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Gerd Abeldt Hooksiel-life

Beitrage veröffentlicht von “Gerd Abeldt”

Gründer und Redaktionsleiter von „Hooksiel-Life“

Szlezak: Unausweichliche Investitionen treiben Gemeinde in die Überschuldung

Hooksiel/Wangerland (26. 9. 2024) – Die Gemeinde Wangerland steuert auf sehr schwere Zeiten zu. Wie Bürgermeister Mario Szlezak auf der Ratssitzung am Dienstag in Hooksiel sagte, werde es ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung von Land und Bund kaum möglich sein, alle Pflichtaufgaben zu erfüllen, ohne dass es zu einer Überschuldung kommt.

Schon in diesem Jahr war es nur aufgrund einer freiwilligen Haushaltskonsolidierung möglich, die Finanzlage im Griff zu behalten. Aber die Gemeinde müsse weitere Millionen-Investitionen für Pflichtaufgaben stemmen, sagte der Bürgermeister. Konkret nannte er den Bau eines neuen Feuerwehrgeätehauses in Hohenkirchen sowie Investitionen an der Grundschule Hohenkirchen.

„Bunte Wache“ in Hohenkirchen?

Es gebe keinen Spielraum mehr, den Neubau des Feuerwehrhaues aus Kostengründen zu schieben. Der Betrieb des alten Gerätehauses sei schon lange nicht mehr zulässig. Die Nutzung werde lediglich geduldet. Da das Gebäude am bisherigen Standort nicht erweitert werden kann, sei die Gemeinde zu einem Neubau verpflichtet. Wie Szlezak ankündigte, sei der Bau einer „Bunten Wache“ beabsichtigt, die von Feuerwehr und Polizei gemeinsam genutzt werden könnte. Mit konkreten Plänen soll sich der Feuewehrausschuss des Rates im Dezember befassen.

Eine weitere Millionen-Aufgabe: Der Ausbau der Grundschule Hohenkirchen. Aktuell wird die alte Grundschule zu einer Kindertagesstätte umgebaut. Die Grundschule nutzt im benachbarten Gebäude des Landkreises Friesland die Räume des ehemaligen Progymnasiums. Die Räume dort würden aber spätestens 2026, wenn die Grundschule Ganztagsschule wird, nicht mehr ausreichen, so der Bürgermeister.

Zu wenig Platz für Grundschule

Die Praxis habe gezeigt, dass die gemeinsame Nutzung von Räumen durch Grundschule und Oberschule (OBS) nicht so einfach funktioniere wie geplant. Die Wege zu den Räumen in der OBS seien zum Teil sehr weit. Bis dann Stühle und Tische auf die richtigen Höhen eingestellt seien, wäre die Unterrichtsstunde schon fast vorbei, schilderte Szlezak. Zudem fehle der Grundschule eine Aula. 

Nach den Worten des Bürgermeisters soll es in Kürze eine Besprechung beim Landkreis geben, bei der man nach einer gemeinsamen Lösung suchen wolle. Bei Terminen vor Ort zwischen Oberschulleitung und Gemeinde habe man sich bislang nicht einigen können.

Ein weiteres Problem sei die Verkehrssituation im Bereich von Kita und Grundschule. Hier komme es durch die beengten Platzverhältnisse durch Baustellen- und Lieferverkehr sowie durch „Elterntaxis“ immer wieder zu gefährlichen Situationen. „Es gibt gute Lösungsansätze“, sagte Szlezak. Aber deren Umsetzung wäre mit Millionen-Investitionen verbunden. Auch dieses Thema sei eine Pflichtaufgabe der Gemeinde. 

Fast alle neuen Fenster beschädigt

Erschwerend für die Situation rund um Kita, Grundschule und Oberschule kommt hinzu, dass sich die Fertigstellung der Kita weiter verzögert. Eigentlich sollten Krippen- und Kindergartenkinder bereits nach den Sommerferien die neuen Räume beziehen. Nach Verzögerungen bei der Beschaffung der Fenster war der Termin auf die Herbstferien verschoben worden. 

