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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Neuer Attraktion geplant: Mit dem Hausboot übers Wangermeer

Plan Wangermeer
Rechts im Bild die geplanten Hausboot-Anleger mit den Tiny-Häusern am Ufer. Gegenüber (links) die vorhandene Hausboot-Siedlung am Wangermeer. Grafik: Gemeinde Wangerland

Wangerland (30. 11. 2023) – Das Wangerland bekommt möglicherweise eine weitere touristische Attraktion. Über das künstlich geschaffene Wangermeer in Hohenkirchen sollen künftig von Elektromotoren angetriebene Hausboote schippern können. Hans-Dieter Hoffmann vom Planungsbüro „Hoffmann Consult“ stellte im Ratsausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung die Pläne für einen weiteren Hausboot-Anleger am Südostufer des Gewässers, gegenüber der vorhandenen stationären Hausboot-Siedlung, vor. 

Den zunächst vorgesehenen sechs fahrbaren Hausbooten soll am Ufer jeweils ein Tiny-House als Quartier für zwei oder maximal vier Personen zugeordnet werden. „Die Idee ist, dass Familien dann das Boot und die feste Unterkunft zusammen nutzen“, sagte Hoffmann. Der Ausschuss begrüßte die Pläne (Holger Ulfers, SPD: „Meinetwegen können Sie gern auch mit acht oder zehn Einheiten planen“) und brachte den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Hohenkirchen – An der Gottelser Leide“ auf den Weg. 

Hollyboot
Hollyboote sind derzeit unter anderem bereits in Brandenburg im Einsatz. Foto: www.hollyboot.de

Den Hausbooten und Ferienhäuschen sollen ein Kiosk mit Außenterrasse, eine Ver- und Entsorgungsstation sowie 18 Parkplätze samt ener Fahrrad-Servicestation zugeordnet werden. Ein weiterer Aspekt: Mit der Beplanung des Uferabschnitts in der Nähe der Straße von Hohenkirchen in Richtung Wiarden könnte der weitgehend vorhandene Rundweg um das Wangermeers komplettiert werden. Wer dafür die Kosten und die Unterhaltung übernimmt, wäre noch zu klären. 

Die vergleichsweise leichten, maximal acht Meter langen Hausboote (Hoolyboote) sollen an jeweils vier Dalben festgemacht werden. Die Hobbyskipper könnten damit mit eine Geschwindigkeit von fünf Stundenkilometer über das Wangermeer schippern. Details etwa zu verkehrsrechtlichen Frage zu einem Hausboot-Verkehr und Befahrensregeln für das Gewässer sollen im Laufe des weiteren Verfahrens geklärt werden.

Preis für Engagement am Gast

Wangerland/Wilhelmshaven (30.11. 2023) – Die Tourismus-Agentur Nordsee GmbH (TANO) weist noch einmal auf den erstmals ausgetragenen Wettbewerb um das „Goldene Leuchtfeuer“ hin. Mit dem Award sollen neue Ideen und Denkansätze rund um das Engagement am Gast ausgezeichnet werden.

„Frische, pfiffige Konzepte erhalten eine Präsentations-Plattform“, so die Veranstalter. Der Fokus liegt auf Serviceangeboten und Marketingideen. Die Bewerbungsfrist endet am 9. Januar 2024, 18 Uhr, die Verleihung erfolgt im Rahmen des NordseeTourismusTages am 15. Februar in Bremerhaven.

Das Goldene Leuchtfeuer richtet sich an alle Akteure im Tourismusbereich, die in der niedersächsischen Nordsee-Region Serviceangebote und Marketingideen neu denken. Der Award wird in zwei Kategorien vergeben: Ein Jurypreis und ein Publikumspreis. „Mit dem Goldenen Leuchtfeuer sollen auch jene zum Zuge kommen können, die nicht das ganz große Budget zur Verfügung haben, sich aber durch innovative Ideen vom Standard abheben“, sagt Mario Schiefelbein, Geschäftsführer der TANO.

