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Keine Schonfrist: Gemeinde bekräftigt Kündigung für Hallenbad-Restaurant

Hooksiel (15. 5. 2023) – Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Wangerland hat a heutigen Montagabend in nicht-öffentlicher Sitzung gegen eine Verlängerung des Pachtvertrages für das Restaurant des Hallenwellenbades in Hooksiel gestimmt. Das teile Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) im Anschluss mit. Details zur Debatte in dem Gremium wurden zunächst nicht bekannt. 

Restaurant am Hallenbad
Die Wiedereröffnung des Restaurants am Hallenwellenbad Hooksiel steht in den Sternen. Foto: hol

Das Hallenwellenbad gehört der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG). Der Gemeinderat vertritt die Interessen des Gesellschafters. Pächter des Hallenbad-Restaurants ist der Investor Carsten Hippenstiel, der in das Restaurant und seine Außenanlagen in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben mindestens 900 000 Euro investiert hat. Allerdings: Laut Vertrag hätte das Restaurant zum 1. Mai dieses Jahres wieder eröffnet werden sollen.

Das war Hippenstiel nicht gelungen. Mehrfach hatte er potenzielle Betreiber vorgestellt, die dann aber aus verschiedenen Gründen wieder abgesprungen waren. Daraufhin hin hatte die WTG nach eignem Bekunden den Pachtvertrag zum 31. Mai gekündigt. 

Der VA hat diese Entscheidung jetzt bekräftigt – und damit Appellen unter anderem von der Bürgerinitiative Hooksiel, man möge den Vertrag noch einmal um eine letzte Schonfrist verlängern, eine Absage erteilt. Die BI hatte für den Investor unter anderem ins Feld geführt, dass das Hallenbad selbst ja auch noch geschlossen sei und dass Hippenstiel am ersten Mai-Wochenende tatsächlich einen weiteren, anerkannten Gastronomen aus der Region als potenziellen Betreiber vorgestellt hatte. Zudem hatte die BI bis zuletzt gehofft, dass Hippenstiel auch noch als Mit-Investor für die absehbar notwenigen Sanierungsarbeiten im Hallenwellenbad zur Verfügung stehen könnte.

Dieser Traum dürfte jetzt ausgeträumt sein. Wie es mit dem Restaurant weitergehen soll, ist völlig unklar. Gemeinsames Ziel im Rat sei es weiterhin, das Restaurant so schnell wie möglich zu eröffnen, sagte Szlezak gegen über „Hooksiel-Life“. Vielleicht ja sogar mit dem von Hippenstiel vorgeschlagenem Betreiber. „Wir hoffen jetzt, dass es eine außergerichtliche Einigung mit dem Investor geben kann.“ Knackpunkt dabe dürfte wohl werden, ob und wie Hippenstiel für seine bereits getätigten Investitionen entschädigt werden soll. Ohne eine Einigung in dieser Frage dürfte ein Rechtsstreit drohen. 

Mit einer steifen Brise und viel Sonnenschein in die neue Saison

Regatta
Die „Aeolus“ bei derRundfahrt auf der Jade. Selbst ein Flautenfeld konnte die gute Laune der Skipper Ralf Trappe (links) und Michael Rodenbach nicht trüben. Foto: Dörte Salverius

Hooksiel (15. 5. 2023) – Herrlicher Sonnenschein, eine leichte Brise auf der Jade, ideales Segelwetter. Die Aktiven des Wassersportsvereins Hooksiel (WSV) hatten bei ihrer offiziellen Saisoneröffnung beste Bedingungen. Rund 25 Segler beteiligen sich zum „Ansegeln“ an einer kleinen Rundfahrt. Wichtiger aber sei, so Vorsitzender Heinz Martin, die Begegnung der Mitglieder, die sich zum Teil über das Winterhalbjahr kaum gesehen hätten. Für gemeinsame Gespräche boten dann eine Kaffeetafel im Anschluss an den sportlichen Teil und ein abendliches Grillen reichlich Gelegenheit. 

Das „Ansegeln“ ist der traditionelle Startschuss in die Seglersaison in Hooksiel. Bis dahin haben die Bootseigner aber schon einiges erledigt, wie Michael Rodenbach und Ralf Trappe im Gespräch mit „Hooksiel-Life“ schildern. Die beiden Skipper kommen aus Fedderwarden und sind seit 18 bzw. 31 Jahren Mitglied im WSV. „Die Saisonvorbereitung fängt eigentlich schon am Ende der vorherigen Saison an“, sagt Trappe. „Sobald die Boote aus dem Wasser sind, müssen sie auf unserem Waschplatz gründlich abgespritzt werden, um Muscheln, Seepocken und Schleim zu entfernen.“ 

WSV anläge
Die WSV-Boots sind im Wasser. Die Saison kann beginnen. Foto: hol

Ab April richtet sich dann der Blick auf die neue Saison. Was dafür an Arbeit anfällt, variiert von Boot zu Boot. Segel werden bei Bedarf ausgebessert, Schutzplanen kontrolliert und gereinigt, das Öl im Schiffsmotor gewechselt, Elektronik und Funkgerät überprüft. „Was jeder Skipper von seiner persönlichen Ausstattung über den Winter von Bord nimmt und dann wieder einrichten muss, ist natürlich sehr unterschiedlich“, sagt Ralf Trappe. 

Die „Aeolus“, das Segelboot von Michael Rodenbach, ist 9,75 Meter lang und 3,05 Meter breit. Das Schiff bietet Schlafplätze für vier Mitsegler. Entsprechend umfangreich ist der Hausstand an Bord. Die „Aeolus“ hat einen GFK-Rumpf. GFK steht für glasfaserverstärkter Kunststoff.

