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Beiträge veröffentlicht in “Hooksiel”

Auch am Hooksieler Außenhafen werden Parkgebühren fällig

Hooksiel/Horumersiel (5. 4. 2023) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) hält trotz einiger kritischer Stimmen an ihren Plänen fest, den Strandeintritt im gesamten Wangerland durch Parkgebühren abzulösen. Voraussichtlich ab Mai werden dafür auf den Großparkplätzen am Hooksieler Strand entsprechende Automaten aufgestellt. Diese Regelung wird ausdrücklich auch von der Gemeinde Wangerland als Gesellschafter der WTG mitgetragen.

Schrankenanlagen wird es nicht geben

Wie die WTG auf Anfrage von „Hooksiel-Life“ erläuterte, werde man rund 28000 Euro in die Parkautomaten investieren. Schrankenanlagen an den Zufahrten zu den Stellflächen im Freizeitgelände werde es nicht geben. Die Automaten werden nicht nur an den WTG-Parkplätzen, sondern auch am Außenhafen aufgestellt. Der Hafen wird von der Landesgesellschaft Niedersachsen-Ports betrieben.

WTG kalkuliert mit 290 000 Euro Einnahmen

Die WTG kalkuliert nach eigenen Angaben mit Einnahmen aus den Parkgebühren an allen Stränden – also in Hooksiel, Horumersiel und Schillig – in Höhe von etwa 290000 Euro. Damit läge der Posten auf dem Niveau der bisherigen Strandeintritt-Einnahmen, die alle Strandbesucher zu zahlen hatten, die keine Gästekarte haben. Dazu gehörten in der Regel die Einheimischen sowie Tagesgäste aus der Weser-Ems-Region.

Parkautomat

Die Kritik an der Neuregelung – etwa aus der Wählergemeinschaft Pro Wangerland – macht sich an der Doppelbelastung der Urlaubsgäste fest, die künftig zum einen die Gästekarte und zusätzlich auch noch Parkgebühren am Strand zahlen müssen. Das Tagesticket (8 bis 20 Uhr) für einen Stellplatz soll am Strand 8 Euro kosten. Kurzparker zahlen 0,60 Euro je 30 Minuten. Pro Wangerland spricht von einer „Kurbeitragserhöhung durch die Hintertür“.

Eine Befreiung der Inhaber der Gästekarte von den Parkgebühren sei aktuell nicht vorgesehen, betont die WTG. „Wir möchten darauf hinweisen, dass der Gästebeitrag nicht, wie häufig vermutet, für die Finanzierung der Gästekarten-Vorteile dient, sondern zur Deckung des Aufwandes für die Unterhaltung und Verbesserung touristischer Infrastruktur und anderer touristischer Leistungen, die ein Ort ohne Gäste nicht benötigen würde bzw. aufgrund der geringen Einwohnerzahl nicht vorhalten könnte“, so WTG-Geschäftsführer Armin Kanning.

 Zu den touristischen Leistungen gehörten unter anderem der Betrieb der Tourist-Informationen und das Nationalpark-Haus in Minsen. „Nichtsdestotrotz liegt es uns am Herzen, möglichst viele Vorteile für unsere Gäste zu schaffen. Diese sind jedoch eine freiwillige Leistung der Wangerland Touristik und ihrer Partner und keine direkte Aufgabe des Gästebeitrags“, so Kanning.

Kein Shuttle-Verkehr zum Strand in Sicht

Kurzfristig sei auch kein wie auch immer ausgelegter Shuttle-Verkehr zwischen dem Ort Hooksiel und dem Hooksieler Strand zu erwarten. Kritiker hatten darauf hingewiesen, dass auch viele Bürger und Urlauber, die in Hooksiel wohnen oder hier Urlaub machen, zum Strand mit dem Auto fahren, wenn sie zum Beispiel kleine Kinder haben. „Natürlich ist die Wangerland Touristik allgemein an der Ausweitung des öffentlichen Nahverkehrs im Wangerland interessiert“, heißt es dazu von Seiten der WTG. Ideen für neue ÖPNV-Routen würden mit örtlichen Mobilitätspartnern besprochen

In Hooksiel sollen die typgleichen Parkautomaten aufgestellt werden, wie sie bereits auf den WTG-Parkflächen in Schillig und Horumersiel stehen. Hier könne die Parkgebühr sowohl mit Karte als auch in bar entrichtet werden. Als „besonderen Service“ biete die WTG zudem die Möglichkeit des mobilen Parkens – hierbei könne über Apps, wie „easypark“ oder „Parkster“, das Ticket ohne Anstehen am Automaten mit dem Smartphone gelöst werden.

Jobangebote für alle betroffenen Mitarbeiter

Wie die WTG gegenüber „Hooksiel-Life“ bestätigte, werde der Wegfall des Strandeintritts die Personalstruktur der WTG an den Stränden verändern. „Für alle Mitarbeitenden, deren Stelle nicht mehr in gewohnter Form von Bedarf ist, gab es alternative Jobangebote innerhalb der Wangerland Touristik“, so Kanning. Außerdem werde es weiterhin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Stränden geben, die Strandbesuchern mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Start in die Helgoland-Saison

1. Fahrt Adler Jet
Reinhard Thomssen betätigte sich heute beim Saisonauftakt der Helgolandfahrten ab Hooksiel als Festmacher für den „Adler Jet“. Foto: hol

Hooksiel (5. 4. 2023) – Heute früh, 10 Uhr. Am Hooksieler Außenhafen ist ordentlich Betrieb. An der Kaje entlang stehen in verschiedenen Grüppchen über Hundert Menschen, den Blick auf die Jade gerichtet. Und da kommt er, der „Adler Jet“, der sie für einen Tagesausflug nach Helgoland bringen soll. 

Zum ersten Mal in dieser Saison schiebt sich der Katamaran in großem Bogen an der „Höegh Esperanza“ vorbei, dem LNG-Regasifizierungsschiff. Der „Adler Jet“ kommt direkt vom Wilhelmshavener Helgolandkai, wo Kapitän Tom Thomssen bereits die ersten Fahrgäste aufgenommen hat. 

