Trotz Kürzungen: Landkreis steht zur Sportförderung und dankt LzO Stiftung

Friesland/Wangerland (23. 3. 2025) – Nach der Kürzung der Sportförderung durch den Landkreis Friesland springt die LzO Stiftung Friesland in die Bresche und schließt die Finanzlücke zumindest zum Teil. In einer Pressemitteilung verkündet Landrat Sven Ambrosy, dass der Stiftungsrat empfohlen habe, dem Kreissportbund eine Fördersumme von insgesamt rund 30.000 Euro für 2025 und 2026 für die Anschaffung von Sportmaterialien für die Sportjugend im Landkreis Friesland in Aussicht zu stellen. Ambrosy: „Diese Unterstützung ermöglicht es, wichtige Anschaffungen und Maßnahmen zur Stärkung des Nachwuchssports umzusetzen.“

Der Landkreis müsse aufgrund seiner angespannten Finanzlage, das Haushaltsdefizit liegt bei rund 40 Millionen Euro, sparen und habe deshalb auch seine Sportförderung zurückfahren. Wie der Vorsitzende des Kreissportbundes Friesland, Kai Lange, kürzlich öffentlich gemacht hatte, sind die Ansätze für Jugend- und Ausbildungsförderung sowie für Zuschüsse für Anschaffungen in den Vereinen um insgesamt über 50.000 Euro verringert worden.

Gemeinsam freuen sich Ambrosy und Lange, dass man jetzt für den Jugendsport eine Kompensation in der Sportförderung gefunden habe. Durch das Geld von der LzO-Stiftung werde es möglich, wichtige Anschaffungen und Maßnahmen zur Stärkung des Nachwuchssports umzusetzen.

Die Unterstützung des Sports habe in Friesland hohe Priorität. Seit 2020 habe der Landkreis für die Jugendförderung insgesamt 150.000 Euro, für die Sportgeräteförderung rund 36.000 Euro und für den Übungsleiterzuschuss 525.000 Euro ausgegeben. 

Und der Kreis gewährt nach den Worten von Ambrosy auch weiterhin Zuschüsse für sportliche Aktivitäten. Im Haushaltsjahr 2025 seien zum Beispiel 123.000 Euro eingeplant – darunter u.a. Zuschüsse für den Kreissportbund Friesland etwa für „BeSS“ (Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote für die Zusammenarbeit zwischen Kitas, Schulen und Sportvereinen), für Übungsleiterförderung sowie für die Förderung von Sportgerätebeschaffungen, Zuschüsse für die Sportschule und Sponsoring, so Ambrosy. 

„Zudem können alle Sportvereine, die Mitglied im Kreissportbund sind, die Sportaußenanlagen sowie Sporthallen des Landkreises kostenfrei nutzen“, so der Landrat. „In vielen Kommunen werden dafür Benutzungsgebühren fällig; nicht so in Sportstätten des Landkreises. Das unterstützt die Sportvereine sehr.“

Gerade im Bereich der Sportstätten investiere der Landkreis viel Geld. Allein seit 2015 habe man rund 25 Millionen Euro für den Neubau und die Sanierung von Sporthallen ausgegeben.

Hooksieler „Agentur am Meer“ als Nationalpark-Partner ausgezeichnet

Agentur am Meer jetzt Nationalpark-Partrner
Der Leiter der Nationalpark-Verwaltung, Peter Südbeck (links), zeichnete eine Reihe von Nationalpark-Partner aus. Für die „Agentur am Meer“ nahm Matthias Suckert (rechts) das Zertifikat entgegen.Foto: NPV

Hooksiel (22. 3. 2025) – Die „Agentur am Meer“ ist ab sofort zertifizierter Partner des Unesco Weltnaturerbe Nationalpark niedersächsisches Wattenmeer. Im Rahmen es kleines Festaktes wurde dem Hooksieler Unternehmen im Wattenmeerhaus in Wilhelmshaven die Partnerschaftsurkunde überreicht. Grundlage der Zertifizierung ist ein umfassendes Bewerbungsverfahren, in dem potenzielle Partner nachweisen müssen, dass sie sich den Zielen des Weltnaturerbes verpflichtet fühlen und über den Partnerverbund den Nationalpark stärken wollen.

