Hooksiel (10. 7. 2024) – Unbekannte haben an der Hooksieler Tennisanlage eine Dachrinne gestohlen. Vereinsmitgliedern war am Morgen des heutigen Mittwoch aufgefallen, dass die metallische Regenrinne demontiert worden ist. Bei der Aktion haben die Täter zudem ein Fallrohr abgeknickt und eine Beleuchtungslampe abgerissen.
Der FC Nordsee Hooksiel als Betreiber der Anlage hat Strafanzeige erstattet. Offenbar ging es den Tätern um den Metallwert der Rinne. Der Schaden für den Verein dürfte um ein Vielfaches höher liegen. Betroffen ist man beim FCN, da bereits im April dieses Jahres Unbekannte ihr Unwesen auf der Tennisanlage getrieben und dabei erheblichen Schaden hinterlassen hatten. Der Verein hatte daraufhin seine Sicherheitsvorkehrungen verbessert.
Mögliche Zeugen, die im Zeitraum vom vergangenen Wochenende bis zu diesem Mittwochmorgen unbefugte Personen an der Tennishütte gesehen oder den Abtransport der etwa zwölf Meter langen Dachrinne beobachtet haben, werden gebeten, sich mit der Polizei in Hohenkirchen in Verbindung zu setzen.
Josephine Stark erlernt in Hooksiel den Beruf der Bäckerei-Fachverkäuferin. Danach würde sie gern ein Jahr lang ins Ausland gehen. Foto: hol
Hooksiel (10. 7. 2024) – Eine berufliche Ausbildung hat häufig auch nützliche Nebeneffekte fürs Privatleben. „Ich kann jetzt wirklich gut Kuchen backen“, sagt Josephine Stark, angehende Bäckerei-Fachverkäuferin. Ihre Ausbildung absolviert die 21-Jähre in der Hooksieler Filiale der Bäckerei Ulfers-Eden.
Josephine Stark kommt aus Düsseldorf. Nach ihrem Schulabschluss ist sie zusammen mit ihrer Mutter nach Hooksiel gezogen, um den hier lebenden Großvater der jungen Frau zu betreuen. Die Bäckerei suchte gerade eine Auszubildende, die Neu-Hooksielerin bewarb sich und erhielt 2022 den Zuschlag. Bis heute hat sie ihre Entscheidung nicht bereut. „Das ist ein sehr familiärer Betrieb. Wir sind ein tolles Team hier in der Filiale und die Chefin und der Chef schauen fast täglich vorbei“, sagt Josephine Stark im Gespräch mit „Hooksiel-life“.
Auch Verkäuferinnen lernen das Backen
Auch wenn es in Bäckereien häufig um Süsswaren geht: Die Ausbildung ist kein Zuckerschlecken. Im ersten Lehrjahr besuchen angehende Bäckerei-Fachverkäuferinnen zwei Mal in der Woche die Berufsschule in Jever, danach noch einmal wöchentlich. Neben den allgemein bildenden Fächern wie etwa Mathematik, Deutsch und Englisch lernen die jungen Leute im ersten Lehrjahr vor allem sehr viel über die Backkunst – in Theorie und Praxis. Neben der Produktkunde werden Brot und Kuchen dabei auch selbst hergestellt. Was ist der Lieblingskuchen von Josephine Stark? „Bienenstich!“
Mehr noch als in der Schule lernt man bei der praktischen Arbeit, verrät die Auszubildende, die im August ins dritte Lehrjahr geht. „Die Kunden haben Fragen über Fragen – zu Kuchen, den unterschiedlichen Brötchensorten, zum Brot und, und, und. Wenn man die Antwort nicht parat hat, helfen die Kolleginnen gern aus. Da muss man dann aufpassen.“
Selbstbewusstsein kommt von allein
