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Beiträge veröffentlicht in “Hooksiel”

MTV-Frauen in Weihnachtsstimmung

Hooksiel (30. 11. 2024) – Der Bremer Weihnachtsmarkt ist einen Besuch wert. Davon überzeugten sich jetzt 43 Mitglieder des MTV Hooksiel. Mit der zweiten Vorsitzenden Bettina Schrievers stiegen 41 Frauen und zwei Männer in den Bus, der die Reisegruppe vormittags in die Hansestadt brachte und in unmittelbarer Nähe der Bremer Stadtmusikanten in Richtung Weihnachtsmarkt entließ.

MTZ-Frauen in Bremen
Hatten jede Menge Spaß auf dem Bremer Weihnachtsmarkt: Frauen des MTV Hooksiel. Foto: Schrievers

Die jährliche Weihnachtsmarkt-Tour hat beim MTV Tradition. Schon Anfang eines jeden Jahres wird das nächste Ziel festgelegt – Oldenburg, Hannover, Hamburg, Lübeck oder eben jetzt nach Bremen, zu einem der größten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Auch wenn das Wetter regnerisch war, hatten die Hooksielerinnen jede Menge Spaß. Ob beim Bummel in kleinen Gruppen über den Markt in der Innenstadt mit heißem Punsch, Mandelnuss und Apfelkern sowie weihnachtlichen Klängen, beim Flanieren über den maritimen Schlachte-Zauber-Markt am Weserufer oder beim Aufwärmen und Stöbern in den Einkaufspassagen der Innenstadt.

Am späten Nachmittag brachte der Busfahrer die Gruppe wieder zurück nach Hooksiel. Hier steht bis Jahresende noch ein wichtiger Punkt auf dem Programmplaner des MTV: die Weihnachtsfeier am 18. Dezember.

Revision im Hallenwellenbad: Etappensieg gegen Salz und Chlor

Leeres Becken im Hallenwellenbad
Seit dem heutigen Freitag strömt Wasser ins Schwimmbecken. Ab dem 16. Dezember wird das Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel wieder für den Badebetrieb geöffnet sein. Foto: hol

Hooksiel (29. 11. 2024) – War es nicht gerade gestern, dass das Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel für Monate geschlossen war und in weiten Teilen saniert wurde? Nein, die letzte Revisionspause liegt schon 15 Monate zurück. Und seit Sommer 2022 hatten Salzwasser, Chlor und aggressive Luft schon wieder viel Zeit, um an Mauerwerk, Pumpen und Leitungen des über 40 Jahre alten Bades zu nagen. Hallenbad-Leiter Ralf Kröner: „Hier rostet immer etwas.“

Seit dem 11. November ist das Bad geschlossen. Seither ist jede Menge passiert, um die Einrichtung optisch und technisch wieder auf Vordermann zu bringen. Für den Laien am auffälligsten: Das große Schwimmbecken ist noch weitgehend leer. Hier wurden in den vergangenen Tagen sämtliche Fugen neu mit Silikon abgedichtet. Seit heute vormittag 10:12 Uhr läuft wieder Wasser in das Becken.

Bereits seit einer Woche laufen die Pumpen und saugen jeweils in einer Zeitspanne von fünf Stunden um Hochwasser herum Wasser aus der Jade. Über eine 600 Meter lange Pipeline wird das Wasser bis zu einem Gebäude am FKK-Strand gesaugt und von dort über 2,7 Kilometer zum Hallenbad gepumpt.

Ralf Kröner

Bei normaler Wetterlage erreichen das Bad je Hochwasser zwischen 20 und 60 Kubikmeter Wasser. „Bei ablandigem Wind und Sturm sind es auch mal weniger“, erläutert Körner (auf dem Bild mit einer verrosteten Filterklappe). „Vorgestern etwa konnten wir über den ganzen Tag nur 15 Kubikmeter einspeisen.“

Inzwischen sind die Wasserbehälter unterhalb des Schwimmbeckens, die vor allem für die Wellenbad-Funktion wichtig sind, gefüllt. Jetzt sprudelt das zuvor gereinigte und gefilterte Wasser direkt ins Becken. Insgesamt ist dort Platz für 1100 Kubikmeter Wasser. Das entspricht dem Volumen von 9166 jeweils mit 120 Litern gefüllten Badewannen. 