Der Katamaran fährt in langsamer Fahrt ins Hooksieler Hafenbecken, dreht und schiebt sich dann ganz sachte an die Kaikante. Als Festmacher betätigt sich Reinhard Thomssen, ehemaliger Kurdirektor im Wangerland und Vater des Kapitäns. Keine zehn Minuten später sind die Hooksieler Fahrgäste zugestiegen, der Katamaran legt wieder ab – und macht sich in schneller Fahrt auf den Weg zu Deutschlands einziger Hochseeinsel. 

Den nächsten Törn von Wilhelmshaven über Hooksiel nach Helgoland bietet die Reederei Adler & Eils bereits am morgigen Donnerstag an. In der nächsten Woche sind ebenfalls für Mittwoch und Donnerstag Fahrten geplant. Abfahrt in Hooksiel ist stets um 10.15 Uhr. 

Neue Betreiber haben große Pläne für das „Wohnstift Hooksiel“

Wohnstift Hooksiel
Große Erleichterung bei Beschäftigten und Bewohnern: Das „Wohnstift Hooksiel“ setzt den Betrieb der Convivo-Seniorenresidenz fort. Foto: hol

Hooksiel (4. 4. 2023) – Die Seniorenresidenz in Hooksiel hat einen neuen Betreiber: Zum 1. April hat die neu gegründete „Wohnstift Hooksiel Betriebsgesellschaft mbH“ den Betrieb der Einrichtung an der Friesenstraße von der insolventen Convivo-Gruppe übernommen, betätigte das Unternehmen heute gegenüber „Hooskiel-Life“. 

Hinter der neuen GmbH steht die Pflegeimmobilien-Beratung Terranus (Köln). „Mit der Übernahme hat das Haus wieder eine langfristige Perspektive außerhalb der Insolvenz“, betonte Terranus-Geschäftsführerin Anja Sakwe Nakonji. „Für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Beschäftigten ändert sich durch die Übernahme nichts. Der Geschäftsbetrieb geht nahtlos weiter, sämtliche Verträge gehen auf die neue Betreiber-Gesellschaft über.“ 

Alle 35 Beschäftigten übernommen

Alle 35 Beschäftigten wurden von der neuen Betreibergesellschaft übernommen. Auch die mobile Essensbelieferung wird fortgeführt. Die Einrichtung firmiert ab sofort als „Wohnstift Hooksiel“. 

Terranus hatte nach dem Insolvenzantrag des bisherigen Betreibers Convivo im Auftrag des Immobilien-Eigentümers Hemsö die Einrichtungsleitung unterstützt und sich ein Bild der Situation gemacht. „Die Einrichtung hat eine tolle Lage, eine hohe Leistungsqualität und ein motiviertes Team“, betonte Sakwe Nakonji. „Das sind gute Voraussetzungen, um das Haus weiter zu entwickeln und wieder wirtschaftlich gut aufzustellen.“ 

Seniorenanlage soll besser belegt werden

Das Haus soll sich nach den Worten der Geschäftsführerein künftig wieder stärker für die Gemeinde und die Öffentlichkeit öffnen und als Anlaufstelle und Treffpunkt für Seniorinnen und Senioren fungieren. Geplant sind unter anderem ein Nachmittags-Café, das auch für externe Besucher geöffnet ist, sowie eine engere Zusammenarbeit mit Vereinen und Seniorenangeboten vor Ort und in der Region. Auch die Mitarbeiter-Akquise solle intensiviert werden, um das Haus wieder besser belegen zu können und dringend benötigte Pflegekapazitäten für die Region zu schaffen. 

Sakwe Nakonji dankte ausdrücklich der Gemeinde Wangerland und deren Bürgermeister Mario Slzezak für die Unterstützung und Zusammenarbeit in den letzten Monaten: „Die Gemeinde hat sich sehr für den Erhalt der Einrichtung eingesetzt und uns unterstützt, wo sie konnte. Das war eine wichtige Voraussetzung dafür, dass innerhalb von so kurzer Zeit eine Übernahme-Lösung gefunden werden konnte.“ 

Die Übernahme-Nachricht aus Köln ist in Hooksiel mit großer Erleichterung aufgenommen worden. Mit der Gründung des „Wohnstift Hooksiel“ wurden Pläne realisiert, über die „Hooksiel-Life“ schon im Februar berichtet hatte. Der neue Betreiber und sein Konzept wurde vom Landkreis Friesland überprüft. Mit positivem Ergebnis: „Seitens der Heimaufsicht gibt es keine Einwände zum Betrieb – die abschließende Entscheidung erfolgt durch die zuständige Pflegekasse“, hieß es gestern aus Jever.

Schwerpunkt von Terranus ist die Beratung

Die Hooksieler Seniorenresidenz gehörte zu bundesweit etwa 100 Häusern, die von der Insolvenz der Convivo-Gruppe (Bremen) betroffen waren. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens waren bis Ende März die Gehälter der Mitarbeiter gesichert. In Häusern, für die eine Nachfolgelösung gefunden wurde, geht der Betrieb jetzt weiter. Andere, wie das ebenfalls zu Convivo gehörende St.-Willehad-Pflegeheim in Wilhelmshaven, werden geschlossen. Die Bewohner müssen sich eine neue Bleibe suchen. Das „Wohnstift Hooksiel“ hat 95 Plätze, von denen zuletzt aber nur ein Teil belegt waren. 

Die Terranus AG (Köln) ist seit über 25 Jahren am Markt, ist aber kein klassischer Pflegeheim-Betreiber. Das Unterehmentritt eher als Berater für Investoren und Betreiber im Markt für Sozial- und Gesundheitsimmobilien auf. So hat Terranus kürzlich den Weiterverkauf von Einrichtungen in Emden und Wittmund mit insgesamt 168 Plätzen organisiert. Dabei ging es ausschließlich um die Veräußerung der Immobilien. 

Auf zum Tanz auf der Siloplatte

Osterfeuer
Osterfeuer haben im Wangerland Tradition. Foto: hol

Hooksiel (4. 4. 2023) – Tradition ist eine gute Voraussetzung für Begegnung. Beim „Tanz auf der Siloplatte“ in Warfen werden sich am Ostersonnabend Hooksieler Bürger und zahlreiche Urlaubsgäste treffen, Musik hören, ein Bierchen trinken und vielleicht auch tatsächlich tanzen.

