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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Erkrankten Seemann mit einem Kran an Bord der „Bernhard Gruben“ gehoben

DGzRS im Eisatz
Der Seenotrettungskreuer „Bernhard Gruben“ übernahm einen erkrankten Seemann von Bagger „Nordsee“ und brachte ihn nach Hooksiel. Foto: DGzRS – Die Seenotretter

Hooksiel/Horumersiel (20. 10. 2024) – Für einen dringenden Krankentransport waren in der Nacht zum Sonntag der in Hooksiel stationierte Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ und das Seenotrettungsboot „Wolfgang Paul Lorenz“ der Freiwilligen-Station Horumersiel im Einsatz. Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilte, war auf dem Bagger „Nordsee“ des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Weser-Jade-Nordsee ein Besatzungsmitglied zusammengebrochen.

Als der Seenotrettungskreuzer beim etwa neun Kilometer entfernt liegende Baggerschiff eintraf. Als die Retter eintrafen, sei der Seemann wieder bei Bewusstsein gewesen, benötigte aber dringend medizinische Unterstützung. Daraufhin brachte die „Wolfgang Paul Lorenz“ eine Seenotärztin zur „Nordsee“. Sie konnte mit zwei Rettern den Patienten so weit stabilisieren, dass er mit einer Trage transportiert werden konnte.

Aufgrund der Höhe wurde der Mann in einer die Schleifkorbtrage mit dem Kran der „Nordsee“ auf das Vorschiff der „Hermann Gruben“ heruntergelassen, der den Patienten in Begleitung der Ärztin nach Hooksiel brachte, wo der Mann an einen Rettungswagen mit Notarzt übergeben wurde. Aufgrund des zeitweise dichten Seenebels in Teilen des Reviers konnten Hubschrauber nicht eingesetzt werden. 

Durch Seenebel erschwert wurde auch ein Einsatz am Samstagnachmittag. Die „Hermann Marwede“ von der DGzRS-Station Helgoland brachte einen krankten Seemann der „Maersk Newcastle“ an Land. Der Seenotrettungskreuzer nahm das philippinische Besatzungsmitglied gut zwölf Kilometer nördlich von Wangerooge an Bord, wo das 210-Meter lange Containerschiff auf Reede lag. Die Seenotretter übergaben den Mann in Cuxhaven an einen Rettungswagen.

Illuminierter Hafen zieht tausende Besucher in seinen Bann

Herbstleuchten
Faszination Licht: Der Alte Hafen wurde beim „Herbstleuchten“ wunderschön beleuchtet. Foto: hol

Hooksiel (20. 10. 2024) – Licht zieht an – und zwar nicht nur Motten und Mücken, sondern auch Menschen. Letzte Zweifel an dieser These wurden am Samstag in Hooksiel ausgeräumt. Trotz des über weite Strecken des Tages sehr schlechten Wetters war der Alte Hafen voller Menschen. „Viele der Besucherinnen und Besucher haben extra nach dem Termin des Herbstleuchtens ihren Urlaub geplant“, ist Cheforganisatorin Anke Müller, Vorsitzende des Vereins „De Hooksieler“ überzeugt.

Die große Anziehungskraft der Veranstaltung dürfte an der stimmigen Illumination liegen. Das Lichterspiel an den unter Denkmalschutz stehenden historischen Packhäusern, davor ein beleuchteter Krabbenkutter, auf dem Hafenplatz strahlende Kürbisse und eine tolle Feuershow. Dazu stimmige Musik der Folkband „Beltane“.

Selbst der Deich an der Südseite des Alten Hafens stand voller Menschen. Viele von ihnen hielten mit ihren Kameras die idyllischen Motive fest und fluteten damit die so genannten „Sozialen Medien“. Damit dürfte endgültig klar sein: Das Herbstleuchten hat sich einen festen Platz im Hooksieler Jahreskalender erobert.

