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Beiträge veröffentlicht in “Hooksiel”

Fastnachtslaufen in Erinnerung an Handwerksmeister Gerhard Keemann

Sascha Keemann spielt Harmonika mit Meyra Schriever
Spielen zur Einstimmung zusammen Fastnachtslieder: Sascha Keemann, dessen Vater die Tradition in Hooksiel über Jahrzehnte hoch gehalten hat, und Meyra Schriever. Foto: hol

Hooksiel (26. 2. 2025) – Aus dem Awo-Heim erklingt Musik. Seit Wochen schon. Akkordeon- und Harmonika-Klänge sind deutlich zu hören, dazu ein Geklingel und Gestampfe. Teufelsgeigen. Die Vorzeichen sind unüberhörbar. Rosenmontag naht – und die Hooksieler Fastnachtsläufer bereiten sich auf ihren Auftritt vor.

Das Fastnachtslaufen ist in Hooksiel auf dem besten Weg, wieder zu einer festen Tradition zu werden. Im vergangenen Jahr schon waren drei Gruppen junger Leute – Schüler, Auszubildende, Handwerker – verkleidet als Teufel, Schornsteinfeger, Hauptmänner, Eierfrauen und Kassierer durch den Ort gezogen, hatten an Haustüren Ständchen gebracht und als „schwarze Männer“ Kinder angemalt. Aus der Aktion bildete sich die Gruppe „Weil wir Hooksieler sind“, die sich seither in Hooksiel engagiert.

Umzug durch den Ort

Inzwischen ist die Gruppe um ihre Sprecher Julian Dreßel, Nico Müller, Finja Janssen, Jan-Niklas Ulfers und Meyra Schriever weiter gewachsen. An diesem Rosenmontag werden sich früh morgens vier Gruppen mit je vier bis fünf Leuten im Walter-Spitta-Haus treffen und von hieraus musizierend durch die benachbarten Dörfer wie Bohnenburg, Wüppels, Haddien, Crildumersiel und Kaisershof und durch die Wohnviertel von Hooksiel ziehen. Natürlich bekommen auch die Grundschule und der Kindergarten sowie das Senioren-Wohnstift und das WiKi-Wohnheim Besuch. Zum Abschluss, so die Planung, soll es wieder einen Bummel durch die Gastronomie im Ort geben, möglicherweise zusammen mit den „Besenwerfern“, die ebenfalls auf Tour sein werden.

„Das ist wirklich schön, dass die jungen Leute die alte Tradition wieder pflegen“, sagt Helga Keemann. „Dass treibt einem die Tränen in die Augen, wenn man das so sieht.“ Für Helga Keemann ist das Fastnachtslaufen ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Ihr 2020 verstorbener Mann, der Maurermeister Gerhard Keemann, hat über Jahrzehnte Auszubildenden die alten Handwerker-Bräuche nahe gebracht. Dabei wurde die gesamte Familie, zu der mit Natascha, Sonja, Nicole, Sascha und Tamara fünf Kinder gehörten, mit einbezogen. „Bei uns zu Hause war Musik immer ein Thema.“

Fastnachtsläufer von Hooksiel 2025
Helga Keemann (3. von links) fühlt sich sichtlich Wohl im Kreise der jungen Leute, die am Rosenmontag als Fastnachtstläufer durch Hooksiel ziehen werden. Foto: hol

Helga Keemann hat zum Übungsabend der Fastnachtsläufer einen dicken Ordner mit Zeitungsartikeln mitgebracht. In etlichen Berichten wurde seit Anfang der 1980er Jahre über den Karnevalsbrauch in Hooksiel berichtet. „Da geht einem das Herz auf“, sagt die Hooksielerin, die sich sehnlichst wünscht, dass die Handwerkstraditionen auch in Generationen noch gepflegt werden. Auch deshalb hat sie der Gruppe eine Familien-Harmonika geschenkt.

Unterstützung von allen Seiten

Darüber erfahren die Fastnachtsläufer aus dem ganzen Ort viel Unterstützung, sagt Julian Dreßel. Der Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe (HHG) habe vier Tröten gespendet, der Seebadeverein drei, der Verein Kunst- und Erlebnispfad vier Kostüme finanziert. Hinzu kommen ein Frühstück der Bäckerei Ulfers-Eden, ein Mittagessen von der Dorfgemeinschaft sowie – so die Hoffnung – kleine Belohnungen an den Haustüren und Freigetränke von der Gastronomie.