Ohnehin: Der Servicegedanke, das stets freundliche und offene Auftreten gegenüber Kunden, sei neben dem Fachwissen ganz wichtig in dem Beruf. Zumal in einer Filiale, die auch von zahlreichen Urlaubern besucht wird. „Wer hier als junge Azubi noch ein bisschen schüchtern ist, legt das schnell ab“, sagt Josephine Stark. „Das lernt man. Das Selbstbewusstsein kommt fast von allein.“
Was man in einer Bäckerei in einer Urlaubsgemeinde auch lernt ist, dass es kein Wochenende im eigentlichen Sinne gibt. Die Filiale in Hooksiel hat jeden Tag geöffnet, meist ab 5.30 Uhr. Die Verkäuferinnen arbeiten in Schichten an sechs Tagen die Woche. Mal bis mittags, mal nachmittags oder als Azubi auch mal in einer Mittelschicht. „Für mich ist das ideal“, sagte Josephine Stark. „Wenn ich bis mittags arbeite, habe ich noch den ganzen Nachmittag für mich.“
Trinkgeld für den Lebenstraum
In ihrer Freizeit bereitet sich die junge Frau darauf vor, ihren Lebenstraum zu verwirklichen. Unbedingt möchte sie nach der Ausbildung für ein Jahr ins Ausland gehen. Vielleicht mit „Work and Travel“ oder auch als „Au-Pair-Mädchen“. Da sie noch bei ihrer Familie wohnt, kann sie von ihrer Ausbildungsvergütung schon jeden Monate ein bisschen Geld zurücklegen. Im ersten Lehrjahr verdiente sie 750 Euro, im dritten werden es gut 1000 Euro sein. „Da kommen dann noch rund 100 Euro Trinkgeld im Monate dazu“, sagt Josephine Stark und lächelt. Und: Kein Zweifel, dass dieses Lächeln die Trinkgeldsumme in der Filiale mit nach oben treibt.
Hooksiel (9. 9. 2024) – Die Hooksieler Kanone steht, frisch saniert, seit wenigen Tagen auf ihrem angestammten Platz auf dem Deich an der Viethstraße. Wieder einmal. Bei der Durchsicht alter Unterlagen ist Wolfgang Reich, langjähriger Vorsitzender des Hooksieler Seebadevereins und der Hooksieler Arbeitsgruppe, auf ein Foto aus dem Jahr 2000 gestoßen. Auch damals wurde die Kanone nach Restaurierungs- und Sanierungssarbeiten wieder am Deich platziert.
Das Foto ist ein Stück Hooksieler Dorfgeschichte. Er zeigt neben dem damaligen Seebadevereins-Vorsitzende Wolfgang Reich (3. von links) die Mitglieder der ersten Arbeitsgruppe, die in Hooksiel kurze Zeit zuvor eingerichtet worden war. Einige der damals Beteiligten sind inzwischen bereits verstorben. Zu sehen sind (von links) Ausrufer Andreas Tepper, Henning Gieseke, Wolfgang Reich, Helmut Janßen, der die Kanone später noch einmal überholt hat, Walter Dekena, Herbert Gruben, Wilhelm Tiarks, Heinz Dowideit, Rudi Jansen, Helmut Krüger und Arnold Goerke. Davor knieend Sina und Julia Gaudian.
„Wir haben die Kanone auch mit Böllerschüssen aus Eimern begrüßt“, erinnert sich Reich. Im Unterschied zu damals habe die Überholung aber nur einige Wochen gedauert und gut 1000 Mark gekostet. Dass die aktuelle Sanierung drei Jahre in Anspruch nahm und deutlich teurer geworden sein dürfte, ist dem Umstand geschuldet, dass diesmal alle maroden Bauteile durch Original-Bausteine ersetzt wurden, die zum Teil eigens dafür angefertigt werden mussten.
