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Hallenbad und Roter Sand: Seebadeverein gibt Hoffnung nicht auf

Hooksiel (26. 11. 2025) – Der Seebadeverein hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Leuchtturm „Roter Sand“ doch noch seinen Ruhesitz in Hooksiel erhält. Wolfgang Ademes, Sprecher des Kompetenzteams, das sich um das Denkmal kümmert, zeigte sich beim „Gäste- und Bürgersnak“ des Vereins am Dienstag zuversichtlich. „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben.“

Der Seebadeverein Hooksiel will sich weiter darum bemühen, dass der Leuchtturm „Roter Sand“ nach Hooksiel kommt. Foto: Jan-Eike Doyen

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) will bekanntlich den Turm von See an Land versetzten, um ihn vor Sturm, Strömung und Korrosion zu schützen. Ein Mitteilung der Stiftung, wonach Bremerhaven als einer der vier Bewerber als Standort nicht in Frage kommt und man sich jetzt bei der weiteren Planung auf Wilhelmshaven und Fedderwardersiel konzentrieren wolle, war von zahlreichen Medien so interpretiert worden, dass auch Hooksiel aus dem Rennen sei.

„Runder Tisch“ zu offenen Fragen

Ademes bestätigte, dass die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Bedenken gegen den Platz auf dem Deich am Außenhafen angemeldet hat. Welche Vorbehalte das aber genau sind und ob man die Gründe dafür gegebenenfalls ausräumen kann, wisse man nicht, so Ademes. 

Entsprechende Fragen sollen jetzt an einem „Runden Tisch“ geklärt werden. Ihre Teilnahme daran hätten neben der Gemeinde Wangerland und dem Kompetenzteam des Seebadevereins die Denkmal-Stiftung, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und Frieslands Landrat Sven Ambrosy zugesagt. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Anne Janssen versuche zudem im Bundesverkehrsministerium um Zustimmung für Hooksiel zu werben. Denkbar sei, so Ademes, dass Hooksiel erneut ins Rennen kommt, wenn es auch für Wilhelmshaven und Fedderwardersiel Ausschlussgründe gibt. 

„Rost guckt aus den Flanschen“

Als weiteres Projekt will sich ein Kompetenzteam des Verein jetzt um die Zukunft des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel kümmern. Das von der insolventen Wangerland Touristik GmbH betriebene Bad steht derzeit zum Verkauf. Im Rahmen eines Interessen-Bekundungsverfahrens hatten sich mehrere Interessenten gemeldet. Das anschließende Angebotsverfahren soll bis Anfang Dezember laufen.

Ademes geht davon aus, dass es rund um das Bad noch so viele offene Fragen gibt, dass es kurzfristig zu keinem Verkauf kommen wird. Da sei der noch anhängige Rechtsstreit mit dem Restaurant-Pächter. Völlig unklar seien zudem die Abrisskosten für das Bad, die sich – je nach Schadstoffbelastung – zwischen einer und über zehn Millionen Euro bewegen könnten. Sein Eindruck nach einer Besichtigung des Bades: „Ekelig, angeranzt – da guckt der Rost aus den Flanschen.“ Auf jeden Fall sei eine Totalsanierung erforderlich.

Viele Mitglieder des Seebadevereins Hooksiel würden gern ein Hallenbad in Hooksiel erhalten. Foto: privat

Das Schlimmste aber, was passieren könnte, wäre, so Ademes, dass ein Investor auf der Grundlage ungesicherter Informationen den Zuschlag für das Bad und das umgebende Grundstück bekomme, der Abriss dann aber nicht voran gehe. Auch stellt sich aus Sicht des Seebadevereins die Frage, ob Hooksiel auf dem Gelände wirklich ein 800-Betten-Hotel oder ein Ferienwohnungs-Komplex wolle. Sollten entsprechende Großinvestitionen nicht funktionieren, würden sie ohnehin der Gemeinde wieder vor die Füße fallen.

