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Beiträge veröffentlicht in “Tourismus”

Überland-Gruppe stellt sich der Kritik am Campingplatz-Konzept

Hooksiel (24. 4. 2026) – Der nächste „Gäste- und Bürgersnak“ des Seebadevereins Hooksiel könnte spannend werden. Als Gast wird am kommenden Dienstag, 28. April, einer der Geschäftsführer der Überland-Gruppe erwartet. Damit stellt sich erstmals ein Vertreter der neuen Eigentümer des „Nordsee-Campingplatzes Hooksiel“ öffentlich vor. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Gästehaus. Der Seebadeverein weist darauf hin, dass maximal 120 Plätze zur Verfügung stehen.

Der Nordsee-Campingplatz in Hooksiel ist das zentrael Thema beim nächsten „Gäste- und Bürgersnak“ des Seebaadevereins. Foto: hol

Die Überland-Gruppe hatte den Campingplatz mit seinen rund 1500 Stellplätzen zum 1. Januar von der insolventen Wangerland Touristik GmbH übernommen. Seit Ende März, dem Ende der Sturmflut-Saison, ist der Platz wieder belegt. Seitdem mussten die neuen Eigentümer viel Kritik aushalten, die über die Sozialen Medien und die Tagespresse verbreitet wurde. 

Nudisten sind enttäuscht

Ein Knackpunkt: Überland hatte angekündigt, ab 2027 aus wirtschaftlichen Gründen den FKK-Bereich auf dem Campingplatz aufgeben zu wollen. Damit würde der letzte Nudisten-Campingplatz an der Nordseeküste verschwinden. Ein herber Schlag für die Betroffenen, die zum Teil seit Jahrzehnten Dauercamper in Hooksiel sind.

Unmut ausgelöst haben bei einem Teil der Camper auch weitere Änderungen. Einige Dauercamper müssen ihre angestammten Stellplätze räumen. Die Struktur der Mieten ändert sich. Es kommt ab 2027 zu Preiserhöhungen vor allem dann, wenn Überland, wie angekündigt, die bislang als marode beklagte Infrastruktur der Wasser- und Stromversorgung modernisiert hat.

Kritik an neuen Schließzeiten

Kritik gibt es auch an den vorgezogenen Schließzeiten der Eingangsschranke (20 statt 22 Uhr) für Pkw. Was aus Sicht der Betreiber für mehr Ruhe auf dem Platz sorgen soll, wird von einigen Campern als Einschränkung der eigenen Bewegungsfreiheit beklagt. 

Ein weiteres Reizthema: Hunde. Als Neuerung erlaubt Überland den Campern auf allen Stellplätzen, ihre Hunde mitzubringen. Die Tiere müssen allerdings durchweg angeleint werden. Während die einen das mit Blick auf den Bewegungsdrang der Vierbeiner bedauern, befürchten andere, dass eine zunehmende Zahl von Hunden zur Bedrohung für die Brutvögel im nahe gelegenen Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer werden könnte.

Eine Reihe von Investitionen geplant

Neben den Änderungen in der Nutzung des Platzes, die im wesentlichen in den 25-seitigen Mietverträgen der Camper fixiert sind, und der Modernisierung der Sanitäranlagen hat Überland eine Reihe von Investitionen angekündigt, die den Platz familienfreundlicher machen sollen. Dazu gehören der Bau eines Abenteuerspielplatzes, einer Minigolfanlage und einer Mountainbike-Bahn, eines Indoor-Spielplatzes und eines Hunde-Agility-Parcour. 

Auch diese mit Blick auf die Attraktivität des Campingplatzes allgemein begrüßten Neuerungen dürften Thema beim „Gäste- und Bürgersnak“ werden.

WTG sucht Investor für Kur- und Thermenhotel in Horumersiel

Horumersiel/Hooksiel (10. 4. 2026) – Die Wangerland Touristik GmbH sucht Investoren für Neubau eines Thermen-Hotels und den Betrieb des Thalassso Meere Spa (TMS) in Horumersiel. Durch die erhofften Einnahmen will sich das gemeindeeigene Unternehmen aus der finanziellen Schieflage befreien, die zur aktuellen Insolvenz in Eigenverwaltung geführt hat.

Die WTG sucht nach Investoren für Horumersiel. Im Fokus sehen dabei die Gebäude des bisherigen Kurzentrums mit Tourist-Info und Kursaal (lila), das Thalasso-Meeres-Spa (blau) und die Friesland-Therme (gelb). Repro: WTG

Der jetzt in eine europaweitem Vergabeverfahren angebotene Gebäudekomplex am Standort „Zum Hafen 3“ in Horumersiel umfasst den Kernbereich der bisherigen Kurverwaltung – den Sitz des Unternehmens selbst mit Büroräume, Tourist-Information, Bücherei und Kursaal. 

Hotelneubau bis Ende 2028?

Auf diesem Grundstück könnte ein Käufer nach den Vorstellungen von Gläubigern, Insolvenzverwaltung und WTG „ein neues Kur- und Thermenhotel mit gesundheits- und tourismusorientierter Nutzung errichten“. Der Neubau soll möglichst schon Ende 2028 stehen. 

Das Grundstück liegt in unmittelbarer Nähe zum TMS und dem Schwimmbad „Friesland-Therme“. In dem erwünschten Kur- und Thermenhotel könnten – je nach Planung des Investors – auch wieder Einrichtungen wie zum Beispiel Büroräume für die WTG, eine Tourist-Info, Veranstaltungsräume, Shops oder auch Mitarbeiter-Wohnungen untergebracht werden.

