Diskussion mit Schülern über Demokratie und Erinnerungskultur. In der Mitte (v. l.) die Landtagsabgeordneten Katharina Jensen und Barbara Otte-Kinast sowie Hartmut Peters. Foto: CDU
Jever/Wangerland (28. 3. 2025) – „Demokratie stärken – aus der Vergangenheit lernen“; das war der Thema einer interaktiven Veranstaltung in Jever, zu der die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (Wangerland) rund 130 Schülerinnen und Schüler aus drei Schulen der Region eingeladen hatte. Mit dabei war Landtagsvizepräsidentin Barbara Otte-Kinast, die sich ebenfalls mit den Herausforderungen und Perspektiven der Demokratie und der Geschichte Jevers auseinandersetzte.
Die Schüler aus den 10. Jahrgängen der Elisa-Kauffeld-Oberschule, des Mariengymnasiums Jever und der IGS Friesland Nord erkundeten das „Gröschler-Haus“, besuchten Erinnerungsorte mit Prof. Dr. Antje Sander vom Schlossmuseum Jever oder begaben sich auf einen digitalen Audiostadtrundgang „Auf den Spuren des Pogroms“.
Im historischen Graf-Anton-Günther-Saal im Rathaus führten die Schüler eine lebhafte Diskussion mit Podiumsgästen wie Hartmut Peters und Pastor a. D. Volker Landig (Gröschler-Haus), Barbara Otte-Kinast sowie zwei Schülervertretern. Moderiert wurde die Debatte von Katharina Jensen. Die Fragen der Jugendlichen umfassten Themen wie Diskriminierung, Meinungsfreiheit, Populismus, Bildung und die Rolle der Jugend in der Demokratie.
Ein Schüler zeigte sich besonders beeindruckt von der Erkenntnis, dass auch in Jever während der NS-Zeit jüdisches Leben eingeschränkt und verfolgt wurde – ohne Widerstand aus der Bevölkerung. Ganz besonders bewegt habe die Schüler auch die aktuelle Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht oder eine Verpflichtung zu einem Gesellschaftsjahr.
Mit ihrer Initiative wolle Jensen die Bedeutung von politischer Bildung und Erinnerungskultur für junge Menschen unterstreichen. Das sehen viele Jugendliche offenbar auch so. Eine Forderung in der Diskussionsrunde: Geschichte und Politik sollte stärker über den Besuch von außerschulischen Lernorten, gerade auch vor der eigenen Haustür, vermittelt werden.
Die letzten Flüchtlinge haben das „Dorf Wangerland“ verlassen. Aktuell werden Millionen für die touristische Zukunft der Quartiere auf dem ehemaligen Kasernen-Areal in Hohenkirchen investiert. Foto: hol
Wangerland (17. 3. 2025) – Im Wangerland ist eine Erfolgsgeschichte zu Ende gegangen. Nach zwei Jahren haben heute die letzten Mitarbeiter und Dienstleister der Landesaufnahmebehörde (LAB) für Flüchtlinge das „Dorf Wangerland“ verlassen. Und entgegen aller anfänglichen Sorgen und Befürchtungen hat es keinerlei nennenswerte Zwischenfälle gegeben.
LAB-Leiter Klaus Dierker sprach auf der Abschluss-Pressekonferenz von einer „vorbildlichen Unterkunft“, in der sich die in der Spitze bis zu 450 Menschen vornehmlich aus Syrien, der Türkei, Afghanistan und Kolumbien, teils Familien, teils Alleinreisende, wohl und sicher gefühlt hätten. Dierker lobte das Betreiberkonzept und dankte den Einheimischen sowie den beteiligen Kommunen. Aufgrund des offenen Miteinanders sei wechselseitige Akzeptanz gewachsen.