„Am übernächsten Wochenende muss das Becken voll sein. Und es ist dann auch voll“, verspricht Kröner. Für Samstag und Sonntag, 7. und 8. Dezember, haben sich Seekajakfahrer des Verbandes „Salzwasser Union“ angemeldet, die in dem dann noch kalten Wasser des noch geschlossenen Bades ein Sicherheitstraining absolvieren wollen. Erst nach dem Besuch der Kajaken wird das Wasser aufgeheizt, so dass das Bad am Montag, 16. Dezember, wieder regulär geöffnet werden kann.

Seewasserbehäter unter dem Hallenbad
Ralf Kröner entnimmt eine Probe aus dem Seewasserbehälter, über den das Meerwasser ins Hallenbad gelangt. Der Behälter wird in den nächsten Tagen noch ausgetauscht. Foto: hol

Im Rahmen der aktuellen Revision investiert die Wangerland Touristik GmbH rund 90.000 Euro. Unter anderem hat das Bad einen neuen Gasanschluss bekommen. Der Seewasserbehälter wird erneuert, die Unterwasserscheinwerfer mit LED-Leuchten bestückt, ein Wasserschaden beseitig, Rohre, Behälter und Wände gestrichen und sämtliche technischen Geräte auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft.

Das Groh der Wartungsarbeiten haben sieben Mitarbeiter der WTG erledigt. „In der nächsten Woche stoßen unsere Reinigungskräfte dazu, die bislang in Urlaub waren“, so Kröner. Dann werde das gesamte Bad geputzt und gewienert, damit Einheimische und Gäste sich hier über die Winterzeit wohl fühlen können. 

60 Jahre Theatergruppe: Spaß am Spiel und der plattdeutschen Sprache

Ehrung bei der Theatergruppe Hooksiel
Die Vorsitzende des Heimatbundes für niederdeutsche Kultur „De Spieker“, Rita Kropp (links), würdigte auf der Jubiläumsfeier sechs Mitglieder der Theatergruppe Hooksiel, darunter das Gründungsmitglied Johann Janßen (2. v. l.) und den langjährigen Vorsitzenden Frank Langenhorst (rechts), für deren Engagement und Einsatz. Geehrt wurden auch Sigrid Janßen (Mitte; 56 Jahre Mitglied) und Dora Clasen (29 Jahre). Im Hintergrund die Moderatoren Joachim Janssen (3. v. l.) und Wieland Rosenboom. Foto: Theatergruppe

Hooksiel (28. 11. 2024) – Wir blenden zurück: Ende der 1960er Jahre, Weihnachtszeit. Die Theatergruppe Hooksiel gibt auf der Bühne der Gaststätte „Zum Schwarzen Bären“ das Stück „Die Heinzelmännchen“. Einer der kleinen Wichtel auf der Bühne ist Jan Gerjets. Speelbaas Heinrich Künken hatte den Grundschüler für dessen ersten Theaterauftritt angeworben.

Seit gut zehn Jahren ist der in Pakens lebende Berufsschullehrer jetzt schon selbst Speelbaas. Aktuell laufen die Proben für das neue Stück „Operatschoon ,Hans im Glück’“, das am 27. Dezember im Hooksieler Gästehaus Premiere feiert. Der Kartenvorverkauf im Kiosk Dekena läuft ab dem 6. Dezember.

62 Stücke und 430 Aufführungen

Vor Beginn der heißen Probenphase hatte die Theatergruppe um ihren Vorsitzenden Frank Langenhorst jetzt einen guten Grund zu feiern. Der Verein besteht seit 60 Jahren. Bei der Feier in der „Eventhalle Hooksiel“ wurden nicht nur die zahlreichen Erfolge der vergangenen Jahrzehnte – darunter mehr als 62 Stücke und 430 Aufführungen – gewürdigt, sondern auch viele Anekdoten und Erinnerungen ausgetauscht. 