Die „Agentur am Meer“ gehört zu den führenden Vermietungsagenturen für Ferienwohnungen im Wangerland. Als sichtbares Zeichen der neue Partnerschaft, so Inhaber Matthias Suckert, werde auf der Homepage des Unternehmens künftig ein Nationalpark-Sigel zu sehen sein, über das Besucher der Seite zu Informationen über den Nationalpark und Naturerlebnis-Angeboten wie etwa Wattwanderungen gelangen können. Hinzu kommen eine Reihe von Öko- und Nachhaltigkeit-Standards, die das Unternehmen für sich umgesetzt hat – die Palette reicht vom Verzicht auf Plastikblumen bis hin zum Einsatz von umweltfreundlichen Putzmitteln durch die Reinigungskräfte.

Eine Besonderheit an der Auszeichnung sei, so Suckert, dass mit der Unternehmenszentrale auch 26 Ferienwohnungen zertifiziert worden sind, die von der Agentur vermarktet werden. „Das ist das erste Mal, das so etwas passiert ist“, sagt Suckert. Zu den Kriterien für die Beurteilungen der Wohnungen gehören unter anderem auch die Nutzung von regenerativer Energie und der Einsatz von energiesparenden Geräten. 

Suckert ist zuversichtlich, dass in Kürze noch weitere Wohnungen aus dem Ressort „Hookser Perle“ am Middeldiek die Kriterien für das Zertifikat erfüllen werden. Das entsprechende Alleinstellungs-Merkmal wolle man etwa im Bereich des Direkt-Marketings nutzen, um die Destination Hooksiel im Bewusstsein von umwelt- und naturbewussten Urlaubern zu stärken und für die Quartiere am Nationalpark zu werben.

Dem Partnernetzwerk gehören nach Angaben der Nationalpark Verwaltung aktuell 130 Betriebe sowie 176 Nationalparkführer und – führerinnen an. Zusammen mit der „Agentur am Meer“ wurden jetzt aus der Region aus Jever die PUUYU Nature Care GmbH und die Fleischerei Janssen mit diversen Wattenmeer-Produkten aufgenommen. Umrahmt wurde das Partnertreffen durch verschiedene Vorträge etwa zu nachhaltigen Wirtschaftsmodellen, zu ökologischer Verantwortung sowie zur „Lichtverschmutzung“. Starke künstliche Beleuchtung während der Nächte kann weitreichende Auswirkungen auf Natur, Tierwelt und Menschen haben.

Anmerkung: Der Artikel wurde am 25. März aktualisiert.

Ratsgruppe GfW weist Kritik von Hobbie als Einzelmeinung zurück

Wangerland (21. 3. 2025) – Die Ratsgruppe Gemeinsam fürs Wangerland (GfW) weist die Kritik von Hedde Hobbie (Pro Wangerland) hat der Politik des Gemeinderates entschieden zurück. Der Zusammenschluss auf CDU, Grüne und FDP weist in einer von Reiner Tammen (Grüne) unterzeichneten Erklärung darauf hin, dass es im Rat keine feststehende Mehrheit gibt. Deshalb seien auch alle Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Thalasso Meeres Spa (TMS) ausführlich diskutiert, aber am Ende fast ausschließlich einstimmig gefällt worden, also auch mit der Stimme von Hobbie.

Hobbie hatte seinen Rückzug aus dem Rat im wesentlichen mit dem Umgang der „Altvorderen“ mit der Kostenexplosion beim Bau des TMS begründet. Die Gemeinde wolle das „sinnlose Projekt“ um jeden Preis retten und unterstütze es mit Millionen, die für andere Dinge fehlen. 