Schulschwimmen im Thalassa-Zentrum

Der Hooksieler Ratsherr Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) hielt dem entgegen, dass die WTG ein privates Unternehmen sei. Der Verkauf des Bades sei Teil des Sanierungsplans im Rahmen der Insolvenz in Eigenregie, über den der Gläubigerausschuss entscheide. Die Gemeinde habe darauf keinen Einfluss mehr. Im Gegenteil. Wenn die Gemeinde das inzwischen geschlossene Bad von ihrem Tochterunternehmen übernehmen wolle, müsse auch sie dafür 2,7 Millionen Euro zahlen. Er sei froh, so Schäfermeier, dass sich zumindest fürs Schulschwimmen eine Perspektive zeige. Die Kinder sollen das Schwimmbad im Thalasso-Zentrum in Horumersiel nutzen.

Der Seebadeverein setzt auf Zeitgewinn, um die Substanz des Gebäudes genau erkunden und möglicherweise mit Partnern ein neues Betreiber- und Nutzungskonzept erarbeiten zu können. Ziel sei es, ein Schwimmbad für Hooksiel zu erhalten. 

Geschenk an die Hooksieler?

Eine Chance dafür könnte sich eröffnen, wenn sich herausstellt, dass die Gemeinde Wangerland das Meerwasser-Hallenwellenbad niemals an ihre Tochter WTG hätte verschenken dürfen. Dann müsste es zurückgegeben werden. Gerüchte wollen wissen, so Schäfermeier, dass das von Geldern der Industrie gebaute, 42 Jahre alte Bad ausdrücklich ein Geschenk des Landes Niedersachsen an „die Hooksieler“ gewesen sei. Nach Belegen für dieses Gerücht wollen Schäfermeier und Ademes jetzt in Zeitungsarchiven forschen. 

Ademes gibt die Hoffnung auf den „Roten Sand“ noch nicht auf

Hooksiel (14. 11. 2025) – Die Idee ist charmant: Der traditionsreiche Leuchtturm „Roter Sand“ könnte eine Touristenmagnet für Hooksiel werden. Heute hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) diesen Überlegungen mit Verweis auf Bedenken der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) eine Absage erteilt. Der Außenhafen Hooksiel ist als Standort für das noch in der Nordsee stehende Denkmal damit wohl aus dem Rennen. Oder doch noch nicht?

Wellen und Strömung nagen an dem unter Denkmalschutz stehenden Leuchtturm „Roter Sand“. An Land könnte zumindest der Turmschaft dauerhaft erhalten bleiben. Foto: Jan-Eike Doyen

Zumindest Wolfgang Ademes, 2. Vorsitzender des Seebadevereins Hooksiel und geistiger Vater der Idee, dem unter Denkmalschutz stehenden Turm aus der Nordsee nach Hooksiel zu holen, will sich noch nicht geschlagen geben. „Wir haben von der Stiftung noch keine Absage erhalten. Insofern ist Hooksiel auch noch nicht raus.“

Neuer Standort hinterm Deich

Die Vorbehalte der WSV gegen den Standort direkt am Hooksieler Deich sind bekannt. Angeblich stünde der Turm dort zu dicht am tiefen Fahrwasser der Jade. „Aber“, so Ademes „wir können den Turm auch ein Stück vom Deich zurücknehmend und auf den Parkplatz auf der anderen Seite der Bäderstraße stellen.“

Heute früh hatte die DSD eine Mitteilung verbreitet, die von vielen Medien und auch von Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak als Aus für Hooksiel gewertet wurde. Szlezak zeigte sich in einer ersten Reaktion „enttäuscht“. „Wir hätten uns sehr gewünscht, den Turm in unserer Gemeinde aufzunehmen. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und einen überzeugenden Standort vorgeschlagen.“ Bei ihrer Bewerbung war die Gemeinde von allen Bürgermeistern des Landkreises Friesland unterstützt worden.

Bürgermeister enttäuscht

Szlezak hatte das Projekt zusammen mit Ademes und Wolf Hegemann vom Seebadeverein Hooksiel maßgeblich vorangetrieben. „Wenn die Entscheidung jetzt anders ausfällt, respektieren wir das.“ Aber man bleibe offen für weitere Gespräche. Ausdrücklich lobt der Bürgermeister das ehrenamtliche Engagement seiner Mitstreiter. 

