Wilhelmshaven (15. 4. 2026) – Wilhelmshaven kann einen wesentlichen Beitrag zur deutschen Versorgungssicherheit leisten – vorausgesetzt, die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Der Unternehmens-Zusammenschluss „Energy Hub Wilhelmshaven“ fordert von der Bundesregierung zügige und verbindliche Entscheidungen, um den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft abzusichern.
Investitionen in Elektrolyse
„Wir stehen an einem kritischen Punkt“, betonte Maximilian Graf von Wedel, 2. Sprecher des Energy Hub auf der Hannover Messe. „Wenn jetzt keine klaren Entscheidungen getroffen werden, wandern Investitionen ab. Wenn wir jedoch handeln, kann Wilhelmshaven zu einem zentralen Baustein eines effizienten, resilienten und bezahlbaren Energiesystems werden.“
Nach den Vorstellungen des Energy Hub Wilhelmshaven können bis 2032 aus dem Jade-Raum rund 45 Prozent des deutschen Wasserstoff-Bedarfs gedeckt werden. Voraussetzung dafür sind aber die richtigen Rahmenbedingungen für die geplanten Investitionen. Grafik: EH
„Die Projekte sind da, die Technologie ist verfügbar und privates Kapital steht bereit – was fehlt, sind verlässliche politische Instrumente zur Absicherung der bestehenden Risiken“, erläutert Energy-Hub-Sprecher Uwe Oppitz. Ohne zusätzliche Investitions-Entscheidungen werde die installierte Elektrolyse-Leistung in Deutschland ab 2027 stagnieren, obwohl bis zu acht Gigawatt bis 2030 realisierbar wären .
Wilhelmshaven mit seinen leistungsfähigen Häfen, einer guten Energieinfrastruktur, seiner Nähe zu Offshore-Windparks sowie der Einbindung ins geplante Wasserstoff-Kernnetz sei als Standort prädestiniert für große, systemdienliche Elektrolyseprojekte die Stromüberschüsse aufnehmen und Netze entlasten könnten.
Wichtig für das Gesamtsystem
„Elektrolyse kann mehr als Wasserstoff produzieren – sie stabilisiert das Gesamtsystem“, so Oppitz. Allein im Jahr 2024 hätten über neun Terrawattstunden (TWh) erneuerbarer Strom abgeregelt werden müssen, obwohl dieser vergütet wurde. Die Kosten für die Eingriffe in Energie-Erzeugungsanlagen zur Stabilisierung des Netzes beliefen sich auf mindestens 2,8 Milliarden Euro. „Diese volkswirtschaftlichen Verluste zeigen: Nicht zu handeln ist teurer als zu investieren.“
Ziel des Gesetzgebers sei es, überschüssigen Strom systemdienlich zu nutzen statt ihn abzuregeln. In der jetzigen Ausgestaltung reiche der Mechanismus jedoch nicht aus, um Investitionen auszulösen, so Oppitz. „Fehlende Planbarkeit bei Strommengen, Preisen und regulatorischen Rahmenbedingungen verhindert den Markthochlauf.“
Der Energy Hub fordert einen zielgerichteten Absicherungsmechanismus der regulatorische Risiken wirksam auffange, Projekte über 10 bis 20 Jahre finanzierbar mache, wettbewerblich ausgestaltet sei, volkswirtschaftliche Einsparungen fair verteile und private Investitionen in Deutschland mobilisiere. Richtig ausgestaltet könne systemdienliche Elektrolyse nicht nur Versorgungssicherheit stärken, sondern Netzkosten senken, den Bundeshaushalt entlasten und industrielle Wertschöpfung in Deutschland sichern.
Wangerland/Wilhelmshaven (15. 4. 2026) – Die Deiche im Landkreis Friesland und im Bereich der Stadt Stadt Wilhelmshaven haben den Winter und die Sturmflutsaison gut überstanden. Davon überzeugten sich Vertreter des III. Oldenburgischen Deichbandes, der Deichschutzbehörden und der Kommunen am Dienstag bei der Frühjahrsdeichschau. Aber, auch das eine Erkenntnis: Es gibt mit Blick auf die Zukunft jede Menge Handlungsbedarf. Allein für 2026 plant der Deichband Investitionen in Höhe von sechs Millionen Euro.
