Wilhelmshaven/Wangerland (8. 9. 2026) – „Regional, saisonal, nich’ egal“: Noch bis zum bis Sonntag, 13. September, wird im Rahmen der „Biosphären-Menü-Tage“ die kulinarische Vielfalt der Biosphärenregion Niedersächsisches Wattenmeer. 15 Partner-Betriebe zwischen Cuxhaven und Weener sowie auf den Ostfriesischen Inseln servieren besondere Gerichte und Menüs, bei denen regionale und saisonale Zutaten im Mittelpunkt stehen. Aus dem Wangerland dabei ist das nahe Horumersiel gelegene Landhotel und Restaurant Nakuk.
Die besonderen Bedingungen an der Nordseeküste haben über Generationen hinweg eine eigene kulinarische Kultur geprägt. Salzige Luft, stürmische Winde und ein raues Klima stellen die Landwirtschaft seit jeher vor Herausforderungen. Gleichzeitig haben sich robuste, an die Küstenbedingungen angepasste Sorten entwickelt. Traditionelle Produkte wie die „Kleikartoffel“ zeugen noch heute von dieser besonderen Verbindung zwischen Mensch, Landschaft und Landwirtschaft.
„Mit den Biosphären-Menü-Tagen wollen wir zeigen, wie vielfältig und besonders die Küche unserer Region ist. Wer regionale Produkte auf dem Teller genießt, bekommt nicht nur einen Geschmack von der Landschaft, sondern unterstützt gleichzeitig die Menschen, die hier nachhaltig wirtschaften und unsere Region prägen“, sagt Kim Lüdtke, Koordinatorin für das Partner-Netzwerk bei der Nationalparkverwaltung.
Wangerland (7. 9. 2026) – Die Wählergemeinschaft Pro Wangerland bereitet sich intensiv auf die nächste Wahlperiode im Rat der Gemeinde Wangerland vor. Pro-Wangerland-Vorsitzender Dieter Schäfermeier präsentierte jetzt einen„Zukunftsplan Wangerland 2035“, der am Montag, 14. September, dem Tag nach der Kommunalwahl, allen Ratsmitgliedern zugeschickt werden soll.
Über die Zukunft des Thalasso Meeres Spa sollte auf Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse entschieden werden. Archiv-Foto: hol
Der Hintergrund: Die Wählergemeinschaft wolle verhindern, dass ihr Masterplan zur künftigen Entwicklung im Tourismus von den politischen Mitbewerbern noch für den Kommunalwahlkampf ausgeschlachtet wird. „Das Papier soll eine Diskussionsgrundlage für eine wichtige Debatte werden, die wir im Rat gemeinsam führen sollten. Unsere Positionen sind dabei keineswegs in Stein gemeißelt“, so Schäfermeier.
Masterplan für den Tourismus
Das Papier setzt sich mit der Frage auseinander, wie es mit der Tourismusförderung in der Gemeinde Wangerland nach dem Ende der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) weitergehen soll. Pro Wangerland sieht das Modell gescheitert, nach dem die WTG gleichzeitig Tourismusorganisation, Immobiliengesellschaft und Bauherr sowie Betreiber vor Großprojekten sein sollte.
„Die WTG soll zu ihren eigentlichen Aufgaben zurückkehren und sich auf Tourismus, Marketing und das Wohl der Gäste kümmern“, so Schäfermeier. Dazu gehöre neben dem Gästeservice und der Organisation von Veranstaltungen die Zusammenarbeit mit den Gastgebern und die die Entwicklung von neuen Angeboten für die Vor- und Nachsaison. Pro Wangerland warnt vor einem planlosen Ausverkauf von WTG-Immobilen. Strategisch wichtige Flächen müssten für die öffentliche Hand gesichert werden.
Die WTG soll auch künftig für ein attraktives Veranstaltungsprogramm sorgen – vor allem in der Vor- und Nachsaison. Archiv-Foto: hol
Über die Zukunft des Thalasso Meeres Spa (TMS) müsse auf Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse für die nächsten 20 Jahre nüchtern entschieden werden. Private Investoren dürften nicht mit „Tafelsilbe“ dafür belohnt werden, dass sie der WTG langfristig unwirtschaftliche Verpflichtungen abnehmen.
Wertschöpfung je Gast erhöhen
Im Fokus der touristischen Bemühungen der WTG sollten die Stammgäste stehen. „Wir brauchen nicht unbedingt immer mehr Gäste“, so Schäfermeier. Ziel müsse es sein, die in der Gemeinde verbleibende Wertschöpfung je Gast zu erhöhen. „ Wenn jeder Urlauber am Tag fünf Euro mehr im Wangerland ausgäbe, würde sich die Wertschöpfung bei 2,1 Millionen Übernachtungen um 10,5 Millionen Euro im Jahr erhöhen.“
Besonders wichtig sei es, die Nebensaison etwa durch Themen wie Gesundheit (Thalasso), Radfahren, Natur und Veranstaltungen zu stärken. Gute Radwege, saubere Toiletten, attraktive Strandzugänge und gepflegte Orte seien wichtiger als ein weiteres Millionenprojekt.