Alle weiteren Informationen zum Award das Goldene Leuchtfeuer gibt es unter: www.goldenesleuchtfeuer.de

Projekt zur Energiewende: Erdgas direkt vom Bauernhof

Wangerland (29. 11. 2023) – An der Hofstelle Wayens soll ein Energiepark entstehen. Biogas-Pionier Fritz Gerken stellte an Dienstag Abend im Ratsausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung seine Pläne vor. Der Ausschuss empfahl ohne Gegenstimme die Aufstellung eines Bebauungsplanes, der das Projekt ermöglichen soll.

Wayens liegt mitten im Nirgendwo, irgendwo zwischen Hohenkirchen und Oldorf. Hier betreibt Gerken seit rund 20 Jahren eine Biogasanlage, die er überwiegend mit Mist der umliegenden Bauernhöfe und Gras füttert. Aktuell produziere er und 2,3 Millionen Kubikmeter Gas, so Gerken, das überwiegend verstromt werde.

Im ersten Schritt hin zum Energiepark soll die Biogasanlage auf eine Produktionsvolumen von 5,5 Millionen Kubikmeter erweitert werden. Davon wolle er dann ein Drittel für Strom und Wärme nutzen, der Rest soll als Bio-Methan direkte ist Gasnetz der EWE eingespeist werden. Um das zu ermöglichen, müsste auf seinem Hof unter anderem ein weiterer Bioreaktor (Fermenter), ein Zwischenlager für Mist und eine Gasreinigungsanlage gebaut werden. 

Derzeit verarbeitet Gerken in seiner Biogasanlage rund 12.000 Tonnen Futtermittel. Künftig sollen es rund 37.000 Tonnen werden – davon in etwa 80 bis 90 Prozent Mist. Als Folge der Produktionserweiterung werde sich der Transport-Verkehr zu seinem Hof in etwa verdreifachen, räumte Gerken auf Nachfrage von Ratsherr Immo Müller (UWG) ein. Die Straße nach Wayens sei aber im Rahmen der Flurbereinigung gerade saniert worden. Die Anlieferung erfolge über Oldorf und über den Wüppelser Altendeich.

Bei der Produktion von Bio-Gas wird Kohlendioxid abgeschieden. Dieses CO2 möchte Gerken künftig in seinem Energiepark nutze, um daraus in Verbindung mit Wasserstoff (H2) Methan (CH4), also reines Erdgas, herzustellen. Für die Wasserstoff-Herstellung benötige er eine Elektrolyse-Anlage, die er gern mit Strom betreiben möchte, die ein Windkraftrad und eine Solaranlage erzeugen sollen. 

Die Ausschussmitglieder würdigten das Projekt als Paradebeispiel für die nötige Energiewende. Fossiles Erdgas wird durch Bio-Erdgas ersetzt, das mit Hilfe regenerativer Energiequellen erzeugt wird. Weitere Details zu dem Vorhaben sollen im Rahmen des jetzt anlaufenden Bauleitverfahrens geklärt werden.

CDU: Land soll Kommunen bei Kosten für Ganztagsschulen helfen

Wangerland/Friesland (28. 11. 2023) – Ab 2026 hat jeder Erstklässler in Niedersachsen einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz – zumindest theoretisch, denn in der Praxis könnte ein enormes Finanzierungsdefizit diesen Anspruch noch vor seinem Inkrafttreten gefährden.

Nach einem Treffen mit Vertretern von Grundschulen und Kommunen sind die Bundestagsabgeordnete Anne Janssen (Wittmund) und die Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (Wangerland) skeptisch. „Der Ausbau der Ganztagsbetreuung ist maßgeblich für eine Entlastung der Familien und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Scheitern würde fehlende Betreuung und fehlende Planungssicherheit bedeuten“, so die CDU-Politikerinnen. „Mit einem Finanzierungsanteil von 3,5 Milliarden Euro leistet der Bund zwar einen erheblichen Beitrag. Leider macht die aktuell verfahrene Haushaltslage der Ampel auch jeden sinnvollen Anspruch aktuell zu einer nicht absehbaren Aufgabe.“

Die Ganztagsgrundschule soll anteilig durch Bund, Länder und Kommunen finanziert werden. Das offenkundige Problem: Die bislang beschlossenen Anteile könnten für die Kommunen nicht umsetzbar sein.