Betreiber fürs TMS gesucht

In einem zweiten Los des Vergabeverfahrens geht es um den Betrieb des Thalasso Meeres Spa. Die Kostenexplosion beim Bau des Gesundheitstempels von veranschlagten 8,8 auf zuletzt angenommene 23 Millionen Euro gilt als Hauptursache für die Schwierigkeiten der WTG. 

Der Sanierungsplan sieht ausdrücklich nicht den Verkauf des TMS vor. Potenzielle Betreiber sollen vielmehr „ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept“ für den Betrieb der Einrichtung von 2027 bis Ende 2041 vorlegen, das Synergien mit dem geplanten Thermen-Hotel herstellt. Das TMS selbst bliebe bei dieser Konstruktion weiter im Besitz der WTG, die sich dann um den Abtrag der Investitionskosten kümmern müsste.

Friesland-Therme
Die „Friesland-Therme“ ist schon seit Monaten geschlossen. Mit einem entsprechenden Konzept eines benachbarten Kur- und Thermenhotels könnte das Bad auf vielleicht wieder eine Zukunft haben. Archiv-Foto: hol

Inwieweit Interessenten sich in der Lage sehen, einen kostendeckenden Betrieb des Thalasso Meeres Spa zu gestalten, dürfte sich erst im Vergabeverfahren selbst zeigen. Bei der WTG geht man aber offenkundig davon aus, dass man den künftigen Betreiber durch „ein Entgelt“ unterstützen muss. Umso wichtiger der Hinweis, dass man sich Synergien mit dem Neubau des Kurzentrums wünsche und einen Hotel- sowie Thalasso-Betrieb „aus einer Hand“ bevorzuge. 

Architektur wichtig

Bei der Vergabe des Grundstückes für das Thermen-Hotel soll neben der Höhe des gebotenen Kaufpreises auch die architektonische und städtebauliche Konzeption des Gebäudekomplexes stark gewichtet werden. Schon in der Vergangenheit waren Gewerbetreibende und Bürger in Horumersiel massiv gehen Pläne für überdimensionierte Hotelkomplexe vorgegangen.

Der Zeitplan sieht vor, dass Interessenten bis zum 21. Mai ihre Teilnahme an dem Verfahren beantragen können. Bis Anfang August sollen dann erste Angebote vorliegen, die dann beraten und nachverhandelt werden können. Mit der Vertragsunterzeichnung mit einem Investor rechnet die WTG für Ende September/Anfang Oktober. 

Der geplante Verkauf des Grundstücks „Zum Hafen 3“ ist ein weiterer Schritt zur Sanierung der WTG. Bekanntlich hat das Unternehmen sich bereits vom Campingplatz in Hooksiel getrennt und Grundstücke in Tettens verkauft. Für den Campingplatz Schillig wird aktuell nach einem Käufer gesucht. Die beiden WTG-Schwimmbäder in Horumersiel und in Hooksiel sind seit Monaten geschlossen. Für das Hallenwellenbad-Hooksiel mit den umliegenden Flächen wird ebenfalls nach einem Investor gesucht.

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Putzkolonnen künftig ohne Chemie und Giftstoffe unterwegs

Hooksiel (9. 4. 2026) – Beide Unternehmen sind seit Anfang 2025 zertifizierte Partner des Unesco Weltnaturerbe Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Ab sofort arbeiten die Hooksieler „Agentur am Meer“ und die PUUYU Nature Care GmbH aus Jever auch im praktischen Geschäft eng zusammen. Die gemeinsame Basis: Nachhaltigkeit.

Setzen beim Reinigen von Ferienwohnungen auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz: Alexandra Gölz und Matthias Suckert. Foto: hol

Die „Agentur am Meer“ am Meer betreut rund 120 Wohnungen und Feriendomizile in Hooksiel. Die wollen regelmäßig geputzt und gereinigt werden. „Nach jedem Bettenwechsel schicken wir eine Putzkolonne“, schildert Agenturbetreiber Matthias Suckert. Künftig werden die Putzkräfte nicht nur saubere Zimmer hinterlassen, sondern auch einen ökologisch einwandfreien Fußabdruck.

Nur ökologisch unbedenkliche Produkte

Dafür sollen die Produkte der PUUYU GmbH sorgen, die ausnahmslos mit natürlichen Inhaltsstoffen und Enzymen Verschmutzungen beseitigen, ohne die Umwelt oder die Anwender zu schädigen. Nach den Worten von Unternehmensgründerin Alexandra Gölz hat das Unternehmen eine ganze Reihe von Produkten entwickelt, die ohne Giftcocktail und Gaswolke reinigen. „Auf unserer Produkten findet man nicht einen einzigen Warnhinweis, die für potenziell giftige, ätzende oder wasserschädliche Stoffe vorgeschrieben sind.“

In einer Testphase wurden die Hooksieler Putzkolonnen für den Einsatz der neuen Allzweck-, Luft-, WC- oder Bodenreinigern geschult. „Das Motto ,viel hilft viel‘ gilt bei uns nicht“, sagt Alexandra Gölz. Soll heißen: Der richtige Umgang mit den Öko-Putzmitteln will gelernt sein. Zum Wohle der Umwelt und der Gesundheit von Mensch und Tier, die in die frisch gereinigten Wohnungen einziehen. 