Das Meer hat nach und nach weite Teile vom Hooksieler Badestrand abgetragen. Das Strandhaus 1 steht schon fast im Wasser. Eine Gefahr für den Küstenschutz sieht der III. Oldenburgische Deichband aber in der Entwicklung noch nicht. Foto: Jonas Abeldt
Im Fokus stehen dabei der Voslapper und der Rüstersieler Seedeich. Seit Jahren schon lässt der Deichband das Deckwerk des Deiches zwischen Hooksiel und dem Jade-Weser-Port erneuern. Stück für Stück. In 2026, so Verbandsvorsteher Eilt-Onno Garlichs, wird der etwa 350 Meter lange 15. Bauabschnitt angepackt. Veranschlagte Kosten: 3,8 Millionen Euro. In 2027, so die Planung, soll das Gesamtprojekt zum Schutz des Deichfußes gegen die anbrandende See dann abgeschlossen werden.
Kleidepots für Deicherhöhung
Abschließen will der Deichband in diesem Jahr auch die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Erhöhung und Verstärkung des Rüstersieler Seedeiches. Das Bollwerk hat nach Berechnung von Experten des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) einen so genannten Unterbestick von rund 1,4 Metern. Soll heißen: Damit der Deich auch mit Blick auf den zu erwartenden Anstieg des Meerwasserspiegels Wilhelmshaven schützen kann, muss er erhöht werden.
Im Rahmen der Frühjahrsdeichschau besprach Deichbandvorstehder Eilt-Onno Garlichs (rechts) eine Reihe von Projekten mit Ulrich Wegener von der Unteren Deichbehörde der Stadt Wilhelmshaven. Foto: hol
Insgesamt, so erläuterten Garlichs und Ulrich Wegener von der Unterer Deichschutzbehörde der Stadt Wilhelmshaven, werden dafür rund 200.000 Kubikmeter Klei als Deichbaustoff benötigt. „Auf Deponien an der Maade und in der Nähe des Jade-Weser-Ports haben wir schon 160.000 Kubikmeter gesammelt.“ Die benötige Restmenge soll im laufenden Jahr hinzukommen. Der Deichband rechnet für 2026 für das Projekt mit Ausgaben in Höhe von 600.000 Euro.
Als weitere Großbaustelle zeichnet sich in Wilhelmshaven die Erneuerung des Deckwerkes auf einer Strecke von rund einem Kilometer Länge zwischen dem Helgolandkai und dem Fliegerdeich ab. Auch hierfür sollen im laufenden Jahr die Vorarbeiten vorangetrieben werden.
Schlussrechnung für Hooksiel
Nach drei Jahren abgeschlossen worden ist im vergangenen Jahr die Erhöhung des Hooksieler Seedeiches (zwischen Campingplatz und Strandhaus 1). Hier arbeite man aktuell nur noch an der Schlussrechnung, so Garlichs. Bei dem nächsten Großvorhaben in diesem Bereich, die Sicherung des Hooksieler Badestrandes, sieht er den Deichband selbst nur bedingt in der Pflicht. „Natürlich unterstützen wir das Projekt. Aber aus Sicht des Küstenschutzes ist es nicht notwendig. Insofern können wir auch keine Küstenschutzmittel dafür ausgeben.“
1,1 Millionen Euro will der Verband hingegen in diesem Jahr für den Schutz des Deichvorlandes zwischen Harlesiel und Schillig investieren. Hier sollen bestehende Lahnungsfelder instand gesetzt werden. Mit Hilfe des Verbundes aus Holzpfählen und Reisig wird die Fließgeschwindigkeit des Wassers gedrosselt und die Sedimentation, also die Ablagerung von Sand und Schlick, erhöht.
Im Rahmen ihrer ganztägigen Bereisung begutachteten die Fachleute die Deiche von Varel über Stand bis Wilhelmshaven und weiter von Hooksiel für Schillig bis Harlesiel. Dabei ließen sie sich auch über den Stand der Arbeiten an den Schleusen in Wilhelmshaven (4. Einfahrt) und Hooksiel informieren. Die Sanierung der Bauwerke liegt in der Verantwortung des Bundes beziehungsweise des Landes. Die gute Botschaft für Hooksiel, so Garlichs: „NPorts hat angekündigt, dass die Schleuse wie zuletzt geplant zu Pfingsten wieder in Betrieb gehen kann.“
Hooksiel (13. 4. 2026) – Bei den landesweiten Aktionstagen zum Umwelt- und Gewässerschutz stehen die Einhaltung von Umwelt- und Abfallvorschriften in der See- und Binnenschifffahrt im Fokus. Wie die niedersächsische Wasserschutzpolizei (WSP) ankündigt, werde man eine Woche lang im gesamten Land entsprechende Kontrollen durchführen.