„Es wurde nie versprochen, dass der Bau des TMS keine Auswirkungen auf den Haushalt der Gemeinde hat“, betont die GfW. „Für alle Verantwortlichen stand aber fest, dass, nachdem bekannt wurde, dass sich der Bau verteuert, die Gemeinde der WTG zur Seite steht.“ Den verantwortungsbewussten Mitgliedern des Rates sei es wichtig, Lösungen zu finden, nicht Schuldige zu suchen. 

Trotzdem habe sich der Rat dazu entschlossen, die Verteuerung der Baumaßnahmen durch einen Gutachter untersuchen zu lassen.„Zusätzlich hat der Rat beschlossen, ein Mitglied der Gruppe ZUW als Bauaufsicht einzusetzen. Auch diese Beschlüsse wurden einstimmig gefasst. Alle zusammen versuchen seitdem, Licht ins Dunkel zu bringen, ohne von vornherein Schuldige zu benennen“, stellt Tammen für seine Gruppe fest.

Die geplante Erhöhung der Gebühren für die Kindertagesstätten habe tatsächlich nichts mit der Explosion der Baukosten zu tun. Dabei gehe es lediglich darum, die gestiegenen Lohnkosten und die gestiegenen Kosten für Gas, Wasser und Strom weiterzugeben. Ein entsprechender Beschluss soll auf der Ratssitzung am kommenden Dienstag gefasst werden.

Die GfW sieht in der Kritik von Hobbie eine Einzelmeinung. Man hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dessen Nachfolger. 

Kritik an Thalasso-Politik der Gemeinde: Ratsherr gibt sein Mandat zurück

Wangerland/Wüppls (21. 3. 2025) – Hedde Hobbie, Ratsher der Wählergemeinschaft Pro Wangerland, hat kündigt seinen Rückzug aus dem Gemeinderat an. Als Grund dafür nennt der Wüppelser neben Veränderungen im persönlichen Bereich den Umgang im Rat mit dem finanziellen Fiasko beim Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel. 

„Im Rat gibt es eine feststehende Mehrheit, die um jeden Preis versucht, das Thalasso-Zentrum mit dem Geld der Gemeinde über Wasser zu halten“, so Hobbie (29), der 2021 erstmals in den Rat gewählt wurde. Hier hat er sich unter anderem im Umweltausschuss engagiert. Als jüngstes Ratsmitglied ist er Teil der fünfköpfigen Pro-Wangerland-Fraktion, die mit zwei weiteren Unabhängigen die Gruppe Zusammenschluss unabhängiger Wählergemeinschaften (ZUW) bildet.

„Es wurde einmal versprochen, dass der Bau des TMS keine Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt haben wird. Das ist seit 2024 vorbei“, kritisiert Hobbie. „Über vier Millionen Euro hat die Gemeinde bereits beigesteuert und die nächsten 3,5 Millionen sind schon dafür im Haushalt eingeplant.“ Damit gebe es keinerlei finanzielle Spielräume mehr. Und es sei ein Irrglaube, so Hobbie, in der Gemeinde gesagt werde, diese Belastung habe nichts mit Gebührenerhöhungen in den Kindertagesstätten zu tun. 

Der scheidende Ratsherr wirft der Mehrheit der „Altvorderen“ im Rat vor, immer noch mehr Millionen „in dieses sinnlose Projekt zu stecken, um die Pleite wenigstens noch ein bisschen aufzuschieben“. Er sehe sich nicht in der Lage, den gigantischen Aufwand zu leisten, der erforderlich wäre, diese Mehrheit aufzubrechen. Selbstkritisch räumt er in einer Stellungnahme ein, dass er erst jetzt gemerkt habe, dass ihm die Arbeit in großen und langsam arbeitenden Gremien nicht liege. Er werde aber Mitglied bei Pro Wangerland bleiben und sich dort auch weiter einbringen.