Werte des Nationalparks Wattenmeer

Darauf setzt Suckert. Nach seinem Eindruck würden sich immer mehr Urlauber bewusst für eine Unterkunft entscheiden, die nachweislich im Einklang mit den Werte des Nationalparks Wattenmeer betrieben wird. 32 seiner Wohnungen seien entsprechend zertifiziert. 

Gölz und Suckert, die sich erst bei der Verleihung ihrer Zertifikate durch die Nationalparkverwaltung kennen gelernt haben, wollen auch beim Vertrieb der nachhaltigen Putzmittel zusammenarbeiten. Die Putzmittel können künftig in einem Shop in der Agentur in der Lange Straße erworben werden. 

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Auftakt nach Maß: Gut 600 Oldtimerfans im Automuseum

Hooksiel (5. 4. 2026) – Der erste Schritt ist getan. Hooksiel bekommt eine neue Attraktion. Am heutigen Ostersonntag hat Max Cornelius seine Anhänger zu einer ersten Besichtigung seines „Automuseums“ an der Bäderstraße eingeladen. 600 Oldtimerfreunde aus Nah und Fern folgten dem Ruf, viele von ihnen selbst mit historischen Automobilen unterwegs.

Max Cornelius ist mit seinem Automobilmuseum jetzt von Friedeburg nach Hooksiel umgezogen. Foto: hol

Ihr Weg hat sich gelohnt. Schon auf dem Parkplatz des Tankstellengeländes am Hooksieler Kreisel waren etliche Schmuckstücke auf vier Rädern der verschiedensten Marken zu bewundern. In der ehemaligen Autowerkstatt und Lackiererei dann der private Fundus von Cornelius, der vor wenigen Monaten in Schmidtshörn die ehemalige KFZ-Werkstatt Mewes übernommen hat und dort seither einen Autohandel samt Werkstatt betreibt. 

Jetzt ist Cornelius auch mit seinem bislang in Friedeburg beheimaten „Gurkenmuseum“ nach Hooksiel umgezogen. „Gurken“, das sich die überwiegend mehrere Jahrzehnte alten Autos, die nicht nur ein Stück Zeitgeschichte erzählen, sondern bei vielen Besuchern auch ganz persönliche Erinnerungen wecken. „So einen hatte ich früher auch mal …“. Von Manta über Corsa und Käfer bis zum Trabbi, von Landrover über BMW und Mercedes bis zum Triumph Spitfire. 

Neues Leben in der lange leer stehenden KFZ-Halle an der Bäderstraße. Ostersonntag war die Ausstellung erstmals zu sehen.. Foto: hol

Cornelius ist in der Oldtimer-Szene eine Größe. Bekannt ist er durch seine DMAX-Serie „Max Carshop“ und seine über Youtube verbreiteten Videos („Max Speedshop“), die sich um die 77.000 Menschen mehr oder weniger regelmäßig anschauen. Das Automuseum des gebürtigen Wilhelmshaveners könnte – für die Prognose braucht man kein Tourismus-Fachmann zu sein – zu einem echten Besucher-Magneten für Hooksiel werden. 

Bis es soweit ist, können aber noch ein paar Wochen ins Land gehen. Hier und dort müssen noch behördliche Auflagen erfüllt werden. Bis die abgearbeitet sind, will Cornelius seine Ausstellung nur jeden zweiten Sonntag für Oldtimer-Freunden („Community-Treffen“) öffnen. Später, so der Plan, wird soll das Museum mit täglichen Öffnungszeiten für jedermann zugänglich sein.

„Wir brauchen bei der Suche nach den Gründen für die WTG-Insolvenz größtmögliche Transparenz“

Hooksiel (2. 4. 2026) – Manfred Meppen ist Hooksieler. Bis 2007 arbeitet der Pensionär bei de Gemeinde Wangerland. Seit 1999 war er Erster Gemeinderat und damit Vertreter des Bürgermeisters. Entsprechend liegen ihm die Geschicke der Gemeinde der Gemeindeverwaltung besonders am Herzen.

Hooksiel-Life: Moin, Herr Meppen. Sie haben Anfang Februar unter anderem auf „Hooksiel-life“ einen Leserbrief zur im Herbst anstehenden Kommunal-/Bürgermeisterwahl veröffentlicht. Wie waren die Reaktionen darauf?

Manfred Meppen: Ich von von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern darauf angesprochen worden. In diesen Gesprächen wurden unterschiedliche Aspekte erörtert. 

HoL: Sie hatten unter anderem die Qualifikation der seinerzeit noch vier Bürgermeister-Kandidaten bemängelt. Warum eigentlich? Ist der Job des Bürgermisters in einer vergleichsweise kleinen Gemeinde wirklich so schwer?

Meppen: Die Gemeinde Wangerland ist mit ihrer 100-pozentigen Tochtergesellschaft WTG ein besonderer Akteur. Das wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass hier circa zwei Millionen Übernachtungen zu verzeichnen sind und die WTG zuletzt und 180 Mitarbeiter hatte.

Die Gemeinde wurde seit ihrer Gründung 1972 über nahezu fünf Jahrzehnte – bis zur Wahl von Bürgermeister Mario Szlezak im Jahr 2021 – durchgehend von Bürgermeistern und Allgemeinen Vertretern mit verwaltungsfachlicher Ausbildung geführt. Diese Beamten des gehobenen Dienstes verfügten in der Regel über einen Fachhochschulabschluss als Diplom-Verwaltungswirt (FH) mit ausgeprägten juristischen Ausbildungsanteilen.