Lob für vorbildliches Miteinander
Dierker und Standortleiter Sven Wietusch führten den Erfolg auf ein gutes Wohn-, Sicherheits- und Betreuungskonzept zurück. Die Flüchtlinge wurden im Dorf Wangerland medizinisch, sozial und schulisch betreut. Eine herausragende Rolle hätten dabei ehrenamtliche Helfer der Kirchengemeinde Wangerland gespielt. Vorbildlich auch das Miteinander am „Runden Tisch“, an dem sich Betreiber der Einrichtung, Vertreter von Polizei, Kommunen und zahlreicher Vereine und Institutionen aus dem Wangerland unmittelbar über alle Fragen und sich abzeichnenden Probleme ausgetauscht hätten.
Markus Wallenhorst, Leiter des Polizeikommissariats Jever, unterstrich, dass von den Geflüchteten keine Gefahr für Hohenkirchen ausgegangen sei. Entgegen den Befürchtungen von Angstmachern im Vorfeld habe die Zahl der Straftaten im Wangerland während der Zeit des LAB-Betriebes sogar noch abgenommen. Scharf kritisierte Wallenhorst den AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Sichert (Zetel), der in einem in den sozialen Medien verbreiteten Video Angst vor den Bewohnern der Flüchtlingseinrichtung geschürt habe und damit offenbar Probleme herbeireden wollte. „Dafür fehlt mir jedes Verständnis.“ Wallenhorst lobte ausdrücklich die gute Arbeit seiner Mitarbeiter in der Polizeistation Wangerland. „Wir haben der falschen Polemik das Wasser abgegraben!“
Zogen nach zwei Jahren Flüchtlingsunterkunft in Hohenkirchen eine positive Abschlussbilanz: (von rechts) Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak, LAB-Standortleiter Sven Wietusch, LAB-Leiter Klaus Dierker, Landrat Sven Ambrosy und Polizeikommissariatsleiter Markus Wallenhorst. Foto: hol
Auch die Bilanz von Frieslands Landrat Sven Ambrosy und Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak fiel durchweg positiv aus. Es habe vor Ort keinerlei Probleme gegeben. Dennoch sei es richtig, so Ambrosy, die LAB-Außenstelle – wie im Vorfeld zugesagt – nach zwei Jahren wieder zu schließen. Wir haben nur dann eine Chance, wenn wir transparent vorgehen und das machen, was wir sagen“, so Ambrosy. Und: „Zwei Jahre sind zwei Jahre.“
Umbau der Immobilie läuft
Der Vertrag des Landkreises mit dem Land über die LAB-Außenstelle in Hohenkirchen sei modellhaft für ganz Niedersachsen gewesen. Besonders erfreulich sei, so der Landrat, dass die Eigentümer des „Dorfes Wangerland“ das Geld, dass sie für die Bereitstellung der Immobilie erhalten haben, wieder in den Standort investieren. Derzeit wird die Anlage mit Millionen-Aufwand umgebaut. Noch im Frühjahr soll der touristische Betrieb wieder aufgenommen werden.
Szlezak räumte ein, dass es zwischenzeitlich durchaus die Überlegung gegeben habe, die Laufzeit der Flüchtlings-Einrichtung zu verlängern. Aus ganz pragmatischen Gründen: Ohne die zentrale Aufnahmestelle wird der Gemeinde Wangerland ab April weder eine gewisse Quote von Flüchtlingen zugewiesen werden. Diese Menschen müssen dann dezentral im Gemeindegebiet untergebracht, deren Kinder in den Kindergärten und Schulen betreut werden.
Künftig dezentrale Betreuung
Angesichts der stark gesunkenen Flüchtlingszahlen seien die damit zusammenhängenden Aufgaben aber zu bewältigen, zeigten sich Ambrosy und Szlezak überzeugt. Aktuell, so Dierker, würden je Woche rund 250 bis 300 Asylsuchende Niedersachsen erreichen. 2023 habe diese Zahl bei 1500 gelegen.