Die Wasserschutzpolizei kündigt intensive Kontrollen für den Umwelt- und Gewässerschtuz an. Archiv-Foto: hol
Der Betrieb von Schiffen, egal ob auf Flüssen, Seen oder dem Meer, erzeugt verschiedene Abfallarten. Dazu gehören Ölschlämme, Rückstände aus der Abgasreinigung, Abfälle aus dem Maschinenraum sowie Abwässer aus Bordtoiletten. „Diese Stoffe müssen fachgerecht entsorgt werden“, so die WSP.
In bestimmten Fällen dürften Rückstände wie Abgase, Waschwasser oder Küchenabfälle nur unter strengen Vorgaben ins Wasser oder in die Luft abgegeben werden. Um die Umweltbelastung möglichst gering zu halten, gelten dafür klare Regeln auf nationaler und internationaler Ebene. „Wer sich nicht an diese Vorschriften hält, belastet die Umwelt erheblich.“
Im Rahmen der Aktionstage wollen die Wasserschutzpolizeien bundesweit die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen kontrollieren. Neben Kontrollen setze man auf Aufklärung: In Gesprächen mit den Schiffsverantwortlichen wolle man Informationen vermittelt und das Bewusstsein schärfen, um Umweltverschmutzung schon im Vorfeld zu verhindern.
Ziel der Kontrollen sei es, die Gewässer sauber zu halten, Umweltverschmutzungen wirksam vorzubeugen und die maritime Sicherheit nachhaltig zu stärken.
Wilhelmshaven/Hooksiel (12. 4. 2026) – Die Jade gilt als Wohnzimmer der Schweinswale. Die kleinen Wale kommen jedes Jahr im Frühjahr auf der Suche nach Nahrung in die Nähe der Küste. Von Wilhelmshaven und Hooksiel aus kann man ihre Rückenflossen dann häufig mit bloßen Augen sehen.
Naturschauspiel in der Jade: Immer wieder im Frühjahr lassen sich Schweinswale hier gut beobachten. Foto: Michael Hillmann
Bei den Schweinswal-Tagen, die von Freitag, 24. April, bis Sonntag, 3. Mai, zum zehnten Mal stattfinden, kann man dieses deutschlandweit einzigartige Naturschauspiel hautnah miterleben. Das Wattenmeer Besucherzentrum in Wilhelmshaven und seine Kooperationspartner informieren mit den Schweinswal-Tagen über das Leben und den Schutz von Deutschland einziger heimischer Walart.
Zehn Tage lang Programm
Für Naturinteressierte jeden Alters wird über die zehn Tage ein abwechslungsreiches Programm geboten. Tägliche Whale-watching Exkursionen mit Schiffen, begleitet durch Walexperten, gehören ebenso dazu wie Führungen durch die Walausstellung des Wattenmeer Besucherzentrums. Exklusive Erlebnisse sind auf dem Segelschiff „Nordwind“ oder auf einem Helgoländer Börteboot bei der Beobachtung der Schweinswale im Jade-Revier zu erwarten.
Wal-Olympiade
An den Wochenenden machen Walrufer Gäste am Wilhelmshavener Südstrand auf die Meeressäuger aufmerksam. Zudem findet dort die „Wal-Olympiade“ mit interaktiven Mitmach-Aktionen statt. Vorträge in Kombination mit Dinner oder Frühstück bieten in entspannter Atmosphäre Wissenswertes über die faszinierenden Tiere. Ergänzt wird das Programm durch Naturfilme sowie eine Fotoausstellung des JadeWale e.V..
Im Jubiläumsjahr übernimmt der Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke die Schirmherrschaft der Schweinswal-Tage. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung unter www.schweinswaltage.de.
Wilhelmshaven (10. 4. 2026) – Baubeginn für zwei Kernprojekte der Energiewende. Im Beisein von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) wurde am Donnerstag in Wilhelmshaven der erste Spatenstich für einen 50-Megawatt-Batteriespeicher auf dem Gelände des ehemaligen Uniper-Kohlekraftwerkes gesetzt. Zuvor feierte die Firma TenneT in Sengwarden den offiziellen Baustart für eine Milliarden-Investition – einen Netzverknüpfungspunkt, über den auf See erzeugter Windstrom ins Netz eingespeist werden soll.
So soll der Batteriespeicher aussehen, der neben dem ehemaligen Uniper-Kohlekraftwerk errichtet wird. Repro: hol
Beide Projekte, so betone Lies, würden die Bedeutung Wilhelmshavens als Energiedrehscheibe mit zentraler Bedeutung für das gelingen der Energiewende unterstreichen.Wichtig wäre es aber auch, dass der Standort selbst auch in Form von Wertschöpfung und Steuereinnahmen profitiere.