Vertrauen durch Transparenz schaffen
Nach dem Desaster bei Bau des TMS sei es künftig besonders wichtig, verloren gegangenes Vertrauen durch Transparenz zurückzugewinnen. Dafür sollte die WTG einmal jährlich öffentlich darlegen, wie sich der Tourismus aus Sicht des Unternehmens entwickelt, wie die wirtschaftliche Lage der WTG ist und inwieweit angestrebte Ziele erreicht wurden.
„Alles behalten und dauerhaft Verluste bezahlen, ist keine Lösung“, ist man bei Pro Wangerland überzeugt. Aber: „Alles verkaufen, um die Probleme der Vergangenheit zu bezahlen, ebenso wenig.“ Der richtige Weg, den man mit dem Rat und der WTG entwickeln wolle, liege irgendwo dazwischen.
Hooksiel (7. 9. 2026) – Ein Spektakel im Sand haben sie versprochen. Und sie haben ihr Versprechen gehalten. Vier American-Football-Teams haben am Samstag und Sonntag den Hooksieler Badestrand in eine Sportarena verwandelt – und dabei gehörig Spaß gehabt. Insofern verwundert die Ankündigung der BeachBowl-Vorsitzenden Melanie Hoppe und der Aktiven nach dem Finalspiel am Sonntag nicht. „Im nächsten Jahr sind wird wieder da!“
Packende Spielszenen vor der maritimen Kulisse am Hooksieler Badestrand. Dafür steht BeachBowl. Foto: hol
Der BeachBowl wird seit 1998 ausgetragen. In diesem Jahr erlebten die Zuschauer die 25. Auflage. Mannschaften mit jeweils acht Spielern treten – geschützt durch Polsterungen und Schutzhelme – gegeneinander an. Kraft, Schnelligkeit, Geschick und eine gutes Auge der Werfer sind gefragt, um den eierförmigen Football möglichst mit einem Touchdown im gegnerischen Spielfeld abzulegen.
Gespielt wird nach den originären Verbandsregeln. Da dabei ordentlich zugepackt werden darf, werden die Spiele von jeweils vier Schiedsrichtern überwacht. Im Finale standen sich die Neckar Hammers aus Villingen (Schwarzwald) und ein Team aus Lohne gegenüber, in dem auch ein Frau mitspielte. Die Villinger setzten sich mit 40:36 Punkten durch und konnten dafür neben jeder Menge Sand in ihren Trikots einen großen Pokal mit nach Hause nehmen.
Wangerland/Horumersiel (4. 9. 2026) – Heute früh, gegen 9.20 Uhr. Die Tür zum Haus des Gastes in Horumersiel öffnet sich. Ein halbes Dutzend Polizeibeamte betritt das Gebäude der Wangerland Touristik GmbH. Ihr Ziel: Die Verwaltungsräume des insolventen Unternehmens. Dort werden sie Dokumente, Kommunikationsdaten und sonstige Unterlagen beschlagnahmen, die Licht ins Dunkel um die Gründe und Verantwortlichkeiten für das Finanz-Desaster beim Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) bringen sollen.
Polizeibeamte beschlagnahmten heute im Zusammenhang mit den Ermittlungen rund um den Bau des Thalasso Meeres Spa an mehreren Orten Unterlagen und Dokumente. Auch die Wangerland Touristik GmbH in Horumermsiel bekam Besuch von der Polizei. Foto: hol
Wie Thorsten Stein, Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg, gegenüber „Hooksiel-Life“ bestätigte, suchen die Ermittler nach einem Beschluss des Amtsgerichtes Oldenburg nach Hinweisen und Beweisen, die den Anfangsverdacht einer möglichen Insolvenzverschleppung oder der Untreue erhärten – oder eben auch nicht. Ein wichtiger Aspekt dabei: „Wer wusste wann was?“
Aktionen an mehreren Orten
Vergleichbare Aktionen habe es heute früh an mehreren Orten gegeben, bestätigt Stein. Namen nennt der Staatsanwalt nicht. Mutmaßlich dürften aber auch der ehemalige WTG-Geschäftsführer und die am Bau des TMS beteiligen Architekten Besuch von der Polizei bekommen haben.
Die Explosion der Baukosten beim TMS von 8,8 Millionen auf bis zu 23 Millionen Euro hat die gemeindeeigene WTG in eine finanzielle Schieflage gebracht, die zu einer noch laufenden Insolvenz in Eigenregie geführt hat. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richten sich auf mögliche strafrechtliche Verfehlungen von Beteiligten.
Unabhängig davon zu sehen sind Fragen rund um mögliche Schadensersatzansprüche der Gemeinde Wangerland, der die WTG gehört, oder der WTG selbst gegen Dritte sowie die Debatte um politische Verantwortlichkeiten.
Wangerland/Horumersiel (30. 8. 2026) – Eine Reihe von Mitgliedern des aktuellen Wangerländer Gemeinderates haben ihren Rücktritt für den Fall angekündigt, das die Staatsanwaltschaft gegen sie im Zusammenhang mit dem Thalasso-Desaster Anklage erheben sollte. Das wurde bei eine Podiumsdiskussion mit den drei Bürgermeister-Kandidaten Mario Szlezak (SPD), Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) am Freitagabend im Kursaal in Horumersiel bekannt.