Ich möchte meinen Aufruf, sich für das Bürgermeisteramt im Wangerland zu bewerben, ausdrücklich auch auf Juristen und Verwaltungsfachkräfte mit entsprechender Qualifikation – zum Beispiel Verwaltungslehrgang II – ausdehnen.

HoL: Okay, aber vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist das nicht ….

Meppen: Nein, aber der Bürgermeister ist als Hauptverwaltungsbeamter das alleinige Exekutivorgan der Gemeinde und vertritt sie eigenverantwortlich nach außen. Er trägt die rechtliche Verantwortung für das Verwaltungshandeln und die Umsetzung der Beschlüsse der kommunalen Gremien. Der Bürgermeister leitet und beaufsichtigt die Verwaltung eigenverantwortlich. Dabei ist er rechtlich verpflichtet, rechtswidrigen Beschlüssen des Rates oder des Verwaltungsausschusses zu widersprechen und deren Umsetzung zu verhindern.

HoL: Das klingt gewaltig. In der Praxis hat ein Bürgermeister aber doch auch viele andere Aufgaben. Etwa als Repräsentant der Gemeinde oder im Umgang mit Parteien und Bürgern.

Meppen: Ja, natürlich. Aber ein Blick in die Region unterstreicht die Bedeutung fachlicher Qualifikation: Führungsfunktionen in Verwaltung und Kommunen werden nicht selten von Personen mit juristischer Ausbildung wahrgenommen. Etwa beim Landkreis Friesland oder in der Stadt Jever. Und auch die Besoldung spiegelt die Verantwortung wieder: Der Bürgermeister der Gemeinde Wangerland wird nach Besoldungsgruppe B1 vergütet, was in der Wertigkeit der Einstiegsbesoldung eines Richters (R1) entspricht.

HoL: Können sie nachvollziehen, dass Kandidaten, die keine Juristen sind, ihre Bewertung als Totschlag-Argument gegen sich selbst empfinden?

Meppen: Nein. Mir erscheint es durchaus sachgerecht, im Wahlkampf neben politischen Programmen auch das Rollenverständnis und die fachlichen Anforderungen an das Amt des Hauptverwaltungsbeamten offen zu thematisieren. Ich behaupt ja nicht, dass es einen unmittelbar ursächlichen Zusammenhang zwischen Qualifikation und konkreten Entwicklungen in der Gemeinde Wangerland gibt.

HoL: Nehmen wir ein Beispiel: Wäre es zur Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH im Sommer 2025 auch mit einem Juristen oder einem Verwaltungsprofi an Spitze der Gemeindeverwaltung gekommen?

Meppen: Das kann man so nicht beantworten. Das Ereignis selbst ist dramatisch. Neben den wirtschaftlichen Folgen für die Gemeinde Wangerland verdienen auch die persönlichen Auswirkungen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WTG sowie deren Familien besondere Beachtung. Schon deshalb erscheint mir eine umfassende und transparente Aufarbeitung der Ereignisse unerlässlich. 

HoL: Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen ja bereis aufgenommen.

Meppen: Unabhängig vom Ausgang möglicher strafrechtlicher Ermittlungen kann im Einzelfall auch eine zivilrechtliche Verantwortung in Betracht kommen, sofern entsprechende Pflichtverletzungen nachweisbar sind. Dies zu prüfen, wäre gegebenenfalls Aufgabe zukünftiger kommunaler Gremien. Darüber hinaus sollten auch solche organisatorischen und politischen Entscheidungen betrachtet werden, die sich im Nachhinein als problematisch erwiesen haben, ohne notwendigerweise rechtliche Konsequenzen nach sich zu ziehen.

HoL: Haben Sie den Eindruck, dass man bei der Gemeinde mit Nachdruck an der Aufklärung der Umstände und der Entscheidungen arbeitet, die zur Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa und damit letztlich zur Insolvenz der WTG geführt haben? 

Meppen: Der Bürgermeister hat angekündigt, dass ein beauftragtes Gutachten „nach Ostern“ zunächst in vorläufiger Form vorgelegt werden soll. Die Ergebnisse sollen anschließend verwaltungsintern ausgewertet und zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich dargestellt werden. Für eine glaubwürdige Aufarbeitung wird es meines Erachtens entscheidend darauf ankommen, größtmögliche Transparenz herzustellen. Dazu gehört auch eine Betrachtung der Rollen der kommunalen Gremien sowie der Kommunalaufsicht.

HoL: Aber was bringt das noch? Das Kind ist ja bereits in den Brunnen gefallen …

Meppen: Ja, aber nur durch eine umfassende, nachvollziehbare Aufarbeitung der WTG-Insolvenz können strukturelle Konsequenzen gezogen und vergleichbare Entwicklungen künftig vermieden werden. Das ist meiner Ansicht nach ein zentraler Prüfstein für Transparenz, Verantwortungsbewusstsein und Führungsqualität in der Gemeinde – auch im Hinblick auf die Kommunalwahl am 13. September 2026.


