Hooksiel/Friesland (4. 2. 2026) – Die Landkreise Friesland und Wittmund haben aufgrund der anhaltenden winterlichen Wetterlage auch für den morgigen Donnerstag, 5. Februar, den Schulunterricht an allen allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen abgesagt. Glatteis und die Gefahr von Eisregen lassen keinen sicheren Schülertransport zu.
Für Notbetreuungen an den Schulen sei gesorgt, heißt es in der Mitteilung, die zuerst über die App „Katwarn“ verbreitet wurde. Ob Distanzunterricht angeboten wird, entscheide die jeweilige Schule nach eigenem Ermessen.
Hooksiel/Friesland (3. 2. 2026) – Glatteisalarm für Friesland, Wilhelmshaven und Wittmund. Nach entsprechenden Warnmeldungen der Wetterdienste haben die Landkreise und die Stadt heute den Schulunterricht an den allgemein bildenden Schulen abgesagt. Ein sicherer Schulbusverkehr sei nicht zu gewährleisten. Damit verlängern sich die Zeugnisferien um einen Tag.
Ab Mitternacht Eisregen
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am späten Nachmittag für die Nacht zum Mittwoch eine Unwetterwarnung herausgegeben. Ab 0 Uhr bis voraussichtlich 10 Uhr am Mittwoch bestehe Gefahr für Leib und Leben. Bei anhaltendem Dauerfrost wird Regen beziehungsweise Eisregen erwartet, der die Straßen und Fußwege in Eisbahnen verwandeln könnte.
Der Winter hat viele schöne Seiten. Doch Eisregen ist gefährlich. Deshalb fällt am Mittwoch der Schuluntericht aus. Foto: hol
Das Winterwetter mit Dauerfrost von bis zu minus 4 Grad soll bis Donnerstagabend anhalten. Zum Wochenende hin werden die Temperaturen nach Einschätzung der Meteorologen bis in den Plus-Bereich steigen. In der kommenden Woche, so die Prognose, dürfte das Thermometer um die 0-Grad-Marke pendeln. Niederschläge werden insbesondere für morgen, Freitag und für Sonntag erwartet.
Sand statt Streusalz
Die Sicherheitslage auf den Straßen und Fußwegen ist angespannt. Während Hauptstraßen weitgehend geräumt sind, hat sich der festgefahrene Schnee in den Nebenstraßen vielerorts in Eisplatten verwandelt. Vor diesem Hintergrund hat die Gemeinde Wangerland ihre Räumtaktik geändert. Während man sich im Rathaus zunächst nur auf die Hauptstraßen sowie auf Zuwegungen zu Kindergärten und Schulen konzentrieren wollte – auch um den Salzeinsatz aus wirtschaftlichen und ökologischen Grünen gering zu halten –, sind seit Montag Streudienste mit Sand unterwegs. Damit sollen die Eisplatten abgestumpft werden.
Wangerland (21. 1. 2026) – Spätestens seit der Corona-Pandemie ist allen klar: Präsenzunterricht an Schulen ist nicht immer möglich. Jüngstes Beispiel dafür war das massive Winterwetter in der zweiten und dritten Januarwoche. Angesichts von Schnee und Eis auf den Straßen war kein sicherer Schülertransport zu gewährleisten, was den Landkreis Friesland dazu veranlasste, den Schulbetrieb abzusagen.
Auch an der Oberschule in Hohenkirchen fand kein Unterricht statt. Nicht einmal das so genannte „Home-Schooling“, bei dem Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler über digitale Kanäle unterrichten. Schulleiter Heyo Kemper (Foto) sieht seine Schule dennoch in Sachen Distanz-Unterricht gut aufgestellt.