Podiumsdiskussion im Kursaal
Zu der von Heiko Manott moderierten Veranstaltung hatten der örtliche Seebadeverein und der Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe eingeladen. Amtsinhaber Szlezak und seine beiden Herausforderer stellten sich vor, unterstrichen ihre Qualifikation fürs Amt und stellten einige Schwerpunktthemen vor.
Das Motto von Abrahams (Foto): „Kleine Maßnahmen, große Wirkung“. Hier ein maroder Gehweg saniert, dort eine Mülltonne mehr und die Aufenthaltsqualität für Einheimische und Urlauber würde erheblich steigen. Touristisch setze er nicht auf die Erkenntnisse großer Agenturen, die den Touristen der Zukunft malen, sondern auf die Kompetenz der Leistungsträger vor Ort.
Szlezak erinnert daran, dass er sich schon für eine stärkere Einbeziehung der Leistungsträger in die touristischen Entscheidungsgremien wie der Lenkungsgruppe der Wangerland Touristik GmbH (WTG) stark gemacht habe. Er wolle in der nächsten Wahlperiode das 2017 erstellte touristische Leitbild umsetzten, das seither – auch aufgrund von Personalmangel im Rathaus – in irgendeiner Schublade verschwunden war.
Bislang, so beklagte Fischer (Foto), seien die Stimmen von Fachleuten etwa aus dem WTG-Beirat in dem gemeindeeigenen Unternehmen so gut wie nicht gehört worden. Horumersiel/Schillig sollte sich seiner Ansicht nach wieder auf den Familientourismus konzentrieren.
Das neue Thalasso Meeres Spa (TMS) spielt dabei aus Sicht vieler Horumersiel kaum eine Rolle. So zeigte sich Gastronom Frank Hensel überzeugt, dass das TMS keinen touristischen Mehrwert hat. Bevor dessen Betreib über Jahre mit Hunderttausenden Euro im Jahr subventioniert werde, sollte man die acht Millionen Euro Fördergelder lieber zurückzahlen. Auf keinen Fall sei es sinnvoll, eine Großteil der Gästebeiträge in den nur von sehr wenigen Gästen genutzten Gesundheitstempel zu stecken. Das Geld wäre für den Erhalt eines Schwimmbades sinnvoller eingestzt.
Szlezak (Foto) zeigte sich zuversichtlich, dass das Bad in Horumersiel wieder in Betrieb genommen werden kann. Die Verhaltungen der WTG mit drei bis vier Investoren für den Gesamtkomplex am Hafen 3 in Horumersiel sollen bis Jahresende abgeschlossen sein.
Über die Frage, was ein Investor dann konkret bauen darf, werde der künftige Rat mitbestimmen. „Die Bauleitplanung liegt in den Händen der Gemeinde.“ So sollte sich nach den Vorstellungen von Szlezak in einem neuen Komplex auch ein großer Versammlungssaal finden.
Probleme: Ferienwohnungen und Deichstraße
Auch Bürgerinnen und Bürger stellen Fragen. Die Debatte dreht sich um lokale Themen. Wie und wo lässt sich bezahlbarer Wohnraum schaffen? Was wird aus Ferienwohnungen, die nach den Vorgaben der Gemeinde in bestimmten Straßenzügen von Horumersiel nicht mehr zulässig sind? Und was ist mit der schmalen Deichstraße, die man im Sommer kaum noch befahren kann, da sie von Autos zugeparkt wird? „Das ist seit zehn Jahren ein Thema. Und nichts ist passiert“, klagte ein Bürger. Bürgermeister Szlezak greift den Ball auf: „In 14 Tagen ist das erledigt!“
Viele Themen, fairer Austausch – aber grundlegende Unterschiede zwischen den Bewerbern um für das Amt des Verwaltungschefs sind kaum erkennbar, auch weil die Herausforderer sich weigern, Versprechen zu machen, die man nachher nicht halten kann, wie Abrahams es formuliert. Der Kommentar eines Zuhörer: „Das ist aber langweilig.“
Frontalangriff auf den Bürgermeister
Kurz vor 22 Uhr dann ein komplett verändertes Bild. Hans-Hugo Woltmann, Landwirt aus Förrien, greift Bürgermeister Szlezak mit Verweis auf den Thalasso-Skandal, die Insolvenz der WTG und die daraus erwachsenen Folgen wie die Schließung der Bäder und dem Verkauf von Gemeindevermögen frontal an. „Sie sind seit fünf Jahren im Amt und hier herrscht ein Chaos, wie wir es noch nicht erlebt haben.“
„Mich hier so an den Pranger zu stellen, ist nicht in Ordnung“, hält der sichtlich angefasste Bürgermeister dem entgegen. Sein Sakko hat er inzwischen abgelegt. Kommentar von Moderator Manott: „Jetzt ist hier Temperatur drin!“
Persönliche Konsequenzen aus Thalasso-Desaster
Szlezak verweist darauf, dass der Rat aus 25 Personen besteht und der Bürgermeister nur eine Stimme habe. „Ich ducke mich nicht weg. Aber ich bin überzeugt, dass der gesamte Rat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat.“
Auf die Frage nach persönlichen Konsequenzen des Desasters verkündet Fischer, dass in der CDU Einvernehmen darüber gestehe, dass Ratsmitglieder, die wiedergewählt werden, zurücktreten, wenn die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sie erheben sollte. Und auch Bürgermeister Szlezak kündigte an, sich zurückziehen zu wollen, wenn die noch laufenden Ermittlungen ergeben, dass er sich strafbar gemacht hat.