Hooksieler Hafen wichtiger Baustein im Perspektivpapier

Hooksiel/Wilhelmshaven (25. 3. 2026) – Die Hooksieler Seeschleuse wird voraussichtlich nicht vor Pfingsten (24. Mai) für Boote und Schiffe passierbar sein. Als Grund für die Verzögerungen der Sanierungsarbeiten verweisen Holger Banik, Geschäftsführer der landeseigenen Hafengesellschaft NPorts, und der Leiter der NPorts-Niederlassung Wilhelmshaven, Mathias Lüdicke, auf den strengen Winter. Acht Wochen lang habe an dem Wasserbauwerk nicht gearbeitet werden können. Nach der ursprünglichen Planung sollte die Schleuse ab Ende April wieder für Skipper nutzbar sein.

NPorts-Chef Holger Banik (links) und Mathias Lüdicke, Leiter der NPorts-Niederlassung Wilhelmshaven, stellten die Perspektiven für die Wilhelmshaven Häfen sowie geplante Investitionen vor. Foto: hol

Die Scheusenanlage aus dem Jahr 1975 wird mit mit einem finanziellen Aufwand in zweistelliger Millionenhöhe rundum saniert. Die Arbeiten laufen bereits seit 2022. Aktuell werden die sanierten Torlinien zwei bis fünf wieder in die Schleusenkammer eingelassen. Lüdicke bat heute im Rahmen der Jahrespressekonferenz seiner Niederlassung in der NPorts-Zentrale am Jade-Weser-Port um Verständnis dafür, dass im Zuge der Arbeiten auch der Straßenverkehr hier und dort kurzfristige gesperrt werden muss.

Schleusenöffnung erst Ende Mai

Neben der Schleusenkammer mit ihren hydraulischen Elementen soll auch die komplette Elektrik und Elektronik des technischen Bauwerkes erneuert werden. Vorgesehen ist auch die Runderneuerung des Schleusenwärter-Zentrale. Dieser Bauabschnitt sei allerdings erst für 2027/28 geplant.

Allein im laufenden Jahr investiert NPorts im Bereich der Niederlassung Wilhelmshaven, zu der Hooksiel gehört, 14 Millionen Euro. Weitere 11 Millionen Euro sind für Unterhaltungsarbeiten vorgesehen. 

Banik und Lüdicke stellten eine Reihe von Großprojekten vor, die perspektivisch in Wilhelmshaven verwirklicht werden sollen. Möglich gemacht würden die auch durch ein 375-Millionen-Euro schweres Sonderpaket des Bundes für den Ausbau der Hafeninfrastruktur in Niedersachsen.

Großprojekte für die Energiewende

Ein Schwerpunkt dabei ist die Sicherung der Energieversorgung und die Umsetzung der Energiewende. So laufen derzeit die Planungen für einen neuen Anleger für sechs Großschiffe in der Jade, den Anleger für verflüssigte Gase (AVG), auf Hochtouren. NPorts arbeite derzeit an der Finanzierung des 650 Millionen Euro teuren Projektes und bereite die Planfeststellung vor. Wenn die privaten Kunden, ein Konsortium um das Energieunternehmen TES, ebenfalls ihre „Hausaufgaben“ machen, könne im zweiten Halbjahr 2027 mit den Bauarbeiten begonnen werden. 

Die Pläne für den Voslapper-Groden-Nord: Der geplante Anleger für verflüssigte Gase soll einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten. Die derzeit noch nördlich davon gelegene Umschlagbrücke mit dem LNG-Terminal Wilhelmshaven 1 ist auf der Skizze nicht mehr zu sehen. Grafik: NPorts

Über das AVG sollen unter anderem flüssige Gase wie Ammoniak (nötig für die Wasserstoff-Produktion) und flüssiges Erdgas (LNG) importiert und klimaschädliches Kohlendioxid (CO2), etwa auf dem Weg zur Verpressung unter der Nordsee, exportiert werden. Die privaten Investoren wollen dafür auf dem Voslapper Groden-Nord die notwendigen industriellen Anlagen bauen, darunter einen stationären LNG-Terminal. Vor dem Startschuss für den Bau des AVG müssten sie aber einen Kredit in Höhe von 100 Millionen Euro absichern, der neben den Mitteln von Land und Bund (je 275 Mio. Euro) für die Investition benötigt werde.

Mehrzweck-Terminal mit RoRo-Anlage

Zweites Großprojekt: Der Bau eines etwa 900 Meter langen „Multipurpose Terminal“ (MPT). Der Mehrzweck-Terminal soll in Verlängerung des Jade-Weser-Ports in Richtung Hooksiel entstehen. Damit will NPorts unter anderem die nötigen Platz für den Umschlag von Windkraftanlagen, von Spezialladungen – gegebenenfalls auch für militärische Zwecke –, für den Autoimport und für zusätzlichen Containerumschlag schaffen. Das MPT soll dafür mit einer RoRo-Anlage ausgestattet werden, über die rollende Ladung direkt zu den Logistikflächen hinter der Kaikante transportiert werden kann. 

Ohne zusätzliche Umschlagflächen in Häfen seien die Ausbauziele für Windparks in der Nordsee, ein wichtiger Baustein der geplanten Energiewende, nicht zu erreichen, sagte Banik. Insgesamt würde ein MPT die Rolle Wilhelmshavens als Logistikstandort weiter stärken. NPorts rechnet für das bis zu eine Milliarde Euro teure Vorhaben mit einer Planungszeit von zwei Jahren. Dem dürfte sich ein zweijähriges Genehmigungsverfahren anschließen. Im aktuellen Haushalt des Unternehmens sind für das Projekt sieben Millionen Euro Planungskosten eingestellt.

Schlepperhafen an der Niedersachsenbrücke?