Im Vorfeld war das alles andere als sicher. Nach einem Defizit im Vorjahr hatten „De Hooksieler“ die anderen Vereine im Ort um noch mehr Unterstützung gebeten. Gesagt getan. Aktive der Hooksieler Arbeitsgruppe und des FC Nordsee Hooksiel halfen beim Auf- und Abbau der Buden, Dorfgemeinschaft, Theatergruppe, MTV und WWHS („Weil wir Hooksieler sind“) bestückten mehrere Verkaufsbuden mit Personal. „Froh waren wir auch über die finanzielle Beteiligung seitens des Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe, des Seebadevereins und der Freizeitabteilung des FCN an den Kosten der Illumination“, sagte Anke Müller gegenüber „Hooksiel-Life“.

Neben dem stimmigen Ambiente samt passender Musik konnten sich die Besucher über verschiedene Einlagen auf und vor der Bühne freuen. Zum Programm gehörten unter anderem neben der Feuershow, Tanz- und Musikvorführungen von Kindern, Fahrten mit der Pferdekutsche durch den Ort sowie die Angebote der verschiedenen Schausteller und Kunsthandwerker. 

Bemerkenswert: Die zahlreichen Stände am Alten Hafen schmälerten ganz offensichtlich nicht die Umsätze der Händler im Ort. Dem äußeren Eindruck nach waren alle Geschäfte und gastronomischen Betriebe gut besucht. Allein das dürfe den Gewerbetreibenden ein „Herbstleuchten“ ins Gesicht gezaubert haben. 

Herstleuchten in Hooksiel
Zahlreiche Menschen bewunderten vom Deich aus die Illumination des Alten Hafens. Foto: hol

Spa-Expertin soll das Produkt „Thalasso Meeres Spa“ an den Markt bringen

Gesine Ponto und Armin Kanning
WTG-Geschäftsführer Armin Kanning stellte mit Gesine Ponto die neue Interims-Leitung des „Thalasso Meeres Spa“ in Horumersiel vor. Foto: hol

Horumersiel (18. 10. 2024) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) bietet Hotel- und Pensionsbetrieben aus dem Wangerland und der Umgebung Thalasso-Partnerschaften an. Den Partnern soll es ermöglicht werden, für ihre Gäste direkt Anwendungen im neuen „Thalasso Meeres Spa“ zu buchen. 

Die technischen Voraussetzungen seien bereits vorhanden. Jetzt soll das Angebot mit Leben erfüllt werden, sagte WTG-Marketingleiterin Larissa Strangmann heute bei der Vorstellung der neuen Thalasso-Leiterin Gesine Ponto.

Weitere Mitarbeiter gesucht

Noch wichtiger für das Haus dürfte aber der Erfolg einer Personalkampagne sein, die in den nächsten Tagen vor allem auf Online-Portalen starten soll. „Unsere Angebote werden sehr gut angenommen“, sagte ein nach eigenem Bekunden „sehr erleichterter“ WTG-Geschäftsführer Armin Kanning. Um die Zahl der Anwendungen aber weiter nach oben fahren zu können, benötige man aber dringend weitere Fachkräfte ganztags oder in Teilzeit für den Spa-Bereich.

„Wir brauchen vor allem Mitarbeiter, die an der Bank arbeiten können“, sagte Gesine Ponto. Sie meint damit die Massagebank. Rund 80 Prozent der nachgefragten Anwendungen seien unterschiedliche Massageformen, Packungen und Peelings. Sehr gut gebucht würden aber auch schon die Kältekammer und der „Privat-Spa“-Bereich.

Neue Chefin in Teilzeit

Kanning stelle Gesine Ponto als neue Interims-Leitung des Gesundheitstempels vor. Die selbstständige Unternehmens-Beraterin aus Mecklenburg-Vorpommern war schon vor der Eröffnung als Mitarbeiter-Coachin für die Detail-Abläufe im „Thalasso Meeres Spa“ engagiert worden. Jetzt soll sie die Vakanz in der Leitung zunächst freiberuflich füllen. „Ich werden zwei Tage in der Woche für das Thalasso Meeres Spa arbeiten und auf jeden Fall einmal in der Woche vor Ort sein“, sagte die 44-Jährige. Darüber hinaus werde sie rund um die Uhr über digitale Kanäle der WTG und den Thalasso-Mitarbeitern zur Verfügung stehen,