Wangerland (27. 8. 2026) – Die letzten Kapitel zum Thema Thalasso-Desaster sind noch nicht geschrieben. Auch ist die Frage noch offen, mit welcher Überschrift sie versehen werden müssen: „Pleiten, Pech und Pannen“ oder eher „Größenwahn, Unfähigkeit und Untreue“. Noch laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.
Fehlende Abstimmungen, keine Dokumentationen, schlechte Kommunikation: Die Zustände beim Bau des Thalasso Meeres Spa muten chaotisch an. Am Ende stand eine Kostenexplosion und ein möglicherweise dauerhaft unwirtschaftlicher Gesundheitstempel. Foto: hol
Am Mittwochabend gab die Gruppe der Unabhängigen im Rat der Gemeinde Wangerland (ZUW) im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung einen Einblick in ein Zwischengutachten eines Bausachverständigen, der im Auftrag der Gemeinde die Kostensteigerung von 4,7 über 8,8 auf am Ende über 20 Millionen Euro nachvollziehbar machen soll. Das Papier liegt seit April wurde, wurde aber bislang von der Gemeinde mit Verweis auf rechtliche Bedenken unter Verschluss gehalten. Die gute Nachricht, so ZUW-Sprecher Dieter Schäfermeier: Der Gutachter geht von Gesamtkosten von „nur“ 21,6 Millionen Euro aus. Zuletzt waren 23 Millionen und mehr befürchtet worden.
Mit Bemühen um Transparenz gescheitert
Wohl auch am großen Interesse an dem Gutachten dürfte es gelegen haben, dass sich über 50 Interessierte im Dorfgemeinschaftshaus in Hohenkirchen einfanden, in dem zunächst Ratsfrau Geraldine Vogdt das Wahlkampfprogramm der Wählergemeinschaft „Pro Wangerland“ und die Erkenntnisse aus der bisherigen Arbeit im Gemeinderat vorstellte. Dabei habe das Bemühen um Transparenz beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ (TMS) in Horumersiel einen Schwerpunkt gebildet. Als ZUW sei man allerdings lange mit dem Bemühen um mehr Kontrolle der Wangerland Touristik GmbH (WTG) bei dem Bauvorhaben an der Ratsmehrheit gescheitert.
Erst Ende 2024 sei das Ausmaß der Kostensteigerungen offenkundig geworden. Wie Geraldine Vogdt sagte, sei sie eine von zwei Anzeige-Erstattern, die die strafrechtlichen Ermittlungen in der Angelegenheit ins Rollen gebracht hätten. Auch weil sie immer wieder mitten in der Nacht Lastwagen beobachtet habe, die Baumaterialen zur TMS-Baustelle gebracht und dort hinter einem Bauzaun abgelegt hätten – für jedermann zugänglich. Ohne Annahmekontrolle.
Schäfermeier (rechts, mit Bernd Abrahams), der nach erste Bedenken im Rat an den letzten 64 Baubesprechungen des im Sommer 2024 eingeweihten Gesundheitstempels teilgenommen hat, stellte eine Zusammenfassung des Gutachtens vor, das für Nicht-Baufachleute kaum verstehbar sei.
Eine sich durch das Papier ziehende Erkenntnis: Es fehlen prüffähige Unterlagen wie Protokolle, Nachweise, Bautagebücher, Bauablaufpläne und Prüfberichte. Bei der WTG habe man nicht einmal ein eigenes Baukonto für das Großprojekt eingerichtet, so dass alle Rechnungen über das laufende Girokonto des Unternehmens abgewickelt werden mussten.
Architekt schon überbezahlt?
Aus den Lücken in der Dokumentation und der fehlenden Transparenz der Unterlagen ergeben sich eine Fülle von Streitpunkten. So habe der Architekt etwa aus Sicht des Gutachters auf Grundlage der ursprünglichen Kostenberechnung in Höhe von 8,8 Millionen Euro einen Honoraranspruch von rund 1,5 Millionen Euro. Mit für den Fachmann zum Teil nicht nachvollziehbaren Kostensteigerungen stieg auch die Honorarforderung des Architekten. Ausgezahlt wurden etwa 2,8 Millionen Euro. Der Gutachter geht von einer Überzahlung in Höhe von 1,4 Millionen Euro aus. Der Architekt seinerseits hat hingegen noch Nachforderungen von mehreren Millionen Euro angemeldet.
Als Fehler habe sich erwiesen, dass die WTG als Auftraggeberin die Projektleitung eigenständig übernommen hat. Die Projektabwicklung sei von dieser Seite ohne jede Fachkenntnis, Kontrolle und Führung erfolgt. Von Auftragnehmern wurden Rechnungen gestellt, ohne dass die erforderlichen Nachweise dafür erbracht wurden. „Die vertraglich vereinbarte Prüfung der Einhaltung von Verträgen und Leistungen wurde nicht ordnungsgemäß durchgeführt“, heißt es in dem Gutachten.