Versorgungssicherheit im Fokus
Bislang sei es bei der Suche nach Alternativen zu fossilen Brennstoffen fast nur um den Klimaschutz gegangen. Heute stehe die Versorgungssicherheit im Vordergrund. „Aber Klimaschutz machen wir trotzdem“, so Lies. „Wie wichtig eine saubere, aber vor allem auch unabhängige Energieversorgung ist, wird uns derzeit drastisch vor Augen geführt.“
Ein zentraler Baustein für das Gelingen der Energiewende sei die Verlässlichkeit der politische und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ohne die kein Unternehmen in den Ausbau von regenerativen Energien, in Elektrolyseure, in Batteriespeicher oder die Wasserstoff-Herstellung investiere. Nach seiner Einschätzung werde es eine lange Übergangszeit geben, in der zum Beispiel Gaskraftwerke noch nötig sind. Wenig Hoffnung setzt Lies darauf, dass Kernkraftwerke der neuesten Generation den Weg in eine CO2-freie Stromproduktion erleichtern könnten. „Die sind ganz einfach viel zu teuer.“
Batterie speichert überschüssige Energie
Der Batteriespeicher, den Uniper mit der Partnerfirma NGEN auf dem Gelände des ehemaligen Uniper-Kraftwerks baut, soll eine Leistung von 50 Megawatt (100 MWh) haben. Das Speicher-System soll künftig kurzfristige Schwankungen im Stromnetz ausgleichen, die durch die Einspeisung von Wind- und Solarenergie entstehen. Damit würde die Anlage die Integration erneuerbarer Energien sowie die Netzstabilität nachhaltig stärken. Die Nutzung von phasenweise überschüssigem Strom würde zudem die Erneuerbaren insgesamt günstiger machen.
Jan Taschenberger, Uniper-COO New Green Power & Gas (links), beim symbolischen Spatenstich für den Batteriespeicher mit (von links) Mirjam Bernard (NGEN), Ministerpräsident Olaf Lies, Holger Kreetz (COO Uniper), Roman Bernard (CEO NGEN), Oberbürgermeister Carsten Feist, Marco Scholz (NGEN) und Harald Poppinga (Uniper). Foto: hol
Der Batteriespeicher könne überschüssigen Wind- oder Sonnenstrom aufnehmen und ihn wieder bereitstellen, wenn er benötigt wird, sagte Jan Taschenberger. Der Uniper-COO wies bei der Begrüßung der Gäste darauf hin, dass der Bau der Anlage ursprünglich für einen anderen Standort geplant gewesen sein. Ausdrücklich danke er den beteiligten Behörden, Netzbetreibern und Projektpartner NGEN für die gute Zusammenarbeit am Standort Wilhelmshaven. Aktuell läuft auf dem Gelände noch die Kampfmittelbeseitigung. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für das vierte Quartal dieses Jahres vorgesehen.
Nordsee-Windstrom wird gebündelt
Ein Schlüsselprojekt für die Energiewende ist das Energiedrehkreuz, das der Stromnetzbetreiber TenneT Germany über die nächsten Jahre auf einer Flüche von rund 70 Hektar baut. Über den Netzverknüpfungspunkt Sengwarden an der Utterser Landstraße zwischen Voslapp und Sengwarden sollen künftig bis zu vier Gigawatt Offshore-Windleistung aus der Nordsee in das Stromnetz integriert werden. Rechnerisch können damit rund fünf Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden.
Tim Meyerjürgens, Vorsitzender der Geschäftsführung von TenneT Germany: „Hier in Sengwarden schaffen wir zentrale Infrastruktur, auf der Wirtschaft, Energieversorgung und industrielle Entwicklung der kommenden Jahrzehnte aufbauen können.“
In Sengwarden werden künftig die Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin3 und LanWin4 zusammengeführt. Der Windstrom aus der Nordsee soll hier gebündelt, in das Höchstspannungsnetz eingespeist und dorthin transportiert werden, wo Haushalte, Wirtschaft und Industrie ihn benötigen. Dafür werden zwei Konverteranlagen gebaut, die den Offshore-Gleichstrom für den Weitertransport im Stromnetz in Wechselstrom umwandeln. Darüber hinaus entsteht ein 380-kV-Umspannwerk, das den Strom über die neue 380-kV-Leitung Wilhelmshaven2-Conneforde in das überregionale Stromnetz einspeist.
Konverter wandeln Strom um
Einen dritten Konverter am Standort Sengwarden wird der Übertragungsnetzbetreiber Amprion bauen, um den Wechselstrom aus dem dort entstehenden Umspannwerk aufzunehmen und über den Korridor B von Wilhelmshaven nach Hamm in Nordrhein-Westfalen abtransportieren zu können.