Aus Sicht von Dierker wird die LAB-Einrichtung in Hohenkirchen auch nach dem Ende ihres Betriebes Signalwirkung für ganz Niedersachsen haben – nämlich dahingehend, dass es möglich ist, auf Grundlage eines guten Konzeptes Aufnahmelager für mehrere Hundert Menschen konfliktfrei zu betreiben. Das sei wichtig, so Dierker, „damit wir den Bauernfängern nicht auf die Schliche gehen“.
Friesland (17. 3. 2025) – Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten im Landkreis Friesland ist im vergangenen Jahr gegenüber 2023 gesunken. Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) weist den zweitniedrigster Wert seit zehn Jahren aus. Die Aufklärungsquote lag bei annähernd 70 Prozent.
Die PKS für das Polizeikommissariat (PK) Jever bildet die in den Städten Jever und Schortens, den Gemeinden Sande, Wangerland und der Insel Wangerooge registrierten Straftaten ab. Die PKS bildet die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten. Mit 2490 (2023: 2666) bekannt gewordenen Straftaten verzeichnet das PK einen Rückgang um 176 Delikte. „Nachdem für 2021 der tiefste Stand der letzten Jahrzehnte mit 2176 Straftaten erreicht werden konnte und die Zahl der registrierten Straftaten seit 2022 gestiegen ist, kommt es nun zu einer erfreulichen Trendwende. Das ist ein positives Signal für die Region“, so der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes des PK Jever, Erster Polizeihauptkommissar Mike Rost, Mitteilung der Polizei. Für die Gemeinde Wangerland weist die Statistik 362 Delikte (2023: 406 Taten) aus.
So verteilten sie die Straftaten im Bereich des Polizeikommissariats Jever in 2024 auf die unterschiedlichen Hauptdeliktgruppen. Grafik: Polizei
Die Häufigkeitszahl (Kriminalitätsbelastung je 100.000 Einwohner) fällt im Bereich des PK auf 4531 (Vorjahr: 4882), im Vergleich dazu liegt der Wert in der gesamten Polizeiinspektion (PI) Wilhelmshaven/Friesland bei 9633. „Die Bürger und Bürgerinnen können hier sicher leben“, betont Mike Rost.
Kommissariatsleiter dankt Bürgern
Sehr erfreulich sei die hervorragende Aufklärungsquote. Mit 67,5 Prozent (1681 Fälle) übertrifft das PK Jever den ebenfalls schon guten landesweiten Wert von 62,8 Prozent. „Das ist auch und gerade ein Verdienst meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen es immer wieder durch qualifizierte Tatortarbeit und akribischer Kleinarbeit gelingt, Tatkomplexe aufzuklären“, stellt der Leiter des Polizeikommissariats, Polizeioberrat Markus Wallenhorst fest. Ausdrücklich dankt Wallenhorst den Bürgerinnen und Bürgern, die die Polizei durch Hinweise aktiv unterstützt hätten.
Die Zahl der registrierten Diebstähle sei um 51 auf 632 Taten zurückgegangen. Allerdings die zahl der Einbrüche in Wohnungen habe sich um 31 auf 64 Taten erhöht. Fast ein Drittel der angezeigten Einbruchstaten sei zudem im Versuchsstadium gescheitet, so die Polizei. Das lasse auf auf Verbesserungen im technischen Einbruchsschutz schließen.
Mehr Rohheitsdelikte
Auch bei den Rohheitsdelikten wie Raub, Körperverletzung und Straftaten gegen die persönliche Freiheit sei ein leichter Anstieg zu verzeichnen gewesen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in 2024 mit 534 Taten 19 Delikte mehr als im Vorjahr registriert. Den Hauptanteil an diesen Delikten machen mit 248 Taten die einfachen Körperverletzungen aus. Im Bereich des Kommissariats Jever habe es 18 Taten (2023: 17) gegeben, bei denen ein Messer eingesetzt wurde. 15 dieser Fälle konnten aufgeklärt werden.
2024 seien 1328 Verdächtige ermittelt registriert worden (2023: 1418). 1096 Tatverdächtige besaßen eine deutsche, 232 eine nichtdeutsche Staatsbürgerschaft. 68 hätten einen Aufenthaltsstatus gehabt. Bei der Kinder- und Jugendkriminalität (211 Fälle) habe die Aufklärungsquote bei 100 Prozent gelegen.