Missmut auf der Baustelle
Und das alles zu Zeiten von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg, die zwar aus Sicht des Gutachters nur für einem geringen Teil der Kostensteigerungen verantwortlich waren, die aber die Bauabläufe deutlich beeinträchtigt haben dürften – und in der Folge ohne die nötige Kommunikation zwischen Bauherren, Architekten und Baufirmen zu Missmut und Chaos auf der Baustelle geführt haben. „Die Bauleitung war völlig überfordert“, so der Eindruck von Schäfermeier.
Die Kosten für den Bau des Thalasso Meeres Spa sind aus dem Ruder gelaufen – auch weil die Wangerland Touristik als Bauherrin immer wieder Sonderwünsche zu Ausstattung und Qualität der Baustelle angemeldet hat. Foto: WTG
Ein wesentlich Faktor für die immensen Kostensteigerungen waren aus Sicht der ZUW die immer neuen Wünsche des damaligen Geschäftsführers der WTG. Nach einem Besuch der Thalasso-Einrichtungen auf Norderney im Juli 2020 habe er offenbar eine Fülle neuer Erkenntnisse gewonnen, die zu erheblichen Umplanungen (und Verteuerungen) des Projektes in Horumersiel führten. Wie der Gemeinderat erst 2024 erfahren habe, musste deshalb seinerzeit bereits ein neuer Bauantrag gestellt werden.
Pleite beim geplanten Wasserfall
Unter anderem musste der ursprünglich für die Fassade vorgesehene Bockhorner Klinker weißen Steinen weichen, eine Kältekammer wurde bestellt, neue Edel-Fliesen geordert. Farbe wurde als Wandverzierung als zu schnöde bewertet. Holztüren ersetzten Standardtüren, Lampen, Behandlungsplätze – alles sollte vom Feinsten sein.
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Ein Eingangsbereich mit Tresen aus Edelhölzern und einem Wasserfall an der Wand wurde konzipiert. Allein der Wasserfall habe 60.000 Euro gekostet, schilderte Schäfermeier. Der Preis für die Sonderanfertigung musste die WTG im voraus zahlen. Da dann das beauftragte Unternehmen pleite ging, war das Geld futsch – und der Wasserfall Geschichte.
Ähnlich bunt eine Posse um die Sprechfunkanlage, über die im Brandfall die Patienten in den Behandlungsräume gewarnt werden sollen. Auf Wunsch der Geschäftsführung sollte darüber auch Musik abgespielt werden können. Es wurde eine entsprechende Software installiert – die aber nur englische Sprache übermittelt. Für Brandschutzzwecke also wenig hilfreich. Auch Nachbesserungen gestalteten sich schwierig, zumal es keine Dokumentation dazu gibt, wo welche Stromkabel verlegt wurden. Also mussten die schönen neuen Wände teilweise wieder aufgeklopft werden …
Suche nach Verantwortlichen
Eine Frage, die die anschließende Debatte beherrschte: Wer hätte wann das drohende Chaos beim Thalasso-Bau stoppen können – und vielleicht auch müssen? Schließlich werde durch die Insolvenz der WTG Vermögen der Gemeinde vernichtet. Warum, so wollte Manfred Meppen, ehemaliger Beamter in Diensten der Gemeinde, wissen, habe niemand zum Beispiel die Kommunalaufsicht eingeschaltet?
Als Grund dafür verwiesen Geraldine Vogdt, Dieter Schäfermeier und Immo Müller (UWW) und Pro-Wangerland-Bürgermeisterkandidat Bernd Abrahams darauf, dass man sich im Rathaus lange Zeit nichts vom Ausmaß des Desasters gewusst habe. Die WTG brauche nicht mehr Kontrolle, sondern mehr Unterstützung, habe es von anderen Gruppierungen geheißen. Unter anderem hatte die WTG-Geschäftsführung Schäfermeier vorgeworfen, eine Hetzjagt zu betreiben.
Der Hooksieler hatte schon Anfang 2022 Zweifel an der Wirtschaftlichkeits-Berechnung fürs Thalasso gezweifelt. „Grundlage dafür waren Massagezahlen aus dem alten Reh-Zentrum aus 2007/2008.“ Um das Zentrum wirtschaftlich betreiben zu können, hätten die geplanten Mitarbeiter 16 bis 24 Stunden am Tag arbeiten müssen. An ein drohendes jährliches Millionen-Defizit mochte im Rathaus niemand glauben. Immo Müller: „Ich gehe davon aus, dass der Bürgermeister und auch der größte Teil des Rates dem Geschäftsführer voll vertraut haben.“ Die tatsächlichen Zahlen seien lange weder dem Rat noch der Verwaltung bekannt gewesen.
Hooksiel (24. 8. 2026) – Das „Familiensommerfest“ an den Hooksieler Skiterrassen war ein überwältigender Erfolg. Maßgeblichen Anteil daran hatten die „Küsten-Oldtimerfreunde“. Sie lockten um die 1000 Oldtimer- und Young-Timer-Fahrer nach Hooksiel. Dazu wohl gut 10.000 Schaulustige, die sich die überwiegend liebevoll gepflegten Fahrzeuge ansehen und über Schönheit, Fahrgefühl, Liegesitze und Benzinverbrauch fachsimpeln wollten.