Unterrichtsmaterial auf Schulserver
Die Schulausfälle seien in eine für alle Schülerinnen und Schüler besonders lernintensive Zeit gefallen. Mit Blick auf die bevor stehenden Zeugnisausgaben standen eine ganze Reihe von Klassenarbeiten an. „Es lag daher nahe, dass in allen Jahrgangsstufen umfänglich gelernt und geübt werden musste“, so Kemper. „Hierfür lagen für ein selbstorganisiertes Lernen ausreichend Unterrichtsmaterialien auf dem Schulserver bereit.“
Auf diese Materialien haben Schülerinnen und Schuler online Zugriff. Das sei bei Abwesenheiten aller Art hilfreich, etwa auch bei Krankheitsfällen oder anderen Distanz-Lernphasen. „Optional können von unseren Lehrkräften bei Bedarf unterstützend weitere Materialien hinterlegt werden“, erläutert der Schulleiter. „Nach Wiederaufnahme des Schulbetriebes erfolgen dann die entsprechenden Leistungsnachweise im Präsenzunterricht.“
Auf „Lock-Down-Modus“ vorbereitet
Bei sich abzeichnenden längeren Schulausfall-Zeiten, wie etwa bei der Corona-Pandemie, schalte die Schule in den „Lock-Down-Modus“. Das bedeute, so Kemper, dass dann der Unterricht online nach Stundenplan stattfinde. „In diesen Extremsituationen erteilen unsere Lehrkräfte ihren Unterricht entsprechend digital und bedienen sich den relevanten, erprobten medialen Kanälen. Die technischen Voraussetzungen sowie die Möglichkeiten für die Umschaltung in die unterschiedlichen Modi sind an unserer Schule gegeben.“
Der Begriff „Home-Schooling“ wird nach Ansicht des Oberschul-Leiters bei Schulausfällen jeglicher Art zu einem Modewort und in der Öffentlichkeit breitgetreten. „An der Oberschule Hohenkirchen findet ein Distanzlernen – ein so genanntes „Home-Schooling“ – ganzjährig jahrgangsbezogen und ganzheitlich statt.“
Überstunden abgebaut
Dennoch war die Lage bei den drei schulfreien Tagen in diesem Januar besonders. Die Personalsituation an der Oberschule sei während der Influenza-Zeit 2025 zeitweise stark angespannt gewesen, so Kemper. In der Folge hätten sich bei einigen Lehrkräften eine größere Anzahl von Überstunden durch Vertretungsstunden angehäuft. Diese Mehrarbeitsstunden – so die Vorgabe von der Landesschulbehörde – sollen möglichst noch im laufenden Schuljahr wieder abgebaut werden, zum Beispiel durch den Ausfall von einzelnen Unterrichtsstunden.
„Durch den witterungsbedingten Schulausfall im Januar konnte ein Großteil dieser Mehrarbeitsstunden bereits abgebaut werden“, so Kemper. Ohne Nachteile für die Schüler, ist der Pädagoge überzeugt. „Grundsätzlich sollen Schüler und Schülerinnen an diesen Tagen das Haus verlassen und solche Wetterlagen hautnah erleben. Auch für uns war es doch früher ein besonderes Erlebnis, ,schneefrei‘ zu haben.“
Friesland (11. 1.2026)- Aufgrund der Wetterlage fällt der Präsenzunterricht an allen Schulen in Friesland (auf dem Festland) am Montag, 12. Januar, aus. Das hat der Landkreis am Nachmittag angekündigt. Die Regelung gilt für alle allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Auch die Stadt Wilhelmshaven hat den Schulbetrieb für Montag abgesagt. Die Behörden rechnen mit Tauwetter. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Eisregen.
Wangerland/Hooksiel (21. 11. 2025) – Am Freitag war bundesweit Vorlesetag. An der Aktion beteiligten sich auch die Grundschulen im Wangerland. An der Grundschule Hohenkirchen etwa haben die Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen sowie die Landtagsabgeordnete Katharina Jensen, Bürgermeister Mario Szlezak, der Journalist Gerd Abeldt und Pastor Jürgen Walter den Kindern verschiedene Bücher vorgetragen.
Lesen macht Spaß. Das erlebten die Kinder, die am Lesewettbewerb der Grundschule Hooksiel teilgenommen haben. Foto: Myriam Giersdorf
In der Grundschule Hooksiel lasen neben Lehrkräften Tanja Brämer, Kristiane Geisen und als „Top-Akt“ die Autorin Bettina Göschl. Die Lebensgefährtin des Ostfriesenkrimi-Autors Klaus-Peter Wolf trug Passagen aus ihrer beliebten Buchreihe „Die Nordseedetektive“ vor – und verteilte im Anschlus reichlich Autogrammkarten an ihre Zuhörer.