Kinder freuen sich über neue Schaukel

Schaukel für die Hooksieler Küstenkinder

Hooksiel (21. 3. 2025) – Grund zur Freude bei den „Küstenkindern“. Heute durften die Kinder der Hooksieler Kindertagesstätte eine neue Schaukel auf ihrem Außengelände in Betrieb nehmen. Zur offiziellen Einweihung war auch der Vorstand der Dorfgemeinschaft um den Vorsitzende Marco Knodel eingeladen worden. Die Dorfgemeinschaft, der Verein der Vereine im Ort, hat die Anschaffung der Schaukelanlage aus den Überschüssen ihrer Feste wie die Krabben- und Heringstage finanziert hat.

Die hochwertige Schaukel stand schon einige Wochen auf dem Kita-Areal. Aufgrund der schwankenden Wetterlage war es dem Bauhof der Gemeinde aber erst jetzt möglich, den Bodenaustauch im Umfeld vorzunehmen und das Gerät unfallsicher zu platzieren. 

Kita-Leiterin Claudia Bruns dankte der Dorfgemeinschaft für die Spende, zu der auch eine Rutsche Eis für die „Küstenkinder“ gehörte, und stimmte zusammen mit den Kindern ein einstudiertes Lied an: „Danke, für diese schöne Schaukel …“

Impuls für die Gemeinde: Schnelles Internet in Wadderwarden und Wiarden

Glasfaser für Waddewarden
Setzten den symbolischen ersten Spatenstich für den Breitband-Ausbau in Waddewarden: (von links) Dennis Kosuta, Bürgermeister Mario Szlezak, Florian Nierke von der Glasfaser Nordwest und Omer Kosuta (Saldo-Bau). Foto: hol

Wangerland (21. 3. 2025) – Mit Waddewarden und Wiarden erhalten zwei weitere Ortschaften im Wangerland in den nächsten Monaten schnelles Internet. Im Beisein von Bürgermeister Mario Szlezak hat eine von der „Glasfaser Nordwest“ beauftragte Tiefbaufirma im Bereich der Turnhalle in Waddewarden mit den Erdarbeiten begonnen. Der Bürgermeister sprach von einem „weiteren entscheidenden Impuls für die Gemeinde“.

Bislang ist der Breitbandausbau lediglich in Hooksiel (1900 Grundstücke), Hohenkirchen (800) und Horumersiel (8500) erfolgt. In Waddewarden sollen in den nächsten zwei bis drei Monaten 400 Grundstücke erschlossen werden, in Wiarden im Anschluss 200. Insgesamt kommt die Gemeinde dann auf rund 4000 potenzielle Anschlüsse.

Wie viele und welche Hauseigentümer sich dann tatsächlich Glasfaser nutzen werden, steht auf einem anderen Blatt. „Das ist Sache unserer Vermarktungspartner“, sagte Florian Nierke, Kommunalmanager von der Glasfaser Nordwest, einem Gemeinschaftsunternehmen von Telekom und EWE. Vermarktungspartner sind aktuell neben Telekom und EWE, 1&1 sowie drei weitere Firmen. In Waddewarden hätten etwa 60 Prozent der Haushalte ihr Interesse bekundet. Die Vermarktung beginnt hier am 1. April.

Als Voraussetzung für das „schnelle Internet“ wird zuerst das Verteilernetz für Lehrrohre gebaut. Die beauftrage Firma will dafür vier Arbeiter-Kolonnen einsetzen, die allein in Waddewarden auf 7,8 Kilometern Verlegeschächte ausheben und wieder versiegeln müsse. Dabei sind Überraschungen und auch Beschädigungen vorhandener Rohre und Leitungen nicht auszuschließen, räumt Omer Kosuta von der Firma Salko-Bau ein. 

Bürgermeister Szlezak forderte die Baufirma auf, mögliche Schäden genau zu dokumentieren und fachkundig zu beheben. Die Gemeinde Wangerland werde im Rahmen der Abnahme peinlich genau auf Versackungen und andere Schäden achten. „Die Bürger sind da sehr sensibel“, sagte Szlezak. „In den anderen Anschlussgebieten haben wird damit bis heute immer noch Theater.“ 

Nach der Fertigstellung des Verteilernetzes können Hausanschlüsse vom Netz bis zur jeweiligen Immobilie und im Gebäude weiter zu jeder Wohnung verlegt werden. Erst wenn die Glasfaserdose im Haus installiert ist, kann ein glasfaserfähiger Router angeschlossen werden, der den Weg ins World-Wide-Web beschleunigt. 