Das Oldtimer-Treffen an der Hooksieler Wasserskianlage zog am Sonntag Tausende Menschen an. Foto: hol
„Guck mal der da. Mit so einem bin ich früher bei der Arbeit gefahren“, sagt ein Senior hörbar stolz zu seinem Enkel. Ein anderer: „Das Auto kenne ich aus einem alten Spielfilm.“ Der Wagen, ein Dodge Charger, Baujahr 1968, mit V8-Motor, 7200 Kubikzentimeter Hubraum und 375 PS, gehörte zu den Stars der Ausstellung, zumal er unmittelbar am Eingang zur Wasserskianlage präsentiert wurde. Das der Verbrauch von 18 bis 24 Litern je 100 Kilometer ökologisch bedenklich ist, spielte dabei nur eine Nebenrolle. „Mit seinem Oldtimer fährt man ja auch nicht mehr so viele Kilometer.“
Gut 1000 Fahrzeuge
Andre Brandt, Sprecher der Interessengemeinschaft „Küsten-Oldtimerfreunde“, war am Ende der Veranstaltung rundum zufrieden. Mit gut 500 Pkw, Treckern und Lastwagen hatten sein 18-köpfiges Orga-Team und er bei der zweiten Auflage der Veranstaltung gerechnet. Dass daraus dann trotz regnerischem Wetter am Vormittag um die 1000 wurden, dürfe auch die Macher überrascht haben.
Rege angenommen wurde auch der Floh- und Autoteilemarkt im Bereich zwischen Bäderstraße und Wasserskianlage. Gut nur, dass die Oldtimerfreunde sich für die Veranstaltung schon im Vorfeld einen Großparkplatz der Wangerland Touristik GmbH gesichert hatten. Brandt: „Ohne die gute Zusammenarbeit mit der WTG wäre das gar nicht möglich gewesen.“
Akrobatik auf dem Wasser
Hingucker gab es aber nicht nur aus Blech und Chrom. Auf dem Wasserski-Parcours demonstrierten Aktive aus der Region ihre Fahrküste auf dem Wasser, einschließlich gekonnter Sprünge über Hindernisse und athletisch anspruchsvoller Pyramiden. Hunderte verfolgen die von Stephan Reiners professionell moderierte Wasserski-Show von den Skiterrassen aus und spendeten intensiv Beifall.
Mit viel Applaus bedacht wurden die Wasserskiläufer für ihre Showeinlagen. Foto: hol
Die Inhaber der Skiterrassen, Anja und Hans-Ott Vogt, zeigten die Verbundenheit zwischen Skiterrassen und Oldtimer-Fahrern auf ihre Weise: Jeder Fahrer erhielt zur Begrüßung ein alkoholfreies Bier und einen Muffin.
Erlös für Jugendfeuerwehr
Insgesamt war das „Familiensommerfest“ tatsächlich ein Fest für die gesamte Familie. Was auch daran lag, dass für Kinder unter anderem ein Kinderkarussell und Hüpfburgen aufgebaut worden waren. Zu den Gewinnern der Veranstaltung gehören auch die Jugendfeuerwehren in der Gemeinde Wangerland. Und das nicht nur, weil sie im Rahmen des Sommerfestes für ihr Hobby werben konnten. Die „Küsten-Oldtimerfreunde“ wollen den Jugendwehren auch den Überschuss der Veranstaltung zukommen lassen.
Hooksiel (19. 8. 2026) – Der Rat der Gemeinde Wangerland will eine Trabrennbahn für Hooksiel erhalten. Einen entsprechenden Beschluss habe der Verwaltungsausschuss bereits am 16. Juni in nicht-öffentlicher Sitzung gefasst, sagte die Sprecherin der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“, Alice Brandenburg-Bienek (CDU), am Dienstagabend im öffentlich tagenden Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung.
Sportstätte oder Hotelstandort? Die Zukunft des Areals der Hdooksieer Trabrennbahn ist ungewiss. Foto: hol
Überrascht von dieser klaren Festlegung wurden nicht nur die Zuhörer, sondern auch Marko Meyer, für Immobilienentwicklung zuständiger Abteilungsleiter bei NPorts Wilhelmshaven. Der landeseigenen Hafengesellschaft gehört das Hooksieler Freizeitgelände zwischen der Bäderstraße und dem Hooksmeer einschließlich der Trabrennbahn. NPorts möchte die in den 1970er Jahren im Zuge der Aufspülung des Voslapper Grodens und dem Bau der Hooksieler Seeschleuse entstandenen, etwa 200 Hektar großen Flächen von der zweiten Deichlinie am ehemaligen Hallenwellenbad bis einschließlich der Flächen am Außenhafen für Tourismus- und Freizeitzwecke entwickeln.
Bauleitplanung fürs Freizeitgelände
Der Gemeinderat steht den Plänen grundsätzlich positiv gegenüber. „Das ist wirklich toll“, sagte Holger Ulfers (SPD). Ohne Gegenstimmen segnete der Ausschuss die Entwürfe für die Aufstellung von drei Bebauungsplänen ab, über die nach mehreren Beteiligungsstufen Baurecht entstehen soll. Einmal geht es dabei um eine Fläche zwischen Trabrennbahn und Sportplätzen bis in Höhe Surfgelände. Darüber hinaus soll ein Gebiet im Bereich Hooksieler Werft und Wasserskianlage überplant werden. Und zum dritten möchte NPorts am Außenhafen Baurecht für ein Hafenservicegebäude mit Gastronomie schaffen.