Gesine Ponto ist Nachfolgerin von Ulrike Fahrner, die das Haus nach anderthalb Jahren auf eigenen Wunsch verlassen habe. Konkrete Gründe für die Trennung nannte Kanning nicht. Allerdings herrsche rund um das „Thalasso Meeres Spa“ ein „enormer Druck, auch von außen“. Bekanntlich sind die Baukosten für das Projekt explodiert und die Eröffnung im Juni lief alles andere als glücklich. Das Haus musste wenige Wochen später nach dem Fund von Keimen im Trinkwasser erneut für mehrere Wochen geschlossen werden.

Von Angeboten beeindruckt

Die neue Leiterin, die in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland vornehmlich Spa-Bereiche für Hotels geplant und beraten hat, macht keinen Hehl daraus, dass sie mit Blick auf das „Thalasso Meeres Spa“ zunächst skeptisch gewesen sei. „Ein Spa dieser Größenordnung ohne angeschlossenes Hotel, das gibt es sonst nirgends“, sagte die Managerin. Inzwischen sei sie aber überzeugt davon, dass das Projekt funktionieren kann. „Es ist ein neues Haus, wunderschön eingerichtet, mit tollen Angeboten“, so Ponto. Damit liege man im Spa-Bereich ziemlich weit vorn. Das müsste eigentlich auch ein Pfund bei der Mitarbeiter-Werbung sein. Und, so das Versprechen der Leiterin: „Ich werde so lange bleiben, bis das Produkt steht.“

WTG-Daten weisen leichten Anstieg bei den Übernachtungszahlen aus

Urlaub am Strand von Hooksiel
Erholung pur am Strand von Hooksiel. Die Übernachtungszahlen in der Gemeinde Wangerland sind laut WTG-Statitsik im laufenden Jahr leicht gestiegen. Foto: hol

Hooksiel/Horumersiel (17. 10. 2024) – Die Urlaubssaison im Wangerland war offenbar nicht so schlecht, wie viele Gastronomen und Vermieter nach einem verregneten Juni befürchtet hatten. Nach der internen Statistik der Wangerland Touristik GmbH (WTG) hat die Zahl der Übernachtungen mit Stand 31. August gegenüber 2023 um 0,63 Prozent auf rund 1,4 Millionen zugelegt. Die Zahl der Personen, die im Gemeindegebiet Erholung suchten, kletterte um 2,6 Prozent auf etwa 200.000. 

Die durchschnittliche Verweildauer das Gäste habe bei 6,69 Tagen gelegen, sagte WTG-Geschäftsführer Armin Kanning gegenüber „Hooksiel-Life“. Die Zahlen der WTG beruhen auf der Abrechnung der Gästekarten, die für jede Übernachtung gelöst werden müssen. Die Eingabe der Daten ins System erfolge aber mit einigen Wochen Verzug. Deshalb lägen noch keine genauen September-Zahlen vor.

Der Vorteil der WTG-Zahlen gegenüber den Erhebung etwa des Landesamtes für Statistik: Bei den Landeszahlen werden lediglich die Übernachtungszahlen in Hotels, Pensionen und Ferienhäusern mit zehn oder mehr Betten erfasst. Unterschiede zu der Echt-Erfassung der WTG, in die neben Hotels und Pensionen auch die Gäste in jedem Ferienhaus und auf den Campingplätzen einfließen, ergeben sich für das Wangerland insbesondere auch dadurch, dass mit dem „Hotel Wangerland“ und dem „Upstalsboom-Hotel“ in Schillig zwei große Anbieter in diesem Jahr nicht am Markt waren. 