Wie bei allen anderen Booten spielt bei der Saisonvorbereitung die Erneuerung des Anstrichs unterhalb und oberhalb der Wasserlinie eine entscheidende Rolle. Das gesamte Unterschiff wird angeschmirgelt, bevor der neue Antifouling-Anstrich aufgetragen werden kann. „Natürlich völlig biozidfrei“, sagt Ralf Trappe. Sorgen bereiteten den Skippern in diesem Frühjahr die sehr niedrigen Temperaturen bis weit in den April hinein. „Wenn man bei zu niedrigen Temperaturen streicht, kann man sich das gleich schenken“, sagt Vereinsvorsitzender Martin, selbst auch ein erfahrener Segler.

Ralf Trappe und Michael Rodenbach
Die Fedderwarder Segler Ralf Trappe (links) und Michael Rodenbach schildern an Bord der „Aeolus“ die zum Teil recht arbeitsreiche Saisonvorbereitung . Foto: hol

Die Außenhaut der Boote oberhalb der Wasserlinie will ebenfalls gründlich gereinigt und behandelt werden, damit sie gegen Salzwasser und vor UV-Strahlen geschützt ist: Politur, Paste, mehrere Wachsschichten. „Da kommen schon ein paar Tag Arbeit an Land zusammen, bevor wir das Boot mit der Slipanlage unseres Vereins wieder zu Wasser lassen können“, sagt Rodenbach.

Eine Besonderheit beim WSV: Am Tag vor dem Ansegeln sind alle Vereinsmitglieder aufgefordert, ehrenamtlich das Vereinsgebäude und das Gelände am Hooksmeer zu reinigen. „Die Beteiligung ist hier wirklich toll. Das klappt längst nicht mehr in jedem Verein“, sind Rodenbach und Trappe überzeugt. Die gute Beteiligung ist um so bemerkenswerter, da ein großer Teil der WSV-Mitglieder nicht gleich um die Ecke wohnt.

Die Belohnung für die Mühe war ein „ganz toller Tag“ auf der Jade, bei dem die Segler ihre eigenen Fertigkeiten und den Zustand ihres Materials überprüfen konnten. Freuen dürfen sich die Skipper jetzt unter andrem auf acht Mittwochs-Regatten auf der Jade. Die erste Wettfahrt ist für den 31. Mai geplant. Hinzu kommen individuelle Törns. „Ich gehe sechs bis sieben Wochen in die Ostsee“, sagt Michael Rodenbach und schwärm: „Tidefrei, alle paar Kilometer ein Hafen als mögliches Ziel …“ Schöner als in Hooksiel? Natürlich nicht, wehrt der WSV-Recke ab. „Hier muss man halt richtig segeln können.“

Kommentar: Politik und Investor müssen sich ehrlich die Karten legen

Von Gerd Abeldt

Das Meerwasser-Hallenwellenbad in Hooksiel wird aller Voraussicht nach im Juni wieder eröffnet. Ob zum Angebot dann auch eine Restauration gehören wird, ist offen. Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) hat dem Pächter gekündigt, weil dieser das Restaurant nicht – wie offenbar vereinbart – bereits zum 1. Mai eröffnet hat.

Was genau im Pachtvertrag steht, ist öffentlich nicht bekannt. Auch nicht, ob es darüber hinaus gehende Nebenabsprachen etwa zu künftigen Pachtzinsen oder zu Investitionen in der Restauration gibt. Durchaus denkbar, dass Verpächter und Pächter die Vertragslage unterschiedlich auslegen. Dazu passt, dass der Pächter beteuert, ihn habe bis dato die Kündigung noch gar nicht erreicht. 

Wie dem auch sei. Aus dem öffentlichen Hin und Her um die Vertragskündigung einerseits und die Präsentation potenzieller Restaurant-Betreiber durch den Investor andererseits ist eines deutlich geworden: das wechselseitige Vertrauen zwischen der Gemeinde als WTF-Gesellschafter, der WTF und Investor Carsten Hippenstiel ist aufgebraucht. 

Also lieber ein endgültige Trennung? Keine einfache Entscheidung: In der Sitzung des Verwaltungsausschusses der Gemeinde am Montag geht es um deutlich mehr, als um den Pachtvertrag fürs Hallenbad-Restaurant. Es geht um eine Weichenstellung für das gesamte Bad, das nicht nur nach Ansicht der Bürgerinitiative Hooksiel ohne private Ko-Investoren kaum eine langfristige Zukunft haben dürfte. Aktuell ist Hippenstiel offenbar der einzige, der daran ein Interesse haben könnte.

Gemeinde und WTG sind gut beraten, diese Chance nicht fahrlässig zu vertun. Schon gar nicht auf der Grundlage von Gerüchten und Befindlichkeiten – und ohne genaue Kenntnisse vom Gesamtprojekt. Insofern spricht viel für das von der Bürgerinitiative Hooksiel angeregte Treffen von Rat und Investor. Wenn man sich dabei gegenseitig ehrlich die Karten gelegt hat, kann man neues Vertrauen aufbauen – oder sich trennen. Wie auch immer.

Dabei ist für Außenstehende schwer vorstellbar, wie eine Trennung praktisch aussehen könnte. Der Investor hat bereits eine sechsstellige Summe in das Restaurant investiert. Wer soll dafür aufkommen? Die WTF? Die Gemeinde? Oder der Investor selbst? So viel ist klar: Allein schon zur Klärung dieser Frage dürfte es zu einem Rechtsstreit kommen, der sich hinziehen kann und zu einer öffentlichen Schlammschlacht werden könnte. 

Wer dabei am Ende gewinnt? Ungewiss. Sicher ist nur, dass Hooksiel verliert. Das Hallenbad-Restaurant bliebe auf unbestimmte Zeit geschlossen, die Zukunftspläne für das Bad wären wohl endgültig gescheitert und neue Investoren – etwa für ein Hotel – würden eher abgeschreckt. 

Sie haben auch eine Meinung zu dem Thema? Schreiben Sie uns gern eine Email an die Adresse infos@hooksiel-life.de mit dem Betreff Leser-Meinung.