Das neue Problem: Die Fenster seien zwar pünktlich geliefert worden, so Szlezak. „Aber fast alle Fenster hatten einen Transportschaden.“ Vorausgesetzt, dass die neuerliche Lieferung und der Einbau der Fenster reibungslos klappen, hält die Bauverwaltung der Gemeinde eine Inbetriebnahme der Kita frühestens Mitte November für realistisch. 

Rat verschiebt die Erhöhung der Krippenplatz-Entgelte um ein Jahr

Wangerland (25. 9. 2024) – Eltern im Wangerland müssen ab dem 1. Januar 2025 mehr für die Verpflegung ihrer Kinder in Kindertagsstätten und Grundschulen zahlen. Zu der ebenfalls zunächst von der Verwaltung geplanten Erhöhung der Entgelte für Krippenplätze und die Inansprchnahmen von Sonderöffnungszeiten in den Kindergärten kommt es zunächst nicht.

Sämtliche Entgelte sind auch aufgrund der Corona-Pandemie seit Jahren nicht mehr angepasst worden. Grundlage für die Neuberechnung war die Entwicklung der Verbraucherpreise. Damit die Gemeinde in den jeweiligen Bereichen kostendeckend arbeiten kann, wird das Getränke- und Verpflegungsgeld in den Kindertagesstätten von monatlich 4 auf 6 Euro erhöht. Für die Mittagsverpflegung in den Kitas müssen Eltern künftig 72 statt 60 Euro im Monat berappen. In Grundschulen steigt der Preis für diese Dienstleistung je nach Inanspruchnahme von 12 auf 15 Euro oder auch von 35 auf 44 Euro. 

Insoweit war die Anhebung der Entgelte im Gemeinderat unstrittig. Diskussionen gab es hingegen über die zunächst von der Verwaltung ebenfalls geplante Anhebung der Entgelte für Krippenplätze (Kinder bis drei Jahre) und die Nutzung von Sonderöffnungszeiten um jeweils um die 20 Prozent. 

Reiner Tammen (Grüne) wies darauf hin, dass die Erhöhung der Betreuungskosten in den Krippen (Kindergartenplätze sind kostenfrei) inetwa der Lohnentwicklung bei den Erzieherinnen seit der letzten Anpassung entsprechen würde. Nach der Ansicht der Gruppe Gemeinsam fürs Wangerland (CDU/Grüne/FDP) ist die Gemeinde aufgrund ihres angespannten Haushalts nicht in der Lage, mit Rücksicht auf die betroffenen Familien auf die Erhöhung zu verzichten. Tammen bezifferte die Deckungslücke mit etwa 340.000 Euro.

Die SPD-Fraktion und die Gruppe der Unabhängigen (ZUW) sahen das anders. Die zeitgleiche Erhöhung der Verpflegungssätze und der allgemeinen, einkommensabhängigen Krippenentgelte wären für die betroffenen Familien eine „unzumutbare Belastung“, so Stefanie Bremers (SPD). Ihre Fraktionskollegin Marianne Kaiser-Fuchs regte an, die Betreungsentgelte erst ab 2026 anzupassen. Diesem Vorschlag schloss die ZUW-Gruppe an. 

CDU-Vertreter fordern größere Unterstützung für die Fischereibetriebe

CDU an Bord von Muschelkutter
Muschelfischer David de Leeuw (links) und Manuela Malle (3. von rechts) erläuterten den CDU-Vertretern (von links) Heiko Menkens, Dieter Behrens-Focken, Anne Janssen , Beate Wedermann, Katharina Jensen, Thies Fischer und Hille Behrens-Focken die schwierige Lage der Branche.Foto: CDU

Hooksiel (25. 9. 2024) – Ein Bekenntnis zur Küstenfischerei, insbesondere der Muschelfischerei, haben CDU-Politiker bei einem Besuch an Bord des Muschelkutters „Royal Frysk“ abgelegt. Die Delegation mit der Bundestagsabgeordneten Anne Janssen, der Landtagsabgeordneten Katharina Jensen und dem Vorsitzenden der CDU Wangerland, Thies Fischer, an der Spitze war Gast bei einer Kutterfahrt zu den Erntegebieten der Saatmuscheln vor Hooksiel. Im Gespräch mit Kapitän David de Leeuw und Manuela Melle als Vertreterin der niedersächsischen Muschelfischerei wurden die aktuellen Probleme der Branche erläutert.