NPorts-Vertreter hatten die zusammen mit einer privaten Immobilien-Entwicklungsgesellschaft erarbeiteten Überlegungen schon mehrfach vorgestellt. Dabei lag stets ein Schwerpunkt bei der künftigen Nutzung des Trabrennbahn-Areals. Hier sieht NPorts die Chance, Investoren für einen Hotelbau oder einen Ferienpar zu finden.
Investoren für Projekte gesucht
Auf die Frage aus dem Ausschuss, ob die Entwicklung des Freitzeitgeländes auch ohne die Nutzung des Trabrennbahn-Geländes vorstellbar sei, antwortete Meyer ausweichen. „Das entscheiden allein die Investoren.“ Bislang sehen die NPorts-Pläne für das weitere Gelände eine weniger intensive Nutzung vor. Denkbar sein etwa ein Baumhotel, Hausboote oder eine Tinyhouse-Siedlung.
Im Bereich Werft/Wasserskianlage soll im wesentlichen die vorhandene Entwicklung abgesichert werden. Neu in der Planung: An der Bäderstraße rückwärtig des Hooksieler Badestrandes in Höhe von Strandhaus 1 und Strandhaus 2 könnte sich NPorts eine so genannte „Aktionsfläche“ für Veranstaltungen wie etwa Konzerte vorstellen. Das wäre auch aus Sicht des Hooksieler Gewerbevereins-Vorsitzenden Tobias Geisen, der dem Ausschuss als Beisitzer angehört, eine ideale Ergänzung zur geplanten Umgestaltung des Hooksieler Badestrandes selbst.
Aktionsfläche hinter dem Badestrand
Ratsherr Immo Müller (UWW), zugleich Vorsitzender des Hooksieler Rennvereins, der die Trabrennbahn nutzt, regte an, die Aktionsfläche mit der Trabrennbahn zu kombinieren. Schon jetzt würden auf dem Rennareal auch andere Veranstaltung wie Autotreffen und Festivals stattfinden. Meyer zeigte sich skeptisch, ob das eine gute Idee sei. Nach der bisherigen Planung wolle man lautstarke Aktivitäten möglichst weit von den ruhigen Wohn- und Erholungsbereichen entfernt halten.
Ulfers regte an, notfalls die Trabrennbahn zu verlegten – und zwar im Freizeitgelände in Richtung geplanter Aktionsfläche. Hier sehen die Pläne von NPorts den Erhalt des vorhandenen Waldes vor. Ulfers hielt dem entgegen, dass von einem Wald nie die Rede gewesen sei, als das Freizeitgelände als Kompensation für die Belastungen Hooksiels durch die Industrie auf dem Voslapper Groden aufgespült worden ist.
Wangerland/Hooksiel (13. 8. 2026) – Das Statistische Bundesamt hat in diesen Tagen einen neuen Rekordwert bei den Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland in Deutschland verkündet. Die Zahl stieg in den ersten sechs Monaten 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent auf 223,8 Millionen.
Das tolle Ambiente im „Wangerland Ressort“ in Hohenkirchen dürfte maßgeblich dafür gesorgt haben, dass die Zahl der Hotelnutzer im Gemeindegebiet im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Archiv-Foto: hol
Der Anteil der Gäste, die davon im Wangerland übernachtet haben, dürfte eher zurückgegangen sein – auch welchen Gründen auch immer. Im von Wieland Rosenboom letztmalig geleiteten Tourismusausschuss der Gemeinde Wangerland stellten am Mittwochabend Torsten Riedel, Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), und sein für die Auswertung der Gästekarten-Verkaufs zuständiger Mitarbeiter Tim Schönfeld die Ankunfts- und Übernachtungszahlen für den Bereich der Gemeinde Wangerland bis zum 31. Juli vor.
Neustart auf Campingplatz
Bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 5,24 Tagen wurden bis dahin 795.952 Übernachtungen registriert, für die ein Gästebeitrag gezahlt wurde. Das entspricht einem Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Schönfeld machte dafür eine Reihe von verschiedenen Faktoren verantwortlich. So habe es im Juni einen Einbruch bei den Ankünften gegeben, weil nahezu alle Feiertage, und damit entsprechend Kurzurlaube, im Mai lagen.
Ein weiterer Grund: Nach dem Neustart des Campingplatzes Hooksiel unter dem privatem Betreiber „Überland“ habe dafür erst einmal die Werbung anlaufen müssen. Bei dem in diesem Jahr sehr frühen Beginn der Osterferien seien die Campingplätze ohnehin noch nicht am Start gewesen.Die Zahlen im Juli hingegen seien sehr gut gewesen. Und da Nordrhein-Westfalen noch Sommerferien habe, sei er auch für den August optimistisch.
49 Prozent mieten Ferienhäuser
Im Trend seien, so Schönfeld, die sehr kurzfristigen Reiseentscheidungen der Gäste. Hier sei für Vermieter eine gute Online-Buchbarkeit der Quartiere entscheidend. Über 49 Prozent der Urlauber im Wangerland beziehen eine Ferienwohnung, 22,8 Prozent buchen sich auf einem Campingplatz ein und 20 Prozent mieten ein Hotelzimmer.