Das Projekt, davon zeigten sich auch Ministerpräsident Lies und Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist überzeugt, werde auch wirtschaftliche Impulse für die hiesige Region setzen. Es schaffe die Voraussetzungen für Industrie- und Technologieansiedlungen und stärke die Rolle des Standorts als Energieknoten von nationaler und europäischer Bedeutung.
Hooksiel/Wilhelmshaven (7. 4. 2026) – Die für Donnerstag und Freitag dieser Woche, 9. und 10. April, geplanten Ausflugsfahrten mit dem „Adler Cat“ von Wilhelmshaven und Hooksiel fallen aus. Das hat heute die Reederei „Adler & Eils“ mitgeteilt. Man sei leider aufgrund technischer Probleme gezwungen, die für diese Woche geplanten Fahrten abzusagen.
„Wegen der aktuellen weltpolitischen Lage verzögert sich die Lieferung eines Ersatzteils, das für den sicheren Betrieb zwingend erforderlich ist“, heißt es in der Mitteilung. Bereits gekaufte Tickets können kostenfrei bei den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden. Online gekaufte Tickets erstattet die Reederei automatisch auf das bei der Buchung genutzte Zahlungsmittel.
Wilhelmshaven/Hooksiel (1. 4. 2026) – Der Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) über die Terminals der Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) steigt rasant. Wie das bundeseigene Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf mitteilt, wurde im ersten Quartal 2026 mit über 25 Terawattstunden (TWh) eine neue Höchstmenge Energie in Form von Erdgas in das deutsche Netz einspeisen. Damit habe man seine Leistung im Vergleich zum Vorjahreswert (10 TWh) auf das Zweieinhalbfache gesteigert. Die 25 TWh würden rechnerisch rund zehn Prozent der Gesamtkapazität der deutschen Erdgasspeicher entsprechen.
Beitrag zur Versorgungssicherheit
„Durch den Aufbau und verlässlichen Betrieb unserer Terminals kann DET inzwischen regelmäßig bis zu 350 Gigawattstunden Energie in das deutsche Gasnetz einspeisen“, sagt DET-Geschäftsführer Dr. Peter Röttgen. „Das Ergebnis ist ein wesentlicher Beitrag zur Versorgungssicherheit für private Haushalte und die Wirtschaft, was insbesondere in dieser geopolitisch angespannten Zeit sehr wichtig ist.“
Die DET betreibt und vermarktet im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie mit lokalen Partnern vor Ort drei staatlich initiierte schwimmende Regasifizierungsterminals (FSRU), eines in Brunsbüttel und zwei in Wilhelmshaven. Ein weiteres ist für Stade geplant. An Bord der FSRU wird das LNG wieder in gasförmigen Zustand versetzt und ins Gasnetz eingespeist.
Importe überwiegend aus den USA
Als erste FSRU ging Ende 2022 die „Höegh Esperanza“ ans Netz, die in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens am Terminal Wilhelmshaven 1 liegt. Im Mai 2025 wurde am Terminal Wilhelmshaven 2 mit der „Höegh Excelsior“ die insgesamt dritte FSRU in Betrieb genommen. Die insgesamt eingespeiste Jahresmenge an LNG lag 2025 bei 79 TWh und damit deutlich über den beiden Vorjahreswerten (je 59 TWh).
Umwelt- und Klimaschützer kritisieren, dass es sich auch bei LNG um einen fossilen Energieträger handelt. Zumindest das in Wilhelmshaven angelandete Flüssigerdgas kommt nahezu vollständig aus den USA, wo es mit der umstrittenen Fracking-Methode gefördert wird.
Hooksiel/Wilhelmshaven (27. 3. 2026) – Das Milliarden-Projekt wird die Stromversorgung in Großbritannien und in Deutschland sicherer machen. Da sind sich die Experten einig. Derzeit erleben viele Hooksieler die begleitenden Bauarbeiten für den NeuConnect Interkonnektor hautnah mit.
Die Arbeiten an der Erdkabeltrasse entlang der L 810 schreiten schnell voran. Foto: hol
Entlang der Landesstraße 810 zwischen Hooksiel und Sengwarden sind derzeit etliche (niederländische) Bagger dabei, in „Deutschland-Geschwindigkeit“ die Trasse für ein Erdkabel zu buddeln, das den Anlandepunkt des Seekabels – südlich des Hooksieler Außenhafens – mit der im Bau befindlichen, riesigen Konverterstation in Wilhelmshaven-Fedderwarden (direkt an der A 29) verbinden soll. Für die Dauer der Arbeiten sind entlang der L 810 (siehe Grafik von NeuConnect) zum Schutz der Baustellenzufahrten mehrere Tempo-50-Zonen eingerichtet worden. Vorsicht: Hier wird auch geblitzt!