Eingeladen dazu waren neben Bürgermeister Mario Szlezak und Vertretern der Hooksieler Vereine auch Abordnungen der befreundeten Theatergruppen Sillenstede, Javenloch, Tettens und Langewerth. Durch das Programm und die 60-jährige Geschichte führen Joachim Janßen als 2. Vorsitzender, und Wieland Rosenboom – kurzweilig und natürlich auf Plattdeutsch.

Heinrich Künken als Initiator

Die Pflege der plattdeutschen Sprache war einer der Gründe dafür, dass Mitglieder des Boßelvereins Wüppelser Altendeich sich entschlossen, eine Theatergruppe zu gründen. Die Boßler hatten bereits im Rahmen ihrer Sommerfeste regelmäßig kleine Sketche aufgeführt und dabei Spaß an der Schauspielerei gefunden. Heinrich Künken schaltete eine Zeitungsanzeige. Und tatsächlich fanden sich zahlreiche Gleichgesinnte. Am 28. Dezember 1964 wurde der Theaterverein offiziell gegründet. Heinrich Künken wurde Vorsitzender und Speelbaas in Personalunion.

Die Gründungsmitglieder waren nach den Recherchen von Joachim Janßen: Magda und Gerd Weiers, Inse und Tedi Weiers, Rebecka und Heinrich Künken, Hanna Gerjets, Luise de Vries, Magred Hohlweg, Ortrud Janssen, Gerda Meyenburg, Johann Reiners, Gerhard Peters, Heinrich Popken, Franz Cordsen, Eibo Jürgens, Johann Janßen, Otto Tammen und Gerda Clasen

Erste Bühne im „Schwarzen Bären“

Erste Spielstätte wurde bis 1973 die Bühne im Saal des Restaurants „Zum Schwarzen Bären“, das damals gerade von Emil Egts an Herbert Klostermann überging. Von 1974 bis 1989 öffnete sich der Bühnen-Vorhang alljährlich zur Weihnachtszeit im „Jeverländer Hof“, 1990 bis 1993 gastierte man im Saal des Hallenwellenbades und seit 1994 ist das Hooksieler Gästehaus die Spielstätte. 

„Wir sind sehr froh, dass die Wangerland Touristik uns so gut unterstützt“, sagt Jan Gerjets. Die heutigen Bedingungen für Proben und Auftritte seien mit denen in den Anfangsjahren gar nicht vergleichbar. Umkleiden, Aufenthaltsräume mit Blick auf des Geschehen auf der Bühne, professionelle Bühnentechnik und, und, und.

Der Theaterverein hat knapp 50 Mitglieder. Dazu zählen rund 15 Darsteller sowie Aktive, die sich unter anderem um Maske, Bühnenaufbau und sonstige Technik, Catering und Eintrittskarten-Kontrolle kümmern. Beim aktuellen Stück etwa, so Gerjets, werden elf Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne stehen.

Stehender Applaus für Musical

Gerjets ist seit 2014 als Speelbaas für die künstlerischen Geschicke der Theatergruppe verantwortlich. Seinerzeit legte er den Posten als erter Vorsitznder nieder und übernahm den Intendanten-Job von seinem plötzlich verstorbenen Vorgänger Gerd Peters. Zuvor hatten nach Heinrich Künken Johann Reiners, Andreas Tepper und Renate Galski in der Verantwortung gestanden. 

Unabhängig von Speelbaas, Schauspielern und jeweiligem Stück waren die Aufführungen der Theatergruppe Hooksiel durchweg sehr gut besucht, die meisten ausverkauft. Dennoch, so erinnert sich Gerjets, der ab 1994 gut 20 Jahre lang selbst auf der Bühne stand, habe es eine besonders herausragende Inszenierung gegeben. Das Musical „Een, twee, dree – St. Pauli“, das die Theatergruppe 2011 zum Besten gab. „Das Publikum hat stehend applaudiert und die meisten Lieder lauthals mitgesungen. Das war schon eine tollte Atmosphäre.“