Im Zusammenhang mit den Plänen für ein AVG und den MPT stehen auch Überlegungen zur Betonsanierung und künftigen Nutzung der Niedersachsenbrücke, an der im Moment ausschließlich Kohle importiert wird. Ein Gedanke dabei: Hier, südlich des Jade-Weser-Ports, könnte ein neuer Schlepperhafen entstehen, der auf der Nordseite des Containerterminals durch den Bau des MPT wegfallen würde. Welche Funktion die Brücke künftig haben könnte, hänge maßgeblich von den Wünschen potenzieller Kunden ab, sagte Banik.

Hoch zufrieden zeigte sich Banik mit der Entwicklung der Umschlagzahlen am Jade-Weser-Port. An dem über Jahre als Geisterhafen verspotteten Containerterminal wurden 2025 1,47 Millionen Standardcontainer umgeschlagen. Die Prognose für das laufende Jahr: 1,5 bis 1,8 Millionen TEU. Zu verdanken sei das vor allem der Partnerschaft von Hafenbetreiber Eurogate mit der Hamburger Großreederei Hapag-Lloyd.

Gespräche über „Hafenhaus“ in Hooksiel

Einen festen Platz im neu erarbeiteten Perspektivpapier für die Wilhelmshavener Häfen hat auch Hooksiel. Wie Lüdicke sagte, könne er sich am Außenhafen sehr gut den Bau eines „Hafenhauses“ mit Büroräumen, kleiner Restauration und Informationspunkt zu Häfen und Energie vorstellen. Man führe bereits Gespräche mit potenziellen Investoren. 

Eher „Platzhalter“ hingegen seien bislang Überlegungen zur Verlängerung der Nord- und der Südmole des Hafens. Jedenfalls gebe es hier noch keine Notwendigkeit für Liegeplätze etwa für Schlepper oder andere Dienstleister.

Völlig neu im Portfolio der NPorts-Niederlassung ist die Entwicklung und Vermarktung von Flächen für touristische Zwecke. für das Hooksieler Freizeitgelände zwischen zweiter Deichlinie und Außenhafen, zwischen Bäderstraße und Hooksmeer werden unter anderem Interessenten für den Bau zum Beispiel eines Hotel oder auch von naturnahen Übernachtungsmöglichkeiten wie „Wohnen auf dem Wasser“ oder „Hütten-Camping im Wald“ gesucht. 

Bei dem Nebeneinander von Hafen- und Energiewirtschaft auf der Wilhelmshavener und Tourismus auf der Hooksieler Seite sehe er keinen Widerspruch, so Lüdicke. Aber bei der Entwicklung der Flächen im Freizeitgelände, für die man auch auf die Bauleitplanung der Gemeinde Wangerland angewiesen sei, rechne man schon mit Zeiträumen von 10 bis 20 Jahren. 

Leuchtturm „Roter Sand“ soll in Fedderwardersiel strahlen

Hooksiel/Fedderwardersiel (24. 3. 2026) – Der Leuchtturm Roter Sand soll in Fedderwardersiel (Gemeinde Budjadingen) neu aufgebaut werden. Bekanntlich sucht die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) einen neuen Standort für das Kulturdenkmal in Landnähe, da eine dauerhaft sichere und denkmalgerechte Erhaltung des Leuchtturms in der Außenweser nicht mehr gewährleistet sei, so die DSD. 

Das Kulturdenkmal Leuchtturm „Roter Sand“ soll nach Fedderwardersiel versetzt werden. Hooksiel ist aus dem Rennen. Foto: Eike Doyen

Bedenken gegen Hooksiel und Bremerhaven

Als potenzielle Standorte beworben hatten sich Bremerhaven, Wilhelmshaven, Fedderwardersiel und Hooksiel. Davon hätten sich im bisherigen Prüfverfahren nach denkmalpflegerischen, infrastrukturellen und technischen Kriterien zwei als grundsätzlich genehmigungsfähig erweisen: Fedderwardersiel und Wilhelmshaven. Bremerhaven und Hooksiel seien aus dem Rennen ausgeschieden, da die zuständigen Wasserstraßen- und Naturschutzbehörden zu der Einschätzung gelangt waren, dass eine Genehmigungsfähigkeit nicht gegeben sei; insbesondere wegen einer Verwechselungsgefahr mit aktiven Seezeichen. 

Nächstes Ziel: Baugenehmigung

Die Gemeinde Wangerland, die zunächst Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Bedenken gegen den Standort am Hooksieler Außenhafen angemeldet hatte, hatte nach neuerlicher Prüfung der Rechtslage zuletzt angekündigt, ihre Bemühungen um den „Roten Sand“ einzustellen. Wie die DSD gestern ankündigte, werde man jetzt die baurechtlichen Anträge für den Standort vor Fedderwardersiel vorbereiten.

„Ziel ist eine entsprechende Baugenehmigung: Davon sowie von den folgenden fachlichen Abstimmungen und der noch zu sichernden Finanzierung hängt ab, wann die nächsten Schritte im Versetzungsprozess konkret umgesetzt werden können“, heißt es in einer Mitteilung. Die DSD werde das weitere Vorgehen eng mit dem Bundesministerium für Verkehr, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, dem Landesamt für Denkmalpflege Niedersachsen sowie der Gemeinde Butjadingen abstimmen.