Widerstand gegen Beamte
Im Kommissariats wurden für den Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte 412 Betrugstaten registriert. 71 Taten aus dem Bereich „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, hierzu zählt zum Beispiel auch die Verbreitung kinderpornografischer Inhalte, flossen in die Statistik ein. Unter dem neu gefassten Begriff „Häusliche Gewalt“ wurden 157 Fälle zusammengefasst. Die größte Gruppe innerhalb dieser Straftaten-Gruppe machen die Rohheitsdelikte aus. In 19 Fällen (2023: 16) leisteten mutmaßlich Straftäter Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.
Wangerland (13. 3.2025) – Traditionell werden in Friesland am Ostersamstag in der Abenddämmerung Brauchtumsfeuer entzündet, um das Osterfest zu feiern. Voraussetzung für diese Brauchtumsfeuer ist, dass diese vorab angemeldet und als öffentliche, für jede Person zugängliche Veranstaltung durchgeführt werden. Die Gemeinde Wangerland nimmt bis zum Donnerstag, 17. April, Anmeldungen entgegen.
Bei den Osterfeuern muss das Brauchtum im Fokus steht. Die untere Abfallbehörde des Landkreises Friesland weist drauf hin, dass das Verbrennen von Gartenabfällen in Niedersachsen grundsätzlich verboten ist. Eine Ausnahme gibt es für Brauchtumsfeuer, bei denen das gemeinsame Feiern eines (religiösen) Festes im Vordergrund steht. Hierbei dürfen getrocknete Äste (etwa Herbstschnitt) im Rahmen der Feier verbrannt werden.
Das Brauchtum darf nicht zur illegalen Abfallentsorgung genutzt werden. „Altreifen, Kunststoff, Sperrmüll, Öle und andere Abfälle gehören ordnungsgemäß entsorgt und nicht ins Osterfeuer“, betont der Landkreis. Gleiches gelte für behandeltes oder beschichtetes Holz, zum Beispiel aus Zäunen. Da ein Brauchtumsfeuer bis ca. Mitternacht erloschen sein muss, dürfen auch keine dicken Stämme, Wurzelstöcke usw. verbrannt werden.Informationen zur richtigen Entsorgung von Gartenabfällen finden Interessierte unter https://www.friesland.de/gartenabfall.
Der Standort für das Feuer sollte sorgsam ausgewählt werden. Neben dem Brandschutz und dem Schutz der Nachbarschaft vor Rauchbelästigung geht es hierbei auch um den Umweltschutz.
Um Tiere zu schützen und artenschutzrechtliche Verstöße zu vermeiden, sollte Baum- und Strauchschnitt erst sieben Tage vor dem Feuer angeliefert und großflächig verteilt werden. Am Tag des Abbrennens kann das Material dann zur Feuerstelle gebracht und aufgeschichtet werden.
Hooksiel/Wangerland (12. 3. 2025) – Die Geschichtswerkstatt Wangerland wird in diesem Jahr 35 Jahre alt. Der Verein wird den runden Gründungstag mit einer kleinen Feier am Samstag, 15. März, in Hooksiel begehen.
Für Kaffee, Tee und Kuchen sowie für musikalische Unterhaltung ist nach den Worten der Organisatoren gesorgt. Beginn ist um 14 Uhr in der Event-Halle Langenhorst im Gewerbegebiet Berghamm. Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, sollten Interessierte möglichst rechtzeitig erscheinen. Der Eintritt ist frei.
Im Rahmen des Festes soll ein neues Buch über das Wangerland präsentiert werden. Sein Titel: „Wangerland: Eine Bildergalerie von Altgarmssiel bis Ziallerns“. Das neue Werk reiht sich ein in eine ganze Reihe von Publikationen und Chroniken, die die Geschichtswerkstatt bereits über die Gemeinde und ihre Ortsteile veröffentlicht hat. Der Verein hat seinen Sitz in der Jeverschen Straße 13 in Hohenkirchen. Dort kann auch eine umfassende Sammlung von Büchern und anderer Veröffentlichungen über das Wangerland eingesehen werden. Das Büro ist jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr geöffnet.
