement ist keine Selbstverständlichkeit, es verdiene Wertschätzung und Unterstützung.
Die Band „4 Live“ sorgte für Stimmung am Hafen. Gut zu tun hatte der Airbrush-Tätowierer. Fotos: hol
Die Heringstage werden noch bis Pfingstmontag gefeiert. Vom Festplatz am Alten Hafen mit Showbühne, Jahrmarktständen und Kinderprogramm zieht sich eine Meile mit fliegenden Händler bis in den Ortskern. Leider hatten zum Auftakt einige der Schausteller aufgrund der unschönen Wettervorhersagen ihren Stand gar nicht erst aufgebaut. Andere freuten sich hingegen über guten Zuspruch, darunter auch ein Airbrush-Tattoo-Stand der die Arme und Körper von Hunderten Kindern und Erwachsenen mit mehr oder weniger maritimen Motiven verschönerte.
Der Hafenplatz in Hooksiel war am Samstagabend gut gefüllt. Gefeiert wird noch bis Pfingstmontag. Foto: hol
Wangerland/Friesland (7. 6. 2025) – Landkreis Friesland lädt zu zwei Informations-Veranstaltungen zur künftiger Krankenhaus-Versorgung in der Region ein. Am Dienstag, 10. Juni, findet die erste Veranstaltung in der Weberei Varel (Oldenburger Straße 21) statt, die zweite am Donnerstag, 12. Juni, im Theater am Dannhalm in Jever (Schulstraße 5a). Beginn ist jeweils um 18 Uhr.
Das Beratungsunternehmen WMC, das im Auftrag des Landkreises Friesland und der Stadt Wilhelmshaven ein Gutachten mit Varianten zur Zukunft der Krankenhäuser in Friesland und Wilhelmshaven entwickelt hat, wird in die Thematik einführen. Danach sollen die Vorsitzenden der im Kreistag vertretenen Fraktionen ihre Haltung darlegen. Im Anschluss ist eine Diskussions- bzw. Fragerunde vorgesehen, bei der auch Interessierte Gelegenheit haben, Fragen zu stellen.
Die künftige Krankenhaus-Versorgung ist aktuell Thema politischer Beratungen. Die Entscheidung über die Zukunft der Standorte Sanderbusch und Varel der „Friesland Kliniken“ trifft der Kreistag des Landkreises als Träger der Friesland Kliniken gGmbH. Es obliegt der politischen Bewertung des Kreistags, die Empfehlungen zu prüfen und zu beschließen. Vor allem in der Stadt Varel gibt es massive Widerstände gegen die geplante Schließung des dortigen Krankenhauses.
Der Kreistag ist grundsätzlich frei darin, gegebenenfalls von dem mit erwarteten Millionen-Einsparungen untermauerten Vorschlag der Gutachter abzuweichen. Die Gutachter raten zudem dazu, mittelfristig für Friesland und Wilhelmshaven ein neues, gemeinsames Zentralkrankenhaus zu bauen, das dann die vorhandenen Kliniken ersetzten könnte..
Erst nach dem Beschluss der politischen Gremien könne ein Zeitplan mit allen inhaltlichen und organisatorischen Änderungen erstellt werden, heißt es von Seiten des Landkreises. Die nächste Sitzung des Kreistags findet am Mittwoch, 2. Juli, statt. Die öffentliche Vorlage zum WMC-Gutachten ist online einsehbar.
Wangerland/Hooksiel (6. 6. 2025) – Im Wangerländer Gemeinderat gibt es eine neue (Mehrheits-) Gruppe. Wie die Hooksieler Ratsherren Holger Ulfers (SPD) und Dieter Schäfermeier (ZUW) gegenüber „Hooksiel-life“ bestätigten, haben sich die Sozialdemokraten und der Verbund der Unabhängigen zur SPD/ZUW-Gruppe zusammengeschlossen.