Bürgerinitiative für Fristverlängerung für Pächter des Hallenbad-Restaurants

Bürgerinitiative Hooksiel
Die Sprecher der Bürgerinitiative Hooksiel (v. l.) Uwe Diekmann, Dietrich Gabbey und Günter Schmöckel mahnen die Politik, sich bei Entscheidungen zur Zukunft des Hallenwellenbades samt Restaurant nicht von Emotionen leiten zu lassen. Sie raten zu einem direkten Gespräch mit dem Investor. Foto: hol

Hooksiel (11. 5. 2023) – Die Bürgerinitiative für den Erhalt des Meerwasser-Hallenwellenbades und des Gästehause in Hooksiel (BI Hooksiel) appelliert an die politisch Verantwortlichen in der Gemeinde Wangerland, sie bei der Entscheidung über Zukunftsperspektiven des Bades nicht von Emotionen leiten zu lassen. Aus Sicht der BI-Sprecher Dietrich Gabbey, Uwe Diekmann und Günter Schmöckel sollte die Gemeinde die Kündigung des Restaurant-Pachtvertrages aussetzen und dem Investor Carsten Hippenstiel noch eine weitere Frist bis zur Eröffnung einräumen.

Die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG), Eigentümerin des Bades und des darin integrierten Restaurants, hat nach eigenem Bekunden den Pachtvertrag zum 31. Mai gekündigt, da der 1. Mai als Frist für die Wiedereröffnung des Restaurants verstrichen ist. Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderates will darüber in der kommenden Woche noch einmal beraten.

Wie Günter Schmöckel heute in einem Pressegespräch sagte, wäre eine Trennung zum jetzigen Zeitpunkt besonders schade, da der Investor gerade mit der türkischen Familie Özgün eine Restaurant-Betreiberin an der Hand hat, die seit gut 20 Jahren in Wittmund anerkannt gute Arbeit leiste. „Die wären für das Hallenwellenbad schon sehr sehr gut. „Ohnehin könnte man Verständnis dafür haben, dass der Investor sich mit dem Restaurant „noch etwas Zeit lässt“, so Dietrich Gabbey. Schließlich sei ja auch das Schwimmbad noch nicht wieder in Betrieb.

Am 15. Juni wird Meerwasser-Hallenwellenbad 40 Jahre alt

Die „Schonfrist“ für Investor und Betreiber sollte so bemessen sein, dass die noch erforderlichen Restarbeiten im Bereich der Küche auch erledigt werden können. „Der Wunschtermin für die Wiedereröffnung des Restaurants und des Hallenwellenbades wäre aus unser Sicht der 15. Juni“, sagte Günter Schmöckel. „Dann wir das Hallenwellenbad genau 40 Jahre alt.“

Das Bad ist seit November 2022 geschlossen. Grund dafür war seinerzeit die Explosion der Energiepreise. Die Sorge, dass es angesichts eines erheblichen Sanierungsbedarfs gar nicht mehr in Betrieb genommen werden soll, ist inzwischen vom Tisch. Auf Grundlage eines Gutachtens es Büros Eriksen (Oldenburg) erledigen WTG-Mitarbeiter und externe Fachfirmen seit Anfang des Jahren Sofortmaßnahmen und kurzfristig erforderliche Sanierungen, damit der Badebetrieb wieder aufgenommen werden kann. Angepeilter Termin für die Wiedereröffnung bei der WTG: der 30. Juni.

Hallenbad Hooksiel
Kann das Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel langfristig gesichert werden? Foto: hol

Die Sprecher der BI Hooksiel loben ausdrücklich das Engagement der WTG und die hohe Motivation der WTG-Mitarbeiter. „Für die nächsten ein bis zwei Jahre dürfte der Betrieb des Bades gesichert sein“, sagt Dietrich Gabbey. „Aber was ist langfristig?“ Die BI-Sprecher bezweifeln, dass die WTG aus eigener Kraft auch die mittel- und langfristig empfohlenen Sanierungsschritte finanziell stemmen kann. Ihre Idee: eine „Investoren-Lösung“.

Ein Privater soll sich aus eigenem Interesse an der Sanierung des Bades beteiligen. Allerdings haben diese Überlegungen im Zuge des kürzlich zu Ende gegangenen Interessenbekundungs-Verfahrens einen Dämpfer bekommen. Interesse gezeigt hatte lediglich ein Energiekonzern, der die Badsanierung zwischenfinanzieren würde. Als weiterer potenzieller Partner gilt aus Sicht der BI jemand, der bereits vor dem förmlichen Verfahren sein Interesse bekundet hatte: Carsten Hippenstiel.

Politik sollte direkt mit Investor sprechen

„Schon seine erheblichen Investitionen in das Restaurant zeigen, dass es Herr Hippenstiel ernst meint“, ist Günter Schmöckel überzeugt. Ganz offenkundig gebe es im Rat aber Vorbehalte gegen die Person, die ausgeräumt werden müssen und – das ist Dietrich Gabbey überzeugt – auch ausgeräumt werden könnten. „Man muss endlich miteinander und nicht nur übereinander reden.“

Sinnvoll wäre aus Sicht der BI ein Gespräch zwischen den Fraktionsvorsitzenden im Rat oder auch dem gesamten Rat mit Carsten Hippenstiel. Der Investor könnte dann seine Pläne noch einmal erläutert. Und die Politiker hätten Gelegenheit, alle offenen Fragen zu stellen – zu seinem Projekt, aber auch zu seiner Person. 

Präsentation des Hotel-Projektes für Hooksieler Bürger?

Nach Hippenstiels Vorstellung sollte das Hallenbad samt Restaurant das Herzstück eines Hotel-Ressorts werden. „Wenn das der Weg ist, das Meerwasser-Hallenwellenbad als touristisches Alleinstellungsmerkmal für Hooksiel zu retten – warum nicht?“, findet Dietrich Gabbey. Die BI könne sich sehr gut eine für alle Bürger offene Vollversammlung vorstellen, auf der die Pläne präsentiert und die Meinung der Hooksieler abgefragt werden könnte. Vorbild für ein solches Verfahren wäre die von Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) angeschobene offensive Bürgerbeteiligung bei der Vergabe der Bebauung der Insel im Wangermeer in Hohenkirchen. 