Wann im Wangerland weitere Ortschaften einen Breitbandanschluss erhalten, ist unklar. Die Glasfaser Nordwest darf aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nach den Worten von Nierke keine Auskünfte zu ihren Ausbauplänen geben. Der Landkreis Friesland hat sich aber auf die Fahnen geschrieben, mittelfristig das Kreisgebiet flächendeckend ans Breitbandnetz anzuschließen. 

Neues Schuhgeschäft in Hooksiel

Neue Schuh-Mann Filiale in Hooksiel
Mit roten Luftballons begrüßte die neue „Schuh-Mann“ Filiale ihre ersten Kunden in Hooksiel. Foto: hol

Hooksiel (20. 3. 2025) – In Hooksiel gibt es ab heute ein neues Schuhgeschäft. Die R & U Schuh GmbH (Alfstedt) hat in der Fußgängerzone nach Horumersiel ihre zweite „Schuh-Mann“-Filiale im Wangerland eröffnet. Das Geschäft ist in einem Neubau untergebracht, den ein Investor auf einem Gartengrundstück an der Lange Straße errichtet hat.

Das Geschäft ist eine Bereicherung für Hooksiel, zumal es im Ort bislang noch kein reines Schuhgeschäft gibt. Angeboten werden Damen-, Herren- und Kinderschuhe von ganz kleinen bis sehr großen Größen. Das Familienunternehmen setzt dabei als Kunden zum einen auf Urlauber, zum anderen auf die Hooksieler selbst. „Immerhin sind wir hier im größten Ort in der Gemeinde Wangerland“, sagt Filialbetreuerin Susanne Giesecke.

Die Filiale soll ab sofort bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet haben. Ob man außerhalb der Urlaubssaison die Öffnungszeiten reduzieren werde, stehe noch nicht fest. Betreut werden sollen die Kunden von insgesamt drei Mitarbeiterinnen. „Für eine der Ganzjahresstellen suchen wir noch eine geeignete Person“, so Giesecke gegenüber „Hooksiel-life“.

Bügermeister regt Kooperation von Gästehaus und Walter-Spitta-Haus an

Vorstand des Seebadevereins Hooksile
Der neu gewählte Vorstand des Seebadevereins Hooksiel: Vorsitzender Wolf Hegemann (3. von links) mit (von links) Uwe Gaudian, Erwin Abels, Heike Fischer, Thomas Leimkühler, Insa Fähnders, Wolfgang Adeles und Bernhard Köster. Foto: hol

Hooksiel (20. 3. 2025) – Paukenschlag bei der Jahreshauptversammlung des Seebadeverein Hooksiel. Nach den Worten von Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak rücken durch die Finanzkrise der Wangerland Touristik GmbH (WTG) auch Liegenschaften in Hooksiel erneut in den Fokus. 

Konkret sprach der Bürgermeister das Hooksieler Gästehaus an, das von der WTG betrieben wird. Das Gebäude beherbergt unter anderem die Gäste-Information der WTG, eine Bücherei, einen Spielbereich und im Obergeschoss einen Versammlungssaal, der auch als Theaterspielstätte genutzt wird. Um die durch die Kostenexplosion beim Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel aus den Fugen geratene Finanzlage der WTG zu konsolidieren, müssten die Verantwortlichen auch über Liegenschaften nachdenken. „Wir erden dabei auch darüber nachdenken müssen, ob wir ein Gästehaus in der Größe noch brauchen.“ Das Thema ist politisch brisant, auch weil ein seinerzeit geplanter Verlauf des Gästehauses 2021 durch einen erfolgreichen Bürgerentscheid verhindert worden ist.