Erwartungsgemäß gestiegen sind auch die Nutzerzahlen in den Hallenbädern der WTG. Für die Friesland-Therme in Horumersiel verbucht das gemeindeeigene Touristik-Unternehmen ein Plus gegenüber dem Vorjahr von etwa 20 Prozent, für das Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel gar einen Zuwachs von 130 Prozent. Wesentlicher Grund dafür dürften aber die langen Schließzeiten beider Bäder im Frühjahr 2023 aufgrund der hohen Energiekosten und Revisionsarbeiten sein.

Neuer Fördertopf: Unterstützung von Technologien für die Energiewende

Friesland/Wangerland (17. 10. 2024) – Unternehmen und Betriebe in Wilhelmshaven und im Landkreis Friesland, die den Ausbau und die Produktion von Schlüsseltechnologien wie Batterien, Solarpaneelen, Windturbinen, Wärmepumpen, Elektrolyseuren sowie Technologien zur Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 planen, können Fördermittel vom Bund beantragen. Den Weg dafür geöffnet hat eine Änderung der Bundesförderichtlinie STARK, aus der die Transformation von Kohleregionen in Deutschland finanziell abgefedert wird.

Wie das Wirtschaftsministerium in Hannover mitteilt, konnten bislang aus diesen Fonds lediglich nicht-investive Projekte zur Stärkung der regionalen Wirtschaftsstruktur gefordert werden, etwa der Bau von öffentlichen Gebäuden. Entsprechende Überlegungen dafür gibt es auch im Wangerland. 

In Niedersachen kann Geld aus dem Fördertopf nur in den Landkreis Helmstedt als ehemaliges Braunkohlerevier und in die Region Wilhelmshaven/Friesland als Standort von Steinkohlekraftwerken fließen. Unternehmen sollen bis zum 6. Dezember ihre Projektskizzen beim Bund einreichen. Empfohlen wird eine vorherige Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Landesministerium. Für hiesige Unternehmen ist das das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung. 

Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) begrüßt die Erweiterung des Förderkataloges: „Der Ausbau der Produktionskapazitäten für Transformations-Technologien ist von zentraler Bedeutung, um den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft erfolgreich zu gestalten.“ 

Das STARK Förderprogramm ist derzeit mit rund 2,8 Milliarden Euro die größte Bundesmaßnahme für Kohlereviere und strukturschwache Kohlekraftwerksstandorte. Ein Teil des Geldes soll in die neue Fördermöglichkeit fließen. Die Maßnahme insgesamt wird aus den bis zu 41 Milliarden Euro finanziert, mit denen der der Bund bis 2038 die Reviere und strukturschwachen Kohlestandorte  unterstützt. Auf Wilhelmshaven und Friesland sollten davon 157 Millionen Euro entfallen.

Junge Managerin überzeugt: Klimaschutz geht nur gemeinsam

Amilie Bruns
Seit Mai Klimaschutz-Managerin beim Landkreis Friesland: Amelie Bruns. Foto: Landkreis

Friesland (17. 10. 2024) – Hitze, Starkregen, Stürme: Der Klimawandel wird immer präsenter. Als Klimaschutz-Managerin beim Landkreis Friesland hat Amelie Bruns im Blick, was das Klimabeeinflusst. Seit Mai ist sie Teil der Kreisverwaltung. Zu ihren Aufgaben zählt nicht nur das Erstellen eines Klimaschutzkonzeptes, also eines Plans, wie der Landkreis treibhausgasneutral werden kann. Amelie Bruns will zudem Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung und Politik für das Thema sensibilisieren, denn, so ihre Überzeugung: „Klimaschutz geht nur gemeinsam“.

Studium in Emden und Leer

Geboren im Wetteraukreis in Hessen hat Bruns während ihres Bachelorstudiums Umwelttechnik und Masterstudiums Applied Life Sciences an der Hochschule Emden/Leer im Norden ihre zweite Heimat gefunden: „Nach dem Studium verbrachte ich beruflich wieder einige Zeit in Hessen, merkte allerdings schnell, dass ich den Norden und seine Menschen vermisste“, erzählt die 29-Jährige. Sie wurde Klimaschutz-Managerin beim Landkreis Friesland. Seither beschäftigt sich die Ingenieurin mit Themen wie Biokatalyse, nachwachsende Rohstoffe und Toxikologie. Aber auch Arbeit mit Zahlen etwa beim Erstellen von Energiebilanzen und dem damit zusammen hängenden Controlling/Monitoring von Verbräuchen bereitet ihr Spaß..