Die BI Hooksiel gibt es seit 2019. Durch ein Bürgerbegehren hatte die Initiative den vorläufigen Erhalt des Hallenwellenbades erreicht. Auch Überlegungen zum Verkauf des örtlichen Gästehauses wurden mit Blick auf den zu erwartenden Widerstand der BI und ihrer zahlreichen Unterstützer beerdigt. „Der ganz große Schwung ist seither etwas abgeflaut“, sagt Günter Schmöckel. Aber als BI setze man auf das gute Verhältnis, was man inzwischen zum neuen Rat und zu Bürgermeister Szlezak habe. Gemeinsam müsse jetzt der Beschluss zum Erhalt des Bades und des Restaurants mit Leben erfüllt werden.

Mehrere Tonnen Kupfer gestohlen

Wilhelmshaven/Hooksiel (10. 5. 2023) – Ein kurioser Massendiebstahl auf dem Voslapper Groden. Die Polizei bittet um die Unterstützung durch mögliche Zeugen. Unbekannte haben in der Zeit zwischen Sonnabend, 6. Mai, 12 Uhr, und Dienstag, 9. Mai, 14 Uhr von einem Grundstück in der Raffineriestraße in Wilhelmshaven eine größere Menge Kupferkabel entwendet. Die Polizei geht von einer sechsstelligen Schadenssumme aus.

Die Täter trennten auf dem Gelände der ehemaligen Raffiniere (heute HES) im Stadtnorden vor den Toren von Hooksiel knapp einen Kilometer Kupferkabel aus einer Trasse und entwendeten diese. Das Gesamtgewicht des erbeuteten Materials beläuft sich auf mehrere Tonnen.

Mögliche Zeugen, die Hinweise auf den Verbleib oder den Tathergang machen können, werden gebeten, sich mit der Polizei in Wilhelmshaven unter 04421/942-0 in Verbindung zu setzen.

Hooksieler Wochenmarkt: Komplettes Sortiment und nette Menschen

Wochenmarkt Hooksiel
Marktvogt Jens Dekena probiert die leckeren Oliven, die Chief Do auf dem Wochenmarkt in Hooksiel anbietet. Foto: hol

Hooksiel (9. 5. 2023) – Warum kaufen Menschen ihre Marmelade auf dem Wochenmarkt und nicht in einer Verbrauchermarkt, obwohl sie da sicher ein paar Cent günstiger ist? Für Wilhelm Poppen ist das ganz klar: „Weil die Menschen hier wissen, was in den Gläsern drin ist!“

Wilhelm Poppen gehört seit Jahren zum Kreis der Beschicker des Wochenmarktes in Hooksiel. Der einarmige Mann sitzt auf einem Stuhl, davor ein schlichter Tisch. Darauf eine ganze Reihe von Gläsern mit Fruchtaufstrich. „Marmelade ist ein geschützter Begriff. So darf ich meine Ware nicht nennen.“

Aber der Name ist zweitrangig. Wichtig ist, worauf sich die Kunden freuen dürfen. Und das weiß Wilhelm Poppen genau: „Früchte aus der Region. Äpfel, Pflaumen, Kirchen, Erdbeeren … Alles nach der Ernte eingefroren. Im Winter, wenn ich Zeit habe, werden die Früchte dann im Verhältnis von 2:1 mit Zucker eingekocht.“ Damit nicht genug. Der Obstkenner gestaltet die Deckel selbst und beklebt die Gläser liebevoll mit Inhalts- und Rezeptaufklebern. Lohnt sich der Aufwand? Vielleicht. Wenn das Wetter gut ist und man die Arbeitsstunden auf dem Markt nicht rechnet. 

Wochenmarkt Hooksiel
Selbst gemachte Fruchtaufstriche verkauft der Hooksieler Wilhelm Poppen. Foto: hol

Die Stimmung auf dem Hooksieler Wochenmarkt ist gelassen. Viele der acht bis neun Beschicker kommen seit Jahrzehnten jeweils freitags von 14 bis 17 Uhr auf den Platz am ZOB, im Dreieck von Friesenstraße und Nee Straat. Betreut werden sie von Marktmeister Dekena. 

Die ersten Jahre von Walter Dekena, dem Wirt der damaligen Hooksieler Kultkneipe „Friesenkate“. „Damals trafen sich die Marktbeschicker vor Beginn des Verkaufs bei meinem Vater in der Gaststätte zum Essen. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum wir hier eine eingeschworene Gemeinschaft haben“, sagt Jens Dekena, der seit dem Tod seines Vaters 2011 den Markt bereut. „So ein Wochenmarkt ist ja nicht nur ein Platz zum Einkaufen, sondern auch ein Ort der Kommunikation“, sagt Jens Dekena, der in Sichtweite des Markts einen Frische-Kiosk betreibt.

Entspannt einkaufen, Neuigkeiten erfahren, mit Menschen klönen – das zeichnet den Hooksieler Wochenmarkt aus. Anders als an vielen anderen Orten in Wilhelmshaven und Friesland verfügt der Hooksieler Markt noch über ein komplettes Warensortiment: Fisch, Käse, Antipasti, Fruchtaufstriche, Blumen und Pflanzen, Geflügel und Eier, Lederwaren, Mode und gelegentlich auch mal Kleinkunst. „Was uns im Moment fehlt, ist ein Bäcker“, bedauert Dekena. „Der wäre schon wichtig …“

Wochenmarkt Hooksiel
Fühlt sich wohl auf dem Markt in Hooksiel: Alitarar Khan. Foto: hol

Auf seinem Rundgang spricht der Markvogt mit jedem der Beschicker, erfährt deren Sorgen und Nöte, aber auch spannende Lebensgeschichten, wie die von Alitarar Khan. Der gebürtige Pakistani hat schon in etlichen Ländern auf mehreren Kontinenten gelebt und gearbeitet. Auf dem Wochenmarkt verkauft er Gürtel, Taschen und Lederwaren aller Art. Nebenbei betreibt er eine Reinigungsfirma. 