„Wir sehen deutlich: Das Geld bei den Kommunen reicht nicht“, so Katharina Jensen. Deswegen habe die CDU im Landtag in ihrem Haushaltsentwurf für 2024 gefordert, dass die Mittel, die das Land zur Verfügung stellt, um 15 Millionen Euro aufgestockt werden. „Damit stünden rund 25 Millionen Euro statt bisher 10 Millionen Euro von Landesseite bereit“, so die Abgeordnete. 

Die Kommunen, auch die in Friesland, seien teilweise nicht in der Lage, die teils enormen Investitionssummen zu stemmen. Auch dann nicht, wenn sie „nur“ 15 Prozent der Gesamtkosten übernehmen müssten. Für den Landkreis Friesland inklusive seiner Städte und Gemeinden belaufen sich die Kosten aktuellen Zahlen zufolge auf etwa 733.000 Euro. 

Biotonne wird im Winter nur noch alle vier Wochen geleert

Friesland (26. 11. 2023) – Die Abfallberatung des Landkreises Friesland weist darauf hin, dass die Biotonnen ab Dezember bis einschließlich Februar 2024 nur alle vier Wochen statt alle zwei Wochen geleert werden. Damit kein festgefrorener Abfall die Entleerung der Biotonne erschwert, bittet die Abfallberatung darum, folgende Hinweise zu beachten:

Tipps der Abfallberatung für die Winterzeit

Feuchte, organische Abfälle angetrocknet oder in Papier eingewickelt in die Biotonne geben. 

Abfälle nicht in die Biotonnen pressen; die gepressten Bioabfälle fallen beim Schütten der Tonne meist nicht oder nur zum Teil heraus. 

Den Boden der Biotonne gegebenenfalls mit wenigen Lagen geknülltem Zeitungspapier (kein Farb-/Hochglanzdruck) bedecken.

Wem ein Balkon oder Garten zur Verfügung steht, kann den Bioabfall, bevor er in die Tonne gegeben wird, für circa eine Stunde ins Freie stellen. Abgekühlter oder angefrorener Bioabfall enthält weniger Feuchtigkeit und friert in der Tonne seltener fest.

Kurz vor Entleerung kann man bei Bedarf mit einem Spaten durch seitliches Herunterfahren an den Innenwänden der Tonne die Abfälle lösen. Vorsicht, bei starkem Frost wird der Kunststoff spröde und die Tonne kann dabei beschädigt werden!

Die Biotonne bis zur Abfuhr (ab 6 Uhr) an einer wärmeren Stelle aufstellen, zum Beispiel an der Hauswand.

Bioabfälle dürfen nicht in Kunststoffbeuteln in die Biotonne geworfen werden. Das gilt auch für Beutel, die aus so genannten kompostierfähigen Biokunststoffen mit Hinweisen wie zum Beispiel „biologisch abbaubar“ bestehen. Biokunststoffe können in der Kompostanlage in Wiefels nicht abgebaut werden. Dadurch wird der Kompost verunreinigen.

Sollten Abfälle in der Tonne angefroren sein, bestünden keine Ansprüche auf nachträgliche Entsorgung dieser Abfälle. „Dem Abfuhrunternehmen und dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann nicht zugemutet werden, die Abfälle aufzulockern oder Anhaftungen zu lösen“, so Stephan Heidemann, Abfallberater beim Landkreis Friesland.

Die Abfuhrtermine sind unter anderem unter www.friesland.de/kalender zu finden.

