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Kreisausschuss wehrt sich gegen Verschwörungstheorien

Friesland (19. 3. 2026) – Der Kreisausschuss des Landkreis Friesland wehrt sich gegen Unterstellungen, die Freistellung eines Chefarztes der „Friesland Kliniken“ sei Teil einer Schmutzkampagne gegen den Mediziner und habe eigentlich das Ziel, den Klinik-Standort Varel abzuwickeln. Entsprechende Vorwürfe hatte zuletzt der ehemaliger Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe des St.-Johannes-Hospitals, Dr. Jürgen Knak, öffentlich erhoben. 

Anzeige Teil einer Schmutzkampagne?

Der überparteilich zusammengesetzte Kreisausschuss weist den Vorwurf entschieden zurück. Man verbitte sich „Drohungen und Unterstellungen gegenüber Klinikleitung, Aufsichtsrat und Kreistag sowie Verschwörungstheorien, die beinhalten, dass die Situation genutzt bzw. herbeigeführt worden sein soll, um den Standort Varel zu schließen“, heißt es in einer Stellungnahme. 

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt nach einer Strafanzeige gegen den fachlich hoch anerkannten Mediziner wegen des Vorwurfs der „sexuellen Nötigung“. Die Ereignisse, die sich im November vergangenen Jahres zugetragen haben sollen, müssten „rechtlich und neutral aufgearbeitet werden“, betont Kreisausschuss. Man bedauere in diesem Zusammenhang, dass eine in den sozialen Netzwerken veröffentlichte Solidaritätsbekundung von Mitarbeitern des Beschuldigten die angezeigte Person identifizierbar gemacht habe. 

Es gilt die Unschuldsvermutung

Während der laufenden Ermittlungen gelte die Unschuldsvermutung, aber auch der Schutz der anzeigenden Person. „In unserem demokratischen Rechtsstaat müssen solche Situationen ohne Vorverurteilung ernst genommen werden.“ Der Kreisausschuss appelliert daran, in der öffentlichen Diskussion zu mehr Sachlichkeit zurückzukehren und abzuwarten, bis Ermittlungsergebnisse vorliegen.

Zum Vorwurf, dass Geschäftsleitung und Landkreis im Zuge der Zentralisierung der „Friesland Kliniken“ den Standort Varel schließen wollen, verweist der Kreisausschuss auf das im Oktober vergangenen Jahres verabschiedete Eckpunktepapier. Danach soll aus dem St.-Johannes-Hospital ein Gesundheitszentrum werden, in dem unter anderem eine Fachklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe ausdrücklich erhalten werden soll. 

Keine Landes-Förderung für Krankenhausstandort in Varel

Friesland (17. 6. 2025) – Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi rät dem Landkreis Friesland in der Krankenhaus-Debatte dazu, „den Standort Varel zumindest so lange zu erhalten, bis Geburtshilfe und Frauenheilkunde in eine möglicherweise zu errichtende Zentralklinik aufgenommen werden“. Die Geburten, die aktuell in Varel betreut werden, könnten nicht ohne Weiteres auf andere niedersächsische Krankenhaus-Standorte verteilt werden, stellt der Minister fest. 

Philippi hat sich auf Anfrage des Landkreises Friesland schriftlich zur Versorgungsrelevanz eines Krankenhaus-Standortes Varel für die Geburtshilfe und Frauenheilkunde geäußert. Im Kern habe er die Bewertungen des veröffentlichten WMC-Gutachtens bestätigt, teilte der Landkreis heute mit. Eine Bezuschussung der laufenden Betriebskosten durch das Land habe er ausgeschlossen.

Geburten künftig in Zentralkrankenhaus?

Für eine Entscheidung zum Standort Varel verweist der Minister auf die kommunalen Gremien des Trägers vor Ort, also des Kreistages des Landkreises Friesland. Der Standort Varel als Teil der „Friesland Kliniken“ weist Defizite in Millionen-Höhe aus. Überlegungen, das Hospital zu schließen und in einem weiteren Schritt möglicherweise zusammen mit der Stadt Wilhelmshaven ein modernes Zentralkrankenhaus zu bauen, haben in Varel erhebliche Proteste ausgelöst.