Gastgeber für das 49. Osterfeuer in Hooksiel sind Bert Albrecht und der Landwirt Hennig Lange, auf dessen Hof am Ortsrand von Hooksiel in Verlängerung der Pakenser Straße das Feuer gegen 18 Uhr entzündet wird. Natürlich erst nachdem der riesige Grünschnitt-Haufen zuvor noch einmal ordentlich umgeschichtet wurde. Dadurch soll verhindert werden, dass es sich möglicherweise schon brütende Vögel in dem Geäst gemütlich gemacht haben.

Trotz Feinstaub-Belastung und Klimadebatte: Osterfeuer haben im Wangerland Tradition. Gut 70 Feuer werden am Sonnabend im Gemeindegebiet angezündet. Die meisten davon in privatem Rahmen. Landwirte verbrennen den Grünschnitt, der auf ihren Höfen angefallen ist. 

Öffentliche Osterfeuer gibt es nur weniger. In diesem Jahr eines am Wangermeer in Hohenkirchen und eben das in Hooksiel-Warfen. Stimmung ist dabei garantiert, dank Discjockey und Vollverpflegung. Die großen öffentlichen Osterfeuer in dem Urlaubsort gehen bis auf das Jahr 1974 zurück, erinnert sich Bert Albrecht. Initiator des ersten Feuers auf dem damals noch unbebauten Batteriegelände (heute Standort des Gästehauses) war sein Vater Hans Albrecht

Zwei Jahre zuvor war die Jugendfeuerwehr in Hooksiel gegründet worden. Bert Albrecht, selbst lange Leiter der Jugendfeuerwehr in Hooksiel, übernahm die Organisation des Traditionsfestes, das später nahe des Stelzengebäudes im Freizeitgelände gefeiert wurde. Zum Teil mit mehreren Tausend Besuchern. 

Seit ein paar Jahren lodern die Flammen in Warfen. Die Feuerwehr hat sich aus der Organisation zurückgezogen. Bert Albrecht ist geblieben. „Der Standort Warfen liegt etwas dichter am Dorf“, sagte Albrecht. „Da kommen jetzt auch wieder mehr Hooksieler hin.“ Die Zeichen stehen nicht schlecht, dass das Fest nach dem Ende der Corona-Pandemie wieder so gut angenommen wird wie früher. Parken können Besucher auf dem Hof beziehungsweise an der Zufahrtsstraße. Am besten aber sie kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Tipps vom Landkreis Friesland

Damit bei Osterfeuern keine Schäden und Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt stehen, gerät der Landkreis Friesland: Das Abbrennen von (Garten-) Abfällen ist in Niedersachsen seit knapp zehn Jahren verboten. Aber Osterfeuer gelten als Brauchtumspflege. Daher sind sie erlaubt. Allerdings muss jedes Osterfeuer im Vorfeld bei der zuständigen Kommune angemeldet und als öffentlich zugängliche Veranstaltung durchgeführt werden.

Das Brauchtum darf nicht zur illegalen Müllentsorgung ausgenutzt werden. Altreifen, Kunststoff, Sperrmüll, Öle und andere Abfälle gehören ordnungsgemäß entsorgt und nicht ins Osterfeuer. Gleiches gilt für behandeltes oder beschichtetes Holz.

Das Brennmaterial darf erst am Ostersonnabend zu einem Haufen zentriert beziehungsweise das Material muss vollständig umgeschichtet werden, damit Wildtiere die Möglichkeit zur Flucht haben und Veranstalter ungeeignete Stoffe aussortieren können.

Der Standort für das Feuer ist so zu wählen, dass Sicherheitsabstände zu beispielsweise Hecken, Baum- und Strauchreihen sowie Gebäuden, öffentlichen Verkehrsflächen und Sicherheitsanlagen (etwa Stromleitungen) eingehalten werden.

Der Veranstalter ist für Brennmaterial, Kontrolle auf Abfälle bei den Vorbereitungen sowie ordnungsgemäßen Ablauf und ordnungsgemäße Beseitigung der Reste verantwortlich.

Weitere Hinweise geben die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden. Eine Broschüre des Landkreises Friesland zum Thema Osterfeuer gibt es auf www.friesland.de/osterfeuer. Zudem sind viele Informationen und Termine unter dem Suchbegriff „Osterfeuer“ gesammelt, zu finden über die Suchzeile auf www.friesland.de

Wohnmobil mit gefälschten Kennzeichen

Hooksiel (3. 4. 2023) – Die Polizei hat einen Wohnmobilisten gestellt, der offenbar mit gefälschten Autokennzeichen unterwegs war. Am Sonntag gegen 18 Uhr kontrollierten Beamte der Polizei Jever ein Wohnmobil auf dem Parkplatz im Bereich des Hooksieler Außenhafens. Dabei stellten sie fest, dass die amtlichen Kennzeichen des Fahrzeugs entstempelt worden waren.

Anschließend wurden offenbar gefälschte Landeswappen auf den Kennzeichenschildern angebracht. Den Fahrzeugnutzer erwarten nach Polizeiangaben Strafverfahren wegen Urkundenfälschung und Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz.

Gute Kindersachen zu kleinem Preis

Kinderflohmarkt 2023
Zufrieden mit der Resonanz auf den Kindersachen- und Spielzeug-Flohmarkt im Walter-Spitta-Haus: die Organisatorinnen Monika Becker (links) und Michaela Priebe. Foto: hol

Hooksiel (2. 4. 2023) – Schuhe kaum getragen, Blusen und Hosen wie neu. Zu klein für das eigene Kind. Für 5 Euro aber allemal noch gut für den Alltagsgebrauch. Dazu jede Menge Spielzeug: Vom Kinderbuch über die Pony-Farm bis zur Holzeisenbahn. Nicht neu, aber neuwertig – und günstig. Zumal wenn man über den einen oder anderen Euro noch verhandeln kann.