Der Sinn des Vorlesetages: Kinder sollen angeregt werden, selbst mehr zu lesen. Zudem fördert der Umgang mit Büchern nach Überzeugung von Experten die kommunikativen und sozialen Kompetenzen. In diesem Sinne richtete das Hooksieler Kollegium nach der zweistünigen Vorlese- und Malrunde für alle Kinder einen Lesewettbewerb für die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen aus. Die Gewinneinnenr: Jaike Donker (3. Klassen) und Elina Bittner ( 4. Klassen).
Am digitalen Lagerfeuer las die Landtagsabgeordnete Katharina Jensen Kindern in Hohenkirchen aus einem analogen Buch vor. Foto: Schule
Die Schüler in Hohenkirchen durften sich gleich zwei Lesungen ihrer Wahl aussuchen. Neben Büchern wie „Das Sams“, „Das Klugscheisserchen“, „Weihnachten im Ponystall“ sowie „Die drei ???“, „Leander Linnens Wunderladen“, „Der Tag, an dem die Omas das Internet kaputt gemacht hat“, konnten die Kinder auch den Klassiker „Hans Magnus Deubelbeiss – der Junge, der immer zu spät kam“ hören.
Der Förderverein verkaufte Popcorn an die Kinder und war schnell ausverkauft. In den Klassenräumen waren Verkaufsstände für einen Bücherflohmarkt aufgebaut. Die Erlöse kommen dem Förderverein der Schule zugute, der sie direkt für die Kinder einsetzt.
Wangerland/Hooksiel (5. 11. 2025) – Ab dem kommenden Schuljahr besteht in Niedersachsen ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Bürgermeister Mario Szlezak und der für Schulen zuständige Abteilungsleiter Markus Gellert zeigten sich am Dienstagabend im Schulausschuss des Rates zuversichtlich, dass die Gemeinde Wangerland den gesetzlichen Ansprüchen genügt – auch wenn nicht alle drei Grundschulen den Ganztag fristgerecht abbilden können.
Ganztag in Hooksiel und Tettens
An den Grundschulen Hooksiel und Tettens werden die Kinder schon derzeit an drei Tagen in der Woche den ganzen Tag über beschult und betreut – einschließlich Mittagessen. Dieses Angebot könnte problemlos auf fünf Tage erweitert werden, ist man bei der Gemeinde überzeugt. Anders ist die Lage an der Grundschule Hohenkirchen. Dort fehlt es schlichtweg an Platz für zusätzliche Räume (Mensa, Differenzierungsräume etc.) und an Personal.
Einst gehegte Hoffnungen, die Grundschule (Träger: Gemeinde) und die benachbarte Oberschule (Träger: Landkreis Friesland) könnten eine Reihe von Räumen gemeinsam nutzen, haben sich zerschlagen. Auch deshalb plant die Gemeinde den Neubau der Grundschule. Pierre Balke aus der Bauverwaltung stellte dazu zwei Varianten vor. Einen Neubau am Alma-Rogge-Weg (dem bisherigen Standort) oder an der August-Hinrichs-Straße (südlich von Oberschule und Großsporthalle).
Standort für Neubau gesucht
Die Gemeindeverwaltung favorisiert auch mit Blick auf die Auswirkungen für Kindergarten und Grundschule während der Bauphase den Standort August-Hinrichs-Straße. Allerdings: Da für das dortige Areal zunächst Baurecht geschaffen werden müsste, würde es vom politischen Startschuss bis zur Fertigstellung mit geschätzt 5,5 Jahren gut ein Jahr länger dauern als am Alma-Rogge-Weg, wo es bereits einen Bebauungsplan gibt.