Ademes (auf dem Foto links zusammen mit Wolf Hegemann) hatte erst kürzlich ausgeführt, dass Hooksiel der einzige der vier Bewerber sei, der alle Standortanforderungen der DSD erfüllt. Logistisch wäre die Versetzung des Turms möglich – und der Gemeinde Wangerland entstünden nach seiner Überzeugung keine Kosten.

Wie die DSD mitteilte, sei die Bewertung der Standortvorschläge zur Versetzung des Leuchtturms „Roter Sand“ weitgehend abgeschlossen. Ursprünglich waren Bremerhaven, Wilhelmshaven, Fedderwardersiel und Hooksiel im Rennen. Das Aus für Bremerhaven war bereits vor einigen Tagen verkündet worden. Nach der Prüfung denkmalpflegerischer, genehmigungsrechtlicher und technischer Kriterien und nach Abwägung aller Argumente werde man sein weiteres Vorgehen auf die Standorte Fedderwardersiel und Wilhelmshaven konzentrieren, heißt von Seiten der Stiftung. 

Bedenken von Wasserstraßen- und Schifffahtsverwaltung

Warum nicht mehr auf Hooksiel? Bremerhaven sei ausgeschieden, weil die zuständigen Wasserstraßen- und Naturschutzbehörden die erforderlichen Genehmigungen nicht erteilt hätten, insbesondere weil eine Verwechselungsgefahr mit aktiven Seezeichen bestehe. Und auch für den Standort Hooksiel seien seitens des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes erhebliche Bedenken geäußert worden. Die Antwort auf die Nachfrage von „Hooksiel-life“, ob das bedeute, dass Hooksiel jetzt ganz aus dem Standort-Rennen raus sei. Pressesprecher Thomas Mertz: „Ganz aus dem Rennen würde ich nicht sagen …“.

Wie genau die Bedenken der WSV aktuell aussehen, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Das kritisiert auch Ademes: „Wie soll man Bedenken ausräumen, die man im Detail nicht kennt?“ Schon vor Monaten hatten WSV-Vertreter die Ansicht vertreten, dass in Hooksiel die Gefahr bestehe, dass der „Rote Sand“ mit anderen Seezeichen verwechselt werden könnte. Zudem würde der Turm andere Richtfeuer verdecken. Vertreter der Lotsenbrüderschaft Weser II/Jade hatten diese Befürchtungen allerdings als unbegründet zurückgewiesen. Als nicht beleuchtete Landmarke würde der Turm niemanden irritieren, ist auch Ademes überzeugt. 

Prüfungen gehen weiter

Die Entscheidung über den neuen Standort trifft die DSD gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und dem Landesamt für Denkmalpflege Niedersachsen. Dabei gehe es derzeit noch nicht um Details zur technischen Umsetzung wie die Logistik des Umzugs und die Erlangung des Baurechts. Die würde erst im laufenden Bauantragsverfahren geprüft.

Klar ist aus Sicht der DSD aber: Die sich verändernden Verhältnisse von Strömung und Meeresboden, der Klimawandel und neuere Erkenntnisse zur Standsicherheit machen den Erhalt des Denkmals in der Nordsee laut gutachterlichen Aussagen zunehmend unmöglich. „Die dauerhafte und angemessene Bewahrung des Leuchtturms am jetzigen Standort ist daher nach gewissenhafter Prüfung nicht mehr gewährleistet.“ 

Die Umsetzung an Land sei notwendig, um zumindest den Turmschaft langfristig zu erhalten und weiterhin öffentlich zugänglich zu machen. Der Leuchtturm „Roter Sand“ wurde 1885 errichtet und gilt als technisches Meisterwerk der Ingenieurbaukunst. Er steht seit 1987 unter Denkmalschutz und ist ein bedeutendes Symbol maritimer Geschichte.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde im Laufe des Tages aktualisiert.

„Roter Sand“ soll Touristen-Magnet für Hooksiel werden

Hooksiel (24. 9. 2025) – Der Leuchtturm „Roter Sand“ kann kommen. Jedenfalls wenn es nach Wolfgang Ademes und dem vierköpfigen Kompetenzteam geht, dem neben Ademes und Wolf Hegemann vom Seebadeverein Hooksiel auch Bürgermeister Mario Szlezak und Bauamtsleiter Torsten Meuer von der Gemeinde Wangerland angehören.