Schmerzhafte Veränderungen

Es werde schmerzhafte Veränderungen geben, so Szlezak. Als Idee brachte er eine Kooperation mit der Kirche im Ort ins Spiel. Auch die Kirchengemeinde wolle sich angesichts sinkender Mitgliederzahlen von Immobilien trennen. Mit Blick auf das Walter-Spitta-Gemeindehaus und das Gästehaus der WTG wäre vielleicht eine Kooperation denkbar.

In seinem Grußwort riss der Bürgermeister, der zurzeit auch als WTG-Prokurist fungiert, einen ganzen Strauß von für Hooksiel wichtigen Themen an. Er hoffe, dass die nach der Freistellung von Armin Kanning vakante Stelle des WTG-Geschäftsführers in vier bis sechs Wochen wieder besetzt werden könne. In den nächsten Wochen solle auch ein Vorentwurf eines Immobilienbüros vorliegen, das sich im Auftrag der landeseigenen Hafengesellschaft NPorts Gedanken über Entwicklungsmöglichkeiten im Hooksieler Freizeitgelände gemacht hat. 

Hooksiel bald Nordseebad?

Optimistisch zeigte sich Szlezak nach einem Besuch in Hannover zur ausstehenden Zertifizierung des Küstenbadeorts Hooksiels als Nordseebad. Es habe noch Vorbehalte aus Reihen der benachbarten Industrie gegeben, die man aber habe ausräumen können. Szlezak: „Ich gehe davon aus, dass der Bescheid in Kürze kommt.“

Gesprächsbdarf sieht der Bürgermeister noch zur Zukunft des ehemaligen Feuewehrareals am Alten Hafen. Hier hatte der zuständige Fachausschuss einen Hotelbau-Entwurf eines Planungsbüros favorisiert. Dazu gebe es aber noch Fragen, sagte Szlezak. So seien bislang weder Investor noch Betreiber bekannt. Und über die Höhe des Gebäudes müsse man auch noch einmal nachdenken. Insofern sei eine finale Verkaufsentscheidung für das Grundstück durch den Rat noch nicht zu erwarten. Grundsätzlich habe man aber den Wunsch der Hooksieler zur Kenntnis genommen, die sich eine Hotel im Ortskern wünschen.

Hegemann neuer Vorsitzender

Erwin Abels verabschiedet
Im Beisein von Bürgermeister Mario Szlezak (rechts) wurde Erwin Abels (3. von links) nach 20 Jahren im Amt als Seebadevereins-Vorsitzenden verabschiedet. Ebenso Schriftführer Benjamin Ranft (5. v. l.) und die stellvertretende Kassenführerin Karin Ortmanns (6. v. l.). Mit auf dem Bild (v. l.) der stellv. Vorsitzende Uwe Gaudian, der neue Vorsitzende Wolf Hegemann und Kassenführerin Insa Fähnders. Foto: hol

Im Zentrum der Versammlung stand die Neuwahl eines 1. Vorsitzenden des 324 Mitgliedsfamilien zählenden Seebadevereins. Erwin Abels, der das Amt 20 Jahre lang inne hatte, hatte schon im Vorfeld signalisiert, dass er nicht mehr für den Posten kandidiert. Seinem Vorschlag, den bisherigen 1. stellvertretenden Vorsitzenden Wolf Hegemann zu seinem Nachfolger zu wählen, folgten die Mitglieder einstimmig. Hegemann wird damit auch in den Tourismusausschuss des Gemeinderates einziehen.

Ebenso einmütig ging die Besetzung der weiteren Posten über die Bühne. Zum neuen 1. stellv. Vorsitzenden wurde Wolfgang Ademes gewählt, der sich zusammen mit Hegemann bereits in den zurückliegenden Monaten intensiv um die Versetzung des denkmalgeschützten Leuchtturms „Roter Sand“ aus der Wesermündung an den Hooksieler Außenhafen engagiert hat. 

Thomas Leimkühler wurde zum neuen Schriftführer, Bernhard Köster zu seinem Stellvertreter gewählt. Der 2. stellv. Vorsitzende Uwe Gaudian und Kassenführerin Insa Fähnders wurden in ihren Ämtern bestätigt. Erwin Abels wirkt künftig noch als stellvertretender Kassenführer im Vorstand mitwirken. Heike Fischer wird die Kasse prüfen. Verabschiedet wurden aus dem Gremium Karin Ortmanns und Benjamin Ranft.