„Die Muschelfischerei spielt für die Region eine zentrale Rolle“, so Anne Janssen. „Sie ist nicht nur eine bedeutende wirtschaftliche Säule, sondern auch ein Teil unserer Kultur und unseres regionalen Erbes. Dennoch wird die Branche mit immer neuen Hürden konfrontiert.“

Die Muschelfischerei vor der niedersächsischen Küste erfolge traditionell in Hängenetzen, die im Meer verankert werden, damit sich die Muscheln frei in der Strömung entwickeln können. Diese Methode sei besonders nachhaltig, da sie die natürliche Umgebung schone. Dennoch seien die Erträge in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 50 Prozent gesunken (von jährlich 7.000 Tonnen auf etwa 2.000 Tonnen). 

Ein Grund dafür, so Manuela Melle, seien die zunehmenden Arbeiten in den Wattgebieten, bei denen viel Sediment aufgewirbelt werde. Dies habe negative Auswirkungen auf das Miesmuschelwachstum, da die aufgewirbelten Stoffe die Muscheln ersticken können und das Wasser trüben, was den Nährstoffaustausch und die Sauerstoffzufuhr behindere.

„Die Muschelfischer sind unsere Bauern des Meeres. Es ist eine Besorgnis erregende Entwicklung, wenn Traditionsbetriebe, wie der von Herrn de Leeuw, die bereits seit über 30 Jahren vor der Küste Hooksiels Muscheln züchten und fischen und zur maritimen Identität des Wangerland zählen, immer weiter an den Rand gedrängt werden“, so Fischer. 

„Wir kämpfen mit strengen Auflagen und schwankenden Erträgen, diese Einschnitte erschweren unsere Arbeit massiv. Das Fanggebiet liegt im FFH- und Natura-2000-Gebiet, außerdem im Nationalpark und mittlerweile auch im Biosphärenreservat“, schilderte Melle. Ein weiteres großes Problem sei, dass die Schiffe der Muschelfischer keine Gelder aus den Offshore-Windparkversteigerungen erhalten. Ihre Schiffe seien dafür zu lang.

„Die Fischerei wird total allein gelassen“, beklagte Katharina Jensen. Ursprünglich seien ihr vom Bund 5 Prozent der Erlöse aus den Versteigerungen von Offshore-Windflächen zugesagt worden. Zuletzt sei der Betrag auf 1 Prozent gesunken. Im Haushaltsentwurf 2025 stünden nur noch gedeckelte 100 Millionen Euro – und damit noch weniger als 1 Prozent. Zudem seinen die 134 Millionen Euro Fördermittel für 2024 noch nicht ausgezahlt. „So funktioniert keine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wenn die Fischerei nicht mehr gewollt ist, dann muss man das auch so sagen“, so Jensen. Die CDU-Abgeordnete aus dem Wangerland wirft der Bundesregierung vor, falsche Prioritäten zu setzen. Ähnlich sieht das die Wittmunderin Anne Janssen: „Die Muschelfischerei darf nicht weiter durch bürokratische Hürden und fehlende Fördermittel gefährdet werden.“

Rat einstimmig für Tempo-30-Zone

Tempo 30 Hooksiel
Die Tempo-30-Zone in Hooksiel wird vom Ortskern bis zum Verkehrskreisel ausgeweitet. Archiv-Foto: hol

Hooksiel (25. 9. 2024) – Die Tempo-30-Zone in Hooksiel wird von der Ortsmitte bis zum Verkehrskreisel an der Tankstelle erweitert. Der Rat der Gemeinde Wangerland verabschiedete am Dienstag Abend einstimmig das aktualisierte Verkehrskonzept der Gemeinde. Darin ist für den Bereich Lange Straße/Pakenser Altendeich dauerhaft eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern vorgesehen.