Kosten von 8,5 Millionen Euro
Die Kosten für das Projekt schätzt man im Rathaus unabhängig vom Standort auf rund 8,5 Millionen Euro. Bei der Finanzierung, so sagte Szlezak, könnte man mit Blick auf die angespannte Haushaltslage möglicherweise alternative Wege gehen. Der Gedanke: Ein privater Investor baut die Schule und vermietet sie dann an die Gemeinde. Die finanziellen Belastungen würden damit über einen langen Zeitraum gestreckt und, so die Hoffnung des Bürgermeisters, der Neubau vielleicht deutlich früher fertig. Der potenzielle Investor soll sich in Kürze im Finanzausschuss vorstellen.
Ob die Familien in Hohenkirchen tatsächlich bis zur Einweihung der neuen Schule auf ein Ganztagsangebot warten müssen, ist noch unklar. Auf jeden Fall benötige man einen organisatorischen Vorlauf von anderthalb Jahren, so Schulleiterin Laura Krell. Ob da dann eine Zwischenlösung am alten Schulstandort noch sinnvoll ist, sei fraglich.
Hooksiel (21. 10. 2025) – Sollten in Niedersachsen nicht auch Männer Gleichstellungsberauftragte werden können? Über dieser Thema hat sich „Hooksiel-Life“ mit dem Hooksieler Jan Gerjets (Foto) unterhalten.
Er ist seit über 30 Jahren als Lehrer für Holztechnik, Mathematik und Spanisch an den Berufsbildenden Schulen in Wilhelmshaven tätig. Die BBS beschäftigt für rund 170 Lehrkräfte und etwa 20 weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Peronal gehören zwei Gleichstellungsbeauftragte.
Hooksiel-Life: Herr Gerjets, im nächsten Jahr werden Sie 67 Jahre alt und könnten in Ruhestand gehen. Aber das wollen Sie nicht. Warum? Jan Gerjets: Ja, ich möchte gerne noch etwas länger arbeiten, der Beruf macht mir einfach Spaß, das Unterrichten macht einfach Spaß.
Hooksiel-Life: Jetzt wollten Sie neben ihrer Lehrtätigkeit noch eine zusätzliche Aufgabe übernehmen. Sie haben sich um einen Posten als Gleichstellungsbeauftragter der Schule beworben. Sind sie genommen worden? Gerjets: Leider nicht. Ich hätte die Aufgabe gern übernommen … Aber wie mir von der Landesschulbehörde mitgeteilt wurde, ist das aus rechtlichen Gründen nicht möglich. In Niedersachsen dürfen nur Frauen Gleichstellungsbeauftragte werden.
Hooksiel-Life: Gleichstellung meint doch die Gleichstellung von Frau und Mann. Warum solle sich nicht auch ein Mann um dieses wichtig Thema kümmern können? Gerjets: Das versteht ich auch nicht. Vermutlich rührt das daher, dass irgendwann einmal aus der Frauenbeauftragten die Gleichstellungsbeauftragte geworden ist …
Hooksiel-Life: Halten Sie das für angemessen? Gerjets: Meines Erachtens ist das nicht mehr zeitgemäß. Natürlich stimmt es, dass in vielen Bereichen immer noch Frauen stärker unter ungleichen Bedingungen leiden als Männer. Zum Beispiel verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation im Durchschnitt immer noch weniger. Und auch von sexueller Gewalt oder Stalking am Arbeitsplatz sind Frauen mit Sicherheit stärker betroffen als Männer …
Hooksiel-Life: Also ist es doch ganz gut, dass der Job der Gleichstellungsbeauftragten Frauen vorbehalten ist? Gerjets: Nein, das sehe ich nicht so. Ich glaube, ich kann mich als aufgeklärter Mann ebenso gut für die Belange meiner Kolleginnen einsetzen. Besonders am Herzen liegt mir die Förderung einer offenen und respektvollen Schulkultur, in der alle Mitglieder der Schulgemeinschaft unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder anderen Merkmalen gleichwertig behandelt werden. Ich bin überzeugt, dass eine vielfältige und inklusive Umgebung nicht nur das Lernen fördert, sondern auch die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen unterstützt.