Aber, da sind sich Gerjets und Janßen einige, auch derzeit sei die Stimmung in der Theatergruppe ausgesprochen gut. Und zwar während der Theatersaison von September bis Mitte Januar ebenso wie bei den Veranstaltungen, die der Festausschuss für den Rest des Jahres organisiert. „Das ist wirklich alles sehr harmonisch und macht riesigen Spaß.“ 

Hooksiel schmückt sich für Weihnachten

Weihnachtsbaum am Alten Hafen
Der Weihnachtsmarkt ist gerettet. Der Tannenbaum am Alten Hafen steht. Foto: Mühlena

Hooksiel (28. 11. 2024) – Weihnachten steht vor der Tür. An den Straßenlaternen brennen schon die ersten Weihnachtssterne. Sie wurden von der Arbeitsgruppe Hooksiel an diesem Mittwoch montiert. Und am Alten Hafen steht ein gut sechs Meter hoher Weihnachtsbaum, der dort mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Hooksiel einen festen Stand gefunden hat. 

Den Tannenbaum hat der Hooksieler Werner Tammen der Dorfgemeinschaft zur Verfügung gestellt, die den Weihnachtsmarkt ausrichtet. Der Weihnachtsmarkt findet am Samstag und Sonntag, 7. und 8. Dezember, jeweils ab 14 Uhr am Alten Hafen statt. 

Kommentar: Kündigung ermöglicht schonungslose Aufklärung

Von Gerd Abeldt

Hooksiel (27. 11. 2024) – Die Wangerland Touristik GmbH steckt in einer ihre schwersten Krisen sei der Ausgründung des Unternehmens aus der Gemeinde Wangerland. Der Neubau des Thalasso Meeres Spa hat den Finanzrahmen der WTG gesprengt. 23 statt 8,7 Millionen Euro, das steckt auch ein ansonsten profitables Unternehmen nicht einfach so weg. Und in dieser schwierigen Phase kündigt auch noch der Geschäftsführer … 

Armin Kanning hat gekündigt. Und das ist gut und richtig so. Respekt dafür! Auch wenn die Existenz des Unternehmens hoffentlich dank der Zuschüsse und Kredite von Land, Landkreis und Gemeinde gesichert werden kann, bleibt die Frage nach der Verantwortung. Ja, die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg kamen zur Unzeit. Beide Entwicklungen haben die Baupreise nach oben getrieben. 

Aber erklärt das die ganze Misere? Es ist noch viel zu früh ist, ein Urteil zu fällen. Aber die These sei erlaubt: Eher nicht. Ganz offensichtlich hat es bei dem Projekt an Bauaufsicht gemangelt. Handwerker vermissten Ansprechpartner, Abläufe waren zuweilen unklar. 

Es spricht für Armin Kanning, dass er heute versichert hat, dass er bis Ende April 2025 an der Aufklärung der Umstände mitwirken will. Und das, obwohl auch er wissen dürfte, dass der ein oder andere auch mit dem Finger auf den WTG-Geschäftsführer zeigt, wenn es um Konsequenzen geht.

Eine Konsequenz hat der Kurdirektor heute schon gezogen. Er kämpft also bei der anstehenden Aufklärungsarbeit nicht mehr um seinen Job, allenfalls noch um seinen Ruf. Denn der war bislang tadellos. Nicht nur, weil die Mitarbeiter der WTG in sehr großer Zahl hinter ihrem Chef standen und stehen. 

Kanning hat das Tourismus-Unternehmen WTG in den vergangenen zehn Jahren in ruhigem Fahrwasser gehalten, es weiter entwickelt, modernisiert und digitalisiert. Er steht für ein zeitgemäßes Marketing, für eine gut Vernetzung in den Tourismusverbänden, für Nachhaltigkeit – und für das Zukunftsthema Thalasso. Längst nicht immer hat der Kurdirektor seine Pläne in der Gemeinde durchsetzen können. Aus Hooksieler Sicht war das vielleicht auch ganz gut so. Wer weiß, ob es sonst heute noch ein Meerwasser-Hallenbad und ein Gästehaus im Ort gäbe.