Wie das Smartphone den Schutz vor Einbrüchen verbessern kann

Friesland/Hooksiel (26. 11. 2023) – Digitale Technik kann helfen, das Einbruchrisiko zu verringern und damit eigene Heim sicherer zu machen. Die Polizeiinspektion (PI) Wilhelmshaven/Friesland und der Verein zur Förderung kommunaler Prävention (VKP) gegen in ihrer Informationsoffensive Tipps zum Thema Einbruchschutz. Heute geht es um „Smart Home-Lösungen“.

„Immer mehr Menschen statten ihren Wohnraum mit so genannten Smart-Home-Systemen aus“, sagt Katja Reents, Beauftragte für Kriminalprävention in der PI. „Damit werden Komponenten aus der Haustechnik, Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik miteinander vernetzt und (fern-)gesteuert, um auf diese Weise automatisierte Abläufe zu ermöglichen.“

Von der Ferne aus Anwesenheit vortäuschen

Ganz bequem ließen sich dann die meisten Geräte im „Smart Home“ über das Smartphone steuern: So könnten etwa die Heizung von unterwegs aus angeschaltet werden, Fenster, Türen und Rollläden öffnen bzw. schließen automatisch oder eine Kamera gibt ein Warnsignal, wenn sich jemand an der Eingangstür zu schaffen macht.

Allerdings: Smart-Home-Lösungen allein stellen kein durchgängiges und damit zuverlässiges Einbruchmelde- bzw. Gefahrenwarnsystem dar, warnen die Präventions-Fachleute. Zudem berge jedes IT-gestützte System Sicherheitsrisiken. Katja Reents: „Ein Einsatz dieser Technik ist aus polizeilicher Sicht nur zur Anwesenheitssimulation zu empfehlen, das heißt, das System spielt einem äußeren Betrachter beispielsweise durch Rollladen- und Lichtsteuerung ein bewohntes Haus vor.“ Ratsam sei aber gegebenenfalls eine Alarmanlage mit Smart-Home-Funktionen.

Smart-Home können zum Beispiel absichern, dass ein Alarm einer Alarmanlage auch bei Stromausfall, hoher Luftfeuchtigkeit oder großen Temperaturunterschieden störungsfrei übermittelt wird. Über die Notruf- und Serviceleitstelle können auf digitalem Weg Steuerbefehle für Smart-Home-Komponenten versendet werden – so kann etwa die Spannung des Herds abgeschaltet oder ein Ventil an der Hauptwasserleitung geschlossen werden. Bei der Kombination von einer Alarmanlage und Smart Home, so rät die Polizei, sollte man aber ausschließlich zertifizierte Alarmanlagen und eine zertifizierte App nutzen.

Schutz vor Hackern wichtig

Smart-Home-Anwendungen, die nicht die genannten Voraussetzungen erfüllen, bieten keinen Einbruchschutz. Im Gegenteil. Sie können zum Einfallstor für Hacker werden, die sensible Daten auszuspähen oder die Geräte für kriminelle Zwecke missbrauchen wollen. „Ungeschützte Systeme, ob mit oder ohne Zugang zum Internet, bergen Risiken“, erläutert Katja Reents. „So können Täter Zugriff auf Videokameras erhalten und Daten mitlesen, die online zwischen einem Endgerät des Verbrauchers (z.B. Kühlschrank) und der Steuerungszentrale ausgetauscht werden. Dadurch erhalten sie Einblicke in die Privatsphäre der Bewohner.“

Als Ansprechpartner für Einbruch-Prävention stehen bei der PI Wilhelmshaven/Friesland Katja Reents für Wilhelmshaven (Tel. 04421/942-108) und Anja Kienetz vom Polizeikommissariat Jever (Tel. 04461/7449-181) als Ansprechpartnerin zur Verfügung. VKP-Geschäftsführerin Teelke Battermann ist unter der Telefonnummer 04421/7780942 zu erreichen. 

Gemeinde profitiert von hohen Energiepreisen

Wangerland/Hooksiel (24. 11. 2003) – Die hohen Energiepreise machen sich auch im Haushalt der Gemeinde Wangerland bemerkbar. Aber nicht nur durch gestiegene Kosten für Heizung und Beleuchtung, sondern auch durch erhöhte Steuereinnahmen.