„Wir haben bis Montag ein volles Programm“, sagt Dreßel. Ihre Generalprobe feiern die Fastnachtsläufer am Samstag auf dem Handwerkerball. Für Sonntag sind sie zum Kinderkarneval in die Skiterrassen an der Wasserskianlage eingeladen. Und dann geht es am frühen Rosenmontag los: „FiFa Fastnacht. Angefangen! Ist es erlaubt, ein Lied zu singen? Wir sind Hooksieler, das weiß ein jedes Kind! Wir reißen Bäume aus, wo gar keine sind …“

Tennis: Viel Spaß beim Doppel-Turnier

FCN-Tennisturnier in Jever
Vier der insgesamt 14 Aktiven beim Doppel-Turnier des FCN Hooksiel in Jever: (von links) Thomas Otte, Niklas Doyen, Reiner Meints und Anton Hamacher. Foto: Scholz

Hooksiel (25. 2. 2015) – Mit einem gelungenen Tennisnachmittag hat die Tennisabteilung des FC Nordsee Hooksiel die Tradition der vereinsinternen Winter-Doppelturniere wieder aufgenommen. Auf Einladung von Organisator Alexander Scholz trafen sich 14 Spielerinnen und Spieler im Alter von 17 bis 70 in der Halle des MTV Jever. 

Fünf Stunden lang traten die Aktiven in immer wieder neu zusammengestellten Doppel- Konstellationen gegeneinander an. Mal als Geschlechter-Mix, mal als Alt-Jung-Kombi. Förmliche Sieger gab es bei diesem Modus nicht. Scholz: „Wir waren heute alle Sieger. Wir hatten viel Spaß zusammen und so viel ist klar: 2026 wird es auch wieder ein Winter-Doppelturnier geben.“ 

Die über viele Jahre in dem Verein gepflegte Tradition war in der Corona-Zeit eingebrochen. Da der FCN keine eigene Halle hat, müssen die Tennisspieler des Vereins für sportliche Aktivitäten im Winter in die Nachbarschaft ausweichen. Am kommenden Montag, 3. März, treffen sich die Mitglieder der Tennissparte zur Abteilungsversammlung (19.30 Uhr, Stelzengebäude). Für Samstag, 22. März, ab 10 Uhr ist dann auch schon der erste Arbeitsdienst zur Saisonvorbereitung auf der Tennisanlage in Hooksiel angesetzt.

Kommentar: Demokratische Parteien müssen nach Ohrfeige reagieren

Von Gerd Abeldt

Hooksiel (24. 2. 2025) – Das Wangerland ist eine kleine Gemeinde. Dennoch verrät das hiesige Ergebnis der Bundestagswahl einiges über die Befindlichkeiten in ganz Deutschland. Zumindest wirft es Fragen auf, über die in den Parteizentralen nachgedacht werden muss.

Das Wahl-Ergebnis liegt auf der Linie des Bundesergebnisses. Die CDU gewinnt (weniger klar als erwartet), die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP werden teils dramatisch abgestraft. Die selbst ernannte Alternative für Deutschland (AfD) verzweieinhalbfacht ihr Ergebnis von vor vier Jahren. Und auch die Linke erzielt einen Achtungserfolg.

Bei näherer Betrachtung verraten die Zahlen: Die Abstimmung wurde eindeutig von nationalen und internationalen Themen bestimmt. Ja, es ging um den Bundestag. Aber noch nie zuvor sind traditionelle Parteibindungen im ländlichen Raum derart zersetzt worden. Die im Wangerland immer starke FDP wurde pulverisiert, dafür klettert die Linke, die in der Gemeinde noch nicht ein einziges Mal zu irgendeinem Thema das Wort ergriffen hat, aus dem Stand auf fast sechs Prozent. 

Ebenso die AfD. Kommunalpolitisch spielt die Partei im Wangerland keine Rolle. Selbst nach der Einquartierung mehrerer Hundert Flüchtlinge in Hohenkirchen gelang es der Rechtsaußen-Partei nicht, in der Gemeinde Fuß zu fassen. Und dennoch: Über 20 Prozent der Wangerländer wählen AfD. Aus Protest? Oder als Beleg für das „Prinzip Hoffnung“?

Offenbar ist die Verunsicherung bei vielen Wählern so groß, dass sie vor allem eines wollen: Eine Neuausrichtung – in der Wirtschafts-, Klimaschutz-, Außen- und Flüchtlingspolitik. Viele Menschen haben Angst, fühlen sich überfordert. Hinzu kommen vielleicht Zukunftsängste bei Landwirten und Fischern, in der bei Touristik-Branche oder bei Menschen, die sich um das Gesundheitswesen sorgen oder an hohen Kosten für Energie, Miete oder im Pflegebereich verzweifeln. 