Aber Mut gehört zu einem Geschäftsführerposten dazu. Diesen Mut hat Kanning auch mit seiner Kündigung bewiesen. Er hat damit den Weg frei gemacht – auch für eine schonungslose Aufklärung der Thalasso-Affaire, auf die die Steuerzahler im Wangerland einen Anspruch haben – mit welchen Konsequenzen für wen auch immer. 

Holz am Zwiebelturm rottet durch: Hooksieler Wahrzeichen bedroht

Zwiebelturm Hooksiel
Gut erkennbar: Der untere Querbalken vom Zwiebelturm ist bereits stark beschädigt. Foto: hol

Hooksiel (25. 11. 2024) – Das Wahrzeichen von Hooksiel braucht Hilfe. Wie Fred Bergmeyer, Mitglied der Altersabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Hooksiel, bei einem Spaziergang durch die Lange Straße aufgefallen ist, ist zumindest einer der Balken des Zwiebelturms auf dem Dach des heutigen Muschelmuseums komplett durchgerottet. 

Bei einer Ortsbegehung von „Hooksiel-Life“ mit Lars Reiners (auf dem Foto rechts) vom Gebäudemanagement der Gemeinde Wangerland und dem Hooksieler Ratsherr Holger Ulfers (links) bestätigte sich die Befürchtung. Es besteht dringender Handlungsbedarf. „Wir nehmen den Schaden umgehend auf“, versicherte Reiners. „Zunächst muss sich ein Fachbetrieb den Zustand der gesamten Holzkonstruktion einmal ansehen. Im Frühjahr könnten wir die Schäden dann reparieren.“

Besichtigung des Zwiebelturms

Zu den Hooksielern, die sich besonders viel Sorgen um den Zwiebelturm machen, gehört Erwin Abels. Abels ist Vorsitzender des Seebadevereins Hooksiel, der 2008 schon einmal einen Großteil der Komplettsanierung des Hooksieler Wahrzeichens über Spendengelder finanziert hat. Vor 16 Jahren wurde das Gebäude, das ab 1618 Schule und später Rathaus im Ort war, noch als Künstlerhaus genutzt. Der damalige Bürgermeister Harald Hinrichs würdigte zum Abschluss, dass der Verein über 18.000 Euro an Spendengeldern gesammelt habe. Insgesamt hätten die Kosten der Sanierung bei 49.000 Euro gelegen.

Im Zuge der damalige Restaurierung waren die Kugel und der vergoldete Schwan wieder hergestellt worden, die zuvor vom Turm zu fallen drohten. Bei den Arbeiten wurde im Schwan die eingravierte Zahl 1760 gefunden, vielleicht das Jahr, in dem Hooksiel seinen Zwiebelturm bekommen hat. Dafür spricht auch eine im Schlossmuseum in Jever aufgetauchte kolorierte Zeichnung aus den Jahr 1789, auf der der Zwiebelturm schon zu sehen ist. Zuvor hatte sich lange die Legende gehalten, dass ein russischer Kapitän den Zwiebelturm 1804 gespendet habe.

Adventsausstellung: Viel Lob für die Kreativabteilung der Arbeitsgruppe

Basar der Arbeitsgruppe
Die Adventsausstellung der Arbeitsgruppe Hooksiel wurde sehr gut angenommen. Foto: hol

Hooksiel (24. 11. 2024) – Die Premiere war ein Erfolg. Die erste Adventsausstellung der Arbeitsgruppe Hooksiel war sehr gut besucht. Zahlreiche der Besucher trugen aus dem Awo-Heim am Gästehaus geschmackvoll gestaltete Gestecke, Adventskränze und anderen Weihnachtsschmuck heraus. Verantwortlich dafür war im wesentlichen Cornelia Anders, Kreativ-Mitglied der Arbeitsgruppe, die die Ausstellung zusammen mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern organisiert hatte. 

