Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Alle Beiträge zum Thema “Kommunalpolitik”

Unabhängige wollen alle Bauunterlagen fürs Thalasso-Zentrum prüfen

Wangerland/Hooksiel (9. 11. 2023) – Die Ratsgruppe ZUW (Zusammenschluss unabhängiger Wählergruppen) möchte, dass die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) künftig die Gästekarten für Urlauber wieder selbst ausstellt. Der Antrag wird im nächsten Tourismusausschuss beraten, der am Mittwoch, 15. November, im Rathaus in Hohenkirchen tagt. 

Die Gästekarten (früher Kurkarten) werden derzeit von Vermietern und Vermietungsbüros, ausgestellt. Kopierkosten, so die ZUW, würden ebenfalls von den Leistungsträgern getragen. Die Ausstellung der Gästekarten nehme in Hotels und Vermietungsservices sehr viel Zeit in Anspruch. „Dies löst nicht nur Kosten bei den Leistungsträgern aus, es werden auch knappe Arbeitskräfte gebunden – was von der WTG ebenfalls nicht ersetzt wird“, argumentiert die ZUW.

Die Leistungsträger seien in den vergangenen Jahren sehr beansprucht worden. Immer mehr Aufgaben würden auf sie abgewälzt und zudem die Abgaben weiter erhöht. Da die Gemeinde finanziell ebenfalls nicht gut dastehe, sei eine Entlastung bei der Bürokratie eine der wenigen Hilfen die die Gemeinde den Leistungsträgern anbieten könne.

In weiteren Anträgen bringt die ZUW die Themen Fitnessstudio und Gastronomie in der Friesland-Therme in Horumersiel und das Belegungskonzept fürs Gästehaus Hooksiel auf die Tagesordnung. Zudem verlangen die Unabhängigen die Herausgabe sämtlicher Bauunterlagen, Besprechungsprotokolle und Rechnungen für das Thalasso-Zentrum in Horumersiel. Die Einweihung des „Thalasso Meeres Spa“ hat sich bekanntlich erheblich verzögert. Zudem sind die Preise in die Höhe geschossen.

Gemeinde stellt alle Ausgaben auf Prüfstand – und plant Steuererhöhungen

Wangerland/Hooksiel (29. 10. 2023) – Die Haushaltslage der Gemeinde Wangerland droht sich in den kommenden Jahren dramatisch zu verschlechtern. Um die Entwicklung zu stoppen oder zumindest abzumildern, will die Gemeindeverwaltung die Politik frühzeitig in die Planung des Haushaltes für 2024 einbinden. 

Im Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Energie, der am Mittwoch, 22. November, tagt, soll ein freiwilliges Haushalts-Konsolidierungskonzept beraten werden. Das Ziel der darin aufgezeigten Maßnahmen: Einnahmen erhöhen, Ausgaben und – wo möglich – Standards senken sowie die Effizienz erhöhen. Ohne Gegenmaßnahmen steuert die Gemeinde nach Überzeugung der Verwaltung im nächsten Jahr auf ein Millionen-Defizit zu. 

Höhere Gebühren für Betreuung in Krippen?

Zu den Vorschlägen, mit denen sich die Ratsmitglieder auseinander setzten müssen, gehören unter anderem Steuererhöhungen von 10 bis 30 Prozent: Grund-, Gewerbe-, Zweitwohnungs-, Vergnügungs- und Hundesteuer. Hinzu kommen könnte die Erhöhung von einer Reihe von Gebühren, etwa für die Kinderbetreuung in Krippen oder fürs Parken. 

Insgesamt schätzt die Verwaltung das Konsolidierungs-Potenzial bei den Einnahmen auf 1,2 Millionen Euro (bei bisherigen Gesamteinnahmen von rund 8,6 Millionen Euro). Auf der Ausgabenseite gibt es offenbar wenig Einsparmöglichkeiten. Im Gegenteil. Unter anderem aufgrund der hohen Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst rechnet die Gemeinde allein bei den Personalkosten mit einer Steigerung von 1,1 Millionen Euro.