Das Wahlergebnis ist mehr als eine Ohrfeige für die etablierten demokratischen Parteien. Es ist der vielleicht letzte Weckruf zur Erneuerung. Die direkt gewählte SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller hat zu Recht gefordert, dass ihre Partei die Basisarbeit vor Ort deutlich verstärken muss. Konkret heißt das: Gespräche mit Menschen, Gespräche, Gespräche und noch einmal Gespräche. Und dabei wären die Parteienvertreter gut beraten, wenn sie nicht nur reden, sondern wenn sie auch genau zuhören, wo den Menschen der Schuh drückt.

Wenn diese Strategie etwas bringen soll, müssen die Parteien insbesondere auch mit den AfD-Wählern sprechen, die man bislang gern in die rechtsextreme Ecke gestellt hat, vielleicht auch um sich schwierige Debatte zu ersparen. Jetzt ist es offenkundig: diese Form von Brandmauer schützt nicht. Sie schadet nur der Demokratie. 20 Prozent der Wähler Rechtsextreme? Das ist abwegig und taugt nicht länger als Argument für eine Diskurs-Verweigerung. 

Die sich abzeichnende schwarz-rote Regierungskoalition verschafft vielleicht etwas Zeit, die derartige Debatten benötigen, wenn sie neues Vertrauen schaffen sollen. Die Parteien wären gut beraten, sie zu nutzen. Auch bei uns im Wangerland. Noch wichtiger wäre es aber, wenn die neue Regierung den Bürgern einen Teil ihrer Ängste nimmt. 

Im Wangerland: CDU vor SPD – AfD und Linke gewinnen aber stark hinzu

Friesland/Wangerland (24. 2. 2025) – Die Wangerländer haben in der Tendenz ähnlich gewählt wie die Bürger im ganzen Land: 30,5 Prozent der Zweitstimmen gingen an die CDU, 24,9 Prozent an die SPD und 19,8 Prozent an die AfD. Auf den Plätzen folgen die Grünen (7,4 %), die Linke (5,8 %) und abgeschlagen die FDP (4,7 %) und das BSW (3,4 %). Damit gab es erhebliche Verschiebungen zur Wahl 2021, die die SPD im Wangerland noch mit 38 Prozent für sich entscheiden konnte. Die CDU kam vor vier Jahren auf 24,3, die FDP auf 11,7, die Grünen auf 10,7, die AfD auf 7,5 und die Linke auf 2,9 Prozent der Stimmen. 

Anders lagen die Prioritäten bei den Erststimmen, mit denen die Wähler ihre Priorität bei den Direktkandidaten der Parteien zum Ausdruck bringen. Hier liegt Siemtje Möller (SPD) mit 35,4 Prozent der Stimmen vor Anne Janßen (CDU) mit 26,8 Prozent. Auf Rang drei landete Martin Sichert von der AfD mit 19,7 Prozent der Stimmen. Alle drei dürften direkt oder über die Landeslisten ihrer Parteien in den 630-köpfigen Bundestag einziehen.

Die Wahlbeteiligung im Wangerland lag mit 82,2 Prozent deutlich höher als bei der Wahl 2021 und auch über dem Schnitt im Wahlkreis 26 (Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund) mit 81,1 Prozent. Die Zuordnung der Wangerländer Stimmen auf einzelne Ortsteile ist schwierig, da sehr viele Bürgerinnen und Bürger bereits im Vorfeld per Briefwahl abgestimmt hatten. Diese Stimmen werden nachträglich nicht mehr den Wohnorten der Wähler zugeordnete. 

Die Folge der hohen Briefwahlquote: Die Wahlbeteiligung zum Beispiel im Wahllokal in Hooksiel lag nur noch bei etwa 56 Prozent. Eine weitere Folge: Der Wahlvorstand einer der beiden eigenes eingerichteten Briefwahlbezirke benötige angesichts der Flut von Stimmen deutlich mehr Zeit für die Auszählung der Stimmen als alle anderen Vorstände.

Dennoch ein kleiner Überblick über die am Sonntag in der Sporthalle Hooksiel abgegebenen 1114 Stimmen (von 1991). Bei den Erststimmen setze sich Siemtje Möller (33,4 %) von der SPD vor Anne Janssen (28,4) von der CDU und Martin Sichert (20,2 %) von der AfD durch. Auf den Plätzen folgten Ulrike Maus (Grüne) mit 5,7 und Vincent Janßen (Linke) mit 5,4 Prozent. Bei den Zweitstimmen setzte sich die CDU (26,2 %) vor der SPD (25,4 %) durch. Die AfD landete mit 21,9 Prozent auf Rang drei. Die Grünen erhielten die Zustimmung von 8,4 Prozent, die Linken von 7,7, die FDP von 5,4 und das BSW von 2,4 Prozent der Wähler. 