Vor einem guten Jahr besuchte Landrat Sven Ambrosy (links) die Sporthalle Hohenkirchen und ließ sich die geplanten Sanierungsarbeiten erläutern. Von einer Legionellen-Belastung im Trinkwasser war damals noch nicht die Rede. Archiv-Foto: hol
Wangerland (11. 3. 2025) – In der Sporthalle der Oberschule in Hohenkirchen sind Legionellen nachgewiesen worden. Aufgrund des Befundes, der bei einer Routinekontrolle des Gesundheitsamtes aufgefallen war, ist die Halle nach Angaben des Landkreises Friesland zwei Wochen früher erfolgt als ohnehin geplant.
Gemäß des „Masterplans Sportstätten 2030“ wird die Sporthalle grundsaniert. Der Beginn der Bauarbeiten ist für dieses Frühjahr vorgesehen, die Fertigstellung für Sommer 2026 geplant. Die Vorbereitung des Millionen-Projektes laufen schon einige Zeit. Nach Abschluss der letzten Vergabeverfahren seien im Spätsommer 2024 die Planungsbüros mit der Grundlagenermittlung und Vorplanung beauftragt worden. Derzeit laufe noch die Ausschreibung der Gerüstarbeiten.
Schließung nach Fußball-Turnier
Ursprünglich sei die Schließung der Sporthalle ab dem 1. März geplant gewesen. Danach sollte die Entrümpelung beginnen, bevor im Sommer die Schadstoffsanierung stattfindet und dann die anderen Gewerke mit ihren Arbeiten starten werden.
Nachdem im Rahmen einer Routinekontrolle des Trinkwassers erhöhte Legionellen-Messwerte festgestellt worden waren, habe man die Schließung der Halle um zwei Wochen auf den 17. Februar, einen Montag, vorgezogen. Irritierend: Noch am Wochenende 15./16. Februar fand in der Sporthalle ein großes Kinder-Fußballturnier statt. Inwieweit alle Familien der dort teilnehmenden Kinder von der Legionellen-Belastung wussten, ist zumindest unklar.
Der Landkreis sieht aber auch keinen Grund für besondere Besorgnis. „Die Ergebnisse der Messwerte wiesen 1.500 und 2.400 KBE (= Koloniebildende Einheit) /100 ml auf“, heißt es auf Nachfrage von „Hooksiel-life“. Und weiter: „Eine akute Gesundheitsgefährdung ist bei den genannten Messwerten ausgeschlossen; diese ergibt sich nach Richtlinien des Umweltbundesamtes bei einer Belastung von über 10.000 KBE/100 ml.“
Keine Hinweise auf Erkrankung
Die Legionellen-Belastung war in einer laut Trinkwasserverordnung vorgeschriebenen jährlichen Beprobung aufgefallen. Der Betreiber der Sportstätte, das Gebäudemanagement des Landkreises, hatte die Untersuchung am 21. Januar beim Gesundheitsamt in Auftrag gegeben. Die Laborbefunde hätten die erhöhten Messwerte von Legionellen ergeben. Hinweise auf mögliche Erkrankungen hätten nicht vorgelegen, so der Landkreis.
Nach dem Erstbefund sei am 5. Februar die erforderliche Nachuntersuchung gemacht worden. Die Laborergebnisse hätten erneut erhöhte Legionellen-Werte ausgewiesen. Das Gesundheitsamt habe den Betreiber entsprechend informiert und über geeignete Schutz-Maßnahmen wie zum Beispiel thermische Desinfektion beraten, die sich aus der Trinkwasserverordnung und den Empfehlungen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs ergeben. Im Endeffekt habe das Gebäudemanagement entschieden, die Halle ab dem 17. Februar zu schließen.
