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Hallenwellenbad in Hooksiel kann Ende März wieder geöffnet werden

Timo Jakobs und Ole Warrings im Hallenwellenbad
Bei der Revision im Meerwasser-Hallenwellenbad in Hooksiel kommt alles auf den Prüfstand. Timo Jakobs (links) und Ole Warrings überprüfen einen Druckgehälter im Keller des Bades. Fotos: hol

Hooksiel (20.1.2023) – Die Wahrscheinlichkeit, dass das Hooksieler Meerwasser-Hallenwellenbad wieder für den Badebetrieb geöffnet wird, ist deutlich gestiegen. Nach den Worten von Armin Kanning, Geschäftsführer der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG), hat sich bei den laufende Revisionsarbeiten im Bad gezeigt, dass die von Gutachtern im Vorfeld festgestellten Mängel in dem Bad nicht so gravierend sind wie befürchtet.

Die WTG hatte ihre beiden Hallenbäder in Horumersiel und Hooksiel Mitte November geschlossen. Hauptgrund: die explodierenden Energiepreise. In Hooksiel hatte diese Entscheidung die Debatte über die Zukunft des 40 Jahre alten Bades befeuert. Gutachter hatten eine Fälle von Mängeln festgestellt, deren Beseitigung einen zweistelligen Millionenbetrag kosten oder gar den Weiterbetrieb des Bades in Frage stellen könnten. 

Allerdings hatte das Fachbüro eingeräumt, dass man die Tragweite der befürchteten Schäden ohne weitergehende Untersuchungen nicht abschätzen könne. Eine gute Botschaft, die Kanning bei einer Ortsbegehung mit „Hooksiel-life“ verkündete: „Die Schäden an den tragenden Elementen der Hallenbad-Konstruktion sind behebbar. Eine Einsturzgefahr besteht nicht.“

Einige erkennbare Risse in der Leimbinder-Konstruktion können saniert werden. Ebenso habe sich gezeigt, dass der erkennbare Rost an Verschraubungen von tragenden Holzbalken keine tieferliegenden Ursachen hat. Kanning: „Da waren wir wirklich positiv überrascht.“ 

Mitarbeiter der WTG haben die Farbbeschichtungen auf den Pfählen entfernt. Erkennbar werden rostige Schrauben, aber auch im Kern intakte Balken. Mit überschaubarem Aufwand, so Kanning, könne auch die Trinkwasser-Aufbereitungsanlage auf den technisch aktuellen Stand gebracht werden. Die Gutachter hatten bemängelt, dass die Vorlauftemperatur der Duschen in der Regel nur bei 40 und nicht permanent bei 60 Grad lag. 

Armin Kanning

„Es gibt nach unserer Überzeugung Stand heute keine Mängel, die eine umgehende Schließung des Bades erforderlich machen“, sagte Kanning (links im Bild). „Wenn die Energiepreis-Entwicklung es zulässt, können wir das Bad Ende März wieder öffnen.“ Damit seien aber keineswegs alle der altersbedingten Mängel des Bades vor Tisch. „Aber wir, vor allem auch die Politik im Rathaus, gewinnen Zeit, uns genau zu überlegen, wie es mit dem Bad auf Dauer weitergehen soll.“

Einen wichtigen Fingerzeig könnte dabei das laufende Interessen-Bekundungsverfahren für eine Beteiligung von privaten Investoren am Betrieb (und an der Sanierung) des Hooksieler Bades geben. Noch bis zum 8. Februar können Investoren ihre Interesse signalisieren. Bislang habe rund ein Dutzend potenzieller Bewerber die entsprechenden Unterlangen gesichtet.

Die Schließzeit wird nicht nur zur Schadens-Begutachtung genutzt. Die im Bad tätigen WTG-Mitarbeiter haben derzeit alle Hände mit der Revision zu tun, einer Art TÜV fürs Bad. Wie die Schwimmmeister Tim Tjarks und Timo Jakobs erläutern, wurden dafür das Meerwasser aus dem Bad abgelassen. Immerhin gut eine Million Liter. „Allein das hat fünf Tage gedauert, damit der Druckabfall aufgefangen werden kann“, so Tjarks. Das Wiederbefüllen des Bades über eine zwei Kilometer lange Leitung mit Wasser direkt aus der Nordsee werde sogar noch deutlich länger dauern. 

Das Schwimmbecken selbst ist in einem guten Zustand. Sämtliche Fliesen sind fest, einige wenige Fugen müssen ausgebessert werden. Sämtliche Armaturen im Sanitärbereich sind demontiert. Beschädigte Teile werden ausgetauscht. Ein Hochdruckreiniger bringt neuen Glanz in die Umkleide- und Duschräume. Putzkolonnen bekämpfen Salzrückstände. 