Die Vorlage war im Vorfeld umstritten. Vor allem die Gruppe der Unabhängigen im Rat (ZUW) hatte Bedenken angemeldet. ZUW-Gruppensprecher Dieter Schäfermeier begründete sein Umdenken mit der derzeitigen Tempo-30-Regelung, die allerdings nur aufgrund des schlechten Zustands des Straßenbelags erlassen wurde. Man müsse jetzt ja auch schon 30 fahren, sagte Schäfermeier, und ergänzte: „Man gewöhnt sich dran.“

SPD-Fraktionssprecher Holger Ulfers hatte sich für die Neuregelung ausgesprochen, auch wenn er selbst auf der Straße noch keine Raser erlebt habe. Für die 600 Meter lange Strecke benötige man mit Tempo 30 lediglich etwas mehr als eine Minute zusätzlich. Und: „Aus dem Dorf gibt es keinen Widerspruch zu der Regelung.“

Das Verkehrskonzept wird jetzt dem Landkreis Friesland als Genehmigungsbehörde vorgelegt. Nach der Sanierung der Straße kann dann voraussichtlich die Tempo-30-Zone ausgeschildert werden. Dazu gehört dann auch, so sieht es die Straßenverkehrsordnung vor, dass alle Vorfahrtregelungen innerhalb der Zone auf rechts vor links umgestellt werden. 

Ebenfalls einstimmig stimmte der Rat der Umbenennung des Aktionsplatze am ZOB in Hans-Ney-Platz um. Damit soll der verstorbene Hooksieler Heimatfreund gewürdigt werden, der in diesem Jahr 100 geworden wäre. Ulfers, der Ney noch persönlich gekannt hat: „Wenn jemand die Würdigung verdient hat, dann Hans.“

Zwei Niederlagen für die D-Jugend

Wangerland/Hooksiel (24. 9. 2024) – Zwei Spiele, kein Punkt. Die D-Jugend der Jugendspielgemeinschaft (JSG) Wangerland verlor ein Nachholspiel gegen TuS Sillenstede knapp. Am Samstag folgte gegen den JFV Varel III eine weitere Niederlage.

Im Lokalderby gegen die vermutlich stärkste Mannschaft der Staffel konnten die Wangerländer am Donnerstag gut mithalten. Thies brachte das Team von Trainer Bernhard Köster mit 1:0 in Führung. Danach entwickelte sich ein packendes Spiel, in dem kurz vor der Halbzeit der Ausgleich fällt. 

Etwas unglücklich dann das 2:1 für Sillenstede kurz nach dem Wiederanpfiff. Ein Pressschlag vor dem Wangerländer Tor. Der Ball fliegt eine hohe Kurve und senkt sich links oben ins Tor. Danach drängten die Wangerländer auf den Ausgleich. Benny verpasst zweimal knapp mit dem Kopf. Es bleibt beim 1:2. Köster: „Schade. Das war ein schönes Spiel mit dem falschen Ende.“

Ärgerlicher war die Niederlage in Varel. Hier wollten die Wangerländer auf jeden Fall etwas mitnehmen, aber „irgendwie war der Wurm drin“, so Köster. Schon nach zwei Minuten steht es 0:1. Die Wangerländer rennen dem Rückstand hinterher, bekommen aber keinen Zugriff aufs Spiel. Nach der Pause dann eine zehnminütige Druckphase der JSG, aber ohne zählbaren Erfolg. Ein schneller Konter und die Vareler stellen auf den 2:0-Endstand. 