Hooksiel-Life: Was muss sich Ihrer Ansicht nach ändern? Gerjets: Meiner Meinung nach hängt es nicht vom Geschlecht ab, ob jemand erfolgreich gegen Ungerechtigkeiten vorgehen kann, sondern vom Engagement und der Qualifikation des Bewerbers. Ich halte es für an der Zeit, dass der Gesetzgeber den entsprechenden Passus im Gesetz zeitnah ändert. Es hat schon einen Hauch von Diskriminierung, wenn Männern pauschal unterstellt wird, sie würden sich nicht für die Belange ihrer weiblichen Kollegen einsetzen können. Und was passiert, wenn es einmal um die Belange eines Mannes geht? Wie sieht denn da der Umkehrschluss aus?
Friesland/Wangerland (24. 6. 2025) – Das Schulhalbjahr endet bald. Vor den Sommerferien gibt es aber noch die Zeugnisse, was nicht für jeden Schüler mit einer angenehmen Erfahrung verbunden ist. Vor diesem Hintergrund bietet die Familienberatungsstelle (FaBs) des Landkreises Friesland an zwei Terminen eine Zeugnissprechstunde für Kinder und Jugendliche sowie Eltern und Erziehungsberechtigte an: Am Donnerstag, 3. Juli, zwischen 9 und 12 Uhr im Dienstleistungszentrum (Raum E.30 bis E.34), Karl-Nieraad-Straße 1 in Varel sowie zwischen 14 und 17 Uhr im Kreisamt (Eingang C, Raum 442), Lindenallee 1 in Jever.
Kinder und Jugendliche können mit ihren Sorgen und Fragen zum Thema Zeugnis ebenso vorbeikommen wie Eltern und Erziehungsberechtigte. Eine Terminvereinbarung ist nicht erforderlich. Auch ein gemeinsamer Besuch von Kindern und Jugendlichen mit ihren Eltern ist möglich.
Wangerland (21. 5. 2025) – Die Gemeinde Wangerland steht vor einer schweren und möglicherweise sehr teueren Entscheidung. Reicht ein Umbau der Grundschule Hohenkirchen oder muss die Schule komplett neu gebaut werden? Und falls man mit Blick auf die gesetzlichen Anforderungen an eine künftige Ganztagsschule um einen Neubau nicht herum kommt: Wie finanziert man das auf rund 8,5 Millionen Euro veranschlagte Projekt.
Drei Varianten im Ausschuss
Der Baufachmann der Gemeinde, Pierre Bahlke, stellte dem Schulausschuss des Gemeinderates am Dienstagabend den Handlungsbedarf und drei Investitions-Varianten vor, die die Bauverwaltung bislang ins Auge gefasst hat. Der Hintergrund: Die benachbarte Oberschule (Träger: Landkreis Friesland) benötigt zum Sommer einen Teiltrakt des von der Grundschule (Träger: Gemeinde) genutzten Gebäudes für sich, um dort eine Mensa einzurichten. Im Gegenzug würde die OS andere Räume im Ostflügel abtreten, die aber grundsaniert werden müssten, so Bahlke, was aber das grundsätzliche Platzproblem der Schule nicht lösen würden.
In der Grundschule werden aktuell im Halbtagsbetrieb 120 Kinder unterrichtet. Eigentlich soll den Kindern auch hier – wie die Grundschulen Tettens und Hooksiel – möglichst schnell ein Ganztagsangebot gemacht werden. Dafür fehlt es aber am nötigen Platz für eine Mensa, für Fach- und Differenzierungsräume. Kurzum: Der Altbau könnte nach den Worten von Bahlke zwar für rund 50.000 Euro saniert werden. Den pädagogischen Ansprüchen der Schule werde man damit aber nicht gerecht.
Zweigeschossiger Neubau
Vor diesen Hintergrund hat die Gemeinde zwei Varianten für den Neubau eines doppelgeschossigen Gebäudes für eine zweizügige Grundschule geprüft. Das Gebäude könnte entweder gegenüber des neuen Kindergartens am Alma-Rogge-Weg oder aber an der August-Hinrichs-Straße hinter der OS gebaut werden. Die Pläne sehen in beiden Geschossen jeweils einen Flügel mit Lehrer-, Verwaltungs- und Besprechungszimmern sowie einen mit Klassenzimmern, Fachräumen, Differenzierungs- und Lagerräumen sowie Toiletten vor. Im Zentrum der Schule würde eine Mensa liegen, die auch als Aula genutzt werden könnte.