Hunderte Menschen, darunter zahlreiche Erwachsene und Senioren, verfolgten am Montag das bunte Treiben beim Spielefest im „Garten der Generationen“. Foto: hol
Hooksiel (9. 7. 2024) – Wenn es jemals Zweifel daran gab, ob der „Garten der Generationen“ im Hooksieler Ortskern seinen Namen zurecht trägt: An diesem Montag wurden die endgültig beerdigt. Hunderte Besucher kamen zum von der Interessengemeinschaft „de Hooksieler“ organisierten Spielefest – Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Großeltern … überall strahlende Gesichter. Zumindest bis kurz vor 17 Uhr der Regen einsetzte.
Anke Müller, Sprecherin von „de Hooksieler“, war rundum zufrieden. Sie organisiert das jährliche Fest seit 2011. Zweimal musste die Veranstaltung während der Corona-Pandemie ausfallen. Am Montag gab es also die zwölfte Auflage. Dabei war nicht nur die Zahl von an die 300 beteiligten Kindern bemerkenswert, sondern auch die Vielfalt von Unterstützern aus anderen Vereinen im Ort.
So konnten in der Gartenanlage zwischen Wohnstift und Nee Straat 13 Stationen mit verschiedenen Spielen aufgebaut werden, an denen die Kinder sich nach und nach probieren durften. Alles kostenlos, alles ohne Leistungsdruck. Jeder der Teilnehmer erhielt als Belohnung einen Stempel in seinen Laufzettel, der am Ende durch ein kleine „Belohnung“ veredelt wurde: eine Tüte frisch zubereitetem Popcorn.
Viel Geschick war an den Spieleständen der Arbeitsgruppe (links) und des MTV gefragt. Fotos: hol
Die Palette der Spiele reichte vom Petanque-Spiel des MTV, über die Wasserspritze der Feuerwehr bis zur Boßelbahn des FC Nordsee Hooksiel. Hier wurden Nägel in Bretter geschlagen, dort zeigten DLRG-Helfer den Kindern, wie richtige Knoten gemacht werden. Und gleich nebenan gab das Nationalparkhaus Minsen Einblick in die Vielfalt des Lebens im Wattenmeer. Eine besondere Herausforderung für die oft bunt geschminkten Jungen und Mädchen war die Übung, die sich die Arbeitsgruppe Hooksiel ausgedacht hatte. Dort mussten die Kindern einen Stab mit einer Öse an der Spitze geschickt über ein elektrisches Kabel führen. Bei jedem Kontakt gab es ein Signal – aber mit oder ohne Signal auch einen Stempel auf dem Laufzettel.
Abgerundet wurde das Angebote durch einen Bratwurst- und einen Kuchenstand. Zu den Beobachtern des bunten Treibens gehörten keineswegs nur die Angehörigen der Kinder. Unter anderem erfreuten sich zahlreiche Bewohner des Wohnstifts an dem Rummel. Zu den Organisationen, die das Fest mit Ständen und Spielen bereichert haben, gehörten neben de Hooksieler, der Feuerwehr, MTV und FCN Hooksiel, der Arbeitsgruppe, dem Nationalparkhaus und der DLRG Ortsgruppe Wangerland auch die Initiative „Weil wir der Hooksieler sind“, der Hooksieler Jugendtreff, die Wilhelmshavener Kinderhilfe (Wiki) und die Fairtrade-Gruppe Wangerland.
Ein gutes Händchen mussten die Kinder haben, um mit einer Boßelkugel das kleine Loch am Ende der Holzbahn zu treffen. Foto: hol
Hooksiel (8. 7. 2024) – Die heiße Phase der Vorbereitung auf die Saison beginnt. Am Mittwoch, 24. Juli, um 18 Uhr soll auf der Jade-Rennbahn der erste Startschuss fallen. „Bis dahin gibt es noch einiges zu tun“, sagt Immo Müller, Vorsitzender des Hooksieler Rennvereins, der jetzt mit den anderen Vorstandsmitgliedern die Rennbahn an der Hooksieler Bäderstraße in Augenschein nahm.