Ein Versuch, die „Friesland-Therme“ in Horumersiel zumindest für die Hauptsaison zu öffnen, ist an den hohen Kosten und am EU-Vergaberecht gescheitert. Archiv-Foto: hol
Ausgeglichener das Bild bei den Ferienwohnungen. Der Rückgang bei den Übernachtungen von durchschnittlich 5,2 Prozent spiegelt sich in Hooksiel (- 4,4%), Horumersiel (- 3 %) und Minsen (-23 %). Lediglich Hohenkirchen verbuchte ein Plus von 2,9 Prozent
Während die Übernachtungen auf den Campingplätzen rückläufig waren (- 5 %), stieg die Zahl der Buchungen in Hotels (+ 9,5 %). Das dürfte maßgeblich darauf zurückzuführen sein, dass mit dem „Wangerland Ressort“ in Hohenkirchen seit Mitte 2025 ein neues Hotel am Start ist. Die Hotels in anderen Orten (Hooksiel: – 7,3 %; Horumersiel – 10,0 %) hatten – aus unterschiedlichen Gründen – Einbußen zu verzeichnen.
Schülergruppen nicht erfasst
Schönfeld verwies darauf, dass die Statistik auch Effekte enthalte, die sich daraus ergeben, das neue Quartiere am Start sind. Es gebe aber auch Fälle, wo etablierte Unterkünfte dauerhaft oder für längere Zeit geschlossen sind. Erfasst würden ohnehin nur Personen, die Gästebeträge zahlen müssen. Die zahlreichen Schülergruppen, die außerhalb der Ferien im „Wangerland-Resort“ auf Klassenfahrt sind, würden zum Beispiel nicht erfasst.
Keine Zahlen gibt die Gästestatistik dazu her, wie viele Gäste dem Wangerland aufgrund der Insolvenz der WTG den Rücken gekehrt haben. Bekanntlich wurden aufgrund der finanziellen Schieflage des gemeindeeigenen Unternehmens unter anderem die Schwimmbäder in Horumersiel und Hooksiel geschlossen. Insbesondere die Hotels in Horumersiel führen darauf einen erheblichen Teil ihrer Buchungsausfälle zurück.
EU-Recht verhindert Bad-Öffnung
Mario Krar, Gastronom aus Horumersiel, wollte von der Gemeinde in diesem Zusammenhang wissen, warum einen Initiative gescheitert ist, das Bad „Friesland-Therme“ in Horumersiel zumindest für die Hauptsaison zu öffnen. Nach den Worten von Gemeindekämmerer Arthur Wichmann hätte der Betrieb für drei Monate über 300.000 Euro gekostet. Mit dem Geld hätte die Gemeinde einen privaten Badbetreiber bezuschussen müssen.
Da die Summe so hoch ist, hätte die Gemeinde den Auftrag aber erst nach einer europaweiten Ausschreibung vergeben können, so Wichmann. „Das Verfahren allein dauert mindestens 60 Tage. Das Bad hätte dann frühestens im Oktober geöffnet werden können. Dann ist die Saison vorbei.“
Wangerland/Schillig (13. 8. 2026) – Die Eröffnung des Anbaus am Wikinger-Cafe am Strand von Schillig könnte sich noch hinziehen. Auf der Baustelle herrscht seit einigen Wochen Ruhe. Der Grund dafür wurde am Mittwochabend bekannt.
Baustopp am Strand von Schillig: Aktuell ruhen die Arbeiten am fast fertigen Anbau (links) an das Bäckereigebäude. Foto: hol .
Nach einer entsprechenden Frage eines Zuhörers sagte Ratsherr Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland), dass es für das Projekt keine Baugenehmigung gebe. Deshalb seien die Arbeiten gestoppt worden. Dazu, wieso es bei dem Prestigeobjekt zu derartigen Schwierigkeiten kommen konnte, gab es keine Informationen. Auch der Landkreis Friesland als Baugenehmigungsbehörde hielt sich auf Anfrage von „Hooksiel-Life“ bedeckt. „Da es sich um ein privates Bauvorhaben handelt, ist der Landkreis nicht befugt, weitere Informationen zu veröffentlichen. Der Landkreis ist gegenüber dem Bauherrn bzw. Eigentümer zur Vertraulichkeit verpflichtet.“
Bauherr des Gebäudes, in dem eine Bäckerei und ein Eis- und Food-Café, jeweils mit Außenterrasse zum Strand, untergebracht sind, ist die Lorenz Bäcker Victobur GmbH (Aurich). Sie hatte das sehr gut angenommene Gebäude 2024 in Betrieb genommen. Anfang dieses Jahres sollte das Objekt um einen Anbau für 30 weitere Sitzplätze mit Blick aufs Meer erweitert werden.
Die Ursprungsinvestition erfolge in enger Absprache mit der Wangerland Touristik GmbH, die als Verpächter auftritt und für den gastronomischen Betrieb in einem Nebengebäude die Toiletten vorhält. Eine vor Tagen auf den Weg gebrachte Anfrage von „Hooksiel-Life“ bei dem Bäckerei-Unternehmen zu den aktuellen Problemen bliebt bislang unbeantwortet.