Die Nutzerinnen und Nutzer seien informiert worden, beteuert der Landkreis. Die Suche nach den Gründen für den Legionellen-Befall werde das Gebäudemanagement vornehmen. Die Ursachen sollen dann im Rahmen der Sanierung behoben werden.
Bei Infektion-Verdacht zum Arzt
Legionellen können zwei Krankheitsbilder auslösen, die Legionärskrankheit sowie das Pontiac-Fieber. Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung, die sich durch Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, schweres Krankheitsgefühl und hohes Fieber äußern kann. Es kann zudem zu Bauchschmerzen, Durchfall oder Verwirrtheitszuständen kommen. Die Heilungschancen bei Behandlung mit geeigneten Antibiotika sind gut. Eine unbehandelte oder falsch behandelte Lungenentzündung verläuft häufig schwer und kann lebensbedrohlich werden.
Das Pontiac-Fieber äußert sich in Form eines fiebrigen Infektes ohne Lungenentzündung. Meist treten leichte grippeähnliche Symptome wie Kopf-, Brust- und Gliederschmerzen sowie trockener Husten auf. Es heilt in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst aus.
Bei Verdacht auf eine Infektion, so mahnt das Gesundheitsamt, sollte umgehend eine Ärztin oder ein Arzt kontaktiert werden. Bei einer durch Legionellen hervorgerufenen Lungenentzündung ist es wichtig, den Erreger früh zu identifizieren und mit den passenden Antibiotika zu behandeln. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist generell nicht zu befürchten.
Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Friesland: Ann-Kathrin Cramer. Foto: Landkreis
Friesland (8. 3. 2025) . Der 8. März ist Internationale Frauentag. Ann-Kathrin Cramer, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Friesland, erläutert, warum der Tag immer noch von Bedeutung ist und warum wir ihn ihrer Ansicht nach auch heute noch brauchen.
„Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2025 wird die Bedeutung der Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung von Frauen hervorgehoben. Dieser Tag erinnert uns daran, wie wichtig es ist, die Errungenschaften der Frauenbewegung zu feiern und gleichzeitig die Herausforderungen zu erkennen, denen Frauen nach wie vor gegenüberstehen.
Trotz Fortschritten in vielen Bereichen gibt es nach wie vor erhebliche Unterschiede in Bezug auf Löhne, Bildung, Gesundheitsversorgung und politische Teilhabe. Der Internationale Frauentag kann demnach als Plattform dienen, um politische und gesellschaftliche Veränderungen zu fordern. Er erinnert Entscheiderinnen und Entscheidern daran, dass es noch viel zu tun gibt, um die Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen.
Wir fordern alle dazu auf, sich aktiv für die Gleichstellung der Geschlechter einzusetzen. Jeder/ jede von uns kann einen Beitrag leisten, sei es durch Bildung, Sensibilisierung oder Unterstützung von Initiativen, die Frauen stärken. Gemeinsam können wir eine Welt schaffen, in der Frauen und Mädchen die gleichen Chancen und Rechte genießen wie ihre männlichen Mitbürger.
Lassen Sie uns am Internationalen Frauentag zusammenstehen und für eine Welt kämpfen, in der Gleichheit und Respekt für alle Geschlechter selbstverständlich sind! Einige Beispiele für Ungleichheiten:
Ungleichheit am Arbeitsplatz: Der Equal Pay Day markiert symbolisch die geschlechtsspezifische Lohnlücke. Er steht für den Tag, bis zu dem Frauen unbezahlt arbeiten, während Männer im Vergleich schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Als Beispiel: 2023 betrug dieser Wert 18 Prozent. Rechnet man den Wert in Tage um, arbeiteten Frauen insgesamt 66 Tage unbezahlt.