Die Produzenten von erneuerbarer Energie – aus Windkraft, Sonne oder Biogas – haben offenbar von dem hohen Preisniveau profitiert. Endsprechend steigen die Gewerbesteuer-Einnahmen der Gemeinde. Wie Kämmerer Arthur Wichmann vor dem Finanzausschuss erläuterte, seinen zudem offenbar viele Betriebe besser durch die Corona-Krise gekommen als zuvor angenommen.

Unter dem Strich darf sich die Gemeinde für das laufende Jahr über Gewebesteuereinnahmen in Höhe von über 5,3 Millionen Euro freuen. Erwartet worden waren Anfang des Jahres lediglich 4,15 Millionen Euro. Der Mehrerlös von knapp 1,2 Millionen Euro kann jetzt dazu verwendet werden, Löcher an anderen Stellen in der Gemeindekasse zu stopfen.

Alle übrigen Ansätze der Finanzverwaltung haben sich im Laufe des Jahres zum Teil fast punktgenau bestätigt. Landwirtschaftliche Betriebe werden etwa 410.000 Euro Grundsteuer A zahlen. Alle anderen Immobilienbesitzer 2,33 Millionen Euro (Grundsteuer B). Die Hundesteuer schlägt mit 15.000 Euro zu Buche, die Zweitwohnungssteuer mit rund 1 Million Euro und die Vergnügungssteuer mit an die 30.000 Euro. 

Hinzu kommen der Gemeindeanteile an der Einkommensteuer der Wangerländer Bürger (etwa 4 Mio. Euro), der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer (482.000 Euro), Schlüsselzuweisungen vom Land (2,2 Mio. Euro), Zuweisungen für Aufgaben, die die Gemeinde für andere Behörden erledigt (200.000 Euro) sowie Einnahmen aus Konzessionsabgaben für Strom und Gas, die die Energieversorger zu zahlen haben (etwa 400.000 Euro). 

Die Bilanz für 2023 spielt eine besondere Rolle bei der Diskussion, wo Hebesätze ab 2024 erhöht werden können, um die Einnahmesituation der Gemeinde insgesamt zu verbessern. Im zweiten Teil der Debatte wird es um die Frage gehen, wo die Gemeinde Ausgaben einsparen kann etwa indem sie gewisse Aufgaben nicht mehr, im verringerten Umfang oder effizienter erledigen kann. 

Gemeinde Wangerland will Hebesätze für Steuern und Gebühren erhöhen

Wangerland/Hooksiel (23. 11. 2023) – Der Finanzlage der Gemeinde Wangerland ist angespannt. Am Mittwochabend signalisierte der Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Rates Zustimmung zu einer Reihe der von Steuer- und Gebührenerhöhungen, die die Gemeindeverwaltung vorgeschlagenen hatte, um die Einnahmen im nächsten Jahr zu erhöhen.

Gemeindekämmerer Arthur Wichmann beklagte die desolate Haushaltslage der Kommunen insgesamt und der Gemeinde Wangerland im Besonderen. Wesentlicher Grund dafür sei die nicht auskömmliche Finanzausstattung der Städte und Gemeinden durch den Bund und die Länder.

Haushalt steuert auf hohen Fehlbedarf zu

Die Prognose für den Haushalt 2024 der Gemeinde Wangerland habe sich innerhalb weniger Monate von einem zu erwartenden Fehlbedarf von 0,75 Millionen auf ein Minus von 2,4 Millionen Euro erhöht. Kostentreiber seien unter anderem erhöhte Ausgaben für Personal und Zinsen. Hinzu komme aller Voraussicht nach eine höherer Kreisumlage, da auch der Landkreis Friesland ein dickes Fehl erwartet. Der Appell des Kämmerers: „Lassen Sie uns frühzeitig gegensteuern und nicht auf ein Wunder warten.“