Die letzten Vorbereitung für die Saison 2024 laufen. Der Vorstand des Rennvereins Hooksiel hat alle Hände voll zu tun. Auf dem Bild (von links) Anna Janssen, Immo Müller, Timo Zippermayer, Brunhard Janßen, Jana Sophie Kohnke und Marco Will. Foto: hol
Die Vorbereitung der Trabrennbahn und der umliegenden Flächen liegt in den bewährten Händen von Brunhard Janßen, der von weiteren Rennsportfreunden unterstützt wird. Unter anderem müssen die Grünflächen gemäht, das Geläuf mehrfach gewalzt und Maulwurflöcher gefüllt werden. Begrenzungspfosten wollen gestrichen, die Elektrik kontrolliert und Zelte aufgebaut werden.
Parallel dazu läuft die Werbung für die drei Abendrenntage am 24. und 31. Juli sowie am 7. August an. Im vergangenen Jahr hätten bei durchwachsenem Wetter rund 8000 Pferde- und Wettfreunde die drei Renntage besucht, sagte der stellvertretende Vorsitzende Timo Zippermayer. Die Marke möchte man in diesem Jahr auch wieder erreichen. Dafür werden Hinweistafeln platziert, große Banner aufgehängt und im Großraum Hooksiel Plakate geklebt. Aus Sicht des Vereins sei es dabei schon etwas ärgerlich, dass einige Kommunen für Werbung für die Veranstaltung Gebühren nehmen. „Die Renntage sind eine große Werbeveranstaltung für unsere Region“, sagt Immo Müller. Es wäre schön, wenn der Verein dabei von allen Seiten unterstützt würde.
Ursprünglich sollte der erste Renntag bereits am 17. Juli stattfinden. Aufgrund von Terminkollisionen mit anderen Trabrenn-Veranstaltungen unter anderm aus den Rennbahnen in Hamburg und Gelsenkirchen habe man sich dann im Verband darauf verständigt, die Termine zu entzerren. Ein wichtiger Grund dafür, so Müller: „Die Pferde müssen nach einem Renntag mindestens sechs Tage pausieren, bevor sie erneut an den Start gehen können.“
Wer am 24. Juli in Hooksiel ins Rennen gehen wird, steht noch nicht fest. Die Meldefrist für die Fahrer beginnt erst eine Woche vor der Veranstaltung. Erwartungsgemäß dürfen sich die Hooksieler wieder auf eine Reihe von Rennfahrern aus den Niederlanden freuen. Voraussichtlich werden mit Günther Lühring und Immo Müller aber auch wieder Fahrer aus dem Wangerland am Start sein. Noch in Planung ist zudem ein Pony-Trabrennen.
Froh ist man beim Rennverein darüber, dass die Renntage erneut von zahlreichen Sponsoren aus der Wirtschaft der Region unterstützt werden. Dadurch können unter anderem an die siegreichen Fahrer attraktive Preisgelder ausgeschüttet werden. Die Besucher werden zudem Gelegenheit haben, sich durch erfolgreiche Wettern auf Sieg und Platzierungen ihr Eintrittsgeld zurückzuholen.
Der Kartenvorverkauf läuft bereits. Der Rennverein setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit dem Online-Dienstleister eventim.de. Zudem können Eintrittskarten an der Abendkasse und erstmals auch in den Gästehäusern bei der Wangerland Touristik GmbH erworben werden. Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben. Und, so betont Kassenwartin Jana Sophie Kohnke: „Kinder bis 14 Jahre haben bei uns freien Eintritt.“
Conny Anders stellt im Awo-Heim in Hooksiel ihre ersten Gemälde aus. Etwaige Verkaufserlöse kommen der Arbeitsgruppe Hooksiel zugute. Foto: hol
Hooksiel (7. 7. 2024) – Die Hooksieler Arbeitsgruppe hat seit einigen Monaten auch weibliche Komponenten. War die Runde der ehrenamtlichen Helfer über Jahrzehnte eine reine Männerdomäne, freut sich Arbeitsgruppen-Sprecher Bruno Bölts inzwischen auch über einige Frauen unter den 21 Aktiven, die sich jeweils mittwochs zu Arbeitseinsätzen im Dorf treffen.