Kaum freiwillige Leistungen

Der erste Blick beim Sparen fällt in Kommunen stets auf die freiwilligen Leistungen, also Ausgaben, zu die Gemeinde nicht verpflichtet ist. Im Wangerland ist da aber nicht viel zu holen. Der Anteil der freiwilligen Ausgaben an den Gesamtaufwendungen betrage lediglich drei Prozent, erläutert de Verwaltung in den Beratungsunterlagen für den Finanzausschuss. „Eine Streichung von freiwilligen Leistungen ist kaum mehr möglich.“

Geprüft wurden in diesem Zusammenhang unter anderem die Aufwendungen für das Muschelmuseum und das Künstlerhaus in Hooksiel. Beide scheinen aber vor dem Rotstrich sicher zu sein. Die Eintrittsgelder im Muschelmuseum decken zumindest die Personalkosten. Und das Künstlerhaus sei als sehr beliebte kulturelle Einrichtung nicht wegzudenken. Der Zuschussposten hier: rund 36 000 Euro im Jahr. Zur Konsolidierung der Gemeindekasse beitragen soll aber der FC Nordsee Hooksiel. Der Sportverein muss mit einer Erhöhung seines Energiekostenanteils im von ihm mitgenutzten „Stelzengebäude“ rechnen.

Hoffnung auf Einmaleffekte

Die Liste von Maßnahmen, mit der sich die Politik darüber hinaus auseinander setzen muss, ist lang. Einige Bespiele: Kann interkommunale Zusammenarbeit die Effizienz erhöhen? Wie lange müssen Straßenlaternen leuchten? Wie groß muss der Rat sein? Kann die Bäderstraße in Hooksiel Landesstraße werden? In welchen Vereinen- und Verbänden muss die Gemeinde wirklich Mitglied sein? Wie teuer darf ein Blumenstrauß bei einer Ehrung werden? 

Einige Einmaleffekte, so die Hoffnung, könnten die Haushaltslage ein wenige entschärfen: der Verkauf der Rundinsel im Wangermeer in Hohenkirchen etwa oder die Veräußerung des alten Feuerwehrgerätehauses am Alten Hafen in Hooksiel. Einnahmen könnte die Gemeinde auch durch die Umwidmung nicht mehr benötigter Sportplätze in Bauland erzielen.

Das freiwillige Konsolidierungs-Konzept wäre eine Selbstverpflichtung des Rates, ein Art Handlungsanweisung für die Verwaltung. Die Debatte im Finanzausschuss soll in einen Ratsbeschluss im Dezember münden. Die eigentlichen Klausurberatungen für den Haushalt 2024 erfolgen dann im Frühjahr kommenden Jahres.

Fitness-Angebote und externe Arbeitsbüros im Hooksieler Gästehaus?

Gästehaus Hooksiel
Die ZUW fordert ein Nutzungskonzept fürs Gästehaus Hooksiel. Foto: hol

Hooksiel/Wangerland (26. 5. 2023) – Das Gästehaus in Hooksiel sowie die Zukunft der Kindergärten und Schulen, das sind Thema, mit denen sich die kommunalen Gremien der Gemeinde Wangerland unmittelbar nach Pfingsten befassen werden. Am Dienstag, 30. Mai, tagt ab 19.30 Uhr, der Ausschuss für Schulen, Jugend, Kultur und Soziales; am Mittwoch, 31. Mai, ebenfalls ab 19.30 Uhr, der Tourismus-Ausschuss. Beide Gremien kommen zu ihren öffentlichen Sitzungen im Rathaus in Hohenkirchen zusammen.

Bedarfsanalyse für Kitas und Schulen

Im Schulausschuss soll das Ergebnis der Kita- und Grundschul-Bedarfsanalyse vorgestellt werden. Die Gemeinde hatte die Studie bei einem Fachbüro in Auftrag gegeben, um wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich Neubaugebiete, steigende Geburtenzahlen und Flüchtlingskinder auf den Raumbedarf in Kitas und Schulen in drei oder vier Jahren auswirken werden. Hinzu kommt die Forderung nach einer Anpassung der Betreuungszeiten in den Krippen und Kindergärten der Gemeinde. Insbesondere Hooksieler Eltern hatten beklagt, dass sie längere Betreuungszeiten benötigen, wenn sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen wollen.