Weitere Spiele: C-Jugend: JSG Wangerland – TuS Varel 09 8:1; E-Jugend: JSG Wangerland – WSC Frisia 9:4

Tempo 30 auf dem Pakenser Altendeich soll Sicherheit von Radfahrern erhöhen

Hooksiel/Wangerland (23. 9. 2024) – Am Dienstag dieser Woche tagt der Rat der Gemeinde Wangerland im neuen Feuerwehrgerätehaus am Hohe Weg in Hooksiel. Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 18 Uhr. Auf der Tagesordnung sehen eine Reihe von wichtigen Punkten, so etwa die Anpassung der Krippenentgelte in der Gemeinde und der Verpflegungsentgelte an Kitas und Grundschulen sowie die Aktualisierung des Gemeindeverkehrskonzeptes.

Im Verkehrskonzept werden unter anderem die Tempo-30-Zonen im Gemeindegebiet sowie die verkehrsberuhigten Bereiche festgelegt. Knackpunkt bei den Beratungen war bislang die geplante Erweiterung der Tempo-30-Zone im Zuge der Ortsdurchfahrt durch Hooksiel im Verlauf der Lange Straße/Pakenser Altendeich.

Auf dem Straßenzug gilt schon seit einigen Wochen Tempo 30. Grund für diese Anordnung des Landkreises Friesland als Straßenverkehrsbehörde war allerdings nur der baulich schlechte Zustand der Straße. Die Sanierung soll demnächst erfolgen. Eine ganze Reihe von Hooksielern und bislang auch eine Mehrheit im Rat stehen hinter dem Antrag eines Bürgers, der auf der viel befahrenen Straße dauerhaft Tempo 30 gefordert hatte – vor allem um die Sicherheit von Radfahrern zu erhöhen.

kein echter Radweg

Wie Verkehrszählungen ergeben hatten, gehört der Pakenser Altendeich zu den am stärksten befahrenen Straßen in Hooksiel. Viele Autofahrer hielten sich in der Vergangenheit noch nicht einmal an die Tempo-50-Vorgabe. Dabei gibt es an der Straße reichlich Gefahrenpotenzial: eine Fülle von Einmündungen auf private Grundstücke, eine Bushaltestelle, nur einen einseitigen, sehr schmalen Gehweg und Einrichtungen wie das Gruseleum oder ein Blumengeschäft, die Bürger nur erreichen, wenn sie die Straße überqueren.

Im Wegeausschuss hatten Vertreter der Gruppe der Unabhängigen (ZUW) im Rat kritisiert, dass Tempo 30 auf dem 600 Meter langen, gut ausgebauten Straßenstück zwischen Verkehrskreisel und Ortsmitte unnötig wäre, zumal es dort bislang kaum zu echten Gefahrensituationen gekommen sei. Zudem geben es entlang der Straße einen Geh- und Radweg.

Faktisch trifft das nicht zu. Auf einem Geh- und Radweg wären Fußgänger und Radfahrer gleichberechtigt. Entlang von Lange Straße/Pakenser Altendeich gibt es lediglich einen einseitigen Gehweg mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“ (siehe Foto). Der Unterscheid: Radfahrer dürfen den Weg in Schrittgeschwindigkeit befahren, wenn sie keine Fußgänger gefährden.

Die Realität auf dem schmalen, zudem in Teilen sehr holprigen Weg sieht vor allem in den Sommermonaten anders aus. Immer mehr Einheimische und Urlauber sind auf Fahrrädern unterwegs, viele davon mit E-Bikes oder kleinen Anhängern. Von Schrittgeschwindigkeit kann keine Rede sein. Eine Tempo-30-Zone, so argumentieren die Befürworter, würde dazu führen, dass die Radfahrer die Hauptfahrbahn der Straße mitnutzen könnten, was bei Tempo 50 ein gefährliches Unterfangen wäre.