Neues Klimaschutz-Konzept

Zu ihren Hauptaufgaben zählt die Neukonzeption des 2010 erstellen Klimaschutz-Konzeptes für den Landkreis. Das Konzept ist Handlungsgrundlage für das Ziel, die Treibhausgas-Neutralität für die Verwaltung bis zum Jahr 2030 und für den gesamten Landkreis bis 2040 zu erreichen. „Die Inhalte des alten Konzeptes sind das Fundament für das neue“, erklärt Amelie Bruns. „Inhalte aus den Bereichen erneuerbare Energien, Mobilität und Wärme wurden bereits umgesetzt. Das zeigt sich zum Beispiel bei der energetischen Sanierung der kreiseigenen Gebäude, beim Ausbau der Radwege an Kreisstraßen und der Einführung eines kostenfreien Jugendtickets.“

Mehr Ladesäulen erforderlich

Für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre wünscht sich die 29-Jährige für den Landkreis, „dass wir einen großen Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise leisten können“. Dafür seien Fortschritte in den Bereichen Ladeinfrastruktur, Sanierung von Wohngebäuden und der Wärmeplanung notwendig. Konkret nennt Amelie Bruns den Bau öffentlicher Strom-Ladesäulen an Autobahnen, Rastplätzen und auch in den Häfen. Dafür solle die Zusammenarbeit mit umliegenden Landkreisen, Städten und Gemeinden gestärkt und ausgebaut werden.

Falsche Wasserwerker stehlen Schmuck

Friesland/Wilhelmshaven (16. 10. 2023) – Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland warnt vor Betrügern, die sich als Wasserwerker ausgeben. Zu entsprechen Fällen kam es am Dienstag gegen 13 Uhr in der Flutstraße in Wilhelmshaven und gegen 14 Uhr in der Breslauer Straße in Varel. Zwischen den Fällen könnte ein Zusammenhang bestehen.

In beiden Fällen hat sich laut Schilderung der Betroffenen ein unbekannter Mann als Wasserwerker ausgegeben und sich Zutritt zur Wohnung verschafft. Während die Wohnungsinhaber abgelenkt waren, habe sich eine zweite Person in die Wohnung geschlichen und Schmuck entwendet. Anschließend seien die Täter mit einem dritten unbekannten Mann in unbekannte Richtung geflüchtet. 

Die Polizei warnt dringend davor, Unbekannten Zutritt zur Wohnung zu gewähren. Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu den Taten am Dienstag geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. 

Endabrechnung erst in 2025: Neue Leitung für „Thalasso Meeres Spa“

Thalasso
Unabhängig von allen Schwierigkeiten in der Startphase: Bei den Nutzern kommt das neue „Thalasso Meeres Spa“ in Horumersiel offenbar gut an. Foto: WTG

Horumersiel (16. 10. 2024) – Das „Thalasso Meeres Spa“ steht unter neuer Leitung. Wie die Wangerland Touristik GmbH (WTG) mitgeteilt hat, übernimmt ab sofort Gesine Ponto die Verantwortung für den neuen Gesundheitstempel in Horumersiel. Die neue Leiterin und die Gründe für die Neubesetzung will die WTG auf einer Pressekonferenz am Freitag erläutern.

Die bisherige Thalasso-Leitung Ulrike Fahrner und die WTG haben sich getrennt. Dem Vernehmen nach sind auch einige Arbeitsverträge von Mitarbeitern nach der Probezeit nicht verlängert worden. Wie WTG-Geschäftsführer Armin Kanning gegenüber „Hooksiel-Life“ bestätigte, suche man aktuell wieder nach Personal, auch nach Teilzeit-Fachkräften, um die Spa-Angebote kontinuierlich optimal präsentieren zu können.