Der Ort des Geschehens: Das Walter-Spitta-Haus in Hooksiel. Das Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Wangerland ist aus Sicht der Kinder- und Spielzeug-Flohmarkt-Organisatorinnen Monika Becker und Michaela Priebe der ideale Standort für den Second-Hand-Markt – zumal an einem Sonntag, an dem Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zeitgleich Ferien haben. Zentral gelegen, Parkplätze nebenan und auch zu Fuß gut zu erreichen.

An 21 Ständen bieten heute Mütter und Väter allein in den Innenräumen ihre Waren an. Weitere Händlerinnen hatten ihre Tapeziertische vor dem Gebäude aufgebaut. Aus de Cafeteria duftet es unterdessen nach Kaffee und gebackenen Waffeln. Die Standgebühren und der Erlös aus dem Kaffee- und Kuchenverkauf gehen an die Kirchengemeinde, für die Kinder- und Jugendarbeit.

Monika Becker und Michaela Priebe sind zufrieden. „Viele Leute machen sonntags einen Spaziergang und flanieren dann auch gern über einen Flohmarkt“, schildert Michaela Priebe, auch aus eigener Erfahrung. Die Hooksielerin managet die Veranstaltung mit ihrer Freundin seit gut acht Jahren. Für den August planen beide eine Premiere: „Dann soll es einen echten Flohmarkt geben – mit Kinder- und Spielsachen, aber auch mit Antiquitäten und Trödelware aller Art.“

Der genaue Termin steht noch nicht fest. Aber Anmeldungen von potenziellen Händlern nimmt Michaela Priebe schon unter Telefon 0173/9550788 entgegen.

Krabbenfischer in Not: Auch weil man Garnelen eben nicht angeln kann

Krabbenfischer Nils Schröder
Nils Schröder ist einer der letzten Hooksieler Krabbenfischer. In dieser Woche hat für ihn die Fangsaison gegonnen. Wie viele noch folgen werden, ist ungewiss. Foto: hol

Von Gerd Abeldt

Hooksiel (6. 3. 2023) – Fischerei und Hooksiel. Das gehört zusammen. Weil die exponierte Lage des Sielhafens am Jadebusen gute wirtschaftliche Voraussetzungen für Fischfangbetriebe bietet – aber auch, weil aus touristischer Sicht ein Nordseehafen ohne Fischkutter kein richtiger Hafen ist. 

Nils Schröder, Eigner und Kapitän des Krabbenkutters „Trotz“, ist dennoch skeptisch. 2015 ist der 35-jährige Fischwirt mit seiner Familie, einer Frau und zwei Kindern, von Varel nach Hooksiel gekommen, um sich hier – aufgrund der besseren Standortbedingungen – als Krabbenfischer selbstständig zu machen. Die Entscheidung habe er bis heute nicht bereut, sagt Schröder im Gespräch mit „Hooksiel-life“. „Aber ich glaube nicht, dass ich mit meinem Betrieb das Rentenalter erreichen werde.“ 

Fischer in vierter Generation

Schröder ist in vierter Generation Fischer. Er liebt seinen Beruf. „Ohne Leidenschaft kann man das gar nicht machen.“ Fischer ist ein anstrengender Beruf. In der Krabbenfang-Saison von März bis Dezember geht es täglich auf See, immer auf der Suche nach den besten Fanggründen. Wo sich die Garnelen gerade aufhalten und am besten fangen lassen, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Von der Jahreszeit, vom Wetter, von der Strömung, von der Sicht im Wasser und, und, und. 

„Meist fahren wir eine Stunde vor Hochwasser los“, schildert Schröder seinen Arbeitsalltag. Zur Crew an Bord gehören neben dem Kapitän ein weiterer Fischer und ein Auszubildender. Der Fangerfolg hängt in hohem Maß von der Erfahrung der Fischer ab. „Wir haben drei bis vier feste Plätze“, schildert Schröder. „Aber eine Garantie für volle Netze gibt es nicht.“ So hat eine Fangwoche schon mal bis zu 72 Stunden. Manchmal bleibt der Kutter 24 Stunden am Stück auf der Jade. Eine Faustregel: Krabben lassen sich am besten in trübem Wasser fangen. Bei klarer Sicht nämlich, so Schröder, sehen die Tiere die Netze kommen.

Krabbenfang mit einem Öko-Zertifikat

Die an Auslegern befestigten Fangnetze werden rechts und links vom Schiffsrumpf ins Wasser gelassen und von der mit einem 300-PS-Motor ausgestatteten „Trotz“ auf Rollen über den Meeresgrund gezogen. Der Fang wird an Bord gereinigt, sortiert und noch auf See gekocht. Beifang gibt es nach den Worten von Schröder so gut wie keinen. „Durch ein Netz-in-Netz-System werden Fische schon unter Wasser aus dem Fangnetz ausgeschleust.“ Beleg für nachhaltige Fischerei und Grundlage für das MSC-Zertifikat (Marine Stewartship Council), das für eine ökologisch verträgliche Fischerei steht.

Dabei kommt es entscheidend auf die Maschengrößen der Netze an. Das Fangnetz für die Krabben (biologisch korrekt wäre „Nordsee-Garnelen“) hat eine Maschenweite von 14 Millimetern, damit zu kleine Tiere sich darin gar nicht erst verfangen. Die Maschenweite des zweiten Netzes, mit dem Fische ausgeschleust werden, ist deutlich größer. 

Fischer fürchten Todesstoß aus Brüssel

Schröder glaubt nicht, dass die von den Krabbenfischern seit vielen Jahrzehnten im Wattenmeer und im Flachwasser der Nordsee praktizierte Fangmethode den Meeresboden schädigt. Sicher ist er sich aber, dass es der Todesstoß für die 54 Küstenfischer-Betriebe in Niedersachsen wäre, wenn der Vorstoß der EU-Kommission Erfolg haben sollte, das Fischen mit Grundschleppnetzen ab 2030 in allen Schutzgebieten verbieten. Erste Einschränkungen im Nationalpark Wattenmeer wären nach dem Vorschlag aus Brüssel schon 2024 spürbar. 