Neue Stipendiatin entdeckt in Hooksiel den Reiz des Wattenmeeres

Stipendiatin Astrid Homuth in Hooksiel
Die Aquarellmalerin Astrid Homuth aus Leipzig (2. von rechts) wird die nächsten Wochen in Hooksiel leben und arbeiten. Marianne Kaiser-Fuchs (links) und Renate Janßen-Niemann begrüßten die Stipendiatin und ihren Künstlerfreund Andreas Mattern bei der Ausstellungseröffnung. Foto: hol

Hooksiel (23. 9. 2024) – Ihre Motive sind eher unspektakulär. Bäume, Blumen, Landschaften. Aber auch wenn man als Betrachter den Eindruck hat, einige der Bilder in ähnlicher Form schon einmal gesehen zu haben. Jedes der Aquarell-Gemälde ist ein Unikat, das Ergebnis eines kreativen Prozesses, umgesetzt mit faszinierend sauberer Technik.

Die Malerin Astrid Homuth aus Leipzig ist die neue Stipendiatin der Gemeinde Wangerland. Die nächsten fünf Wochen wird sie im Künstlerhaus Hooksiel leben und arbeiten. Am Sonntag wurde ihre Ausstellung mit einer Vernissage eröffnet. Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann und Wangerlands stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Kaiser-Fuchs begrüßten die Künstlerin und gut zwei Dutzend Interessierte. 

Andreas Mattern, freischaffender Künstler und Dozent für Aquarellmalerei aus Berlin, stellte Astrid Homuth und ihre Arbeitsweise vor. Die Malerin, Jahrgang 1964, sei für ihn eine Konstante. Neugierig, geprägt von positivem Ehrgeiz und frei von affektierten Künstlerattitüden. Gerade bei der Aquarellmalerei sei Disziplin des Künstlers wichtig. Zum Beispiel die Geduld, den Hintergrund zunächst trocknen zu lassen, um dann die Motive im Vordergrund malen zu können.

Astrid Homuth ist in Wittenberge in Brandenburg geboren. Ihre künstlerische Karriere hat die studierte Ökonomin 2010 begonnen. Unter anderem hat sie an der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Malerei studiert. Die Nordsee, so schilderte die Künstlerin, habe sie bislang nur von einem Urlaub in Bensersiel gekannt. Entsprechend skeptisch habe sie ihrem Aufenthalt in Hooksiel entgegen gesehen. Der Grund: die Gezeiten.

„Ich habe mir vorgenommen, meine Bilder von Meerwasser überspülen zu lassen“, sagte Astrid Homuth. Aber bei Ebbe sei das ein schwieriges Unterfangen, zumal sie nicht der Typ sei, der Kilometer weit in Watt laufen wolle. 

Vor Ort angekommen hat sich die Skepsis in neue Perspektive verwandelt. Die Strukturen des Wattenmeeres seien für sie spannender als das Meer bei Hochwasser. Wenn dazu noch ein Sturm kommt ….

Die Hooksieler Künstlergemeinde darf gespannt sein auf die Werke, die Astrid Homuth während ihres Stipendiats im Wangerland erschaffen wird. Vorgestellt werden sollen sie im Rahmen eines Werkstattgesprächs am Samstag, 19. Oktober, ab 16 Uhr. 

Fahrer unter Drogeneinfluss?

Hooksiel (23. 9. 2024) – Polizeibeamte des Polizeikommissariats Jever kontrollierten in der Nacht zu Sonntag in Hooksiel einen 29-jährigen Fahrzeugführer. Bei der Überprüfung stellten die Beamten nach Darstellung der Polizei Ausfallerscheinungen fest, die auf einen Betäubungsmitteleinfluss hindeuteten. Sie nahmen den Mann mit in die Dienststelle. Hier wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Die Weiterfahrt wurde dem Beschuldigten untersagt.


3:0 im Finale: Tennis-Junioren holen Bezirkspokal nach Hooksiel

Hooksiel (22. 9. 2024) – Großer Erfolg für den FC Nordsee Hooksiel. Die Tennis-B-Junioren des Vereins haben am Samstag den Bezirks-Pokal der Kreisklassen-Staffelsieger in den Sielort geholt. Lorenz Kramer, Niklas Doyen und Tom Fiebig setzten sich im Finale in Dinklage gegen Dinklage II mit 3:0 durch.