Die Hooksieler Ratsherren Holger Ulfers (SPD; links) und Dieter Schäfermeier (ZUW) sind künftig gleichberechtigte Sprecher der neuen SPD/ZUW-Gruppe im Wangerländer Gemeinderat. Foto: hol
Mit 13 Sitzen ist die neue Gruppe stärkste Kraft im 25-köpfigen Rat. Die Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (CDU/Grüne/FDP) besetzt 10 Sitze. Hinzu kommen die Stimmen von Horst David (Freie Bürger), der der ZUW den Rücken gekehrt hat, und von Bürgermeister Mario Szlezak (SPD). Ziel der neuen Mehrheit sei es keineswegs, eine klassische Mehrheitsgruppen-Politik zu betreiben, versichern Ulfers und Schäfermeier als gleichberechtigte Sprecher der Gruppe. „Unser Zusammenschluss ist kein Schritt gegen CDU, Grüne und FDP. Wir wollen, dass es bei der bisherigen konstruktiven Zusammenarbeit im Rat bleibt.“
Weiter Zusammenarbeit mit GfW
Nach der Kommunalwahl 2021 kam die Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW) auf neun Sitze, die SPD auf acht und der „Zusammenschluss unabhängiger Wählergemeinschaften“ (ZUW) auf sieben Sitze. Innerhalb der ZUW ist die vor vier Jahren erstmals angetretene „Wählergemeinschaft Pro Wangerland“ um Schäfermeier die stärkste Kraft. Sie holte bei der Wahl allein fünf Mandate. Zuwachs verzeichnete die GfW dann vor einem Jahr durch den Wechsel von Nadine Kirschner von der SPD zur GfW.
Die drei Blöcke im Rat einigten sich auf einen neuen Stil im Rat. Ziel dabei war es, fair miteinander umzugehen, sich gegenseitig zu informieren und bei möglichst vielen Themen Einvernehmen herzustellen. Ausdruck dieser politischen Kultur war die Besetzung des wichtigen Verwaltungsauschusses (VA), der nicht-öffentlich tagenden Schnittstelle zwischen den politischen Kräften und der Gemeindeverwaltung. Ihm gehörten neben dem Bürgermeister je zwei Vertreter von GfW, SPD und ZUW an.
Kein Gruppenzwang
Diese Statik drohte jetzt, durch die Neuorientierung von David ins Wanken zu geraten. Die Zahl der ZUW-Stimmen sinkt dadurch auf sechs. Nach dem Verteilerschlüssel für Ratsgremien hätte das bedeutet, dass die ZUW im VA einen Sitz an die GfW verlieren würde. Durch die neue SPD/ZUW-Gruppe wird das verhindert. Als Beigeordnete im VA sitzen künftig weiterhin mit Alice Brandenburg-Bienek (CDU) und Angelika Kirschner (Grüne) zwei GfW-Politikerinnen sowie Marianne Kaiser-Fuchs und Holger Ulfers (beide SPD), Dieter Schäfermeier und Immo Müller (beide ZUW).
Die Zusammenarbeit von SPD und ZUW wird in einem Vertrag geregelt, der ausdrücklich keinen Gruppenzwang vorsehe, so Ulfers und Schäfermeier. „Wir arbeiten zusammen, haben aber nicht den Zwang, die gleiche Position vertreten zu müssen.“ Aus Sicht von Ulfers ergänzen sich beide Formationen aber inhaltlich gut. Die SPD-Fraktion habe ihre Stärken bei sozialen Themen wie etwa Schulen und Kindergärten, die ZUW verfüge über große Expertise etwa im Bau- und Planungsrecht. Bürgermeister Szlezak werde weiter an den Sitzungen der SPD-Fraktion teilnehmen, habe hier aber kein Stimmrecht.
Mit der neuen Gruppenbildung und der veränderten personellen Besetzung des Rates wurden auch eine Reihe von Sitzen in den kommunalen Gremien umbesetzt. Diese Veränderungen ergaben sich unter anderem aus dem Rückzug von Reiner Tammen (Grüne) aus dem Rat, für den Dirk Bremers nachgerückt ist. So wird künftig etwa die Sitzungen des wichtigen Fachausschusses für Gemeindeentwicklung und Sanierung von Dieter Behrens-Focken (CDU) geleitet. Innerhalb der ZUW wurden die bisherigen Aufgaben von Horst David neu verteilt, der als Einzelkämpfer im Rat künftig nur noch über ein Grundmandat verfügt.