Aber auch für Mitglieder der Arbeitsgruppe oder Gäste, die keinen Bedarf an Weihnachtsdeko hatten, war die Veranstaltung ein Gewinn. Im hübsch geschmückten Awo-Heim gab es leckeren Punsch und Kekse und jede Menge Raum und Gelegenheit für interessante Gespräche. Cornelia Anders jedenfalls war sehr zufrieden, zumal der Verkauf der im wesentlichen von ihr gebastelten Exponate auch den einen oder anderen Euro für die Kasse der Arbeitsgruppe eingebracht hat. 

Kläger Just überzeugt: Parkgebühren nur verkappter Strandeintritt

Hooksiel (24. 11. 2024) – Die Frage, ob die Parkgebühren an den Wangerländer Stränden rechtlich zulässig sind, ist weiter ungeklärt – aber von grundsätzlicher Bedeutung. In dieser Frage sind sich offenbar die Gemeinde Wangerland und Janto Just, Kläger gegen die aktuelle Parkgebührenpraxis, einig. Beide Seiten haben nach Darstellung von Just jetzt den Vorschlag des Verwaltungsgerichts Oldenburg abgelehnt, das Thema als zivilrechtliche Auseinandersetzung an einen Einzelrichter zu verweisen.

Just, Ratsherr in der Stadt Schortens und Kreistagsabgeordneter, hält die Parkgebühren für einen verkappten Eintritt für die Strände. Nach seiner rechtlichen Einschätzung sind aber Parkentgelte als Instrument zur Strandfinanzierung unzulässig. In dem Verfahren geht es seiner Ansicht nach um den im Grundgesetz in Verbindung mit dem Bundesnaturschutzgesetzes garantierten Anspruch auf freien Zugang zu bestimmten Strandflächen. Das Verwaltungsgericht müsse klären, ob und wie weit das Recht des Klägers auf unentgeltlichen Zugang zum Strand beziehungsweise zu Teilen davon durch die Kostenpflicht auf den strandnahen Parkflächen in Hooksiel, Schillig und Horumersiel rechtswidrig beschränkt wird.

Es sei zu prüfen, ob es sich bei den über Parkautomaten erhobenen Entgelten lediglich um „Parkgebühr“ genannte Entgelte zur Finanzierung von Strandkosten handelt, die bislang durch den Strandeintritt bestritten wurden. Strandeintritt außerhalb des Strandbadbetriebs hatte das Bundesverwaltungsgericht 2017 der Wangerland Touristik GmbH (WTG) aber untersagt. Just spricht von einer „großflächigen Kommerzialisierung“ des Strandzugangs.

Geklärte werden sollte nach Ansicht von Just die ebenfalls grundsätzliche Frage, ob das Land Niedersachsen berechtigt ist, Grundstücke für die Erhebung von Parkentgelten zur Strandfinanzierung bereitstellen und sich dafür eine Provision von zehn Prozent zu sichern. „Alle fünf Parkplätze entlang der Strandflächen in Hooksiel gehören dem Land und standen Strandbesuchern bislang kostenlos zur Verfügung“, so der Kläger. 

Just verweist auf das Bundesnaturschutzgesetz. Danach müssten die Länder der Allgemeinheit ihnen gehörende Grundstücke als Zugang zu Flächen bereitstellen, „die sich nach ihrer natürlichen Beschaffenheit für die Erholung der Bevölkerung eignen“. Die Verpachtung von bislang kostenlosen Strandparkflächen an die WTG zu dem Zweck, von den Strandbesuchern ganzjährig Parkentgelte zur Strandfinanzierung zu erheben, erschwere hingegen den Strandzugang für Erholungsuchende.

Das Grundsatz-Urteil von 2017 sei bis heute nicht konsequent umgesetzt. Damals sei ein an Strandkassen erhobener Strandeintritt die Regel, die an Parkautomaten gezogenen Tickets als Zugangsberechtigung für den Strand wie etwa in Schillig wären die Ausnahme gewesen, so Just. „Heute ist es umgekehrt: Der an Strandkassen erhobene Strandeintritt ist abgeschafft und das an Parkautomaten erhobene Entgelt zur Strandfinanzierung ist die Regel. Das ist aber auch schon der ganze Unterschied.“ Die unzulässige großflächige Kommerzialisierung des Strandzugang sei die gleiche wie bis 2017, sie sei nur zeitlich weiter ausgedehnt – auf das ganze Jahr von 8 bis 20 Uhr.