Überland: Entscheidung zum Aus vom FKK-Camping ist endgültig

Hooksiel (22. 3. 2026) – Die Mitglieder des Naturistenbundes Wilhelmshaven-Friesland (NBWF) sind enttäuscht, einige nach eigenem Bekunden sogar „schockiert“. Die neuen Betreiber des Nordsee Campingplatzes Hooksiel haben ein Gesprächsangebot der Nudisten über das geplante Aus für den FKK-Bereich auf dem Platz strikt abgelehnt. „Nicht einmal zu einem klärenden Gespräch ist die Überland bereit …“.

Gesprächsangebot abgelehnt

Bekanntlich hat die Überland Service GmbH (Berlin) zum Jahresbeginn den Hooksieler Campingplatz mit seinen rund 1500 Stellplätzen von der insolventen Wangerland Touristik GmbH übernommen – und einige Änderung angekündigt. Neben verschiedenen Investitionen in die Sanierung und Modernisierung des Platzes und die Neuordnung der Stellplatz-Bereiche sieht das Konzept ab 2027 das Aus für das FKK-Camping vor. 

FKK-Camping ist in Hooksiel nur noch in der Saison 2026 möglich. Foto: hol

Eine Online-Petition gegen diese Entscheidung haben inzwischen rund 1000 Freunde der Freikörperkultur unterzeichnet. Der NBWF hatte vor diesem Hintergrund die Überland-Geschäftsführung um ein Gespräch gebeten – auch um mögliche Kompromisse wie etwa eine Verkleinerung des bislang über 400 Stellplätze umfassenden FKK-Bereiches auszuloten. Die Antwort der Überland GmbH lässt aber keinen Raum mehr für entsprechende Überlegungen.

In der E-Mail bedankt sich Geschäftsführer Mike Schreurs zwar ausdrücklich für das bisherige Engagement der Nudisten auf dem Campingplatz. In der Sache selbst zeigt er sich aber unnachgiebig. „Nach sorgfältiger und umfassender wirtschaftlicher Prüfung haben wir eine endgültige Entscheidung getroffen, den bisherigen FKK-Bereich zum kommenden Jahr in einen Textil-Bereich umzuwandeln.“ Und weiter: „Die Entscheidung ist verbindlich und lässt leider keinen Spielraum für weitere Verhandlungen oder alternative Konzepte.“

Platzbetreiber beim Seebadeverein

Unabhängig von der von den Betroffenen als sehr schmerzhaft empfundenen FKK-Entscheidung will die Überland GmbH sich und ihr Konzept in Hooksiel vorstellen. Wie der Vorsitzende des Seebadevereins Hooksiel, Wolfgang Ademes, ankündigte, hätten die neuen Campingplatz-Betreiber zugesagt, am „Gäste- und Bürgersnak“ des Vereins im April teilzunehmen. Die (auch für Nudisten) öffentliche Veranstaltung beginnt am Dienstag, 28. April, um 18 Uhr im Gästehaus Hooksiel. 

Verwaltungsgericht weist Klage gegen Parkgebühren ab

Hooksiel/Oldenburg (20. 3. 2026) – Gegen die Parkgebühren am Strand von Hooksiel ist aus rechtlicher Sicht nichts einzuwenden. Das zumindest ist die Einschätzung der 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Oldenburg. Die Juristen haben sich in dieser Woche mit der Klage von Janto Just auseinandergesetzt. Nach Ansicht des Kreistagsabgeordneten aus Schortens handelt es sich bei den Parkentgelten eigentlich um einen verkappten Strandeintritt, durch den der freie Zugang zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer eingeschränkt wird. Die Kommerzialisierung des Strandzuganges in der Gemeinde Wangerland hatte das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) aber bereits 2017 für unzulässig erklärt.

Freier Strandzugang gewährleistet

Die Kammer folgte der Argumentation von Just nicht und wies die Klage ab. Die Erhebung von Parkentgelten auf den strandnahen Parkflächen durch die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) schränke das Recht auf freien Zugang zum Strand nicht ein. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Kläger kann beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg die Zulassung der Berufung beantragen.

Hooksielerin Strand
Der Hooksieler Strand ist auch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Bus zu erreichen. Besucher müssten nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Oldenburg nicht zwingend Parkgebühren zahlen, wenn sie Erholung suchen. Archiv-Foto: hol

Wie Just gegenüber „Hooksiel-life“ ankündigte, werde er zunächst einmal die schriftliche Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichtes abwarten. Danach werde er voraussichtlich die Berufung beantragen. Er sei unverändert der Ansicht, dass die Gemeinde mit der Abschaffung des Strandeintritts bei gleichzeitigen Einführung von Parkentgelten lediglich ihr Finanzierungsmodell geändert habe.

Die Parkgebühren stehen nach Ansicht der 6. Kammer am Verwaltungsgericht „rechtlich und faktisch neben dem geschützten Betretungsrecht“. Dadurch werde freier Zugang zum Strand weder unmöglich gemacht noch unzumutbar erschwert. Die Parkplätze würden für die Erreichbarkeit der Strände nicht zwingend benötigt. So könnten Erholungsuchende die Strände auch mit Bussen, dem Fahrrad oder auf andere Weise aufsuchten. Das im Bundesnaturschutzgesetz geregelte Betretungsrecht der freien Landschaft umfasse nicht die kostenlose Inanspruchnahme einer dem frei zugänglichen Strand vorgelagerten Infrastruktur.