Technischer wird es in den Katakomben unterhalb des Schwimmbeckens. Hier befinden sich die Filter, Pumpen, Aufstaubehälter und Energieaggregate, die den Badebetrieb mit regelmäßigen Wellengängen erst möglich machen. Der Gesamteindruck auch hier, zumindest für den Laien: mehr als ordentlich. 

WTG-Mitarbeiter sorgen mit Rostumwandler und Malerrolle für frische Anstriche. Einige angegriffene Leitungen wurden durch neue ersetzt. Ein Schwerpunkt der Revision ist die Erneuerung der Filteranlagen, die neues Filtermaterial bestückt werden – von gröberem über feineren Sand bis hin zu Aktivkohle. Damit aus dem Badewasser Schmutz jeder Art entfernt wird, muss in den den Filterbehältern eine vierstellige Zahl von Düsen ausgebaut, gereinigt und wieder installiert werden. 

Insgesamt sind an den Arbeiten rund zehn WTG-Mitarbeiter beteiligt – vom Kassenpersonal bis zu Putzkräften, von Technikern bis zu Schwimmmeistern . Darüber hinaus werden bei Bedarf externe Fachbetriebe hinzugezogen. Insgesamt dürfte allein die Revision einen sechsstelligen Betrag kosten. Schon deshalb ist für Tim Tjarks und Timo Jakobs klar: „Wir tun hier als gesamtes Team alles dafür, dass unser Bad bald wieder geöffnet werden kann.“

Klima-Hilfe in vielen kleinen Schritten – damit die Urlauber nicht weglaufen

Anna Goldenstein
Arbeitet an Konzepten, die die Urlaubsorte im Wangerland und in der ganzen Region nachhaltig stärken sollen: WTG-Managerin Anna Goldenstein. Foto: hol

Hooksiel/Wangerland (5.1.2023) – Achtung, Bäckerei-Filialisten! Wenn in den nächsten Tagen eine Kundin ihren Laden betritt und „einem Kaffee zum Mitnehmen!“ bestellt, lassen Sie die Einwegplastik-Becker am besten gleich stecken. Die junge Frau würde Sie ohnehin nach einem ordentlichen Trinkgefäß fragen, das Sie laut der seit Beginn dieses Jahres geltenden „Mehrweg-Angebotspflicht“ vorhalten müssen.

Mein Ratschlag: Diskutieren Sie nicht. Die junge Frau hat Recht und sie hat jede Menge Ahnung. Sie heißt Anna Goldenstein und ist seit einigen Monaten Nachhaltigkeitsbeauftragte der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH. 

Der Kaffee, den die WTG an ihre eigenen Gäste ausschenkt, ist fair gehandelt, damit auch Kleinbauern etwas davon haben, die in Peru, Honduras oder Brasilien die Kaffeeplantagen betreiben. Die Vermeidung und Trennung von Müll gehört bei dem Touristikunternehmen ebenso zum guten Ton, wie der sparsame Papierverbrauch – frei nach dem Motto: Weniger Drucker = weniger Ausdrucke!

Energieeffizienz im Büro, die Installation von LED-Leuchten und natürlich auch der Verzicht auf unnötige Autofahrten. Wo immer es geht sollen (und wollen) die WTG-Mitarbeiter kürzere Strecken statt mit dem Auto mit dem Rad oder zu Fuß zurücklegen, sagt Anna Goldenstein. Und noch eine weise Entscheidung hat sie schon auf den Weg geraucht: Die Abschaffung von Zigaretten-Automaten am Strand. Weggeworfene Zigaretten-Kippen verdrecken die Strände und bedrohen das Meer. 

Für die 25-Jährige, die an der Jadehochschule Wilhelmshaven Wirtschaft studiert hat, stehen beim Tausendsassa-Begriff Nachhaltigkeit vor allem die ökologischen, ökonomischen und die sozialen Aspekte im Vordergrund. Firmenintern setzt sie auf sanfte Überzeugungskraft. So wie beim „Schritte-Wettbewerb“ unter den Kollegen. Wer am Tag wie viel Schritte zurücklegt, ist nicht nur unter gesundheitlichen Aspekten von Bedeutung, sondern auch klimarelevant – wenn das Auto dafür einmal stehen bleibt. Und so ein Wettbewerb kann auch noch Spaß machen …

Larissa Strangmann, Marketingchefin der WTG, ist davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit für den Tourismus am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zunehmend wichtig wird. Immer mehr Menschen wollen im Einklang mit Natur- und Klimaschutz ihren Urlaub genießen. Da hätte auch die überragend positive Reaktion auf die Premiere des „Deichleuchtens“ zu Silvester (Fackeln statt Böller und Raketen) gezeigt. 