Im Tourismus-Ausschuss geht es unter anderem um einen Antrag der Gruppe ZUW (Zusammenschluss Unabhängiger Wählergemeinschaften), die ein Konzept für die künftige Nutzung des Gästehauses in Hooksiel fordert. Ziel müsse es sein, dessen Attraktivität so zu erhöhen, dass das von der Wangerland Touristik GmbH (WTG) betriebene und als Tourist-Information genutzte Haus von Einheimischen und Gästen gleichermaßen angenommen wird. Vertreter von Hooksieler Vereinen beklagen, dass die aktuell erhobene Raumgebühr für sie zu hoch sei.

Café würde Eingangshalle aufwerten

Die ZUW regt an, die Einnahmen der WTG durch verstärkte kommerzielle Nutzung des Gästehauses zu erhöhen. Etwa könnte in der Eingangshalle ein Café eingerichtet und von einem Betreiber bewirtschaftet werden. Im Gästehaus wäre zudem Platz für ein Fitness-Studio, auch als Angebot für körperbewusste Urlauber.

Eine ganz neue Nutzung eröffnet sich auch Sicht der ZUW durch das neue Glasfasernetz in Hooksiel. Im Gästehaus könnten „Co-Working-Spaces“ eingerichtet werden, also externe Arbeitsplätze für Wangerländer, die zu Hause kein schnelles Internet oder keinen Platz für ein Homeoffice haben. „Für viele Gäste, gerade auch aus dem liberal/intellektuellen und ökologisch/sozialen Milieu, gehört es heute dazu, Arbeit von zu Hause aus oder auch im Urlaub zu erledigen“, heißt es dazu im ZUW-Antrag. Ein entsprechendes Angebot könnte gerade diese Zielgruppe ins Wangerland locken.

Die Einnahmen aus den neuen Nutzungen könnte dann mit dazu betragen, die Raumgebühren für die heimischen Vereine zu senken. 

Nächste Sitzung nur einen Klick entfernt

Friesland/Wilhelmshaven (1. 3. 2023) – Worüber in den Gremien der Stadt Wilhelmshaven seit Jahre gestritten wird, ist im Landkreis Friesland und in einer Reihe der kreisangehörigen Kommunen längst Realität: Bürgerinnen und Bürger können Sitzung, zum Beispiel des friesländischen Kreistages, über das Internet live verfolgen. 

Die nächste Sitzung des Kreistages findet am Mittwoch, 8. März, ab 14.30 Uhr im Haus des Gastes in Horumersiel statt. Die langen Anfahrtswege etwa aus Sande oder Varel will man kommunalpolitisch Interessieren in Friesland nicht zumuten. Natürlich können Bürgerinnen und Bürger die Sitzungen nach dem Ende der Corona-Pandemie auch wieder direkt vor Ort verfolgen. Aber es geht auch online. Die Anmeldung für die Online-Teilnahme ist bis Montag, 6. März, 12 Uhr möglich – weitere Informationen und Anmeldung unter www.friesland.de/kreistag.

Der Kreistag hat bereits im Dezember 2021 beschlossen, dass Bürger neben der Möglichkeit vor Ort an den Sitzungen des Kreistages teilzunehmen, grundsätzlich auch online die Sitzungen verfolgen können. Im Vorfeld ist eine Anmeldung erforderlich, damit die Kreisverwaltung einen entsprechenden Teilnahme-Link zusendet kann.

Beschwerden, dass durch dieses Prozedere Persönlichkeitsrechte der Abgeordneten beeinträchtigt sein könnten, hat es bislang nicht gegeben. Zumindest nicht bekannt geworden sind mögliche Beklemmungen einzelner Politiker, die sich nicht trauen, vor laufender Kamera zu sprechen. Die Gesamtkosten für die Online-Übertagungen hat der Landkreis 2021 mit rund 30 000 Euro beziffert.