Die Wahl ist eröffnet: Hooksieler geben Stimmen in der Turnhalle ab

Wangerland/Hooksiel (23. 2. 2025) – Die Wahl ist eröffnet. Seit 8 Uhr haben die Wahllokale in Deutschland für die Abstimmung zur Bundestagswahl geöffnet. Auch im Wangerland, wo um die 7800 Bürgerinnen und Bürger zur Wahl aufgefordert sind. In sechs Wahllokalen können die Wahlberechtigten bis 18 ihr ihre beiden Stimmen abgeben. Eine für eine Partei, eine für die oder den Politiker, der den Wahlkreis Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund direkt im Bundestag vertreten soll.

In Hooksiel hat die Gemeinde Wangerland das Wahllokal in der Sporthalle an der Grundschule eingerichtet. Allgemein wird bei dieser „Richtungswahl“ von einer hohen Wahlbeteiligung ausgegangen. Auch weil die Außentemperaturen gemäßigt sind. Eisige Kälte jedenfalls wird niemanden davon abhalten zu wählen. Sehr viele Wähler haben ihre Stimme bereits im Vorfeld per Briefwahl abgegeben, so dass sich die Schlangen vor den Wahllokalen in Grenzen halten sollten.

Bei der vergangenen Wahl am 26. September 2021 hatte sich die SPD-Kandidatin Siemtje Möller aus Varel mit 45,4 Prozent der Stimmen im Wahlkreis deutlich gegen Anne Janßen (22,2 Prozent) durchgesetzt. Letztlich waren beide im Bundestag vertreten, da die Wittmunderin Janßen über die Landesliste ihrer Partei den Weg nach Berlin gefunden hat. Ebenso wie Joachim Wundrak von der AfD (7,7 %). Möller und Janßen stehen auch bei dieser Wahl auf dem Stimmzettel. Wundrak ist nicht wieder angetreten. Für die AfD stellt sich Martin Sichert aus Zetel zur Wahl. 

Das Trio hat unabhängig vom Direktmandat aufgrund seiner guten Listenabsicherung durch die jeweilige Partei sehr gute Chancen, in den auf 630 Sitze verkleinerten Bundestag einzuziehen. Als weitere Direktbewerber gehen Ulrike Maus (Grüne) aus Moorweg, Robert Wegener (FDP), Vincent Janßen (Die Linke), Sanchez Mengeler (Die Partei), Andreas Lang (Freie Wähl), Merten Köhler (Volt) – alle aus Wilhelmshaven – sowie Stephanie Langner (die Basis) aus Zetel ins Rennen.

Auch als Partei hatte die SPD 2021 den Wahlkreis mit 36,7 Prozent der Stimmen deutlich vor der CDU (19,6 %), den Grünen (13,6 %), der FDP (10,0) und der AfD (9,3) gewonnen. Im Wangerland lag die SPD mit 38,0 % vor CDU (24,2), vor FDP (11,7), Grünen (10,7) und AfD (7,5). Ähnlich das Wahlergebnis in Hooksiel, wo Siemtje Möller und die SPD deutlich vorn lagen.

Startschuss für den SC Wangerland: FCN Hooksiel verschmilzt in Großverein

Vorstand SC Wangerland
Der künftige Vorstand des SC Wangerland: (stehend von links) Joachim Guhl, Werner Funke, Marina Doyen, Andrew Gilliam-Hill, Stefan Goethe, Ingo Bohns, Dieter Gerken, Cristian Doyen und Corinna Decker sowie davor (v. l.) Andre Scharfe und Tobias Weyerts. Nicht auf dem Bild ist Werner Doyen. Foto: hol

Hooksiel/Wangerland (22. 2. 2025) – Das Wangerland bekommt einen Großverein. Im großen Einvernehmen haben am Freitag Abend die Mitglieder der Sportvereine FC Nordsee Hooksiel, Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland ihre Verschmelzung zum Sport-Club (SC) Wangerland beschlossen. Obwohl damit das Ende zweier Traditionsvereine besiegelt wird, spricht Christian Doyen, Vorsitzender des FC Nordsee Hooksiel, von „einem großen Tag für den Sport im Wangerland“. 