Der Equal Pay Day war 2025 der 7. März 2025. Am 13. Februar 2025 gab das Statistische Bundesamt eine erfreuliche Entwicklung bekannt: Im Jahr 2024 betrug die Lohnlücke „nur noch“ 16 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 2006. Rechnet man den Wert in Tage um, arbeiten Frauen vom 1. Januar an 58 Tage unentgeltlich. (…)
Geschlechtsspezifische Gewalt: Frauen und Mädchen sind weiterhin einem erhöhten Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt, sei es häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch oder Zwangsheirat. Im Bereich der Partnerschaftsgewalt stieg die Anzahl der Opfer in Deutschland im Jahr 2023 um 6,4 Prozent auf 167.865 Opfer.
Überwiegend trifft Gewalt im häuslichen Kontext Frauen: 79,2 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt und 70,5 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt insgesamt sind weiblich. 938 Mädchen und Frauen sind Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten im Jahr 2023, 360 Mädchen und Frauen wurden getötet.
Politische Repräsentation: Frauen sind in politischen Entscheidungsgremien und Regierungen weltweit unterrepräsentiert, was sich negativ auf die Gestaltung von Gesetzen und politischen Prioritäten auswirkt.“
Anmerkung: Im Rat der Gemeinde Wangerland sind 40 Prozent der Kommunalpolitiker Frauen. Damit liegt die Gemeinde hinter der Stadt Jever (42 Prozent) in Sachen gleicher Repräsentanz beider Geschlechter am zweiten Platz im Vergleich der Kommunalparlamente in Friesland und Wilhelmshaven. Veranstaltung zum Weltfrauentag finden sich im Internet unter www.friesland.de/gleichstellung.
Wangerland (7. 3. 2025) – Die Gemeinde Wangerland geht einen neuen Weg bei der Erschließung von Bauland. Wie Bauamtsleiter Torsten Meuer vor dem Ausschuss für Gemeindeentwicklung sagte, werde man ein kleines Baugebiet in unmittelbarer Nähe des Freibades in Tettens in Eigenregie erschließen – also als Gemeinde, ohne eine dazwischen geschaltete Entwicklungsgesellschaft. In den zurückliegenden Jahren haben unter anderem Banken Neubaugebiete – wie etwa in Hooksiel – erschlossen und vermarktet.
Nach den Plänen sollen noch in diesem Jahr am Ortsrand von Tettens sieben neue Baugrundstücke für Dauerwohner ausgewiesen werden, jeweils in einer Größe von rund 670 Quadratmetern. Eines davon überdeckt den derzeitigen Parkplatz des Freibades. Nach den Worten von Meuer soll fürs Parken südlich des Bades eine neue Fläche ausgewiesen werden.
Eine erste Informationsveranstaltung in Tettens habe bereits stattgefunden. Dem Anschein nach gibt es reges Interesse, auch wenn aus einer nahe gelegenen Abwasser-Pumpstation noch unangenehme Gerüche entweichen. Meuer: „Der Entsorger hat versprochen, sich darum zu kümmern.“
Das Wangerland muss die nächste Aschermittwochswette der SPD am Wiedel ausrichten. Das Foto zeigt bei der Urteilsverkündung (von links) Günther Heußen, Gerhard Böhling (Schortens), MdB Siemtje Möller, Landrat Sven Ambrosy, Björn Mühlena (Wangerland), Ehrengast MdB Aydan Özoguz, Janina Furchert und Jan Edo Albers (Jever). Foto: Ole Mattausch
Wangerland (7. 3. 2025) – Bei strahlendem Sonnenschein und fast schon frühlingshaften Temperaturen traf sich die SPD des nördlichen Jeverlandes am „Dreiländereck“ im Wiedel zur Aschermittwochswette. Das Treffen findet schon seit 41 Jahren an der Schnittstelle der Städte Jever und Schortens sowie der Gemeinde Wangerland statt.