Eine der Frauen ist Conny Anders, die sich nach Kräften mit einbringt. Hier etwas streichen, dort Unkraut hacken oder auch einmal am Grill oder beim Tee kochen helfen. Jetzt stellt sie auch noch ihr künstlerisches Talent in den Dienst der Gemeinschaft ein. Seit dem Sommerfest der Gruppe stellt Conny Anders im Awo-Heim am Gästehaus 19 kleine- und mittelformatige Bilder aus, die überwiegend Motive aus Garten, Natur und Landschaft zeigen, häufig mit Küstenbezug. An jedem der Bilder hängt ein Preisschild. „Der Erlös aus dem Verkauf kommt zu 100 Prozent der Arbeitsgruppe zugute“, freut sich Bruno Bölts.
Conny Anders ist erst vor geraumer Zeit aus Hannover an die Küste gezogen, weil sie schon immer eine innere Nähe zum Wasser in sich gespürt habe. „In Hooksiel fühle ich mich ausgesprochen wohl“, sagte die Frau, die nach eigenem Bekunden in Hooksiel erstmals zu Pinsel und Stift gegriffen hat, um ihr nahe liegende Motive auf eine Leinwand zu bannen. Der Erfolg ist beachtlich: Schon im Verlauf des Sommerfestes der Arbeitsgruppe fanden einige ihrer Bilder einen Käufer.
Die Bilder von Conny Anders können bis auf weiteres jeweils mittwochs von 9 bis 12 Uhr im Awo-Heim in Augenschein genommen werden.
Hooksiel (7. 7. 2024) – Ein Strafverfahren und ein laut Polizei „empfindliches Bußgeld“ kommen auf einen 18-Jährigen zu, der am Samstag mit seinem Roller mit deutlich erhöhter Geschwindigkeit in Hooksiel unterwegs war. Beamte des Polizeikommissariat Jever seien gegen 19 Uhr auf den jungen Mann aufmerksam geworden. Als sie ihn kontrollieren wollten, sei der Rollerfahrer jedoch zunächst geflohen.
Erst im späteren Verlauf des Abends trafen die Beamten den Raser erneut. Der 18-Jährige war zu Fuß unterwegs. Gegenüber den Polizisten habe er eingeräumt, der verantwortliche Fahrzeugführer gewesen zu sein. Die Ermittlungen ergaben, dass der junge Mann keinen Führerschein für den Roller besitzt. Mehr noch: Er stand offenbar während der Fahrt unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln, was er selbst auch zugegeben habe, so die Polizei. Die Beamten veranlassten daraufhin eine Blutentnahme in einem Krankenhaus.
Sabrina und ihr Vater Andreas Stiller aus Altengroden begutachten nach zwei Jahren noch einmal die Unfallstelle: Ein Radweg im Wilhelmshavener Stadtpark. Foto: privat
Hooksiel/Wilhelmshaven (5. 7. 2024) – Es sollte eine schöne Sommer-Radtour durch den Wilhelmshavener Stadtpark werden. Was Anja Stiller und ihre Tochter Sabrina dann tatsächlich erlebten, war aus heutiger Sicht ein Horrortripp. Sabrina geriet mit ihrem Rad in eine Sandkuhle, stürzte und brach sich den Tibiakopf am Schienbein unterhalb des rechten Knies.