Sprecher der verschiedenen Fraktionen im von Lübbo Meppen (FDP) geleiteten Ausschuss lobten die gute Vorarbeit der Gemeinde. Der Kämmerer hat sämtliche Möglichkeiten aufgelistet, zu sparen oder Einnahmen der Gemeinde zu erhöhen. Allerdings, so räumte er ein, sei an vielen Positionen das Potenzial nicht allzu groß, da die „Zitrone“ nach zehn Jahren Entschuldungsvertrag der Gemeinde mit dem Land Niedersachsen (2012-2021) bereits weitgehend ausgepresst sei.

Einvernehmlich empfahl der Ausschuss dem Rat, das von der Verwaltung erstellte „freiwillige Haushalts-Konsolidierungskonzept“ anzunehmen. Das Konzept listet eine Fülle von kleinen und kleinsten Finanz-Stellschrauben auf, mit denen sich die Lage verbessern ließe. Vor Entscheidungen sollen die Maßnahmen aber jeweils noch detailliert beraten werden. 

Zweitwohnungen werden teurer

Bereits auf den Weg gebracht hat der Ausschuss mit jeweils deutlicher Mehrheit einige Steuererhöhungen. So soll der Zweitwohnungs-Steuersatz von 17 auf 20 Prozent erhöht werden, was eine Mehrbelastung von im Schnitt von 170 Euro ausmacht (erhoffte Zusatzeinnahme: 300.000 Euro). Der Hebesatz für die Vergnügungssteuer (Glücksspielautomaten etc.) steigt von 20 auf 22 Prozent (plus 13.000 Euro). Die Steuer für den ersten Hund wird statt mit 50 auf 60 Euro festgesetzt (plus 10.000 Euro).

Um 25 Prozent angepasst werden sollen die Gebühren für „Sondernutzungen an öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen“ (plus 15.000 Euro). Die Palette der betroffenen Aktivitäten reicht hier von Verkaufsflächen über das Aufstellung von Stühlen, Tischen oder Werbung vor Geschäften bis zum Befahren von Gemeindestraße mit überschweren Fahrzeugen. 

Parkgebühren noch auf dem Prüfstand

Zustimmung signalisierte die Politik auch für die Erhöhung der kommunalen Parkgebühren auf das Niveau der Parkplätze der Wangerland Touristik GmbH (WTG). Aktuell würde das eine Erhöhung von 0,50 auf 0,60 Euro für eine halbe Stunde sowie von 5 auf 8 Euro für ein Tagesparkticket bedeuten (plus 70.000 Euro). Nach Ansicht von Alice Brandenburg-Bienek, Sprecherin der Gruppe Gemeinsam fürs Wangerland (GfW), wäre aber mit Blick auf die Gebühren in anderen Kommunen durchaus auch eine stärkere Erhöhung vertretbar – wenn die WTG den Weg mitgeht. Das soll jetzt geprüft werden.

Zusätzlichen Beratungsbedarf meldete die Politik für die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuern an. Danach sollen die Hebesätze von 450 auf 500 Prozent steigen (zusammen gut 700.000 Euro). Alice Brandenburg-Bienek (CDU) gab zu bedenken, dass es nicht gut zusammenpasse, einerseits nach neuen Gewerbeflächen für ansiedlungswillige Unternehmen zu suchen und zeitgleich die Gewerbesteuer zu erhöhen. Andererseits, so sagte Marianne Kaiser-Fuchs (SPD), seien harte Entscheidungen nötig. „Die Kosten steigen überall.“

Die Beratungen über die Grund- und Gewerbesteuern, die zu den wichtigsten Einnahmequellen der Gemeinde zählen, soll jetzt im Verwaltungsausschuss fortgesetzt werden. Dort wird dann einen Beschlussvorschlag für die Dezember-Ratssitzung erarbeiteten. Im Gegensatz zum Finanzausschuss tagt der Verwaltungsausschuss allerdings nicht öffentlich. 