Falls die Eintragung beim Amtsgericht reibungslos läuft, soll der neue, rund 900 Mitglieder starke Verein zum 1. Juli an den Start gehen. Seine Geschicke werden dann von einem Vorstand geregelt werden, der bereits vorausblickend gewählt wurde – einstimmig.

Hoffnung auf Synergie für den Sport

Doyen begrüßte im Namen der Alt-Vorstände rund 90 Mitglieder der drei Vereine in Leerhafe. In Wittmund-Leerhafe deshalb, weil der begleitende Notar Gerrit Fiene seinen Sitz in Wittmund hat und die Ordnungsmäßigkeit der Verschmelzungs-Versammlung nur in Ostfriesland beurkunden darf. Die notarielle Begleitung ist nur eine der hohen Anforderungen, die der Gesetzgeber an das Zusammengehen von Vereine stellt. Allein in der vom Landessportbund begleiteten Vorbereitung hätten, so Doyen, über Tausend Stunden ehrenamtliche Arbeit gesteckt. 

Die Vereine arbeiten mit ihren Fußballsparten schon seit Jahren in Spielgemeinschaften zusammen. „Vor drei Jahren hatte dann jemand die spontane Idee, ob wir nicht kompakt zusammen gehen sollten“, schilderte Doyen. Und dann sei es schon einmal „etwas hektisch“ geworden. Aber man sei sich schnell einig gewesen, dass die möglichen Synergien wie weniger Vorstandsposten, weniger Verwaltungsarbeit, zentrale Mitgliederführung sowie der gemeinsame Auftritt gegenüber Verbänden, Presse und Gemeinde Energien freisetzt, die der gemeinsamen Gestaltung des Sportangebotes zugute kommen können. 

Das neue Vereinswappen des SC Wangerland

Im Zuge der Verschmelzung werden der 1956 gegründete FCN Hooksiel und der über 100 Jahre alte Rot-Weiß Tettens aufgelöst, erläuterte RW-Geschäftsführer Tobias Weyerts. Mitgliedschaften und Vermögen gehen auf den Verein Eintracht Wangerland über, der sich in SC Wangerland umbenennt und im gleichen Moment eine neue Satzung sowie einen neuen Vorstand bekommt. „Damit wir keiner der Partnern über den Tisch gezogen“, ist Weyerts überzeugt. Der Verein erhält ein neues Wappen. Sein Sitz wird Hohenkirchen sein. Alle Traditionen und Ehrenrechte der alten Vereine sollen bewahrt werden. 

Zu den Regulation gehören ein Verschmelzungsvertrag und ein Verschmelzungsbericht, eine neue Satzung, ein Finanzbericht und eine gemeinsame Mitgliederliste. Der neue Verein ist finanziell gesund und wird künftig eine Fülle von Abteilungen haben: Neben Fußball im Jugend- und Erwachsenenbereich sind das Tennis, Kampfsport, Turnen, Volleyball, Handball, Tischtennis und Freizeitsport. 

Vorstand paritätisch besetzt

Der künftige geschäftsführende Vorstand besteht aus sechs Personen. Die Mitglieder folgten dem Vorschlag, das Gremium zum Start paritätisch zu besetzen, mit jeweils zwei Vertretern aus den Alt-Vereinen. Einstimmig gewählt wurden Dieter Gerken und Ingo Bohns (beide Eintracht Wangerland), Stefan Goethe und Tobias Weyerts (beide RW Tettens) sowie Marina Doyen und Christian Doyen (beide FCN Hooksiel). Als Beisitzer verstärken den Vorstand: Werner Funke und Werner Doyen (beide FCN Hooksiel), Joachim Guhl und Andrew Gilliam-Hill (beide Eintracht Wangerland) sowie Andre Scharfe und Corinna Decker (beide RW Tettens). 

Wer wird neuer Vorstandsvorsitzender? Formal niemand. Der Vorstand selbst wird später festlegen, wer die Sprecher-Funktion für den Verein übernimmt. Auch die anderen üblichen Posten wie Schatzmeister, Schriftführer oder Pressewart werden intern besetzt. Diese moderne Vorstandsgestaltung habe den Vorteil, hieß es, dass bei Bedarf intern Posten neu besetzt werden könnten, ohne dass dafür jeweils außerordentliche Mitgliederversammlungen einberufen werden müssen. 

Noch ein Vorteil für den SC Wangerland: Die erste Fußballmannschaft, die derzeit als Spielgemeinschaft in der Kreisliga kickt, dürfte mit der Verschmelzung offiziell auch in die Bezirksliga aufsteigen.