Mit viel Courage und vier Eimern Wasser einen Großbrand verhindert

Christian Conring  und Nachbarin
Die Spuren des Feuers sind an der Hauswand noch deutlich zu erkennen. Frau Beyer dankt ihrem Nachbarn Christian Corning für dessen couragierten Löscheinsatz. Foto: hol

Hooksiel (23. 11. 2024) – Das ist gerade noch einmal gut gegangen.Vor allem durch den couragierten Einsatz von Christian Conring. Der Hooksieler hat möglicherweise einen Großbrand verhindert, weil er morgens um 6 Uhr schon hell wach war.

Donnerstag, 14. November. Polizeioberkommissar Christian Conring macht sich auf den Weg zum Dienst in Wilhelmshaven. Er will gerade seinem Hund das Plätzchen im Kofferraum herrichten, da bemerkt er auf dem Grundstück gegenüber einen merkwürdigen Lichtschein. Oder ein Flackern? Ein Feuerkorb? Aber morgens um 6 Uhr? 

Conring geht über die Straße, schaut um die Ecke und sieht einen brennenden Müllhaufen. Dass hier eimal drei Abfalltonnen direkt an der Hauswand gestanden haben, ist nicht mehr zu erkennen. Die Kunststoffbehälter sind schon zusammengeschmolzen. Die Flammen züngeln bis hoch zum Dachüberstand.

Nachbar als Helfer in der Not

Der Hooksieler läuft zum Eingang des Hauses, klingelt, klopft. Als niemand öffnet greift er zum Mobiltelefon, alarmiert die Polizei in Jever an und eilt nach Hause, um selbst zur Tat zu schreiten. Mit insgesamt vier Eimern Wasser kann er das Feuer löschen.

„Ich hatte erst ein wenig Respekt. Man weiß ja nie, was da brennt“, erinnert sich Conring. Entsprechend froh sei er gewesen, als er gesehen habe, dass Wasser offenbar das richtige Mittel war, um das Feuer einzudämmen. Als das erste von zwei Feuerwehrfahrzeugen den Ort des Geschehens erreichte, war der Brand augenscheinlich bereits gelöscht. Dennoch untersuchten die Feuerwehrleute die Brandstelle intensiv. „In der Dämmung im Dach hätten sich ja noch Glutnester befinden können …“, so Conring.

Besonders dankbar für die gezeigte Zivilcourage ihres Nachbarn ist die Familie Beyer, die das betroffene Haus in der Goedeke-Michel-Straße gerade gekauft hat. Das Paar aus Wismar hat den Bungalow als Alterssitz gekauft. Erst einen Tag nach dem Brand kam es nach Hooksiel und ist entsprechend froh, dass das Gebäude keinen nachhaltigen Schaden genommen hat. 

Die Außenwand des Hauses ist an der Brandstelle rußgeschwärtz. Wie inzwischen ein Gutachter festgestellt hat, muss ein Teil des Daches saniert werden. Insgesamt aber ist der Schaden überschaubar. Die Beyers jedenfalls halten an ihren Umzugsplänen fest und freuen sich auf Hooksiel – und ihre hilfsbereite Nachbarschaft. 

Brandursache unbekannt

Die Ermittlungen der Polizei zur Brandursache laufen unterdessen noch. Der Alt-Besitzer des Hauses hatte in der Nacht zum Donnerstag noch in dem Gebäude übernachtet. Allerdings hatte er das Haus schon deutlich vor 6 Uhr in Richtung Arbeitsstelle verlassen. 