Großraum-Disco „Twister“ abgebrannt

Twister
Ein Grobrand hat in der Nacht zu Mittwoch die Diskothek „Twister-Dance“ in Sande zerstört.Foto: Polizei

Sande (22. 11. 2023) – Großfeuer in Sande. In der Nacht zum Mittwoch ist mit dem „Twister Dance“ die größte Diskothek im nördlichen Landkreis Friesland komplett ausgebrannt. Verletzt wurde niemand. Nach Polizeiangaben ist die Ursache des Unglücks noch völlig unklar. Auch zur Schadenshöhe könne man derrzeit noch keine Auskünfte geben. Die dürfte aber im hohen sechstelligen Bereich liegen.

Der Feueralarm hatte Rettungsleitstelle Friesland/Wilhelmshaven gegen 23.10 Uhr erreicht. Die Großraum-Diskothek in der Weserstraße brenne. „Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte am Brandort war bereits eine offene Flammen- und starke Rauchentwicklung aus dem Bereich des Dachstuhles feststellbar“, schildert die Polizei.

Nachdem die Löschmaßnahmen keinen Erfolg mehr versprachen, seien diese eingestellt worden. Die Feuerwehrleute kontrollierten daraufhin, dass das Gebäude „kontrolliert“ abbrennt, also durch das Feuer kein zusätzlicher Schaden im Umfeld entsteht. 

Vor Ort waren die Freiwilligen Feuerwehren Sande und Neustadtgödens. Sie wurden unterstützt durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Sande und von Teilen der Freiwilligen Feuerwehr Varel. Die Bevölkerung der in der Nähe befindlichen Straßenzüge wurde gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. 

Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Dabei werden unter anderem hochauflösende Film- und Bildaufnahmen mittels Drohne eingesetzt. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr waren den Tag über noch mit der Brandbekämpfung bzw. mit der Sicherung der Brandstelle beschäftigt. Es kam hier und dort zu Verkehrsbehinderungen. Es ist beabsichtigt, einen Brandsachverständiger zur Aufklärung der Brandursache heranzuziehen, kündigte die Polizei an.

Die Betreiber der Diskothek zeigten sich in einer ersten Reaktion „geschockt“. Mehr wolle und könne man zurzeit nicht sagen.

Erster Schritt zu passender Alarmanlage ist eine intensive Beratung

Friesland/Wangerland (18. 11. 2023) – Alarmanlagen können Wohnungen und Häuser sicherer machen. Darauf weisen das Präventionsteam der Polizeiinspektion (PI) Wilhelmshaven/Friesland und der Verein für Kommunale Prävention (VKP) hin. Im Rahmen der gemeinsamen Informationsoffensive zum Thema „Einbruchschutz“ geben sie heute Tipps zu Überfall- und Einbruch-Meldeanlagen.

„Mechanische Sicherungen können dem Täter einen bestimmten Widerstand entgegensetzen und einen Einbruch unter Umständen verhindern“, sagt Katja Reents, PI-Beauftragte für Kriminalprävention. Zusätzlich eingebaute Einbruch-Meldeanlagen böten darüber hinaus besonderen Schutz. „Durch ihre Meldewirkung wird das Risiko für den Einbrecher erhöht, entdeckt zu werden“, so Reents. „Zudem verhindert die Alarmanlage, dass heimkehrende Bewohnern einem Einbrecher in die Arme laufen.“ Sinnvoll sei, die mechanische Sicherungstechnik mit der elektronischen Überwachung zu kombinieren.

Man unterscheidet zwischen Fallen-Überwachung und Außenhaut-Überwachung. Welche Überwachungsart ist im Einzelfall geeignet? Dazu bietet das Präventionsteam der Polizei kostenlose Beratungen an. Die wesentlichen Unterschiede: Die Fallen-Überwachung (Infrarot-, Ultraschall- oder Mikrowellen-Bewegungsmelder) löst Alarm erst dann aus, wenn Einbrecher bereits in den überwachten Bereich eingedrungen sind. Bei der Auswahl müssen Art, Ausstattung und Nutzung der Räume sowie Umwelteinflüsse berücksichtigt werden.