Überraschungsparty mit Philipp Dittberner und großem Feuerwerk

Hooksiel (22. 2. 2025) – Alina aus Hooksiel hat Glück gehabt. Großes Glück. Auch wenn ihre Traumband Culcha Candela nicht zu ihrem 18. Geburtstag kommen wollte, wurde ihre Feier zu einem unvergesslichen Erlebnis. Oder vielleicht gerade deshalb.

Rund zwei Wochen vor ihrem Ehrentag hatte Alina bei der angesagten Pop- und Reggaeband angefragt, ob sie nicht zu ihrem Geburtstag kommen wolle. Sie wollte nicht. Türöffner für eine große Alternativ-Feier war aber der freundlich gesagt als überheblich empfundene Ton der Absage, die die Hooksielerin ins Netz gestellt hatte. Der Vers ging viral durch die „sozialen Medien“. 

Spontan meldeten sich andere Künstler, die gern bei Alina auftreten wollten. Und – finanziert vom Energieversorger „E wie Einfach“ – wurde daraus ein Mega-Überraschungs-Event.

Neben den Gästen aus Familie und Freundeskreis gratulierten dem Geburtstagskind bei der Party am vergangenen Wochenende in den Hooksieler Skiterrassen der Singer-Songwriter Philipp Dittberner, Bevn & Moonkid und DJ Justin Prince. Sie sorgten mit ihrer Musik für tolle Stimmung. Zudem überraschten Videobotschaften von Rapper Cro sowie des Geschwister-Duos HE/RO Alina. Und zu Mitternacht dann noch ein mächtiges Feuerwehr zur Feier des Tages. Herzlichen Glückwunsch. 

Warum macht ein Energieversorger so etwas? Katja Steger, Geschäftsführerin von „E wie Einfach“: „Wir wollen Energie erlebbar machen und positive Erlebnisse schaffen. Diese Party steht symbolisch für unsere Haltung: Gute Energie in jeder Hinsicht.“

Segler-Nachwuchs im Hallenbad: Auch das Kentern will gelernt sein

Kenterraining im Hallenbad in Hooksiel
Um einen gekenterten Opti wieder aufzurichten, muss kräftiger Druck auf das Schwert ausgeübt werden. Michael Sondermann (vorn) gab des Kindern dabei Hilfestellung.  Foto: Dörte Salverius 

Hooksiel/Sal (20. 2. 2025) – Die Segelsaison beginnnt zwar erst in einigen Wochen, aber die Vorbereitungen laufen bereits. Beim Wassersportverein Hooksiel (WSV) stand ein Kentertraining für die Jüngsten im Programm. Denn wenn es ab Mai bei Wind und Wetter wieder hinausgeht, müssen die Kinder wissen, was zu tun ist, sollten sie auf dem Wasser mit ihrer Optimisten-Jolle einmal kentern.

Die Jugendwarte Sonja Heimann und Heiko Röttger hatten erstmals auch die Jugendgruppen anderer Segelvereine zum Training ins Hooksieler Hallenwellenbad eingeladen, das die Wangerland Touristik zur Verfügung gestellt hatte. Neben dem WSV und der Segelkameradschaft Horumersiel (SKHS) – beide arbeiten in Sachen Jugendtraining schon länger zusammen – waren der Hochsee Yachtclub Germania aus Wilhelmshaven (HSYC) und der Sail-Lollipop Regatta-Verein (SLRV) aus Hooksiel dabei.

Und so tummelten sich am 20 Mädchen und Jungen im warmen Meerwasser des Hallenbades. Gemeinsam wurden zunächst drei Optis zu Wasser gebracht. In den Bordwänden befinden sich Auftriebskörper, deshalb sind sie so gut wie unsinkbar. Um genau das zu demonstrieren, wurden die Kinder zunächst aufgefordert, nacheinander in eines der Boote zu klettern. 13 passten am Ende hinein, ohne dass Wasser über die Bordwand schwappte. 

Zum Kentertraining gehörten zwei weitere Vorübungen. Die eine Aufgabe lautete: Unter einem auf dem Wasser liegenden Segel hindurch tauchen. Die andere: Unter einen kieloben schwimmenden Opti tauchen und in der Luftblase darunter kurz auftauchen. 