Abels hatte in seiner Abschiedsrede noch einmal den Bedarf für ein Hotel in Hooksiel unterstrichen. Ein Neubau am Alten Hafen müsse aber zum Ortsbild passen. An der historischen Kanone, die im vergangenen Jahr nach mehrjährigen Restaurationsarbeiten wieder am Deich an der Viethstraße aufgestellt worden war, würden derzeit noch Restarbeiten vorgenommen. Danach werde sie an ihren Platz zurückkehren. 

Kinder ans Wasser gewöhnen

Hooksiel (19. 3. 2025) – Von Dienstag, 15., bis Donnerstag, 17. April, lädt das Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel in Zusammenarbeit mit der Deutschen Lebensrettung-Gesellschaft (DLRG) bereits zum dritten Mal zu einem besonderen Wassergewöhnungskurs ein. An drei aufeinanderfolgenden Tagen, jeweils von 18 bis 18.45 Uhr, haben Kinder ab sechs Jahren die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung erste Arm- und Beinübungen im Wasser zu erlernen. 

Der Kurs bietet den Teilnehmern eine sichere und spielerische Einführung in das Element Wasser. Als Anerkennung erhalten die Schwimmanfänger nach Abschluss des Kurses das Abzeichen „Seestern Stella“.

Weitere Informationen und kostenpflichtige Anmeldung (30 Euro) direkt vor Ort, in den Tourist-Informationen Horumersiel und Hooksiel oder online unter wangerland.de. 

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Selbst Straßennamen spiegeln das Erbe vergangener Generationen wider

Geschichtswerkstatt Wangerland Jubiläum
Die Geschichtswerkstatt Wangerland feierte ihr 35-jähriges Bestehen. Die Feier in der Eventhalle in Hooksiel war gut besucht. Foto: Geschichtswerkstatt

Hooksiel/Wangerland (19. 3. 2025) – „Erinnerungen sind wichtig – um Geschichte zu begreifen und um Fragen der Gegenwart beantworten zu können.“ Mit dieser Feststellung hat Renate Peters als Vorsitzende der „Geschichtswerkstatt Wangerland“ auf der 35-Jahr-Feier in Hooksiel die Bedeutung des 1990 gegründeten Vereins umrissen. Und sie meint damit ausdrücklich so „banale Dinge wie Straßennamen“. Die nämlich könnten durchaus das Erbe vergangener Generationen widerspiegeln.

Umfassendes Archiv zur Lokalgeschichte

Die Geschichtswerkstatt, das sind Büro- und Archivräume in einer ehemaligen Wohnung im Volksbank-Gebäude in Hohenkirchen. Die Werkstatt, das sind aber auch 130 Vereinsmitglieder, die einen aktiven Kern unterstützen, der sich immer wieder neu um die Geschichte des Wangerlands kümmert – um die Geschichte der einzelnen Orte und Dörfer, um die Chroniken von Bauernhöfen, manchmal sogar um Familiengeschichte. Dazu gehört zum Teil eine aufwändige Recherche, etwa in den Archiven des Schlossmuseums Jever oder im Landesmuseum in Oldenburg.

Als Ehrengast beim Festakt in der Eventhalle im Hooksieler Gewerbegebiet unterstrich Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak die Bedeutung der Geschichtswerkstatt, die sich im Laufe der Jahre zu einem Gedächtnis für die Gemeinde entwickelt hat. In dem auch von Außenstehenden nutzbaren Vereinsarchiv finden sind über 700 Bücher und Schriften, viele davon mit Bezug zum Wangerland. Hinzu kommen historische Verzeichnisse und Akten zu Grundstücken und Immobilien sowie ein wachsender Bestand an Flurkarten. Ganz neu im Fundus: Die kompletten Pläne des Horumersieler Architekten Anton Willms, der eine ganze Reihe von Bauwerken im Gemeindegebiet gestaltet hat.