Die Fanggebiete von Schröder liegen ausnahmslos in Schutzgebieten, sei es im Nationalpark Wattenmeer oder in EU-Natura-2000 Gebieten. Eine Verlagerung der Fischerei in die offene Nordsee ist mit den kleinen, schwach motorisierten deutschen Krabbenkuttern nicht möglich. „Und mit einen Netz oder der Angel kannst du halt keine Krabben fangen“, sagt Schröder.

Zusammen mit nahezu allen anderen niedersächsischen Krabbenfischern hat Schröder vor eine Tagen am Rande der Agrarministerkonferenz in Büsum gegen die EU-Pläne protestiert. Durchaus mit Erfolg, wie es scheint. Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) und alle norddeutschen Landesfischereiminister haben sich für den Erhalt der deutschen Krabbenfischerei ausgesprochen. Ein Grund zur Entwarnung ist das für Schröder nicht. „Gut, ein Pauschalverbot für die Grundnetzfischerei wird in 2024 nicht kommen. Aber was heißt das für 2025, 2026 …?“

Bürokratie hat die Fischer am Haken

Nicht nur die EU habe die Fischer im Visier, klagt der Hooksieler Fischer. Unnötige Bürokratie erschwere in Deutschland den Arbeitsalltag erheblich. Als Beispiel nennt Schröder das „Fischereilogbuch“. Dabei handelt es sich um einen auf jedem Kutter fest installierten Computer, über den die Fischer ihre Fangmengen an der Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Hamburg melden müssen – und zwar spätestens 24 Stunden nach dem Festmachen des Kutters im Hafen. Zwingend. Obwohl es für die Krabbenfischerei keine Fangquoten gibt.

„Da ist man zwölf Stunden an Bord, übergibt im Hafen den Fang an den Großhändler, der einem nach Größen-Sortierung und Wiegen der Krabben einige Stunden später die genaue Fangmenge mitteilt, die in den Handel oder zum Pulen nach Marokko geht“, gibt Schröder Einblick in die Praxis. „Dann bin ich gerade mal zu Hause bei meiner Familie und dann wieder los an Bord, um die Meldung ans BEL abzusetzen.Warum gibt es dafür nicht längst eine App auf dem Handy?“

Warum Schröder von der Politik enttäuscht ist

Sorgen bereitet dem Hooksieler die zunehmende Industrialisierung der Jade. Niemand könne derzeit genau sagen, welche Folgen der Betrieb des LNG-Verarbeitungsschiffes „Höegh Esperanza“ und die erlaubte Einleitung von mit Bioziden versetztem Abwasser des Schiffes auf das Ökosystem Wattenmeer haben. Er werde nicht gegen die Anlage klagen. „Das bringt ja doch nichts“, so Schröder. Geärgert habe ihn aber die schlechte Kommunikation. Noch im Oktober habe Olaf Lies, als Umweltminister, in Wilhelmshaven den direkt betroffenen Fischern Gespräche zugesagt. „Und passiert ist dann gar nichts.“ 

Die Fangmengen der „Trotz“ schwankt zwischen 100 Kilogramm und dem Spitzenwert von zwei Tonnen am Tag. Pro Kutter und Jahr kommen so im Schnitt etwa 60 Tonnen zusammen. Ob die Arbeit sich gelohnt hat, hängt aber nicht nur von der Menge ab. Der Krabbenpreis ist stark schwankend. Zuletzt lag er 2021 noch bei 4,30 Euro je Kilo, kletterte er 2022 parallel zu stark steigenden Allgemeinkosten auf 6,05 Euro – für die Fischer wohlgemerkt. Im Handel kostet ein Kilo ungepulter Krabben um die 15 Euro. 

Jennifer Schröder
Jennifer Schröder verkauft am Hooksieler Außenhafen Krabben frisch vom Kutter. Foto: hol

Mit Direktvermarktung durch die Corona-Krise

Ein entscheidender Faktor für den Preis ist die Nachfrage. Die rutschte während der Corona-Pandemie in den Keller. Geschlossene Gaststätten, kaum Feste, keine Krabbenbrötchen-Stände.„Uns hat in den zurückliegenden beiden Jahren die Direktvermarktung hier in Hooksiel sehr geholfen“, sagt Schröder. Das Angebot, frische Krabben direkt beim Fischer zu kaufen, werde es auch künftig geben – allerdings nicht mehr am Wohnhaus der Schröders, sondern am Kutter im Außenhafen. Premiere war am Donnerstag. Eine ganze Reihe von Stammkunden kamen. Sie wurden per WhatsApp informiert, wann der Krabbenverkauf beginnt. Kilopreis zum Saisonstart: 13 Euro.

Fangsaison von März bis Dezember? Also haben Krabbenfischer drei Monate Urlaub? Schröder lacht. Tatsächlich sei er mit seiner Familie für ein paar Tage in die Sonne geflogen. Aber auch im Winter gebe es am Kutter jede Menge zu tun. „Wir erledigen dann alle Arbeiten, für die in der Fangsaison die Zeit fehlt. Jetzt haben wird zum Beispiel alle Keilriemen ausgewechselt, damit uns keiner auf See reißt.“

Die „Trotz“, Kennung Hoo-60, ist 1970 gebaut worden, also schon über 50 Jahre alt. Macht dem Schiff das Alter nichts aus? „Natürlich. Dass ist so, als wenn man mit einem 50 Jahre alten Lastwagen über die Straßen fährt“, sagt Schröder. Aber an die Millioneninvestition in einen neuen Kutter sei derzeit aber gar nicht zu denken. „Dafür gibt uns keine Bank einen Kredit.“ Auch das ist einer der Gründe , warum die Tage der deutschen Krabbenkutter-Flotte gezählt sein könnten.

LNG-Frachter „Höegh Esperanza“ leitet schon Biozide in Jade ein

Hooksiel (23. 3. 2023) – Das LNG-Regasfizierungsschiff „Höegh Esperanza“ arbeitet noch im geschlossenen Betriebsmodus („closed loop“). Die Umstellung des Betriebes auf den kombinierten Kreislauf („combined loop“) ist nach Angaben von Terminalbetreiber Uniper erst ab einer konstanten Wassertemperatur in der Jade von sechs bis sieben Grad geplant. Temperatur am heutigen Freitag: Sechs Grad. 