Oder die von Chiem Do, der an seinem Stand Antipasti und maritime Köstlichkeiten wie eingelegte Oliven, Käse oder selbst gemachte Salate und Dicke Bohnen verkauft. Chiem Do (59) wohnt in Jever. Geboren wurde er in Vietnam. Seine Frau sei seinerzeit mit der „Cap Anamur“ geflogen. Inzwischen lebt das Paar schon gut 40 Jahre in Deutschland. 

Mit strahlendem Gesicht zahlt Chiem Do die acht Euro, die Markvogt Dekena an Standgebühr kassiert. Dafür dürfen die Beschicker einen sauberen Platz mit Wasser- und Stromanschluss erwarten. „Sogar eine Toilette ist in der Nähe. Und hier gibt es keine Poller, die einem die Zufahrt zum Stellplatz schwer machen“, sagt Werner Poppen, der seit 1999 als selbstständiger Händler unterwegs ist. In seinem Verkaufswagen bietet er unter anderem Geflügel, Wurstwaren und Eier an. „Ein Renner ist unser Geflügelsalat. Den wollte sich eine Urlauberin sogar schon nach Hause nachschicken lassen.“

Wochenmarkt Hooksiel
Geflügel, Wurstwaren, Eier – Werner Poppen (hier mit Frau und Sohn Catrin und Phillipp Hansen) ist mit seinem Verkaufswagen im ganzen Nordwesten unterwegs. Foto: hol

Werner Poppen beschickt in der Woche acht Märkte zwischen Wilhelmshaven, Aurich und Rhauderfehn. Zum Wochenende baut der Hooksieler seinen Stand dann dann am liebsten heimatnah auf, wo er viele Stammkunden hat.

Ebenso wie Klaus Koehler, der zusammen mit seiner Mutter Ingrid Blumen und Planzen anbietet, die im eigenen Gartenbaubetrieb in Zetel-Schweinebrück gezogen werden. „Wir haben nicht immer alles. Aber was wir haben, kommt direkt aus der eigenen Zucht“, verspricht Klaus Köhler, der sich um die Zukunft des Hooksieler Wochenmarktes keine Sorgen macht. „Das ist ein sehr gute Markt hier – im Sommer wie im Winter.“

Wochenmarkt Hooksiel
Klaus Koehler beliefert seine Kunden mit Blumen und Pflanzen aus eigener Zucht. Foto: hol

Das hört Jens Dekena natürlich gern. Denn jedem Recht machen kann es auch der redegewandte Marktvogt nicht immer. „Keine Hunde! Keine Fahrräder“ steht auf einem Hinweisschild am Eingang des Marktes. „Die Lebensmittelhändler wollen keine Hunde in ihre Nähe. Aber nicht jeder Hundehalter ist einsichtig“, schildert Dekena. Dann höre man schon mal: „Komm Bello, die mögen uns hier nicht. Wir gehen …“ 

Restaurant, Hotel, Hallenbad: Gemeinde steht vor wichtiger Weichenstellung

Restaurant am Hallenbad
Die Frist ist schon verstrichen: Das Restaurant mit Eiscafé am Hallenwellenbad sollte zum 1. Mai einen neuen Betreiber bekommen. Wird jetzt der Pachtvertrag mit dem Investor gekündigt? Foto: hol

Hooksiel (5. 5. 2023) – Die nächsten Tage werden spannend. Am Montag, 15. Mai, will der nicht-öffentlich tagende Verwaltungsausschuss der Gemeinde Wangerland darüber entscheiden, wie es mit der Restaurant am Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel weitergehen soll. Konkret: Entweder erhält die Gemeinde als Gesellschafterin der Wangerland Touristik GmbH (WTG) die Kündigung des Pachtvertrages zum 31. Mai aufrecht – oder Investor Carsten Hippenstiel erhält noch „eine allerletzte Schonfrist“, um einen Betreiber zu präsentieren und das Restaurant zu eröffnen.

An der Restaurant-Entscheidung hängt weit mehr als die künftige Versorgung der Badegäste im Hallenwellenbad mit Speisen und Getränken. Letztlich geht es um die touristische Weiterentwicklung des gesamten Areals rund um das Bad sowie um eine dauerhafte Perspektive für das über 40 Jahre alte Hallenwellenbad selbst. Hier prallen unterschiedliche Vorstellungen aufeinander. Und auch die Person Hippenstiel weckt viele Emotionen – positive wie negative.

Investor hat in Restaurant und Saal erheblich investiert

Zum Restaurant: Bis 2021 wurde das Restaurant mit Saalbetrieb von Jens Unger betrieben, der eine gastronomischen Aktivitäten an Strand und Campingplatz verlegt hat. Neuer Pächter wurde Hippenstiel, der mit mit einem Totalumbau der Räume und der Neugestaltung der Außenanlagen begann. So entstanden untere anderem eine Außenterrasse samt Spielplatz, ein Beachvolleyball-Feld und eine Boule-Bahn. Im Innenbereich sollten der Sanitärbereich, der Saal, Küche und Flur völlig neu gestaltet werden. 

Hippenstiel spricht davon, bislang bereits rund 900 000 Euro investiert zu haben. Kritiker bezweifeln diese Summe. Aber, so WTG-Geschäftsführer Armin Kanning, unstrittig sei, das bereits eine „ordentliche sechsstellige Summe“ in den Restaurantkomplex geflossen sei. Ein Nachweis über genaue Beträge stehe noch aus. Bis zur Inbetriebnahme müssten wohl rund weitere 100 000 Euro fließen. Diese finalen Investitionen, so Hippenstiels Position, sollten aber mit dem künftigen Betreiber abgestimmt werden.