Insofern kümmert sich Anna Goldenstein neben dem Müll der Kollegen auch um die Nachhaltigkeit im Großen – um Konzepte für die ganze Destination, nicht nur bei der WTG, sondern auch bei den Leistungsanbietern wie Hoteliers, Vermieter, Restaurants etc. Zunächst wolle man den Status-Quo feststellen. Wo steht das Wangerland eigentlich, auch im Vergleich zu anderen Destinationen an der Nord- und Ostseeküste? „Und dann kommt die Frage: Wohin soll die Reise gehen? Was wollen die Gäste?“, beschreibt die Jung-Managerin ihren Weg. 

Ein Thema sei dabei die Ladeinfrastruktur für Elektroautos und -räder. Oder auch die Verbesserung der Radwege, die nicht alle die erforderlich Breite für die Begegnung von Fahrrädern mit Kinderanhängern oder etwa Lastenrädern haben.Weitere Hinweise auf Verbesserungsbedarfe erhofft sich die 25-Jährige von den Leistungserbringern, die ihr Ohr direkt an den Urlaubsgästen haben. Darüber hinaus sieht sie sich gut vernetzt in interkommunalen Arbeitsrunden, die allesamt an diesen Fragestellungen arbeiten. 

Ein ganz eigenes Thema, für das Anna Goldenstein die Kompetenzträgerin der WTG ist: Die Förderfähigkeit von Projekten. Die tatsächlichen Hilfen, die oft über das Ja oder Nein eines Vorhabens entscheiden, sind im Dickicht von Landes- oder Bundesverordnungen nicht immer einfach zu entdecken.

Zurück zur Mehrwegangebotspflicht: Das neue Gesetz betritt natürlich nicht nur Plastik-Kaffeebecher. Es schreibt allen gastronomischen Betrieben, Restaurants und ähnlichen Verkaufsstellen, die Essen oder Getränke außer Haus anbieten, vor, für diese Angebote zumindest eine Mehrweg-Alternative zu „Einwegkunststofflebensmittelverpackungen“ (so präzise formuliert der Gesetzgeber) vorzuhalten; etwa Porzellanbecher oder Essensboxen samt ordentliches Besteck, gern gegen Pfand,aber nicht teurer als die Einweg-Variante. So soll der Berg an Plastikmüll eingedämmt werden, der auch die Meere belastet. Für Anna Goldenstein ist das Gesetz ein Schritt in die richtige Richtung.

Eine Gefahr, dass die neuen Auflagen für Geschäfte oder auch Freiluftveranstalter im Wangerland in Not bringen könnten, sehen die WTG-Managerin nicht. „Es geht auch ganz ohne Einwegplastik, sagen Anna Goldenstein in Larissa Strangmann. „Bester Belegt dafür ist unser Friesen-Festival.“

1000 Fackeln fürs Wangerländer Deichleuchten

Hooksiel/Horumersiel (29.12.2002) – Wer im Wangerland Urlaub macht oder gar hier wohnt, der kennt kein schlechtes Wetter. Höchstens unangemessene Bekleidung. Deshalb findet die Premiere des „Wangerländer Deichleuchtens“ in der Silvesternacht auf auf jeden Fall statt – auch bei Regen.

Die Wangerland Touristik GmbH will mit dieser Veranstaltung am Rande des Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzten. Einheimische und Gäste sollen am Samstag um 24 Uhr auf den Deichen von Hooksiel, Horumersiel und Schillig das neue Jahr stilvoll mit Lichtern, aber ohne Böllerei, begrüßen. Als Leuchtmittel können Windlichter, Öllampen oder auch batteriebetriebene Lichterketten mitgebracht werden. Darüber hinaus gibt die WTG in den Tourist-Informationen in Hooksiel und Horumersiel 1000 Fackeln aus.

Der Zutritt zu den Deichen ist kostenfrei. Treffpunkt in Hooksiel ist der Deichabschnitt in Höhe des Campingplatzes. Hier werden auch Heißgetränke ausgeschenkt. Die Veranstalter bitten die Teilnehmer – ganz im Sinne von Umweltschutz und Nachhaltigkeit -, eigene Tassen oder Becher mitzubringen. Wer am Silvesterabend trotz der dadurch entstehenden Verschmutzungen und Lärmbelastungen Raketen in den Himmel schießen oder Böller zünden möchte, wird gebeten, sich mindestens 500 Meter von den Standorten des „Wangerländer Deichleuchtens“ entfernt zu halten.

Die Organisatoren von der WTG hoffen, dass das „Deichleuchten“ an Silvester zu einer Tradition im Wangerland wird. Diesen Status hat der Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland längst erreicht. Er findet in diesem Jahr am Donnerstag, 5. Januar, im Dorfgemeinschaftshaus in Horumersiel statt. die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr). Neben Bürgermeister Mario Szlezak werden unter anderem Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (Sande) und Frieslands Landrat Sven Ambrosy zu den Bürgerinnen und Bürgern sprechen. Der Eintritt ist frei.