Es folgte eine medizinische Tortur mit einer Notoperation des Trümmerbruchs, sechs Folgeoperationen unter Vollnarkose, Korrekturbrüchen und Wundentzündungen. Sabrina war etliche Monate lang an einen Rollstuhl gefesselt. Heute, gut zwei Jahre nach dem tragischen Unfall, kann sie wieder gehen, wenn auch unter Schmerzen. An Laufen ist nicht zu denken. Zudem, so schildert Vater Andreas Stiller, wurde durch den Sturz und die Operationen die Beinachse verschoben. Die Folge: Arthrose. „Ärzte in einer Spezialklinik in Heidelberg haben uns gesagt, dass Sabrina zwingend ein neues Knie benötigt. Die Operation sollten wir aber erst in fünf bis zehn Jahren vornehmen lassen, damit die Frakturen richtig ausgeheilt sind.“
Unfall mit schlimmen Folgen
Der Unfall am 27. August 2022, ein Sonnabend, hat das ohnehin nicht leichte Leben der Familie Stiller zusätzlich belastet. Sabrina, heute 32, ist seit ihrer Geburt körperlich und geistig behindert. Abe trotz des schlimmen Unfalls hat die junge Frau ihren Lebensmut nicht verloren. „Sabrina war so tapfer“, schildert Andreas Stiller. „Geweint hat sie nur unmittelbar beim Sturz – und weil wir dadurch unseren geplanten Urlaub absagen mussten.“ Die Operationen und die zahllosen Physio-Behandlungen im Anschluss habe sie klaglos ertragen.
Das mit feinem Sand gefüllte Loch im Radweg, das Sabrina vor zwei Jahren zum Verhängnis wurde (links). Wenige Tage nach dem Unfall wies ein Schild auf die Schäden hin. Fotos: privat
Ein wichtiger Therapeut war ihr Pferd. Sabrina reitet von Kindesbeinen an beim Reit- und Fahrverein (RuF) Hooksiel. „Sobald sie im Rollstuhl sitzen konnte, mussten wir mit ihr zum Stall in Oesterdieken fahren“, schildert Anja Stiller. Die gute Botschaft nach all den schweren Monaten seither: Sabrina wird weiterhin reiten können.
Kein Warnschild
Der gesundheitliche Zustand der Wilhelmshavenerin hat sich inzwischen stabilisiert. Dennoch lässt Anja und Andreas Stiller die Frage nicht zur Ruhe kommen, warum es eigentlich zu dem Unfall im Stadtpark kommen konnte. Anja und Sabrina fuhren auf einem ansich festen Radweg nahe des Ehrenfriedhofs. Durch Sonne und Schattenwurf sei der Belag aber nicht an jeder Stelle erkennbar gewesen. Auch deswegen sei Sabrina in ein Loch gefahren, dass offenbar zuvor von Arbeitern mit staubfeinem Sand aufgefüllt worden war – möglicherweise zum Wohle der umstehenden Bäume. „Warum hat da niemand ein Warnschild aufgestellt?“, fragt sich Andreas Stiller. „Dann wäre der Unfall vermutlich nicht passiert.“
Der Vater war unmittelbar nach dem Unfall bei der Polizei, um Anzeige zu erstatten. Der Beamte dort habe ihm nach einer Ortsbegehung bestätigt, dass die Gefahrenstelle hätte abgesichert werden müssen. Das habe die Stadt dann – offenbar infolge des Hinweises von der Polizei – einige Tage später auch getan. Ein Schild mit dem Hinweis „Radwegschäden“ weist auf Gefahrenstellen hin.
Für Sabrina kam die Warnung zu spät. Lange haben sich Stillers mit dem Gedanken getragen, zivilrechtlich gegen die Stadt vorzugehen, um so möglicherweise Schmerzensgeld oder Schadensersatz für Sabrina zu erstreiten. Ihre Anwälte schätzen die Erfolgsaussichten allerdings als gering ein. Inzwischen ist das Thema Klage vom Tisch. Mit zu der Entscheidung beigetragen hat, dass Familie Stiller als Klägerin im Fall einer Niederlage vor dem Landgericht Oldenburg möglicherweise auf Prozess- und Anwaltskosten von mehreren Tausend Euro sitzengeblieben wäre.