Parkentgelt kein verkappter Strandeintritt

Auch den Umstand, dass die Parkentgelte im zeitlichen Zusammenhang mit der Abschaffung des bis zur Strandsaison 2023 in den Strandbädern im Wangerland geltenden Strandeintritts eingeführt wurden, erachtet die Kammer als rechtmäßig. Die von Just angeprangerte erneute großflächige Kommerzialisierung des Strandzugangs sei hierin nicht zu erkennen. „Eine erneute Einführung von Strandgebühren durch einen Wechsel des Finanzierungsmodells in Form der Erhebung von Parkentgelten liegt nach Auffassung der Kammer nicht vor“, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts. „Vielmehr werden die Parkentgelte als Gegenleistung für die Zurverfügungstellung von Parkraum erhoben.“

Anmerkung: Der Artikel wurde im Laufe des Tages ergänzt.

Kein Ende der Insolvenz in Sicht: Alle WTG-Immobilen auf dem Prüfstand

Hooksiel (19. 3. 2026) – Die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) wird definitiv das Hallenwellenbad in Hooksiel nicht mehr wieder eröffnen und betreiben. WTG-Geschäftsführer Torsten Riedel verwies auf der Jahreshauptversammlung des Seebadevereins Hooksiel auf entsprechende Beschlüsse des Gläubigerausschusses und des mit kommunalen Ratsmitgliedern besetzten Lenkungsausschusses des Unternehmens.

Die WTG ist faktisch pleite. Das Unternehmen befindet sich seit Mitte vergangenen Jahres in einer Insolvenz in Eigenverwaltung. Bei allen Entscheidungen stünden seither die Interessen der Gläubiger an erster Stelle. Es gehe darum, so Riedel (Foto), die Verbindlichkeiten des Unternehmen zu 100 Prozent zu befriedigen. 

Um das zu erreichen, habe man sich von Geschäftsbereichen getrennt und stelle sämtliche Immobilien auf den Prüfstand. Der Campinglatz in Hooksiel ist bereits verkauft, die Investorensuche für den Platz in Schillig laufe mit der Bitte an Investoren, sich auch Gedanken über den Betrieb der „Friesland-Therme“ in Horumersiel zu machen. Auch das Hallenwellenbad in Hooksiel mit den umliegenden Grundstücken steht zum Verkauf.

Investor fürs Hallenbad-Gelände?

„Ich habe die Hoffnung, dass wir bald einen Investor haben“, sagte Riedel. Hilfreich bei den Bemühungen sei der Beschluss des Gemeinderates gewesen, mit einem Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplanes Verhandlungsbereitschaft über die Gestaltung des Baurechtes und damit über verschiedenste Nutzungen zu signalisieren – sei es ein Hotel, ein Freizeitpark oder vielleicht doch wieder ein Schwimmbad. 

Wie Riedel ankündigte, werde die WTG in Kürze auch eine europaweite Ausschreibung für den Verkauf des Areals Am Hafen 3 in Horumersiel auf den Weg bringen. Auf dem Gelände befindet sich unter anderem die WTG-Zentrale samt Kursaal und benachbartem Thalasso-Zentrum. „Entgegen allen Unkenrufen betreiben wir das Thalasso Meeres Spa aber weiter.“ Zur Zukunft des Gästehauses in Hooksiel äußerte sich der WTG-Geschäftsführer nicht konkret. Aber wie alle anderen Immobilien der WTG stehe auch dieses Gebäude auf dem Prüfstand.

Übernachtungszahlen stabil

Mit Verweis auf die Übernachtungszahlen in der Gemeinde Wangerland, die 2025 ähnlich wie im Vorjahr bei 1,9 Millionen lagen, vertrat Riedel die Ansicht, dass die Urlauber bislang noch gar nichts davon mitbekommen hätten, dass die WTG insolvent ist. Das liege seiner Ansicht nach auch an der engagierten Arbeit der verbliebenen Mitarbeiter.

Parkuhr-Außenhafen
Ein Arbeitsgruppe prüft, wie die Parkgebühren im Wangerland neu gestaltet werden können. Das Ziel: Eine nur einmal zu zahlende Gebühr für alle Parkplätze, egal ob am Strand, am Hafen oder in einer der Ortschaften. Archiv-Foto: hol

Nicht alle Mitglieder des Seebadevereins teilten diese Einschätzung. Nach der bundesweit negativen Berichterstattung über die Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa sei der Ruf des Wangerlandes ruiniert. Insbesondere würden Gäste bedauern, dass das seit Oktober 2025 geschlossene Hallenwellenbad Hooksiel nicht mehr genutzt werden könne.

Licht am Ende des Tunnels

Den größten Unmut bei den Urlaubern würden allerdings immer noch die Parkgebühren am Strand auslösen. Eine Einschatzung, die durch die hohe Zahl an Beschwerden bei der WTG bestätigt wird, so Riedel. Auch deshalb sei eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der WTG und der Gemeinde Wangerland gebildet worden, die über Nachbesserungen bei der Parkgebühren-Praxis nachdenken soll. Das erklärte Ziel: Eine Parkgebühr, für die man dann auf allen Parkplätzen im Gemeindegebiet seinen Wagen abstellen kann – egal ob am Strand oder in einer der Ortschaften. 

Am Ende des Insolvenzverfahrens werde die WTG ein anderes Unternehmen sein als zuvor, sagte Riedel. Wann das sein wird, wisse auch er nicht. „Wir sehen inzwischen Licht am Ende des Tunnels. Aber wir wissen nicht, wie lang der Tunnel ist.“ 

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