Tennis-Pokalsieger
Eine würdige Siegerehrung gab es nach dem Bezirks-Pokal-Finale in Dinklage: Rechts das Hooksieler Team mit (v. l.) Tom Fiebig, Lorenz Kramer und Niklas Doyen. Foto: FCN

Die Entscheidung fiel dabei schon in den beiden Einzeln. Niklas hatte an Position zwei seinen Gegner fest im Griff und gewann souverän mit 6:2, 6:3. Das Spielvvon Lorenz an Position eins war deutlich ausgeglichener. Aber letztlich konnte der mitgereiste Hooksieler Anhang auch hier über einen ungefährdeten 6:3, 6:4-Erfolg jubeln.

Im abschließenden Doppel machten es Lorenz Kramer und Tom Fiebig spannend. Sie drehten im ersten Satz einen 2:5-Rückstand in ein 7:5. Im zweiten Satz das umgekehrte Bild. Die Hooksieler liegen bereits 5:2 vorn, plötzlich steht es 5:5. Doch am Ende sicherten sich Lorenz und Tom mit 7:5 auch diesen Satz und damit das Spiel. Zu den ersten Gratulanten gehörte Mateo Doyen, der vierte Spieler im von Andre Abels trainierten Erfolgs-Quartett, der sich im Rahmen eines Schüleraustauschs in Frankreich aufhält.

Der Pokalgewinn ist der krönende Abschluss der Saison. Die Hooksieler hatten zunächst souverän ihre Spiele in der Regionsklasse als Tabellenführer abgeschlossen. Dem schlossen sich die KO-Spiele aller Staffelsieger im Bezirk Weser-Ems um den Bezirkspokal an.

Mühlena träumt von einem Deutschen Open-Air-Ankermuseum in Hooksiel

Björn Mühlena präsentiert den Patentanker, der einst mit der Fregatte „Rheinland-Pfalz“ gehörte. Das am ZOB liegende Exponat ist Teil des Hooksieler Ankerpfads. Foto: hol

Hooksiel (11. 9. 2024) – Anker sind mehr als Stabilitätsfaktoren für Schiffe. Sie stehen als Symbol für Sicherheit, Verlässlichkeit, Vertrauen und auch für den christlichen Glauben. „Der Begriff Anker ist durchweg positiv besetzt“, sagt Björn Mühlena. 

Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Wangerland steht als 1. Vorsitzender an der Spitze des Hooksieler Fördervereins Kunst- und Erlebnispfad e.V., der sich unter anderem um die Präsentation von Kunst im öffentlichen Raum kümmert. Sein Traum: Ein deutsches Open-Air-Ankermuseum in Hooksiel.

In Hooksiel findet man schon jetzt viele Anker. Rund 30, zum Teil mehrere Tonnen schwere Exponate hat der Verein erfasst. Ein besonders schönes Exemplar, ein so genannter Patent-Anker, ziert eine kleine Grünfläche am Busbahnhof. Es versah einst als Bug-Anker der Fregatte „Rheinland-Pfalz“ seinen Dienst bei der Deutschen Marine – bis zu einer Havarie am 8. März 2006 im Geiranger-Fjord in Norwegen. 

Datenbank mit Informationen im Netz

Der Patent-Anker, der sich durch besonders breite Pflugen auszeichnet, die sich im Bedarfsfall tief im Meeresgrund verkeilen, wurde im Mai 2008 in Hooksiel aufgestellt, samt einer kleinen Infotafel. Deutlich tiefer gehende Informationen zu Funktionsweise, historischem Hintergrund, Bezug zu Hooksiel und mehr können Interessierte inzwischen dem Internet entnehmen.

„Unser Vereinsmitglied Henning Giesecke, der Hooksiel leider kürzlich verlassen hat, hat über Jahre Informationen über die Anker im Ort gesammelt. Vieles ist noch unbekannt. Aber das, was wir wissen, haben wir zu einer Datenbank zusammengetragen, die auf der Homepage der Wangerland Touristik GmbH (www.wangerland.de) hinterlegt ist“, schildert Mühlena.