Die neue Stromverbindung NeuConnect mit einer Kapazität von 1,4 Gigawatt (GW) soll 2028 in Betrieb gehen. Sie wird den direkten Stromaustausch zwischen Deutschland und Großbritannien ermöglichen. Überschüssiger Strom kann wechselseitig importiert oder exportiert werden.
Herzstück des Projektes ist die Hochspannungs-Gleichstromübertragung quer durch den Ärmelkanal. Das Seekabel ist rund 725 Kilometer lang. Deren Endpunkte sind Konverterstationen im britischen Isle of Grain und in Wilhelmshaven, in denen Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt werden kann.
Das mit einem Investitionsvolumen von rund 2,8 Milliarden Euro veranschlagte Projekt wird privat finanziert. Zu den Investoren zählen unter anderem Unternehmen wie Meridiam, Allianz, Kansai Electric Power und Tepco.
Hooksiel (25. 3. 2026) – Schießlärm kann nerven. Und er nervt auch viele. Gerade in Hooksiel. Wenige Kilometer von der Ortsgrenze entfernt, auf Wilhelmshavener Grund, ist der Wurftaubenschießclub-Jade beheimatet. Sein 2002 eingeweihter Schießstand wird gut genutzt. Vor allem an den Wochenenden. Morgens bis abends. Bei schönem Wetter. Wenn andere Leute die Ruhe auf ihrer Terrasse genießen wollen.
Der Wurftaubenschießstand in Wilhelmshaven-Tammhausen. Der Seebadeverein will mit dem dortigen Verein nach Wegen suchen, wie die Lärmbelastung für Hooksiel verringert werden kann. Foto: Wurftaubenschießclub
Vor allem bei östlichen Winden sind die Schießgeräusche der Sportschützen, darunter auch Jäger aus dem Wangerland, in Hooksiel gut zu hören. In einigen Ecken mehr, in anderen weniger. Zu jenen, die die Schüsse gewaltig stören, gehört der Konrad Severin. Er lebt seit einem Jahr in Hooksiel und engagiert sich im örtlichen Seebadeverein – in der Arbeitsgruppe „Schießlärm“. Deren Ziel: Die Lärmbelastung reduzieren.
Bauschuttdeponie als Schutzwall
Am Dienstag trug Severin beim „Gäste- und Bürgersnak“ des Vereins den Stand der bisherigen Bemühungen vor. Er erzählte von Gesprächen mit ebenfalls Betroffenen, von Recherchen zu lange zurück liegenden juristischen Auseinandersetzungen, über ein Telefonat mit dem Vorsitzenden des Wurftaubenschieß-Clubs und über Bemühungen des Wangerländer Alt-Bürgermeisters Dietrich Gabbey, der sich erneut an die Stadt Wilhelmshaven gewendet habe in der Hoffnung, dass man dort im Zuge der laufenden Fortschreibung des Flächennutzungsplanes der Stadt etwas für den Schallschutz der Hooksieler tun könnte.
Die Idee: Ein Lärmschutzwall. Eine entsprechende Konstruktion hatten Gabbey, der heutige Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) und Vereinsvorsitzender Heinz Weerda sich schon vor einigen Jahren einmal in Osnabrück angesehen. Dort schützt eine riesige Erddeponie in unmittelbarer Nähe des Schießstandes die Nachbarn vor Lärm.
Gemeinsam nachdenken
Rechtlich, so der Eindruck von Severin, ist dem Schießstand ohnehin nicht beizukommen. Sinnvoller wäre es, mit dem Verein zusammen nach Möglichkeiten der Lärmminderungen zu suchen. Als Pate für solche Gespräche bot sich im Gästehaus Bernd Abrahams an. Der Bauingenieur und Bürgermeister-Kandidat der Unabhängigen ist Jäger und nutzt den Schießstand auch selbst. Er habe den Eindruck, dass man sich bislang dort zwar schon über Lärm dämmende Maßnahmen sehr viele Gedanken gemach, aber halt noch keine Lösung gefunden habe. Er sei überzeugt, so Abrahams: „Es gibt Möglichkeiten, die Situation für die Hooksieler Bürger zu verbessern.“
Denkbar seien leisere Munition oder Schalldämpfer oder auch bauliche Maßnahmen wie der Einsatz von schalldämpfenden Materialien oder der Bau von Lärmschutzwänden. Wenn der Schießbetrieb nicht eingeschränkt werde und auf den Verein keine Kosten zukämen, so Abrahams, wären die Schützen sicher kooperationsbereit.