Jever/Wangerland (6. 6. 2025) – „Künstliche Intelligenz zwischen Aufbruch und Verantwortung.“ Das ist das Thema am „Grünen Stammtisch“ am Mittwoch, 11. Juni, in Jever mit Manuel von Heugel. Der öffentliche Stammtisch des Ortsverbandes Jeverland von Bündnis 90/Die Grünen begint um 19 Uhr im Parkhotel. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Künstliche Intelligenz (KI). Kaum ein Thema wird derzeit so kontrovers diskutiert. Manuel von Heugel (39), der seit über 20 Jahren beruflich mit digitalen Technologien arbeitet und Unternehmen im Bereich Marketing berät, wird Impulse für die Debatte geben. Seine Ausgangsthese: „Die Technologie kann Zeit sparen, Prozesse optimieren und gleichzeitig zu besseren Ergebnissen führen – wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt wird.“
Im Anschluss soll debattiert werden: Wie nehmen die Anwesenden Künstliche Intelligenz wahr? Welche Chancen und Herausforderungen sehen sie? Und welche politischen Rahmenbedingungen braucht es, damit Digitalisierung in Einklang mit Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung gelingt?
Hooksiel (5. 6. 2025) – Auch wenn Zigaretten-Raucher augenscheinlich immer weniger werden: Die Zahl der Kippen, die nach dem Genuss der Nikotin-Stängel achtlos weggeworfen werden, ist unverändert hoch. Für Nadine Peters aus Hooksiel ist das nicht nur ein Ärgernis, sondern eine echte Gefahr für die Umwelt.
Zum Bedauern von Anke Müller (links) und Nadine Peters werfen nur die wenigsten Raucher im Hooksieler „Garten der Generationen“ ihre Kippen in den dafür vorgesehenen Behälter. Die mit Schadstoffen gefüllten Zigarettenreste sind eine echte Gefahr für die Umwelt. Foto: hol
Nadine Peters wohnt in der Bakenstraat. Bei ihrem jüngsten Spaziergang von dort zum Arbeitsdienst im Garten der Generationen an der Nee Straat hat sie allein auf einer Straßenseite 133 weggeworfene Kippen gezählt. „Im Schnitt kann man sagen, dass man auf einer Strecke von 1000 Metern rund 200 Zigarettenfilter findet“, sagt die umweltbewusste Hochzeiterin.
Standascher wird kaum genutzt
Im von der Interessengemeinschaft „de Hooksieler“ betreuten Gartenanlage das gleiche Bild. Vor allem im Umfeld der dort stehenden Sitzbänke liegen die Kunststofffilter massenhaft herum. Sogar an jener Bank, an der „de Hooksieler“ als Experiment einen Standascher aufgestellt haben, bestätigt die Vorsitzende der Gemeinschaft, Anke Müller. „Offenbar haben noch nicht alle die Funktion des Ständers verstanden.“
Möglicherweise sind aber auch die negativen Folgen für das Ökosystem nicht bekannt. Nach Berechnungen der Weltgesundheits-Organisation (WHO) werden weltweit im Jahr rund 5,6 Billionen Zigaretten geraucht, von denen etwa zwei Drittel achtlos in die Natur geschnippt werden. Die Kunststofffilter enthalten jede Menge Schadstoffe wie Arsen, Blei, Kadmium und das Nervengas Nikotin. Der Filter selbst verschmutzt als Mikroplastik die Umwelt, die ausgespülten Schadstoffe schädigen Tiere und verunreinigen das Grund- und Meerwasser. Der Giftcocktail einer einzigen Zigarettenkippe reicht nach Angaben von Fachleuten dazu aus, um 50 bis 60 Liter Grundwasser zu verseuchen.
Alternative: Taschen-Aschenbecher
Nadine Peters und die anderen freiwilligen Helfer beim Arbeitsdienst im Garten der Generationen halten geschützt durch Handschuhe und bewaffnet mit Lorenz-Zangen dagegen. Kippe für Kippe ziehen sie aus den Ecken, sammeln den Dreck in Eimern und entsorgen die giftige Fracht. Anke Müller appelliert an alle Raucher, sich doch für kleines Geld Taschen-Aschenbecher zuzulegen und die Kippen mit nach Hause zu nehmen. Zudem überlegt sie, wie man den Kippen-Behälter im Garten der Generationen noch besser kennzeichnen kann, dass auch der letzte Raucher seine Funktion erkennt.
Die Hoffnung, dass Raucher von E-Zigaretten das Problem verkleinern könnten, ist trügerisch. Wie Nadine Peters schildert, finden sich auch zunehmend leere Zigaretten-Akkus in Beeten und an Straßenrändern – und das obwohl die Läden, die E-Zigaretten verkaufen, ausgediente Akkus kostenlos zurücknehmen und entsorgen, denn auch Akkus enthalten giftige Stoffe, die die Umwelt schädigen können.