Hallenbad Hooksiel
Noch sind die Zukunftspläne für Hallenwellenbad Hooksiel ungewiss. Foto: hol

Der Knackpunkt: Der Pächter hatte sich vertraglich verpflichtet, bis zum 1. Mai das Restaurant zu eröffnen – andernfalls könnte der Pachtvertrag gekündigt werden. Offenbar sind Betreiber für Gastro-Betriebe nur schwer zu finden. Corona-Pandemie und Energiekrise haben Spuren hinterlassen. Hinzu kommt der Fachkräftemangel, gerade in der Gastronomie. Denn mit einem Betreiber allein ist es ja nicht getan. Ebenso wichtig sind qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Hippenstiel hatte zwei potenzielle Betreiber an der Hand. Beide sind aus unterschiedlichen Gründen wieder abgesprungen. Im dritten Anlauf präsentierte er pünktlich zum 1. Mai (!) mit der türkischen Familie Özgün einen erfahrenen und zudem mit der Region vertrauten Betreiber. Wie Koch Zeynal Özgün gegenüber der „Wilhelmshavener Zeitung“ sagte, möchte sich um die Küche kümmern, sein Neffe Zinar Dag um den Restaurantbetrieb, Tochter Dicle um das Eiscafe. Die Familie will mit ihrer kompletten Stamm-Mannschaft von der „Mühle“ in Wittmund nach Hooksiel übersiedeln.

Ein anerkannt qualifizierter Betreiber mit ausreichend Personal, alles gut? Vielleicht. Aber vielleicht auch nicht. Wie die Recherche von „Hooksiel-Life“ unter den Wangerländer Ratsmitgliedern, die die Gesellschafterversammlung der WTG bilden, ergab, überwiegt derzeit noch die Skepsis. Einige pochen auf die Eröffnungsfrist, die am 1. Mai abgelaufen ist. Anderen fehlt das Vertrauen in die Verlässlichkeit des Investors, der meist schwer zu erreichen sei und sich nicht immer an Absprachen halte.

Bürgermeister warnt vor öffentlicher Schlammschlacht

„Herr Hippenstiel hat bei großen Teilen des Rates das Vertrauen verspielt“, ist der Eindruck von Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak. Szlezak selbst ist erst seit November 2021 im Amt und war somit an den ursprünglichen Vereinbarungen und Absprachen mit Hippenstiel nicht oder nur am Rande beteiligt. Den aktuell präsentierten Restaurant-Betreiber hält er für „völlig okay“. Deshalb werde der Verwaltungsausschuss am 15. Mai möglicherweise über eine Verlängerung der Eröffnungsfrist um vier bis maximal sechs Wochen diskutieren. 

Möglicherweise ließe sich so eine juristische Auseinandersetzung vermeiden, die schnell zu einer öffentlichen Schlammschlacht ausarten könnte. Formal, so sehen es viele Ratsmitglieder, sei der Investor nach der Kündigung seines Vertrages in der Pflicht, das Restaurant in den ursprünglichen Zustand zurückzubauen. „Es hat ihn ja niemand gezwungen, so viel Geld zu investieren“, sagte ein Ratsmitglied gegenüber „Hooksiel-Life“. Aber, so die Gegenmeinung: Es hat den Investor auch niemand vor möglichen Fehlinvestitionen gewarnt. Und was wäre gewonnen, wenn die Suche nach einem Restaurant-Betreiber wieder von ganz vorn beginnen müsste. Hinzu kommen offenbar abweichende Lesarten zu künftigen Pachtzahlungen. 

Unklar ist auch, was der Restaurant-Streit eigentlich für das Hallenwellenbad bedeutet. Einig sind sich die WTG und Hippenstiel, dass es keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Wiedereröffnung des Hallenbades und des Restaurants gibt. Das Restaurant soll so attraktiv werden, dass es eine ganz eigene Zugkraft entwickelt und notfalls auch ohne Badegäste auskäme. 

Aber zumindest in Kreisen der Bürgerinitiative Hooksiel, die seit Jahren für den Erhalt des Hallenwellenbades kämpft, galt Investor Hippenstiel als potenzieller Retter des in die Jahre gekommenen Hallenwellenbades – nämlich als Privater, der sich an den Sanierungskosten im Bad beteiligt – wenn er davon einen Nutzen hätte.

Hotel-Appartements
Hier sollte nach den ursprünglichen Plänen der Investoren im Frühjahr 2023 ein Hotel-Appartement-Komplex eröffnet werden. Noch ist das Projekt von der Fertigstellung weit entfernt. Foto: hol

Eine entsprechende Vision hatte Hippenstiel zusammen mit einem Architektenbüro bereits in der vergangenen Ratsperiode vor den Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat vorgestellt. Sein Eindruck damals: „Die Pläne sind durchweg auf Zustimmung gestoßen.“ Im Rat aber will davon heute niemand mehr etwas wissen, zumal es keine verbindlichen Beschlüsse gab.

Der Kern der Pläne: Das Hallenwellenbad mit der neuen Restauration sowie saniertem Schwimm- und Saunabereich könnte das Herzstück einer Hotelanlage werden, das aus einem bereits im Bau befindlichen Appartement-Hotelkomplex auf der gegenüber liegenden Straßenseite (Bebauungsplan Nr. III, 6a Hooksiel) sowie einem weiteren geplanten Bettentrakt in unmittelbarer Nachbarschaft des Bades bestehen könnte. 