„Wir wollen keine Schuldzuweisung betreiben“, betont Andreas Stiller (links mit Tochter Sabrina; Foto: hol) . Aber, auch daraus macht er keinen Hehl, vom Verhalten der Stadt Wilhelmshaven sei er „extrem enttäuscht“. Bereits in einem Schreiben aus Oktober 2022 wies die Stadtverwaltung jede Verantwortung von sich. Der Unfall sei auf keinen Fall durch eine Verletzung der Verkehrssicherheitspflicht zustande gekommen.
Grundsätzlich hätten Verkehrsteilnehmer Straßen und Wege in dem Zustand hinzunehmen, in dem sie sich erkennbar darbieten, heißt es in dem Schreiben. Man müsse seine Fahrweise entsprechend anpassen. Zum Zustand des Radweges im Stadtpark: Es habe sich um einen Sandweg gehandelt. „Es entspricht der allgemeinen Lebenserfahrung, dass Sandwege insbesondere in Zeiten extremer Trockenheit über keine feste Oberfläche verfügen.“
Sabrina Stiller hätte die lockere Sandfläche und damit die Rutschgefahr an bereits sichtbaren Reifenspuren erkennen können. „Wenn sie dennoch weiter gefahren ist, dann handelte sie auf eigene Gefahr.“ Abschließende Bewertung seitens der Stadt: Ausschließlich Eigenverschulden.
Traurig und auch wütend
Hätte die geistig beeinträchtige Frau die Gefahrenstelle tatsächlich selbst erkennen können? Nicht einmal ihrer Mutter war der unnatürliche Unterschied im Belag des Weges aufgefallen. „Wie eine juristische Bewertung auch ausgefallen wäre: Klar dürfte sein, dass ein Hinweisschild das Unfallrisiko deutlich verringert hätte“, sagt Andreas Stiller.
Traurig und auch wütend ist der Vater des Opfers aber noch aus einem anderen Grund. „Die juristische Einlassung war die einzige Reaktion aus dem Rathaus“, klagt Stiller. „Kann man angesichts der dramatischen Folgen des Unfalls für Sabrina nicht erwarten, dass irgendeiner von der Stadt sich einmal nach ihrem Gesundheitszustand erkundigt und vielleicht gute Besserung gewünscht hätte? Ich finde, dass gehört sich so.“
Viele Hooksieler Vereine beteiligen sich an der Ausrichtung des Spielefestes am Montag. Archiv-Foto: hol
Hooksiel (5. 7. 2024) – Hooksiel bereitet sich auf das große Spielefest vor. An der Veranstaltung der Interessengemeinschaft „De Hooksieler“ beteiligen sich zahlreiche weitere Vereine aus dem Ort. Am kommenden Montag, 8. Juli, ab 14. 30 Uhr verwandelt sich der Garten der Generationen an der Nee Straat in eine Spiellandschaft. Das Besondere: Alle Angebote sind für Kinder und Jugendliche kostenfrei.
Im vergangenen Jahr wurde das Spielefest von mehreren Hundert Kindern besucht. Unterstützt werden De Hooksieler um ihre Vorsitzende Anke Müller bei der Ausrichtung unter anderem von der Freiwilligen Feuerwehr, den Sportvereinen FC Nordsee Hooksiel und MTV Hooksiel, der Jugendpflege der Gemeinde, der DLRG Ortsgruppe Wangerland, der Wilhelmshavener Kinderhilfe (WiKi), dem Nationalparkhaus Minsen und der Initiative „Weil wir Hooksieler sind“. Für Kaffee und Kuchen sorgt das benachbarte „Wohnstift Hooksiel“.