Noch stehen Rechnungen aus

Das „Thalasso Meeres Spa“ war im Juni, zwei Jahre später als ursprünglich geplant, eröffnet worden. Nach Corona-Pandemie, Energie- und Baupreisexplosion als Folge des Ukraine-Krieges waren die Baukosten von zunächst veranschlagten 8,3 über 17 auf zuletzt angenommene 23 Millionen Euro geklettert. Ob das der Endpreis sein wird, ist ungewiss. „Die Endabrechnungen für eine ganze Reihe von Gewerken liegt noch nicht vor“, so Kanning. Der WTG-Geschäftsführer erwartet den Bericht des von der Gemeinde Wangerland bestellten Sachverständigen, der den Bauablauf und die Rechnungsstellungen prüfen soll, voraussichtlich erst im ersten Quartal 2025. Im Rathaus hatte man gehofft, dass die Zahlen bereits in diesem Herbst vorliegen.

Unabhängig von der missglückten Startphase (kurz nach der Eröffnung musste das „Thalasso Meeres Spa“ wegen einer Keimbelastung im Trinkwasser wieder einige Wochen schließen) kämen Optik, Einrichtung sowie die Wellness- und Gesundheitsangebot offenbar gut an. Das zumindest ist der Eindruck von Kanning, der selbst in der Rezeption mitgearbeitet hat, um einen unmittelbaren Eindruck von den Reaktionen der ersten Nutzer zu bekommen. 

Gute Nachfrage nach Anwendungen

Aktuell komme man auf rund 20 Personen mit zum Teil mehreren Anwendungen am Tag. Damit sei man auf einem guten Weg, das für die Startphase angepeilte Ziel von täglich 30 Patienten zu erreichen. Ende Oktober endet die so genannte „Soft-Opening-Phase“.

Eine weitere gute Botschaft: Die WTG kann darauf hoffen, einen Großteil der 350.000 Euro zurück zu bekommen, die Betrüger durch einen Rechnungsbetrug ergaunert hatten. Den Tätern war es gelungen, die entsprechende Überweisung der WTG auf ein von ihnen kontrolliertes Konto umzuleiten. Die Staatsanwaltschaft München habe das Konto, auf das offenbar das Geld von mehreren Geschädigten geflossen sei, gesichert. Trotz einiger Abbuchungen sei ein Großteil des Geldes noch vorhanden. Derzeit würden die Berechnungen laufen, wie hoch die Rückzahlungen an die einzelnen Geschädigten ausfallen. Bei der WTG hofft man mindestens auf eine sechsstellige Summe. 

Schäfermeier sucht als EU-Gemeinderat Fördertöpfe fürs Wangerland

EU-Gemeindert Dieter Schäfermeiser
Will als „EU-Gemeinderat“ die Region stärker auf EU-Ebene sichtbar machen: Der Hooksieler Ratsherr Dieter Schäfermeier. Fotos: privat

Hooksiel (15. 10. 2024) – Das Wangerland ist ein Teil von Europa. Was sich so selbstverständlich anhört, gerät im Alltag oft in Vergessenheit. In beiderlei Richtungen. Kaum ein Bürger weiß so genau, wie die Institutionen der Europäischen Union funktionieren, wofür die EU eigentlich zuständig ist und wobei sie helfen kann. Umgekehrt dürfte in Brüssel kaum ein Entscheider je etwas mit der Gemeinde Wangerland zu tun gehabt haben – ausgenommen Ursula von der Leyen. Die Präsidentin der EU-Kommission kommt bekanntlich aus Niedersachsen und war hier auch als Landesministerin tätig.

Pro-Wangerland-Ratsherr Dieter Schäfermeier will dafür sorgen, dass das Wangerland und die EU sich näher kommen. Die Plattform dafür ist für ihn das von der EU im vergangenen Jahr aufgelegte BELC-Programm (Building Europe with Local Councillers). „Damals wurden alle Kommunen in Deutschland angeschrieben und gefragt, ob es ein Ratsmitglied gibt, das in dem Gremium aufgenommen werden möchte“, schildert der Hooksieler gegenüber „Hooksiel-Life“. Da sich sonst niemand gemeldet habe, habe er die Aufgabe übernommen.