Am Standort Alma-Rogge-Weg lasse der Bebauungsplan den Neubau zu. Hier müsste lediglich das OS-Gebäude mit der Lehrküche abgerissen werden. An der August-Hinrichs-Straße müsste das Baurecht erst geschaffen werden, was nach Einschätzung von Bahlke rund ein Jahr dauern dürfte. Für die vorbereitende Planung im engen Schulterschluss mit der Schule setzt der Fachmann anderthalb bis zwei Jahre an, die reine Bauzeit dürfte 2,5 Jahre betragen. Damit stünde ein Neubau, je nach Standort, frühestens in vier oder fünf Jahren zur Verfügung. Um schon im Altbau einen Ganztagsschulbetrieb aufnehmen zu können, müssten Unterichts-Container angemietet werden.
Gespräche mit privatem Investor
Die Neubau-Kosten schätzt die Bauverwaltung auf rund 8,5 Millionen Euro. Angesichts der angespannten finanziellen Lage der Gemeinde hoffe man auf Fördermittel, sagte der für Soziales und Schulen zuständige Abteilungsleiter Markus Gellert. Möglicherweise lasse sich etwas vom geplanten Milliarden-Investitions-Topf der neuen Bundesregierung abzweigen.
Als Alternative führe man derzeit Gespräche mit privaten Bauunternehmen, die gegebenenfalls das Schulgebäude errichten, das die Gemeinde dann für die Nutzung mieten könnte. Aber auch hier, so Gellert, sei man noch in der Prüfung.
Schule braucht zeitnah Klarheit
Dem Wunsch von Schulleiterin Laura Krell nach einem möglichst konkreten Zeitplan für die Entscheidungsfindung konnte der Ausschuss nicht entsprechen. Das Kollegium benötige vor den Start des Ganztagsschulbetriebes ein gutes Jahr Vorlauf für die Vorbereitung der Angebote und das Einwerben von Finanzmitteln. Auch die Eltern der Hohenkirchener Kinder brauchen Klarheit, betonte eine Elternvertreterin. Berufstätige Eltern seien auf die Ganztagsbetreuung ihrer Kinder angewiesen. Ist die in Hohenkirchen nicht gegeben, würden sie ihre Kinder in Tettens oder in Hooksiel anmelden.
Das wiederum sorge für fehlende Planugssicherheit an der GS Hohenkirchen, so Laura Krell. „Im vergangenen Jahr fehlten uns zwei Kinder, um zwei erste Klassen bilden zu können. Als zum Halbjahr dann einige Kinder hinzukamen, mussten wir die Klasse teilen – mit dem Ergebnis, dass wir für die eine Klasse keine Lehrer hatten.“
Vor einem guten Jahr besuchte Landrat Sven Ambrosy (links) die Sporthalle Hohenkirchen und ließ sich die geplanten Sanierungsarbeiten erläutern. Von einer Legionellen-Belastung im Trinkwasser war damals noch nicht die Rede. Archiv-Foto: hol
Wangerland (11. 3. 2025) – In der Sporthalle der Oberschule in Hohenkirchen sind Legionellen nachgewiesen worden. Aufgrund des Befundes, der bei einer Routinekontrolle des Gesundheitsamtes aufgefallen war, ist die Halle nach Angaben des Landkreises Friesland zwei Wochen früher erfolgt als ohnehin geplant.
Gemäß des „Masterplans Sportstätten 2030“ wird die Sporthalle grundsaniert. Der Beginn der Bauarbeiten ist für dieses Frühjahr vorgesehen, die Fertigstellung für Sommer 2026 geplant. Die Vorbereitung des Millionen-Projektes laufen schon einige Zeit. Nach Abschluss der letzten Vergabeverfahren seien im Spätsommer 2024 die Planungsbüros mit der Grundlagenermittlung und Vorplanung beauftragt worden. Derzeit laufe noch die Ausschreibung der Gerüstarbeiten.