Anker am Langengrodener Weg in Hooskiel
Am Langengrodener Weg findet sich der ehemalige Anker der Fregatte „Köln“. Foto: hol

Der Verein Kunst- und Erlebnispfad ist aktuell dabei, an den Ankern kleine Stelen mit Infotafeln in einheitlichem Design aufzustellen. QR-Codes, die man mit seinem Smartphone aktivieren kann, weisen den direkten Weg zu weitergehenden Informationen im Internet. Drei Anker hat der Verein bereits mit Unterstützung der Arbeitsgruppe Hooksiel und der Wangerland Touristik entsprechend ausgestattet. Weitere sollen folgen.

Hilfe bei Recherchen erbeten

Vom ZOB geht es in die Lange Straße. Auf einem Grünstreifen liegt dort ein gut erhaltener Stock-Anker, den der inzwischen verstorbene Admiral Schrade 2013 dem Ort gestiftet hat. Nicht weit davon entfernt ein arg angerosteter Anker ähnlicher Bauart. Einige Meter weiter ein so genannter Draggen, der sich durch vier gebogene Flunken auszeichnet.

„Von vielen Ankern wissen wir nicht, zu welchem Schiff sie einst gehört haben oder wie sie nach Hooksiel gekommen sind“, sagt Mühlena, der hofft, durch Hinweise von Betrachtern nach und nach die Datenbank um solch spannende Fakten erweitern zu können. Unterstützung bei Recherchen habe auch eine Hamburger Großwerft angeboten, die dem Verein bei Bedarf Zugang zu ihrem Unternehmensarchiv einräumen will.

Einige Anker sind Geschenke an die Dorfgemeinschaft oder den Seebadeverein, zum Teil wurden sie vom Marinearsenal oder anderen Behörden erworben oder gestiftet. Über Kennnummern lassen sich gerade Anker von Behördenschiffen noch einigermaßen zurückverfolgen. Andere Anker gehörten Privatleuten oder Fischern, die sie mit ihren Netzen aus der See gezogen haben. Das jüngste Exemplar im Bestand hat der Verein Kunst- und Erlebnispfad vom Wilhelmshavener Rosarium übernommen. 

Eines der schönsten Exponate ist am alten Hafen aufgestellt. Es handelt sich um einen Pilz-Anker Baujahr 1907 der „Norderney“, die später als Restaurant- und Museumsschiff „Feuerschiff Weser“ in der Jadestadt festgemacht hat. Der Pilzanker hat kürzlich mit Unterstützung der Arbeitsgruppe Hooksiel seinen neuen Liegeplatz im hinteren Teil des Alten Hafens erhalten. Die Arbeitsgruppe unterstützt den Förderverein tatkräftig bei der Pflege der Exponate. 

Anker positive Symbole für Hooksiel

Am Alten Hafen finden sich eine Reihe weiterer sehenswerter Anker. Am Binnentief etwa, gegenüber vom „Schwarzen Bären“, liegt ein Platten-Anker der Fregatte „Köln“, den das Schiff bei einem Manöver im Mai 2001 in Dänemark verlor. Auf der Südseite des Hafens, zwischen Mudderboot und Boje, findet man mächtige Stock-Anker aus der Zeit der Kaiserlichen Marine. Ein mächtiges Exemplar eines Patent-Ankers liegt noch auf dem Gelände des alten Feuerwehrgerätehauses. Er befindet sich aber in Privatbesitz. Mühlena: „Für den hätten wir sicher auch noch ein schönes Plätzchen.“

Die Punkte, an denen in Hooksiel Anker zu finden sind, sind in einer Karte verzeichnet, eine Art Wegweiser für Interessierte, ein „Ankerpfad“. „Und wer mag, kann als Urlauber aus Hooksiel natürlich auch gern einen Anker mit nach Hause nehmen“, sagt Mühlena und schmunzelt. „Zumindest als Tätowierung auf dem Arm oder als Motiv auf einem T-Shirt oder Pullover.“