Gartengeräusche werden Nebensache
Bürgermeister Szlezak, auch zu Gast beim Seebadeverein, bestätigte, dass die Lärmschutzsatzung der Gemeinde Wangerland keine Handhabe gegen den Schießlärm biete. Was allerdings vor Ort schon zu kuriosen Situationen führen kann, wie ein Hooksieler Bürgerin schilderte. Sie habe sich gerade Gedanken darüber gemacht, ob sie einen Nachbarn rügen solle, der während der offiziellen „Mittagsruhe“ in Hooksiel mit Gartengeräten hantierte. Dann setzte die Schießerei ein – und der Lärm von nebenan wurde zur Nebensache.
Hooksiel/Wilhelmshaven (25. 3. 2026) – Die Hooksieler Seeschleuse wird voraussichtlich nicht vor Pfingsten (24. Mai) für Boote und Schiffe passierbar sein. Als Grund für die Verzögerungen der Sanierungsarbeiten verweisen Holger Banik, Geschäftsführer der landeseigenen Hafengesellschaft NPorts, und der Leiter der NPorts-Niederlassung Wilhelmshaven, Mathias Lüdicke, auf den strengen Winter. Acht Wochen lang habe an dem Wasserbauwerk nicht gearbeitet werden können. Nach der ursprünglichen Planung sollte die Schleuse ab Ende April wieder für Skipper nutzbar sein.
NPorts-Chef Holger Banik (links) und Mathias Lüdicke, Leiter der NPorts-Niederlassung Wilhelmshaven, stellten die Perspektiven für die Wilhelmshaven Häfen sowie geplante Investitionen vor. Foto: hol
Die Scheusenanlage aus dem Jahr 1975 wird mit mit einem finanziellen Aufwand in zweistelliger Millionenhöhe rundum saniert. Die Arbeiten laufen bereits seit 2022. Aktuell werden die sanierten Torlinien zwei bis fünf wieder in die Schleusenkammer eingelassen. Lüdicke bat heute im Rahmen der Jahrespressekonferenz seiner Niederlassung in der NPorts-Zentrale am Jade-Weser-Port um Verständnis dafür, dass im Zuge der Arbeiten auch der Straßenverkehr hier und dort kurzfristige gesperrt werden muss.
Schleusenöffnung erst Ende Mai
Neben der Schleusenkammer mit ihren hydraulischen Elementen soll auch die komplette Elektrik und Elektronik des technischen Bauwerkes erneuert werden. Vorgesehen ist auch die Runderneuerung des Schleusenwärter-Zentrale. Dieser Bauabschnitt sei allerdings erst für 2027/28 geplant.
Allein im laufenden Jahr investiert NPorts im Bereich der Niederlassung Wilhelmshaven, zu der Hooksiel gehört, 14 Millionen Euro. Weitere 11 Millionen Euro sind für Unterhaltungsarbeiten vorgesehen.
Banik und Lüdicke stellten eine Reihe von Großprojekten vor, die perspektivisch in Wilhelmshaven verwirklicht werden sollen. Möglich gemacht würden die auch durch ein 375-Millionen-Euro schweres Sonderpaket des Bundes für den Ausbau der Hafeninfrastruktur in Niedersachsen.
Großprojekte für die Energiewende
Ein Schwerpunkt dabei ist die Sicherung der Energieversorgung und die Umsetzung der Energiewende. So laufen derzeit die Planungen für einen neuen Anleger für sechs Großschiffe in der Jade, den Anleger für verflüssigte Gase (AVG), auf Hochtouren. NPorts arbeite derzeit an der Finanzierung des 650 Millionen Euro teuren Projektes und bereite die Planfeststellung vor. Wenn die privaten Kunden, ein Konsortium um das Energieunternehmen TES, ebenfalls ihre „Hausaufgaben“ machen, könne im zweiten Halbjahr 2027 mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Die Pläne für den Voslapper-Groden-Nord: Der geplante Anleger für verflüssigte Gase soll einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten. Die derzeit noch nördlich davon gelegene Umschlagbrücke mit dem LNG-Terminal Wilhelmshaven 1 ist auf der Skizze nicht mehr zu sehen. Grafik: NPorts
Über das AVG sollen unter anderem flüssige Gase wie Ammoniak (nötig für die Wasserstoff-Produktion) und flüssiges Erdgas (LNG) importiert und klimaschädliches Kohlendioxid (CO2), etwa auf dem Weg zur Verpressung unter der Nordsee, exportiert werden. Die privaten Investoren wollen dafür auf dem Voslapper Groden-Nord die notwendigen industriellen Anlagen bauen, darunter einen stationären LNG-Terminal. Vor dem Startschuss für den Bau des AVG müssten sie aber einen Kredit in Höhe von 100 Millionen Euro absichern, der neben den Mitteln von Land und Bund (je 275 Mio. Euro) für die Investition benötigt werde.