Die Optimisten sind nahezu unsinkbar
Betreuer Michael Sondermann (links) beweist den Kindern, dass der „Opti“ enormen Auftrieb besitzt und so gut wie unsinkbar ist. Foto: Dörte Salveriaus

Erst danach folgte die eigentliche Kenterübung. Dabei galt es für die jungen Seglerinnen und Segler, ihren Opti samt Segel nach dem Kentern wieder aufzurichten und hineinzuklettern. Beim Kentern halfen die kräftigen Hände der Betreuer. Und wer den Bogen heraushatte, dem gelang es anschließend auch ohne allzu große Mühe, das oben aus der Jolle herausragende Schwert zu packen und nach unten zu drücken, bis sie wieder in ihrer angestammten Position lag. 

Zwei Stunden lang wurde fleißig geübt. Dabei hatten die Mädchen und Jungen jede Menge Spaß, zumal zwischendurch genug Zeit zum Toben und Spielen blieb. Zum Abschluss spendierten die beiden Schwimmmeister noch einen Wellengang. 

Für Hotel: Aber Dorfgemeinschaft will Festplatz am Alten Hafen behalten

Vorstand der Dorfgemeinschaft Hooksiel
Der Vorstand der Dorfgemeinschaft Hooksiel: (von links) Jan-Niklas Ulfers. Julian Dreßel, Finja Janssen, Vorsitzender Marco Knodel, Schatzmeister Tobias Geisen, 2. Vorsitzender Nils Schröder und Marktvogt Sascha Kox. Auf dem Bild fehlt Schriftführer Bernd Tscherney. Foto: hol

Hooksiel (18. 2. 2025) – Der Platz am Alten Hafen ist für die Hooksieler Vereine als Fest- und Veranstaltungsmeile unverzichtbar. Diese Botschaft gaben die Vertreter der örtlichen Vereine am Montag Abend Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak mit auf den Weg. Szlezak war Gast der Jahreshauptversammlung der Dorfgemeinschaft und lobt dabei den Zusammenhalt im Ort: „Das ist vorbildlich.“

Die Hooksieler und ihre Gäste dürfen sich auch für das laufende Jahr auf ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm freuen. Wie Dorfgemeinschaft-Vorsitzender Marco Knodel im Awo-Heim sagte, sollen alle Feste und Feiern aus dem Vorjahr auch im laufenden Jahr stattfinden. Unter anderem richtet die Dorfgemeinschaft selbst die Krabben- und die Heringstage, den Weihnachtsmarkt und ein Laternelaufen aus. Hinzu kommen die Festivitäten der einzelnen Vereine, die Mitglieder der Gemeinschaft sind.

Lob für aktive Jugendgruppe

Wie Schatzmeister Tobias Geisen sagte, sei bei den eigenen Festen in 2024 ein Überschuss von rund 8000 Euro erzielt worden. Mit dem Geld habe man wiederum Aktivitäten und Institutionen im Ort unterstützt wie etwa den Kindergarten, das Herbstleuchten oder das Anbringen von Weihnachtsschmuck. In 2025 hat sich die Dorfgemeinschaft insbesondere die Sanierung der Elektrik rund um den Alten Hafen und die Reparatur von Verkaufshütten vorgenommen. 

Knodel betonte, dass die erfolgreiche Arbeit der Dorfgemeinschaft nur dank der Hilfe von Sponsoren und der tatkräftigen Unterstützung durch die Arbeitsgruppe Hooksiel möglich sei. Eine echte Bereicherung sei zudem die Jugendgruppe „Weil wir Hooksieler sind“. Die jungen Leute um Julian Dreßel sind der Dorfgemeinschaft angegliedert, packen bei jeder Gelegenheiten mit an und richten zudem auch noch eigene Veranstaltungen aus: Unter anderem das Fastnachtslaufen, eine Ostereierjagd für Kinder (19. April) und eine Halloween-Aktion (31. Oktober), bei der zusammen mit der WiKi, dem Kindergarten und dem Wohnstift der Hooksieler Ortskern mit Kürbissen illuminiert wird.

Zahlreiche Veranstaltungen

Für die Vereine luden Frank Langenhorst zu dem so gut wie ausverkauften Handwerkerball, Björn Mühlena für Himmelfahrt zum Tag der offenen Tür der Feuerwehr und Christian Doyen als Vorsitzender des FC Nordsee Hooksiel zum Hafenfest des Vereins im August ein. Das Hafenfest werde es auch nach der geplanten Fusion des FCN mit Nachbarvereinen in Tettens und Hohenkirchen geben, versicherte Doyen. Der Verein „de Hooksieler“ plant zudem eine neue Veranstaltung: „Hooksiel tanzt“ soll am 8. November in der Event-Halle im Gewerbegebiet stattfinden.