Im kombinierten Kreislauf wird Seewasser zur Erwärmung des minus 162 Grad kalten Flüssigerdgases eingesetzt. Mit dem Abwasser fließen dann große Mengen Biozide in die Jade. Im geschlossenen Verfahren stellen erdgasbetriebene Dampferzeuger die nötige Wärme zur Umwandlung des LNG in den gasförmigen Zustand bereit.

Hoegh Esperanza am LNG Terminal
Das LNG-Regasifizierungsschiff „Höegh Esperanza“ soll auch nach dem Willen des Bundestages durch den Verzicht auf den Einsatz von Chlor umweltverträglicher werden. Foto: Dietmar Böckhaus

Gerade die vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) genehmigte Dauerchlorierung zum Schutz des Rohrleitungssystem des Schiffes vor dem Bewuchs durch Muscheln und Seepocken sorgt seit Betriebsaufnahme der FSRU (Floating Storage and Regasification Unit) für Proteste. Die Sorge: Biozide schon in geringer Dosierung könnten Mikroorganismen und damit Flora und Fauna im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer schädigen. 

Mit entsprechender Erleichterung war die zuerst auf „Hooksiel-Life“ veröffentlichte Ankündigung von Uniper aufgenommen worden, dass man aktuell nach chlorfreien Antifouling-Methoden sucht. Im Rahmen des in der Betriebsgenehmigung enthalten „Minimierungsgebots“ werden bis zum dritten Quartals Alternativen geprüft – unter anderem eine von Umweltschützern favorisierte Ultraschall-Methode. 

Bund finanziert Umrüstung des LNG-Frachters

Der Bund als Auftraggeber der LNG-Importe hat zugesagt, die Kosten für die notwendige Umrüstung der „Höegh Esperanza“ übernehmen zu wollen. Mehr noch: Nach Informationen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) fordern die Mitglieder des Haushaltsausschusses des Bundestages ausdrücklich das Ende der Biozid-Einleitungen in die Jade.

Allerdings gelangen auch schon im geschlossenen Betriebsmodus von der am Anleger am Voslapper Groden liegenden FSRU Biozide in die Jade. Uniper verweist gegenüber „Hooksiel-Life“ auf die „wasserrechtliche Erlaubnis des NLWKN“ vom 16. Dezember 2022. Seit Aufnahme des Betriebes werde danach „durch Elektrolyse von Seewasser erzeugtes Natriumhypochlorit in die Jade eingeleitet“. Die Chlordosierung bewege sich im Rahmen der Genehmigung, also von 0,1 bzw. 0,2 Milligramm/Liter. Wie andere Frachtschiffe auch benötigt die „Höegh Esperanza“ Seewasser auch für ihr Kühlsystem, als Lösch- und Ballastwasser, das ebenfalls im chloriert wird. „Im ,closed loop‘-Modus werden etwa 6500 Kubikmeter/Stunde eingeleitet“, bestätigt Uniper.

Monitoring läuft schon seit Dezember 2022

Das Monitoring, mit dem etwaige Auswirkungen der Elektrochlorierung an Bord der FSRU auf die Jade festgestellt werden sollen, laufe bereits seit Dezember 2022 – gemäß der Auflagen der wasserrechtlichen Erlaubnis in Abstimmung mit der Überwachungsbehörde, so Uniper. „Ergebnisse sollen veröffentlicht werden, sobald komplette Messreihen über einen längeren Zeitraum für alle Betriebsweisen vorliegen.“ Die bisher gemessenen Daten würden laufend an die Überwachungsbehörde übermittelt.

Auch wenn ein Ende der Dauerchlorierung für die LNG-Regasifizierung absehbar ist: Umweltschutzverbände wie die DUH, der BUND und der Nabu sehen den Aufbau einer aus ihrer Sicht überdimensionierten Import-Infrastruktur für Flüssigerdgas, für den der Bund über zehn Milliarden Euro bereitstellt, skeptisch. Ein Kritikpunkt: Die Abhängigkeit vom russischen Pipelinegas werde in gewissem Umfang durch eine Abhängigkeit von LNG-Importen aus den USA abgelöst.

Nabu am Außenhafen
Anne Rolfes, Umweltaktivistin aus New Orleans (2. von links,) verschaffte sich in Hooksiel mit Vertretern des örtlichen „Netzwerk Energiedrehscheibe“ einen Eindruck vom LNG-Terminal Wilhelmshaven. Auf dem Bild (von links) Andy Gheorghiu, die Wangerländer Ratsherren Hedde Hobbie und Dieter Schäfermeier (beide Pro Wangerland), Stefanie Eilers (Nabu-Vorsitzende) und Britta Moosmann. Foto: hol

In den Vereinigten Staaten wird das Gas durch die umweltschädliche Fracking-Methode gewonnen. Auch bei seiner Umwandlung in LNG und dessen Verschiffung werden die Anwohner, Umwelt und lokale Wirtschaft am Golf von Mexiko im US-Bundesstaat Louisiana massiv belastet. Einen Eindruck davon vermittelte in dieser Woche Anne Rolfes, Direktorin der Umweltschutzorganisation Louisiana Bucket Brigade. Die Aktivistin aus New Orleans war auf Einladung der Sprecherin der „Netzwerk Energiedrehscheibe“, Stefanie Eilers (Nabu Wilhelmshaven), an die Jade gekommen. 

Amerikanerin berichtet von Öko-Schäden

Vom Hooksieler Außenhafen aus warf Anne Rolfs einen Blick auf das erste deutsche LNG-Terminal. Nach einem Besuch der Gasspeicherkavernen in Etzel (Friedeburg) sprach sie in Wilhelmshaven über die Auswirkungen der LNG-Exporte auf ihre Heimatregion. Der Schiffsverkehr zu und der Bau von bis zu zehn LNG-Exportterminals beeinträchtige die Küstenfischerei massiv. Durch das Abfackeln von Gas würden Unmengen von klimaschädlichem Methan freigesetzt und die Anwohner etwa durch krebserregende Benzole bedroht. An der Finanzierung dieser Industrien seien auch deutsche Banken beteiligt. Rolfes bezweifelt ebenso wie das „Netzwerk Energiedrehscheibe“, dass die deutschen und die globalen Klimaziele mit der Umrüstung auf LNG zu erreichen sind.