Einbruch

Bei der Außenhaut-Überwachung werden vor allem Türen und Fenster durch Kontakte überwacht. Zwei Vorteile: Die Alarmierung erfolgt, bevor Einbrecher eingedrungen sind. Und: Die Anlage kann auch bei Anwesenheit der Bewohner, zum Beispiel nachts, eingeschaltet werden. Aber eine reine Außenhaut-Überwachung ist meist sehr teuer. Foto: Polizeiliche Kriminalprävention

Auch hier raten die Fachleute zu Kombi-Lösungen. Es gibt verschiedene Alarmierungs-Arten. Der Extern-Alarm soll den Täter durch akustische Signale vor Ort abschrecken. Mithilfe eines Fern-Alarms wird ein Alarm an eine hilfeleistende Stelle weitergeleitet. Durch einen lauten Alarm soll der Täter physisch unter Druck gesetzt und vertrieben werden. „Es ist möglich, zusätzlich einen optischen Signalgeber (etwa Rundum-Blitzleuchte) zu installieren, damit Interventionskräfte das Objekt im Alarmfall besser finden“, so Katja Reents. „Ein Alarm sollte aber immer zusätzlich als Fernalarm weitergemeldet werden.“

Der Fernalarm dient zur Unterrichtung etwa von Notruf- und Serviceleitstellen oder Interventionsstellen. Die Weiterleitung des Alarms direkt zur Polizei könne nur in besonderen Fällen erfolgen. 

Der interne Alarm soll lediglich die im Gebäude anwesenden Personen aufmerksam machen. Dies ist nötig, da berechtigterweise anwesende Personen versehentlich, wie zum Beispiel durch das Öffnen eines Fensters, einen Falschalarm auslösen können. Intern-Signalgeber sollten im ganzen Haus hörbar sei. Katja Reents: „Liegt eine Bedrohung vor, kann durch die manuelle Betätigung eines Überfallmelders ein Fernalarm ausgelöst werden.“

Für Planung und Einbau von Einbruch-Meldeanlagen gibt es europäische und nationale Normen sowie Richtlinien. Die Polizei hat diese in einem Pflichtenkatalog für Installationsbetriebe zusammengefasst. 

Einbruch-Meldeanlagen werden mit Blick auf das Risiko in verschiedene Sicherheitsstufen unterteilt. Die Normung sieht vier Grade vor. Katja Reents: „Für den Schutz von Personen und kleineren Wohnobjekten reicht eine Meldeanlage der Klasse A bzw. des Grades 2 mit mittlerer Überwindungs-Sicherheit und mittlerer Ansprech-Empfindlichkeit aus.“ Klasse B, Grad 3 mit hoher Überwindungssicherheit und mittlerer Ansprechempfindlichkeit sei ratsam, wenn Personen oder Wohnobjekte mit erhöhter Gefährdung bzw. kleine Gewerbeobjekte oder öffentliche Objekte überwacht werden sollen. Grad 1 werde nicht empfohlen, Grad 4 sei für besonders gefährdete Objekte ratsam.

Wer bei sich eine Alarmanlage welcher Art auch immer einbauen lassen möchte, sollte sich von Fachleuten eingehend beraten lassen. Die Installation gehöre in die Hände eines qualifizierten Fachbetriebs. Auch wichtig aus Sicht der Polizei: Die Bewohner sollten ausführlich in die Bedienung der Anlage eingewiesen werden.

Für weitere Fragen zu dem Thema stehen als Ansprechpartnerinnen bei der Polizei für Wilhelmshaven Katja Reents (Tel. 04421/942-108) sowie für den nördlichen Landkreis Friesland Anja Kienetz, Prävention-Fachfrau beim Polizeikommissariat Jever (04461/7449-181,) zur Verfügung. Der VKP ist unter Telefon 04421/7780942 zu erreichen.