Dorfchronist begründete Geschichtswerkstatt

Der Hooksieler Dietrich Gabbey, der als ehrenamtlicher Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde von 1986 bis 1996 gelenkt hat, erinnerte an die Geburtsstunde der Geschichtswerkstatt, deren Wurzeln in einem von Erhard Ahlrichs geleiteten Volkshochschulkursus zur Erforschung der lokalen Geschichte lag. Gabbey und der damalige Gemeindedirektor Günther Hinrichs machten daraus eine Institution. Die Gemeinde erwarb ein Haus in Ziallerns, das zum Amtssitz des „Dorfchronisten“ Ahlrichs wurde, der sich zugleich an die Arbeit machte und unter anderem eine wegweisende Chronik über Horumersiel verfasste.

Die Geschichtswerkstatt selbst hat inzwischen bereits 23 eigene Werke herausgegeben, berichtete Renate Peters. Das jüngste wurde au der Feier in Hooksiel vorgestellt: „Wangerland: Eine Bildergalerie von Altgarmssiel bis Ziallerns“. Das von Vereinsmitgliedern konzipierte und bei Heiber-Druck erstellte Buch enthält eine Fülle von historischen Ansichten der Ortschaften im Gemeindegebiet. Teils Postkarten-Ansichten, teils historische Fotos, eingeordnet durch kurze Erläuterungstexte. Erhältlich ist das Buch für 15 Euro in der Geschichtswerkstatt (geöffnet dienstags von 10 bis 12 Uhr) sowie im „Kiebitzmarkt“ (Hohenkirchen) und in der „Bücherinsel“ (Horumersiel). 

Vorstand der Geschichtswerkstatt
Der geschäftsführende Vorstand der Geschichtswerkstatt Wangerland: (von links) Schatzmeister Siggi Bleeck, Schriftführerin Margret Decker-Riecken, Vorsitzende Renate Peters und der stellvertretende Vorsitzende Martin Ahrends. Foto: Geschichtswerkstatt

Renate Peters wies darauf hin, dass es einzig über den Ort Wiefels noch keine angemessene Chronik gibt. Diese Lücke solle aber demnächst geschlossen werden. Ein erster Anlauf sei durch die Corona-Pandemie ins Stocken geraten. Ein weiteres Projekt ist ein Höfechronik. Die Pandemie sei auch der Grund dafür gewesen, dass die geplante 30-Jahr-Feier ausfallen musste – weshalb man jetzt das 35-jährige Bestehen gefeiert habe.

Rund 60 Vereinsmitglieder und Gäste waren der Einladung des Vorstandes gefolgt. Darunter mit Gerd Hobbie, Egon Wilms, Margret Decker-Rieken und Erhard Ahlrichs auch vier Gründungsmitglieder. Musikalisch wurde die Veranstaltung von „De Platters“ umrahmt. Für die nötige Energie sorgten Kaffee, Tee und Kuchen. Besonders erfreulich aus Sicht von Vereins-Schatzmeisters Siggi Bleeck: Das rege Interesse an den Chroniken der Geschichtswerkstatt.

Zu dem „rundum gelungenen Nachmittag“ gehörten aber auch die intensiven Plauderrunden, die sich im Nachgang zu den Ansprachen entwickelt haben. Dabei spielten neben lokalhistorischen Themen auch die Vereinsaktivitäten eine Rolle, durch die der Zusammenhalt in der Werkstatt gestärkt wird. Dazu gehören Touren und Fahrten durchs Gemeindegebiet und die Region, die monatlichen Treffen mit Referenten zu lokalgeschichtlichen Themen sowie Zwei-Tages-Fahrten, die die Hobby-Historiker unter anderem schon nach Eutin, Lüneburg, Celle oder Osnabrück geführt haben. Die nächste Fahrt soll nach Nordholland gehen. Neue Mitglieder, die die nächsten 35 Jahre mitgestalten wollen, sind jederzeit willkommen, beteuert der Vorstand.