Die Ratsfraktionen aus Jever, Schortens und dem Wangerland mussten im Vorfeld eine Prognose abgegeben, ob man den dortigen Grenzstein trockenen Fußes erreichen kann oder nicht. Die Jury, bestehend aus der Bundestagsvizepräsidentin Aydan Özoguz (Hamburg), der friesländischen Bundestagsabgeordneten Siemtje Möller, Landrat Sven Ambrosy sowie den Bürgermeistern Jan Edo Albers und Gerd Böhling musste feststellen, dass alle Prognosen richtig lagen – trocken war angesagt.
Aber da die Wangerländer sich einige formelle Fehler geleistet hatten, wurden sie schließlich nach intensiver Beratung zu Wettverlierern erklärt und müssen die nächstjährige Wette ausrichten. Für die Gemeinde nahm Alt-Bürgermeister Björn Mühlena aus Hooksiel das Urteil entgegen. Anschließend traf sich die Runde zum Kohlessen in der „Schlachte“ in Jever, wo Aydan Özoguz als Ehrengast die traditionelle Aschermittwochsrede hielt.
Wangerland (6. 3. 2025) – Nach einem tödlichen Verkehrsunfall in Hohenkirchen prüfen Gemeinde, Verkehrsbehörde beim Landkreis Friesland und die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland den Bedarf für ein Tempolimit und eine Ampel in der Jeverschen Straße. Im Bereich Goethestraße/Birkenweg war hier im Januar eine 86-jährige Frau von einem Auto erfasst und tödlich verletzt worden.
Im Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft, Feuerschutz und Wegebau der Gemeinde Wangerland wurde jetzt der Antrag von Anwohner Günter Cramer behandelt, der es für sinnvoll hält, wenn auf dem Teilstück die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 festgesetzt werden würde. Um so mehr, da mit der Fertigstellung des neuen Edeka-Marktes an der Jeverschen Straße die Zahl der Fußgänger, die die Straße queren wollen, noch deutlich zunehmen werde. Erleichtert würde das durch eine Ampelanlage.
Nach den Worten von Ordnungsamtsleiter Markus Gellert habe man bereits mit der Verkehrsbehörde und der Polizei Kontakt aufgenommen. Um verlässliche Daten über das Verkehrsaufkommen auf der Jeverschen Straße und die dort gefahrenen Geschwindigkeiten zu bekommen, soll eine mehrwöchige Verkehrszählung vorgenommen werden. Nach deren Auswertung könnte man weitergehende Entscheidungen treffen.
Gellert verkündete zudem Neuigkeiten zum geplanten Bau eines Feuerwehrgerätehauses in Hohenkirchen. Das vorhandene Domizil der Floriansjünger ist zu klein, entspricht nicht mehr den rechtlichen Vorgaben und lässt sich am alten Standort nicht erweitern. Die Gemeinde hat jetzt ein Ingenieurbüro beauftragt, mit der Planung für einen Neubau im Gewerbegebiet zu beginnen. Zudem sei eine begleitende Projektgruppe eingerichtet worden.
Der Neubau soll als so genannte „Bunte Wache“ ausgelegt werden. Das heißt: Neben der Feuerwehr soll auch die Polizeistation Wangerland in den Neubau umziehen. Nach den Worten von Gellert sei man sich mit dem Land Niedersachsen über einen langfristigen Mietvertrag über 30 Jahre einig. Die Höhe des Mietzinses stehe aber noch nicht fest. Klar sei, dass die Miete die Mehrkosten abdecken muss, die beim Bau durch die Quartiere des Untermieters entstehen.
Wie Gemeindebrandmeister Eike Eilers sagte, werde sich die Größe der von der Feuerwehr-Räume an den gesetzlichen Mindestvorgaben orientieren. Gellert: „Es wird nur das gebaut, was nötig ist.“ Die Räume für die Polizei könnten dann im Obergeschoss untergebracht werden. Verwundert über den Planungsaufwand zeigte sich CDU-Ratsherr Arndt Lowien. Feuerwehrgerätehäuser würde doch alle denselben Anforderungen unterliegen. „Warum gibt es nicht fünf Musterentwürfe, aus denen sich eine Kommune jeweils einen aussuchen kann? In der DDR hat das geklappt …“