Und tatsächlich. Im Januar wurden alle BELC-Mitglieder aus Deutschland zu einem Kennenlern-Treffen nach Brüssel eingeladen. Im vergangenen Monat haben sich dann die 30 deutschen „EU-Gemeinderäte“ und die deutschen Mitarbeiter der Initiative „Europe Direct“ (ED) in Leipzig getroffen. Aus dem Nordwesten waren neben Schäfermeier Kommunalpolitiker aus Aurich, Oldenburg, Bremen und der Wesermarsch dabei. In Europa gibt es ein Netzwerk von 438 ED-Zentren, in denen Mitarbeiter Bürgern zu allen Fragen rund um die EU Rede und Antwort stehen. Das nahegelegenste ist das Europahaus in Aurich.

Vor wenigen Tagen hat die EU in Brüssel die „Week of Regions“, die Woche der Regionen, veranstaltet, zu der aus allen Mitgliedsstaaten jeweils ein europäischer Gemeinderat sowie die Gebietsvertreter eingeladen waren. Das Ziel: Sich kennen lernen, Netzwerke aufbauen und spannende Vorträge hören.

Als spannend empfunden hat Schäfermeier auch Vorträge über verschiedene Projekte in Polen, die von der EU finanziell unterstützt werden. Der Hooksieler hat beruflich lange in Danzig gearbeitet. Und wie der Zufall es will, traf er in der EU-Hauptstadt eine alte Bekannte. Die Präsidentin (Oberbürgermeisterin) von Gdansk (Danzig), Aleksandra Dulkiewicz. Sie war als Sprecherin einer Session Gast der „Woche der Regionen“. „Da wir uns kennen, gab es erstmal einen Smalltalk!“

„Es ist schon beeindruckend, wenn Politiker aus dem Baltikum über ihre Lage berichten“, schildert Schäfermeier. Die Länder hätten Angst vor einer russischen Aggression und würden zum Beispiel Brücken abbrechen und Straßen zu dem Nachbarland sperren.

Schäfermeier sieht durchaus Chancen, durch seine neuen EU-Kontakte Gutes fürs Wangerland zu bewirken. „Frau von der Leyen will uns BELC’s jetzt besser einbinden und höherwertig in die EU-Organisation einfügen.“ Dafür nehme die europäische Kommission viel Geld in die Hand. Das Motto: „Local is the new Center“.

Auf seinem Marsch durch die Institutionen hält Schäfermeier Ausschau etwa nach Fördertöpfen für seine Heimatgemeinde. „Es wäre doch nicht schlecht, wenn sich de EU an den Kosten der Aufspülung des Hooksieler Strandes beteiligen würde.“ Schön wäre es aber auch schon, wenn künftig der Informationsfluss zwischen der EU und den Bürgern im Wangerland verbessert würde. Als Einstieg dafür denkt Schäfermeier an Vorträge von Fachleuten aus dem Europahaus in Aurich im Wangerland.

Sanierung günstiger als erwartet: Aber noch viel zu tun an Pakenser Kirche

Gerüst an der Kirche zu Pakens
Das Gerüst an der Pakers Kirche wurde pünktlich Ende September abgebaut. Die Sanierung der Außenhaut des mittelalterlichen Gotteshauses ist abgeschlossen. Archiv-Foto: hol

Hooksiel (15. 10. 2024) – Die Sanierung der Kirche zum Heiligen Kreuz in Pakens ist abgeschlossen. Zumindest der erste Teil. Wie Architekt Artur Saathoff am Montagabend vor dem Männerkreis der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland sagte, müssten in einem zweiten Schritt weitere Maßnahmen folgen, um die Luftfeuchtigkeit im Inneren des mittelalterlichen Gotteshauses zu senken. 