Mehrzweck-Terminal mit RoRo-Anlage
Zweites Großprojekt: Der Bau eines etwa 900 Meter langen „Multipurpose Terminal“ (MPT). Der Mehrzweck-Terminal soll in Verlängerung des Jade-Weser-Ports in Richtung Hooksiel entstehen. Damit will NPorts unter anderem die nötigen Platz für den Umschlag von Windkraftanlagen, von Spezialladungen – gegebenenfalls auch für militärische Zwecke –, für den Autoimport und für zusätzlichen Containerumschlag schaffen. Das MPT soll dafür mit einer RoRo-Anlage ausgestattet werden, über die rollende Ladung direkt zu den Logistikflächen hinter der Kaikante transportiert werden kann.
Ohne zusätzliche Umschlagflächen in Häfen seien die Ausbauziele für Windparks in der Nordsee, ein wichtiger Baustein der geplanten Energiewende, nicht zu erreichen, sagte Banik. Insgesamt würde ein MPT die Rolle Wilhelmshavens als Logistikstandort weiter stärken. NPorts rechnet für das bis zu eine Milliarde Euro teure Vorhaben mit einer Planungszeit von zwei Jahren. Dem dürfte sich ein zweijähriges Genehmigungsverfahren anschließen. Im aktuellen Haushalt des Unternehmens sind für das Projekt sieben Millionen Euro Planungskosten eingestellt.
Schlepperhafen an der Niedersachsenbrücke?
Im Zusammenhang mit den Plänen für ein AVG und den MPT stehen auch Überlegungen zur Betonsanierung und künftigen Nutzung der Niedersachsenbrücke, an der im Moment ausschließlich Kohle importiert wird. Ein Gedanke dabei: Hier, südlich des Jade-Weser-Ports, könnte ein neuer Schlepperhafen entstehen, der auf der Nordseite des Containerterminals durch den Bau des MPT wegfallen würde. Welche Funktion die Brücke künftig haben könnte, hänge maßgeblich von den Wünschen potenzieller Kunden ab, sagte Banik.
Hoch zufrieden zeigte sich Banik mit der Entwicklung der Umschlagzahlen am Jade-Weser-Port. An dem über Jahre als Geisterhafen verspotteten Containerterminal wurden 2025 1,47 Millionen Standardcontainer umgeschlagen. Die Prognose für das laufende Jahr: 1,5 bis 1,8 Millionen TEU. Zu verdanken sei das vor allem der Partnerschaft von Hafenbetreiber Eurogate mit der Hamburger Großreederei Hapag-Lloyd.
Gespräche über „Hafenhaus“ in Hooksiel
Einen festen Platz im neu erarbeiteten Perspektivpapier für die Wilhelmshavener Häfen hat auch Hooksiel. Wie Lüdicke sagte, könne er sich am Außenhafen sehr gut den Bau eines „Hafenhauses“ mit Büroräumen, kleiner Restauration und Informationspunkt zu Häfen und Energie vorstellen. Man führe bereits Gespräche mit potenziellen Investoren.
Eher „Platzhalter“ hingegen seien bislang Überlegungen zur Verlängerung der Nord- und der Südmole des Hafens. Jedenfalls gebe es hier noch keine Notwendigkeit für Liegeplätze etwa für Schlepper oder andere Dienstleister.
Völlig neu im Portfolio der NPorts-Niederlassung ist die Entwicklung und Vermarktung von Flächen für touristische Zwecke. für das Hooksieler Freizeitgelände zwischen zweiter Deichlinie und Außenhafen, zwischen Bäderstraße und Hooksmeer werden unter anderem Interessenten für den Bau zum Beispiel eines Hotel oder auch von naturnahen Übernachtungsmöglichkeiten wie „Wohnen auf dem Wasser“ oder „Hütten-Camping im Wald“ gesucht.
Bei dem Nebeneinander von Hafen- und Energiewirtschaft auf der Wilhelmshavener und Tourismus auf der Hooksieler Seite sehe er keinen Widerspruch, so Lüdicke. Aber bei der Entwicklung der Flächen im Freizeitgelände, für die man auch auf die Bauleitplanung der Gemeinde Wangerland angewiesen sei, rechne man schon mit Zeiträumen von 10 bis 20 Jahren.