Zu weiteren Sorgen und Bedenken von Umweltschützern zum Wilhelmshavener LNG-Terminal hat Uniper gegenüber „Hooksiel-Life“ Stellung bezogen. Unzutreffend sei der Verdacht, dass die Seewasser-Ansaugklappen der „Höegh Esperanza“ nicht vergittert seien. „Vor den Öffnungen zu den Einlassbecken befinden sich Gitter“, beteuert eine Uniper-Sprecherin.

Fische werden von Ansaugstutzen vergrämt

Wie viele Meeresbewohner durch den Ansaugprozess getötet werden, wisse man nicht genau. Dazu seien auch in den Umweltgutachten im Rahmen des Antragsverfahrens nur Schätzungen, beruhend auf groben Annahmen und begrenzter Datengrundlage, vorgelegt worden. Als Vergleich seien zum Beispiel die Organismenverluste an den den Ansaug-Vorrichtungen der Kraftwerke an der Jade herangezogen worden.

Auf Grundlage der Gutachten habe Uniper „eine entsprechende Kompensation geleistet, mit der adäquate Ausgleichsmaßnahmen für die Verluste realisiert werden können“. Die Betreiber seien zudem verpflichtet worden, „die technischen Möglichkeiten zur Vergrämung von Fischen weitergehender zu prüfen und im Hinblick auf die FSRU darzulegen“. „Die Untersuchungen der Umweltexperten hierzu laufen“, sagte die Uniper-Sprecherin gegenüber „Hooksiel-Life“. Kleinstlebewesen, die durch die Einlassgitter gelangen, würden im Seewasser vor den Filtern aufgefangen. „Das anfallende Biomaterial wird fachgerecht an Land entsorgt.“

Pfützen und Hundekot im Spielparadies

Spielplatz in Hooksiel
Paul ist traurig. Die Rutsche kann er nicht benutzen. Auf dem Spielplatz an der Bakenstraat läuft das Wasser schlecht ab. Foto: hol

Hooksiel (30. 3. 2023) – Karin Korth ärgert sich. Die Hooksielerin wohnt in der Bakenstraat. Eigentlich ein idealer Wohnort – zumal die Großmutter gern mit ihren Enkeln auf einen Spielplatz geht. Aber zum Leidwesen von Oma Karin und Enkel Paul stand der ansonsten sehr schöne Spielplatz an der Bakenstraat mal wieder wieder unter Wasser. 

„Der Spielplatz ist schön. Aber wenn es mal regnet, steht das Wasser da sehr hoch“, sagt Karin Korth im Gespräch mit „Hooksiel-Life“. Sie würde sich wünschen, dass die Gemeinde sich um das Problem kümmern würde. „Hier fehlt eine Drainage. Oder zumindest müsste mal jemand Löcher in die Erde bohren, damit das Wasser abfließen kann“, schlägt die Großmutter vor.

Ein weiteres Problem lässt sich vermutlich so leicht nicht lösen. Hundekot! „Direkt vor der Wippe ein riesiger Haufen. Das ist ekelig …. Welche Hundehalten machen so etwas?“ Nach dem Eindruck der Hooksielerin gibt es viele Hundehalter, die vorbildlich mit ihren Tieren unterwegs sind. Ausgerüstet mit Hundeleine und Plastikbeutel, um gegebenenfalls den Kot aufnehmen zu können. Einigen Tierhaltern scheint der Kot ihrer Vierbeiner aber ganz egal zu sein. Und von der Anleinpflicht im Ort und am Strand hätten die offenbar auch noch nichts gehört.

Karin Korth würde sich wünschen, dass die „schwarzen Schafe“ unter den Hundehaltern auch mal von Ordnungskräften auf ihre Verstöße angesprochen werden. Dass es sich dabei keineswegs um „Kleinigkeiten“ handelt, weiß sie seit ihrem Fahrradsturz am Deichverteidigungsweg am Strand. Dort sei ihr ein unangeleinter Hund direkt ist Rad gelaufen. Das Ergebnis: Etliche Schürfwunden bei Karin Korth, ein Achselzucken bei den Hundehaltern und ein dummer Spruch: „Sie müssen hier ja auch nich so schnell mit dem Fahrrad fahren …“ 

Ob Spielkreis oder Reitstall: Umgang mit Kindern ist für „Hilli“ Herzenssache

Hildburg Reiners im Reitstall
Für Hildburg „Hilli“ Reiners ist der Reitstall in Oesterdieken die zweite Heimat. Foto: hol

Hooksiel (28. 3. 20203) – Gibt es so etwas wie eine Mutter eines ganzen Dorfes? Im übertragenen Sinne schon. Und in Hooksiel trägt sie einen Namen: Hildburg Reiners. Einen Großteil der seit Jahren in Hooksiel lebenden Frauen und Männer hat sie schon als Kinder im Spielkreis betreut. Und deren Kinder wiederum lernen inzwischen bei „Hilli“ reiten.

Hildburg Reiners ist sportlich, drahtig, meist gut gelaunt und immer für einen lockeren Spruch gut. Wenn die Mutter von zwei erwachsenen Kindern mit ihren Enkelkindern und ein paar Hunden durch den Ort zieht, muss sie gefühlte alle zehn Meter jemanden grüßen. Als gebürtige Hooksielerin kennt sie unheimlich viele Menschen im Ort – vor allem auch junge Menschen.

Die heute 75-Jährige gehörte 1977 zum Kreis der Frauen, die in Hooksiel einen „Spielkreis“ gründeten. Einen Kindergarten gab es damals noch nicht. Als Mutter eines sechsjährigen Mädchens und eines vierjährigen Sohnes übernahm Hildburg Reiners zwei Mal in der Woche für jeweils vier Stunden die Betreuung von einer der beiden je 30-köpfigern Gruppen. Eine erzieherische Ausbildung hatte sie nicht. Aber viel Liebe für Kinder, die – so ihre Überzeugung bis heute – auch einmal ein strenges Wort brauchen, wenn sie Grenzen überschreiten. „An der Liebe ändert das nichts.“

Mit 13 Jahren auf Brötchentour zu den Kunden

Hildburg ist eine geborene Schmöckel. Ihre Eltern, wie auch schon ihre Großeltern, betrieben als Bäcker und Konditoren in Hooksiel eine Bäckerei. Das Mädchen wuchs in Hooksiel auf, besuchte hier die Schule und lernte schon mit sechs Jahren ihren späteren Mann Heino kennen. Heino arbeitete später als Bäcker im elterlichen Betrieb, in dem Hildburg ihre Lehre als Einzelhandelskauffrau absolvierte. 