Bei den Neuwahlen wurden Marco Knodel (Vorsitzender), Nils Schröder (2. Vorsitzender), Tobias Geisen (Schatzmeister) und Bernd Tscherney (Schriftführer) einstimmig bestätigt. Als neue Beisitzer gewählt wurden Sascha Kox (Marktvogt) sowie für die Jugendgruppe Julian Dreßel, Finja Janssen und Jan-Niklas Ulfers. 

Wunsch nach Platz für Wolldecken

In der anschließenden Gesprächsrunde erläuterte Bürgermeister Szlezak noch einmal das Verfahren zum geplanten Verkauf des ehemaligen Feuerwehr-Grundstückes am Alten Hafen an einen Hotel-Planer. Die Vereinsvertreter bekräftigten, dass Hooksiel ein Hotel benötige. Ein zusätzliches Health-Care-Gebäude wäre wünschenswert, aber nicht am Alten Hafen.

Einen Wunsch gaben die Hooksieler dem Bürgermeister, der aktuell auch an der Spitze der Wangerland Touristik GmbH steht, für den Strandbetrieb in Hooksiel mit auf den Weg. Die Strandkörbe am Hauptstraße sollten in diesem Frühjahr wieder so aufgestellt werden, dass auch Familien noch Raum hätten, eine Wolldecke für sich und ihre Kinder auszubreiten. Werner Doyen: „Es will ja nicht jeder Gast einen Strandkorb mieten.“ 

Bürgermeister entschuldigt sich – verteidigt aber das Auswahlverfahren

Hooksiel (17. 2. 2025) – Steve Christenfeldt, der zusammen mit seiner Partnerin Moni Stamer das Hotel Packhaus betreibt, erhebt im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des ehemaligen Feuerwehrareals am Alten Hafen an auswärtige Hotel-Planer Vorwürfe in Richtung Gemeinde Wangerland. Er sei enttäuscht und frustriert, schreibt er in einem „offenen Brief“. „Trotz eines durchdachten und adäquaten Angebots für den Neubau eines Hotels im Alten Hafen in Hooksiel wurden wir, die direkten Nachbarn, ohne nachvollziehbare Gründe ausgeschlossen.“

Das werfe Fragen hinsichtlich der Fairness und der Transparenz des Entscheidungsprozesses auf. Offenbar würden „persönliche Antipathien und Geltungsbedürfnisse die Entscheidungen des Rates beeinflussen“. Das wäre schädlich für die Gemeinde. 

Enttäuscht seien er und seine Partnerin auch darüber, dass sie für ihr offizielles Angebot nicht einmal eine formelle Absage erhalten hätten. Das sei ein Zeichen fehlender Wertschätzung Personen gegenüber, die sich für die Entwicklung der Gemeinde einsetzen.

Bürgermeister Mario Szlezak ( Foto) räumt in einer Stellungnahme ein, dass leider versäumt worden sei, den im weiteren Auswahlverfahren nicht berücksichtigen Bewerbern eine offiziell Rückmeldung zu gegen. „Das war nicht gut, und dafür möchten wir uns entschuldigen.“ 

Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak

Die Entscheidung des Rates, sich nur mit zwei der ursprünglich fünf Konzepte näher zu beschäftigen, sei aber nicht gegen einzelne Bewerber gerichtet gewesen, sondern das Ergebnis einer „Gesamtabwägung, welche Lösung für den Standort und die Gemeinde am besten passt“. Man wisse das Engagement der Gastronomen und Unternehmen in Hooksiel und im gesamten Wangerland sehr wohl zu schätzen.

Er könne die Enttäuschung von Moni Stamer und Steve Christenfeldt nachvollziehen und nehme ihre Kritik ernst, beteuert der Bürgermeister. Zur Entscheidungsfindung selbst stellt Szlezak aber fest, dass es ja bereits im Vorfeld der aktuellen Ausschusssitzung eine öffentliche Vorstellung aller Konzepte, einen Bürgerdialog und einen ausgiebigen Austausch zwischen Bürgern und Ratsmitgliedern gegeben habe. Szlezak: „Auch danach wurden viele Gespräche geführt, so dass sich am Ende zwei favorisierte Konzepte herauskristallisierten.“

Von den zwei eingeladenen Bewerbern war letztlich nur einer erschienen: die Planer für ein Vier-Stern-Hotel. Die Investoren für ein Health-Care-Gebäude hatten ihre Teilnahme an der zweiten Entscheidungsrunde kurzfristig abgesagt, weil sie nach eigenem Bekunden den Eindruck hatten, der Rat habe sich bereits auf den Hotelbau festgelegt.