Eigene Parkplätze für Hotel-Appartements erforderlich

Dafür müsste aber der Rat der Gemeinde die Bauleitplanung für das gesamte Areal entsprechend anpassen. Für die Investoren der Hotel-Appartement-Anlage könnte sich damit die Möglichkeit eröffnen, das Restaurant und die Parkplätze am Hallenbad mitzunutzen. Beides ist in der Baugenehmigung für das Hotel zwingend vorgeschrieben – und zwar bezogen auf das vorhandene Grundstück. Allein der Platz für 50 bis 70 Parkplätze verringert die Zahl der möglichen Appartements auf dem Hotelgrundstücke – und damit die Wirtschaftlichkeit des Projekts – erheblich. 

Für eine entsprechende Änderung der Bebauungspläne gibt es im Gemeinderat aber aktuell keine Mehrheiten, ist sich Bürgermeister Szlezak sicher. Zumal es auch zum Hotelkomplex mehr offene Fragen als Begeisterung gebe. Trotz anders lautender Ankündigungen ruhen die Bauarbeiten dort seit gut einem Jahr. „Ich habe Herrn Hippenstiel mehrfach aufgefordert, seine Pläne öffentlich zu präsentieren und einen entsprechenden Antrag zur Änderung der Bauleitplanung zu stellen. Passiert ist aber nichts.“ 

Zur Versachlichung der Debatte könnte beitragen, das Jan Sadowsky, Partner von Hippenstiel im Hotel-Projekt, gegenüber dem „Jeverschen Wochenblatt“ angekündigt hat, dass es mit dem Bau der insgesamt 61 Hotel-Appartements in Kürze weitergehen werde. Die Fertigstellung des Komplexes („Vorzeigeprojekt in Sachen Nachhaltigkeit“) sei bis spätestens Ende 2024 geplant – einschließlich eines eignen Restaurants.

Wie sich vor diesem Hintergrund die Suche nach einem privaten Ko-Investor für das Hallenwellenbad entwickeln wird, ist völlig unklar. Ein Interessen-Bekundungsverfahren war kürzlich ergebnislos zu Ende gegangen. Investor Hippenstiel hatte sich an dem Verfahren gar nicht erst beteiligt. Die eine Seite wertet das als Beleg für mangelndes Interesse oder fehlende finanzielle Möglichkeiten, sich an der Bad-Sanierung zu beteiligten. Die andere Seite und der Investor selbst verweisen darauf, dass er ja schon vor Jahren sein Interesse bekundet habe … 

Eröffnung des Hallenwellenbades Ende Juni?

Kurdirektor Kanning jedenfalls plant für den Bereich des Meerwasser-Hallenwellenbades nicht mehr mit Hippensiel. Die Wangerland Touristik habe in den vergangenen Monaten noch einmal viel Geld in die Hand genommen, um das Bad betriebssicher zu machen. Derzeit laufe die Ausschreibung für die Sanierung der Stützpfähle. Kanning: „Der Weiterbetrieb des Bades ist vorerst gesichert. Wir werden voraussichtlich zum 30. Juni, vielleicht auch etwa später, wieder öffnen“, sagte Kanning gegenüber „Hooksiel-Life“.

Und wie ist es um eine langfristige Perspektive für das Bad bestellt? Kanning: „Natürlich besteht weiter Handlungsbedarf. Das Bad ist nun einmal über 40 Jahre alt. Aber über Lösungen werden wir uns in der Gemeinde selbst Gedanken machen müssen.“

Neues Camper-Ressort für Hooksiel: „Nordsee Park“ in Gerietshausen

Nordsee Park Hooksiel mit Hans-Ulrich Müller
Der „Nordsee Park Hooksiel“ nimmt Formen an: Dr. Hans-Ulrich Müller hat bereits die Wegführung auf dem Areal für Wohnmobilisten und Camper abgesteckt. Foto: hol

Hooksiel (6. 5. 2023) – Hooksiel bekommt ein neues Urlaubs-Ressort. Der Start der Tiefbauarbeiten für den „Nordsee Park Hooksiel“ stehen unmittelbar bevor. „In vier Wochen werden wir mit dem Wegebau beginnen“, kündigt der Investor und Geschäftsführer der NPH GmbH, Dr. Hans-Ulrich Müller, im Gespräch mit „Hooksiel-life“ an. Den Betrieb werde man dann im nächsten Jahr. 

Auf dem Areal der Hofstelle Gerrietshausen in der Nähe des Hooskieler Kreisels soll ein Ganzjahres-Campingplatz entstehen. Die baurechtlichen Voraussetzungen dafür bestehen schon seit einem guten Jahr. Die Rahmenbedingungen hätten sich ein wenig verändert, erläutert Müller. Deshalb habe sich der Baubeginn etwas verzögert. 

Lange Lieferzeit für Stromtransformator

Ein Bremsklotz ist die Umstellung der Planung von Gasthermen auf Wärmepumpen. Für die Stromversorgung der 50 Stellplätze für Wohnmobile, Camping-Wagen und Tiny Houses sowie für zunächst zehn mobile Wochenendhäuser (Mobilhomes) benötige man auf dem Areal einen sehr großen Transformator, die aufgund des Ukrainekrieges nur sehr schwer zu bekommen sind. Aktuelle Lieferzeit: 64 Wochen. 

„Auf der Zuwegung von der Bäderstraße wird nach etwa 50 Meter eine Schranke stehen, die angemeldete Camper digital bedienen können“, beschreibt Müller die Pläne. Auf der Zufahrt bleibe somit genug Warteraum für den Fall, dass einmal drei oder vier Wohnmobilisten gleichzeitig anreisen sollten. „Einen Rückstau auf die Bäderstraße wird es nicht geben.“

Gut 50 Meter hinter der Schranke werden unter anderem die Rezeption, die Ver- und Entsorgungsstation für Wohnmobile und Sanitärgebäude aufgestellt werden. Die etwa einen Hektar große Stellfläche für rund 50 Wohnmobil- und Camper-Stellpätze sowie einige Tiny Houses beginnt erst in Höhe Hofstelle Gerietshausen. Pflöcke zeigen bereits die Wegführung. Im Zentrum der Fläche ist ein zentraler Begegnungsplatz geplant. Stichwege führen zu den ruhiger gelegenen Plätzen am Rand des Areals, das insgesamt von einem begrünten Spazierweg eingefasst werden soll. 