Als Lehrling in einem Familienbetrieb hat man es nicht ganz leicht. „Man hat nie Feierabend. Man ist immer da, wenn noch etwas erledigt werden muss. Schon mit 13 Jahren musste ich morgens die Brötchentour übernehmen“, erinnert sich die Seniorin. Auch in ihrer Zeit als Auszubildende hatten die Brötchen oberste Priorität. „Wenn ich mich bei der Tour mal verspätete, verpasste ich meinen Bus zur Berufsschule – dann musste ich da mit dem Fahrrad nach Jever fahren.“ Dafür war die Abschlussprüfung besonders streng. Frei nach dem Motto: „Na ja, du hast ja bei deinen Eltern in der Lehre. Mal sehen, ob du da wirklich etwas gelernt hast …“

Die berufliche Karriere im Familienbetrieb endete, als das die junge Frau gerade 18 Jahre alt war. Die Bäckerei Schmöckel ging Konkurs. „Meine Eltern waren über Nacht verschwunden“, erinnert sich Hildburg Reiners. Damit war auch der Job weg, aber der Weg zur Heirat frei. Heino Reiners wechselte zur Bäckerei Ulfers und heiratete seine Jugendfreundin. Nur aus der erhofften Mitgift von seiner Frau wurde nichts. Deren Familienbesitz kam weitgehend unter den Hammer.

Aus dem Spielkreis in den Kindergarten übernommen

Im Spielkreis wurde „Hilli“ zur Institution. Eine ganze Generation von Hooksielern hat auf ihrem Schoß gesessen, wurde getröstet oder zum Spielen animiert. Der damalige Bürgermeister Dietrich Gabbey sorgte dafür, dass die Spielkreis-Betreuerinnen übernommen wurden, als die die Gemeinde Wangerland um 1990 herum in der „Alten Schule“ einen offiziellen Kindergarten einrichtete. Als „ungelernte Kraft“ musste sich Hildburg Reiners mit ihrem pädagogischen Leitbild im Profi-Team des Kindergartens ihren Platz erst erobern. Ihrem Credo blieb sie treu: „Der Umgang mit Kindern ist eine Herzenssache – aber man muss auch konsequent sein.“

Die Kinder dankten es ihr. Als sie mit 65 Jahren in Ruhestand ging, gab es einen große Abschiedszeremonie. Aber „Hilli“ blieb ihren Kindern treu, arbeitete noch bis 70 als Springer-Kraft und stand darüber hinaus fast täglich am Kindergarten-Zaun, um ein Lächeln zu ergattern.

Hildburg Reners

Vor der Gefahr, in ein emotionales Loch zu fallen, bewahrten die Rentnerin aber ihre Kinder und Enkelkinder – und ihre große Leidenschaft: die Pferde. Dr. Karl-Heinz Gaede, Mitbegründer des Reit- und Fahrvereins Hooksiel, sprach die junge Mutter an, die ihre Tochter Katja regelmäßig zum Reitunterricht begleitete. „Kommen Sie doch zu uns nach Oesterdieken und übernehmen einen Kindergruppe.“ Gesagt getan. 

Seit 1988 gehört Hildburg Reiners zum Trainerstab des RuF Hooksiel. Der Verein, mehrfach für seine gute Nachwuchsarbeit ausgezeichnet, bietet ideale Bedingungen – für Reitanfänger ebenso wie für Fortgeschrittene, für Dressur- und für Springreiter. Die Basis dafür legen 13 ehrenamtliche Reitlehrerinnen und Reitlehrer sowie sechs Schulpferde, die den Einstieg in den Sport erleichtern. Sportlicher Höhepunkt in Oesterdieken ist das Großturnier, das der Verein jeweils im Herbst ausgerichtet.

Hildburg Reiners hat selbst nie Turniere geritten. Aber dennoch war der Reitunterricht für Frauen- und Kindergruppen für sie schnell mehr als ein Hobby. Dazu haben auch ihre eigenen Pferde beigetragen – erst Stroma, dann Silas, Bendit und heute Käpt’n. „Hilli“ reitet zwar noch regelmäßig selbst. Aber um Käpt’n, einen Haflinger, fit zu halten, freut sich die Seniorin über die Unterstützung von zwei Reitbeteiligungen. 

Angehende Reiter brauchen klare Kommandos

Der Reitunterricht ist das eine. Der Reitstall das andere. Vor allem nach dem Tod ihres Mannes Heino im vergangenen Jahr ist Hildburg Reiners täglich in Oesterdieken, füllt die Getränkebestände auf, fegt durch die Reiterklause oder schaut nach den Schulpferden. Der Plausch mit den Reitern, Reitlehrern und Vorstandsmitgliedern gehört zu ihrem Reiterleben genau so dazu wie die körperliche Anstrengung beim eigenen Ritt durch die Halle. 

Als Reitlehrerin steht sie dienstags und mittwochs selbst in der Bahn, hilft kleinen Mädchen beim Satteln oder beim Aufsteigen aufs Pferd – und gibt Kommandos: „Schritt, Trab, Galopp – und jetzt Wechsel durch die ganze Bahn. Zügel kürzer! Achte auf deinen Sitz! Nicht mit den Beinen schlackern! Auf dem Zirkel geritten …“ Beobachtet wird das Ganze von der Tribüne aus von den Müttern der Reitanfänger, von denen viele „Hilli“ noch aus dem Spielkreis kennen – mit ähnlich konsequenten Kommandos. Und mit viel Herz. Und niemand zweifelt, wenn Hildburg Reiners feststellt: „Neben meinen Enkelkindern ist der Reitstall mein Ein und Alles.“