Hooksiel (4. 7. 2024) – Großer Bahnhof zum Abschied. Henning Gieseke verlässt nach 30 Jahren Hooksiel. Die Verdienste des ehemaligen Marineoffiziers für den Ort wurden am Mittwochabend auf einem Empfang gewürdigt, den die Arbeitsgruppe Hooksiel für ihr langjähriges Mitglied ausgerichtet hatte. Als Vertreter der Gemeindeverwaltung sprach Abteilungsleiter Markus Gellert Dankesworte: „Wie waren stets ein verlässlicher Partner der Gemeinde Wangerland.“
Henning Gieseke (Mitte) verlässt Hookiel: Für sein jahrzehntelanges Engagement im Ort dankten unter anderem Björn Mühlena (Vorsitzender des Vereins Kunst- und Erlebnispfad Hooksiel) und der Sprecher der Arbeitsgruppe Hooksiel, Bruno Bölts (rechts). Foto: hol
Henning Gieseke lebt seit 1994 in dem Sielort. Hier bezog er nach dem Ende seiner Dienstzeit bei der Marine in Wilhelmshaven mit seiner Frau Karin ein Haus in der Bakenstraat und begann bald danach damit, was aus seiner Sicht selbstverständlich ist: Er engagierte sich für Belange im Ort. „Dabei dürften mehrere Tausend Stunden ehrenamtliche Arbeit zusammengekommen sein“, vermutet Gellert. „Das ist keineswegs selbstverständlich.“
Gieseke gehört zu den Mitbegründern des Vereins „Kunst- und Erlebnispfad Hooksiel“, der sich über die Jahre zum Förderverein für das Künstlerhaus Hooksiel entwickelt hat. „Ich liebe die Kunst und finde es wichtig, dass alle Bürgerinnen und Bürger Kunst erleben können.“ Aus seiner Sicht sind daher die dekorativen Skulpturen im öffentlichen Raum ebenso wichtig wie die wechselnden Ausstellungen im Künstlerhaus Hooksiel. „Es muss nicht jeder alles mögen, aber alles hat seine Berechtigung.“
Durch Toleranz und Teamfähigkeit hat sich Giesecke auch bei seiner jahrelangen Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Hooksiel ausgezeichnet. Wie Arbeitsgruppen-Sprecher Bruno Bölts sagte, sei es eine traurige Nachricht, dass die 21-köpfige Gemeinschaft eines seiner fleißigsten Mitglieder verliert. Die Arbeitsgruppe pflegt seit Jahrzehnten unter anderem die Grünanlage am Südeingang des Ortes (auf Wilhelmshavener Grund) und den Kreisel nahe der Tankstelle (eigentlich eine Kreis-Aufgabe).
Gieseke (82) zieht in Kürze in das 300-Seelen-Dorf Großplötzschau in der Nähe von Leipzig um, wo ein Neffe von ihm lebt. Für den Witwer, der in seinem Leben über 30 Mal umgezogen ist, noch einmal ein Neuanfang, ein „Geschenk obendrauf“, wie er sagt.
Unter den an die 100 Gästen beim Empfang an der Göpelscheune waren auch acht Mitglieder der Crew, die vor 62 Jahren, also 1962, mit Henning Gieseke zusammen in die Marine eingetreten sind. Die Senioren sangen ihrem Kameraden ein Ständchen und erinnerten an alte Zeiten. Gieseke war bei der Marine vorwiegend als Minenjäger aktiv. Militärischer Höhepunkt der Karriere des Kapitän zur See a. D. war der Minenräum-Einsatz im Persischen Golf nach dem Irak-Krieg Anfang der 1990er Jahre – dem ersten scharfen Einsatz deutscher Streitkräfte außerhalb des Nato-Gebietes, wie der damalige Kommandeur der Flottille der Minenstreitkräfte betont.
Ein wenig traurig stimmt ihn die Erinnerung an seine sich daran anschließende Verwendung im Verteidigungsministerium in Bonn. Er sei für die Ausbildung von Soldaten von Marine, Heer und Luftwaffe zuständig gewesen. Nach dem Mauerfall und dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes standen damals auch vertrauensbildende Maßnahmen mit russischen Streitkräften auf der Agenda … ein Ansatz, der dann irgendwann im Sande verlaufen ist.