Nordsee Park Hooksiel  Baumaterial
Der Schotter für den Wegebau liegt bereit. Eröffnet werden soll der „Nordsee Park Hooksiel“ an der Hofstelle Gerrietshausen zwischen Bäderstraße und Maihausergroden im nächsten Jahr.

In Blickrichtung Kreisstraße von Schmidtshörn nach Crildumersiel schließt sich das Mobilhome-Quartier an. Zunächst will Müller zehn der Wochenendhäuschen aufstellen. Platz wären auf den dafür vorgesehenen zwei Hektar Fläche allerdings für bis zu 50 Häuschen. Müller: „Hier haben Investoren die Chance, sich einen Platz für ihr eigenes Mobilhome auszusuchen.“

Gerüchte, die Wochenendhäuschen könnten am Ende eine Art Arbeitersiedlung für Kolonnen werden, die auf dem Voslapper Groden beschäftigt werden, weist Müller zurück. „Monteurs-Wohnungen und Erholung, das passt nicht zusammen.“ Der Investor, im Hauptberuf Tierarzt, ist überzeugt, dass die Vorzüge des „Nordsee Park Hooksiel“ allein ausreichen, um das Ressort gut zu belegen. „Ruhe, unendliche Ruhe. Dazu der Blick übers Land, auf dem immer wieder Rehwild oder Hasen vorbeiziehen. Es ist einfach schön hier.“

Ganzjahres-Campingplatz soll Saison verlängern

Dabei liegt der Platz nur etwa zwei Kilometer vom Strand entfernt. Damit es den Urlaubern nicht doch langweilig wird, plant Müller Veranstaltungen und Themenwochen. Wattwandern, Radfahren, Besichtigungen, Aktivangebote, Vorträge – noch ist der Ideenkatalog für das Marketingkonzept nicht abgeschlossen. „Natürlich werden solche Angebote auch für die Gäste auf dem Campingplatz der WTG offen sein. Genau so, wie unsere Gäste die Angebote am Campingplatz vor dem Deich mitnutzen sollen“, sagt Müller. „Wir sind keine Konkurrenten. Unser gemeinsames Ziel ist es, den Urlaubsort Hooksiel voranzubringen und die Saison ein stückweit zu verlängern.“ 

Ursprünglich war sogar die WTG als Betreiber des neuen Campings-Ressorts im Gespräch. Im Gegensatz zum Ganzjahres-Ressort NPH muss der Campingplatz vor dem Deich in der Sturmflutsaison von Oktober bis März jährlich geräumt werden.

O2 bietet für Hooksiel 5G-Netz

Hooksiel (5. 5. 2023) – Der Telekommunikations-Anbieter O2 Telefonica hat sein Mobilfunkangebot im Raum Hooksiel deutlich verbessert. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde an der Straße Maihausergorden (zwischen Schmidtshörn und Crildumersiel) ein neuer 5G-Standort eingerichtet. Durch den an einem Windrad befestigten Sender können O2-Kunden jetzt vom 5G-Standart profitieren, der gegenüber anderen Mobilfunk-Standards eine deutlich schnellere Datenübertragung ermöglicht.

5G bietet im Vergleich etwa zu 4G (LTE) höhere Download-Geschwindigkeiten und kürzere Reaktionszeiten bei mobilen Datenübertragungen. Besonders bemerkbar macht sich das unter anderem bei Social-Media-Aktivitäten, beim Film- und Videostreaming sowie bei allen anderen datenintensiven Nutzungen. Die Arbeiten im Homeoffice kann komfortabler werden. Und im gewerblichen Bereich dient der Standard zum Beispiel für die Datenvernetzung von Anlagen und Maschinen. Künftig soll 5G den Weg zum autonomen Fahren ebnen.

Der neue G5-Standort in Hooksiel ist Teil der O2-Netzausbau-Offensive. Bis 2025 soll jeder Flecken in Deutschland mit 5G vonO2 versorgt sen. Dafür investiere man aktuell über eine Milliarde Euro jährlich. Von der neuen Datenübertragungs-Qualität in Hooksiel können alle O2-Kunden mit einem G5-fähigem Smartphone und einem G5-Mobilfunkvertrag profitieren. Für Interessierte bietet das Unternehmen eine kostenlose Testphase an,

Saisonauftakt für FCN-Tennisspieler

Hooksiel (5. 5. 2023) – An diesem Wochenende startet der FC Nordsee Hooksiel in die Tennissaison. Den Auftakt macht die Herren-Ü50-Mannschaft, die sich an diesem Samstag, 6. Mai, ab 13 Uhr auf der Platzanlage am Freizeitgelände mit dem Emder THC messen wird. Als Spitzenspieler schlagen für den FCN Thomas Otte und Jan Alter auf.

Die Tennisabteilung des FCN hat drei Mannschaften für den Punktspielbetrieb in diesem Sommer gemeldet. Neben der Herren Ü50 (Regionsliga) geht eine Damen- und eine Junioren-B-Mannschaft (beide 2. Regionsklasse) an den Start. Sportinteressierte sind als Zuschauer auf der Platzanlage in Hooksiel willkommen.

Die geplanten weiteren Heimspieltermine: Herren Ü50: Samstag, 3. Juni, ab 13 Uhr gegen den TV Varel und Sonntag, 25. Juni, ab 10.30 Uhr gegen TuS Ofen. Damen: Sonntag, 2. Juli, ab 10 Uhr gegen TuS Collinghorst. Jugend B: Samstag, 13. Mai, ab 11 Uhr gegen TC Esens und Samstag, 1. Juli, ab 11 Uhr gegen JTG Wilhelmshaven.

Die Ergebnisse und Tabellenstände werden aktuell auf dem Internet-Portal Nuliga-Tennis veröffentlicht.