Schließung nach Fußball-Turnier
Ursprünglich sei die Schließung der Sporthalle ab dem 1. März geplant gewesen. Danach sollte die Entrümpelung beginnen, bevor im Sommer die Schadstoffsanierung stattfindet und dann die anderen Gewerke mit ihren Arbeiten starten werden.
Nachdem im Rahmen einer Routinekontrolle des Trinkwassers erhöhte Legionellen-Messwerte festgestellt worden waren, habe man die Schließung der Halle um zwei Wochen auf den 17. Februar, einen Montag, vorgezogen. Irritierend: Noch am Wochenende 15./16. Februar fand in der Sporthalle ein großes Kinder-Fußballturnier statt. Inwieweit alle Familien der dort teilnehmenden Kinder von der Legionellen-Belastung wussten, ist zumindest unklar.
Der Landkreis sieht aber auch keinen Grund für besondere Besorgnis. „Die Ergebnisse der Messwerte wiesen 1.500 und 2.400 KBE (= Koloniebildende Einheit) /100 ml auf“, heißt es auf Nachfrage von „Hooksiel-life“. Und weiter: „Eine akute Gesundheitsgefährdung ist bei den genannten Messwerten ausgeschlossen; diese ergibt sich nach Richtlinien des Umweltbundesamtes bei einer Belastung von über 10.000 KBE/100 ml.“
Keine Hinweise auf Erkrankung
Die Legionellen-Belastung war in einer laut Trinkwasserverordnung vorgeschriebenen jährlichen Beprobung aufgefallen. Der Betreiber der Sportstätte, das Gebäudemanagement des Landkreises, hatte die Untersuchung am 21. Januar beim Gesundheitsamt in Auftrag gegeben. Die Laborbefunde hätten die erhöhten Messwerte von Legionellen ergeben. Hinweise auf mögliche Erkrankungen hätten nicht vorgelegen, so der Landkreis.
Nach dem Erstbefund sei am 5. Februar die erforderliche Nachuntersuchung gemacht worden. Die Laborergebnisse hätten erneut erhöhte Legionellen-Werte ausgewiesen. Das Gesundheitsamt habe den Betreiber entsprechend informiert und über geeignete Schutz-Maßnahmen wie zum Beispiel thermische Desinfektion beraten, die sich aus der Trinkwasserverordnung und den Empfehlungen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs ergeben. Im Endeffekt habe das Gebäudemanagement entschieden, die Halle ab dem 17. Februar zu schließen.
Die Nutzerinnen und Nutzer seien informiert worden, beteuert der Landkreis. Die Suche nach den Gründen für den Legionellen-Befall werde das Gebäudemanagement vornehmen. Die Ursachen sollen dann im Rahmen der Sanierung behoben werden.
Bei Infektion-Verdacht zum Arzt
Legionellen können zwei Krankheitsbilder auslösen, die Legionärskrankheit sowie das Pontiac-Fieber. Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung, die sich durch Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, schweres Krankheitsgefühl und hohes Fieber äußern kann. Es kann zudem zu Bauchschmerzen, Durchfall oder Verwirrtheitszuständen kommen. Die Heilungschancen bei Behandlung mit geeigneten Antibiotika sind gut. Eine unbehandelte oder falsch behandelte Lungenentzündung verläuft häufig schwer und kann lebensbedrohlich werden.
Das Pontiac-Fieber äußert sich in Form eines fiebrigen Infektes ohne Lungenentzündung. Meist treten leichte grippeähnliche Symptome wie Kopf-, Brust- und Gliederschmerzen sowie trockener Husten auf. Es heilt in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst aus.
Bei Verdacht auf eine Infektion, so mahnt das Gesundheitsamt, sollte umgehend eine Ärztin oder ein Arzt kontaktiert werden. Bei einer durch Legionellen hervorgerufenen Lungenentzündung ist es wichtig, den Erreger früh zu identifizieren und mit den passenden Antibiotika zu behandeln. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist generell nicht zu befürchten.