Aus dem WMC-Gutachten geht unter anderem hervor, dass unter dem Aspekt der Erreichbarkeit bzw. der Fahrzeit das St. Johannes-Hospital nicht versorgungsrelevant sei. Diese Einschätzung könne laut Antwortschreiben des Ministers „fachlich nachvollzogen werden“. In der Betrachtung von WMC würden allerdings Kliniken im Land Bremen mit einberechnet. Es werde also davon ausgegangen, dass einige Patientinnen gegebenenfalls in Bremen und nicht in Niedersachsen versorgt werden können.

Betriebskosten-Zuschuss ausgeschlossen

Nicht für möglich hält das Ministerium eine Förderung vom Land, durch die der Standort Varel als Geburtsklinik unterstützt würde. Eine Förderung wie beispielsweise für das ambulante OP-Zentrum sei generell nur im investiven Bereich möglich. Eine finanzielle Unterstützung in Bezug auf Betriebskosten durch das Land sei gesetzlich ausgeschlossen.

Landrat Sven Ambrosy dankte dem Minister für seine Antworten. Es sei jetzt an den Mitgliedern des Kreistages, auf Grundlage der Gutachten und der Einschätzung des Ministers eine gute Lösung für die Gesundheitsversorgung im Landkreis zu beraten. Ambrosy: „Ich appelliere weiter an Bund und Land dringend die besondere Lage der bundesweit unterfinanzierten Geburtshilfe in den Blick zu nehmen und zeitnah für eine auskömmliche Finanzierung zu sorgen.“

Schrecklicher Verdacht: Hat Mann seine Frau bewusst überfahren?

Friesland/Varel (13. 5. 2025) – Hat ein Ehemann mit seine Frau bewusst mit einem Auto überfahren und sie dadurch getötet? Diesen Verdacht haben die Ermittlungsbehörden nach einem tragischen Vorfall in Varel. 

Bei der Polizei ging am Montag gegen 18 Uhr ein Notruf ein, der auf das dramatische Geschehen iim Schumacherweg hinwies. „Nach bisherigem Ermittlungsstand besteht der Verdacht, dass es sich um ein Tötungsdelikt im innerfamiliären Umfeld handelt“, teilte die Polizei am Montagabend mit.

Beschuldigter festgenommen

Ein 38-jähriger Mann stehe im dringenden Verdacht, mit einem Pkw mit überhöhter Geschwindigkeit gezielt auf seine 37-jährige Ehefrau zugefahren zu sein. Der Zusammenstoß habe zu schwersten Verletzungen geführt, denen die Frau noch am Unfallort erlegen sei.

Der Beschuldigte wurde vorläufig festgenommen. Die Polizei Varel führt die weiteren Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Oldenburg. Derzeit werden sämtliche Hintergründe der Tat aufgearbeitet. Weitere Informationen wolle man zum jetzigen Zeitpunkt aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlichen, hieß es.

Laut einem Bericht der „Nordwest-Zeitung“ in Varel hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag einen Antrag auf Haftbefehl gestellt, dem auch stattgegeben wurde. Der 38-Jährige sei in Untersuchungshaft gebracht worden.

Das Paar, das getrennt lebte, habe zusammen mehrere Kinder gehabt. Gegen den Mann war ein gerichtliches Annäherungsverbot ausgesprochen worden, er hätte sich also seiner Frau und seinen Kindern nicht nähern dürfen.

Von Fahrbahn abgekommen

Nahezu zeitgleich kam es am Montag in der Oldenburger Straße in Varel zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein 68-jähriger Mann verstarb. Der Vareler sei mit seinem Pkw die Oldenburger Straße in Richtung Rosenberger Straße unterwegs gewesen, als er aus ungeklärter Ursache alleinbeteiligt von der Fahrbahn abkam. Trotz eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen verstarb der Fahrer noch an der Unfallstelle. 

„Nach bisherigen Erkenntnissen deutet die Gesamtsituation auf einen medizinischen Notfall als unfallursächlichen Hintergrund hin“, so die Polizei. „Fremdeinwirkung ist nach derzeitigen Ermittlungen auszuschließen.“ 

Anmerkung: Der Bericht wurde im Laufe des Tages aktualisiert