Christian Conring hofft mit Blick auf aktuelle Brandserien in Wilhelmshaven, dass die dortigen Brandstifter ihren Wirkungsbereich jetzt nicht auch noch ins Umland der Stadt ausweiten. „Dann hätten wir wirklich ein Problem“, sagt der Polizist. „Aber vielleicht hat ja nur jemand unbedacht etwas Heißes in eine der Tonnen geworfen.“ 

Hallenbad-Restaurant: Streit um Pachtvertrag geht in die nächste Runde

Hooksiel (22. 11. 2024) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) hat eine Räumungsklage gegen die Salzwiesen Gastronomie & Event GmbH eingereicht. Damit geht der Rechtsstreit um die Kündigung der Pächterin des seit über einem Jahr brach liegenden Restaurants am Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel in eine neue Phase. Wie ein Sprecher des Landgerichts Oldenburg gegenüber „Hooksiel-life“ sagte, werde zu der Angelegenheit voraussichtlich in Kürze erneut ein Termin für eine mündliche Verhandlung angesetzt. 

Zum Bruch zwischen der Gemeinde Wangerland und der gemeindeeigenen WTG einerseits und der Salzwiesen GmbH andererseits war es im Sommer vergangenen Jahres gekommen. Als das während der Corona-Pandemie und der darauf folgenden Energiekrise geschlossene Schwimmbad am 15. Juli 2023 nach Sanierungsarbeiten wieder eröffnet wurde, war die Pächterin noch nicht in der Lage, die von ihr zuvor umgebaute und teilerneuerte Gastronomie zu öffnen. Die Arbeiten waren noch nicht abgeschlossen und es fehlte an einem Betreiber. Die WTG kündigte der Pächterin, die gegen die Kündigung juristisch vorging. 

Restaurant am Hallenbad
Die Zukunft des Restaurants am Meerwasser-Hallenwellenbad ist ungewiss. Der juristische Streit zwischen der WTG als Eigentümerin und der gekündigten Pächterin geht in die nächste Runde. Archiv-Foto: hol

Zuletzt sahen sich beide Seite im Rahmen des Zivilprozesses vor dem Landgericht im Juni. Bei der Verhandlung trat ein Gastronom auf, der Interesse bekundete, den Pachtvertrag zu übernehmen. Er wolle mit den Beteiligen nach einer außergerichtlichen Einigung suchen. Entsprechende Sondierungsgespräche samt Begehung des Restaurants habe es gegeben, bestätigte WTG-Geschäftsführer Armin Kanning gegenüber „Hooksiel-life“. Zu einer Einigung sei es aber nicht gekommen. 

Im Oktober gab es in der Folge den nächsten Termin in der Sache beim Landgericht. Da von Seiten der Salzwiesen GmbH dazu aber kein Vertreter erschienen sei, so der Gerichts-Sprecher, sei ein Versäumnisurteil gegen die Klägerin ergangen, gegen das die Salzwiesen GmbH dann Einspruch eingelegt habe. Entsprechend wird der Vorgang demnächst neu verhandelt.

WTG und Salzwiesen GmbH hatten 2021 einen auf zehn Jahre angelegten Pachtvertrag unterzeichnet. Der damalige Geschäftsführer des Unternehmens, Carsten Hippenstiel, hatte große Pläne. Er ließ das Restaurant und den dazu gehörigen Saal umbauen und gestaltete den Außenbereich neu. Sein erklärtes Ziel war es, das Restaurant auch als Rezeption für ein geplantes Hotel in der Nachbarschaft mitzunutzen. Mehr noch: Hotel und Bad sollten eine Partnerschaft zum gegenseitigen Vorteil eingehen, was, so die Unterstützer der Idee, dem über 40 Jahre alten Bad eine langfristige Zukunftsperspektive gegeben hätte.

Die Mehrheit im Rat der Gemeinde Wangerland wollte diesen Weg allerdings nicht mitgehen. Mehr noch: Man erkläre öffentlich, aufgrund von persönlichen Vorbehalten nichts mehr mit der Person Hippenstil und der Salzwiesen GmbH zu tun haben zu wollen. Die Pächterin hielt dagegen. Sie bezweifelt, dass es überhaupt einen haltbaren Grund für die Kündigung des Pachtvertrages gab und fordert, für den Fall eines Rückzugs, Schadensersatz in sechsstelliger Größenordnung.