Das dürfte nicht einfach werden. Der Granitbau habe kaum Lüftungsmöglichkeiten, sagte Saathoff. Die Eingangstür und ein kleines Kipp-Fenster reichten nicht aus, um einen ordentlichen Durchzug zu erzeugen. Dafür wären weitere Öffnungen erforderlich.

Opferputz und Sumpfkalk

Genau untersucht werden müssten auch die Sanierungsoptionen für die durch Feuchtigkeit und Salpeter geschädigten Innenwände. Eine Möglichkeit: Die schadhaften Stellen beseitigen und eine neue, etwa zwei Zentimeter dicke Schicht „Opferputz“ auftragen, der die aus dem Mauerwerk austretende Feuchtigkeit aufnehmen kann, aber alle drei bis fünf Jahre erneuert werden müsste. Eine andere Möglichkeit: Das regelmäßige Streichen der Wände mit atmungsaktivem Sumpfkalk, um Schimmelbildung und Bakterienansammlungen zu verhindern.

Details der Innensanierung wären in einem Vor-Gutachten zu klären. Den Anstoß dafür müsste der Oberkirchenrat in Oldenburg geben. Artur Saathoff, Mitarbeiter eines Oldenburger Architekturbüros und Spezialist für denkmalgeschützte Gebäude, wird diese Studie wohl nicht mehr erstellen. Er geht Ende des Monats in Ruhestand.

„Die Sanierung der Außenhaut der Pakenser Kirche war mein letztes Projekt“, sagte Saathoff, der in der Region bereits an den Kirchen in Waddewarden, Tettens, Wiarden, Minsen und Fedderwarden gearbeitet hat. „Es war ein schönes Projekt“, betone der Architekt vor rund 20 Interessierten im Walter-Spitta-Haus. Das habe an der guten Zusammenarbeit mit den beteiligten Firmen, aber auch an der problemlosen Kommunikation mit dem Gemeindekirchenrat vor Ort gelegen. Beteiligt waren hier neben Pastor Stefan Grünefeld die Gemeinderäte Lübbo Meppen und Herbert Ulfers.

Schäden geringer als erwartet

An der Sanierung seien neben der Gerüstbaufirma Maurer, Maler und Schlosser beteiligt gewesen. Die Arbeiten wurden fristgerecht vom 15. Juli bis zum 30. September erledigt. Im Vorfeld hatte Saathoff die Kosten für die Beseitigung der Schäden an den insgesamt 63 Mauerankern, an den Fugen der Granitquadern- und Klinkerwände sowie der Fenster- und Fensterlaibungen mit 146.000 Euro veranschlagt. Tatsächlich, so räumte der Architekt ein, hätten aber weniger Anker ausgetauscht und weniger Fugen per Hand erneuert werden müssen. „Wir haben 20.000 Euro weniger verbraucht.“

Das gesparte Geld kann die Oldenburgische Landeskirche in Zeiten von zurückgehenden Mitgliederzahlen und hohem Investitionsbedarf in ihren Gebäuden gut gebrauchen. Allein für das Ziel, den Bedarf an Strom und Wärme bis 2024 weitgehend klimaneutral zu decken, muss für Dämmungen, Photovoltaik und Wärmepumpen viel Geld in die Hand genommen werden – und das vor dem Hintergrund sinkender Einnahmen.

Gebäudebestand auf dem Prüfstand

Erst vor wenigen Tagen hat die Landeskirche alle Kirchengemeinden aufgefordert, ihren Gebäudebestand kritisch auf den Prüfstand zu stellen. Nach aktuellem Stand sollen die sakralen Gebäude erhalten werden, sagte Pastor Grünefeld. Die Frage, die sich stellt: Sind wirklich alle Pfarr- und Gemeindehäuser erforderlich?

Im Wangerland gibt es nur noch rund 4600 evangelische Christen, aber 12 Kirchen, 13 Friedhöfe sowie etliche Gemeinde- und Pfarrhäuser. Es sei verständlich, dass niemand ein Gebäude in seinem Dorf aufgeben möchte. Aber, so die Prognose von Grünefeld: „Wir werden enger zusammenrücken müssen.“