So stellen sich die Fachleute den Transport des Leuchtturmes „Roter Sand“ nach Hooksiel vor. Repro: hol

Die Gruppe hatte sich gebildet, nachdem die Gemeinde Wangerland sich vor anderthalb Jahren als möglicher Standort für den unter Denkmalschutz stehenden Leuchtturm ins Gespräch gebracht hatte. Das Seezeichen rottet in der Wesermündung vor sich hin. Sein Eigentümer, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, will den „Roten Sand“ für die Nachwelt retten und sucht für das Bauwerk einen Standort an Land. Neben Hooksiel sind noch Wilhelmshaven, Fedderwardersiel und Bremerhaven im Rennen.

Kein Geld von der Gemeinde

„Wir sind die einzigen, die alle Anforderungen erfüllen können“, sagte Ademes am Donnerstagabend beim Bürger- und Gästesnak des Seebadevereins im Gästehaus Hooksiel. Ziel sei es, mit dem bekannten Bauwerk einen Magneten für Touristen ins Wangerland zu holen. Geld der Gemeinde werde dafür aber nicht fließen, versicherte Bürgermeister Szlezak.

Muss auch nicht, wie Ademes beteuerte. Der Leuchtturm gehöre heute und auch künftig dem Bund. Die als Standort ins Auge gefasste Fläche am Ende des oberen Parkplatzes am Außenhafen sei im Besitz des Landes Niedersachsen. Hier würde ein standsicheres Fundament gebaut werden, auf dem das 35 Meter hohe und 190 Tonnen schwere Bauwerk seinen Platz finden kann. Geplant seien zudem Nebengebäude – etwa für die Eingangskontrolle, eine kleine Gastronomie und vielleicht für ein maritimes Museum. Getragen werden soll der laufende Betrieb von einem Verein oder einer Stiftung.

Transport mit Schwimmkran

Und wie käme der Koloss nach Hooksiel? Aus logistischer Sicht kein Problem, sagte Ademes. Der Leuchtturm wird auf See oberhalb des Fundamentes abgetrennt, in ein stabiles Gestell eingerahmt und dann senkrecht an einem Haken von einem riesigen Schwimmkran bis zum Hooksieler Außenhafen transportiert. Von dort würde ein Schwerlasttransporter den Turm die 250 Meter bis zu seinem neuen Standort bringen. In kleinere Teile zerlegen könne man den Leuchtturm nicht, da er im 19. Jahrhundert aus einem Stahl gebaut wurde, den man nicht schweißen kann.

Ademes (Archiv-Foto) ist zuversichtlich, dass Hooksiel den Zuschlag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bekommt. „Wir haben alle Behörden auf unserer Seite, bis auf die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung“, sagte der 2. Vorsitzende des Seebadevereins. „Aber die überzeugen wir auch noch.“ Die WSV befürchtet, dass der Standort das ehemaligen Seezeichens direkt an der Jade die Schifffahrt irritieren könnte. 

Das Projekt „Roter Sand“ ist eines von fünf Themen, zu dem sich im Seebadeverein nach dem Auftakt-Workshop vor vier Wochen Arbeitsgruppen gebildet haben. Neben dem Leuchtturm beschäftigen sich Ehrenamtliche mit Fragen im Umfeld von Tourismus, Infrastruktur, Erscheinungsbild des Ortes Hooksiel und des Alten Hafens. Wie Schriftführer Thomas Leimkühler sagte, hätten sich für alle Kompetenzteams inzwischen „Lotsen“ gefunden, die die inhaltliche Arbeit ordnen und vorantreiben wollen. Weitere Mitstreiter sind willkommen.

Ergebnisse der Teamarbeit sollen dann jeweils beim Bürger- und Gästesnak vorgestellt werden, zu dem alle Interessierten jeden vierten Dienstag im Monat eingeladen sind. Der nächste Termin: Dienstag, 28. Oktober, 18 Uhr im Gästehaus. 

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